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	<title>Semi-Funny - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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	<description>Ein Blog für alle Comic-Interessierten</description>
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	<title>Semi-Funny - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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		<title>DRIFTWELT &#8211; EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2026 05:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Comics, nach denen suche ich gezielt. Und dann gibt es diese schönen Zufallsfunde. DRIFTWELT 1: EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN gehörte eindeutig zur zweiten Sorte. Ich habe den Band beim Stöbern in einem Antiquariat entdeckt. Ja, auch dieses Werk ist also nicht ganz aktuell. Aber: Eigentlich wollte ich nur ein bisschen blättern. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/10/driftwelt-eine-geschichte-von-dieben-und-trollen/">DRIFTWELT – EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Comics, nach denen suche ich gezielt. Und dann gibt es diese schönen Zufallsfunde. DRIFTWELT 1: EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN gehörte eindeutig zur zweiten Sorte. Ich habe den Band beim Stöbern in einem Antiquariat entdeckt. Ja, auch dieses Werk ist also nicht ganz aktuell. Aber:</p>
<p>Eigentlich wollte ich nur ein bisschen blättern. Man kennt das ja: Nichts kaufen, nur gucken! Dann fiel mir Ken Broeders’ Cover ins Auge. Ich nahm das Album aus dem Regal, blätterte ein paar Seiten durch &#8211; und war verloren. Diese Zeichnungen hatten wirklich was. Schmutz, Bewegung, schräge Gesichter, gewaltige Kreaturen und Farben, die nach Hitze, Staub und Abenteuer aussahen. Genau so fangen gefährliche Antiquariatsbesuche an.</p>
<p><span id="more-4600"></span></p>
<p>Das Schöne daran ist, dass DRIFTWELT aus einer kreativen Abschweifung entstanden ist. Broeders zeichnete während der Arbeit am letzten Band seiner historischen Reihe <a href="https://kultcomics.net/suche?controller=search&amp;s=Apostata" target="_blank" rel="nofollow noopener">APOSTATA</a> zum Vergnügen fantastische Wesen. Irgendwann begann er sich zu fragen, wer diese Figuren eigentlich sind und wo sie leben. Daraus erwuchs eine ganze Welt. Seine historischen Interessen baute er gleich mit ein. Kleidung und Waffen tragen Spuren realer Vorbilder, unter anderem aus der napoleonischen Zeit und dem Osmanischen Reich. Selbst manche Namen haben kleine private Geschichten. Dellric Twotter verdankt seinen Namen Del Boy Trotter aus der britschen Fernseh-Serie <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0081912/" target="_blank" rel="nofollow noopener">ONLY FOOLS AND HORSES</a>. Mutter K’Nosser wiederum ist eine Spielerei mit dem Wort Connoisseur (frz. für Genießer).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4603" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-04_1000X714.jpg" alt="Innenseite 04 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-04_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-04_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-04_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="(max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Der Zauberer hinter dem Zeichenbrett</h3>
<p>Ken Broeders stammt aus Antwerpen und schloss 1993 seine Ausbildung am dortigen Sint Lucas Institut ab. Sein Abschlussprojekt wurde zur fünfteiligen Reihe <a href="https://www.amazon.de/TYNDALL-N%C2%B01-ROUTE-POUR-NORD/dp/903441048X" target="_blank" rel="nofollow noopener">TYNDALL</a>. Später folgten <a href="https://www.lambiek.net/shop/series/voorbij-de-steen/9784/de-drakenmeester.html?srsltid=AfmBOorrE8X2Ne1tFdybukgF0nXD-VIbk-Kc18s9w1CCGRHGfpwqdcHt" target="_blank" rel="nofollow noopener">VORBIJ DE STEEN</a> und <a href="https://www.lambiek.net/artists/b/broeders_ken.htm?srsltid=AfmBOooObyixYwUATEb2SpY_8NOcA5dPA9MOClY73lgPqKIac8gTnoUE" target="_blank" rel="nofollow noopener">CYRANO</a>, bevor er sich mit APOSTATA ausführlich dem römischen Kaiser Julian widmete.</p>
<p>DRIFTWELT führte ihn danach zurück zur Fantasy. Die Reihe erschien zunächst im niederländischen <a href="https://eppostripblad.nl/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Magazin EPPO</a> und wurde anschließend als dreibändige Album-Serie veröffentlicht.</p>
<p>Broeders schreibt, zeichnet und koloriert selbst. Er arbeitet mit Bleistift, Acryl und Gouache und malt direkt auf seine Zeichnungen. Das erklärt einiges von dem wunderbar Handgemachten, das mich überhaupt erst am Antiquariatsregal festgehalten hat.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4604" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-05_1000X714.jpg" alt="Innenseite 05 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-05_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-05_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-05_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="(max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Willkommen im Land hinter dem Dimensionsspalt</h3>
<p>Die DRIFTWELT ist eine Zwischenwelt. Hierher haben sich Wesen zurückgezogen, die in unserer Wirklichkeit längst in Märchenbüchern gelandet sind. Elfen, Trolle, Zauberer und allerlei Geschöpfe, für die Broeders offenbar keine Lust hatte, erst einen zoologischen Stammbaum anzulegen. (Danke dafür!) Der Comic erklärt gerade genug, damit ich folgen kann und lässt vieles einfach herumlaufen, fliegen oder brüllen.</p>
<p>Ganz friedlich ist dieses Reich allerdings nicht. Der Norden wirkt vergleichsweise geordnet. Im Süden sieht die Sache anders aus. Dort breitet Mutter K’Nosser mit ihren Trollen ihre Macht aus. Sie ist eine herrlich widerliche Erscheinung.</p>
<p>Riesig, schwer, gierig und vollkommen von sich überzeugt. Sie erinnert mich sehr an den <a href="https://lotr.fandom.com/de/wiki/Gro%C3%9Fer_Ork" target="_blank" rel="nofollow noopener">Großen Ork aus der Orkstadt im Nebelgebirge</a> (DER HOBBIT). Bei ihr wird gefressen, gesoffen, herumkommandiert und Eroberungspläne geschmiedet. Ich wusste schon nach wenigen Seiten, dass ich diese Frau schrecklich finde &#8211; und unbedingt mehr von ihr sehen möchte. Solche Bösewichter mag ich. Nicht weil sie besonders fein gezeichnete Seelen hätten, sondern weil sie ihren Raum sofort besetzen.</p>
<p>Gegen K’Nosser formiert sich Widerstand. Durrys versucht, verschiedene Gruppen zusammenzubringen und gewinnt schließlich auch die Dommovoi für den Kampf. Broeders setzt damit früh eine größere politische und militärische Ebene neben seine eigentliche Abenteuergeschichte. DRIFTWELT will nicht bloß zwei Figuren durch hübsche Kulissen jagen. Hier bahnt sich ein Krieg an!</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4605" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-06_1000X714.jpg" alt="Innenseite 06 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-06_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-06_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-06_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="(max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Der Elf, der besser nichts anfassen sollte</h3>
<p>Mitten hinein in diese Lage stolpert Dellric Twotter. Wobei stolpern nicht so ganz passt. Dellric seilt sich eher in die Geschichte ab. Er ist ein Dieb, ein Schwindler und ein Mann für Geschäfte, bei denen hinterher garantiert jemand unzufrieden sein wird. Mutter K’Nosser hat ihn beauftragt, in einem Tempel ein magisches Schmuckstück zu stehlen. Dies hängt am Hals einer Mumie. Schon diese Ausgangslage verrät ziemlich gut, welche Sorte Fantasy Broeders mir erzählt.</p>
<p>Da wir schon bei DER HERR DER RINGE waren: Dellric ist kein Aragorn! Er folgt keinem höheren Auftrag, trägt keine ererbte Verantwortung mit sich herum und würde den einen Ring vermutlich verkaufen, bevor jemand erklären könnte, warum er ins Feuer geworfen werden muss. Er arbeitet für die Seite, die bezahlt. Punkt. Wenn die Lage kippt, denkt er neu und hat gerne einen Plan C, D oder E. Moral ist bei ihm flexibel, sein Überlebenswille hingegen nicht.</p>
