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	<title>One-Shot - P A N E L W A L K E R</title>
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	<description>Ein Comic Blog</description>
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	<title>One-Shot - P A N E L W A L K E R</title>
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		<title>HIMMELBLAU &#8211; Wenn Gesundung nicht geradeaus läuft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 05:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Indie]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Jaja Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Pandora Magri]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Comics, die schon mit ihren ersten Panels klar machen, dass sie nicht beeindrucken wollen, sondern berühren. HIMMELBLAU gehört für mich in diese Kategorie. Das Format ist schmal, die Bildsprache wirkt auf den ersten Blick weich und freundlich, beinahe zart. Und doch steckt in diesem Buch ein Stoff, der sich Dir schwer auf die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Comics, die schon mit ihren ersten Panels klar machen, dass sie nicht beeindrucken wollen, sondern berühren. HIMMELBLAU gehört für mich in diese Kategorie. Das Format ist schmal, die Bildsprache wirkt auf den ersten Blick weich und freundlich, beinahe zart. Und doch steckt in diesem Buch ein Stoff, der sich Dir schwer auf die Brust legen kann.</p>
<p>Pandora Magri erzählt mit diesem Werk keine spektakuläre Flucht aus einer Gewaltsituation. Sie erzählt das &#8222;Danach&#8220;. Und genau darin liegt der Reiz ihres Debüts.<span id="more-3552"></span></p>
<p>Mich hat sofort angesprochen, dass hier nicht das reißerische Schockbild gesucht wird. Das kennen wir links-wie-rechts zur Genüge und die Latte für den weiteren Kick liegt inzwischen sehr, sehr hoch. Stattdessen rückt der Comic den mühsamen Alltag nach der Gewaltsituation in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Jene Phase also, in der äußerlich vielleicht schon alles vorbei zu sein scheint, innerlich aber noch gar nichts vorbei ist.</p>
<p>Diese Entscheidung ist &#8211; nun ja, &#8222;erfrischend&#8220; wäre vielleicht das falsche Wort, aber zumindest &#8222;anders&#8220;. Gerade weil HIMMELBLAU nicht auf Sensation setzt, zieht das Buch seine Stärke aus den kleinen Momenten, aus Unsicherheiten, Rückfällen, Selbstzweifeln und den kleinen Schritten zurück ins eigene Leben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3560" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-05.jpg" alt="Innenseite 05 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-05.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-05-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-05-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-05-600x846.jpg 600w" sizes="(max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Aus einer Abschlussarbeit wird ein Buch</h3>
<p>Der Hintergrund dieses Comics ist dabei fast so bemerkenswert wie sein Thema. Pandora Magri, Jahrgang 1999, hat Objekt- und Raumdesign in Münster und Dortmund studiert. Sie entwickelt HIMMELBLAU als autofiktionale Masterarbeit an der Münster School of Design. Die Hochschule beschreibt diesen Comic ausdrücklich als Arbeit über den Heilungsprozess nach häuslicher Gewalt.</p>
<p>Ein Jahr später wurde daraus nicht nur ein Verlagsbuch beim Berliner Jaja Verlag, sondern vielmehr auch die &#8211; <a href="https://www.fh-muenster.de/de/ueber-uns/newsroom/news/msd/himmelblau-erscheint-im-jaja-verlag" target="_blank" rel="nofollow noopener">als beste des Semesters</a>  &#8211; ausgezeichnete Arbeit im Abschlussjahrgang der Fachhochschule Münster. Dazu kam 2026 die <a href="https://www.leibinger-stiftung.de/preise-und-ausschreibungen/cbp/2026-preistrager-und-finalisten" target="_blank" rel="nofollow noopener">Platzierung unter den Finalisten beim Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung</a>. Chapeau, für ein Debütwerk ist das ein ziemlich starkes Signal!</p>
<p>Ihre Perspektive ist keine bloße Erfindung aus sicherer Distanz. Sie kommt offensichtlich aus einer im Verborgenen erlebten Erfahrung heraus, die das visuell-erzählerische Comic-Format als narratives Werkzeug bewusst gewählt hat. Das Bundeskriminalamt (BKA) erfasste für 2024 in Deutschland 265.942 Opfer häuslicher Gewalt. Das Bundesfamilienministerium und das BKA betonen außerdem, dass das Dunkelfeld hoch bleibt. HIMMELBLAU vermittelt folglich eine Realität, die wir in unserem Alltag kaum oder gar nicht sehen.</p>
<p>Dass der Verlag pro verkauftem Exemplar einen Euro an den Frauen-Notruf Münster geben will, macht aus dem Comic auch ein Hilfsprojekt, zeigt aber in erster Linie, dass er seinen Stoff nicht nur narrativ nutzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3561" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-08.jpg" alt="Innenseite 08 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-08.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-08-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-08-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-08-600x846.jpg 600w" sizes="(max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Poppy lebt weiter, aber nichts ist einfach wieder normal</h3>
<p>Im Zentrum der Geschichte steht die 25-jährige Poppy. Sechs Monate nach dem Ende einer langjährigen Gewaltsituation versucht sie, in einem neuen Leben Fuß zu fassen. Das klingt in der Kurzbeschreibung beinahe (zu) schlicht. Gerade diese Schlichtheit ist aber der Punkt.</p>
<p>Poppy geht auf keine Heldenreise, muss nicht erst ein großes Abenteuer bestehen. Vielmehr muss sie ihren Alltag aushalten. Sie muss lernen, dass Freiheit nicht automatisch Leichtigkeit bedeutet. Zwischen Selbstfürsorge und Panikattacken bewegt sie sich durch Tage, die für andere gewöhnlich wären, für sie aber ständige Herausforderungen sind. Das ist eine starke Ausgangslage, weil es keine künstliche Dramatik braucht. Die Dramatik ist längst da, sitzt in Routinen, in Erinnerungen, im eigenen Körper.</p>
<p>Mir gefällt an dieser Prämisse, dass der Comic nicht fragt, ob Poppy „es schafft“, sondern wie Heilung überhaupt aussehen kann, wenn Angst, Wut und Scham sich schon in den Alltag eingenistet haben. Diese Gefühle verschwinden nicht mit einem &#8211; mehr oder weniger bewussten &#8211; Schnitt. Sie bleiben als Mitbewohner zurück! Genau das nimmt HIMMELBLAU ernst.</p>
<p>Der Band beschreibt Poppy&#8217;s Weg dabei nicht als linearen Aus- und Aufstieg, sondern als Wellenbewegung. Mal reitet sie diese Wellen, mal brechen sie über ihr zusammen. Schon dieser Rhythmus wirkt erlebt und daher glaubwürdig. Er widerspricht dem falschen Trost, dass nach dem Verlassen einer Gewaltsituation automatisch Erleichterung einsetzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3562" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-11.jpg" alt="Innenseite 11 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-11.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-11-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-11-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-11-600x846.jpg 600w" sizes="(max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Kleine Auslöser, große Nachbeben</h3>
<p>Die zweite wichtige Bewegung der Handlung entsteht aus den kleinen Reibungen der Tage. Poppy bekommt Hilfe von Freundinnen und Freunden, ein Lieblingslied begleitet sie. Sie tastet sich Stück für Stück zurück ins Leben. Gleichzeitig brechen die alten Schrecken immer wieder über sie herein.</p>
<p>Auf den zugänglich gestalteten Seiten sieht das nicht nach pathetischem Rückblenden-Kino aus, sondern nach abrupten Einbrüchen in normale Situationen. Ein Blick hier, ein Geräusch dort, eine Erinnerung und plötzlich kippt die Szene. Genau diese Art von Nachbeben passt zu einem Comic, der posttraumatische Erfahrung nicht erklären, sondern spürbar machen will.</p>
<p>Was ich daran überzeugend und gut finde, ist die Weigerung, Heilung als sauber abschließbaren Prozess zu verkaufen. Poppy begreift am Ende genau das, nämlich dass Heilung nie ganz abgeschlossen ist und Rücksicht auf sich selbst gelernt werden muss. Ein Zurück zum Vorher gibt es nicht.</p>
<p>In Wahrheit steckt darin jedoch eine ziemlich harte Einsicht: wer nur auf das Ende der Gefahr schaut, begreift oft nicht, wie lang das &#8222;Danach&#8220; dauert. Genau hier hat der Band seine eigentliche Stärke. Er macht aus dem Überleben keinen Sieg auf Knopfdruck, sondern einen langsamen, manchmal widersprüchlichen Vorgang.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3563" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-22.jpg" alt="Innenseite 22 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-22.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-22-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-22-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-22-600x846.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Ein Einzelband, der sich bewusst gegen das Spektakel stellt</h3>
<p>Als Einzeltitel steht HIMMELBLAU für sich. Es gibt keinen Serienballast, keine Vorgängerkenntnisse, kein Worldbuilding. Alles bleibt auf Poppy und ihre inneren Veränderungen konzentriert. In der deutschsprachigen Comiclandschaft liegt hier auch eine eigene Qualität. Das Buch kommt nicht aus der amerikanischen Superhelden-Maschinerie und nicht aus historischer Stoffhudelei. Es kommt aus dem Segment des persönlichen, gesellschaftlich wachen Indie-Comics und verbindet autobiografische Erzählung mit einer visuellen, nahbaren Form.</p>
<p>Genau deshalb wirkt die Entscheidung gegen die direkte Darstellung von Gewaltszenen so stark. Der Comic scheint zu sagen, dass nicht nur die Gewalt hinter verschlossenen Türen unsichtbar ist, sondern auch die Zeit danach. Das ist erzählerisch interessant und neu. Es verschiebt den Blick von der Tat und den Tätern auf die Folgen. Es nimmt der Gewalt die falsche, voyeuristische Aura des dramatischen Ereignisses und zeigt stattdessen, wie sie sich in Wahrnehmung, Selbstbild und Alltag eingräbt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3564" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-24.jpg" alt="Innenseite 24 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-24.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-24-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-24-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-24-600x846.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Sanfte Linien, harte Zustände</h3>
<p>Zeichnerisch spricht mich an HIMMELBLAU vor allem der Kontrast an. Die Figuren wirken weich, reduziert und ein wenig tierhaft stilisiert ohne wirklich anthropomorph zu sein. Gesichter und Körper sind nicht naturalistisch ausgestaltet. Gerade dadurch entsteht eine Art Offenheit gepaart mit einer gewissen Beliebigkeit, die es mir erleichtert, mich zu identifizieren.</p>
<p>Die Figuren werden lesbar, ohne sich in Realismus möglicherweise abzuschwächen. Dazu kommen klare Panel-Raster und eine ruhige Seitenordnung. Nichts schreit nach künstlerischer Selbstdarstellung, alles ist auf Lesbarkeit, Stimmung und emotionale Führung hin ausgerichtet.</p>
<p>Besonders gelungen finde ich das Cover-Motiv. Oben steht die Figur unter einem Schirm in kühlem Blau. Unten kippt die Spiegelung in eine pinke Fläche. Schon dieses Bild erzählt von der Spaltung, dem Nachhall und einem Selbst, das sich nicht einfach &#8230; deckt.</p>
<p>Auch die Innenseiten, soweit sichtbar, arbeiten mit simplen Räumen und klaren Bewegungen. Türen, Flure, Straßen, Innenräume sind keine imposanten Schauplätze. Genau deshalb passen sie. Die Bühne des Comics ist der Alltag, das Gewöhnliche und in diesem Alltag werden Mimik, Körperhaltung und kleine Unterbrechungen wichtig.</p>
<p>Ab und zu läuft dieser vereinfachte Stil allerdings Gefahr, die Härte des Themas zu glätten. Ich glaube trotzdem, dass Magri diesen Balanceakt meist bewusst gesucht hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3565" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-25.jpg" alt="Innenseite 25 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-25.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-25-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-25-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-25-600x846.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Wenn Blau trägt und Pink irritiert</h3>
<p>Die Farbe ist in diesem Werk kein Zusatz, sondern ein zentrales Erzählmittel. Es herrscht eine Spannung zwischen Hellblau und Pink. Hellblau dominiert den Alltag, die Oberfläche, vielleicht auch so etwas wie den Wunsch nach Ruhe. Pink bricht hinein wie ein Störfaktor, mal aggressiv, mal wie eine Erinnerung, die sich über das Bild legt. Diese Zweifarbigkeit hat etwas sehr Direktes und bestimmt den Rhythmus des Buches mit. Hellblau lässt Luft zum Atmen, Pink nimmt sie.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3567" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-31.jpg" alt="Innenseite 31 von HIMMELBLAU" width="709" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-31.jpg 709w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-31-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-31-106x150.jpg 106w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Innenseite-31-600x846.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Gerade weil das Farbsystem so klar ist, dürfte der Comic auch für Leserinnen und Leser funktionieren, die sich sonst selten an autobiografische Graphic Novels wagen. Ich sehe darin eine Stärke.</p>
<p>Mir ist das stellenweise fast einen Tick zu sauber, zu flach koloriert. Aber ich verstehe gut, warum Magri diese Art der Sichtbarkeit will. Bei einem Buch über Nachwirkungen von Gewalt ist Klarheit kein Mangel, sondern vielleicht auch eine Form von Wiedererlangung von Struktur und Selbstwertgefühl. (Und natürlich hat der Student für seine Magisterarbeit auch nicht ewig Zeit, sein Werk mit Schraffuren und Schatten plastisch zu entwickeln.)</p>
<p>Ich halte HIMMELBLAU für ein Buch, das sehr genau weiß, worauf es schaut. Nicht auf den lauten Schock, nicht auf das spektakuläre Elend. Sondern auf den müden, tapferen, oft unsichtbaren Alltag nach der Gewalt. Genau daraus zieht Pandora Magri ihre stärksten Seiten. Die klare Form, die lesbare Zeichnung und die entschiedene Farbdramaturgie machen das Thema nicht einfacher. Sie machen es für mich fassbar, verstehbar. Die emotionale Lesart bleibt jederzeit zugänglich.</p>
<p>Insgesamt wirkt dieses Debüt auf mich aber klug, warmherzig und konzentriert. Eine klare Empfehlung für alle, die neben dem üblichen Comic-Einerlei etwas Besonderes lesen möchten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3559" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Cover-300x431.jpg" alt="Cover von HIMMELBLAU" width="300" height="431" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Cover-300x431.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Cover-104x150.jpg 104w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Cover-600x862.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/HIMMELBLAU_Cover.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul id="infobox">
<li>HIMMELBLAU</li>
<li>Pandora Magri</li>
<li>Klappenbrochure | 88 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-948904-79-1</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★☆☆☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.jajaverlag.com/himmelblau/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Jaja Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/himmelblau-wenn-gesundung-nicht-geradeaus-laeuft/">HIMMELBLAU – Wenn Gesundung nicht geradeaus läuft</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>MEGAMIND &#8211; Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 05:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Movie]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
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		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Schoolcraft]]></category>
		<category><![CDATA[Brent Simons]]></category>
		<category><![CDATA[Dreamworks]]></category>
		<category><![CDATA[Tom McGrath]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010. Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010.</p>
<p>Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt strahlender Held, eine schlagfertige Reporterin und eine Stadt, die täglich gerettet werden will. Alles wie gehabt. Nach wenigen Minuten kippt der Film aber in etwas Überraschendes. Ich sehe keinen bloßen Klamauk, sondern eine Geschichte über Rollen, Gewohnheiten und die seltsame Leere nach dem großen Sieg.</p>
<p>Regisseur Tom McGrath und die Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons stellen die Welt des Superheldenfilms lustvoll auf den Kopf und holen aus dem Witz eine erstaunlich warme Figur heraus.<span id="more-3683"></span></p>
<h3>Blaue Birne, goldenes Idol und eine genervte Reporterin</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3684 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png" alt="Beispielbild 4 von MEGAMIND" width="300" height="303" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-113x114.png 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-600x607.png 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND.png 712w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Im Zentrum stehen vier Figuren, die sofort sitzen. MEGAMIND ist der ewige Verlierer mit übergroßem Ego und noch größerem Bedürfnis, überhaupt gesehen zu werden.</p>
<p>Metro Man ist der perfekte Held, blütenweiß, gefeiert, fast schon als Popstar inszeniert. Dazu später mehr.</p>
<p>Roxanne Ritchi, eine Reporterin, ist wahrlich keine Deko neben der Action, sondern der wache Blick des Films. Sie ist schnell, genervt, mutig und hat für die immer gleichen Entführungen längst keine ehrfürchtige Geduld mehr.</p>
<p>Dazu kommt Minion, dieser herrlich absurde Fisch im Roboterkörper, der trotz seiner Rolle als Sidekick oft die klarste Sicht auf die Lage hat.</p>
<p>Und schon der Prolog macht deutlich, warum diese Konstellation trägt. Zwei Babys verlassen ihre sterbenden Welten (Superman lässt grüßen!), landen auf der Erde und wachsen unter völlig verschiedenen Bedingungen auf. Der eine wird gefeiert, der andere aussortiert.</p>
<p>Aus diesem schiefen Start entwickelt der Film dann seine alte, immer noch wirksame Frage: Wer wird zum Helden gemacht und wer zum Bösewicht erklärt? Ich mag es, wie flott das erzählt wird. Nichts wirkt schwer. Selbst die Herkunftsgeschichte hat Tempo, Witz und eine leicht traurige Kante.</p>
<h3>Gefangen in der Rolle</h3>
<p>Noch schöner finde ich, wie selbstverständlich der Film dann in seinen Alltag springt. MEGAMIND entführt Roxanne. Metro Man rettet sie. Die Stadt jubelt. MEGAMIND verliert. MEGAMIND baut eine Maschine. Metro Man zerstört sie. MEGAMIND verliert. Wieder und wieder.</p>
<p>Diese Schleife ist die Weltordnung von Metro City. Genau darin steckt schon der beste Einfall des Films. Nicht der Kampf zwischen Gut und Böse ist interessant, sondern seine Routine.Fühle ich mich dabei an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Road_Runner_und_Wile_E._Coyote" target="_blank" rel="nofollow noopener">Road Runner und Wile E. Coyote</a> erinnert? Natürlich. Ich spüre beim Schauen schnell, dass beide Figuren in einem Theaterstück festsitzen, das sie seit Jahren aufführen. Der Film macht daraus einen Running Gag, aber auch eine tragende Idee.</p>
<p>Als MEGAMIND seinen &#8222;Erzfeind&#8220; Metro Man endlich ausschaltet, müsste sein Triumph vollkommen sein. Stattdessen hängt plötzlich alles in der Luft. Der Superschurke bekommt, was er immer wollte und merkt sofort, dass er ohne Gegenspieler gar nicht weiß, wer er noch sein soll.</p>
<p>Diese Wendung funktioniert für mich bis heute. Sie ist witzig, traurig und erstaunlich erwachsen, ohne je die Leichtigkeit zu verlieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: center;"><span class="embed-privacy-url"><a href="https://www.youtube.com/embed/ck3aTtd6q18?si=f8ugnUOwVI496izn">Eingebetteten Inhalt von YouTube öffnen</a></span></div>
