<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>★★★★☆ - P A N E L W A L K E R</title>
	<atom:link href="https://panelwalker.de/category/bewertung/%E2%98%85%E2%98%85%E2%98%85%E2%98%85%E2%98%86/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://panelwalker.de</link>
	<description>Ein Comic Blog</description>
	<lastBuildDate>Sat, 13 Jun 2026 15:24:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/cropped-cropped-Panelwalker_logo_v3-32x32.png</url>
	<title>★★★★☆ - P A N E L W A L K E R</title>
	<link>https://panelwalker.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>DIE ADOPTION: QINAYA &#8211; Vom Erdbeben direkt ins Herz</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 05:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Zartbitter]]></category>
		<category><![CDATA[Arno Monin]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zidrou]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3636</guid>

					<description><![CDATA[<p>Familien-Comics sind ein Genre für sich. Und ich traue ihnen nicht automatisch. Zu oft wird es weichgespült, geschniegelt und das bleibt es dann auch. DIE ADOPTION 1: QINAYA geht da einen anderen Weg. Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass Zidrou und Arno Monin keine Wohlfühl-Story erzählen wollen. Sie erzählen von einer Adoption aus [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/">DIE ADOPTION: QINAYA – Vom Erdbeben direkt ins Herz</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Familien-Comics sind ein Genre für sich. Und ich traue ihnen nicht automatisch. Zu oft wird es weichgespült, geschniegelt und das bleibt es dann auch.</p>
<p>DIE ADOPTION 1: QINAYA geht da einen anderen Weg. Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass Zidrou und Arno Monin keine Wohlfühl-Story erzählen wollen. Sie erzählen von einer Adoption aus Peru nach Frankreich und von einem älteren Mann namens Gabriel, der plötzlich Großvater sein soll, obwohl er schon früher mit der Vaterrolle nie warm geworden ist. Genau daraus zieht der Band seine Kraft. Er will berühren, ja. Aber er will mich vorher an die richtigen Stellen kitzeln: an Stolz, an Ungeschick, Scham, Trotz und an diese kleinen, sehr menschlichen Abwehrbewegungen, die Nähe oft erst einmal aktiv verhindern.<span id="more-3636"></span></p>
<p>Was mich an DIE ADOPTION 1: QINAYA sofort gereizt hat, ist der Tonfall. Der Comic ist warm, aber nicht süßlich. Er ist humorvoll, aber nie auf Pointe geschrieben. Und er hat ein Gespür für den Alltag, das ich in solchen frankobelgischen Stoffen besonders schätze. Nicht das große Programm &#8222;Familie&#8220; interessiert Zidrou hier zuerst, sondern das leise Chaos, das entsteht, wenn ein neues Kind in ein längst eingerichtetes Leben einbricht.</p>
<p>Da steht dann kein Pathos im Raum, sondern ein alter Sessel, ein genervter Blick, eine ungeschickte Bemerkung und irgendwann ein Moment, in dem der Widerstand langsam bröckelt. Genau dort wird dieser Band stark. Zidrou weiß, wie er solche Geschichten erzählen muss.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2083" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 11 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="(max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Woher dieser Stoff seine Wärme nimmt</h2>
<p>Ein Blick auf die Entstehung hilft. Zidrou &#8211; bürgerlich: Benoît Drousie &#8211; kommt nicht aus einem literarisch kühlen Autorenmilieu, sondern war zunächst Lehrer und schrieb in den frühen neunziger Jahren erst Kinderbücher, dann Lieder und dann Comics. Er hat also ein Gespür für kindliche Perspektiven, ohne Kinder selbst zu verniedlichen.</p>
<p>Zugleich hat er sich im Lauf seiner Karriere immer stärker in Richtung realistischer, empfindsamer Erzählungen bewegt. Dass ausgerechnet er einen Stoff wie QINAYA schreibt, passt also gut. Ihn interessiert nicht die Idee einer Familie als Sonntagsbild. Ihn interessieren Reibung, Fehler und das, was Menschen &#8211; trotz ihrer Schwächen &#8211; füreinander tun.</p>
<p>Arno Monin bringt dafür die richtige Bildsprache mit. Laut seiner Autorenbiografie kam er über Kunstgeschichte, angewandte Kunst, Zeichnung, Animation und Comic zum Erzählen in Bildern. Diese Mischung spürt ich hier deutlich. Seine Seiten denken nicht nur in schönen Einzelbildern. Sie denken in Blickrichtungen, in Körperhaltungen, in kleinen Abfolgen von Gesten. In QINAYA federt die Sanftheit des Zeichenstils die Härte des Stoffes nicht ab, sondern macht sie umso deutlicher.</p>
<p>Spannend ist auch der Serienrahmen. Im französischen Original startete QINAYA 2016 als erster Teil vom ersten Zyklus und war ausdrücklich als Band 1 von 2 angelegt. Der deutsche Splitter Band erschien 2017. Heute führt die Reihe weitere Zyklen fort, aber dieser erste Auftakt gehört noch zu einem Zweiteiler, der mit DIE ADOPTION 2: LA GARÚA endet. Das merke ich beim Lesen deutlich, denn der erste Band endet mit einem Kracher.</p>
<p>Der Band erzählt genug, um eigenständig zu berühren. Gleichzeitig legt er Spuren, deren Gewicht erst im zweiten Teil voll sichtbar werden. Als Auftakt ist das klug, weil der Comic Nähe aufbaut und dabei nie so tut, als wäre eine Adoption nach der Ankunft schon erledigt.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2084" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 10 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="(max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Ein neues Kind im Haus</h2>
<p>Die Ausgangslage ist schnell umrissen, aber Zidrou nutzt sie sehr geschickt. Alain und Lynette, ein kinderloses Paar Mitte vierzig, adoptieren nach einem verheerenden Erdbeben in Peru die vierjährige QINAYA.</p>
<p>Schon dieser Anfang hat eine gewisse Wucht, weil er nicht lange bei der Katastrophe stehen bleibt. Der Comic zeigt stattdessen, was danach kommt. Ein Kind reist in eine fremde Sprache, in ein neues Land, ein neues Haus und in eine neue Familie. Alles ändert sich und alle wollen alles richtig machen. Genau dadurch entsteht schon die erste Unsicherheit. Zu viel Aufmerksamkeit kann auch zu viel Druck werden. Denn auch zu viel Zärtlichkeit kann für ein Kind, das gerade alles verloren hat, wie ein weiterer Übergriff wirken.</p>
<p>Im Zentrum steht dann überraschend nicht das Elternpaar, sondern Gabriel, der Griesgram von einem Großvater. Das finde ich eine sehr gute Entscheidung. Denn Gabriel ist kein sentimentaler Bilderbuchopa. Er ist störrisch, abweisend, stolz auf eine Weise, die sofort nervt und gerade deshalb so glaubwürdig ist. Seine Frau geht viel offener auf QINAYA zu.</p>
<p>Alain und Lynette sind voller Hoffnung. Gabriel dagegen steht quer im Bild. Er sagt die falschen Dinge, zieht sich zurück und wirkt, als habe ihn das ganze Unternehmen in seiner Ruhe beleidigt. Ich mochte daran, dass Zidrou ihn nicht künstlich sympathisch macht. Gabriel ist am Anfang wirklich &#8230; unerquicklich. Genau deshalb fühlt sich die langsame Veränderung, seine Heldenreise, später verdient an.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2085" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000.jpeg" alt="Innenseite 09 von DIE ADOPTION 1" width="711" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000.jpeg 711w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000-300x422.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000-600x844.jpeg 600w" sizes="(max-width: 711px) 100vw, 711px" /></p>
<h2>Wie aus Widerstand vorsichtige Nähe wird</h2>
<p>Die eigentliche Bewegung des Bandes liegt in den kleinen Alltagsverschiebungen. QINAYA ist nicht einfach nur das niedliche Kind, das alle Herzen im Sturm nimmt. Sie bringt Freude mit, ja, aber auch Irritation, Trauer, Missverständnisse und diese stille Unruhe, die Kinder aus einer Gewalterfahrung nicht einfach an der Garderobe abgeben.</p>
<p>Der Comic macht daraus keinen Problemkatalog, sondern zeigt lieber exemplarische Situationen: hier ein Blick zu lang, dort eine Geste, die nicht erwidert wird, wieder eine peinliche Bemerkung von Gabriel. Oder doch einen gemeinsamen Moment, der versehentlich schön wird. So wächst zwischen dem alten Mann und dem Mädchen langsam etwas, das zuerst gar keinen Namen braucht. Anfängliches Vertrauen reicht als Wort zunächst völlig aus.</p>
<p>Dabei gefällt mir besonders, wie offen der Band mit Unbeholfenheit umgeht. Gabriel hat keine pädagogische Sprache, während QINAYA ihre Verluste nicht in reifen Sätzen äußern kann. Auch die Erwachsenen ringsum handeln oft aus Überforderung. Dadurch bekommt die Geschichte etwas sehr Geerdetes. Ich habe hier nie das Gefühl, dass Figuren nur eine These bebildern. Sie stolpern, wiederholen Fehler und lernen (zu) spät.</p>
<p>Genau so entsteht Glaubwürdigkeit. Und genau so entgeht der Comic dem Kitsch. Selbst dann, wenn er mich emotional klar in Richtung Herz drückt, bleibt er an seinen Figuren dran und lässt ihnen ihre Macken. Dass der Band am Ende nicht in Harmonie ausläuft, sondern einen schmerzhaften Einschnitt setzt, macht diesen ersten Teil nur stärker. Ich war danach nicht angenehm beruhigt, sondern aufgewühlt. Das ist mehr wert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2086" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 08 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Familiengeschichte statt Thesenpapier</h2>
<p>Erzählerisch leistet der Comic vor allem eines sehr gut: er erzählt über Adoption, ohne den Stoff auf das Thema zu reduzieren. Natürlich geht es um Herkunft, Zugehörigkeit und um die Frage, ob Liebe einfach da ist oder mit der Zeit wachsen muss. Aber Zidrou macht daraus keinen erklärenden Problem-Comic. Er bleibt bei einer Familie und zeigt, wie unterschiedlich dieselbe Situation erlebt wird.</p>
<p>Für die Eltern ist QINAYA Erfüllung und Herausforderung zugleich. Für Gabriel ist sie Zumutung, Spiegel und späte Chance. QINAYA selbst ist vor allem ein Kind, das in einer neuen Welt zurechtkommen muss. Dadurch bekommt der Band eine Mehrstimmigkeit, die ich sehr schätze.</p>
<p>DIE ADOPTION 1: QINAYA ist kein Abenteueralbum und keine klassische Graphic Novel der großen Gesten. Der Band lebt von Zwischentönen, von nicht ausgesprochenen Schuldgefühlen und von der Ahnung, dass Eltern- und Großelternschaft nicht einfach biologische Zustände sind. Sie müssen ge- bzw. erlebt werden.</p>
<p>Gerade als Auftaktband funktioniert das hervorragend. Ich lerne die Figuren schnell kennen, ich verstehe die emotionale Grundspannung und spüre am Ende sehr klar, warum es noch einen zweiten Teil braucht. Das ist für einen Serienstart beinahe die beste Mischung.</p>