<p>Und Dellric redet. Viel. Er flucht, prahlt, meckert und kommentiert seine eigene Lage. Dazu kommt dieses ungeheure Gebiss. Broeders hat ihm Zähne verpasst, die fast eine eigene Nebenfigur bilden. Dellric sieht dadurch gleichzeitig listig, lächerlich und ein wenig nagetierhaft aus. Gerade deshalb funktioniert er so gut. Ich hatte keine Sekunde das Bedürfnis, ihn mit einem klassischen Fantasy-Helden zu verwechseln. Und dann erscheint Ysabeau.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4606" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-07_1000X714.jpg" alt="Innenseite 07 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-07_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-07_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-07_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Eine Menschenfrau zwischen Hexen und Mumien</h3>
<p>Ysabeau gehört eigentlich nicht hierher. Sie ist ein Mensch und gerät durch eine Verbindung zwischen den Welten in die DRIFTWELT. Hinter ihr steht Shulam, eine vierarmige, spinnenhafte Hexe. Shulam hat Ysabeau unter ihren Einfluss gebracht und benutzt sie für ihre eigenen Ziele. Dass ausgerechnet diese junge Frau Dellrics Weg kreuzt, bringt den ohnehin nicht besonders sauber geplanten Diebstahl endgültig durcheinander.</p>
<p>Das Treffen der beiden ist für mich der Moment, in dem der Comic wirklich Fahrt aufnimmt. Vorher zeigt mir Broeders im Rahmen einer klassischen Exposition seine Welt. Jetzt bekommt sie zwei Figuren, an denen ich mich festhalten kann.</p>
<p>Dellric denkt zuerst an Dellric. Ysabeau dagegen wirkt orientierungslos, verletzlich und zugleich erstaunlich entschlossen. Sie trägt Erinnerungslücken mit sich herum und irgendwo in diesem Nebel liegt auch das Schicksal ihrer Schwester Robinette, die ebenfalls mit Shulam verbunden ist.</p>
<p>Im Laufe der Handlung löst sich Ysabeau zumindest zeitweise aus der Kontrolle der Hexe. Sie weigert sich, Dellric zu töten und plötzlich haben beide ein gemeinsames Problem. Die einfachste Lösung wäre vermutlich, getrennte Wege zu gehen. Aber natürlich passiert genau das nicht.</p>
<p>Ich mag dieses Paar. Nicht weil Broeders die Beziehung psychologisch besonders tief entwickelt. Ich mag sie, weil beide so schlecht zusammenpassen. Dellric braucht niemanden, für den er Verantwortung übernehmen muss. Demgegenüber braucht Ysabeau ausgerechnet jemanden, der weiß, wie diese Welt funktioniert, jemanden wie Dellric.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4607" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-08_1000X714.jpg" alt="Innenseite 08 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-08_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-08_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-08_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Trolle ante portas</h3>
<p>Von hier an beschleunigt Broeders kräftig. Dellric und Ysabeau wechseln zwischen Flucht, Gefangenschaft und dem Versuch, überhaupt herauszufinden, was hinter Ysabeaus Auftauchen in dieser Welt steckt. Zeitweise landen sie in einem hoch aufgehängten Käfig. An anderer Stelle bewegen sie sich durch Landschaften, in denen jedes größere Tier den Eindruck macht, als könne es sie mit einem einzigen Schritt zerquetschen.</p>
<p>Parallel dazu rückt Mutter K’Nossers Krieg näher. Durrys versucht, den Widerstand zusammenzuhalten und die Dommovoi müssen entscheiden, wie lange sie einem Konflikt ausweichen können, der längst vor ihrer Haustür steht. Schließlich prallen die Parteien dann doch aufeinander.</p>
<p>Diese Schlacht gehören zu den Stellen, an denen ich Broeders besonders gern zuschaue. Seine Elfen stehen nicht mit eleganten Langbögen auf einem Hügel und schießen in Zeitlupe auf Orks. Hier krachen Musketen und Kanonen. Riesige Kreaturen stürmen durch das Bild, Geschosse reißen Körper auseinander. Zwischen all dem wuseln Figuren herum, die kaum Zeit haben, über Heldentum nachzudenken. Broeders verbindet Märchenwesen mit Waffen, die aus einer sehr viel späteren historischen Kontext zu stammen scheinen. Genau daraus entsteht ein eigener &#8230; nun ja, Geschmack.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4608" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-09_1000X714.jpg" alt="Innenseite 09 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-09_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-09_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-09_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Wenn das Bestiarium zurückschlägt</h3>
<p>Trotz des ganzen Spektakels bleibt die eigentliche Bedrohung noch eine Weile schwer zu greifen. Mutter K’Nosser ist brutal, aber sie ist nicht das größte Problem. Shulam ist gefährlicher. Ihre Verbindung zur Menschenwelt und zu Ysabeau erweitert den Konflikt. Plötzlich geht es nicht mehr bloß darum, welche Partei im Süden der DRIFTWELT die Oberhand gewinnt.</p>
<p>Broeders streut dazu Erinnerungsbilder in Ysabeaus Gedächtnis ein. Ihre Vergangenheit taucht immer wieder auf, bruchstückhaft, häufig in kalten, verschneiten Bildern. Ihre Schwester wird dabei immer wichtiger. Ich finde diese Stellen reizvoll, aber erzählerisch auch ziemlich vage. Der Comic will Geheimnisse schaffen und gleichzeitig Tempo machen. Das geht nur nicht immer sauber zusammen. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl, dass mir eine Szene etwas Bedeutendes zeigen möchte, bevor sie mir überhaupt erklärt hat, warum ich diese Information einordnen können sollte.</p>
<p>Das liegt auch daran, dass Broeders sehr viele Figuren, Völker und Konflikte auf relativ engem Raum unterbringen möchte. Gerade als ich mich an eine Gruppe gewöhnt hatte, kam schon die nächste. Gerade als ein Problem greifbar wurde, öffnete sich die Tür zum nächsten. Das kann Spaß machen und bei mir hat es funktioniert, meistens. Elegant ist es trotzdem nicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4609" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-10_1000X714.jpg" alt="Innenseite 10 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-10_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-10_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-10_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Auf der Suche nach dem Roten Zauberer</h3>
<p>Für Dellric und Ysabeau läuft schließlich vieles auf eine Person hinaus: Sie brauchen den Roten Zauberer! Er soll helfen, Ordnung in Ysabeaus Erinnerungen zu bringen und die Gefahr zu verstehen, die von Shulam ausgeht. Dass ein Dieb und eine Frau aus einer anderen Welt auf der Suche nach einem geheimnisvollen Magier sind, klingt zunächst nach Fantasy aus dem großen Baukasten. Broeders weiß das offenbar selbst.</p>
<p>Er versucht gar nicht erst, jedes vertraute Motiv als sensationelle Neuerfindung zu verkaufen. Stattdessen stopft er seine Welt mit schrägen Details voll. Das ist der Unterschied. Mich interessiert irgendwann weniger, ob ich den Typus des roten Magiers schon kenne. Ich möchte wissen, wie genau Broeders ihn aussehen lässt, welche Kreatur gleich durchs nächste Panel läuft und ob Dellric diesmal wenigstens fünf Minuten lang nichts klaut.</p>
<p>Der Band endet dort, wo die Geschichte eigentlich erst richtig los gehen sollte. Dellric und Ysabeau erreichen den Roten Zauberer, Shulam gewinnt wieder an Bedeutung, der Krieg gegen die Trolle ist (noch) nicht erledigt und Ysabeaus Schwester (noch) nicht gerettet. Fast jeder größere Erzählstrang bleibt offen. Und genau hier liegt meine deutlichste Kritik an diesem Album.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4610" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-11_1000X714.jpg" alt="Innenseite 11 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-11_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-11_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-11_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Der Fluch des ersten Bandes</h3>