<h3>Der Sieg schmeckt überraschend schal</h3>
<p>Von hier an wird der Film erst richtig gut. MEGAMIND erzählt nun keinen simplen Macht- sondern einen Identitätswechsel.</p>
<p>Der große Sieger sitzt in seinem Versteck &#8211; und langweilt sich! Er verwüstet die Stadt, spielt mit seinen Gadgets, zelebriert sich selbst, aber nichts füllt die innere Leere. Ich mag an diesen Szenen besonders, dass der Film seinen (Anti-)Helden wider Willen nicht weichzeichnet. MEGAMIND bleibt eitel, pathetisch und theatralisch. Gerade deshalb fühlt sich seine Orientierungslosigkeit ehrlich an.</p>
<p>Aus dieser Leere heraus entsteht dann die nächste, wunderbar dumme und zugleich aber folgerichtige Idee. Wenn kein Held mehr da ist, dann baut man sich eben einen neuen. Heureka!</p>
<p>An diesem Punkt bringt der Film Hal Stewart ins Spiel, Roxanne&#8217;s schmierigen Kameramann mit Minderwertigkeitskomplex, Fantasien eigener Größe und ohne jeglichen moralischen Kompass. Aus dem geplanten Titan wird durch ein kleines Sprachmissverständnis Tighten und in dieser falschen Schreibweise steckt schon die ganze Figur.</p>
<p>Statt sich einzuengen, zu straffen, anzuziehen (was dem englischen &#8222;to tighten&#8220; entsprechen würde) will er sich aufblasen und entwickelt dabei eine unangenehme Mischung aus Bedürftigkeit und Selbstüberschätzung. Ich finde das stark, weil der Film hier schlagartig die Temperatur ändert.</p>
<p>Aus dem neckischen Witz über Superhelden wird plötzlich eine Geschichte über gekränkte Männlichkeit, über Machtfantasien und darüber, wie schnell ein Loser gefährlich wird, sobald er echte Macht in die Hand bekommt. Das bleibt familienfreundlich erzählt, aber die Schärfe ist da. Nur &#8211; an was bzw. wen erinnert mich das gerade? Ja, richtig <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/taco-man-trump-100.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TACO-Man</a>!</p>
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<figure id="attachment_3685" aria-describedby="caption-attachment-3685" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3685 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg" alt="Beispielbild 3 von MEGAMIND" width="900" height="600" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-113x75.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-768x512.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3685" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure>
<h3>Zwischen Verkleidung, Verliebtheit und Absturz</h3>
<p>Parallel dazu lässt der Film MEGAMIND unter einer Tarnidentität in Roxanne&#8217;s Nähe schlüpfen. Auch das könnte leicht schiefgehen. Tut es aber nicht, weil Roxanne nicht zur Trophäe verkommt und weil MEGAMIND&#8217;s Täuschung nie als romantisch sauber verkauft wird.</p>
<p>Ich habe diese Passagen immer als heiklen Teil des Films empfunden. Tom McGrath und das Drehbuch balancieren sie jedoch ordentlich aus. Die Annäherung hat Charme, weil MEGAMIND dort zum ersten Mal ohne Pose agiert. Er hört zu, improvisiert und stolpert aus seiner Rolle. Gleichzeitig bleibt klar, dass auf dieser Beziehung ein Betrug liegt, der nicht einfach weg zu lächeln ist.</p>
<p>Dramaturgisch zieht der Film hier sauber an. Tighten wird zur echten Bedrohung, MEGAMIND verliert seine bequeme Ironie und Roxanne erkennt, dass hinter seinen Spielereien mehr als bisher vermutet steckt &#8211; aber auch reichlich Selbsttäuschung. Aus dieser Bewegung wächst das eigentliche Thema des Films: Nicht die Herkunft entscheidet, sondern die Wahl, die jemand trifft, wenn eine alte Rolle nicht mehr passt.</p>
<p>Ich finde es sehr angenehm, dass der Film diese Idee nicht mit pädagogischem Zeigefinger verkauft. Er kleidet sie in Action, Slapstick, peinliche Flirts und großes Superheldenkino. Genau deshalb kommt sie bei mir an. Der Humor trägt die Geschichte, statt sie klein zu halten. Wenn Minion trocken kommentiert, wenn MEGAMIND wieder einen Auftritt zu groß plant oder wenn Tighten seine neue Macht mit pubertärer Wucht missbraucht, dann lacht der Film &#8211; aber nie über seine Figuren.</p>
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<figure id="attachment_3686" aria-describedby="caption-attachment-3686" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3686 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg" alt="Beispielbild 2 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3686" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure>
<h3>Popshow mit Herz</h3>
<p>Gerade darin liegt die Stärke von MEGAMIND. Der Film versteht Superhelden nicht als heilige Ikonen, sondern als öffentliche Rollen mit Kostüm, Gestus und Show-Wert. McGrath hat diese Gegensätze selbst <a href="https://www.denofgeek.com/movies/tom-mcgrath-interview-on-megamind-animation-3d-brad-pitts-singing-and-superheroes/" target="_blank" rel="nofollow noopener">sehr plastisch beschrieben</a>, indem er den Bösewicht und den Helden eher wie Bühnenfiguren dachte, grob in Richtung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Cooper" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alice Cooper</a> auf der einen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley" target="_blank" rel="nofollow noopener">Elvis Presley</a> auf der anderen Seite. Das spürt ich in beinah jeder Szene. Metro Man ist glänzende Performance mit &#8222;Hüftschwung&#8220;, MEGAMIND ist dunkle Pose in Latex-Leder mit Spitze und Nebelmaschine im Kopf. Diese überzeichnete &#8222;Showhaftigkeit&#8220; macht den Film präzise. Sie passt zu einer Welt, in der Gut und Böse längst Teil eines öffentlichen Spektakels geworden sind.</p>
<p>Dazu kommt ein hübscher Blick hinter die Entstehung. Schoolcraft und Simons hatten den Stoff ursprünglich als Live Action Projekt mit dem Arbeitstitel MASTERMIND entwickelt, bevor daraus Jahre später der Animationsfilm wurde. Vielleicht erklärt genau das, warum die Figuren hier trotz ihrer cartoonesken Art oft als echte Comedy-Rollen funktionieren.</p>
<h3>Tempo, Licht und wüste Einfälle</h3>
<p>Visuell hat der Film ebenfalls mehr zu bieten, als ich ihm beim ersten Sehen des Trailers zugetraut hätte. Die Designs arbeiten mit klaren Gegensätzen. MEGAMIND&#8217;s Welt lebt von kaltem Blau, metallischen Oberflächen und einem Hang zur großen Show. Metro Man bringt Gold, Glanz und saubere Flächen mit. Wenn Tighten später die Ordnung von Metro City zerreißt, kippt auch die Farbdramaturgie spürbar ins Unruhige. Besonders die Nachtszenen haben Gewicht.</p>
<p>Für die Sequenz, in der Roxanne in der nächtlichen Stadt in Gefahr gerät, legte das Dreamworks Team großen Wert auf glaubwürdige Stadtbeleuchtung, weiche Straßenlichter und ein spürbar echtes Nachtgefühl. Metro City wirkt dort nicht wie eine generische digitale Kulisse, sondern wie ein Raum mit Tiefe, Lichtinseln und echtem Risiko.</p>
<p>Der Schnitt hält dazu ein gutes Tempo. Der Film rennt selten bloß von Gag zu Gag. Er nimmt sich die nötigen Sekunden, damit Blick, Pause und peinliche Stille überhaupt komisch werden können.</p>
<p>Kleine Schwächen gibt es trotzdem. Im letzten Drittel wird der Film konventioneller, als ich es mir wünsche. Er biegt dann doch stärker in vertraute Bahnen des Familien Blockbusters à la <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0317705/?ref_=nv_sr_srsg_7_tt_8_nm_0_in_0_q_the%20in" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE UNGLAUBLICHEN</a> ein. Ganz los wird MEGAMIND seine Studiomechanik also doch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_3687" aria-describedby="caption-attachment-3687" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3687 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg" alt="Beispielbild 1 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3687" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure>
<h3>Fazit</h3>
<p>Am Ende bleibt für mich ein Animationsfilm, der sehr genau weiß, wie albern sein Konzept ist und mich gerade deshalb emotional trifft. Ich bekomme Witz, Tempo, starke Designs und eine Hauptfigur, die als Witzfigur beginnt und dann langsam zum Menschen wird, auch wenn sie blau ist und einen riesigen Schädel hat.</p>
<p>Das ist keine Revolution des Genres. Dafür ist der Schluss etwas zu ordentlich. Aber ich nehme aus dem Film etwas mit, das bei vielen lauteren Superheldenspektakeln fehlt: Zuneigung!</p>
<p>MEGAMIND macht sich nie klein, aber er macht seine Charaktere auch nicht zu Witzfiguren ohne Innenleben. Genau deshalb schaue ich ihn gern immer wieder. Und deshalb hat dieser Film in der großen Reihe animierter Superheldenspielereien bis heute einen ziemlich besonderen Platz.</p>
<p>Meine Empfehlung: Anschauen!</p>
<p>P.S. Die Anregung für diesen Post habe ich bei <a href="https://tillmanncourth.de/trickfilmtipp-megamind/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tillmann Courth</a> gefunden. Ich hatte den Film lange nicht mehr auf dem Schirm. Danke dafür!</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3688" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg" alt="Filmposter von MEGAMIND" width="300" height="443" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-102x150.jpg 102w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-600x887.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609.jpg 609w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>MEGAMIND</li>
<li>Regisseur Tom McGrath</li>
<li>Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.dreamworks.com/about" target="_blank" rel="nofollow noopener">Dreamworks</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/">MEGAMIND – Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>ASSORTED CRISIS EVENTS &#8211; Alltag im Zeitsalat</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/assorted-crisis-events-alltag-im-zeitsalat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 05:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Anthologie]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[US Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreise]]></category>
		<category><![CDATA[Deniz Camp]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Zawadzki]]></category>
		<category><![CDATA[Hassan Otsmane Elhaou]]></category>
		<category><![CDATA[Image Comics Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Jordie Bellaire]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man kann Science Fiction auf zwei Arten lesen: entweder als Flucht aus dem Alltag oder als Lupe, die genau diesen Alltag schärfer macht. ASSORTED CRISIS EVENTS entscheidet sich sehr eindeutig für diese zweite Variante. Dieser erste Sammelband vereint die ersten fünf US Hefte der Reihe, die mich sehr an die &#8211; mehr oder weniger &#8211; [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/assorted-crisis-events-alltag-im-zeitsalat/">ASSORTED CRISIS EVENTS – Alltag im Zeitsalat</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann Science Fiction auf zwei Arten lesen: entweder als Flucht aus dem Alltag oder als Lupe, die genau diesen Alltag schärfer macht. ASSORTED CRISIS EVENTS entscheidet sich sehr eindeutig für diese zweite Variante.</p>
<p>Dieser erste Sammelband vereint die ersten fünf US Hefte der Reihe, die mich sehr an die &#8211; mehr oder weniger &#8211; erfolgreichen TV-Serien <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt2085059/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_black%2520mirror" target="_blank" rel="noopener">Black Mirror</a> oder <a href="https://www.degeto.de/film/beforeigners-moerderische-zeiten/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Beforeigners</a> erinnert. Er wirft normale Menschen in eine Sci-Fi-Welt, in der sich die Zeit selbst nicht mehr an Regeln hält. Denn vor der eigenen Haustür kann beispielsweise plötzlich die Steinzeit stehen. Oder der Bus fährt statt nach Queens in ein anderes Jahrhundert.<span id="more-3187"></span></p>
<p>Doch zwischen all dem Chaos bleibt das eigentliche Drama erstaunlich bodenständig. Die Figuren wollen arbeiten, lieben, trauern oder einfach nur überleben. Sie stolpern dabei über eine Realität, die sich wie ein schlecht aktualisiertes Betriebssystem verhält. Mal hängt sie, mal springt sie, mal zeigt sie dieselbe Szene immer und immer wieder.</p>
<p>Mich hat das Konzept sofort gepackt, weil ich Zeitreisen liebe und die einzelnen Geschichten nicht so tun, als müsse man die Phänomene erst groß erklären. ASSORTED CRISIS EVENTS folgt dem klassischen Grundsatz Show-Don&#8217;t-Tell und zeigt mir die jeweilige Story-Idee Seite für Seite für Seite.</p>
<p>Die formale Spiellust wird dabei jedoch nie zum Selbstzweck. Sie hat eine klare Funktion und drückt ein Gefühl aus, das vielen gerade vertraut vorkommt. Unsere Welt wird schneller, Krisen werden zum Dauerrauschen und Orientierung wird zu persönlichem Luxus. Dieser Comic macht daraus keine These, baut jedoch aber abwechslungsreiche Erzählungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3194" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-014.jpg" alt="Innenseite 14 von ASSORTED CRISIS EVENTS" width="651" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-014.jpg 651w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-014-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-014-98x150.jpg 98w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-014-600x922.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px" /></p>
<h3>Kurzgeschichten mit Langzeitwirkung</h3>
<p>Die Grundidee ist simpel und zugleich radikal. Die Zeit selbst hat eine Krise. Epochen, Alternativen, Schleifen und Ausreißer mischen sich in den Straßenverkehr.</p>
<p>In diesem Setting erzählen Deniz Camp und Eric Zawadzki keine einzelne, große Heldenreise. Sie liefern lieber One-Shot-Geschichten. Jede davon konzentriert sich auf eine Person und nutzt eine andere Erzählform. Dabei stellt jede Geschichte eine andere Frage nach Verantwortung, nach Mitgefühl oder Selbsterhalt.</p>
<p>Das klingt nach Anthologie und irgendwie ist es das auch. Gleichzeitig fühlt es sich aber an wie eine lose Reihe von Kurzromanen, weil Camp sich pro Heft viel Platz nimmt. Selbst die Seitenstruktur wirkt wie aus dem Labor, da jede Ausgabe ihr eigenes Regelwerk bekommt. Auch das ist für mich der Reiz der Reihe.</p>
<p>Während ich lese, mache ich drei Beobachtungen: <em>Erstens</em>, die Geschichten leben vom Kontrast. Das Zeit-Chaos tobt im Hintergrund. Im Vordergrund kämpfen Menschen mit sehr persönlichen, konkreten Dingen wie Trauer, Arbeit, Gewalt, Beziehung oder Zugehörigkeit.</p>
<p><em>Zweitens</em>: Zawadzki und Bellaire machen das Thema Zeit sichtbar. Seitenaufteilungen kippen, Wiederholungen werden zu Fallen und Farben steuern den Blick, statt ihn zu überladen.</p>
<p>Und <em>drittens</em>: das Ganze wirkt nicht wie ein Trickfilm aus Ideen. Es landet emotionale Treffer. Ich spüre Wut, Angst und Scham. Und ja, ich spüre das unangenehme Wissen, dass vieles davon auch ohne Zeit-Risse passieren könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3195" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-015.jpg" alt="Innenseite 15 von ASSORTED CRISIS EVENTS" width="651" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-015.jpg 651w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-015-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-015-98x150.jpg 98w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-015-600x922.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Ashley und die neue Normalität</h3>
<p>Heft eins folgt Ashley, einer jungen Frau, die ihren Tag und ihren Kalender genauso organisiert wie jede(r) andere. Nur dass sie neben Terminen auch Warnmeldungen zu atypischen temporalen Phänomenen checkt.</p>
<p>Draußen wird ihre Straße ständig zur Filmkulisse. Billige Endzeit-Drehs laufen praktisch nebenan. Mal marschieren Nazis durchs Bild, mal treiben Kannibalenhorden ihr Unwesen.</p>
<p>Ashley müsste längst abgestumpft sein. Doch gerade diese Mischung aus Dauer-Ausnahme und Alltag macht sie anfällig. Der Band zeigt sehr genau, wie sie ihre Gegenwart &#8211; ihre Realität &#8211; sortiert. Sie versucht, feste Punkte zu behalten. Einer davon ist eine Uhr, ein altes Familienerbstück, das sie mit ihren verstorbenen Eltern verbindet. Als diese Uhr kaputtgeht, kippt mehr als nur ein Gegenstand.</p>
<p>Camp erzählt das als langsames Abrutschen. Ashley rennt nicht sofort schreiend durch die Straßen. Sie wird erst unruhig, dann reizbar, dann panisch. Zawadzki unterstützt dies mit Seiten, die dicht getaktet sind, ohne hektisch zu wirken. Neben Ashley tauchen Höhlenmenschen, Ritter oder futuristische Fahrzeuge auf, doch sie bleiben oft Hintergrund.</p>
<p>Gerade dadurch wirkt der Wahnsinn glaubhaft. Die Welt insgesamt hat das Absurde akzeptiert, Ashley kann es nicht. Am Ende steht ein Moment, der sich wie eine persönliche Apokalypse anfühlt. Kein großes Spektakel, eher der Punkt, an dem eine Stimme im Kopf entscheidet, dass Ordnung wohl nicht mehr erreichbar ist.</p>
<h3>Jesus auf dem Fließband der Zeit</h3>
<p>Das zweite Heft wechselt den Ton. Es folgt Jesus, einem spanischen Arbeiter im Schlachthaus. Schon diese Wahl ist ein Statement. Hier geht es um Körper, um Routine und um Gewalt, die als Job verkauft wird.</p>
<p>Camp schneidet Szenen wie Fleisch, schiebt Erinnerungen ebenso in die Gegenwart wie Halluzinationen. Dazwischen liegt das Dröhnen der Maschinen. Jesus trägt eine Geschichte mit sich, die der Comic nur stückweise seziert. Sein Schock sitzt tief. Der Tod seines Vaters wird zum Knotenpunkt. Nichts daran fühlt sich fair alles jedoch industriell an.</p>
<p>Die Zeit-Krise kommt hier nicht als bunter Epochenmix. Sie kommt als Verzerrung der Wahrnehmung. Blut scheint zu wandern. Räume wirken endlos. Die Arbeit frisst Minuten und Jahre zugleich. Das Thema ist Ausbeutung und es wird nicht weichzeichnet.</p>
<p>Oder ist das Heft überfrachtet und zu sehr auf Schock gebaut? Ich bin mir unsicher. Die Wucht trifft, gleichzeitig drückt Camp so viele Grausamkeiten in dieses eine Heft, dass auch meine Emotion irgendwann stumpf wird. Das hilft dem Anliegen nicht immer, passt aber ins Bild.</p>
<p>Formal ist es trotzdem beeindruckend. Details wie ein sich steigernder Bluteindruck im Seitenrand machen das Heft zu einem Objekt, das man fast wie einen Unfallbericht betrachten muss. Wegschauen geht, aber das Gesehene bleibt im Kopf.</p>
<h3>Warum ein Schlachthaus nie neutral ist</h3>
<p>Das zweite Heft trifft einen Nerv, weil Schlachthäuser als Symbol längst aufgeladen sind. Der moderne Fleischbetrieb steht für Industrie, für Unsichtbarkeit und für eine Arbeit, die viele Gesellschaften gern an Bevölkerungsschichten auslagern, die sowieso keine andere Wahl haben.</p>
<p>In den USA wurde diese Unsichtbarkeit schon früh literarisch verarbeitet. Upton Sinclair&#8217;s Roman <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Dschungel" target="_blank" rel="noopener">THE JUNGLE</a> erschien 1906. Er beschrieb drastisch die hygienischen Zustände und die Ausbeutung im Umfeld der Fleischindustrie.</p>
<p>Der öffentliche Druck trug dazu bei, dass 1906 Gesetze wie der PURE FOOD AND DRUG ACT und der MEAT INSPECTION ACT beschlossen wurden. Roosevelt unterschrieb den Meat Inspection Act am 30. Juni 1906. Der Roman zielte stark auf die Lage der Arbeiter. Die unmittelbare Debatte drehte sich aber um Sauberkeit und Verbraucherschutz.</p>
<p>Der Punkt ist keine Nostalgie. Es geht um ein Muster. Die Fleischindustrie funktioniert als System. Sie zerlegt Leben in Arbeitsschritte, verschiebt Verantwortung und versteckt Gewalt hinter Prozessen und Verpackung.</p>
<h3>Industrie als Horror, damals wie heute</h3>
<p>Natürlich ist das nicht einfach dieselbe Geschichte. Trotzdem bleibt der Kern aktuell. Fleischverarbeitung ist bis eine Branche, die von harter, gefährlicher Arbeit lebt. Sie zieht oft Migrantinnen und Migranten an, weil sie Jobs bietet, die andere nicht machen wollen.</p>