<p>Eine kleine Schwäche sehe ich trotzdem. Einige emotionale Übergänge sind sehr effektiv gebaut und dadurch fast schon zu sauber, bevor der Band in seine große emotionale Zuspitzung geht. Nicht weil ich Distanz gesucht hätte. Eher weil die Figuren so gut sind, dass ich ihnen weitere, sperrige Zwischentöne zugetraut hätte. Das ist kein echter Makel, wahrlich nicht. Es ist eher der Punkt, an dem ich merke, wie hoch der Comic sein eigenes Niveau hängt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2087" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 07 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Arno Monin erzählt mit Blicken</h2>
<p>Zeichnerisch ist das Album für mich der eigentliche Trumpf. Monin kann Gesichter leben lassen. Gabriel lebt nicht von großen Monologen, sondern von Augenbrauen, Schulterhaltung, Mundwinkeln und dieser etwas steifen Körperlichkeit eines Mannes, der Gefühle lieber in einen hinteren Winkel seines Wesens verstaut.</p>
<p>QINAYA wiederum ist nie bloß süß gezeichnet. Sie wirkt klein, wach, neugierig, manchmal offen, manchmal verschlossen. Gerade darin liegt die zeichnerische Leistung. Monin behandelt Kinder nicht mit cartoonesker Verniedlichung, sondern als eigenständige Präsenz im Raum. Dies verändert den ganzen Band.</p>
<p>Dazu kommt ein sehr gutes Gespür für Rhythmus. Die Seiten wechseln zwischen ruhig gesetzten Alltagsszenen und kleinen Montagen, in denen Zeit vergeht, ohne dass viel erklärt werden muss. Ich sehe Wohnzimmer, Garten, Küche, Wege durchs Haus, kurze Begegnungen draußen. Nichts davon ist spektakulär, aber alles ist erzählerisch sauber. Räume werden nicht dekoriert, sondern bewohnt. Dadurch entsteht eine Vertrautheit, die wichtig ist. Denn QINAYA muss sich in dieser Welt ebenso erst einfinden, wie ich als Leser.</p>
<p>Besonders stark ist Monin, wenn er Text zurücknimmt und Gesichter oder Abläufe sprechen lässt. Da wird der Comic leise und zugleich sehr präzise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2088" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 06von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<p>Arno Monin gehört zu den Zeichnern, die starke Gefühle nicht mit Lautstärke verwechseln. Nach einem literarischen Abitur und einem Jahr Kunstgeschichte wechselte er an eine Schule für angewandte Kunst mit Schwerpunkt Zeichnung, Animation und Comic. Bei Grand Angle machte er früh mit L’ENVOLÉE SAUVAGE und L’ENFANT MAUDIT auf sich aufmerksam. Später folgten unter anderem MERCI, MONSIEUR JULES und eben diese verschiedenen Zyklen von L’ADOPTION.</p>
<p>Sein Markenzeichen ist ein weicher, empathischer Strich, der ernste Stoffe zugänglich macht, ohne sie zu verharmlosen. Gerade in Familiengeschichten ist das eine seltene Stärke.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2089" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 05 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Warmes Licht, kalte Blautöne</h2>
<p>Auch die Farbe trägt viel. Monin koloriert selbst und das merke ich positiv. Die warmen Innenräume geben der Geschichte zunächst etwas Geborgenes, das fast trügerisch wirken kann. Dem stehen kühlere, blaue Töne gegenüber, sobald Einsamkeit, Nacht oder innere Distanz ins Bild rücken.</p>
<p>Diese Farbdramaturgie ist nicht aufdringlich. Sie arbeitet eher unter der Oberfläche. Gerade deshalb funktioniert sie. Ich habe selten das Gefühl, hier wolle mich jemand mit Bedeutung anstrahlen. Stattdessen ziehen die Farben die Stimmung ganz sanft enger oder weiter. Für einen Comic, der so stark auf Nähe und Unsicherheit baut, ist das genau richtig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2090" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 04 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>DIE ADOPTION 1: QINAYA ist für mich ein starkes, klug gebautes Familienalbum. Nicht weil es mich bloß rührt, sondern weil es sehr genau weiß, wie Nähe entsteht, wie unerquicklich Menschen dabei sein können und wie viel in einem Blick zwischen einem Kind und einem alten Mann stecken kann.</p>
<p>Zidrou schreibt warm und mit sicherem Gespür für Reibung. Arno Monin hebt das Ganze mit seiner leisen, menschlichen Bildsprache noch einmal an. Ein Auftakt, der mir nicht einfach gefallen hat. Er ist mir nahe gegangen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2094" aria-describedby="caption-attachment-2094" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2094" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000-300x416.jpeg" alt="Cover von DIE ADOPTION 1" width="300" height="416" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000-300x416.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000-600x832.jpeg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000.jpeg 721w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-2094" class="wp-caption-text">Die Adoption1 &#8211; QINAYA</figcaption></figure>
<ul id="infobox">
<li>DIE ADOPTION 1: QINAYA</li>
<li>Zidrou und Arno Monin</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-95839-529-9</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★★</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/die-adoption-bd-1-qinaya.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"> </p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/">DIE ADOPTION: QINAYA – Vom Erdbeben direkt ins Herz</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Rat an alle Gauner &#8211; LEAVE THEM ALONE</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 05:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Regnault]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Seiter]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3999</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich lese Western gern, aber nicht dauernd. Ich brauche keine zehn Colts pro Seite, keinen Staub als Selbstzweck und keine Männer in Staubmänteln, die mit zusammengekniffenen Augen so tun, als hätten SIE den Westen erfunden. Umso mehr freut es mich, wenn ein Western nicht zuerst mit Posen derber Männlichkeit daherkommt, sondern mit Menschen. Menschen mit [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/">Ein Rat an alle Gauner – LEAVE THEM ALONE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lese Western gern, aber nicht dauernd. Ich brauche keine zehn Colts pro Seite, keinen Staub als Selbstzweck und keine Männer in Staubmänteln, die mit zusammengekniffenen Augen so tun, als hätten SIE den Westen erfunden. Umso mehr freut es mich, wenn ein Western nicht zuerst mit Posen derber Männlichkeit daherkommt, sondern mit Menschen. Menschen mit müden Händen, mit Angst im Nacken und mit Frauen, die längst verstanden haben, dass sie in dieser Welt keine Zeit für große Worte haben.</p>
<p><span id="more-3999"></span></p>
<p>Genau hier packt mich LEAVE THEM ALONE. Roger Seiter (Szenario) und Chris Regnault (Zeichnungen) erzählen von einer Poststation in Arizona im Jahr 1874. Das klingt erst einmal nach klassischem Western-Setting. Eine abgelegene Relais-Station, Gold, Banditen und ein geheimnisvoller Reiter. Sowie eine Frau auf der Flucht. Doch dieser Band wird dort interessant, wo er stehen bleibt und den Figuren ins wettergegerbte Gesicht schaut.</p>
<p>Nicht der Revolver ist hier die Hauptfigur. Es sind Marian Potter, Elfie, Mattie, Mad Wolf und Lew. Menschen, die nicht auf einen großen Auftritt warten, sondern auf den nächsten Tag. Und dieser nächste Tag kann an einem Ort wie diesem schnell tödlich werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4001" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710.jpg" alt="Innenseite 05 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Marian hält den Laden zusammen</h3>
<p>Dead Indian Peak ist wahrlich kein Sehnsuchtsort. Es ist eine Station, ein Halt in einer weiten, rauen Landschaft. Marian Potter führt dieses Relais mit einer ernsthaften Ruhe. Sie wirkt nicht hart, weil der Comic ihr Härte anschreibt. Sie wirkt hart, weil sie längst genug gesehen hat. Bei ihr lebt Elfie, ihre Enkelin, die gerade achtzehn geworden ist. Zur Besatzung gehört auch Mad Wolf, ein Navajo, der an dieser Station nicht als exotischer Schmuck herumsteht. Er ist Teil dieses kleinen Alltags. Er hilft, beobachtet, schützt und trägt eigene Wunden mit sich.</p>
<p>Ich mochte diesen Anfang sehr. Roger Seiter kann einfühlsame Geschichten erzählen und erklärt nicht alles tot. Er lässt Marian den Ort bewohnen. Ich sehe, wie sie arbeitet, wie sie auf Menschen reagiert, wie sie Elfie im Blick behält. Diese Frau trägt Fürsorge in sich, aber keine Weichheit, die ihr gefährlich werden könnte. Sie ist keine Westernmutter aus dem Bilderbuch. Sie kann freundlich sein, aber auch misstrauisch. Beides gehört zusammen.</p>
<h3>Elfie ist der Gegenpol</h3>
<p>Elfie bringt eine andere Energie in den Band. Sie ist jung, wach und viel zu vertraut mit Gefahr. Bei ihr spüre ich diesen Trotz, der auch der Isolation in dieser Umgebung geschuldet ist und erst einmal nach Mut aussieht, darunter aber vielleicht doch auch Angst versteckt.</p>
<p>Der Comic macht aus ihr keine kleine Rebellin für den schnellen Effekt. Elfie möchte mehr können, als ihr zugetraut wird. Sie möchte helfen, schießen, jagen &#8211; und ja, sie möchte bestehen. Gerade neben Marian bekommt das Gewicht. Hier steht nicht Jugend gegen Alter. Hier stehen zwei Frauen nebeneinander, die einander lieben und sich trotzdem reiben.</p>
<p>Dann kommen die Störungen. Eine verzweifelte Frau nähert sich der Station. Ein Reiter taucht auf. Eine Bande von Halsabschneidern rückt näher. Und irgendwo im Hintergrund zieht eine Kiste Gold ihre giftige Spur durch diese Geschichte. Aus einem kargen, fast friedlichen Ort wird ein Raum, in dem jede Ankunft etwas verändern kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4002" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710.jpg" alt="Innenseite 06 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Mattie bringt die Angst mit</h3>
<p>Mattie ist die Figur, die den Band endgültig aus der Ruhe bringt. Sie kommt nicht als schöne Fremde, die das Abenteuer anstößt. Sie kommt als Frau, die fliehen muss. Ihre Vergangenheit klebt an ihr. Flagstaff, der Saloon, die Männer, die ihren Körper und ihre Angst für selbstverständlich halten. All das reist mit ihr. Der Band lässt keinen Zweifel daran, wie grausam diese Welt vor allem für Frauen sein kann. Er suhlt sich aber nicht darin. Das ist ein wichtiger Unterschied.</p>
<p>Lew, der geheimnisvolle Reiter, begegnet Mattie zunächst wie eine Figur aus einem alten Westernfilm. Schweigsam, dunkel, gefährlich. Ja, diese Sorte Mann kenne ich aus dem Genre. Normalerweise werde ich da schnell skeptisch. Hier funktioniert Lew besser, weil er nicht alles an sich zieht. Er bleibt wichtig, aber er verdrängt Mattie nicht. Seine Gegenwart öffnet eher weitere Fragen. Wer ist er? Weshalb hilft er? Was verbindet ihn mit der Gewalt, die schon unterwegs ist?</p>