<p>DRIFTWELT 1: EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN erzählt keine abgeschlossene erste Episode. Der Band ist ein sehr langer Auftakt, der erster Akt eines längeren Stückes. Er stellt Figuren vor, verteilt Gegner, pflanzt Geheimnisse und zieht mehrere Zündschnüre für spätere Explosionen. Aber den eigentlichen Knall hebt sich Broeders dann doch lieber für später auf.</p>
<p>Bei einer abgeschlossenen Trilogie ist das heute weniger problematisch. Ich kann Band zwei ja einfach danebenlegen. Als einzelnes Album betrachtet bleibt dennoch ein etwas fahler Beigeschmack. Ich habe im Laufe der Erzählung viel erlebt aber erstaunlich wenig abgeschlossen. Das ist ein Unterschied.</p>
<p>Dazu kommt Broeders’ Erzählweise. Er entwickelt seine Geschichten im Kopf fast wie einen Film und verändert sie beim Zeichnen weiter. Figuren bekommen mehr Raum, Szenen wachsen, neue Details kommen hinzu. Er selbst hat beschrieben, dass nur ein Teil dessen, was er sich ausdenkt, am Ende tatsächlich auf der Seite landet. Genau diese Arbeitsweise spüre ich. Sie sorgt für Energie, erklärt aber auch, warum Übergänge gelegentlich abrupt wirken und manche Zusammenhänge mehr erahnt als sauber aufgebaut werden.</p>
<h3>Magie aus bekannten Zutaten</h3>
<p>Inhaltlich erfindet Broeders das Fantasy-Genre nicht neu. Wir bekommen Trolle, Elfen, Zauberer, eine böse Hexe, magische Gegenstände, eine bedrohte Welt, eine Menschenfigur zwischen den Welten und einen Krieg, der größer wird, als die Beteiligten zunächst ahnen. Auf dem Papier klingt das alles erst einmal vertraut.</p>
<p>Broeders gewinnt nicht über die Grundidee, sein Album gewinnt über Persönlichkeiten. Seine Trolle sind keine austauschbare Horde. Mutter K’Nosser könnte ich nach zwei Panels in jeder beliebigen Menge von Fantasy-Figuren wiedererkennen, Dellric sowieso. Selbst Nebenwesen bekommen Gesichter, Körper und Eigenheiten, die den Eindruck erzeugen, dass sie schon vor Beginn dieser Geschichte irgendwo herumgelungert haben. Genau hierin steckt die besondere Stärke dieser Welt: Ich glaube ihr ihre Bewohner!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4611" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-12_1000X714.jpg" alt="Innenseite 12 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-12_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-12_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-12_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Wenn Farbe nach Staub schmeckt</h3>
<p>Spätestens bei den Zeichnungen bin ich wieder bei meinem Antiquariatsfund. DRIFTWELT 1: EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN sieht fantastisch aus. Nicht sauber im Sinne steriler Perfektion. Zum Glück. Broeders malt eine Welt, die sich benutzt anfühlt. Seine Figuren haben Gewicht. Trolle sind Fleischberge, Dellric ist drahtig und nervös, Ysabeau wirkt körperlich präsent, ohne zur glatten Damsel-in-distress zu werden. Gesichter dürfen hässlich sein, Körper dürfen seltsam aussehen. Dazu kommen Kreaturen, die gelegentlich nur durchs Bild laufen und bei mir sofort den Wunsch auslösen, hinterher zu gehen, um mehr über sie zu erfahren.</p>
<p>Besonders stark finde ich die Perspektiven. Broeders schaut von oben, von unten, durch Räume hindurch und über Figuren hinweg. Bei dem aufgehängten Käfig etwa kippt die Sicht so stark, dass ich die Höhe beinahe körperlich spüre. Große Panels öffnen Landschaften, kleinere Bilder treiben die Bewegung voran, Rahmen werden überschnitten und Sprechblasen ragen aus Bildflächen heraus. Trotzdem verliere ich nie die Orientierung.</p>
<h3>Zwischen Hexenlicht und Kanonenrauch</h3>
<p>Auch die Farben tragen erstaunlich viel. Broeders arbeitet mit Acryl und Gouache. Das Licht wirkt dadurch nicht wie eine digitale Schicht, die nachträglich über die Zeichnungen gelegt wurde. Es gehört zu den Räumen. Wüsten leuchten gelb und staubig, Höhlen werden schwer und grau. Erinnerungen an Schnee und Eis wirken beinahe ausgewaschen. Ysabeaus rötliches Haar steht darin umso deutlicher.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4612" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-13_1000X714.jpg" alt="Innenseite 13 von DRIFTWELT" width="714" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-13_1000X714.jpg 714w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-13_1000X714-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_INNENSEITE-13_1000X714-600x840.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px" /></p>
<h3>Drei Bände für eine Welt</h3>
<p>Die Reihe ist abgeschlossen und das ist gut so. Aufgrund des bereits oben beschriebenen, sauberen Abschlusses des Bandes, würde sonst etwas Wesentliches fehlen. Auf EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN folgt <a href="https://www.splitter-verlag.de/driftwelt-2-geschichte-von-zauberern.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">EINE GESCHICHTE VON ZAUBERERN</a>. Dort suchen Dellric und Ysabeau Schutz beim Roten Zauberer, während Shulam ihnen näher kommt. Den Abschluss bildet <a href="https://www.splitter-verlag.de/driftwelt-3-geschichte-hexe.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">EINE GESCHICHTE VON HEXEN</a>. Die deutsche Ausgabe erschien bei Splitter vollständig in drei Bänden und ist derzeit noch lieferbar. Ja, noch!</p>
<p>Das ist für diesen Auftakt wichtig. Denn ich würde den ersten Band heute nicht als Einzelalbum empfehlen, sondern als Einstieg in die zusammenhängende Geschichte. Dafür ist er zu offen gebaut. Wer nur einen hübschen Fantasy-Band für zwischendurch sucht, könnte am Ende sonst etwas ratlos zurückbleiben.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Mein Antiquariatsfund war ein guter. Aber DRIFTWELT 1: EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN hat erzählerische Macken. Der Band will viel auf einmal, erklärt gelegentlich zu viel und an anderer Stelle zu wenig. (Das hat Brett Bean mit <a title="Halb Zwerg, halb Orc, aber in Allem ganz ein D’ORC" href="https://panelwalker.de/2026/09/halb-zwerg-halb-orc-aber-in-allem-ganz-ein-dorc/" target="_blank" rel="nofollow noopener">D&#8217;Orc</a> besser im Griff.) Ysabeau braucht noch Profil. Einige Übergänge holpern, vor allem aber fehlt diesem Auftakt ein wirklich befriedigender, eigener Abschluss bzw. Cliffhanger. Trotzdem hatte ich wirklich große Lust weiterzulesen.</p>
<p>Das liegt an Dellric, es liegt an Mutter K’Nosser und es liegt an diesen grotesken Trollen, den merkwürdigen Wesen am Bildrand, den Kanonen, den Tempeln, den Farben und an Broeders’ Freude daran, seine Welt bis in die hinterste Ecke mit Leben vollzustopfen. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, dass hinter dem nächsten Hügel wieder irgendetwas lauert, das ich noch nie gesehen habe. Und manchmal reicht genau das, um mich für eine Fantasy-Welt zu gewinnen. Band 2 und 3 sind nachbestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4602" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_COVER_1000X719-288x400.jpg" alt="Cover von DRIFTWELT" width="288" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_COVER_1000X719-288x400.jpg 288w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_COVER_1000X719-600x834.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/DRIFTWELT_01_COVER_1000X719.jpg 719w" sizes="auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>DRIFTWELT 1: <br />EINE GESCHICHTE VON DIEBEN UND TROLLEN</li>
<li>Ken Broeders</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-96219-500-7</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/driftwelt-1-geschichte-von-dieben-und-trollen.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
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			</item>
		<item>