<p>Gleichzeitig entstehen Abhängigkeiten, Verletzungen, Schweigen. Genau dieses Spannungsfeld nutzt Camp, wenn er die Routine des Tötens mit einer zerrissenen Zeit Wahrnehmung koppelt. Der Comic übertreibt, halluziniert und schockt. Doch die Metapher sitzt, weil das reale System schon lange wie ein Fließband funktioniert, das Menschen und Tiere in Einheiten zerlegt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3196" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-016.jpg" alt="Innenseite 16 von ASSORTED CRISIS EVENTS" width="651" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-016.jpg 651w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-016-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-016-98x150.jpg 98w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-016-600x922.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px" /></p>
<h3>Hearth, zwei Welten, ein schlechtes Willkommen</h3>
<p>Heft drei wirkt auf den ersten Blick wiederum klassischer. Dann merke ich, wie fies es ist. Eine Kleinstadt namens Hearth verliert ihre Welt, denn ein Feuer frisst alles. Die Bewohner retten sich in eine nahezu identische Nachbarwelt. Dort existiert Hearth noch. Nur eben mit anderen Menschen, die sich selbst schon für vollständig hielten. Plötzlich stehen ihre Doppelgänger vor der Tür.</p>
<p>Camp setzt hier nicht auf Action. Er setzt auf soziale Chemie. Wie lange hält eigentlich Empathie, wenn die Ressourcen knapp wirken? Wie schnell kippt Hilfe in Abwehr? Und wie bequem ist die Sprache, mit der man sich selbst zum Original erklärt? Der Konflikt entsteht schrittweise.</p>
<p>Zuerst gibt es Essen, Decken, freundliche Hände. Eine Wir-Schaffen-Das-Situation. Dann folgen Gerüchte, dann die Schuldzuweisungen, dann das erste WIR gegen DIE. Das Heft schaut dabei auf beide Seiten. Die Geflüchteten aus Hearth 1 tragen ihr Trauma, die Bewohner von Hearth 2 tragen ihre Angst.</p>
<p>Camp macht keine einfache Rechnung auf. Er zeigt Mechanismen, wie sich Menschen in einer Krise gern an Regeln klammern, die nur so lange galten, wie niemand sie testen muss.</p>
<p>Formal arbeitet das Heft mit Spiegelungen und Parallelität. Man spürt, dass hier zwei Versionen derselben Geschichte gegeneinander gestellt werden. Aber das Ende hat keinen Sieger, es hat nur den bitteren Beweis, dass man selbst in einem absurden Zeit-Setting sehr real scheitern kann.</p>
<h3>Mike und die verlorene Zeit</h3>
<p>Heft vier erzählt das Leben von Mike, ein Leben als Beschleunigung. Er wacht als Schüler auf. Zwei Seiten später ist er erwachsen. Kurz darauf datet er wieder, wird Vater.</p>
<p>Beziehungen entstehen, zerreißen und verschwinden. Der Horror liegt nicht in irgendwelchen Monstern sondern darin, dass Mike nie wirklich ankommt. Camp nutzt den Zeit-Riss als Metapher für das Gefühl, sein eigenes Leben zu verpassen.</p>
<p>Zawadzki hält die Zeichnungen bewusst im Banalen zwischen Küche, Auto, Couch und Krankenhaus. Gerade das macht es schlimm. Wer schon einmal gedacht hat, dass Jahre plötzlich weg sind, erkennt sich sofort wieder.</p>
<h3>Anna und die Grausamkeit der Wiederholung</h3>
<p>Heft fünf setzt noch einen drauf, weil es nicht nur schnell ist. Es ist rund. Anna steckt in einer Zeit-Schleife fest. Sie erlebt immer wieder einen Moment häuslicher Gewalt. Nicht als langer Film, sondern in sechzig Sekunden Schnipseln.</p>
<p>Der Comic zeigt, wie Trauma Zeit einfriert und zugleich doch endlos abspult. Die Seite wird zum Kreis. Wir, die Beobachter, stehen außen. Anna steht innen. Das liest sich wie ein sozialer Pranger und wie ein Therapieraum zugleich.</p>
<p>Hier stimmt für mich alles. Die Form erzählt mit. Die Wiederholung erzeugt mein Mitgefühl. Und plötzlich versteht ich, warum dieser Band ein formales Ausrufezeichen ist. Er macht das Erlebte anderer zur inneren, eigenen Erfahrung und hilft mir, mich besser in Andere hinein zu versetzen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3197" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-017.jpg" alt="Innenseite 17 von ASSORTED CRISIS EVENTS" width="651" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-017.jpg 651w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-017-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-017-98x150.jpg 98w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-017-600x922.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px" /></p>
<h3>Ein starker Beginn</h3>
<p>ASSORTED CRISIS EVENTS VOL. 1 sammelt den ersten Story-Block der nach hinten offenen Reihe. Ab Heft sechs startet ein neuer Handlungsbogen. Er setzt stärker auf die Frage, was diese kaputte Zeit überhaupt ausgelöst hat.</p>
<p>Die Serie bleibt dabei bei ihrem Kern. Sie folgt den normalen Leuten und Portale, Schleifen oder Zeitreisende bleiben Störgeräusche, die in die jeweiligen Biografien eindringen.</p>
<h3>Zeichnung, Farbe, Lettering als Zeitmaschine</h3>
<p>Zawadzki&#8217;s Zeichenkunst ist der Motor dieses ersten Sammelbandes. Er kann ruhig erzählen, wenn es nötig ist. Er kann aber auch ganze Seiten in ein Kontrollfeld verwandeln, in dem Panel-Ränder wie Zäune wirken. Oft führt er den Blick so, dass man die Zeit nicht nur liest, sondern sie spürt.</p>
<p>Jordie Bellaire unterstützt dies mit Farben, die nicht dekorieren. Sie ordnen. Figuren bleiben dadurch klar, selbst wenn das Layout explodiert. Bellaire kann jedoch auch reduzieren. Einzelne Elemente stehen dann wie farbige Skizzen im Raum, nur dass die Reduktion hier nicht kühl wirkt.</p>
<h3>Wenn Schrift mitspielt</h3>
<p>Dann ist da noch das Lettering von Hassan Otsmane Elhaou. Viele Comics behandeln Schrift als Transportmittel, als Hintergrundrauschen. Hier ist sie Teil der Choreografie.</p>
<p>Geräusche, Ansagen, Warnhinweise, Werbesprüche fügen der Geschichte eine zusätzliche Ebene hinzu. Alles hat eine eigene Textur.</p>
<p>In manchen Ausgaben hat man das Gefühl, die Buchstaben selbst würden stolpern. Das ist selten so konsequent eingebaut. Und es passt zum Thema, weil Sprache in einer Krisenwelt oft das Erste ist, was sich automatisiert. Slogans ersetzen Gedanken. Dieser Sammelband legt auch dies offen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3198" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-018.jpg" alt="Innenseite 18 von ASSORTED CRISIS EVENTS" width="651" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-018.jpg 651w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-018-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-018-98x150.jpg 98w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Innenseite-018-600x922.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px" /></p>
<h3>Die Macher hinter den Geschichten</h3>
<p>Deniz Camp wirkt wie jemand, der zu viel Energie hat, um sich auf ein Format festzulegen. Im US Markt kennt man ihn als Autor von <a href="https://www.amazon.de/-/en/20th-Century-Men-Deniz-Camp/dp/1534324542" target="_blank" rel="noopener">20TH CENTURY MEN</a>, einer politischen alternativen History, die Supermenschen und Geopolitik zusammen bringt. Mit <a href="https://www.amazon.de/Bloodshot-Unleashed-English-ebook/dp/B0B4YYFQDW?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=34R69IOVKWJVU&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.FmKmUMrGTZYxszY-qFFyOZ_0nnqbTrGvKPz5B6VZDmgXyTsNteJV83CYo49KtQIt96ddjBBWX2w9nT1_BEY-t5dMyScWEbjWGBnECd3w3eP6RxrZEs9pt2PdhDK_qzmGALnn9vVIuFRvDA9yZEUIPLL1XHreurfumG8l-0SWcXSeKBqmO2PrelpmWJisNpwEEA03qJ73RS4YQPucF8pm_ItoRXmBgAwJ10q_rS2ohXI.Ym-_XjUVD0kj2SUyoOCU9ALsVroSM5SJ5Y_7vc66jkU&amp;dib_tag=se&amp;keywords=BLOODSHOT+UNLEASHED&amp;qid=1771246331&amp;s=digital-text&amp;sprefix=bloodshot+unleashed%2Cdigital-text%2C111&amp;sr=1-1" target="_blank" rel="noopener">BLOODSHOT UNLEASHED</a> hat er gezeigt, dass er auch im Action-Korsett Charakterarbeit unterbringen kann.</p>
<p>Bei Marvel schrieb er unter anderem <a href="https://www.amazon.de/Children-Vault-English-ebook/dp/B0CNQRPQ8Z?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1ML3BUQQXXMD4&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.EiHKYPVDX8RnxR0zmwT0iMNtnkxni9mwOp0nR9CURwGPw22T3wijlf4NDp1hr9Zf6tbqB-_n5JIddrWuMKye5Qx9SrqLYbEpv63SCztihUTE4lCdAxMMOT3kpmfqezaBtHpsLzoIyk6Gddp9XBu8SMeEJ6zz0_l88LeYnyuDqpCaK0Josw9gtnycCg8QI_9lJHs80nVVp9vNtE4IxKuw421f7MtX5lMnm_cvdIuAAz4.pdsLzWzyKMhYwVGhMiH00ZDIg4uXcv10Ygszcqx2Kdg&amp;dib_tag=se&amp;keywords=CHILDREN+OF+THE+VAULT&amp;qid=1771246374&amp;s=digital-text&amp;sprefix=children+of+the+vault%2Cdigital-text%2C130&amp;sr=1-1" target="_blank" rel="noopener">CHILDREN OF THE VAULT</a>, bevor er mit <a href="https://www.amazon.de/Ultimates-Deniz-Camp-Vol-English-ebook/dp/B0DNTC28WV?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=51TYI0WOUBO8&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.4YzDdNbpT7VnjFSML-B7wlQYcvu9lfB0enGs3ueSqpRK3BZiFA4zAxtpMm3WwKIM4brUCkKTW_FpDpcqajyPvYjHtLBOK3WiVdWPWVC5bdwgiKqgDvg0baHRmDnOQBimZRbiAhdUKTY2QJtfvXacZDSSUjsKvARbSumlZGY9QlSPm7ZDhuf3QvYMdmIZJuS8c1-Zu0iQYAw4NTqkVmfVx_KqtsKcGFx7nlAkfe56oIs.WGk1rcvABBKxE_ofS4_BzQUbYnH5DV7KGXKSLUlIdms&amp;dib_tag=se&amp;keywords=THE+ULTIMATES&amp;qid=1771246399&amp;s=digital-text&amp;sprefix=the+ultimates%2Cdigital-text%2C149&amp;sr=1-1" target="_blank" rel="noopener">THE ULTIMATES</a> im neuen Ultimate-Kosmos zu einer Art Ideen-Motor wurde. Gleichzeitig arbeitet er bei DC an <a href="https://www.panini.de/shp_deu_de/absolute-martian-manhunter-1-dabsmm001-de01.html" target="_blank" rel="noopener">ABSOLUTE MARTIAN MANHUNTER</a>, einer viel gelobten Neuinterpretation der Figur im frisch gestarteten Absolute-Universum. Diese Bandbreite erklärt viel.</p>
<p>Camp denkt gern in Genre-Mechanismen. Dann nutzt er sie, um über die Gegenwart zu sprechen. Er liebt formale Kniffe, baut daraus moralische Fallstudien, vergisst dabei aber selten die Figuren.</p>
<p>Eric Zawadzki hat sich über Jahre einen Ruf als grafischen Erzähler aufgebaut, der Sequenzen nicht nur ansprechend zeichnet, sondern sie exakt konstruiert. Seine Arbeiten reichen von <a href="https://www.amazon.de/Dregs-Vol-1-English-ebook/dp/B072LHLGYK?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2AK4RA1820VN3&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.sHfEk91R0ykg-mLYdyM3rbPi2gEtWv2i7DFZj-i7DZ1-E_lPvrmF6B7cA03FsIIwCj2ZD-FKlF1iZk_Mn56FYw.C6nzyCOligHJl0waK2RBPBF00lzbyEKpGVAO7iD5E_A&amp;dib_tag=se&amp;keywords=THE+DREGS+eric+zawadzki&amp;qid=1771246606&amp;s=digital-text&amp;sprefix=the+dregs+eric+zawadzki%2Cdigital-text%2C136&amp;sr=1-1" target="_blank" rel="noopener">THE DREGS</a> über <a href="https://www.amazon.de/Eternal-Eric-Zawadzki/dp/1628752157?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2FV0P6X51VMDT&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.fr0cN2upgd9RcSggaiwJTg.uIwOfaNhX2qdkG5JuDGkb9YiizunCd8jttCuILm5CnI&amp;dib_tag=se&amp;keywords=ETERNAL+eric+zawadzki&amp;qid=1771246581&amp;s=digital-text&amp;sbo=RZvfv%2F%2FHxDF%2BO5021pAnSA%3D%3D&amp;sprefix=eternal+eric+zawadzki%2Cdigital-text%2C123&amp;sr=1-1-catcorr" target="_blank" rel="noopener">ETERNAL</a> bis zu <a href="https://www.amazon.de/Heart-Attack-English-Shawn-Kittelsen-ebook/dp/B07XSH96N4?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=35LNXZCFX52A4&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.eXSCvJyLJm3N4Q-9w40ca3ASNi79l7W-7YrS7KS4gzmvczwEL-GQtZkun-1G1M8BwfthJEPnpXj4tkryFweCnl9ynzNpiqpkcRZG-_B1ra34Dx77N-LGBo4UNRVVAaz5sPhjlTOMXc1Cp0W3mlGI9j4fpIYRqZCfluQpBI_Djfc.YlZnNzGs5aC9nkWxuTY2uB4RtrN7hZBt-6Y7lPo5X4c&amp;dib_tag=se&amp;keywords=HEART+ATTACK+eric+zawadzki&amp;qid=1771246560&amp;s=digital-text&amp;sprefix=heart+attack+eric+zawadzki%2Cdigital-text%2C137&amp;sr=1-1" target="_blank" rel="noopener">HEART ATTACK</a>. Dazu kommt die <a href="https://www.amazon.de/House-El-Three-Treacherous-English-ebook/dp/B0BRYFNJ7L?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=GBP7OOQUW5RN&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.dbgIQF6A1bjFnIipcJV_69X7IhHYvOoEGvZrhafx0XuwOCXikJHwZX-E5W4Lv0Ht2SgTG8tESp-BHTU7T8EHdlGTe6zdRuNoj3eRRhls-YNAhKtVC9NLYYuqMnJ0eQdqfVm6GTLJtqcBjwRK7pMNfsm12bLMSS7jAFAueoK9TqU.dB4AU9S6uMTrpiITFgBvjA31krOM9HQnFpzatzqmv30&amp;dib_tag=se&amp;keywords=eric+zawadzki&amp;qid=1771246501&amp;s=digital-text&amp;sprefix=eric+zawadzki%2Cdigital-text%2C143&amp;sr=1-17&amp;xpid=1fFsXbsgVXi_p" target="_blank" rel="noopener">HOUSE OF EL</a> Trilogie.</p>
<p>Auf seiner eigenen Portfolio-Seite wirkt das wie eine klare Linie. Er interessiert sich für Figuren, die unter Druck stehen. Dazu baut er Seiten, die diesen Druck sichtbar machen. Er kann zwischen Stilen springen, ohne seine Handschrift zu verlieren.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>ASSORTED CRISIS EVENTS VOL. 1 ist ein Band, den man nicht einfach schnell überfliegt. Er zwingt dich zum Tempowechsel, zur Einteilung der eigenen Lebens- und Lesezeit. Mal renne ich durch die Seiten, mal bleibe ich hängen, weil ein Layout meinen Blick festhält. Camp und Zawadzki haben eine seltene Kontrolle über Format und Inhalt.</p>
<p>Die besten Momente sind die, in denen das Zeit-Phänomen direkt in die Psyche der Figuren greift. Heft eins, vier und fünf können sich neben den stärksten US One-Shots der letzten Jahre sehen lassen.</p>
<p>Dem gegenüber wirkt Heft drei wie eine bitter realistische Parabel. Heft zwei bleibt für mich der wackligste Teil, weil es seine Themen stellenweise in Blut ertränkt. Trotzdem gehört es zum Gesamtbild, weil es zeigt, wie unterschiedlich Krisen sich anfühlen können.</p>
<p>Wer als Gelegenheitsleser nach einem runden Genre-Spaß sucht, muss sich auf Arbeit einstellen. Der Band ist zugänglich, aber wahrlich nicht bequem. Wer Comics liebt, weil das Medium Dinge kann, die Film und Prosa nicht können, bekommt hier eine Lehrstunde. Wer gerade das Gefühl hat, die Welt sei aus dem Takt, findet hier keine Therapie, aber einen Spiegel, der erstaunlich klar reflektiert.</p>
<p>Insgesamt gehört diese Reihe meiner persönlichen Meinung zum Besten, was in den vergangenen Jahren in Comic-Form produziert wurde. Es würde mich daher doch sehr wundern, falls die Autoren bei der kommenden Verleihung der <a href="https://www.comic-con.org/awards/eisner-awards/" target="_blank" rel="noopener">Eisner-Awards</a> leer ausgehen&#8230;</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3188" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Cover-300x461.jpg" alt="Cover von ASSORTED CRISIS EVENTS" width="300" height="461" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Cover-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Cover-98x150.jpg 98w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Cover-600x922.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/ASSORTED_CRISIS_EVENTS_Cover.jpg 651w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>ASSORTED CRISIS EVENTS VOL. 1</li>
<li><span class="rush-component s-latency-cf-section" data-component-type="s-search-results" data-component-id="6"><span class="a-declarative" data-version-id="v3mgx08m3wrvmp2v25jwvgtwkx1" data-render-id="rgta968z4bqs824l6ic56gas6d" data-action="puis-card-container-declarative" data-csa-c-func-deps="aui-da-puis-card-container-declarative" data-csa-c-item-id="amzn1.asin.B0FJGJK5HS" data-csa-c-posx="1" data-csa-c-type="item" data-csa-c-owner="puis" data-csa-c-id="u4jwzn-c7bbhy-qwmi0g-y2jupg">Deniz Camp<span class="a-size-base"> und </span><span class="a-size-base">Eric Zawadzki</span></span></span></li>
<li>Softcover | 208 Seiten | Farbe | Englisch</li>
<li>ISBN 978-1-53433-396-3</li>
<li>Storyline(s): ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★★</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</li>
<li>© <a href="https://imagecomics.com/comics/series/assorted-crisis-events" target="_blank" rel="noopener">Image Comics</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/assorted-crisis-events-alltag-im-zeitsalat/">ASSORTED CRISIS EVENTS – Alltag im Zeitsalat</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>STRANDRÄUBER &#8211; Piraten finden sich auch an Land</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 06:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Laurent Gnoni]]></category>
		<category><![CDATA[Rodolphe Daniel Jacquette (Rodolphe)]]></category>
		<category><![CDATA[Zack Edition]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>STRANDRÄUBER nimmt ein vertrautes Abenteuer-Versprechen und dreht es direkt einmal auf links. Hier beginnt Piraterie nicht auf dem Meer, sondern am vermeintlich sicheren Ufer. Rodolphe erzählt uns von einem Küstendorf, das sich mit Absicht am Unglück anderer bereichert. Laurent Gnoni setzt dies in Bilder um, die nach Salz riechen und nach verregnetem, kaltem Stein aussehen. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/">STRANDRÄUBER – Piraten finden sich auch an Land</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>STRANDRÄUBER nimmt ein vertrautes Abenteuer-Versprechen und dreht es direkt einmal auf links. Hier beginnt Piraterie nicht auf dem Meer, sondern am vermeintlich sicheren Ufer.</p>
<p>Rodolphe erzählt uns von einem Küstendorf, das sich mit Absicht am Unglück anderer bereichert. Laurent Gnoni setzt dies in Bilder um, die nach Salz riechen und nach verregnetem, kaltem Stein aussehen. Das Ergebnis ist ein historischer Thriller, der sich zügig liest und trotzdem lange nachhallt. Nicht, weil er besonders kompliziert wäre, sondern weil er eine zentrale Frage gnadenlos stellt: Was bleibt von der Moral, wenn ein ganzes Dorf sie gemeinsam nicht mehr für wichtig erachtet?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3371" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03.jpg" alt="Innenseite 03 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Die Schule der Kälte</h3>
<p>Das Örtchen Greenway liegt an der englischen Küste. Es ist der 14. Oktober 1704. Die Menschen dort leben ein hartes Leben. Sie schauen auf&#8217;s Meer wie andere auf&#8217;s Feld. Nur wächst hier nichts, außer Angst und die Hoffnung auf ein wenig Reichtum. Ein Reichtum jedoch, der immer zu Lasten Anderer geht.</p>
<p>Jim ist vierzehn. Sein Vater führt ihn in das Geheimnis des Dorfes ein, das kein Kind kennen sollte. Aber Jim ist nun alt genug dafür. Nachts zünden die Erwachsenen auf dem Strand Feuer an. Sie wollen damit Schiffe in die Irre führen, sie wollen Wracks, wollen deren Ladung. Diese Praxis bildet den unmoralischen Kern der Geschichte, gezeigt als Dorfalltag, nicht als Ausnahme. Genau das macht den Einstieg direkt unangenehm.</p>
<p>Jim steht dabei im Mittelpunkt. Er ist alt genug, um benutzt zu werden und jung genug, um noch ein wenig Widerstand zu spüren. Die Erwachsenen behandeln ihn wie Material. Sie reden von Elend, von Notwendigkeit. Das alles stimmt. Und doch kippen die Szenen nicht ins Entschuldigende.</p>
<p>Der Autor lässt mich fühlen, wie schnell aus Armut ein opportunistisches System werden kann. Dabei bleibt der Text schnörkellos und die Handlung treibt voran, ohne sich in Nebenwegen zu verlieren. Man hat hier keine Zeit für Nebensächlichkeiten.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3372" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04.jpg" alt="Innenseite 04 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Ein Schiff wird kommen</h3>
<p>Das kommende Schiff heißt Meredith. Es hat die Feuer entdeckt und nähert sich in höchster Not. Für Greenway ist es ein Schiff zu viel, denn an Bord befindet sich ein geheimnisvoller Passagier. Ein Lord erwartet ihn und dieser Passagier trägt einen wertvollen Schatz bei sich. Damit steigt für alle Beteiligten der Einsatz. Aus dem düsteren Dorfverbrechen wird ein Fall, der plötzlich ungewollte Aufmerksamkeit auf sich zieht.</p>
<p>Rodolphe nutzt diesen Kniff klug. Er verknüpft den sozialen Horror am Strand mit einem klassischen Abenteuer. Aus einer Beute wird plötzlich eine Gefahr für die Ausbeuter.</p>
<p>Nach der Havarie verschwinden der Chevalier de Saint Martin und seine Leute. Soldaten beginnen zu suchen und das Dorf muss nun eine ganz andere Rolle spielen. Es muss unschuldig wirken, während es alle Beweise versteckt.</p>
<p>Diese doppelte Bühne ist einer der stärksten Teile des Albums. Ich siehe, wie eine Gemeinschaft funktioniert, wenn Schuld sie zusammenhält. Jeder Blick wird kontrolliert, jede Antwort wird abgewogen. Jim erlebt dies als Dauerstress und seine innere Zerrissenheit hält die Spannung der Erzählung hoch.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3373" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05.jpg" alt="Innenseite 05 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Ein blutiger Pakt</h3>