<h3>Die Gauner</h3>
<p>Burt Bell und seine Männer bilden den Gegenpol. Sie sind keine komplizierten Seelen, die ich lange verstehen müsste. Sie sind eine Bedrohung, die Körper hat, Stimmen, Waffen und Lust an Macht. Das ist weder feinsinnig, noch subtil. Doch für diese Geschichte reicht es oft, weil der Blick nicht dauerhaft bei ihnen bleibt. Er bleibt bei denen, die überleben müssen.</p>
<p>In der zweiten Hälfte zieht der Comic die Figuren enger zusammen. Marian, Elfie und Mattie werden nicht automatisch zu einer Gemeinschaft. Dafür ist zu viel Misstrauen im Raum. Aber sie stehen plötzlich auf derselben Seite einer Tür. Draußen lauern Männer, die nehmen wollen. Drinnen sitzen Frauen, die einander kaum kennen und doch begreifen, dass sie ohne die Anderen keine Chance haben. Genau daraus zieht der Band seine Spannung. Nicht aus der Frage, wer am besten schießt. Sondern aus der Frage, wer in der Panik nicht zuerst nur an sich denkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4003" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710.jpg" alt="Innenseite 07 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Arizona ohne Sonntagskleidung</h3>
<p>Der historische Hintergrund ist hier kein Zierrat. Er erklärt, weshalb diese Figuren so allein wirken. Arizona war 1874 noch Territorium der Vereinigten Staaten. Der entsprechende Act wurde 1863 unter Abraham Lincoln unterzeichnet, Bundesstaat wurde Arizona erst 1912. Zwischen diesen Daten liegt eine lange Zeit, in der Verwaltung, Recht und tatsächliche Sicherheit nicht dasselbe waren. Damit spielt die Geschichte etwa in der gleichen Zeit wie <a title="Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE" href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/" target="_blank" rel="noopener">BIS ZUM BITTEREN ENDE</a>, aber in einer anderen Gegend und unter anderen Rahmenbedingungen.</p>
<p>Für einen Western ist das Gold im Gepäck natürlich ein vertrauter Köder. Trotzdem hat es einen realen Kern. Wells Fargo ließ 1885 einen Bericht über Überfälle auf Geldtransporte erstellen. Darin wurden 347 Überfälle und versuchte Überfälle auf Schatzsendungen zwischen 1870 und 1884 erfasst, die per Postkutsche und Zug unterwegs waren. Wer also beim Lesen denkt, das sei doch alles ein bisschen viel mit Räubern, Kisten und überforderten Autoritäten, liegt nur halb richtig. Diese Welt war nicht nur Mythos. Sie war auch Logistik, Risiko und sehr viel Geld auf sehr unsicheren Wegen.</p>
<p>Mad Wolf gibt dem Band noch eine andere Schicht. Die Navajo konnten nach dem Vertrag von 1868 in Teile ihrer Heimat zurückkehren. Der Vertrag steht bis heute für Überleben, Rückkehr und Selbstbehauptung nach Vertreibung. Deshalb lese ich Mad Wolf nicht einfach nur als hilfreichen Mann am Rand, der er natürlich auch ist. Seine stille Gegenwart verschiebt den Boden unter dem Western. Dieser Westen gehört nicht nur denen, die mit Pferden, Banken und Gewehren kommen. Er ist auch ein verletzter Ort. Der Comic erzählt das nicht breit aus. Doch Regnault zeichnet Mad Wolf mit genügend Würde und Ruhe, dass dieser Gedanke mitschwingt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4004" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710.jpg" alt="Innenseite 08 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Drei Frauen, keine Heiligen</h3>
<p>Was LEAVE THEM ALONE besonders macht, ist für mich weniger die Handlung als die Art, wie diese Handlung an den Figuren zieht. Marian, Elfie und Mattie könnten leicht zu klaren Rollen werden: die Alte, die Junge, die Gefallene.</p>
<p>Zum Glück bleibt der Comic nicht dabei stehen. Marian ist nicht nur weise. Sie ist auch streng, müde, gelegentlich ungerecht aus Sorge. Elfie ist nicht nur mutig. Sie ist ungeduldig und will zu schnell beweisen, dass sie dazugehört. Mattie ist nicht nur Opfer. Sie hat Angst, ja. Aber sie hat auch Witz, Willen und einen sehr genauen Blick für die Abgründe der Männerwelt.</p>
<p>Ich glaube, deshalb hat mich der Band stärker erwischt, als ich erwartet hatte. Ich musste nicht plötzlich großer Westernfan werden, nur diesen Frauen glauben. Und das tue ich. Der Comic gibt ihnen keine modernen Reden in den Mund. Er lässt sie handeln. Sie kochen, fluchen, zielen, pflegen, lügen vielleicht auch einmal aus Schutz. Sie müssen Entscheidungen treffen, die kein Mensch gern treffen möchte.</p>
<p>Die Schwäche liegt dort, wo der Band die Gegenseite etwas zu glatt bösartig zeichnet. Burt Bell und seine Leute sind wirksame Gefahr, aber selten mehr als Gefahr. Ich hätte gern einen Moment gehabt, in dem diese Männer durch Nähe interessanter würden. So bleiben sie vor allem Druck von außen. Allerdings passt das zur inneren Architektur des Comics. Diese Geschichte gehört nicht den Tätern, sondern den Bedrohten.</p>
<p>Sehr schön ist, dass Seiter den Zusammenhalt nicht romantisiert. Diese Figuren vertrauen einander nicht, weil das für eine gute Moral hübsch wäre. Sie vertrauen einander stückweise, weil jede andere Möglichkeit noch gefährlicher wäre. Das gibt dem Band eine bodenständige Wärme. Nicht die große Rede rettet hier Menschen, eher ein rechtzeitiger Blick, eine geladene Winchester oder eine Hand, die nicht loslässt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4005" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710.jpg" alt="Innenseite 09 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Chris Regnault sieht Menschen vor Landschaft &#8230;</h3>
<p>Chris Regnault zeichnet den Westen groß, aber nicht leer. Das ist mir wichtig. Viele Westernbilder verlieben sich so sehr in Weite, Berge und Sonnenuntergänge, dass die Figuren darin wie kleine Spielfiguren wirken. Regnault kann die Weite zeigen. Er kann Staub, Felsen, Kutschen, Pferde und Holzbauten überzeugend auf die Seite setzen. Doch sein eigentlicher Zugriff liegt in den Gesichtern.</p>
<p>Marian sieht bei ihm nicht einfach alt aus. Sie wirkt vom Leben benutzt. Falten, Augen, Haltung, alles erzählt von viel Arbeit. Elfie bekommt einen wachen, unruhigen Körper. Sie steht selten nur dekorativ herum. Ihr Blick springt, ihre Bewegungen haben etwas Vorwärtsdrängendes. Mattie wiederum trägt eine andere Art Erschöpfung in den Bildern. Bei ihr liegt der Schmerz nicht nur in dramatischen Momenten. Er sitzt in Schultern, Blicken, kleinen Pausen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4006" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710.jpg" alt="Innenseite 10 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>&#8230; und Landschaft mit Menschen</h3>
<p>Mad Wolf profitiert besonders von Regnault&#8217;s Zurückhaltung. Er wird nicht mit großer Zeichenfanfare eingeführt. Regnault lässt ihn stehen, schauen, reagieren. Dadurch bekommt diese Figur eine Präsenz, die stärker ist als jede Erklärung. Lew dagegen ist bewusst näher am Mythos gebaut. Hut, Schatten, kontrollierte Bewegung. Aber auch ihn erdet Regnault durch Momente, in denen seine Pose Risse zeigt.</p>
<p>Die Seiten sind klar gesetzt. Ich hatte nie das Gefühl, mich durch Action kämpfen zu müssen. Das Auge findet den Weg. Nahaufnahmen bremsen das Tempo, weite Panels lassen die Gefahr heranrollen. Regnault&#8217;s Farben bleiben warm, trocken, oft staubig. Gelb, Braun, Rot und ausgeblichene Himmel legen sich über die Seiten wie Hitze. Wenn Blut ins Bild kommt, wirkt es nicht elegant. Es stört. Genau so soll es sein.</p>
<p>Besonders gelungen finde ich den Wechsel zwischen Alltag und Angriff. Die Station wirkt erst wie ein normaler Ort. Später wird sie zu einem Körper, der verteidigt werden muss. Türen, Fenster, Ecken, Sichtachsen. Regnault macht daraus keine technische Fingerübung. Er macht daraus Angst, die ich räumlich verstehe, da aus jedem Winkel Gefahr drohen kann. Das ist starkes Erzählen mit Bildern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4007" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710.jpg" alt="Innenseite 11 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Zwei Steckbriefe</h3>
<p>Roger Seiter wurde 1955 in Straßburg geboren und ist von Hause aus Historiker. Bevor er sich als Szenarist einen Namen machte, arbeitete er als Conseiller principal d’éducation, also im französischen Schuldienst. Seine Comiclaufbahn begann 1989 mit APRÈS UN SI LONG HIVER, gezeichnet von Johannes Roussel. Seitdem hat Seiter ein erstaunlich breites Werk aufgebaut, mit historischen Stoffen, Abenteuercomics, Krimis, Literaturadaptionen und Serienarbeiten. Zu seinen bekannteren Arbeiten gehören FOG, H.M.S., SPECIAL BRANCH sowie mehrere Alben aus den klassischen Reihen LEFRANC und ALIX.</p>
<p>Auffällig ist dabei sein verlässliches Gespür für historische Schauplätze und sauber gebaute Spannungsstoffe. Seiter schreibt selten laut, eher handwerklich präzise. Er interessiert sich für Figuren, die in Drucksituationen geraten, für moralische Grauzonen und für Geschichte als lebendige Bühne. Inzwischen steht er hinter mehr als 120 Comic-Alben, die bei zahlreichen Verlagen erschienen sind.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4008" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710.jpg" alt="Innenseite 12 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<p>Chris Regnault &#8211; auch Christophe Regnault &#8211; wurde 1982 in Frankreich geboren und arbeitet als Zeichner, Kolorist, Autor und Storyboarder. Nach einer klassischen Zeichenausbildung in Lyon illustrierte er unter anderem für Rollenspiele, pädagogische Comicprojekte und Magazine aus dem Videospielbereich. Zu seinen Arbeiten zählen HISTORISCHE PERSÖNLICHKEITEN: <a href="https://www.splitter-verlag.de/churchill-graphic-novel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">CHURCHILL</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/elisabeth-I-historische-persoenlichkeiten.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ELISABETH I</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/stalin-graphic-novel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">STALIN</a> sowie die Comicadaption von <a href="https://www.splitter-verlag.de/h-g-wells-der-unsichtbare-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">H.G. WELLS &#8211; DER UNSICHTBARE</a>.</p>