		<title>DÉDÉ – MIR PLATZT GLEICH DER SCHÄDEL trifft es ziemlich gut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2026 05:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Crime Noir]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Indie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Semi-Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Erik]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Weißmüller]]></category>
		<category><![CDATA[Kult Comics]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Philip Marlowe trägt seinen Trenchcoat wie eine Rüstung. Columbo wirkt darin, als hätte er die Nacht auf dem Rücksitz seines Peugeot 403 verbracht. Und Inspektor Canardo, die Ente im Humphrey-Bogart-Look, schleppt seinen Mantel durch eine Welt, in der selbst der Regen schlechte Absichten zu haben scheint. Detektiv Deschamps, genannt Dédé, gehört zu diesem illusteren Kreis, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Philip Marlowe trägt seinen Trenchcoat wie eine Rüstung. Columbo wirkt darin, als hätte er die Nacht auf dem Rücksitz seines Peugeot 403 verbracht. Und Inspektor Canardo, die Ente im Humphrey-Bogart-Look, schleppt seinen Mantel durch eine Welt, in der selbst der Regen schlechte Absichten zu haben scheint.</p>
<p>Detektiv Deschamps, genannt Dédé, gehört zu diesem illusteren Kreis, steht dort aber wie der kräftige Cousin aus Paris, der zu spät kommt, immer hungrig ist und trotzdem als Erster merkt, dass etwas nicht stimmt.</p>
<p><span id="more-4435"></span></p>
<p>In DÉDÉ: BAND 5 – MIR PLATZT GLEICH DER SCHÄDEL schickt Erik seinen Privatermittler an die normannische Küste. Dort wartet jedoch kein gemütlicher Ferienfall auf ihn. Ein Tourist ist mitten auf einer belebten Promenade auf grausame und scheinbar unerklärliche Weise gestorben. Ihm ist im wahrsten Sinne des Wortes der Kopf geplatzt. Wochen später meldet sich ein Erpresser, der eine lautlose Fernwaffe besitzen will und sein nächstes Ziel sei die Industriellen-Familie von Caius Morel.</p>
<p>Ein schöner Einstieg: Erik verbindet ein beinahe groteskes Verbrechen mit der freundlichen Oberfläche eines Badeortes nach Saisonende. Hinzu kommt ein Detektiv, der weder Übermensch noch wandelndes Lexikon ist. Dédé schwitzt, flucht, gerät aus dem Takt und hält dennoch an seinem Auftrag fest. Das Szenario macht Anleihen beim Crime-Noir, der Held jedoch bleibt angenehm fehlbar.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4438" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-03.jpg" alt="Innenseite 03 von DEDE - MIR PLATZ GLEICH DER SCHÄDEL" width="750" height="995" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-03.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-03-300x398.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-03-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-03-600x796.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Tatort Strandpromenade</h3>
<p>Tréville-Plage sieht zunächst nach einem Ort aus, an dem eine Möwe höchstens ein belegtes Brot stiehlt. Kennt man ja. Dann aber stirbt René Dourreau. Der unbescholtene Tourist wird am helllichten Tag von etwas getroffen, obwohl niemand einen Schützen wahrnimmt. Es gibt keinen hörbaren Schuss und kein übliches Geschoss. Der Tod wirkt so unmöglich, dass die Ermittlungen der örtlichen Kriminalpolizei nach Wochen ohne Ergebnis eingestellt werden.</p>
<p>Das Verbrechen ist nicht nur rätselhaft. Es verletzt die friedliche Ordnung des Ortes. Ich spüre beim Lesen sofort, dass in Tréville-Plage etwas unter der hübschen Oberfläche brodelt. Zugleich bleibt Dourreau zunächst ein großes Fragezeichen. Gerade seine Unauffälligkeit macht den Fall interessant. Weshalb sollte ausgerechnet dieser Mann sterben?</p>
<p>Sechs Wochen später ist die Saison vorbei. Die Urlauber sind abgereist, die Promenade wirkt leerer, die Küste kälter. An diesem Punkt der Ereignisse trifft Dédé ein. Schon seine Ankunft verrät viel über ihn. Die Fahrt läuft nicht glatt, der Wagen macht Ärger und der Detektiv hinterlässt bei seinen neuen Auftraggebern keinen Auftritt wie aus einem Werbeprospekt. Er kommt verschmutzt und verspätet an. Caius Morel, reich, ungeduldig und wenig bereit, Fehler zu verzeihen, empfängt ihn entsprechend kühl.</p>
<p>Damit stehen sich unmittelbar zwei gegensätzliche Kräfte gegenüber. Hier der zahlungskräftige Auftraggeber, der Kontrolle gewohnt ist, dort Dédé mit seinem eigenen Arbeitsrhythmus. Dass diese Verbindung nicht lange friedlich koexistieren kann, zeichnet sich früh ab.</p>
<h3>Der Brief im verschlossenen Château</h3>
<p>Caius Morel hat einen Grund für seine Nervosität. Ein Brief hat ankündigt, dass der Tod auf der Promenade kein Zufall war. Der Absender beansprucht die Tat für sich und richtet seine nächste Drohung gegen die Familie Morel. Eine Million Euro soll gezahlt werden, die Frist läuft noch in derselben Nacht ab. Dem Brief ist das Bild einer seltsamen Waffe beigefügt. Sie soll aus der Entfernung töten, lautlos und ohne die gewöhnlichen Spuren.</p>
<p>Die Familie zieht sich in ihr Château zurück, niemand möchte zur Zielscheibe werden. Ich mag, wie Erik den vermeintlich sicheren Wohnsitz dabei langsam in einen Käfig verwandelt. Große Räume, Besitz und gesellschaftlicher Rang helfen wenig, sobald eine Gefahr angeblich über Distanz und durch Mauern hindurch wirken kann. Caius Morel versucht zwar, die Lage mit Geld und Befehlen zu beherrschen. Seine unterschwellige Unsicherheit lässt sich jedoch kaum verbergen.</p>
<p>Dédé muss in kürzester Zeit nun zwei Fragen beantworten. Besitzt der Erpresser tatsächlich eine solche Waffe? Oder nutzt ein Nachahmer das ungelöste Verbrechen, um die Morels in Panik zu versetzen? Diese zweite Möglichkeit hält den Fall auf dem Boden. Erik lässt das Unheimliche stehen, ohne den Krimi an eine reine Fantasie-Erklärung auszuliefern.</p>
<p>Der Detektiv prüft das Gelände, hört zu, wägt die bevorstehende Geldübergabe ab und gewinnt dabei keinen souveränen Überblick über alle Beteiligten. Die Morel&#8217;s und ihr Umfeld begegnen ihm mit eigenen Interessen und Befindlichkeiten. Jede Auskunft kann helfen oder nur eine Nebelkerze sein. Dédé lässt sich davon jedoch nicht einschüchtern. Doch sein ruhiges Auftreten bekommt erste Risse. Der Auftraggeber verlangt schnelle Ergebnisse, während der Fall ihm jede einfache Antwort verweigert.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4439" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-04.jpg" alt="Innenseite 04 von DEDE - MIR PLATZ GLEICH DER SCHÄDEL" width="750" height="995" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-04.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-04-300x398.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-04-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-04-600x796.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Eine Million im Fadenkreuz</h3>
<p>Die Geldforderung gibt der Handlung einen harten Takt. Dédé hat keine bequeme Woche für Gespräche, Akteneinsicht und wiederholte Ortsbesichtigungen. Bis zur kommenden Nacht muss ein Plan stehen. Also versucht er, Morel zu schützen, die Übergabe zu organisieren und zugleich herauszufinden, von wo der Erpresser handeln könnte. Diese Mischung ist für ihn kaum zu beherrschen.</p>
<p>In der Dunkelheit verändert Erik den Ton. Das Küstenstädtchen verliert seine Postkarten-Idylle. Wege, Mauern und Aussichtspunkte werden zu möglichen Verstecken. Jeder Blick in die Ferne kann einen Beobachter verraten. Ebenso könnte dort auch eine falsche Spur warten. Dédé bewegt sich nicht wie ein lautloser Schatten durch diese Landschaft. Seine Körperfülle, sein zu kleiner Wagen und seine Neigung, im falschen Augenblick die Geduld zu verlieren, machen ihn sicht- und verwundbar.</p>
<p>Genau hier zeigt sich aber auch, weshalb ich die Figur so gern begleite. Dédé besitzt Mut, aber keine elegante Unantastbarkeit. Wenn ein Plan kippt, reagiert er nicht mit einem überlegenen Lächeln. Er wird hektisch, wütend und mitunter panisch. Trotzdem rennt er weiter. Seine Fehler entstehen aus Druck und Überforderung, nicht aus künstlicher Dummheit.</p>