<p>Je näher die Soldaten kommen, desto enger rückt das kleine Dorf zusammen. Rodolphe lässt Greenway wie eine Falle wirken. Niemand darf aus der Reihe tanzen. Genau hier setzt die stärkste Idee der Geschichte an. Der Pakt der Strandräuber verlangt Opfer. Und das Dorf ist bereit, einen der eigenen Leute zu opfern, um das Geheimnis zu bewahren.</p>
<p>Dieser Punkt macht aus dem Abenteuer auch eine Parabel über Mitläufertum. Der Schrecken liegt nicht in einzelnen Monstern, er liegt in der gemeinsamen Abmachung, dass der Zweck eben jedes Mittel heiligt.</p>
<p>Das Dorf folgt dieser Logik wie in einem Uhrwerk. Nuancen könnten noch mehr schmerzen. Ein paar Nebenfiguren stehen eher für Funktionen als für Menschen. Trotzdem funktioniert die narrative Konstruktion. Sie erzeugt Druck und Tempo.</p>
<p>Vor allem gibt sie Jim eine klare innere Linie. Eigentlich will er nicht dazugehören und doch ist er ein Teil des Dorfes und wird er hineingezogen. Und genau dieses Hineinziehen beschreibt Rodolphe sehr präzise.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3374" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06.jpg" alt="Innenseite 06 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Piraten aus Weymouth</h3>
<p>Dann kommt eine weitere Bedrohung ins Spiel. Piraten aus Weymouth erfahren vom erbeuteten Schatz und sie betreten das Dorf nicht als Bittsteller. Sie kommen als Raubtiere.</p>
<p>Damit legt das Album zwei Formen von Gewalt nebeneinander. Die Dorfbewohner reden sich ihre Taten schön, die Piraten brauchen für ihre keine Ausrede. Sie nehmen, was sie wollen und töten, wenn es sein muss. Diese Zuspitzung wirkt dramaturgisch erwartbar, passt aber gut zum Thema. Wer einmal mit Plündern beginnt, lädt irgendwann die größere Räuber ein.</p>
<p>Für Jim wird diese Entwicklung zum Wendepunkt. Er zieht sich &#8211; begleitet von einem Hund &#8211; in den Wald zurück. Dazu kommt ein Affe, der das Unglück überlebt hat und eine prächtige Uniform trägt. Jim findet ihn und kümmert sich.</p>
<p>Außerdem sucht Jenny seine Nähe. Sie ist die blinde Tochter des Dorfchefs. Diese kleine Gruppe ist der zarte Gegenentwurf zum Kollektiv der Täter. Rodolphe trifft hier eine gute Entscheidung. Er erzählt Hoffnung, ohne die bereits gezeigte Grausamkeit fortzuwischen. Am Ende bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack. Der Schatz landet nicht dort, wo die Gewalt ihn haben will.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3375" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07.jpg" alt="Innenseite 07 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Zeichnungen wie nasser Stein</h3>
<p>STRANDRÄUBER lebt stark von seiner Inszenierung. Laurent Gnoni zeichnet semirealistisch. Er sucht keine glatte Schönheit, sondern zeigt Gesichter, die von Wind und Wellen gezeichnet sind. Er zeigt Körper, die müde sind. Aber besonders überzeugt mich sein Umgang mit dem Wetter.</p>
<p>Regen ist hier nicht nur ein Hintergrundrauschen. Regen ist Rhythmus. Die schrägen Linien treiben die Seiten voran, machen die kalten, nassen Nächte körperlich erfahrbar. Dazu kommt das Licht. Feuer brennt am Strand und steht in den Fenstern. Diese Feuer wärmen nicht, sie markieren, sie verraten. Das ist visuelles Erzählen auf den Punkt.</p>
<p>Ein wenig kritisch sehe ich die Darstellung im Handeln der Figuren. Einige mimische Momente könnten präziser sein. Manchmal wirkt Zorn wie eine Standardpose. In einem so moralisch aufgeladenen Stoff würde ich mir gelegentlich feinere Übergänge wünschen.</p>
<p>Gleichzeitig muss ich anerkennen, wie stimmig hier Zeichnung und Farbe zusammenlaufen. Gnoni koloriert selbst. Das spüre ich. Alles sitzt in einer Palette aus Blau, Grau und schmutzigem Gelb. Diese Entscheidung hält die dargestellte Welt geschlossen und sie lässt Jim&#8217;s Jugend stärker herausstechen. Er wirkt inmitten der allgemeinen Dunkelheit wie ein letzter Rest des Tageslichts.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3376" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08.jpg" alt="Innenseite 08 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Rodolphe und Gnoni im Spiegel ihrer prägenden Arbeiten</h3>
<p>Rodolphe Daniel Jacquette (Rodolphe) gehört zu den Szenaristen, die über viele Jahre ein enormes Genre Spektrum abdecken. Seine Bibliografie umfasst weit viele, viele Alben. Dabei tauchen immer wieder Reihen auf, die in Europa viele Leser geprägt haben.</p>
<p>Zu den wichtigsten zählen <a href="https://www.splitter-verlag.de/kenya-1-erscheinungen.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">KENYA</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/namibia-bd-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">NAMIBIA</a>, außerdem <a href="https://www.splitter-verlag.de/scotland-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SCOTLAND</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/sprague.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SPRAGUE</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/morgen-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">MORGEN</a> oder <a href="https://www.splitter-verlag.de/mann-der-die-welt-erfand.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER MANN DER DIE WELT ERFAND</a>. Diese Titel zeigen, wie Rodolphe häufig arbeitet. Er baut ein Milieu, setzt eine klare Bedrohung hinein. Dann testet er Figuren an Moral, Loyalität und Angst. In STRANDRÄUBER schrumpft das große Serienformat auf einen Band. Das tut ihm gut.</p>
<p>Laurent Gnoni ist als Zeichner und Kolorist ebenfalls vielseitig. Seine Bibliografie führt Projekte wie <a href="https://www.amazon.de/RADCLIFF-T1-1-Laurent-Gnoni/dp/2017076465" target="_blank" rel="nofollow noopener">RADCLIFF</a> und <a href="https://www.editionsanspach.com/album/pump-un-si-gentil-garcon-western-rodolphe-gnoni/" target="_blank" rel="nofollow noopener">PUMP</a>. Entscheidend ist weniger das Genre als sein engagierter Blick für Atmosphäre. Er kann Historie, Thriller und düstere Räume. STRANDRÄUBER nutzt genau diese Stärke. Es ist ein Album, das nicht von Dialog-Feuerwerken lebt, sondern von Blicken, sturmbedrohten Himmeln und tödlicher Brandung. Gnoni liefert mit seinen Zeichnungen dafür die passende Bühne.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3377" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09.jpg" alt="Innenseite 09 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Wrecking: der Mythos und das harte Recht der Küste</h3>
<p>Die Idee der Strandräuber ist historisch aufgeladen. Küstenbewohner haben über Jahrhunderte Wrackgut geborgen und auch geplündert. Das ist keine reine Legende. Die berühmte Erzählung von falschen Lichtern, die Schiffe absichtlich auf Felsen locken, ist dagegen historisch viel unsicherer.</p>
<p>Eine wissenschaftliche Zusammenfassung zu <a href="https://academic.oup.com/book/44049/chapter-abstract/371933786?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="nofollow noopener">Cornish wrecking</a> betont, dass es für das gezielte Locken mit falschen Lichtern keine Belege gibt. Der Mythos hat sich mit realen Wrackpraktiken vermischt.</p>
<p>Spannend ist außerdem der rechtliche Druck im 18. Jahrhundert. Eine <a href="https://academic.oup.com/book/44049/chapter-abstract/371933786?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="nofollow noopener">Studie bei Oxford Academic</a> beschreibt, dass 1714 Gesetze drohten, die das Betreten von Wracks ohne Erlaubnis und das Behindern von Rettung mit Strafen belegten. Später verschärfte sich das nochmals deutlich.</p>
<p>Das erklärt die permanente Angst in Geschichten wie dieser. Wer am Strand plündert, riskiert nicht nur Streit. Er riskiert das Einschreiten des Staates. Rodolphe macht daraus keinen Vortrag. Er baut es aber als Atmosphäre ein. Soldaten sind nicht nur Gegner. Sie sind die Erinnerung daran, dass ein Dorf nicht ewig im Schatten handeln kann.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3378" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10.jpg" alt="Innenseite 10 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>STRANDRÄUBER ist ein starkes Album, weil es die Perspektive verschiebt. Es zeigt das &#8222;Abenteuer&#8220; der Piraterie von der vermeintlich sicheren Küste aus. Es zeigt Beute als soziale Krankheit und einen Jugendlichen, der nicht zum Helden stilisiert wird, sondern zum moralischen Seismografen. Gnoni liefert die Bilder, die das Wetter erzählen lassen, während Rodolphe eine Handlung schreibt, die straff und konsequent bleibt.</p>
<p>Der Gesamteindruck ist ansprechend positiv. Das Album trifft Ton und Tempo. Es ist düster, klassisch, aber nicht bequem. Und es beweist, dass STRANDRÄUBER mehr kann als Küsten-Folklore. Es ist eine Geschichte darüber, wie leicht Menschen sich gemeinsam die Hände schmutzig machen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3381" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-300x409.jpg" alt="Cover von STRANRÄUBER" width="300" height="409" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-300x409.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-110x150.jpg 110w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-600x819.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover.jpg 733w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>STRANDRÄUBER</li>
<li>Rodolphe und Laurent Gnoni</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-949987-36-6</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★☆☆☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/strandraeuber/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Zack Edition</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/">STRANDRÄUBER – Piraten finden sich auch an Land</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>RED &#8211; Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 06:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Josephine Mark]]></category>
		<category><![CDATA[Kibitz Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Nacht im Gewitter reicht, um Rosa&#8217;s Alltag aus dem Takt zu bringen. Vor ihrer Tür steht Friedwart Plüschmann, dreibeinig, tropfnass, leicht dramatisch. Rosa ist nicht herzlos, sie ist nur geübt darin, ihr Mitgefühl schnell wieder einzukassieren. Der Hund lässt sich davon nicht abschrecken. Er will rein, er will bleiben, er will dazugehören. Schon in dieser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Nacht im Gewitter reicht, um Rosa&#8217;s Alltag aus dem Takt zu bringen. Vor ihrer Tür steht Friedwart Plüschmann, dreibeinig, tropfnass, leicht dramatisch. Rosa ist nicht herzlos, sie ist nur geübt darin, ihr Mitgefühl schnell wieder einzukassieren. Der Hund lässt sich davon nicht abschrecken. Er will rein, er will bleiben, er will dazugehören.</p>
<p>Schon in dieser Auftaktszene zeigt Josephine Mark, wie sie Spannung über die Temperamente ihrer Figuren aufbaut. Rosa hält ihre Sätze kurz, Friedwart redet sich warm. Zwischen beiden knistert es. Der Witz dieses Comics entsteht nicht aus Pointen, sondern aus der Reibung seiner Figuren. Dann kippt der Tonfall und aus einer Geschichte mit Slapstick-Potential wird ein Krimi.</p>
<p>Friedwart&#8217;s Nase findet Blut, versteckt ganz hinten im Schrank unter der Treppe. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, ob Rosa den Hund wieder rauswirft, sondern was in diesem Haus seit Jahrzehnten begraben liegt. Das Szenario setzt bei der Erzählung nicht auf Krimi-Horror, sondern auf Krimi-Humor. Schließlich erscheint RED im Kibitz-Verlag, der Comics für Kinder herausbringt.</p>
<p>Das Blut wirkt wie ein Fremdkörper in Rosa&#8217;s strenger Ordnung. Genau daraus gewinnt die Geschichte jedoch ihren Antrieb. Aus einer Ordnung, die Risse bekommt und aus einem Hund, der diese Risse begeistert verfolgt. Und ganz nebenbei schiebt sich der Name des Opfers ins Bild. Es geht um Rosa&#8217;s Ex-Mann RED.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3340" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000.jpg" alt="Innenseite von RED" width="745" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000.jpg 745w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000-300x403.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000-600x805.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px" /></p>
<h3>Huh, huh, da ist Blut im Sch&#8230; Schrank!</h3>
<p>Der Fund bleibt nicht einfach ein düsteres Detail. Er wird zur Eintrittskarte in einen Cold Case. Vor dreißig Jahren hat ein tragischer &#8222;Unfall&#8220; den Ort erschüttert. Rosa glaubt nicht an Zufälle, SIE glaubt an Mord. Und das ist kein leiser Verdacht, das ist inzwischen eine Überzeugung.</p>
<p>Diese Überzeugung richtet sich nicht konkret gegen eine einzelne Person, sondern färbt auf ein ganzes Umfeld ab. Rosa verdächtigt schnell die halbe Nachbarschaft &#8211; na ja, eigentlich die ganze. Damit verschiebt Mark den Fokus. Der Krimi wird zwar auch zur Jagd auf den einen Täter, in erster Linie aber zur Bestandsaufnahme einer Gemeinschaft, die sich über Jahre eingerichtet hat. Jede(r) kennt jeden, jede(r) weiß angeblich nichts, aber jede(r) hat eine Version.</p>
<p>Friedwart ist dabei mehr als ein Sidekick. Seine Spürnase liefert den Anlass, seine Offenheit liefert den Anstoß, die Untersuchung (wieder) aufzunehmen und seine Fähigkeiten liefern Hinweise, die den Fall voranbringen. Währenddessen liefert Rosa den emotionalen Antrieb. Aus dieser Konstellation entsteht die schwungvolle Dynamik des Albums. Der Tote bleibt als Abwesender stets präsent, der Hund drängt in die Gegenwart, während Rosa sich an die Mysterien der Vergangenheit herantastet.</p>
<p>Was nach klassischem Whodunit klingt, wird in Mark&#8217;s Händen auch zu einer Sozialstudie. Der Fall wirkt schräg, weil die Figuren schräg sind. Der Fall wirkt wendungsreich, weil Mark gerne Erwartungen anstupst und dann zur Seite schiebt. Wer einen Krimi mag, der sich nicht allzu ernst nimmt, wird hier großartig abgeholt. Und wer den Ton von Filmen wie <a href="https://www.imdb.com/title/tt0116282/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_6_nm_2_in_0_q_fargo" target="_blank" rel="nofollow noopener">Fargo</a> liebt, erkennt die Richtung sofort.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3477" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Lakonische Dialoge, trockener Witz und viel Gefühl</h3>
<p>Schon in der kurzen Leseprobe sitzen die Dialoge wie kleine Schwinger und Haken. Rosa stellt Fragen, die wehtun und Friedwart liefert Begeisterung, die nervt. Beides ist präzise beobachtet.</p>
<p>Josephine Mark zeigt keine Sympathieträger, die auf Kommando gefallen wollen, sondern Menschlichkeit, die sich gegenseitig etwas zumutet. Genau daraus entsteht Nähe. Der Humor bleibt trocken, oft nur in einem Nebensatz, oft auch lauthals bissig. Rosa hat eine harte Schale und tief in ihrem Inneren einen weichen Kern &#8211; sehr, sehr tief im Inneren.</p>
<p>Visuell arbeitet die Autorin mit einem cartoonigen Strich, der schnell lesbar ist und trotzdem nuancenreich ausfällt. Die Gesichter sind klar, Haltungen erzählen viel, die Farbgebung bleibt zurückhaltend aber der Situation angemessen. Das unterstützt den Krimi-Ton. Gleichzeitig bleibt der Look offen genug für die Zielgruppe.</p>
<p>Nur der Alterungsprozess der Figuren lässt letztendlich zu wünschen übrig. Wo ich in der Geschichte nämlich immer wieder strauchele ist, wenn Zeitsprünge in die Vergangenheit ohne entsprechende Hinweise auftreten und das Charakterdesign diese Änderung nicht immer mitgeht. An dieser Stelle ist weniger nicht wirklich mehr.</p>
<p>Ich finde jedoch sofort in die Geschichte hinein und bleibe dran, weil die Figuren sie problemlos tragen. Gerade das ist Mark&#8217;s Stärke. Sie nimmt schwere Themen leichtherzig an die Hand. Bei RED heißt dies, dass Trauer, Erinnerung und Dorfgeheimnisse mitschwingen können, auch wenn der Witz vorneweg läuft.</p>
<p>Ein weiterer, kleiner kritischer Punkt steckt genau da. Wer einen Krimi sucht, der konsequent düster ist und bleibt, muss sich auf Mark&#8217;s Balance bewusst einlassen und wird vielleicht enttäuscht. Sie will Spannung, ja. Sie will aber auch Schrulligkeit und die hat bei ihr immer Vorrang vor irgendeiner Genre-Pflichterfüllung. Aber mir gefällt das gut.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3478" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Von Roadmovie zu Krimi</h3>
<p>Josephine Mark, geboren 1981 in Naumburg an der Saale, arbeitet als Illustratorin, Comiczeichnerin und Grafikdesignerin. Seit 2004 veröffentlicht sie &#8211; auch über ihr Blog <a href="https://puvoproductions.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">puvoproductions.com</a> &#8211; Comics und Cartoons.</p>
<p>In der Comic-Welt hat sie sich ihre eigene Nische gebaut. Sie erzählt All-Age-Geschichten, auch wenn Tiere die Bühne betreten. Ihr Frühwerk <a href="https://www.amazon.de/Tiere-sind-auch-nur-Menschen/dp/3629114458?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1RU35K0RGNMV4&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.9MN0GceMG6tTXJJ6KOp1Asw8632qbMIP4XO-F9_FOczPYGGAgFsEpew6-VJvTVaTwE61DteOn_ZYXnF34TEMKo8gYmHljIC1b8fv9PAYm20EV372tKW9pv8f6VNk3MV4PfOcO4LP0N9P-Ez3CnxbFvdU3kLnejh8TJh2glBaNv2t2u9_C98CBZ8SCdB8WTaNb3_mPdmoOtW4k82nkD8mo8vkoSLv0NBtB_TNGboq6Bs.ZhYePdy8uWf6SPjEmRx6xrod-88GsIg6iLyz3-WPlCE&amp;dib_tag=se&amp;keywords=TIERE+SIND+AUCH+NUR+MENSCHEN+Josephine+Mark&amp;qid=1772799994&amp;sprefix=tiere+sind+auch+nur+menschen+josephine+mar%2Caps%2C87&amp;sr=8-8" target="_blank" rel="nofollow noopener">TIERE SIND AUCH NUR MENSCHEN</a> markiert diesen Blick auf menschliche Macken im Tierkostüm. Ihr Debüt-Comic <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/murr" target="_blank" rel="nofollow noopener">MURR</a> erscheint 2021. Dort verhandelt sie in Westernstiefel gekleidete Fragen nach Angst, Nähe und Endlichkeit. Der Ton bleibt humorvoll, der Kern ernst.</p>
<p>Ihr großer Durchbruch im Comic-Bereich heißt <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/trip-mit-tropf/" target="_blank" rel="nofollow noopener">TRIP MIT TROPF</a>. Das Buch verbindet Roadmovie, Klamauk und Krankheitsthema. Genau diese Mischung hat international viele Leser erreicht.</p>
<p>Mark&#8217;s Erzählstil ist warmherzig, dabei aber nie rührselig. Humor erscheint zumeist subtil. Ihre Geschichten funktionieren für Kinder und Erwachsene, weil sie auf mehreren Ebenen gelesen werden können. Auszeichnungen und Preise unterstreichen die Wirkung. TRIP MIT TROPF wurde z.B. beim Comic Salon Erlangen 2022 mit dem <a href="https://www.comic-salon.de/de/max-und-moritz-preis-seit-1984" target="_blank" rel="nofollow noopener">Max und Moritz Preis</a> für den besten Kindercomic ausgezeichnet.</p>
<p>Mit <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/der-b%C3%A4rbei%C3%9F/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER BÄRBEISS</a> wechselte Mark von dem selbstgeschriebenen Comic in die Adaption. Sie übersetzt die Geschichten von <a href="https://www.amazon.de/B%C3%A4rbei%C3%9F-Schrecklich-gut-gelaunt/dp/3446256989?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=24EAUB14EYYMJ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.lYePw2Lzp9ZuHw_043rupwaPuLcOooJTvbj5THKRkpIact9PL90qlIsXYdGWxXoNOcQHhCnuI5HRyN3gkbSJyAtm1XLjCtzRGuFiEVqRpQFqtb1M9uA8RlxreywyIKlVlOQILHzk76z5yf_cLz75kC0eN6oYSdAGlSWUEsPpPi-7NKWRjG4_t96_Y6zTvMwG.F9tSHPpyvqi72woe2UbiUC9D6vi_glGvZ77TRxz6fTo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Annette+Pehnt+und+Jutta+Bauer&amp;qid=1772800323&amp;sprefix=annette+pehnt+und+jutta+bauer%2Caps%2C95&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">Annette Pehnt und Jutta Bauer</a> in Comic-Sprache. Auch dort passt ihr Zugang. Sie findet den Witz in der Grummeligkeit, die Wärme im Widerstand. Wenn man diese Linie kennt, wirkt RED wie der logische nächste Schritt. Dieser Krimi erlaubt ihr, Misstrauen, Einsamkeit und Annäherung zugleich zu erzählen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3481" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>RED hat eine starke Ausgangsidee. Ein streitlustiges Duo stolpert über Blut und über ein Dorf, das lieber schweigt. Josephine Mark setzt dabei auf Tempo in den Dialogen und auf Figuren, die man in ihrer Andersartigkeit sofort lieben muss und ihnen gerne in das Abenteuer folgt. Das ist ihre Qualität. Sie schreibt zugänglich, bleibt dabei aber eigenständig.</p>