<p>Regnault arbeitete außerdem an Storyboards zu historischen Comicprojekten und zeichnete zahlreiche Cover. Mit <a href="https://www.splitter-verlag.de/wahre-geschichte-des-wilden-westens-jesse-james.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">JESSE JAMES</a> war er bereits deutlich im Western zuhause. Für LEAVE THEM ALONE bringt er diese Erfahrung sichtbar ein. Sein Blick für historische Schauplätze verbindet sich mit einem sehr lesbaren, körpernahen Stil, der Figuren nicht nur zeigt, sondern spielen lässt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4009" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710.jpg" alt="Innenseite 13 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>LEAVE THEM ALONE ist ein harter Western, der mich mit seinem Cover angezogen und mit seinem Inhalt überzeugt hat. Er hat mich über Marian, Elfie und Mattie bekommen. Über drei Frauen, die nicht auf Rettung warten können, über Mad Wolf, der viel sagt, auch wenn er dazu wenig Worte braucht und über Lew, der aus einem bekannten Typus kommt und trotzdem genug im Schatten behält. Und über eine Poststation, die erst Zuflucht ist und dann zur letzten Linie wird.</p>
<p>Mit LEAVE THEM ALONE sind vor allem die Frauen des Albums gemeint. Der Western spielt in einem gesetzlosen amerikanischen Westen, in dem Reisende, Migranten und besonders Frauen leichte Beute für Banditen, Plünderer und Gewaltmenschen sind. Der Titel ist also weniger eine höfliche Bitte als eine Warnung. So etwas wie: &#8222;Lasst diese Frauen in Ruhe – oder tragt die Folgen.&#8220; Darin steckt der klassische Western-Satz vor dem Showdown. Nur wird er hier verschoben: Nicht der große männliche Retter steht im Zentrum, sondern die Frage, was Frauen in einer Welt tun müssen, in der Recht, Schutz und Anstand gerade nicht verlässlich vorhanden sind.</p>
<p>Der Band ist hart in dem, was und wie er es erzählt. Gelegentlich ist er auch grob in der Zeichnung seiner Schurken. Doch sein Herz schlägt an der richtigen Stelle. Roger Seiter erzählt sauber und mit Gefühl für Druck. Chris Regnault gibt den Figuren Gewicht, Blick und Staub auf der Haut. Für mich ist das ein Western für Leserinnen und Leser, die nicht zwingend Western suchen, sondern gute Figuren in einer schlechten Welt. Genau davon hat dieser Comic erfreulich viel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4000" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-300x423.jpg" alt="Cover von LEAVE THEM ALONE" width="300" height="423" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-600x845.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710.jpg 710w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul id="infobox">
<li>LEAVE THEM ALONE</li>
<li>Roger Seiter und Chris Regnault</li>
<li>Hardcover | 160 Seiten | Farbe | Bookformat</li>
<li>ISBN 978-3-96792-139-7</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/leave-them-alone.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/">Ein Rat an alle Gauner – LEAVE THEM ALONE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ABSOLUTE GREEN ARROW &#8211; Neuzugang im Absolute-Universum</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 05:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[US Comic]]></category>
		<category><![CDATA[DC Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Marcelo Maiolo]]></category>
		<category><![CDATA[Pornsak Pichetshote]]></category>
		<category><![CDATA[Rafael Albuquerque]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=4031</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein grüner Pfeil steckt in einer Leiche und plötzlich ist nichts mehr gemütlich an diesem alten Zeichen. Kein launiger Robin-Hood-Verschnitt, kein moralisch erhobener Zeigefinger, kein Superheld, der aus sicherer Entfernung die Welt verbessert. ABSOLUTE GREEN ARROW beginnt wie ein Fall, der Vielen schlaflose Nächte bereiten wird. Die Super-Reichen schlafen schlecht, die Polizei sortiert Spuren und [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/">ABSOLUTE GREEN ARROW – Neuzugang im Absolute-Universum</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein grüner Pfeil steckt in einer Leiche und plötzlich ist nichts mehr gemütlich an diesem alten Zeichen. Kein launiger Robin-Hood-Verschnitt, kein moralisch erhobener Zeigefinger, kein Superheld, der aus sicherer Entfernung die Welt verbessert.</p>
<p><span id="more-4031"></span></p>
<p>ABSOLUTE GREEN ARROW beginnt wie ein Fall, der Vielen schlaflose Nächte bereiten wird. Die Super-Reichen schlafen schlecht, die Polizei sortiert Spuren und Dinah Lance steht als zentrale Figur mittendrin. Sie weiß, dass ein Mord ein Mord bleibt. Sie weiß aber auch, dass manche Opfer sehr viele Schatten werfen.</p>
<p>Genau darin liegt der Reiz dieses Auftakts. Pornsak Pichetshote (Szenario), Rafael Albuquerque (Zeichnungen) und Marcelo Maiolo (fabren) machen aus Green Arrow (k)einen Horror-Comic. Auch, wenn es sich für die Opfer dieses Serienkillers so anfühlen mag und die Community es so sieht. Für mich bauen sie einen harten Thriller mit deutlichen Krimi-Anleihen. Die Frage lautet nicht nur: Wer tötet hier? Sie lautet auch: Warum gerade jetzt? Warum gerade diese Opfer? Und was hat Oliver Queen mit all dem noch zu tun?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4025" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 01 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein neues Universum mit alten Wunden</h3>
<p>Die <a href="https://www.thalia.de/reihe/absolute-universe-A1076322223?seite=1" target="_blank" rel="nofollow noopener">ABSOLUTE-Reihe</a> von DC ist als eigenständiger Neustart angelegt und gehört inzwischen zum Besten, was der US-Comic-Markt zu bieten hat. Vertraute Figuren werden aus ihren bekannten Erzählstrukturen herausgelöst. BATMAN, SUPERMAN und WONDER WOMAN tragen noch immer ihren jeweiligen Kern in sich. Doch die Welt um sie herum ist schroffer. Sie schenkt ihnen weniger und sie zwingt sie schneller zu Entscheidungen, die weh tun.</p>
<p>Für GREEN ARROW passt dieser Ansatz erstaunlich gut. Oliver Queen war nie nur ein Bogenschütze mit einer Maske. Die Figur lebte immer auch von ihrer sozialen Reibung und eindeutigen Moralvorstellung. Er war der Held, der bei den großen Fragen nicht höflich anklopfte.</p>
<p>Reichtum, Ungleichheit, Korruption, Machtmissbrauch waren immer schon seine Themen. All das gehörte seit Jahrzehnten zum Design dieser Figur. Gerade deshalb ist es reizvoll, dass ABSOLUTE GREEN ARROW nicht bei der Abenteuermaschine ansetzt, sondern mit einer Erschütterung: Oliver Queen ist tot! Sein Zeichen lebt jedoch weiter, aber es hat seine Unschuld verloren.</p>
<p>Der Untertitel THE LONGBOW KILLER weckt natürlich Erinnerungen an <a href="https://www.medimops.de/mike-grell-green-arrow-the-longbow-hunters-green-arrow-graphic-novels-taschenbuch-M00930289382.html?variant=UsedGood" target="_blank" rel="nofollow noopener">THE LONGBOW HUNTERS</a>, jene Green-Arrow-Geschichte, die die Figur Ende der 1980er Jahre rauer und erwachsener machte. Dieser neue Auftakt kopiert das nicht. Er nimmt eher die Idee auf, dass ein Bogen auch in die dunkleren Ecken des Genres führen kann. Diesmal geht es jedoch weniger um romantische Gesetzlosigkeit. Es geht um Tatmuster, Spuren, um Verdächtigungen und um eine Heldin, die lernen muss, einem Symbol nicht mehr zu trauen.</p>
<p>Auch das Kreativteam macht Sinn. Pichetshote denkt in moralischen Spannungen. Albuquerque zeichnet Körper, Räume und Gewalt mit einer Direktheit, die selten glatt wirkt. Maiolo legt darüber Farben, die nicht schmücken, sondern Druck erzeugen. So entsteht ein Comic, der sich wie eine Ermittlungsakte liest, in der jemand immer wieder mit rotem Stift etwas markiert hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4026" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 02 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Dinah Lance und die Sache mit dem Vertrauen</h3>
<p>Die Handlung von ABSOLUTE GREEN ARROW &#8211; THE LONGBOW KILLER setzt an einem Punkt ein, an dem die klassische Heldenordnung bereits zerbrochen ist. Oliver Queen ist ermordet worden. Sein Tod steht dabei jedoch nicht nur als ferne Vorgeschichte im Raum, sondern als offene Wunde.</p>
<p>Dinah Lance, in dieser Version ehemalige Polizistin und MMA-Kämpferin BLACK CANARY, arbeitet als Personenschützerin. Sie ist erfahren, kampferprobt und innerlich deutlich weniger stabil, als sie nach außen wirken möchte. Genau diese Spannung trägt das Heft.</p>
<p>Der neue Fall zieht sie in einen Kreis aus reichen, einflussreichen &#8211; und sehr nervösen &#8211; Menschen. Ein maskierter Täter jagt Milliardäre. Seine Opfer sind keine gewöhnlichen Zufallsziele. Sie gehören zu einer Schicht, die sich Schutz kaufen kann, Nähe zur offiziellen Macht pflegt und Probleme verschwinden lässt. Der Serienkiller hinterlässt grüne Pfeile. Damit wird aus Olivers altem Zeichen ein Beweisstück. Dies trifft Dinah doppelt. Sie muss einen Mörder aufhalten. Zugleich muss sie verstehen, warum ausgerechnet dieses Symbol plötzlich für Hinrichtungen steht.</p>
<p>Pichetshote erzählt das angenehm konzentriert. Die Geschichte kippt nicht in eine ausufernde Ursprungserzählung. Ich bekomme genug über Oliver, um seinen Schatten zu spüren. Ich bekomme aber nicht so viel, dass er Dinah ihre Bühne nimmt. Das ist klug konzipiert. Denn Dinah ist hier keine Nebenfigur, die dem toten Helden hinterherläuft. Sie ist der Blick, die Haltung und das Gewissen des Comics.</p>
<p>Albuquerque unterstützt diese Anlage mit klarer, ruppiger Bildführung. Die Actionszenen haben Tempo, aber sie protzen nicht. Ein Angriff kommt schnell, ein Körper fällt schwer, ein Blick bleibt einen Moment zu lang hängen. Das ist Thriller-Handwerk. Der Seitenrhythmus arbeitet mit Druck und Unterbrechung. Mal zieht die Erzählung an, dann bremst ein stilles Panel die Bewegung ab. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass Dinah nicht nur Beweise sammelt. Sie sortiert auch ihre eigenen Erinnerungen neu.</p>
<p>Der Bogenschütze bleibt zunächst mehr Funktion als Figur. Das ist für ein erstes Heft in Ordnung. Seine Maske, seine Präzision und seine Zielauswahl reichen, um Bedrohung aufzubauen. Wichtiger ist der Verdacht, den er sät. Wenn ein Symbol plötzlich an Tatorten auftaucht, wird jeder frühere Verbündete, jede alte Verbindung und jede offene Rechnung erst einmal verdächtig. Roy Harper und Mia Dearden schwingen als mögliche Spuren mit. Doch der Comic tut gut daran, nicht sofort alle seine Karten aufzudecken. Er will, dass ich weiterblättere. Und das tue ich gerne!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4027" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 03 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Auftakt, der den Bogen spannt</h3>
<p>Als Nummer 1 funktioniert ABSOLUTE GREEN ARROW sehr gut. Das Heft erklärt seinen Schauplatz knapp, setzt Dinah stark ins Zentrum und liefert ein klares Versprechen.</p>
<p>Hier wird nicht einfach eine bekannte Figur modernisiert. Hier wird ein Vermächtnis zur Gefahr. Das ist ein starkes Sujet, weil es ohne großes Vorwissen verständlich bleibt. Wer GREEN ARROW kennt, spürt die Verschiebung. Wer ihn nicht kennt, versteht trotzdem, dass dieses Zeichen einmal für etwas anderes gestanden hat.</p>