<p>Die nächtliche Aktion bringt keine klare Lösung. Der Erpresser bleibt Dédé voraus, die Gefahr lässt sich nicht greifen und Caius Morel&#8217;s Vertrauen entschwindet. Aus dem versprochenen Zugriff wird ein Durcheinander aus Beobachtung, falschen Annahmen und verpassten Möglichkeiten. Erik nutzt das nicht nur für Komik. Im Gegenteil, das Scheitern verschärft den Fall. Nun weiß Dédé, dass der Täter entweder sehr gut vorbereitet ist oder dass entscheidende Informationen fehlen.</p>
<h3>Der Ermittler fliegt aus dem Fall</h3>
<p>Caius Morel reagiert folgerichtig &#8211; wie Dédé es befürchten musste &#8211; und entzieht Dédé den Auftrag. Hier trifft der Rauswurf den Kern der Figur. Dédé lebt davon, dass seine etwas schwerfälligen Methoden am Ende doch Ergebnisse bringen. Wenn das nicht geschieht, verliert er rasch die innere Ruhe. Ärger und Selbstzweifel liegen bei ihm eng beieinander.</p>
<p>Erik gönnt ihm keine triumphale Abkürzung. Der Fall drängt Dédé an körperliche und gedankliche Grenzen. Zugleich bleibt sein Pariser Umfeld wichtig.</p>
<p>Yvette, seine Freundin, das Café La Lorraine und die junge Nachbarin Océane gehören zu jener vertrauten Welt, in der der Ermittler nicht nur als beruflicher Problemlöser existiert. Diese Figuren erden ihn und zeigen, wie sehr er zumindest einige, wenige Beziehungen braucht.</p>
<p>Dann erhält er eine zweite Chance. Der Mörder und Erpresser ist noch nicht gefasst, die angebliche Strahlenwaffe bleibt eine Bedrohung und der Fall bietet mehr Ansatzpunkte, als der erste hektische Einsatz erkennen ließ. Dédé kehrt nicht als plötzlich verwandeltes Genie zurück. Er arbeitet sich erneut über Beobachtungen, Widersprüche und ganz praktische Fragen an die Lösung heran.</p>
<p>Der Band hält den entscheidenden Mechanismus lange zurück. Trotzdem entsteht die Auflösung nicht aus einem beliebigen Zaubertrick. Das scheinbar Fantastische bekommt eine erklärbare Grundlage. Zugleich rückt der Fall näher an menschliche Motive und praktische Gelegenheiten. Ich verrate den Täter nicht. Wichtiger ist ohnehin, wie Dédé sich aus seiner Niederlage herausarbeitet. Er gewinnt nicht, weil er über allen anderen steht. Er gewinnt, weil er nach dem Rauswurf wieder hinsieht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4440" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-05.jpg" alt="Innenseite 05 von DEDE - MIR PLATZ GLEICH DER SCHÄDEL" width="750" height="995" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-05.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-05-300x398.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-05-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-05-600x796.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Die Spur hinter dem unmöglichen Mord</h3>
<p>DÉDÉ: BAND 5 – MIR PLATZT GLEICH DER SCHÄDEL ist ein eigenständiger Fall, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Wer die früheren Alben kennt, entdeckt jedoch vertraute Seiten des Helden und versteht seine Beziehungen zu Yvette, Océane und dem Café La Lorraine genauer. Die Reihe setzt auf abgeschlossene Kriminalgeschichten, während sich Dédé&#8217;s Umfeld von Band zu Band verdichtet.</p>
<p>Erik verbindet in seiner Geschichte drei Tonlagen, die zu leicht auseinanderfallen könnten. Da ist zunächst der klassische Rätselkrimi mit Brief, eine kurze Frist und eine reiche Familie mit verschlossenem Anwesen. Daneben steht ein fast wissenschaftlich wirkendes Rätsel um eine unmögliche Waffe. Schließlich bringt Dédé eine bodenständige Komik in den Fall. Sie entsteht aus Körper, Temperament und Alltag, nicht aus einer Kette aufgesetzter Pointen.</p>
<p>Besonders gut funktioniert für mich, dass Dédé seinen eigenen Fall nicht jederzeit beherrscht. Er wird getrieben, er scheitert und muss neu ansetzen. So bleibt der Fall bedrohlich, obwohl der Comic mich gerne zum Schmunzeln bringt. Gleichzeitig verhindert die humorvolle Seite, dass der grausame Auftakt den gesamten Band in die Dunkelheit zieht.</p>
<p>Das 48-Seiten-Format fordert allerdings seinen Preis. Einige Figuren aus dem Morel-Umfeld bleiben eher Verdachtsmomente als vollständig ausgearbeitete Menschen. Auch die Erklärung am Ende muss mehrere Zusammenhänge zügig ordnen. Die Lösung ist nachvollziehbar, doch ein paar zusätzliche Seiten hätten den Nebenfiguren und den Folgen des Falls gegebenenfalls gutgetan.</p>
<p>Als fünfter Band erfüllt das Album seine Aufgabe dennoch sehr gut. Es bestätigt die Grundidee der Serie, ohne einen alten Fall nur neu aufzurollen. Vor allem stellt es Dédé&#8217;s Grenzen deutlicher heraus. Damit gewinnt der Held bei mir an Nähe und Sympathie.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4451" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-06_neu.jpg" alt="Innenseite 06 von DEDE - MIR PLATZ GLEICH DER SCHÄDEL" width="750" height="995" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-06_neu.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-06_neu-300x398.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-06_neu-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-06_neu-600x796.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Die Personalakte Erik</h3>
<p>Erik bin ich im Mai 2026 auf der <a href="https://www.comicmesse-koeln.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">INTERCOMIC</a> am Stand des All-Verlages über den Weg gelaufen, ohne zu wissen, wer er ist. Schon damals hatte ich die erste Ausgabe des Comic-Magazins <a href="https://bilderflut-magazin.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">BILDERFLUT</a> in der Hand, aber auch dabei fiel bei mir noch kein Groschen.</p>
<p>Erst kürzlich, als ich dann die BILDERFLUT Ausgabe 2 im Briefkasten hatte und das Interview mit ihm las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich beschloss, mich mit Erik und seinem Werk näher zu beschäftigten. So entstand der heutige Artikel.</p>
<p><a href="https://www.eriks-comics.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Erik</a> ist das Pseudonym des 1964 in Dillingen an der Saar geborenen <a href="https://frank-weissmueller.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Frank Weißmüller</a>. Er studierte Grafikdesign an der Fachhochschule des Saarlandes in Saarbrücken. Danach arbeitete er zunächst als Art Director in Werbeagenturen. 1993 wechselte er nach Düsseldorf und war dort rund zehn Jahre als Werbetexter tätig. Später machte er sich selbstständig und wandte sich wieder stärker dem Comic zu.</p>
<p>Seine Nähe zur französischen Comic-Tradition kommt offensichtlich nicht aus einem nachträglich gebauten Konzept. Frankreich gehörte seit seiner Kindheit schon zu seinen regelmäßigen Reisezielen. Serien wie ASTERIX, LUCKY LUKE, LEUTNANT BLUEBERRY und MICHEL VAILLANT prägten seine frühe Lektüre. Dédé entstand aus dem Wunsch nach einem Comic, der sich in Atmosphäre und Erzählform an frankobelgischen Alben orientiert, ohne jedoch seine Herkunft zu verleugnen.</p>
<p>Das erste gedruckte Dédé-Album erschien 2010. Parallel wurde Erik auch durch die Fantasy-Reihe DEAE EX MACHINA bekannt. Als Autor, Zeichner und Kolorist hält er bei Dédé alle erzählerischen Mittel in einer Hand zusammen. Für DÉDÉ: BAND 1 &#8211; SIND SIE TOT MADAME? erhielt er <a href="http://www.comic-i.com/aaa-icom/docs/icp2011/icp_artwork.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">2011 den ICOM INDEPENDENT COMIC PREIS</a> für herausragendes Artwork.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4442" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-07.jpg" alt="Innenseite 07 von DEDE - MIR PLATZ GLEICH DER SCHÄDEL" width="750" height="995" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-07.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-07-300x398.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-07-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Innenseite-07-600x796.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>DÉDÉ: BAND 5 – MIR PLATZT GLEICH DER SCHÄDEL ist ein Krimi, der seinen Trenchcoat mit Humor trägt und die Mordwaffe trotzdem ernst nimmt. Ich mag besonders, wie Erik den scheinbar unmöglichen Fall mit einem Helden verbindet, der keineswegs unfehlbar ist. Dédé stolpert durch die Anfänge, verliert den Auftrag und findet gerade deshalb einen glaubwürdigen Weg zurück.</p>