<p>Dieser Krimi scheint nicht dazu da, eine Checkliste an Spannungselementen abzuhaken, sondern Menschen in Bewegung zu setzen, auch wenn sie Rosa heißen und lieber distanziert bleiben würden. Wer Mark&#8217;s Mischung aus trockenem Witz und ehrlichem Gefühl schätzt, dürfte hier sehr glücklich werden. Wer neu einsteigt, bekommt einen Comic mit einem überraschenden Twist, der leicht wirkt und trotzdem etwas mitgibt.</p>
<p>Ich würde mir eine Fortsetzung wünschen. Ich will doch schließlich wissen, ob Friedwart Plüschmann bleiben darf &#8230;</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3339" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-300x407.jpg" alt="Cover von RED" width="300" height="407" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-600x813.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000.jpg 738w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>RED</li>
<li>Josephine Mark</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-948690-46-5</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</li>
<li>© <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/red/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kibitz Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/">RED – Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>GREEN WITCH VILLAGE &#8211; Eine Hexe wider Willen</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/green-witch-village-eine-hexe-wider-willen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 06:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Politthriller]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreise]]></category>
		<category><![CDATA[Franck Biancarelli]]></category>
		<category><![CDATA[Jérôme Maffre]]></category>
		<category><![CDATA[Lewis Trondheim]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiber und Leser Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GREEN WITCH VILLAGE wirkt auf den ersten Blick wie ein sauber etikettiertes Genre-Versprechen. Da ist diese Frau aus der Gegenwart, die plötzlich im New York des Jahres 1959 aufwacht. Da sind die zwei Mitbewohnerinnen, die sie als Tabatha Sands kennen, während sie in ihrem Kopf jemand ganz anderes ist. Zeitreise! Und dann ist da noch [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/green-witch-village-eine-hexe-wider-willen/">GREEN WITCH VILLAGE – Eine Hexe wider Willen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>GREEN WITCH VILLAGE wirkt auf den ersten Blick wie ein sauber etikettiertes Genre-Versprechen. Da ist diese Frau aus der Gegenwart, die plötzlich im New York des Jahres 1959 aufwacht. Da sind die zwei Mitbewohnerinnen, die sie als Tabatha Sands kennen, während sie in ihrem Kopf jemand ganz anderes ist. Zeitreise! Und dann ist da noch der neue Job, der sie ausgerechnet zur grünen Hexe macht, zur Werbefigur für die Läden im Greenwich Village. Elphaba aus <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt1262426/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_7_nm_1_in_0_q_wicked" target="_blank" rel="nofollow noopener">Wicked</a> lässt grüßen.</p>
<p>Schon diese Prämissen setzt den Ton. Sie vermitteln Spaß, Reibung, wollen, dass eine moderne Haltung auf eine Welt prallt, die für die Protagonistin so nicht vorgesehen war. Eine Welt, in der genau diese Mischung aus Zeitreise, Sexismus Erfahrung und Atombomben Bedrohung im Vordergrund steht.</p>
<p>Was ich an diesem Setup mag, ist sein Kultur-Clash und sein Tempo. Die Geschichte bleibt nicht beim kuriosen Körpertausch. Sie schiebt Tabatha sofort in eine Branche, die Macht und Oberflächen wie selbstverständlich verbindet. Damit bekommt das Ganze sofort eine <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0804503/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_7_nm_1_in_0_q_MAD%20MEN" target="_blank" rel="nofollow noopener">MAD MEN-</a>Energie, ohne direkt nostalgisch zu werden.</p>
<p>Neben dem Alltag der späten 50iger Jahre tauchen CIA-Leute auf, ein sowjetischer Journalist und eine Spur Richtung russischem KGB. Auch Alt-Nazis und eine Atombombe spielen eine Rolle, die im Jahr zuvor &#8222;verloren&#8220; gegangen ist. (Seit dem Film &#8222;<a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0115759/?ref_=nv_sr_srsg_2_tt_7_nm_1_in_0_q_broken%20arrow" target="_blank" rel="nofollow noopener">Operation: Broken Arrow</a>&#8220; wissen wir, dass dies so häufig vorkommt, dass es dafür sogar ja einen Begriff gibt.) In diesem Comic greifen also Gesellschaftskomödie, Spionage Thriller und Fantastik mit ansprechender Retro-Eleganz ineinander. Sehr schön!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3254" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-003.jpg" alt="Innenseite 03 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-003.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-003-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-003-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-003-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Von DONJON zu Greenwich Village</h3>
<p><a href="https://www.lambiek.net/artists/t/trondheim.htm" target="_blank" rel="nofollow noopener">Lewis Trondheim</a> ist als Autor Herr seines eigenen Kosmos. Er steht für eine Laufbahn, die zwischen Indie-Geist und großen Serien pendelt. Bekannt wurde er unter anderem mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Die_erstaunlichen_Abenteuer_von_Herrn_Hase" target="_blank" rel="nofollow noopener">LAPINOT</a> (dt. &#8222;Herrn Hase&#8220;). Zusammen mit Joann Sfar schuf er das legendäre <a href="https://reprodukt.com/collections/donjon" target="_blank" rel="nofollow noopener">DONJON</a>, ein Fantasy-Universum, das sich inzwischen über dutzende Bände verzweigt und eine große Fan-Gemeinde besitzt.</p>
<p>Neben diesen Dauerläufern arbeitet er immer wieder an experimentellen Geschichten oder an autobiografischen Miniaturen. Gerade diese Lust am System und an selbst gesetzten Regeln passt ideal zu GREEN WITCH VILLAGE. Denn hier ist die Form nicht nur Dekor, sondern auch Motor der Geschichte. Wer Trondheim schon von <a href="https://reprodukt.com/products/die-fliege?_pos=2&amp;_sid=324b7333f&amp;_ss=r" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE FLIEGE</a> oder <a href="https://reprodukt.com/collections/lewis-trondheim/products/aurora-und-der-ork-1-ein-neuer-an-der-schule" target="_blank" rel="nofollow noopener">AURORA UND DER ORK</a> kennt, erkennt den Drang wieder, erzählerische Grenzen auszutesten.</p>
<h3>Zwei Karrieren, ein gemeinsamer Takt</h3>
<p><a href="https://www.lambiek.net/artists/b/biancarelli_frank.htm" target="_blank" rel="nofollow noopener">Franck Biancarelli</a> &#8211; ebenfalls gebürtiger Franzose und gelernter Mathematik-Lehrer &#8211; kommt aus einer anderen Tradition. Er ist ein Zeichner, der sein Handwerk spürbar aus dem amerikanischen Realismus der Zwischenkriegszeit und der Nachkriegs Jahrzehnte zieht. Damit passt er sehr gut zu diesem Album.</p>
<p>In seiner Bibliografie tauchen früh Fantasy-Stoffe auf. Später folgen lange Erzählformen und Adaptionen mit realistischen Anstrich. Beispiele hierfür sind <a href="https://www.amazon.de/Galfalek-4-Cr%C3%A9puscule-Jean-Charles-Gaudin/dp/2849460613?th=1&amp;psc=1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.3cCRcOQr9mpmjTDYCO5CmwffBgI6Q6yWb_LsoSdhz_cjrRHDyzJx9EBu6EXRoZS379y_2Xj-wV5djIMGDMgrPp94cfMmuhLD88DcgCP8Nou3fQxKvbZO6faCpMrWzUCTnzNREBgVR3KM3L09ePRzt-wVje9m6GqxDgFj5brVMoY.CBJQ-qqpVBK-A65al1zcWTpKkhy9YAjEDnmMV5S820U&amp;dib_tag=AUTHOR" target="_blank" rel="nofollow noopener">GALFAREK</a> sowie Arbeiten nach Romanvorlagen wie <a href="https://www.amazon.de/Circuit-Mandelberg-Olympia-French-ebook/dp/B0C1HZRP4D?th=1&amp;psc=1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.3cCRcOQr9mpmjTDYCO5CmwffBgI6Q6yWb_LsoSdhz_cjrRHDyzJx9EBu6EXRoZS379y_2Xj-wV5djIMGDMgrPp94cfMmuhLD88DcgCP8Nou3fQxKvbZO6faCpMrWzUCTnzNREBgVR3KM3L09ePRzt-wVje9m6GqxDgFj5brVMoY.CBJQ-qqpVBK-A65al1zcWTpKkhy9YAjEDnmMV5S820U&amp;dib_tag=AUTHOR" target="_blank" rel="nofollow noopener">LE CIRCUIT MANDELBERG</a>. Die Zusammenarbeit mit Trondheim kenne ich bereits aus <a href="https://www.amazon.de/Karmela-Krimm-Ramadan-Blues-English-ebook/dp/B0C1JKYJNV?th=1&amp;psc=1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.3cCRcOQr9mpmjTDYCO5CmwffBgI6Q6yWb_LsoSdhz_cjrRHDyzJx9EBu6EXRoZS379y_2Xj-wV5djIMGDMgrPp94cfMmuhLD88DcgCP8Nou3fQxKvbZO6faCpMrWzUCTnzNREBgVR3KM3L09ePRzt-wVje9m6GqxDgFj5brVMoY.CBJQ-qqpVBK-A65al1zcWTpKkhy9YAjEDnmMV5S820U&amp;dib_tag=AUTHOR" target="_blank" rel="nofollow noopener">KARMELA KRIMM</a>. Dort ging es noch um einen kriminalistischen Blick auf Marseille.</p>
<p>GREEN WITCH VILLAGE verschiebt den Fokus nun auf das amerikanische New York. Die Figuren tragen mehr Glamour und die Politik drängt stärker ins Geschehen. <a href="https://www.toutenbd.com/interviews/franck-biancarelli-un-rythme-feuilletonesque-qui-dynamise-la-narration/" target="_blank" rel="nofollow noopener">In einem Interview</a> beschreibt Biancarelli außerdem seine Liebe zu amerikanischen Daily Strips. Genau diese Ästhetik wollte er mit diesem Plot verbinden.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3255" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-004.jpg" alt="Innenseite 04 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-004.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-004-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-004-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-004-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Aufwachen in einem fremden Körper</h3>
<p>Um was geht es? Tabatha Sands schläft in einem New York der Gegenwart ein und wacht im Jahr 1959 wieder auf. Der Ort bleibt vertraut, die Zeit jedoch ist eine andere. Sie weiß zunächst nicht, wer sie eigentlich ist. Ihren &#8222;alten&#8220; Namen hat sie verloren, nur das Jahr aus dem sie kommt, bleibt im Kopf. An den &#8222;neuen&#8220; muss sie sich erst noch gewöhnen.</p>
<p>Die neue Realität kommt nicht als schimmerndes Retro-Bild, vielmehr als Alltag. Tabatha steht in einer Wohnung, in der auch ihre Mitbewohnerinnen leben, Erika und Gwen. Sie reagieren mit Sorge, nicht mit Schrecken. Für sie hat Tabatha eine Ohnmacht, vielleicht einen Aussetzer, vielleicht eine Gedächtnislücke. Genau diese pragmatische Reaktion macht das Narrativ schnell glaubwürdig. Niemand ruft sofort die Polizei oder sucht eine lange Erklärung. Welcher Polizist würde Ende der 1950er kommen, nur weil eine junge Frau &#8222;unpässlich&#8220; ist? Das Leben verlangt, dass es weitergeht.</p>
<p>Tabatha muss sich also neu orientieren. Telefone hängen noch an Kabeln, Informationen sind nicht in der Hosen- &#8230; Pardon, Rock- oder Handtasche zu finden. Sicherheitsgurte sind noch unbekannt und die Männer in den Bars und Büros hören ihr nicht zu, weil sie es gewohnt sind, dass Frauen sich klein machen.</p>
<p>Der Comic nutzt diese Kontraste, um sein Thema zu setzen. Diese Frau aus der Zukunft will nicht zurück in ein Zeitalter, in der sie auf ein Lächeln und ihr Aussehen reduziert wird. Gleichzeitig steht sie jedoch erst einmal unter dem Zwang, zu überleben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3256" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-005.jpg" alt="Innenseite 05 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-005.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-005-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-005-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-005-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Maskottchen mit Kampfgeist</h3>
<figure id="attachment_3267" aria-describedby="caption-attachment-3267" style="width: 146px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3267" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/Audrey_Hepburn_365x500-300x411.jpg" alt="" width="146" height="200" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/Audrey_Hepburn_365x500-300x411.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/Audrey_Hepburn_365x500-110x150.jpg 110w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/Audrey_Hepburn_365x500.jpg 365w" sizes="auto, (max-width: 146px) 100vw, 146px" /><figcaption id="caption-attachment-3267" class="wp-caption-text">Audrey Hepburn</figcaption></figure>
<p>Der erste große Schritt in die Öffentlichkeit kommt über einen neuen Job. Tabatha landet in einer Modelagentur, die auch Erika und Gwen betreut. Dort fällt sie sofort mit ihrem Audrey-Hepburn-Erscheinungsbild auf.</p>
<p>Es geht um eine Werbekampagne für die Läden im Greenwich Village. Die Kampagne braucht ein Gesicht und ein Kostüm. Tabatha wird zur GREEN WITCH und ja: die Aussprache des Stadtteils gibt den Titel und einen Teil der Idee des Albums vor.</p>
<p>Dieses Motiv ist aber mehr als ein Gag. Diese Hexe ist keine Heilerin mit Esoterik-Postkarten. Sie ist ein Reklame-Wesen, dass freundlich wirken und den Konsum ankurbeln soll. Tabatha wird auf Empfänge geschickt, wird fotografiert und steht in Schaufenstern. Sie steckt damit mitten in einer Branche, die überwiegend mit Blicken arbeitet. Und genau dort prallt ihr modernes Selbstverständnis auf die Regeln dieses Jahrzehnts, in das sie nicht passt, nicht passen will.</p>
<h3>Die grüne Hexe wird zur Marke</h3>
<p>Die Männer der Werbewelt treten als Machos auf. Tabatha hält dagegen. Sie wird nicht zur stillen Heldin, legt sich mit diesen Männern an. Sie widerspricht und nutzt auch ihre Wirkung, weil sie versteht, dass sie sonst geschluckt wird. In diesen Passagen steckt die soziale Satire des Buches. Das Setting erlaubt Humor, lässt aber auch Wut zu. Die Maske wird zum Schutz und zur Zielscheibe.</p>
<p>Die Geschichte spielt dabei bewusst mit doppelten Identitäten. Tabatha ist Tabatha und sie ist es nicht. Sie trägt ein Kostüm und soll gleichzeitig echt sein. Dies ist die Logik der Werbung. Im Alltag der Figuren bekommt sie etwas Gespenstisches, denn der Geist der Zeitreisenden taucht gelegentlich in Szenen auf und flüstert ihr zukünftige, hilfreiche Fakten zu.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3257" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-006.jpg" alt="Innenseite 06 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-006.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-006-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-006-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-006-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Kalter Krieg im Wohnzimmer</h3>
<p>Sobald Tabatha sichtbar wird, wird sie auch interessant, nicht nur für die Fotografen. Ein russischer Journalist kreuzt ihren Weg, den die CIA für einen Spion hält. Wenig später rettet er Tabatha das Leben. Damit zieht der Comic das zweite Genre aus der Kulisse nach vorn. Aus der Sittenkomödie wird auch ein Spionage Thriller.</p>
<p>Tabatha gerät zwischen CIA und KGB. Private Räume fühlen sich plötzlich politisch an. Die Wohnung mit den Mitbewohnerinnen wird zum Ort, an dem man flüstert. Die Straße wird zum Raum, in dem man beobachtet, aber auch beobachtet wird. Eine Werbeaktion kann als Deckung dienen, ein Kuss kann ein Signal sein, man verwendet tote Briefkästen statt Emails.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3258" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-007.jpg" alt="Innenseite 07 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-007.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-007-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-007-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-007-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Daily Strips und Sonntagsseiten</h3>
<p>Hier zeigt sich auch die formale Idee des Albums. Viele Seiten funktionieren wie kleine Episoden. Sie haben eine starke Auftakt Szene und eine Pointe am Ende. Diese Struktur hat ihren Ursprung im Blick zurück auf die Daily Strips und Sonntagsseiten, die in gedruckten Zeitungen erschienen. Dort musste jede Seite für sich stehen können. Trondheim und Biancarelli haben diese Regeln bewusst genutzt.</p>
<p>Das erzeugt einerseits Geschwindigkeit, andererseits aber auch Lücken. Manche Übergänge sind abrupt. Genau das macht den Leserhythmus für mich aber auch spannend. Ich stolpere kurz und bin aber schnell in der nächsten Szene.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3259" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-008.jpg" alt="Innenseite 08 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-008.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-008-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-008-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-008-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Pulp Finale mit bitterem Kern</h3>
<p>Am Ende zieht GREEN WITCH VILLAGE das Tempo merklich an. Alt-Nazis haben eine Bombe in Stellung gebracht. Sie wollen sie in New York zünden und aus Rache für 1945 einen neuen Krieg entfachen. Das ist eine fette Prise Pulp. Es ist aber auch eine Zuspitzung, die zur erzählerischen Grundidee passt. Das Album liebt die Übertreibung und nutzt sie, um Gegenwart und Vergangenheit in einen gemeinsamen Alarm zu verwandeln.</p>
<p>Tabatha rutscht auf Wunsch &#8211; bzw. eher unter Druck &#8211; der CIA in diese Affäre hinein. Was als Werbejob beginnt, endet als Weltrettung, bei dem viele helfende Hände mit den von ihr gelieferten Informationen das Schlimmste verhindern können. Dabei bleibt die Geschichte nah an ihrem Kern. Positiv finde ich, das Tabatha kein Motiv angedichtet wird, damit auch ihre zukünftige Gegenwart retten zu wollen.</p>
<p>Tabatha muss sich in einer Männerwelt behaupten. Jetzt gilt das nicht nur im Scheinwerferlicht des Agenturbüros, sondern auch im Angesicht von Gewalt und Verrat in der Schattenwelt. Ja, das Buch lässt Menschen sterben. Und nein, der Band ist kein harmloser Spaß.</p>
<p>Der paranormale Anteil bleibt dabei allzeit präsent. Der Geist der eigentlichen Zeitreisenden schiebt sich gelegentlich in die Szene und sorgt für neue Richtungen. Das ist ein kluger Kniff, denn er verhindert, dass der Körpertausch nur ein Startgag bleibt. Gleichzeitig hält der Comic die große Auflösung der Frage bis zum Ende offen. Wer ist diese Frau aus der Zukunft wirklich? Warum ist sie hier? Und welche Zeitreise-Spielchen à la <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0088763/?ref_=fn_t_1" target="_blank" rel="nofollow noopener">Zurück in die Zukunft</a> lassen sich einbauen?</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3260" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-009.jpg" alt="Innenseite 09 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-009.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-009-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-009-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-009-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Zwischen Boheme und Atomangst</h3>
<p>Der Reiz der Zeitreise liegt nicht nur im Kostümwechsel. 1959 ist ein Jahr, in dem die Welt sich gleichzeitig modern und bedroht (an-)fühlt. Der Kalte Krieg ist Alltag. In genau diesem September besucht Nikita Chruschtschow als erster sowjetischer Regierungschef die USA. Das Ereignis wird zum Medienzirkus und erinnert alle daran, wie nah Diplomatie und Eskalation beieinander liegen.</p>
<p>Schon im Juli 1959 gab es außerdem die berühmte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCchendebatte" target="_blank" rel="nofollow noopener">Küchendebatte</a>. Nixon und Chruschtschow stritten in einem amerikanischen Musterhaus in Moskau über Wohlstand und Lebensstil. Ausgerechnet die Küche wurde zur Bühne und das Gespräch kreiste auch um die Frage, was Technik für Frauen &#8222;von heute&#8220; bedeutet. Komfort kann Befreiung aber auch ein goldener Käfig sein.</p>