<p>Besonders überzeugend finde ich die Krimi-Struktur. Es gibt Opfer, Muster, Verdächtige, berufliche Zwänge und private Altlasten. Die Gewalt ist hart, aber sie steht im Dienst des Falls. Der Comic will nicht schocken, nur um laut zu sein. Er will zeigen, wie schnell moralische Gewissheit verrutscht, wenn die Toten selbst keine reinen Unschuldslämmer waren. Wer einen Schmetterling zertritt ist ein Mistkerl, wer eine Kakerlake zertritt &#8230; nun ja.</p>
<p>Genau hier liegt auch die größte Aufgabe für die kommenden Hefte. Die Serie darf sich nicht zu sehr auf ihre düstere Attitüde verlassen. Sie muss Dinah&#8217;s Konflikt vertiefen, den Täter schärfen und Oliver Queen&#8217;s Erbe mit echten Konsequenzen aufladen.</p>
<p>Die große Nachfrage vor der Veröffentlichung passt zu diesem starken Start. Die Erstauflage war über Vorbestellungen so schnell vergriffen, dass DC bereits eine Zweitauflage angekündigt hat. Wer lesen will, muss das also <a href="https://globalcomix.com/?modal=c%2Fabsolute-green-arrow-2026-" target="_blank" rel="nofollow noopener">erst einmal online</a> tun.</p>
<p>Für ein Auftaktheft ist das natürlich ein hübsches Ausrufezeichen. Wichtiger bleibt für mich aber, dass der Comic diese Aufmerksamkeit erzählerisch begründet. Er hat einen sauberen Haken, eine Figur, der ich folgen möchte und er hat Bilder, die nicht nach Hochglanz aussehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4028" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 04 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Autor mit Gespür für Schuld</h3>
<p>Pornsak Pichetshote ist ein thailändisch-amerikanischer Autor, der vor seiner eigenen Arbeit als Szenarist auch redaktionell bei DC&#8217;s <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Vertigo_Comics" target="_blank" rel="nofollow noopener">Vertigo Imprint</a> tätig war. Dort bewegte er sich in einem Umfeld, das viele erwachsene, literarisch geprägte Genrestoffe hervorbrachte.</p>
<p>Als Autor wurde er besonders mit <a href="https://www.splitter-verlag.de/infidel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">INFIDEL</a> und <a href="https://www.amazon.de/stores/Pornsak-Pichetshote/author/B07BMK89JR?ref=ap_rdr&amp;shoppingPortalEnabled=true" target="_blank" rel="nofollow noopener">EXQUISITE CORPSES</a> bekannt. Seine Geschichten verbinden oft Spannung mit Fragen nach Herkunft, Macht, Schuld und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Das merkt ich auch hier. Pichetshote interessiert sich nicht nur dafür, was passiert. Ihn interessiert, welche Wunde eine Tat offenlegt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4029" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 05 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Zeichner für Druck und Bewegung</h3>
<p><a href="https://www.dc.com/talent/rafael-albuquerque" target="_blank" rel="nofollow noopener">Rafael Albuquerque</a> stammt aus Brasilien und arbeitet seit vielen Jahren für den amerikanischen Comicmarkt. Bekannt wurde er unter anderem durch BLUE BEETLE, SUPERMAN / BATMAN und vor allem <a href="https://www.amazon.de/s?i=english-books&amp;rh=p_27%3ARafael%2BAlbuquerque&amp;s=relevancerank&amp;text=Rafael+Albuquerque&amp;ref=dp_byline_sr_book_3" target="_blank" rel="nofollow noopener">AMERICAN VAMPIRE</a>.</p>
<p>Seine Zeichnungen haben eine körperliche Energie, die gut zu Geschichten passt, in denen Figuren unter Druck geraten. Albuquerque kann Action klar erzählen, ohne sie glattzubügeln. Gesichter, Schatten und Bewegungen wirken bei ihm oft leicht angeraut. In ABSOLUTE GREEN ARROW &#8211; THE LONGBOW KILLER ist genau das wichtig. Die Welt sieht nicht edel aus, sondern benutzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4030" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 06 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>ABSOLUTE GREEN ARROW liefert viele Anspielungen auf aktuelle Ereignisse, Personen und Diskussionen. Gleichzeitig ist der erste Band ein starker, harter und sehr kontrollierter Auftakt, bei dem ich verstehen kann, weshalb die Community so heiß auf diese Ausgabe war.</p>
<p>Ich mochte vor allem, dass der Comic seine Hauptfigur nicht bequem über das Symbol Green Arrow definiert, sondern über den Verlust dieses Symbols. Dinah Lance trägt die Geschichte mit Wucht, Zweifel und genug Wärme, damit die Kälte des Falls nicht alles verschluckt. Die Ausgabe ist ein Thriller mit Krimi-Puls. Genau so funktioniert sie hier am besten.</p>
<p>Die Pfeile fliegen nicht mehr als reines Helden-Signe. Sie stecken in Beweisräumen örtlicher Polizeistationen fest. Und ich will wissen, wer sie dort hin geschossen hat.</p>
<p>Der Panini Verlag hat angekündigt, die Reihe auf Deutsch zu bringen. Falls die kommenden Hefte der Reihe das Niveau halten, wird der Sammelband mit Sicherheit seinen Weg in mein Regal finden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4024" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg" alt="Cover von ABSOLUTE GREEN ARROW" width="300" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>ABSOLUTE GREEN ARROW #1</li>
<li>Pornsak Pichetshote und Rafael Albuquerque</li>
<li>28 Seiten | Farbe</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.dc.com/comics/absolute-green-arrow-2026/absolute-green-arrow-2026-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">DC Comics</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/">ABSOLUTE GREEN ARROW – Neuzugang im Absolute-Universum</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>TEBORI &#8211; Unter der Haut beginnt die Geschichte</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/05/diesen-beitrag-kopieren-nur-entwurf-speichern-3/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/05/diesen-beitrag-kopieren-nur-entwurf-speichern-3/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 05:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Cross Cult Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[José Manuel Robledo]]></category>
		<category><![CDATA[Marcial Toledano]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3288</guid>

					<description><![CDATA[<p>Manchmal wirkt ein Comic erst nur wie ein schneller Thriller, bis man merkt, dass er eigentlich ein Handwerk porträtiert. Und manchmal ist es umgekehrt. TEBORI BAND 1 erzählt von Tattoos, von Schuld und von einer Jugend, die &#8211; wie so häufig &#8211; zu früh in eine falsche Richtung abbiegt. Der Band ist im Deutschen bei [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/05/diesen-beitrag-kopieren-nur-entwurf-speichern-3/">TEBORI – Unter der Haut beginnt die Geschichte</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal wirkt ein Comic erst nur wie ein schneller Thriller, bis man merkt, dass er eigentlich ein Handwerk porträtiert. Und manchmal ist es umgekehrt. TEBORI BAND 1 erzählt von Tattoos, von Schuld und von einer Jugend, die &#8211; wie so häufig &#8211; zu früh in eine falsche Richtung abbiegt. Der Band ist im Deutschen bei Cross Cult als großformatiges Hardcover mit 72 Seiten erschienen und bringt neben der eigentlichen Geschichte auch redaktionelles Zusatzmaterial mit. Leider ist er laut Homepage inzwischen verlagsvergriffen &#8211; was mich jedoch nicht davon abhält, diesem großartigen Werk hier einen Beitrag zu widmen, weil er auf gut sortierten Comic-Börsen immer noch zu finden sein dürfte.<span id="more-3288"></span></p>
<p>Was mich an diesem Auftakt der abgeschlossenen Reihe reizt, ist der narrative Tonfall. Die Autoren, José Manuel Robledo und Marcial Toledano gehen mit mir nicht auf eine exotische Postkartenreise. Sie setzen Japan mit seinen Traditionen zwar als exotische Bühne, aber sie erzählen von sehr menschlichen Dingen. Jemand will neu anfangen und jemand anderes nutzt genau das aus. Dazwischen steht ein Ladengeschäft, das nach Tinte riecht und nach Regeln funktioniert, die älter sind als jede Ausrede dafür, etwas nicht zu tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3280" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758.jpg" alt="Innenseite 1 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Motorenlärm und Wut im Bauch</h3>
<p>Die Ausgangslage ist zunächst klassisch. Ein junger Rebell bekommt eine letzte Chance. Natürlich kippt das Ganze. Plötzlich hat jede Linie auf einem Stück Haut eine Bedeutung. Und plötzlich ist ein Tattoo nicht mehr nur Körperschmuck, sondern Beweisstück, Drohung und Mythos zugleich. Yoshi ist zu Beginn der Geschichte kein Held. Er ist ein Teenager, der sich an eine Bande klammert, weil dort Zugehörigkeit und so etwas wie Familiengefühl billig zu haben ist. Er fährt Motorrad, sucht Streit und sammelt schlechte Entscheidungen.</p>
<p>Sein persönliches Umfeld kennt ihn längst als einen Problemfall. Seine Familie sieht, dass es so nicht weitergeht. Also landet Yoshi nicht vor Gericht, sondern bei Seijun. Seijun ist ein hochangesehener Tätowierer und führt ein Studio, das auf Disziplin setzt, auf Routine und damit alles besitzt, um einen jungen Mann &#8222;auf den Pfad der Tugend&#8220; zurückzuversetzen.</p>
<p>Der Wechsel wirkt auf Yoshi brutal. Aus Lärm wird Stille, aus Übermut wird Wiederholung. Er lernt, was Hände können, wenn sie nicht zuschlagen, sondern arbeiten. Er entdeckt ein Talent in sich, das ihn selbst überrascht. Genau hier baut der Band eine seiner besten Spannungen auf. Yoshi will wieder dazugehören, diesmal jedoch wirklich. Das Handwerk bietet ihm einerseits einen eigenen Weg, andererseits bleibt in ihm etwas Unruhiges.</p>
<p>Seijun&#8217;s Laden hat zudem eine zweite Ebene, im wörtlichen Sinn. Unten läuft das, was man sich unter einem Tattoo Studio vorstellt. Oben passiert jedoch das, was niemand sehen soll. Der Comic streut diese Ahnung früh ein. Ich mag das, weil es nicht mit einem Holzhammer kommt. Ich spüre die Geheimnisse, lange bevor ich sie benennen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3281" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758.jpg" alt="Innenseite 2 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Der zweite Stock und ein Rücken voller Unheil</h3>
<p>Dann macht die Geschichte einen Sprung. Zehn Jahre sind vergangen, ohne dass der Band daraus ein großes Drama macht. Yoshi ist inzwischen in seinem Handwerk bewandert. Er beherrscht sogar die traditionelle <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tebori" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tebori</a>-Technik. Genau in diesem Moment zieht Seijun die letzte Abdeckung fort, denn seine wahren Kunden sind japanische Mafiosi: Yakuza. Und jede Tätowierung beinhaltet eine konkrete Bedeutung. Sie hängt mit den Taten ihrer Träger zusammen, Taten, die niemand laut ausspricht.</p>