<p>Die knappe Albumlänge lässt einige Nebenfiguren und die Schlussphase etwas schnell vorbeiziehen. Aber das trübt den positivem Gesamteindruck nur leicht. Zeichnung, Farben und Erzählrhythmus greifen sicher ineinander. Tréville-Plage wird vom Ferienort zur Falle, während Dédé mit Dickköpfigkeit und Ausdauer gegen eine Bedrohung antritt, die zunächst bar jeder Vernunft zu sein scheint.</p>
<p>Am Ende bleibt ein warmherziger, spannender und sehr eigenständiger Detektiv-Comic. Dédé sieht vielleicht nicht aus wie der Mann, der einen perfekten Plan besitzt. Er ist aber genau der Ermittler, dem ich gern noch an viele Schauplätze folge. Gut, dass es aktuell noch die vier ersten Bände zu entdecken gibt &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4437" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Cover-272x400.jpg" alt="Cover von DEDE - MIR PLATZ GLEICH DER SCHÄDEL" width="272" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Cover-272x400.jpg 272w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Cover-600x881.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/DEDE_MIR-PLATZT-GLEICH-DER-SCHAEDEL_Cover.jpg 681w" sizes="auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>DÉDÉ – MIR PLATZT GLEICH DER SCHÄDEL</li>
<li>Erik</li>
<li>Hardcover | 48 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-96430-115-4</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★★☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://kultcomics.net/dede/222-dede-band-5-mir-platzt-gleich-der-schaedel-.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kult Comics</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/10/dede-mir-platz-gleich-der-schaedel-trifft-es-ziemlich-gut/">DÉDÉ – MIR PLATZT GLEICH DER SCHÄDEL trifft es ziemlich gut</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>JUNIOR UND SENIOR &#8211; Pferde, Fäuste und sechs Mädchen</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/09/junior-und-senior-pferde-faeuste-und-sechs-maedchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Sep 2026 05:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Semi-Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Baptiste Hostache]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein schlaksiger Cowboy mit verschmitztem Grinsen steht neben einem bärtigen Schrank von einem Kerl, dessen Hände ungefähr die Größe handelsüblicher Bratpfannen haben. Da muss niemand Terence Hill oder Bud Spencer über die Seite schreiben. Robin Recht, der Szenarist dieses Albums, macht aus seiner Inspiration auch kein Geheimnis. Die Filme des italienischen Duos gehören zu seinen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein schlaksiger Cowboy mit verschmitztem Grinsen steht neben einem bärtigen Schrank von einem Kerl, dessen Hände ungefähr die Größe handelsüblicher Bratpfannen haben. Da muss niemand Terence Hill oder Bud Spencer über die Seite schreiben. Robin Recht, der Szenarist dieses Albums, macht aus seiner Inspiration auch kein Geheimnis. Die Filme des italienischen Duos gehören zu seinen &#8211; und meinen &#8211; Kindheitserinnerungen.</p>
<p><span id="more-4894"></span></p>
<p>Eine zweite Zutat kommt allerdings aus einer ganz anderen Ecke. In Hayao Miyazakis japanischem Anime <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0104652/?ref_=fn_t_1" target="_blank" rel="nofollow noopener">PORCO ROSSO</a> kidnappen Luftpiraten eine Gruppe Mädchen, stellen dann aber ziemlich schnell fest, dass sich die Kinder nicht besonders gut an die üblichen Regeln für unspektakuläre Entführungen halten. Studio Ghibli trifft Italo-Western-Kömodie. Gegensätzlicher geht es kaum noch.</p>
<p>Recht gefiel diese Idee und zusammen mit Jean-Baptiste Hostache baut er aus diesem Gemisch einen Comic, der irgendwo zwischen Prügelwestern, Kinderabenteuer und nostalgischer Komödie oszilliert. Und damit ist auch das Grundrezept von SIE NANNTEN SIE JUNIOR &amp; SENIOR schnell gepitched.</p>
<p>Interessanter ist für mich aber eigentlich die Frage, ob daraus mehr wird als ein ziemlich aufwendig inszeniertes Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Fanprojekt? Und die Antwort fällt mir nicht ganz leicht.</p>
<p>Warum? Der Comic macht eine Menge Spaß, sieht dabei gut aus und besitzt Herz. Nur verlässt er sich an einigen Stellen so sehr auf seine Vorbilder und auf die nächste Pointe, dass seine eigene Geschichte hier und da ein wenig zu kurz kommt &#8230; ein wenig.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4902" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-03.jpg" alt="Innenseite 03 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-03.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-03-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-03-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Zwei Halunken reiten aus dem Gefängnis</h3>
<p>Ach ja, die Geschichte. Sie spielt während des amerikanischen Sezessionskrieges, also etwa im gleichen Abschnitt wie <a title="WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt" href="https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/" target="_blank" rel="noopener">WYOMING, 1863</a>. Während andernorts Nord- und Südstaatler aufeinander schießen, beschäftigen sich die Herren Smith und Wesson (!) mit einer mindestens ebenso erbitterten Auseinandersetzung: Sie wollen an die politische Macht ihres Bezirks. Smith fürchtet, gegen seinen Konkurrenten Wesson keine Chance bei einer anstehenden Wahl zu haben. Also muss er etwas gegen seinen Rivalen in die Hand bekommen.</p>
<p>Glücklicherweise kennt Smith (wie jeder erfolgreiche Politiker) ein schmutziges Geheimnis seines Kontrahenten. Wesson hat eine uneheliche Tochter namens Karina, die in einem Mädcheninternat versteckt lebt. Wenn Smith dieses Kind in die Finger bekäme, besäße er ein wunderbares Druckmittel. Für die Entführung braucht Smith allerdings Mitstreiter, die robust genug sind, das Mädchen zu holen und gleichzeitig nicht zu viele Fragen stellen. Junior und Senior erfüllen beide Voraussetzungen, nur sitzen sie leider im Gefängnis.</p>
<p>Schon die Namen Smith und Wesson verraten, auf welchem &#8222;Gelände&#8220; wir humoristisch unterwegs sind. Robin Recht besitzt wahrlich keinen subtilen Humor. Er winkt mit dem Cowboyhut, einem Lasso oder allem, was sich dazu eignet, bis auch der letzte Leser den Witz erkannt hat. Aber kommen wir zu den Hauptpersonen.</p>
<p>Junior ist der schmale, schnelle Teil des Duos. Er redet gern, flirtet noch lieber und bekommt schon deshalb immer wieder Schwierigkeiten, weil irgendwo in seiner Umgebung eine Frau auftaucht. Senior dagegen ist ein menschlicher Rammbock. Er spricht wenig und erledigt Diskussionen notfalls mit seinen Händen. Das ist natürlich haargenau die Rollenverteilung, die ich aus zahllosen Filmen von Terence Hill und Bud Spencer kenne.</p>
<p>Smith holt die Brüder aus dem Knast. Als Gegenleistung sollen sie Karina entführen und später bei Mamita abliefern, einer Frau, die in der Vergangenheit der beiden eine wichtige Rolle gespielt hat. Außerdem winken 5000 Dollar für einen Neuanfang. Das klingt für die Beiden einfach, das klingt genug. Aber natürlich ist es das nicht.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4903" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-04.jpg" alt="Innenseite 04 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-04.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-04-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-04-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Sechs Gören und kein brauchbarer Fluchtplan</h3>