<p>Parallel läuft in den Vereinigten Staaten eine Kultur der Zivilverteidigung auf Hochtouren. Präsident Truman gründet die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Federal_Civil_Defense_Administration" target="_blank" rel="nofollow noopener">Federal Civil Defense Administration</a>. Sie überflutet das Land mit Aufklärungsmaterial und Alarm-Kampagnen. In Schulen üben Kinder das sogenannte Duck-And-Cover, dass in den 1950er Jahren auf einen möglichen Atomangriff vorbereiten sollte.</p>
<p>Wenn GREEN WITCH VILLAGE eine Bombe unter die Handlung legt, dann knüpft der Band an eine realistische Grundstimmung dieser Zeit an. Die Angst vor &#8222;der Bombe&#8220; war nicht nur Stoff für Zeitungsüberschriften. Sie war Teil von Erziehung und Alltag. Vielleicht ist dieses Album damit gerade aktueller, als ich es mir wünsche.</p>
<h3>Boheme-Kulisse mit Sirenen im Hintergrund</h3>
<p>Und dann ist da natürlich das Greenwich Village. Der Stadtteil gilt im 20. Jahrhundert als Künstler-Viertel und als wichtiger Ort für die Beat-Szene und die Gegenkultur. Washington Square Park wird zu einem Ort, an dem sich Folk-Musiker regelmäßig versammeln. In den 1950er und 1960er Jahren wird der Park außerdem mit der Beat-Kultur verbunden, mit Autoren und Künstlern, die genau diese Boheme markieren.</p>
<p>Diese Boheme Aura erklärt, warum eine Werbekampagne ausgerechnet hier auf eine Hexe setzt. Das Viertel verkauft sich gern als eigenwillig. Gleichzeitig steckt es mitten in Manhattan und damit mitten in den Apparaten von Medien und großem Geld. Und genau diese Spannung nutzt der Comic. Er lässt Tabatha in einem Viertel auftreten, das Freiheit verspricht, während die Regeln der Zeit sie einengen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3261" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-010.jpg" alt="Innenseite 10 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-010.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-010-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-010-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-010-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Erzählen unter gewissem Zwang</h3>
<p>Das interessanteste Statement dieses Bandes ist seine konzeptionelle Einschränkung. Die Autoren wollten einen Comic machen, der wie die großen Zeitung-Comics der 1950er Jahre funktioniert. Biancarelli spricht in Interviews von seiner Begeisterung für Daily Strips und die Eleganz dieser Bildsprache, die sich an enge Regeln zu halten hatte.</p>
<p>Jede Seite startet mit einer großen ersten Szene und endet mit einer klaren Schluss Pointe. Und jede Seite soll so gebaut sein, dass man sie als Ganzes lesen kann, aber auch in drei oder vier Streifen teilen könnte. Wir kennen dies bereits von <a title="Tiger, Schneemänner und Spacemen – CALVIN UND HOBBES" href="https://panelwalker.de/2025/12/tiger-schneemaenner-und-spacemen-calvin-und-hobbes/">Calvin und Hobbes</a>.</p>
<h3>Die Form als Turbo</h3>
<p>Das klingt nach Selbstkasteiung. In der Praxis erzeugt es jedoch ein eigenartig modernes Tempo. Man bekommt jeden Augenblick mit Schwung serviert. Dies wiederum hilft einer Story, die bewusst viel in einen Band packt wie z.B. Werbung, Sexismus, Zeitreise, Spione und Nazis. Ohne diese Form könnte das schnell in Krawall kippen. Die episodische Seite zwingt die Autoren jedoch zur Klarheit. Manche Figuren tauchen auf, wirken groß und sind dann erst einmal wieder weg. Auch diese Sprünge sind Teil des &#8222;großen Spiels&#8220;.</p>
<p>Mit gefällt das, denn für Einsteiger ist das erstaunlich freundlich. Jede Seite hat ihren eigenen Anker. Ich verliere nicht sofort den Faden, selbst wenn ich einen Übergang verpasse. Für Profis liegt der Reiz darin, wie Trondheim und Biancarelli mit diesen Grenzen arbeiten. Trondheim ist ein Autor, der gern Systeme baut. Hier baut er eines, das gleichzeitig alt, dann aber auch wieder erfrischend neu wirkt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3262" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-011.jpg" alt="Innenseite 11 von GREEN WITCH VILLAGE" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-011.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-011-300x414.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-011-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Innenseite-011-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>New York als elegante Falle</h3>
<p>Wenn GREEN WITCH VILLAGE funktioniert, dann vor allem darum, weil Biancarelli eine Welt zeigt, die sofort glaubwürdig ist. Die Illustrationen treffen Zeit und Lokalkolorit, sind stimmungsvoll. Er zeichnet Gesichter mit klarer Linie und subtiler Mimik. Er setzt Körperhaltungen als soziale Signale, zeigt wer sich breit macht, wer Platz nimmt und wer ausweicht.</p>
<p>Kritisch sehe ich nur, dass die Eleganz &#8211; in der guten alten Zeit &#8211; manchmal so dominant wird, dass die Figuren fast zu gut aussehen, um wirklich in Gefahr zu sein. Das ist der Preis dieses Stils. Der Band kompensiert dies mit Tempo und mit einer Prise Härte. Manch einer muss ins Gras beißen. Diese Härte wiederum erdet den Glanz.</p>
<p>Die Farbe von Jérôme Maffre verdient einen eigenen Satz. Die Palette hält das schöne Retro-Gefühl, ohne in Sepia zu versinken. Rot und Grün knallen dort, wo die Werbung schreien soll. Gedämpfte Töne beruhigen die Wohnungsszenen. Im Finale darf die Dramaturgie der Farben auch lauter werden, weil der Plot es verlangt.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>GREEN WITCH VILLAGE ist ein Comic, der sich traut, viel zu sein: Zeitreise, Thriller, Werbesatire, feministische Reibung, kalter Krieg und ein Abbild der Paranoia. Das könnte auseinanderfliegen, falls jemand anderes das Szenario inszeniert hätte. Trondheim hält es zusammen, weil er zwei Dinge ernst nimmt: die Form und seine Heldin!</p>
<p>Tabatha ist keine Figur, die man nur durch die Jahrzehnte schubst. Sie reagiert, wehrt sich, nutzt ihre Intelligenz. Sie scheitert vermutlich auch, jedenfalls emotional, weil so ein Sprung in eine andere Zeit Wunden hinterlässt. Genau dort entsteht jedoch die Wärme des Buches. Zwischen Gags und Action blitzt immer wieder die Frage auf, was Identität eigentlich bedeutet, wenn der eigene Körper nicht mehr passt.</p>
<p>Bei mir bleibt die Frage, ob das Album an manchen Stellen zu sehr auf Schlagzeilen setzt. Der plötzliche Nazi-Plot hat Wucht, wirkt aber auch wie eine bewusste Übersteigerung, die mich nicht unbedingt abholt.</p>
<p>Diese Geschichte will unterhalten. Und sie liefert genau das, was die alten Zeitungsformate versprachen. Jeden Tag ein Cliffhanger. Jeden Sonntag eine große Bühne. Am Ende bleibt mit diesem Album ein ausgesprochen rundes Paket.</p>
<p>Wer Trondheim für seinen Einfallsreichtum liebt, bekommt ihn in konzentrierter Form. Wer Biancarelli&#8217;s eleganten Realismus schätzt, bekommt ein Schaufenster, das die Zeit gut einfängt. Für Gelegenheitsleser ist das ein erstaunlich zugänglicher Einstieg, weil jede Seite einen Haken schlägt, an dem man sich festhalten kann. Comicfreunde werden vor allem an den Regeln Freude haben, die man beim Lesen spürt, auch wenn man sie nicht kennt. Also: eine klare Leseempfehlung.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3253" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Cover-300x410.jpg" alt="Cover von GREEN WITCH VILLAGE" width="300" height="410" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Cover-300x410.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Cover-110x150.jpg 110w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Cover-600x821.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/GREEN_WITCH_VILLAGE_Cover.jpg 731w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>GREEN WITCH VIALLAGE</li>
<li>Lewis Trondheim und Franck Biancarelli</li>
<li>Hardcover | 104 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-96582-220-7</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★☆☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=advanced_search_result&amp;search_in_description=1&amp;zenid=46c3cf921b0b1b507e7ebaa5544f7418&amp;keyword=Green+witch" target="_blank" rel="noopener">Schreiber und Leser Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/green-witch-village-eine-hexe-wider-willen/">GREEN WITCH VILLAGE – Eine Hexe wider Willen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 06:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Jérôme Félix]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Gastine]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit BIS ZUM BITTEREN ENDE nehme ich ein Album zu einem klassischer Western in die Hand. Ein alter Cowboy treibt noch ein letztes Mal Longhorns über die Prärie. Er will danach sesshaft werden. Dann jedoch beendet ein Todesfall diese Pläne. Genau in diesem Moment zeigt der Band seine eigentliche Stärke. Jérôme Félix, der Szenarist, erzählt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit BIS ZUM BITTEREN ENDE nehme ich ein Album zu einem klassischer Western in die Hand. Ein alter Cowboy treibt noch ein letztes Mal Longhorns über die Prärie. Er will danach sesshaft werden. Dann jedoch beendet ein Todesfall diese Pläne. Genau in diesem Moment zeigt der Band seine eigentliche Stärke.</p>
<p>Jérôme Félix, der Szenarist, erzählt keinen klassischen Nostalgieritt. Er schreibt eine Geschichte über das Ende eines Berufs, über das Ende von Gewissheiten.</p>
<p>Paul Gastine setzt dies mit einem Blick um, der zugleich weit ist, aber auch intim bleibt. Große Landschaften stehen neben Gesichtern, in denen jede Falte eine Entscheidung verrät. Der Splitter Verlag veröffentlichte den Band 2021 als abgeschlossenen Einzelband im Hardcover, der schnell vergriffen war. 2026 erscheint nun die erweiterte Neuausgabe. Freunde des Genres und dieses Comics wird es freuen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3296" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727.jpg" alt="Innenseite 01 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="727" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727.jpg 727w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-300x413.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-600x825.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 727px) 100vw, 727px" /></p>
<h3>Letzter Treck, letzter Traum</h3>
<p>Russell, unser Protagonist, weiß, dass er auf Verschleiß reitet. Die Arbeit der Viehtreiber verliert ihren Wert. Züge und neue Bahnstationen machen den Transport schneller, effizienter und damit auch kostengünstiger. Russell reagiert pragmatisch. Er will raus aus dem Staub und rein in ein kleines Stück Zukunft.</p>
<p>Sein Ziel liegt in Montana. Dort hofft er auf Land, Ruhe und eine Art Familie. An seiner Seite ist Bennett, ein junger Mann, den Russell früh zu sich genommen hat und den er schützt, auch wenn Bennett oft anders reagiert als die Leute es erwarten. Mit ihnen zieht Kirby. Er ist Partner, Freund und stille Stütze. Diese drei bilden eine fragile Gemeinschaft. Sie funktioniert, weil jeder weiß, was der andere nicht sagen kann.</p>
<p>Auf dem Weg legen sie in Sundance einen Halt ein. Die Stadt steht unter Druck. Neue Infrastruktur lockt Geld und verspricht Aufstieg. Gleichzeitig klebt an diesem Versprechen Angst. Wer jetzt als gefährlich gilt, wird zum Risiko für den Ruf des Ortes und damit für dessen Zukunft.</p>
<p>In dieser Stimmung findet man am Morgen eine Leiche. Der Bürgermeister sucht nach einer schnellen Erklärung. Er will Ordnung, bevor die Gerüchte größer werden. Russell spürt sofort, dass hier mehr brodelt als ein Unglück. Er bleibt, fragt nach, schaut genauer hin. Sundance reagiert abweisend. Aus dem Durchreiseort wird ein Knoten, an dem sich ihre Schicksale verwirren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3297" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716.jpg" alt="Innenseite 02 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<h3>Eine Stadt, die sich selbst verteidigt</h3>
<p>Der erste Tote bleibt nicht der letzte. Ausgerechnet Bennett gerät ins Visier der Ermittlungen. Man schiebt ihm Schuld zu. Die Logik ist brutal einfach: ein Fremder passt als Täter, ein zurückhaltender junger Mann als Sündenbock. So kann die Stadt einfach weitermachen. Ein junger Zeuge streut dabei zusätzlich Unruhe. Plötzlich steht nicht nur ein Unglück im Raum, sondern die Möglichkeit, dass jemand bewusst etwas vertuscht.</p>
<p>Für Russell bricht damit etwas. Er hat Bennett nicht als Besitz an seiner Seite, sondern als Verantwortung. Als Bennett kurz darauf ebenfalls tot aufgefunden wird, legt die Obrigkeit erneut einen Fall schnell zu den Akten. Der Bürgermeister drängt Russell aus Sundance. Er hofft, damit die Wellen zu glätten. Russell lässt sich vertreiben, aber &#8211; er vergisst nicht. Félix zieht die Schraube jetzt konsequent weiter an.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3298" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716.jpg" alt="Innenseite 03 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Russell kommt zurück, nicht als Bittsteller, sondern mit einer Gruppe Outlaws. Er will Antworten und er will sie sofort. Damit kippt die Dynamik. Sundance wird zur Bühne für eine Belagerung ohne Mauern. Jeder Schritt wird zu einem Statement, jeder Blick kann eine Lüge sein.</p>
<p>In dieses Geflecht tritt Miss Collins, die Lehrerin der Stadt. Sie wirkt wie ein Gegenentwurf zur rauen Männerlogik. Sie handelt mutig und bleibt dabei menschlich. Ihre Rolle ist mehr als die einer Nebenfigur. Sie gibt dem Geschehen einen moralischen Anker. Sie zeigt, dass Zivilisation nicht nur aus Schienen und Verträgen besteht muss.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3299" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720.jpg" alt="Innenseite 04 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="720" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720.jpg 720w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-600x833.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<h3>Wenn Rache zum Gesetz wird</h3>
<p>Ab hier erzählt BIS ZUM BITTEREN ENDE in Spiralen. Russell sucht Wahrheit, verliert jedoch gleichzeitig den Boden unter den Füßen. Die Outlaws bringen Gewalt mit, die Stadt Verdrängung. Beides passt erschreckend gut zusammen. Félix arbeitet immer wieder mit Überraschungen, aber nicht als Trick. Er zeigt, wie schnell ein Ort seine Regeln verbiegt, wenn Geld und Zukunft auf dem Spiel stehen. Die Eisenbahn hängt über Sundance wie ein Versprechen, das alle korrumpiert.</p>
<p>Russell und seine Männer pressen Antworten aus einer Gemeinschaft, die sich im Alltag aneinander festhält. Es gibt Schankräume, Flure, Hinterzimmer. Überall stehen Menschen, die zu lange geschwiegen haben. Dann kippt das Spiel.</p>
<p>Eine Beichte taucht auf. Sie wirkt wie ein sauberer Schlussstrich. Genau da wird es aber gefährlich. Russell muss entscheiden, ob er die einfache Erklärung annimmt, oder ob er weiter stochert und damit noch mehr Leben zerstört. Miss Collins versucht, den Kern des Problems sichtbar zu machen. Sie stößt dabei auf ein Netz aus Mitwisserschaft. Kirby dient bei Allem als Erdung. Er sieht, wie Rache den Blick verengt, selbst wenn sie aus Liebe geboren wird.</p>
<p>Am Ende zwingt die Geschichte ihren Helden zu Entscheidungen, die keinen sauberen Ausweg erlauben. Der Band spart sich einen romantischen Schluss. Er zeigt, wie teuer Wahrheit sein kann, wenn sie zu spät kommt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3300" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720.jpg" alt="Innenseite 05 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="720" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720.jpg 720w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-600x833.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Figuren im Gegenlicht der Moderne</h3>
<p>Das Western-Genre lebt oft von seiner Klarheit. Der Band hier lebt von Unschärfe. Félix schreibt Menschen, keine Abziehbilder. Ein Bürgermeister kann zugleich panisch und berechnend wirken. Outlaws können wie Werkzeuge erscheinen und doch eigene Grenzen haben. Russell trägt Würde in sich, aber auch eine Gewöhnung an die Gewalt an sich. Das macht jede seiner Handlungen doppeldeutig.</p>
<p>Besonders stark finde ich, wie der Comic das Ende einer Epoche nicht nur andeutet, sondern in die Beziehungen einarbeitet. Fortschritt bedeutet hier nicht Komfort, Fortschritt bedeutet Entwertung. Wer sein Leben lang geritten ist, steht plötzlich im Weg.</p>
<p>Die Erzählung bleibt trotz moralischer Grauzonen gut lesbar. Félix setzt auf klare Motive wie Familie, Loyalität, guten Ruf und Angst. Er verschachtelt diese Motive in Szenen, die schnell wechseln, aber verständlich bleiben. Die Kürze des Einzelbandes zwingt zu Verdichtung. Das funktioniert meistens, weil der Autor die Emotionen seiner Figuren präzise trifft. In manchen Passagen spürt man den Druck: Figuren müssen zügig Position beziehen. Mir fehlt gelegentlich ein Atemzug mehr, bevor die nächste Eskalation startet. Gleichzeitig passt dieser Sog zum Thema. Wenn diese Stadt kippt, kippt sie nicht in Zeitlupe.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3301" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713.jpg" alt="Innenseite 06 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Paul Gastine&#8217;s Westernblick</h3>
<p>Gastine zeichnet mit einer Lust am Detail, die nie geschniegelt wirkt. Landschaften bekommen Raum. Felsen, Himmel und Staub stehen nicht nur als Kulisse herum. Sie formen Stimmungen. In den Stadtansichten sieht man, wie eine neue Zeit anrollt. Gleise schneiden Linien in die Weite, Holzfassaden wirken provisorisch. Es sind Orte, die morgen schon anders aussehen können. Dazu kommen Gesichter, die Gastine mit markanten Zügen baut. Mimik und Körperhaltung erzählen oft schneller als die Dialoge. Das macht den Band einsteigerfreundlich. Man versteht, wer gerade lügt, wer zweifelt, wer nur spielt.</p>
<p>Auffällig sind die Farben. Gastine koloriert kräftig. Er greift tief in warme Erd- und Abendtöne. Dann setzt er kalte Akzente, wenn die Stimmung kippt. Das wirkt manchmal moderner, als man es bei einem Western erwartet. Aber mich stört das nicht, im Gegenteil. Es unterstreicht den Gedanken, dass diese Welt gerade umgebaut wird.</p>
<p>Auch die Seitenregie überzeugt. Gastine denkt in Kamerablicken. Er wechselt zwischen Panorama und Nahaufnahme. Er führt die Action klar und kinematografisch. Er kann aber auch Stille stehen lassen. Der Band fühlt sich dadurch oft wie Kino an, nur ohne die Ausrede, dass Bilder vorbeiziehen. Hier muss man hinschauen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3302" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713.jpg" alt="Innenseite 07 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Zwei historische Fäden, die der Comic aufnimmt</h3>
<p>Der Kern des Comics illustriert einen realen Strukturwandel. Trail Drives brachten Rinder von den Weiden direkt zu den Märkten oder zu einem Railhead, von dem aus Züge die Tiere weiter transportierten. Solche Trecks konnten Monate dauern. Ein Weg von Texas zu Railheads in Kansas dauerte nach Angaben des National Park Service oft zwei bis drei Monate. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trieben Cowboys Millionen Tiere über offene Weideflächen Richtung Norden.</p>
<p>Die Stadt Chicago spielte dabei eine Schlüsselrolle. Die Union Stock Yards öffneten 1865 und bündelten Viehhandel und Fleischindustrie in einem riesigen Komplex. Die Stadt wurde so zum Magneten für Tiere, Geld und Logistik. Wer das Transportproblem löste, veränderte ganze Berufe. Genau diese Entwertung spürt man in Russells Welt. Die Arbeit auf dem Pferd verliert gegen Fahrpläne. (Mit diesem Ansatz ist dieses Album gerade wieder hochaktuell.)</p>
<p>Die Konsequenz war das Ende der offenen Weidewirtschaft. Die Railroads und eingezäunte Ranchgrenzen schränkten den Beruf des Cowboys bis etwa 1890 deutlich ein. Aus freier Weite wird Parzelle, aus Handschlag wird Vertrag. Félix nimmt diesen Umbruch als unsichtbaren Gegenspieler und Antrieb.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3303" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713.jpg" alt="Innenseite 08 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dazu kommt ein zweiter Faden. Die neuen Linien erzeugten neue Orte und neue Abhängigkeiten. In BIS ZUM BITTEREN ENDE wartet Sundance auf den Zug wie auf den Heilsbringer. Der Bürgermeister fürchtet, ein Skandal könnte anstehende Investitionen vertreiben. Denn Eisenbahngesellschaften entschieden, wo Haltepunkte und Umschlagplätze entstehen und wo Boomtowns wachsen oder Verliererorte entstehen.</p>