<p>Der Band führt Takeshi Mitsumune als Kunden ein. Sein Rücken zeigt eine seltsame Kreatur. Dieses Motiv hängt wie ein dunkler Schatten über allem und jedem. Das Tattoo fühlt sich an wie ein Vorzeichen. Gleichzeitig bleibt es greifbar, weil es an Menschen gebunden ist, nicht nur an abstrakte Bedrohungen. Yoshi steht vor einem Dilemma, das ihm keiner abnimmt. Er kann den Auftrag verweigern und damit sein neues Leben riskieren. Oder er kann ihn annehmen und in eine Welt hinübergleiten, die nur nach außen durchgestylt wirkt, innerlich jedoch brutal ist.</p>
<p>Der Auftakt der Reihe endet nicht mit einem abgeschlossenen Fall, sondern mit einem Cliffhanger. Fragen bleiben offen, Beziehungen sind nur angedeutet. Der Band will nicht schon alles ausspielen. Er legt Fäden, die später straffgezogen werden. Wer beim Lesen gern das Gefühl hat, dass ein größerer Plan existiert, bekommt ihn hier bereits angedeutet.</p>
<h3 data-start="4303" data-end="4344">Figuren aus Fleisch, nicht aus Mythos</h3>
<p data-start="4346" data-end="4717">Am stärksten wirkt TEBORI BAND 1, wenn er seine Figuren nicht erklärt, sondern sie handeln lässt. Show don&#8217;t tell. Yoshi sucht Anerkennung. Er findet sie zuerst bei den Falschen. Danach sucht er sie bei Seijun und lernt, dass Anerkennung verdient sein will. Dieses Motiv macht ihn zugänglich. Es macht ihn auch gefährdet, denn wer sich seine Zugehörigkeit verdienen will, lässt sich leichter binden.</p>
<p data-start="4719" data-end="5061">Seijun selbst bleibt bewusst ambivalent. Er ist Mentor und Gatekeeper. Er schützt Yoshi und benutzt ihn zugleich. Der Comic zeigt das in seinen Gesten. Ein Lob kommt selten, ein Auftrag plötzlich. Ein Blick nach oben auf die zweite Ebene sagt mehr als eine Drohung. Das ist gutes Erzählen, weil es die Machtverhältnisse im Raum hält.</p>
<p data-start="5063" data-end="5334">Auch die Yakuza Figuren wirken nicht wie Karikaturen. Takeshi ist kein reiner Bösewicht. Er wirkt wie jemand, der selbst in seinem eigenen Körper eine Geschichte trägt. Genau deshalb bekommt das Tattoo-Motiv eine solche Präsenz. Das Bild auf seinem Rücken ist nicht nur schön, sondern auch eine Last.</p>
<p data-start="5336" data-end="5584">Robledo nutzt zudem den Kontrast zwischen Außenwelt und Innenwelt. Außen steht eine moderne Großstadt, innen herrscht das Ritual. Dieser Widerspruch treibt die Spannung, weil er Yoshi&#8217;s neue Identität ständig testet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3282" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758.jpg" alt="Innenseite 3 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Wenn Handwerk zur Falle wird</h3>
<p>Das stärkste Element von TEBORI BAND 1 ist für mich die Verbindung aus Arbeitsschritten und Gefahr. Der Comic zeigt das Tätowieren nicht als cooles Accessoire, sondern als Prozess aus  Konzentration, Schmerz, Nähe und Vertrauen. Und genau diese Nähe macht die Geschichte so unangenehm spannend. Wer dir seine Haut öffnet, bekommt etwas von dir. Wer dir die Haut öffnet, kann dich auch besitzen.</p>
<p>Robledo nutzt dieses Setting, um zwei Erzählrichtungen gegeneinander zu schneiden. Auf der einen Seite steht Yoshi, der sich aus Gewalt lösen will. Auf der anderen Seite steht eine Unterwelt, die Gewalt als Geschäft und Mittel zum Zweck versteht. Das Studio wird zur Schnittstelle zwischen den Welten. Dort treffen Tradition und Moderne aufeinander, dort prallen Ehre, Geld und Angst zusammen.</p>
<p>Clever finde ich auch, wie der Band mit zeitlichen Aspekten arbeitet. Der Sprung über zehn Jahre wirkt nicht wie eine Abkürzung. Er wirkt wie ein Kommentar. Ich sehe, dass Lernen Zeit braucht. Ich sehe auch, dass Vergangenheit zäh bleiben kann. Und ich merke, dass ein neues Können nicht automatisch ein neues Leben bedeutet.</p>
<p>Dazu kommt ein Ton, der gelegentlich in Richtung des Unheimlichen kippt. Das Motiv der Kreatur auf Takeshi&#8217;s Rücken öffnet eine Tür zu Mythos und Vorzeichen. Der Comic bleibt dabei in einer Schwebe. Er verspricht nicht sofort Magie als Erklärung, stattdessen nutzt er das Fantastische als die wabernde Gefahr im Hintergrund. Das passt, weil Tattoos selbst auch immer Erzählungen sind, die man glauben oder anzweifeln kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3283" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758.jpg" alt="Innenseite 4 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Farben wie Neon auf nasser Straße</h3>
<p>Marcial Toledano&#8217;s Zeichnungen wirken auf den ersten Blick glatt. Klare Linien, saubere Flächen, leicht mangaesk. Dann sehe ich, wie viel Arbeit in den Details steckt. Gesichter tragen Nuancen, Körperhaltungen erzählen Stimmungen. Besonders bei Tattoos zeigt Toledano viel Geduld. Die Motive sitzen nicht einfach auf der Haut. Sie wirken eingebettet, als hätten sie selbst Gewicht.</p>
<p>Die Farbgebung spielt dabei eine eigene Hauptrolle. Der Band setzt auf starke Kontraste und auf eine Palette, welche die Szenen emotional codiert. Gelb und Blau tauchen als dominante Pole auf. Das ergibt einen Look, der modern wirkt und trotzdem nicht steril bleibt. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass die Farben den Puls der Seite steuern. Sie beruhigen, sie treiben, sie warnen.</p>
<p>Spannend ist auch die Mischform der Erzählweise. Der Band liest sich dynamisch, teilweise mit einer Rhythmik, die an Manga erinnert. Gleichzeitig bleibt die Gestaltung klar im frankobelgischen Album verankert: mangaeskes Coming-of-Age trifft frankobelgische Ästhetik. Genau diese Kombination macht das Buch zugänglich für unterschiedliche Lesegewohnheiten.</p>
<p>Dass Cross Cult der deutschen Ausgabe Zusatzseiten mitgibt, passt ins Konzept. Der Band will nicht nur unterhalten. Er will auch zeigen, wie stark Recherche und Design zusammenarbeiten.</p>
<h3>Das Duo hinter dem Thriller</h3>
<p>José Manuel Robledo und Marcial Toledano arbeiten seit Jahren als Team. Beide haben an der Universidad Complutense in Madrid Bildende Kunst studiert und sich dort Anfang der 2000er kennengelernt. Von Anfang an scheint sie das gleiche Interesse zu verbinden, wie Spannung, klare Figuren oder ein Sinn für popkulturelle Dynamik. Dies wird ihr Markenzeichen: Sie bauen Spannung über Figuren und über Geheimnisse.</p>
<p>Ihr bekanntestes gemeinsames Projekt vor TEBORI BAND 1 ist <a href="https://www.europecomics.com/album/1-rock/" target="_blank" rel="nofollow noopener">KEN GAMES</a>. Die Serie startete bei Dargaud und machte sie im frankobelgischen Raum bekannt. Für KEN GAMES erhielten sie zudem eine Nominierung beim Barcelona International Comics Festival. Interessant ist, dass beide später auch an <a href="https://www.europecomics.com/album/cityzen/" target="_blank" rel="nofollow noopener">CITYZEN</a> beteiligt waren, einem Projekt, das andere Autorinnen und Autoren mit einbindet. Das zeigt eine Offenheit für kollaboratives Erzählen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3284" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758.jpg" alt="Innenseite 5 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Tebori und Tattoo Tabu</h3>
<p>Der Begriff Tebori meint traditionelles Tätowieren per Hand, ohne Maschine. Tätowierer arbeiten dabei mit einem Werkzeug, das Nadeln bündelt und die Farbe rhythmisch in die Haut sticht. Das klingt technisch, ist jedoch auch kulturell aufgeladen, weil in Japan Tätowierungen lange zwischen Kunst, Stigma und Verbot pendelten. Auch heute sind sie außerhalb gewisser Kreise nicht gerne gesehen.</p>
<p>Historisch gilt, dass die japanische Regierung im Zuge der Meiji Modernisierung dekoratives Tätowieren 1872 verbot. Das Verbot drängte die Praxis in den Untergrund. Erst 1948 wurde es unter dem Einfluss der amerikanischen Besatzung wieder aufgehoben.</p>
<p>Trotz Legalisierung blieb ein Stigma. Viele öffentliche Bäder und Onsen verweigern bis heute Menschen mit Tattoos den Zutritt. Der Grund ist weniger Gesetz als soziale Codierung. Tattoos wurden im 20. Jahrhundert stark mit organisierter Kriminalität verbunden, besonders mit der japanischen Mafia, den Yakuza.</p>
<p>Genau in dieses Spannungsfeld stößt der Comic hinein. Er nutzt die Welt der Tattoos nicht nur als Kulisse. Er macht sie zum Konfliktkern. In einer Welt, in der ein Tattoo zugleich Meisterschaft und Makel sein kann, bekommt jede Nadelbewegung eine zweite Bedeutung. Das macht den Reiz von TEBORI BAND 1 aus. Der Comic erzählt oberflächlich über Körper, aber er meint auch die Gesellschaft darunter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3285" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758.jpg" alt="Innenseite 6 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>TEBORI BAND 1 ist ein Auftakt, der bewusst nicht alles auspackt. Er setzt lieber auf Atmosphäre, auf Figurenentwicklung und auf eine Bedrohung, die erst langsam ihre Konturen zeigt. Wer einen abgeschlossenen Krimi erwartet, wird das offene Ende spüren. Wer dagegen Lust auf einen Thriller hat, der sein Milieu ernst nimmt und dabei visuell intensiv bleibt, bekommt hier einen sehr stimmigen Einstieg.</p>
<p>Ich mag besonders, wie organisch das Tattoo-Handwerk in die Spannung hineinwächst. Nichts wirkt wie Dekoration, alles wirkt wie Konsequenz. Und wenn am Ende offene Fragen bleiben, dann nicht, weil der Band schlampig wäre. Sondern weil er dich genau dort haben will, wo Yoshi steht. Einen Schritt vor der Tür, die man besser nicht öffnet.</p>
<p>Ein Kritikpunkt für mich ist, dass die Folgebände mit jeweils nur 48 Seiten erheblich dünner sind, als der Auftakt-Band.</p>
<p>P.S. Leider war kein deutschsprachiges Bildmaterial (mehr) zu bekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3279" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-300x401.jpg" alt="Cover von TEBORI Band 1" width="300" height="401" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-300x401.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-600x801.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749.jpg 749w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>TEBORI Band 1</li>
<li>José Manuel Robledo und Marcial Toledano</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN <span class="isbn">978-3-96658-354-1</span></li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.cross-cult.de/produkte/details/tebori-1/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Cross Cult Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/05/diesen-beitrag-kopieren-nur-entwurf-speichern-3/">TEBORI – Unter der Haut beginnt die Geschichte</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/05/diesen-beitrag-kopieren-nur-entwurf-speichern-3/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>MEGAMIND &#8211; Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 05:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Movie]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Schoolcraft]]></category>