<p>Im Internat stoßen Junior und Senior auf ein klitzekleines Problem, das für zwei Entführer erstaunlich banal ist: Sie können Karina nicht eindeutig identifizieren! Also treffen sie eine fatale Entscheidung, die ungefähr so vernünftig ist wie eine Stange Dynamit an einem Lagerfeuer zu parken. Sie nehmen einfach alle Mädchen mit &#8211; alle sechs.</p>
<p>Ab diesem Punkt findet SIE NANNTEN SIE JUNIOR &amp; SENIOR zu seiner eigentlichen Form. Zwei Banditen, sechs selbstbewusste Kinder ziehen &#8211; beziehungsweise jagen &#8211; durch den Wilden Westen. Zu den Jägern gesellen sich die zunehmend wütende Gouvernante (Mlle Bismarck im Original deutschsprachig, Frau Antje bei uns, niederländisch parlierend), ein konföderiertes Kavallerieregiment, weitere Gesetzlose und allerlei Gestalten, die Gelegenheit bekommen, mit Junior oder Senior zusammenzustoßen.</p>
<p>Der hübsche Kniff liegt darin, dass die vermeintlichen sechs Opfer sehr schnell aufhören, sich wie Opfer zu benehmen (PORCO ROSO lässt grüßen). Die Mädchen sind keine verschreckten &#8222;Pakete&#8220;, die Junior und Senior nur von einem Ort zum anderen transportieren müssen. Sie stellen Fragen, mischen sich ein, verlangen Aufmerksamkeit und treiben ihre Entführer regelrecht an den Rand ihrer Möglichkeiten.</p>
<p>Auf intelligente Weise verschiebt Robin Recht damit das Kräfteverhältnis seiner Erzählung. Junior und Senior sind körperlich jeder Situation gewachsen. Gegen eine Bande bewaffneter Männer hilft Seniors Faust, aber gegen sechs Kinder hilft sie selbstverständlich nicht. Der große Kerl kann einen Saloon auseinandernehmen, aber ein kleines Mädchen auf dem Arm verändert sofort seine Körpersprache. Junior kann noch so lässig auftreten, sobald mehrere Kinder gleichzeitig etwas von ihm wollen, zerfällt die zur Schau gestellte Coolness. Gut, das ist vorhersehbar und trotzdem hat es Charme. Für mich funktioniert der Comic an dieser Stelle am besten, denn die berühmte Spencer-Hill-Mechanik bekommt hier eine neue Gegenkraft.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4904" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-05.jpg" alt="Innenseite 05 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-05.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-05-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-05-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Staubwolken und Kavallerie</h3>
<p>Robin Recht gibt dem Geschehen in der Folge kaum Gelegenheit zum Stillstand. Sobald sich die Gruppe aus einer Schwierigkeit befreit, taucht schon die nächste am Horizont auf. Pferde, Schießereien, Dynamit, Desperados, Frau Antje und das Militär sorgen dafür, dass der Comic ständig in Bewegung bleibt. Sogar ein Heißluftballon kommt zum Einsatz.</p>
<p>Diese Ballonfahrt gehört einerseits zu den interessantesten Momenten der Erzählung, weil der Comic dort kurz seine übliche Lautstärke herunter dreht. Von oben sehen Junior, Senior und die Mädchen eine andere Welt als jene, die ihre Abenteuerkomödie bisher bestimmt hat. Unter ihnen liegen Baumwollfelder mit versklavten Menschen. An anderer Stelle wird gekämpft. Plötzlich ist der Bürgerkrieg nicht mehr bloß eine dekorative Kulisse aus Uniformen und Kavalleristen.</p>
<p>Andererseits lässt mich diese Szene sehr zwiespältig zurück. Sie ist stark, weil Hostache die Perspektive nutzt, um dieses ausgelassene Abenteuer für einen Augenblick mit der tatsächlichen Brutalität seiner Zeit zu konfrontieren. Schade nur, dass dieser Gedanke nicht lange nachhallt. Kaum ist der Augenblick vorbei, setzt die Geschichte ihren Galopp wieder in eine andere Richtung fort. Die Sklaverei und der Krieg wurden sichtbar, aber nicht wirklich Bestandteil dieser Erzählung.</p>
<p>Ja, das ist grundsätzlich erlaubt. Schließlich soll dies alles hier kein historischer Sachcomic sein. Trotzdem öffnet Recht an dieser Stelle eine Tür, durch die er anschließend nicht hindurchgeht und die schöne Idee trägt nicht wirklich etwas zur eigentlichen Geschichte bei.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4905" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-06.jpg" alt="Innenseite 06 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-06.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-06-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-06-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Wenn Banditen plötzlich Familie werden</h3>
<p>Wichtiger wird etwas anderes. Je länger Junior und Senior mit den Mädchen unterwegs sind, desto weniger überzeugend lässt sich noch behaupten, sie würden lediglich einen Auftrag erledigen. Stattdessen kümmern sich die beiden.</p>
<p>Senior eignet sich dafür besonders gut, weil seine enorme Körperlichkeit ständig gegen seine zunehmende Fürsorge ausgespielt wird. Jean-Baptiste Hostache, der Zeichner, braucht dafür keinen Text. Wenn dieser Berg von einem Mann ein Kind trägt, entsteht der Witz bereits aus den Größenverhältnissen und die Emotion aus der dargestellten Zärtlichkeit.</p>
<p>Junior entwickelt sich ebenfalls, nur funktioniert seine Figur nicht ganz so gut. Der ewig flirtende Draufgänger ist als komischer Gegenpol brauchbar, bleibt im Wesentlichen aber näher an seinem Vorbild. Bei Senior entsteht nach und nach eine eigenständige Figur, bei Junior sehe ich häufiger noch Terence Hill durch die Panels spazieren.</p>
<p>Auch die sechs Mädchen leiden ein wenig unter ihrer Zahl. Als Gruppe sind sie hervorragend, erzeugen Chaos, Tempo und Wärme. Einzeln bleiben mehrere von ihnen dann aber doch erstaunlich blass. Gerade weil die Geschichte ihre Beziehung zu den beiden Banditen emotional auflädt, hätte ich gern zwei oder drei Kinder näher kennengelernt.</p>
<p>Robin Rechts Kernmotiv ist dabei überraschend schön, denn Familie entsteht bei ihm nicht nur aus Abstammung, sondern aus der Entscheidung, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Am Ende müssen Junior und Senior deshalb entscheiden, was für Banditen sie sein wollen. Ein krimineller Lebenslauf bedeutet noch lange nicht, dass jede Schweinerei erlaubt ist. Diese Grenze ist simpel gezogen, aber sie passt wunderbar zum Ton des ganzen Albums.</p>
<p>Die Geschichte endet entsprechend nicht mit einer Läuterung. Aus den beiden werden keine braven Bürger, zum Glück! Sie bleiben Halunken, nur eben Halunken mit Regeln.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4906" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-07.jpg" alt="Innenseite 07 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-07.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-07-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-07-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Am Lagerfeuer der alten Western</h3>
<p>Die große Stärke und zugleich das größte Problem des Albums ist seine Liebe zu anderen Geschichten. Überall stolpere ich über Wegweiser. Wie mehrfach erwähnt, sind Bud Spencer und Terence Hill nicht zu übersehen. Hinzu kommen LUCKY LUKE, ASTERIX, klassische Westernfiguren und das bereits erwähnte PORCO ROSSO. Selbst die Grundidee von zwei körperlich völlig unterschiedlichen Helden reicht viel weiter zurück und erinnert an Komikerduos wie Laurel und Hardy.</p>
<p>Recht und Hostache wollen genau diese populäre Abenteuertradition wiederbeleben. Das fühlt sich angenehm altmodisch an. SIE NANNTEN SIE JUNIOR &amp; SENIOR schämt sich weder für den Prügelhumor noch für sentimentale Augenblicke. Nach einer Schlägerei darf ein Kind jemandem einen Kuss geben, nach einem leisen Moment dürfen wieder Bohnen gegessen und schlechte Gerüche produziert werden. Ich mag diese Unbekümmertheit.</p>
<p>Sobald ein Comic so stark von gemeinsamem Popkultur-Wissen lebt wie dieser, besteht jedoch immer die Gefahr, dass Erinnerungen den Platz eigener Ideen einnimmt. Die sechs Mädchen verhindern, dass dies hier passiert. Sie sind der entscheidende Einfall, der aus einer bloßen Kopie eine schöne, eigenständige Variante macht.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4907" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-08.jpg" alt="Innenseite 08 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-08.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-08-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-08-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Revolverhelden bekommen ihren Platz</h3>