<p>Der Ortsname selbst trägt zusätzlich Geschichte. In Wyoming existiert <a href="https://www.google.de/maps/place/Sundance,+Wyoming+82729,+USA/@44.4052936,-104.386629,6382m/data=!3m2!1e3!4b1!4m6!3m5!1s0x5332e096cebe18f1:0xc3c44be889fa5bdf!8m2!3d44.4063746!4d-104.3757816!16zL20vMDExZmRk?entry=ttu&amp;g_ep=EgoyMDI2MDIyNS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D" target="_blank" rel="nofollow noopener">Sundance</a> als Stadt. Sie entstand Ende der 1870er Jahre und wurde später Verwaltungssitz des Crook County. Bekannt wurde sie auch über Harry Alonzo Longabaugh, den Outlaw &#8222;Sundance Kid&#8220;.</p>
<p>Diese Fakten zeigen, wie sehr der Westen in jener Zeit neu vermessen wurde. Orte entstanden, weil Handel, Durchreise und Infrastruktur sie brauchten. Félix und Gastine fangen dieses Klima ein. Sie erzählen es nicht als Chronik. Sie machen es als den Druck spürbar, der Menschen zu schnellen, schlechten Entscheidungen treibt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3304" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713.jpg" alt="Innenseite 09 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>BIS ZUM BITTEREN ENDE ist ein Western, der die Colts nicht vergisst. Jérôme Félix schreibt eine Rachegeschichte, welche die Menschen dahinter ernst nimmt. Paul Gastine liefert Bilder, die ich nicht nur lese, sondern in denen ich verweile. Wer Western liebt, bekommt hier Staub, Schüsse und Weite. Wer selten Western liest, bekommt einen klar erzählten Einstieg in ein Genre. Der Comic bleibt wohlwollend hart. Er fragt nach Verantwortung, zeigt, wie schnell Moral zur Verhandlungsmasse wird. Am Ende bleibt ein Gefühl von Verlust, aber auch von erzählerischer Konsequenz. Und genau das macht diesen Einzelband so überzeugend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3295" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-300x417.jpg" alt="Cover von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="300" height="417" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-600x834.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719.jpg 719w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>BIS ZUM BITTEREN ENDE</li>
<li>Jérôme Félix und Paul Gastine</li>
<li>Hardcover | 88 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-68950-142-6</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/bis-zum-bitteren-ende-erweitert.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/">Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>ASGARD jagt im Eis des Nordmeeres seine Dämonen</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 06:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Xavier Dorison]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Xavier Dorison und Ralph Meyer sind zwei Namen, die inzwischen so fest miteinander verbunden sind wie Pferd und Reiter. Wer einmal UNDERTAKER oder die SCHLOSS DER TIERE-Bände in der Hand hatte weiß, dass Dorison gern Geschichten erschafft, die mythologisch aufgeladen, aber zugleich greifbar sind. Er beschäftigt sich mit menschlicher Hybris, mit politischen Spannungen und mit [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/">ASGARD jagt im Eis des Nordmeeres seine Dämonen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Xavier Dorison und Ralph Meyer sind zwei Namen, die inzwischen so fest miteinander verbunden sind wie Pferd und Reiter. Wer einmal <a href="https://www.splitter-verlag.de/undertaker-bd-1-der-goldfresser.html" target="_blank" rel="noopener">UNDERTAKER</a> oder die <a title="Die Revolution im SCHLOSS DER TIERE endet" href="https://panelwalker.de/2026/01/die-revolution-im-schloss-der-tiere-endet/" target="_blank" rel="noopener">SCHLOSS DER TIERE</a>-Bände in der Hand hatte weiß, dass Dorison gern Geschichten erschafft, die mythologisch aufgeladen, aber zugleich greifbar sind. Er beschäftigt sich mit menschlicher Hybris, mit politischen Spannungen und mit der Frage nach Schuld und Heldentum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2349" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1.jpg" alt="Innenseite 01 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<p>Meyer wiederum ist einer dieser Zeichner, die Figuren nicht nur in Bewegung setzt, sondern ganze Welten atmen lässt. Sein Strich ist präzise, schwer, voller Gravur wie ins Papier gemeißelt. Seit seinem Durchbruch mit <a href="https://piredda-verlag.de/p/ian-gesamtausgabe" target="_blank" rel="noopener">IAN</a> (zusammen mit Fabien Vehlmann) zeichnet er sich durch eine seltene Mischung aus Dynamik und archaischer Wucht aus.</p>
<p>Wer sich ASGARD vornimmt, ahnt gleich, dass hier zwei Kreative zusammengefunden haben, die dasselbe Vokabular teilen. Dorison liebt es, mit nordischer Mythologie zu spielen, ohne in Fantasy-Klischees abzudriften. Meyer liebt es, kräftige Körper und harsche Umgebungen zu zeichnen. Ein Treffen zwischen Autor und Zeichner, bei dem die Temperatur irgendwo zwischen eisiger Fjordluft und glühender Schmiedekohle liegt. Ganz ähnlich wie schon bei einem anderen nordisch-mythischen Comic, dem bereits besprochenen <a href="https://panelwalker.de/2025/06/in-helblar-wird-ein-dorf-ueberfallen/" target="_blank" rel="noopener">Hel&#8217;Blar</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2351" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2.jpg" alt="Innenseite 02 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Wenn Strich und Wort dieselbe Sprache sprechen</h3>
<p>Meyer übernimmt diesmal auch die Kolorierung, was dem Ganzen zusätzlich einen geschlossenen Charakter gibt. Farblich bewegt er sich in zurückhaltenden Paletten von grauem Eis, tiefem Blau, Ocker und Blutrot. Keine Effekthascherei, eher eine Schichtung, die Textur gibt und Raum öffnet. Meyer&#8217;s Farben erzählen mindestens so viel wie die Dialoge selbst. ASGARD wirkt wie ein Film im Breitwandformat, nur dass man hier in jedem einzelnen Bild länger verweilen möchte.</p>
<p>Dorison wiederum hält sich sprachlich zurück, setzt kurze Texte, knappe Dialoge, die den Figuren Charakter verleihen statt sie zu zudecken. Gerade weil er schweigsam bleiben lässt, entsteht Sog. Es gibt keinen überflüssigen Ballast. In einem Medium, das manchmal zu geschwätzig sein kann, ist das eine Wohltat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2353" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3.jpg" alt="Innenseite 03 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Fjorde, Kälte, Jagd</h3>
<p>Worum geht es in ASGARD? Kurz gesagt: Um eine Reise in eine feindselige Welt. Wir folgen einem Exilanten, einem Jäger, einem Mann, der von den eigenen Leuten verstoßen wurde, weil er ein Skraeling &#8211; ein Krüppel &#8211; ist und gegen das Schönheitsideal der Gemeinschaft verstößt. Doch anders, als es die Wikinger-Gesetze es vorschreiben, tötet ihn sein Vater nicht nach der Geburt. Sein Name: ASGARD.</p>
<p>Passenderweise trägt er denselben Namen wie die mythologische Welt der Götter. Das macht ihn, kaum dass wir ihn kennen lernen, zu einer wandelnden Versinnbildlichung. Doch Dorison wäre kein ernst zu nehmender Erzähler, wenn er daraus eine platte Allegorie machen würde. ASGARD bleibt Mensch, mit Hunger, mit Schwächen und mit Stolz.</p>
<p>Die Handlung setzt ein, als eine riesige Kreatur aus der Tiefe der Nordmeere auftaucht. Sie wird zur Bedrohung für ganze Dörfer, für den Handel und besonders für die Seefahrer. Es gibt also etwas, das jagbar ist, das zugleich größer ist als der Mensch und damit eine Projektionsfläche für Heldenmut oder Feigheit.</p>
<p>Und je länger die Jagd dauert, umso mehr verstärkt sich der Eindruck, dass es sich hierbei um <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Midgardschlange" target="_blank" rel="noopener">Jörmungandr</a>, die Midgardschlange, handeln könnte, die dem Weltuntergang <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ragnar%C3%B6k" target="_blank" rel="noopener">Ragnarök</a> vorausgeht.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2355" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4.jpg" alt="Innenseite 04 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Die einsame Jagd des Verstoßenen</h3>
<p>ASGARD, der Verstoßene, nimmt den Auftrag an, dieses Wesen zu töten. Nicht weil er die Welt retten, sondern weil er sich gegen sein Schicksal stemmen will und weil er diese und ähnliche Jagden zu seiner Aufgabe gemacht hat.</p>
<p>Was Dorison hier aufspannt, ist aber mehr als eine klassische Jagdgeschichte. Es ist eine Reise tief in die Ikonografie nordischer Mythen. Wir sehen Dörfer, Schlachtfeste, lange Schiffe und archaische Waffen. Doch der Ton der Geschichte ist nicht der eines Märchens, eher ein archaisches, reales Drama. Der Comic verzichtet weitgehend auf Götterfiguren und kaut keine Mythen wieder. Er interessiert sich für die Menschen, die zu überleben versuchen, für den Einzelnen gegenüber der Natur, für die Gewalt, die in jeder Begegnung steckt.</p>
<p>Meyer übersetzt dies alles in Bildfolgen, die kalt wirken und gleichzeitig voller Spannung sind. Man spürt die Kälte auf der Haut, man riecht förmlich den Atem der Rinderherden, man hört das Knirschen des Schnees. Gerade in Stillen entfaltet der Comic seine Wucht. Ich finde mich in einem nordischen Noir wieder, bei dem die Natur kein Ornament, sondern Gegner ist.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2357" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5.jpg" alt="Innenseite 05 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Moby Dick trifft Nordmeer</h3>
<p>Diese Geschichte ist ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moby-Dick" target="_blank" rel="noopener">MOBY DICK</a> im Nordmeer. Keine Jagd nach einem weißem Wal, sondern nach einer Art Seeungeheuer. Doch anders als bei Melville steht hier nicht die Obsession des Kapitäns im Vordergrund, sondern die Konfrontation eines Ausgestoßenen mit einer Aufgabe, die größer ist als er selbst, viel größer. Diese Balance macht den Kern der Erzählung aus.</p>
<p>Ich bleibe dabei, weil mich nicht allein die Frage &#8222;Wird er das Monster besiegen?“ am Ball bleiben lässt, sondern weil jede Seite enthüllt, wie viel Menschlichkeit in einer brutalen Welt übrig bleibt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2359" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6.jpg" alt="Innenseite 06 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Kiel, drei Konflikte</h3>
<p>Betrachten wir, wie die Geschichte gebaut ist. Dorison wählt keinen linearen Heldenbogen im klassischen Sinne. Stattdessen folgt er einer episodischen Struktur, die zugleich stringent bleibt. Die Mission, das Seeungeheuer zu jagen, liefert eine klare Richtung. Doch unterwegs gibt es Brüche, Umwege und Begegnungen, die scheinbar nebensächlich sind, aber Tiefe einflechten.</p>
<p>Man könnte sagen: ASGARD funktioniert wie ein Wikinger-Langschiff. Der Kiel gibt Richtung, die Planken sind Einzelmomente. Am Ende halten sie ein Schiff zusammen, das nur fährt, weil alles zusammenspielt. Die Dramaturgie balanciert Stille und Action, innere Kämpfe und äußere Duelle.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2361" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7.jpg" alt="Innenseite 07 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Struktur wie eine Schiffsplanke</h3>
<p>Dorison&#8217;s Stärke liegt darin, dass er Konflikte auf verschiedenen Ebenen verschachtelt. Da ist ein äußerer Kampf gegen die Kreatur, ein sozialer Konflikt mit den Dorfbewohnern und ein innerer Konflikt ASGARD&#8217;s mit sich selbst. Diese drei Stränge laufen parallel und verstärken sich gegenseitig.</p>
<p>Interessant ist zudem, dass Dorison die Storyline oft abrupt bricht. Kein Übergang von einem Bild zum nächsten, sondern harte Schnitte. Damit wirkt die Erzählung filmisch, fast wie im modernen Kino. Dabei entsteht jedoch keine Ziellosigkeit, sondern Spannung. Gerade diese Rhythmuswechsel heben ASGARD ab von konventionellen Fantasy-Comics, die häufig eine gleichmäßige Erzählmelodie anstimmen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2363" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8.jpg" alt="Innenseite 08 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Der Mann, der kein Held sein darf</h3>
<p>ASGARD ist zunächst kein Held zum Liebhaben. Er ist entstellt, misanthropisch und schweigsam. Er trägt Verbitterung, aber auch Stolz in sich. Dorison gönnt ihm keine sofortige Entwicklung zum guten Menschen, sondern zeichnet ihn rau und abweisend. Und das macht ihn für mich glaubwürdig. Wir begleiten keinen glatten Übermenschen, sondern jemanden, der mehr mit Wunden kämpft als mit Schwertern.</p>
<p>Diese Entwicklung ist das Herzstück des Comics. Denn während die Jagd auf See den äußeren Rahmen gibt, entsteht die wahre Spannung im Inneren dieser Figur.</p>
<p>ASGARD ist ein Mann, der permanent beweisen muss, dass er mehr ist als seine Narbe, mehr als sein Makel. Seine Beziehung zu anderen Figuren bleibt schwierig, oft konfliktreich, manchmal von Misstrauen überschattet. Genau das zieht uns hinein, weil der Comic keine typische Heldenreise erzählt, sondern eine Geschichte der Selbstbehauptung.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2365" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9.jpg" alt="Innenseite 09 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Kampf aus Trotz, nicht aus Ruhm</h3>
<p>Nebenfiguren erfüllen wichtige Funktionen. Sie sind Projektionsflächen für Vertrauen, Feindseligkeit oder Spiegelungen seines Inneren. Sie tauchen auf, verankern Szenen, verschwinden wieder. Anders als in typischen Fantasygruppen treten sie nicht als eingespielte Truppe auf, sondern eher als Wegmarken, die uns die Dimension von Isolation und Gemeinschaft noch stärker fühlen lassen.</p>
<p>Man könnte fast sagen, dass Dorison hier nicht nur einen Antihelden, sondern einen „Nicht-Helden“ entwirft. Er kämpft, ja. Aber er kämpft nicht für Ruhm, nicht für Götter, nicht für eine Gemeinschaft. Er kämpft, weil er atmet, und weil ein weiterer Tag Leben eben Kampf bedeutet. Diese kompromisslose Nüchternheit macht die Figur stärker als jedes Heldenpathos.</p>
<h3>Geschichte als Hintergrundrauschen</h3>
<p>Spannend ist auch, wie ASGARD historische Signale setzt. Natürlich bewegen wir uns in einer fiktionalisierten Wikingerwelt, irgendwo zwischen Legende und dokumentarischer Härte. Das Seeungeheuer, das erlegt werden soll, hat Parallelen zu skandinavischen Mythen über Meeresdrachen. Zugleich kann man es lesen als Symbol für die Ängste einer Küstengesellschaft, die vom Meer lebt und es fürchtet.</p>
<p>Dorison und Meyer greifen dabei nicht auf exakt belegte historische Tatsachen zurück. Sie weben vielmehr ein Ambiente, das sich anfühlt, als könnte es so einmal gewesen sein. Skelette von Schiffen stehen am Strand, Runen zieren Holz, Masken und Helme wirken handwerklich authentisch. Einige Details erinnern an archäologische Funde, andere wiederum sind frei interpretiert.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2367" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10.jpg" alt="Innenseite 10 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Runen, Drachen, Realität</h3>
<p>Dieser Umgang mit Geschichte ist wohltuend. Es entsteht keine peinliche Rekonstruktion, die pedantisch wirken könnte, aber auch kein beliebiges Fantasy-Setting. Stattdessen ist ASGARD geerdet, roh und glaubwürdig. Wer sich ein wenig in der altnordischen Literatur auskennt, entdeckt Nachklänge an Sagas, an das Gefühl existenzieller Bedrohung in einer Welt ohne Sicherheit. Aber die Geschichte bleibt trotzdem ein Comic, kein Lehrbuch.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2369" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11.jpg" alt="Innenseite 11 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Herzschlag im Eis</h3>
<p>Wer sich ASGARD aufschlägt, hält einen Band in den Händen, der nicht bloß von Monstern und Kriegern erzählt. Vielmehr entfaltet sich ein Drama über Außenseiter, über den Kampf gegen Naturgewalt, über die Frage, was ein Mensch wert ist, wenn er aus der Gemeinschaft fällt.</p>
<p>Man könnte meinen, Dorison und Meyer hätten eine kalte Saga geschrieben. Doch diese Saga brennt. Sie brennt, weil die Bilder von Meyer heiß pochen, weil die Dialoge von Dorison scharf wie Äxte schneiden, weil jeder Schnitt im Storyboard bewusst gesetzt ist.</p>
<p>Nein, dieser Comic ist nichts für jemanden, der gemütliche Abenteuergeschichten sucht. Er ist nichts für den Markt, der Fantasy gern als Eskapismus konsumiert. Es ist ein Comic für Leserinnen und Leser, die spüren wollen, wie sehr das Medium Comic die Kraft von Kino, Theater und Mythos in sich vereinen kann.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ein klarer Tipp: ASGARD lesen. Hinsetzen, die Seiten atmen lassen, sich einlassen auf Dunkelheit, Härte, Blut und Schönheit. Und wenn man das Buch schließt, bleibt am Ende nicht einfach der Eindruck einer erledigten Lektüre, sondern das Gefühl, ein Stück kalten Nordens tief in die eigene Brust gesetzt bekommen zu haben. Das ist mehr, als man von einem einzelnen Comic erwarten kann&#8230;</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2371 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12-300x400.jpg" alt="Cover von ASGARD" width="300" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12-600x800.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>ASGARD (Splitter Double)</li>
<li>Ralph Meyer und Xavier Dorison</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-86869-678-3</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/asgard-splitter-double.html" target="_blank" rel="noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/">ASGARD jagt im Eis des Nordmeeres seine Dämonen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>VOLLE LEICHENHALLE &#8211; Ein Privatdetektiv im freien Fall</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/02/volle-leichenhalle-ein-privatdetektiv-im-freien-fall/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 06:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Crime Noir]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Doug Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Patrick Manchette]]></category>
		<category><![CDATA[Max Cabanes]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiber und Leser Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eugène Tarpon, der Protagonist aus dem Comic VOLLE LEICHENHALLE, ist am Ende. Nicht als hartgesottener Held, sondern als Mann, der seine eigene Würde nur noch mühsam zusammenhält. Er lebt praktisch in seinem Büro, trinkt zu viel, arbeitet zu wenig und hofft auf einen Zufall, der endlich wieder Geld bringt. Schon die ersten Seiten setzen den [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/volle-leichenhalle-ein-privatdetektiv-im-freien-fall/">VOLLE LEICHENHALLE – Ein Privatdetektiv im freien Fall</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eugène Tarpon, der Protagonist aus dem Comic VOLLE LEICHENHALLE, ist am Ende. Nicht als hartgesottener Held, sondern als Mann, der seine eigene Würde nur noch mühsam zusammenhält. Er lebt praktisch in seinem Büro, trinkt zu viel, arbeitet zu wenig und hofft auf einen Zufall, der endlich wieder Geld bringt.</p>
<p>Schon die ersten Seiten setzen den Ton, der die Erzählung bestimmt. Ein früherer Staatsdiener, der aus der Bahn geflogen ist, weil bei einer Demonstration ein Mensch durch seine Hand starb. Der Comic macht daraus keinen großen Seelenstriptease. Er zeigt Verhalten. Tarpon schiebt sich durch den Tag, und genau das wirkt so unerquicklich glaubwürdig.</p>