		<category><![CDATA[Brent Simons]]></category>
		<category><![CDATA[Dreamworks]]></category>
		<category><![CDATA[Tom McGrath]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3683</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010. Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/">MEGAMIND – Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010.</p>
<p>Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt strahlender Held, eine schlagfertige Reporterin und eine Stadt, die täglich gerettet werden will. Alles wie gehabt. Nach wenigen Minuten kippt der Film aber in etwas Überraschendes. Ich sehe keinen bloßen Klamauk, sondern eine Geschichte über Rollen, Gewohnheiten und die seltsame Leere nach dem großen Sieg.</p>
<p>Regisseur Tom McGrath und die Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons stellen die Welt des Superheldenfilms lustvoll auf den Kopf und holen aus dem Witz eine erstaunlich warme Figur heraus.<span id="more-3683"></span></p>
<h3>Blaue Birne, goldenes Idol und eine genervte Reporterin</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3684 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png" alt="Beispielbild 4 von MEGAMIND" width="300" height="303" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-113x114.png 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-600x607.png 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND.png 712w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Im Zentrum stehen vier Figuren, die sofort sitzen. MEGAMIND ist der ewige Verlierer mit übergroßem Ego und noch größerem Bedürfnis, überhaupt gesehen zu werden.</p>
<p>Metro Man ist der perfekte Held, blütenweiß, gefeiert, fast schon als Popstar inszeniert. Dazu später mehr.</p>
<p>Roxanne Ritchi, eine Reporterin, ist wahrlich keine Deko neben der Action, sondern der wache Blick des Films. Sie ist schnell, genervt, mutig und hat für die immer gleichen Entführungen längst keine ehrfürchtige Geduld mehr.</p>
<p>Dazu kommt Minion, dieser herrlich absurde Fisch im Roboterkörper, der trotz seiner Rolle als Sidekick oft die klarste Sicht auf die Lage hat.</p>
<p>Und schon der Prolog macht deutlich, warum diese Konstellation trägt. Zwei Babys verlassen ihre sterbenden Welten (Superman lässt grüßen!), landen auf der Erde und wachsen unter völlig verschiedenen Bedingungen auf. Der eine wird gefeiert, der andere aussortiert.</p>
<p>Aus diesem schiefen Start entwickelt der Film dann seine alte, immer noch wirksame Frage: Wer wird zum Helden gemacht und wer zum Bösewicht erklärt? Ich mag es, wie flott das erzählt wird. Nichts wirkt schwer. Selbst die Herkunftsgeschichte hat Tempo, Witz und eine leicht traurige Kante.</p>
<h3>Gefangen in der Rolle</h3>
<p>Noch schöner finde ich, wie selbstverständlich der Film dann in seinen Alltag springt. MEGAMIND entführt Roxanne. Metro Man rettet sie. Die Stadt jubelt. MEGAMIND verliert. MEGAMIND baut eine Maschine. Metro Man zerstört sie. MEGAMIND verliert. Wieder und wieder.</p>
<p>Diese Schleife ist die Weltordnung von Metro City. Genau darin steckt schon der beste Einfall des Films. Nicht der Kampf zwischen Gut und Böse ist interessant, sondern seine Routine.Fühle ich mich dabei an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Road_Runner_und_Wile_E._Coyote" target="_blank" rel="nofollow noopener">Road Runner und Wile E. Coyote</a> erinnert? Natürlich. Ich spüre beim Schauen schnell, dass beide Figuren in einem Theaterstück festsitzen, das sie seit Jahren aufführen. Der Film macht daraus einen Running Gag, aber auch eine tragende Idee.</p>
<p>Als MEGAMIND seinen &#8222;Erzfeind&#8220; Metro Man endlich ausschaltet, müsste sein Triumph vollkommen sein. Stattdessen hängt plötzlich alles in der Luft. Der Superschurke bekommt, was er immer wollte und merkt sofort, dass er ohne Gegenspieler gar nicht weiß, wer er noch sein soll.</p>
<p>Diese Wendung funktioniert für mich bis heute. Sie ist witzig, traurig und erstaunlich erwachsen, ohne je die Leichtigkeit zu verlieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: center;"><span class="embed-privacy-url"><a href="https://www.youtube.com/embed/ck3aTtd6q18?si=f8ugnUOwVI496izn">Eingebetteten Inhalt von YouTube öffnen</a></span></div>
<h3>Der Sieg schmeckt überraschend schal</h3>
<p>Von hier an wird der Film erst richtig gut. MEGAMIND erzählt nun keinen simplen Macht- sondern einen Identitätswechsel.</p>
<p>Der große Sieger sitzt in seinem Versteck &#8211; und langweilt sich! Er verwüstet die Stadt, spielt mit seinen Gadgets, zelebriert sich selbst, aber nichts füllt die innere Leere. Ich mag an diesen Szenen besonders, dass der Film seinen (Anti-)Helden wider Willen nicht weichzeichnet. MEGAMIND bleibt eitel, pathetisch und theatralisch. Gerade deshalb fühlt sich seine Orientierungslosigkeit ehrlich an.</p>
<p>Aus dieser Leere heraus entsteht dann die nächste, wunderbar dumme und zugleich aber folgerichtige Idee. Wenn kein Held mehr da ist, dann baut man sich eben einen neuen. Heureka!</p>
<p>An diesem Punkt bringt der Film Hal Stewart ins Spiel, Roxanne&#8217;s schmierigen Kameramann mit Minderwertigkeitskomplex, Fantasien eigener Größe und ohne jeglichen moralischen Kompass. Aus dem geplanten Titan wird durch ein kleines Sprachmissverständnis Tighten und in dieser falschen Schreibweise steckt schon die ganze Figur.</p>
<p>Statt sich einzuengen, zu straffen, anzuziehen (was dem englischen &#8222;to tighten&#8220; entsprechen würde) will er sich aufblasen und entwickelt dabei eine unangenehme Mischung aus Bedürftigkeit und Selbstüberschätzung. Ich finde das stark, weil der Film hier schlagartig die Temperatur ändert.</p>
<p>Aus dem neckischen Witz über Superhelden wird plötzlich eine Geschichte über gekränkte Männlichkeit, über Machtfantasien und darüber, wie schnell ein Loser gefährlich wird, sobald er echte Macht in die Hand bekommt. Das bleibt familienfreundlich erzählt, aber die Schärfe ist da. Nur &#8211; an was bzw. wen erinnert mich das gerade? Ja, richtig <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/taco-man-trump-100.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TACO-Man</a>!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3685" aria-describedby="caption-attachment-3685" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3685 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg" alt="Beispielbild 3 von MEGAMIND" width="900" height="600" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-113x75.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-768x512.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3685" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Zwischen Verkleidung, Verliebtheit und Absturz</h3>
<p>Parallel dazu lässt der Film MEGAMIND unter einer Tarnidentität in Roxanne&#8217;s Nähe schlüpfen. Auch das könnte leicht schiefgehen. Tut es aber nicht, weil Roxanne nicht zur Trophäe verkommt und weil MEGAMIND&#8217;s Täuschung nie als romantisch sauber verkauft wird.</p>
<p>Ich habe diese Passagen immer als heiklen Teil des Films empfunden. Tom McGrath und das Drehbuch balancieren sie jedoch ordentlich aus. Die Annäherung hat Charme, weil MEGAMIND dort zum ersten Mal ohne Pose agiert. Er hört zu, improvisiert und stolpert aus seiner Rolle. Gleichzeitig bleibt klar, dass auf dieser Beziehung ein Betrug liegt, der nicht einfach weg zu lächeln ist.</p>
<p>Dramaturgisch zieht der Film hier sauber an. Tighten wird zur echten Bedrohung, MEGAMIND verliert seine bequeme Ironie und Roxanne erkennt, dass hinter seinen Spielereien mehr als bisher vermutet steckt &#8211; aber auch reichlich Selbsttäuschung. Aus dieser Bewegung wächst das eigentliche Thema des Films: Nicht die Herkunft entscheidet, sondern die Wahl, die jemand trifft, wenn eine alte Rolle nicht mehr passt.</p>
<p>Ich finde es sehr angenehm, dass der Film diese Idee nicht mit pädagogischem Zeigefinger verkauft. Er kleidet sie in Action, Slapstick, peinliche Flirts und großes Superheldenkino. Genau deshalb kommt sie bei mir an. Der Humor trägt die Geschichte, statt sie klein zu halten. Wenn Minion trocken kommentiert, wenn MEGAMIND wieder einen Auftritt zu groß plant oder wenn Tighten seine neue Macht mit pubertärer Wucht missbraucht, dann lacht der Film &#8211; aber nie über seine Figuren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3686" aria-describedby="caption-attachment-3686" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3686 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg" alt="Beispielbild 2 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3686" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Popshow mit Herz</h3>
<p>Gerade darin liegt die Stärke von MEGAMIND. Der Film versteht Superhelden nicht als heilige Ikonen, sondern als öffentliche Rollen mit Kostüm, Gestus und Show-Wert. McGrath hat diese Gegensätze selbst <a href="https://www.denofgeek.com/movies/tom-mcgrath-interview-on-megamind-animation-3d-brad-pitts-singing-and-superheroes/" target="_blank" rel="nofollow noopener">sehr plastisch beschrieben</a>, indem er den Bösewicht und den Helden eher wie Bühnenfiguren dachte, grob in Richtung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Cooper" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alice Cooper</a> auf der einen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley" target="_blank" rel="nofollow noopener">Elvis Presley</a> auf der anderen Seite. Das spürt ich in beinah jeder Szene. Metro Man ist glänzende Performance mit &#8222;Hüftschwung&#8220;, MEGAMIND ist dunkle Pose in Latex-Leder mit Spitze und Nebelmaschine im Kopf. Diese überzeichnete &#8222;Showhaftigkeit&#8220; macht den Film präzise. Sie passt zu einer Welt, in der Gut und Böse längst Teil eines öffentlichen Spektakels geworden sind.</p>
<p>Dazu kommt ein hübscher Blick hinter die Entstehung. Schoolcraft und Simons hatten den Stoff ursprünglich als Live Action Projekt mit dem Arbeitstitel MASTERMIND entwickelt, bevor daraus Jahre später der Animationsfilm wurde. Vielleicht erklärt genau das, warum die Figuren hier trotz ihrer cartoonesken Art oft als echte Comedy-Rollen funktionieren.</p>
<h3>Tempo, Licht und wüste Einfälle</h3>
<p>Visuell hat der Film ebenfalls mehr zu bieten, als ich ihm beim ersten Sehen des Trailers zugetraut hätte. Die Designs arbeiten mit klaren Gegensätzen. MEGAMIND&#8217;s Welt lebt von kaltem Blau, metallischen Oberflächen und einem Hang zur großen Show. Metro Man bringt Gold, Glanz und saubere Flächen mit. Wenn Tighten später die Ordnung von Metro City zerreißt, kippt auch die Farbdramaturgie spürbar ins Unruhige. Besonders die Nachtszenen haben Gewicht.</p>