<p>Jean-Baptiste Hostache ist für diesen Stoff als Zeichner fast wichtiger als das Szenario. JUNIOR &amp; SENIOR müssen nur nebeneinanderstehen und die Rollen sind verteilt. Junior besteht aus langen Beinen, schmalem Oberkörper und einem Gesicht, das praktisch schon beim Stillstehen grinst. Senior ist Masse. Schultern, Bart, Hände, Bauch und schwere Kleidung ergeben einen Körper, der ein Panel praktisch besetzen kann.</p>
<p>Hostache zeichnet bewusst cartoonesk. Nasen dürfen groß sein, Kinnpartien übertrieben, Augenbrauen unter Hüten hervorragen. Trotzdem kippen die Figuren nicht in reine Cartoon-Skizzen. Hier hilft Hostaches beruflicher Hintergrund im Animationsbereich spürbar, denn Bewegungen werden sauber vorbereitet. Eine Figur steht nicht plötzlich irgendwo, sondern läuft, stolpert, springt oder fliegt dorthin. Besonders in den Prügeleien entsteht daraus eine beinahe filmische Abfolge.</p>
<p>Das Seitenlayout bleibt dabei beweglich. Große Querpanels schaffen Raum für Landschaften oder neue Schauplätze. Kleinere Bilder beschleunigen Dialog und Aktion. Sobald mehrere Kinder, Verfolger und Sprechblasen zusammenkommen, werden einige Seiten allerdings sehr voll. Dann interessiert sich die Inszenierung stärker für das nächste komische Ereignis als für eine ganz saubere räumliche Orientierung. Das passt zum Chaos. Trotzdem musste ich gelegentlich einen Augenblick länger schauen, wer sich gerade wo befindet.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4908" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-09.jpg" alt="Innenseite 09 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-09.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-09-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-09-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Unter einem staubigen Himmel</h3>
<p>Noch stärker als die Zeichnung hat mich die Kolorierung überrascht &#8211; und das meine ich positiv. Hostache hätte diesen Comic problemlos mit knalligem Cartoonlicht ausstatten können. Stattdessen liegen häufig gedämpfte Gelb-, Braun-, Rosa- und Blautöne über den Seiten.</p>
<p>Dazu kommt eine flache, leicht körnige Oberfläche. Das gibt den Bildern etwas angenehm Gebrauchtes. Fast so, als hätte dieser neue Comic einige Jahrzehnte irgendwo in einer Kiste mit alten Westernheftchen gelegen. Und gerade dadurch gewinnen die gefühlvolleren Szenen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4909" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-10.jpg" alt="Innenseite 10 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-10.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-10-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-10-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Zwei Cowboys hinter den Kulissen</h3>
<p>Robin Recht, Jahrgang 1974, kommt ursprünglich stärker vom Zeichnen als vom Schreiben. Nach seiner Ausbildung in Paris arbeitete er unter anderem an <a href="https://www.splitter-verlag.de/der-glockner-von-notre-dame-bd-1-der-tag-der-narren.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME &#8211; DER TAG DER NARREN</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/elric-gesamtausgabe.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ELRIC</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/conan-der-cimmerier-bd-4.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">CONAN DER CIMMERIER</a>. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam später seine <a href="https://www.splitter-verlag.de/thorgal-saga-adieu-aaricia.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">THORGAL-SAGA ADIEU AARICIA</a>, bei der er Szenario und Zeichnungen übernahm. Dass Recht Kino ebenso stark mitdenkt wie Comics, überrascht bei SIE NANNTEN SIE JUNIOR &amp; SENIOR kaum. Die Geschichte lebt von filmischen Typen, Timing und Bewegungsabläufen. Mit Hostache verbindet ihn zudem eine langjährige Freundschaft.</p>
<p>Jean-Baptiste Hostache wurde 1981 in Rouen geboren und arbeitete zunächst im Animationsbereich als Dekorateur sowie später als Concept Artist und Production Designer. 2008 erschien <a href="https://www.splitter-verlag.de/clockwerx-bd-1-genesis.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">CLOCKWERX</a>. Danach folgten Arbeiten wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/assassin-s-creed-conspirations.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ASSASIN&#8217;S CREED CONSPIRATIONS &#8211; DIE GLOCKE</a> oder <a href="https://panelwalker.de/2025/10/es-war-einmal-in-amerika-ist-literaturgeschichte-in-bildern/" target="_blank" rel="noopener">ES WAR EINMAL AMERIKA</a>. Er unterrichtete außerdem Concept Art und Storyboarding. Seine Erfahrungen mit Bewegung, Raum und Bildfolge passen erstaunlich gut zu einer Geschichte, die praktisch nie stillsteht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4910" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-11.jpg" alt="Innenseite 11 von JUNIOR AND SENIOR" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-11.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-11-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Innenseite-11-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>SIE NANNTEN SIE JUNIOR &amp; SENIOR ist ein Comic, bei dem ich ziemlich genau weiß, warum ich während der Lektüre grinse und zugleich gelegentlich die Augen verdrehe. Robin Recht und Jean-Baptiste Hostache lieben ihre Vorbilder so sehr, dass sie ihnen manchmal etwas zu dicht auf die Pelle rücken. Manche Pointen sind sehr einfach und die ernsteren Hinweise auf Bürgerkrieg und Sklaverei verschwinden schneller, als mir lieb ist. Besonders Junior braucht künftig mehr Eigenleben, damit aus einer offensichtlichen Terence-Hill-Variation wirklich Junior wird.</p>
<p>Trotzdem funktioniert das Album. Vor allem deshalb, weil unter all den Prügeleien etwas erstaunlich Warmes steckt. Zwei Kerle, die praktisch jedes Problem mit einer Faust lösen könnten, bekommen es ausgerechnet mit sechs Mädchen zu tun und entdecken dabei Verantwortung. Hostaches lebendige Zeichnungen und seine wunderbar staubige Farbgebung erledigen den Rest.</p>
<p>Wer mit Bud Spencer und Terence Hill nichts anfangen kann, wird vermutlich auch aus diesem Comic wenig mitnehmen. Wer dagegen Westernkomödien, klassische frankobelgische Abenteuer und sympathische Grobiane mag, bekommt einen ausgesprochen unterhaltsamen Serienauftakt.</p>
<p>Die Reihe ist auf Fortsetzung angelegt. Recht und Hostache haben bestätigt, dass mindestens ein weiteres Abenteuer geplant ist. Beim zweiten Band dürfen die beiden dann gern etwas weiter von ihren großen Vorbildern wegreiten&#8230; Yiipijajeh!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4901" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Cover-290x400.jpg" alt="Cover von JUNIOR AND SENIOR" width="290" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Cover-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Cover-600x829.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/09/JUNIOR_SENIOR_Cover.jpg 724w" sizes="auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul id="infobox">
<li>SIE NANNTEN SIE JUNIOR &amp; SENIOR 01</li>
<li>Robin Recht und Jean-Baptiste Hostache</li>
<li>Hardcover | 104 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-69258-011-1</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★★☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/junior-und-senior-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/09/junior-und-senior-pferde-faeuste-und-sechs-maedchen/">JUNIOR UND SENIOR – Pferde, Fäuste und sechs Mädchen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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