<p>Dann klingelt es an der Tür. Mitten in diesen schäbigen Routineabgrund platzt Memphis Charles. Jung, aufgelöst, zitternd, aber nicht hilflos. Ihr Problem ist brutal einfach. Ihre Mitbewohnerin Griselda Zapata liegt tot daheim. Ermordet, Kehle aufgeschlitzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3096" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-004_1000X737.jpg" alt="Innenseite 4 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-004_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-004_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-004_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-004_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Ein Fall kommt ungelegen</h3>
<p>Aber Memphis kann nicht zur Polizei. Sie hat Zeug in der Wohnung, das sie sofort zur Hauptverdächtigen macht. Also landet sie bei Tarpon, diesem abgehalfterten Privaten, der eigentlich gerade aufgeben will. In VOLLE LEICHENHALLE ist das kein romantischer Ruf nach Gerechtigkeit. Es ist eine Notlösung. Sie wählt Tarpon, weil er der letzte ist, der noch zuhört und nicht sofort das Gesetz ruft.</p>
<p>Tarpon reagiert nicht heldenhaft. Er reagiert menschlich, versucht, sie zu beruhigen und greift nach Hausmitteln, Kaffee, Alkohol. Er schaut hin, und er nimmt den Fall an, weil er gar nicht anders kann.</p>
<p>Hier liegt schon das erste Problem des Albums. Es verkauft diese Zwangsläufigkeit als Motor, aber sie wirkt auch wie ein Trick. Jean-Patrick Manchette, der Szenarist, zieht Tarpon in die Sache, weil sonst kein Plot passiert. Das ist konsequent, aber es bleibt auch spürbar konstruiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3097" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-005_1000X737.jpg" alt="Innenseite 5 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-005_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-005_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-005_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-005_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Paris drückt von allen Seiten</h3>
<p>Sobald Tarpon sich bewegt, wird Paris zur Falle. Nicht das Postkarten Paris, sondern sein Milieu aus Hinterzimmern, Kneipen, schmutzigen Treppenhäusern, Büros mit abgestandenem Rauch. Der Comic liebt diese Räume. Er macht sie konkret, zeigt, wie arm Tarpon&#8217;s Alltag ist und wie schnell Gewalt in diesen Alltag einbricht.</p>
<p>Die Ermittlungen beginnen nicht mit einem genialen Schluss. Sie beginnen mit einem unguten Gang zur Wohnung, mit Blicken, mit Fragen, mit dem Gefühl, dass Tarpon sich da in was verheddert, das größer ist als er.</p>
<p>Memphis bleibt dabei mehr als ein Auftrag. Sie wird zum Störgeräusch in Tarpon&#8217;s Selbstmitleid. Sie redet, sie drängt, kippt um und fängt sich wieder. Der Comic zeichnet sie nicht als Femme fatale im klassischen Sinn. Eher als Person, die gelernt hat, sich durchzubeißen. Trotzdem kommt das Werk aus alten Reflexen nicht heraus: Männer schauen, Männer kommentieren, Männer entscheiden. Das lese ich als Zeitkolorit, aber es bleibt auch eine Schwäche. VOLLE LEICHENHALLE will dreckig sein und das ist es auch. Nur verwechselt das Album manchmal den Dreck mit Haltung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3098" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-006_1000X737.jpg" alt="Innenseite 6 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-006_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-006_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-006_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-006_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Tempo statt Tiefgang</h3>
<p>In den Nebenfiguren liegt viel von Manchette&#8217;s Bosheit. Polizisten treten nicht als Ordnungsmacht auf, sondern als Druckmittel. Kontakte sind nicht loyal, sondern opportunistisch. Und über allem hängt dieser politische Subtext, der schon sehr früh klar macht, dass hier weder rechte noch linke Posen geschont werden. Das wirkt scharf, aber auch bequem. Spott trifft alle, also muss der Text selbst keine klare Position riskieren.</p>
<p>Spannung entsteht weniger aus dem Rätsel als aus dem Tempo. Tarpon stolpert von Begegnung zu Begegnung. Das kann treiben &#8211; oder auch beliebig wirken. Gerade in der Mitte reiht der Plot Schläge, Drohungen und Ortswechsel aneinander, ohne dass die emotionale Kurve wirklich wächst. Man liest weiter, weil es knallt. Man bleibt selten stehen, weil es wirklich weh tut.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3099" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-007_1000X737.jpg" alt="Innenseite 7 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-007_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-007_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-007_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-007_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Wenn alles kippt, kippt es richtig</h3>
<p>Die zweite Hälfte zieht die Schrauben weiter an. Der Comic stapelt Leichen, Missverständnisse und Gewalt so hoch, bis aus dem Fall ein Karussell wird. Genau hier zeigt sich Manchette&#8217;s Stärke und sein Problem. Er kann Eskalation, kann Situationen so zuspitzen, dass sie plötzlich grotesk wirken &#8211; ja, fast komisch &#8211; nur um im nächsten Moment wieder hässlich real zu sein.</p>
<p>Tarpon rennt, flüchtet, pariert und kassiert. Er bleibt dabei nie der coole Profi, sondern der Mann, der eigentlich nicht mehr kann. Das ist als Figur interessant. Tarpon ist kein Übermensch. Er ist auch kein Zyniker, der über den Dingen steht. Er ist kaputt und trotzdem anständig genug, um sich weiter reinziehen zu lassen.</p>
<p>Das macht ihn sympathisch. Es macht ihn aber auch passiv. Viele Wendungen passieren an ihm, nicht durch ihn. Er reagiert, er agiert selten. Für einen Detektivstoff ist das jedoch riskant. Ein Thriller lebt davon, dass jemand Entscheidungen trifft. VOLLE LEICHENHALLE lässt Tarpon oft nur den kleinsten Schritt wählen, um selbst nicht zu sterben.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3100" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-008_1000X737.jpg" alt="Innenseite 8 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-008_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-008_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-008_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-008_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Tarpon überlebt, mehr nicht</h3>
<p>Im Finale zeigt der Plot seine alte Schule. Alles hängt zusammen, alles will noch einmal krachen, jeder hat ein Motiv, jeder lügt. Das ist unterhaltsam. Es hat aber auch etwas Mechanisches. Man spürt, wie hier ein Roman aus den frühen 1970ern arbeitet, geprägt vom hardboiled Noir und vom damals neuen französischen <a href="https://filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/n:neopolar-6134" target="_blank" rel="noopener">NEO POLAR</a>. Der Comic übernimmt das und er feiert es. Aber reicht das?</p>
<p>Am Ende bleibt Tarpon nicht geläutert zurück. Er bleibt Tarpon. Das ist konsequent, aber auch unerquicklich. Wer eine Entwicklung sucht, bekommt eher eine Bestandsaufnahme. Vielleicht ist aber genau das die Pointe und dient dies dem bequemen dem Start einer Reihe.</p>
<h3>Woher das kommt, wohin das führt</h3>
<p class="haftnotizrechts">Jean-Patrick Manchette wurde 1942 in Marseille geboren und starb 1995 in Paris. Er schrieb Kriminalromane, Essays und Filmtexte und prägte bei Letzteren den französischen NEO POLAR entscheidend mit. Seine Bücher sind bekannt für knappe, beobachtende Prosa, hohe Gewaltbereitschaft und einen Blick auf Politik und Klasse, der selten tröstet.</p>
<p>Jean-Patrick Manchette gilt als einer der prägenden Köpfe des modernen französischen Noir. Seine Romane wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/nada.html" target="_blank" rel="noopener">NADA</a>, <a href="https://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=index&amp;cPath=cPath=1_48&amp;zenid=1346b04cff6bca3f357373e6b70a87bd#tag471" target="_blank" rel="noopener">FATALE</a>, <a href="https://www.editionmoderne.ch/buch/killer-stellen-sich-nicht-vor/" target="_blank" rel="noopener">KILLER STELLEN SICH NICHT VOR</a> oder <a href="https://www.editionmoderne.ch/buch/zum-abschuss-freigegeben/" target="_blank" rel="noopener">ZUM ABSCHUSS FREIGEGEBEN</a> verbinden knappen Stil mit politischer Kälte. Sie zeigen Systeme, keine Seelen.</p>
<h3>Cabanes im Noir Modus</h3>
<p>Max Cabanes kommt aus einer ganz anderen Ecke. Er kann Realismus, aber er liebt auch das Überzeichnete. Seine Karriere reicht von der Serie DANS LES VILLAGES bis zu Arbeiten, die Jugendmilieus und Zeitgefühl der 1960er und 1970er Jahre atmen. Auffällig ist, wie stark er als Zeichner zwischen Zartheit und Groteske wechseln kann.</p>
<p>In den letzten Jahren hat er mit Doug Headline mehrere Stoffe Manchette&#8217;s als Comics umgesetzt, darunter <a href="https://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=advanced_search_result&amp;search_in_description=1&amp;keyword=Blutprinzessin" target="_blank" rel="noopener">BLUTPRINZESSIN</a>, <a href="https://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=index&amp;cPath=cPath=1_48&amp;zenid=1346b04cff6bca3f357373e6b70a87bd#tag471" target="_blank" rel="noopener">FATALE</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/nada.html" target="_blank" rel="noopener">NADA</a>. Die VOLLE LEICHENHALLE gehört ebenfalls in diese Reihe.</p>
<p>Für Einsteiger ist das Album hilfreich. Man bekommt einen in sich geschlossenen Comic, das trotzdem in einem Gesamtwerk steht. Diese Adaptionen leben stark davon, dass man Manchette&#8217;s Ton bereits schätzt. Wer den Stil nicht mag, wird hier wohl nicht bekehrt. Wer ihn mag, merkt zugleich, wie sehr der Stoff auf Bekanntes setzt. VOLLE LEICHENHALLE ist also auch eine Art Test. Nicht für die Frage, ob Noir funktioniert, sondern ob man dieses spezielle, damals neue Gift heute noch genießen will.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3101" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-009_1000X737.jpg" alt="Innenseite 9 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-009_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-009_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-009_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-009_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Linien, Gesichter, Körper als Kommentar</h3>
<p class="haftnotizlinks">Max Cabanes wurde 1947 in Béziers geboren. Er arbeitete früh für Magazine und prägte mit Serien wie DANS LES VILLAGES seinen Ruf als vielseitiger Zeichner. Er bewegt sich sicher zwischen Milieustudie, Fantastik und Krimi. 1990 erhielt er den Großen Preis von Angoulême.</p>
<p>Cabanes zeichnet nicht neutral. Er kommentiert mit Körpern. Gesichter haben Kanten, Nasen erzählen Biografien, Müdigkeit hängt in Lidern und Schultern. Tarpon steht im Büro in Unterwäsche, nicht als Gag, sondern als Entblößung. Seine Wohnung wirkt bewohnt, nicht dekoriert. Memphis sitzt da wie eine Person, die nicht weiß, wohin mit den Händen und gerade dadurch wirkt sie glaubwürdig.</p>
<p>Die Farbgebung hält sich zurück. Sie setzt auf gedämpfte Töne und lässt Innenräume oft schmutzig warm wirken. Das passt zur Zeit und es passt zum Genre. Gleichzeitig nimmt es dem Comic etwas von der Härte. Blut schockt weniger, wenn die Welt vorher schon im Licht abgestanden aussieht. Dieser Look gefällt mir, er ist stimmig.</p>
<p>Cabanes setzt dazu Zeitmarken wie Requisiten. Im Kino läuft <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0066921/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_A%2520CLOCKWORK%2520ORANGE" target="_blank" rel="noopener">UHRWERK ORANGE</a>. Ein Cop liest <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pilote" target="_blank" rel="noopener">PILOTE</a>. Im Hilton tauchen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_McCartney" target="_blank" rel="noopener">Paul McCartney</a> und die kleine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stella_McCartney" target="_blank" rel="noopener">Stella</a> auf. Das ist witzig und irritierend zugleich. Ich verstehe den Effekt. Die Siebziger sollen nicht nostalgisch glänzen, lieber grell flimmern.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3102" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-010_1000X737.jpg" alt="Innenseite 10 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-010_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-010_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-010_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-010_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Panel wie Pariser Departements</h3>
<p>Cabanes arbeitet in diesem Album oft mit einem rigiden Raster. Neun Panels pro Seite dominieren über weite Strecken den Lesefluss. Das zwingt jede Szene in gleich große Häppchen. Der Rhythmus soll wie ein Metronom laufen. Der Krimi soll nicht auftrumpfen, sondern marschieren. Ist das nun kontrollierte Trockenheit? Oder ein Bleigewicht? Ich empfinde eher Letzteres.</p>
<p>Das Raster nivelliert Tempo. Eine Verfolgung fühlt sich dann ähnlich an wie ein Gespräch im Büro. Das ist eine bewusste Entscheidung. Aber sie hat einen Preis.</p>
<p>Stark ist Cabanes bei Momenten, in denen die Szene kippt. Hier ein Blick zu lang, dort ein Mundwinkel zu verächtlich, eine Pose zu aggressiv. Da entsteht Groteske, ohne dass der Comic ins cartooneske verfällt. Gerade Tarpon profitiert davon. Er wirkt oft wie ein Mann, dessen Körper schneller altert als seine Hoffnung.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3103" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-011_1000X737.jpg" alt="Innenseite 11 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-011_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-011_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-011_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-011_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Schwächen, wenn es kracht</h3>
<p>Schwach ist der Band, wenn er Action liefern will. Dann werden Bewegungen zeitweise unübersichtlich. Panels hetzen, statt dass sie Rhythmus aufzubauen. Und die Lesbarkeit steht gelegentlich im Weg, weil Textflächen und Bilder nicht immer elegant zusammenspielen. Das ist kein Totalausfall. Es ist aber ein spürbarer Reibungsverlust, gerade für Gelegenheitsleser, die durch Tempo eigentlich gehalten werden könnten.</p>
<p>In VOLLE LEICHENHALLE steckt also eine klare zeichnerische Haltung. Sie ist nicht hübsch, sie ist absichtlich unkomfortabel. Nur funktioniert unkomfortabel sein automatisch als Kritik. Manchmal bleibt es schlicht das: unkomfortabel.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3104" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-012_1000X737.jpg" alt="Innenseite 12 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-012_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-012_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-012_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-012_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Kulisse als Spiegelbild</h3>
<p>Der Stoff spielt im Paris der frühen 1970er und das ist mehr als Tapete. Tarpon&#8217;s Büro liegt im Umfeld von Les Halles, dem ehemaligen Zentralmarkt von Paris. Dieser Ort war damals im Umbruch. Der alte Marktbetrieb endete Anfang 1973. Danach blieb lange eine riesige Baugrube, berüchtigt als das Loch von Les Halles. Später entstand dort das Forum, das 1979 eröffnete.</p>
<p>Warum ist das spannend? Weil es Tarpon&#8217;s Lebensgefühl widerspiegelt. Auch er ist eine Baustelle, nur ohne Plan. Die Welt um ihn herum wird modernisiert, umgebaut, kommerzialisiert. Er selbst bleibt hängen zwischen alter Polizeiwelt und neuer Dienstleistungswüste. VOLLE LEICHENHALLE nutzt dieses Zeitfenster gut. Es zeigt eine Stadt, in der alte Milieus verschwinden, während neue Gewaltformen schon warten.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3105" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-013_1000X737.jpg" alt="Innenseite 13 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-013_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-013_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-013_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-013_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Zeitkolorit und Milieu</h3>
<p>Ein zweites Detail passt ebenfalls. Tarpon&#8217;s Alkohol ist kein edler Whisky, sondern oft schnöder Anis und Schnaps. Das klingt banal, aber es erdet die Figur. Pastis Marken wie &#8222;Ricard&#8220; stehen in Frankreich seit den 1930ern für Alltagsrituale und Flucht zugleich. Tarpon trinkt nicht stilvoll. Er betäubt sich im Format des Landes.</p>
<p>Der Comic hätte aus diesem Hintergrund noch mehr ausbauen können. Er deutet viel an, hetzt dann aber weiter zum nächsten Schlag. Wer Paris kennenlernen will, bekommt einzelne, starke Impressionen aber keine echte Milieu-Analyse. Trotzdem trägt der Kontext. Er erklärt, warum hier alles so nervös wirkt. Eine Stadt rutscht weg und Tarpon rutscht mit.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3106" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-014_1000X737.jpg" alt="Innenseite 14 von VOLLE LEICHENHALLE" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-014_1000X737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-014_1000X737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-014_1000X737-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE_LEICHENHALLE_SEITE-014_1000X737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>VOLLE LEICHENHALLE ist ein schmutziges, schnelles, dabei oft bissiges Album. Es hat Humor, aber der Humor lacht selten mit. Er lacht über die Menschen, nicht mit ihnen. Genau das kann man als Noir Tugend lesen. Man kann es auch als Ausrede lesen, um sich nicht kümmern zu müssen. Ich schwanke.</p>
<p>Manchette&#8217;s Blick ist scharf und Cabanes gibt ihm ein Gesicht, das man nicht vergisst. Tarpon als trauriger Detektiv funktioniert, Memphis als Auslöser funktioniert, Paris als Druckkammer funktioniert. Trotzdem bleibt für mich ein Kernproblem.</p>
<p>Der Plot arbeitet zu oft mit dem alten Motor: Zufall, Besuch, Prügel, nächste Adresse. Die Eskalation ersetzt nicht immer Dramaturgie. Und der politische Spott, so pointiert er sein mag, wirkt manchmal wie Feuern in alle Richtungen. Wenn alle lächerlich sind, muss man selbst keine riskante Erkenntnis formulieren.</p>
<p>Für Comic Begeisterte liegt der Reiz in der handwerklichen Souveränität. Wer Cabanes mag, bekommt hier genau sein Können, Menschen über ihre Körper zu erzählen. Seine Zeichnungen waren der Anlass für mich, mir das Werk näher anzuschauen.</p>
<p>Dieses Album ist keine Wohlfühl-Lektüre und will es auch nicht sein. Es ist ein Zeitstück mit Zähnen und Klauen. Seine besten Momente riechen nach Straße und Verachtung, seine schwächeren nach Konstruktion. Am Ende bleibt ein guter, harter Comic, der sich aber gelegentlich für klüger hält, als er letztendlich ist.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2974" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE-LEICHENHALLE_Cover-300x410.jpg" alt="Cover von VOLLE LEICHENHALLE" width="300" height="410" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE-LEICHENHALLE_Cover-300x410.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE-LEICHENHALLE_Cover-110x150.jpg 110w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE-LEICHENHALLE_Cover-600x820.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/01/VOLLE-LEICHENHALLE_Cover.jpg 732w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>VOLLE LEICHENHALLE</li>
<li>Felix Delep und Xavier Dorison</li>
<li>Hardcover | 104 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-96582-098-2</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★☆☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=advanced_search_result&amp;search_in_description=1&amp;zenid=c5d2b409b8cd9f41266e2e2438746683&amp;keyword=volle+leichenhalle" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">Schreiber und Leser Verlag</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/volle-leichenhalle-ein-privatdetektiv-im-freien-fall/">VOLLE LEICHENHALLE – Ein Privatdetektiv im freien Fall</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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