<p>Für die Sequenz, in der Roxanne in der nächtlichen Stadt in Gefahr gerät, legte das Dreamworks Team großen Wert auf glaubwürdige Stadtbeleuchtung, weiche Straßenlichter und ein spürbar echtes Nachtgefühl. Metro City wirkt dort nicht wie eine generische digitale Kulisse, sondern wie ein Raum mit Tiefe, Lichtinseln und echtem Risiko.</p>
<p>Der Schnitt hält dazu ein gutes Tempo. Der Film rennt selten bloß von Gag zu Gag. Er nimmt sich die nötigen Sekunden, damit Blick, Pause und peinliche Stille überhaupt komisch werden können.</p>
<p>Kleine Schwächen gibt es trotzdem. Im letzten Drittel wird der Film konventioneller, als ich es mir wünsche. Er biegt dann doch stärker in vertraute Bahnen des Familien Blockbusters à la <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0317705/?ref_=nv_sr_srsg_7_tt_8_nm_0_in_0_q_the%20in" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE UNGLAUBLICHEN</a> ein. Ganz los wird MEGAMIND seine Studiomechanik also doch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3687" aria-describedby="caption-attachment-3687" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3687 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg" alt="Beispielbild 1 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3687" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Am Ende bleibt für mich ein Animationsfilm, der sehr genau weiß, wie albern sein Konzept ist und mich gerade deshalb emotional trifft. Ich bekomme Witz, Tempo, starke Designs und eine Hauptfigur, die als Witzfigur beginnt und dann langsam zum Menschen wird, auch wenn sie blau ist und einen riesigen Schädel hat.</p>
<p>Das ist keine Revolution des Genres. Dafür ist der Schluss etwas zu ordentlich. Aber ich nehme aus dem Film etwas mit, das bei vielen lauteren Superheldenspektakeln fehlt: Zuneigung!</p>
<p>MEGAMIND macht sich nie klein, aber er macht seine Charaktere auch nicht zu Witzfiguren ohne Innenleben. Genau deshalb schaue ich ihn gern immer wieder. Und deshalb hat dieser Film in der großen Reihe animierter Superheldenspielereien bis heute einen ziemlich besonderen Platz.</p>
<p>Meine Empfehlung: Anschauen!</p>
<p>P.S. Die Anregung für diesen Post habe ich bei <a href="https://tillmanncourth.de/trickfilmtipp-megamind/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tillmann Courth</a> gefunden. Ich hatte den Film lange nicht mehr auf dem Schirm. Danke dafür!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3688" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg" alt="Filmposter von MEGAMIND" width="300" height="443" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-102x150.jpg 102w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-600x887.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609.jpg 609w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>MEGAMIND</li>
<li>Regisseur Tom McGrath</li>
<li>Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.dreamworks.com/about" target="_blank" rel="nofollow noopener">Dreamworks</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/">MEGAMIND – Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>KALIMBO &#8211; MATA-MATA Ein Zebra sucht seine Familie</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 05:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropomorph]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Dani Books Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Didier Crisse]]></category>
		<category><![CDATA[Fred Besson]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3177</guid>

					<description><![CDATA[<p>Afrika, die Savanne. Im Gras zirpen die Grillen und in der Ferne hört man das Lachen der Hyänen. Dieser Comic nimmt mich direkt mit ins Licht des schwarzen Kontinents, mit zu seinen Bewohnern und seinen Abenteuern. Und gleich zu Beginn begegne ich einem meiner Lieblingstiere. Ein alter Elefant, KALIMBO, spürt den Ruf seiner Ahnen. Makoussa, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/">KALIMBO – MATA-MATA Ein Zebra sucht seine Familie</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Afrika, die Savanne. Im Gras zirpen die Grillen und in der Ferne hört man das Lachen der Hyänen. Dieser Comic nimmt mich direkt mit ins Licht des schwarzen Kontinents, mit zu seinen Bewohnern und seinen Abenteuern. Und gleich zu Beginn begegne ich einem meiner Lieblingstiere.</p>
<p>Ein alter Elefant, KALIMBO, spürt den Ruf seiner Ahnen. Makoussa, ein Löwe &#8211; und auch schon mit weißer Mähne &#8211; hält zu ihm. Ein junges Zebra platzt in diese traute Zweisamkeit wie ein Witz, der erst später weh tut. Wie sich zeigt, setzt KALIMBO &#8211; MATA-MATA auf eine Fabelstruktur, was mir sofort gefällt.<span id="more-3177"></span></p>
<p>Diese Geschichte nimmt Kinder ernst, ohne ihre Eltern und andere Erwachsene auszuschließen. Humor und Melancholie laufen hier parallel. Die Figuren reden wie Menschen, bleiben aber optisch Tiere. Diese Zurückhaltung verhindert süßen Kitsch und öffnet Räume für echte Themen wie das Altern, Abschiede und Verantwortung.</p>
<p>Mit Beginn der ersten Panels lockt mich die Geschichte mit ihrem warmen Ton und dem All-Ages-Zugriff, mit ihrem sanften Abenteuer und lässt mich anschließend nicht mehr los.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3167" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759.jpg" alt="Innenseite 3 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Der Ruf des Elefantenfriedhofs</h3>
<p>KALIMBO ist der Patriarch eines Elefantenclans. Gut, das hat mit Zoologie jetzt wenig zu tun, da die Herden üblicherweise von Elefantenkühen geführt werden. Egal, Schwamm drüber.</p>
<p>KALIMBO ist alt, er ist müde und hört den Ruf seines bevorstehenden Endes. Also trifft er eine Entscheidung, die würdevoll und radikal zugleich wirkt. Er verlässt seine Herde, will zum Elefantenfriedhof. Nicht aus Sensationslust, sondern aus innerer Logik. Er will dorthin, wo seine Geschichte ausklingen soll.</p>
<p>Makoussa begleitet ihn. Der Löwe ist nicht nur ein Jäger und eine Gefahr für seine Beutetiere. Er ist auch Bindung an gemeinsam erlebte Zeiten, da sich die Beiden lange kennen. Makoussa respektiert KALIMBO, aber er widerspricht ihm auch. Das ist wichtig, weil die Reise sonst schnell zu einem stillen Sterbemarsch werden könnte.</p>
<p>Stattdessen entsteht sofort eine schöne Dynamik. Zwei alte Freunde, die sich kennen. Freunde, die eine lange Strecke hinter sich und eine letzte Strecke vor sich haben. Und zwei Charaktere, die sehr menschliche Fragen im Gepäck haben. Was schuldet man einer Gemeinschaft? Was darf man sich selbst zugestehen? Und wann wird Würde zu Sturheit?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3168" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759.jpg" alt="Innenseite 4 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Der Störenfried als Lebensfunke</h3>
<p>Auf ihrem Weg trifft das Duo auf Mata-Mata, ein junges, zappeliges Zebra. Es ist unruhig, es ist überdreht und allein. Es wurde von seiner Herde getrennt, nachdem die Gnus &#8211; in Afrika gerne auch Zero-Brains genannt &#8211; in der Migration panisch durch die Gegend geprescht sind.</p>
<p>Plötzlich wird aus einem geplanten Abschied erst einmal eine Rettungsmission. Nicht, weil KALIMBO plötzlich jung wird und noch einmal eine neue Aufgabe findet, sondern weil er als verantwortungsbewusster Patriarch nicht einfach wegsehen kann.</p>
<p>Mata-Mata ist die Sorte Figur, die in einer schlechten Geschichte nervt. Hier funktioniert sie gut. Der Grund liegt klar im Kontrast der Charaktere.</p>
<p>KALIMBO trägt Schwere, Makoussa trägt Loyalität und Mata-Mata trägt Dynamik. Er redet viel, überschätzt sich immer wieder und bringt Chaos in die kleine Gemeinschaft.</p>
<p>Genau dadurch zwingt er die beiden Alten jedoch, Position zu beziehen. Der Elefant wird allerdings nicht zum niedlichen Opa, ebenso wenig wie der Löwe zum brummigen Babysitter wird. Stattdessen entsteht ein seltsames Trio, das auf einmal ein neues Ziel braucht. Und ja: irgendwie erinnern mich die Drei frappierend an <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0268380/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_ice%2520age" target="_blank" rel="noopener">Ice Age</a> der Blue Sky Studios aus dem Jahr 2002.</p>
<p>Die Fabel setzt damit ihren zentralen Hebel. Der Tod bleibt im Raum. Die Lebensenergie drängt hinein. Zwischen beiden Polen entsteht eine Wärme, die nicht geschniegelt wirkt. Und das ist der Moment, in dem der Band anfängt, größer zu sein als sein Ausgangspitch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3169" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759.jpg" alt="Innenseite 5 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Drei Blickwinkel auf dieselbe Steppe</h3>
<p>Mehr als jede einzelne Szene trägt diese Konstellation das Narrativ und zeigt mir drei Perspektiven auf dieselbe Welt. KALIMBO sieht Endlichkeit, Makoussa sieht Pflicht. Und Mata-Mata? Er sieht vor allem sich selbst. Das klingt hart, ist aber ehrlich. Und es ist komisch, weil sich dieses halbstarke Zebra oft selbst im Weg steht.</p>
<p>Die Reiseform erlaubt zudem kleine Prüfungen, ohne dass die Handlung ständig explodieren muss. Die Savanne ist eine Kulisse, aber eine sprechende: Hunger ist präsent, Gefahr in Form von Geparden und Wildhunden auch. (Und nein, es sind keine Hyänen.)</p>
<p>Gleichzeitig bleibt das Abenteuer jedoch familienfreundlich. Es geht nicht um Blut, es geht um Haltung. Wer schützt wen? Wann kippt Hilfe in Bevormundung? Und was macht man, wenn der eigene Plan plötzlich nicht mehr der wichtigste ist?</p>
<p>Ich mag an diesem Mittelteil, dass die Geschichte sich nicht dauernd erklärt. Sie lässt die Figuren sich aneinander reiben. KALIMBO ist nicht nur Altersweise, er ist auch stolz. Makoussa ist nicht nur tapfer, sondern auch vorsichtig. Und Mata-Mata ist nicht nur nervig, sondern auch verletzlich. So entsteht Empathie, die ohne einen pädagogischen Zeigefinger auskommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3170" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759.jpg" alt="Innenseite 6 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Etappe statt Finale</h3>
<p>Am Ende steht nicht der große Twist. Der Band wirkt eher wie eine in sich geschlossene Etappe. Genau das passt zu der Art, wie er erzählt wird.</p>
<p>Ein Weg wird gegangen, ein Plan korrigiert. Beziehungen verändern sich, aber die Grundfrage bleibt: Wie geht man mit dem Ende um, wenn das Leben unterwegs dazwischenkommt?</p>
<p>Ja, manchmal wünschte ich, dass sich die Geschichte an manchen Stellen stärker zuspitzen würde. Das ist dann aber wohl der Preis der Zugänglichkeit.</p>
<p>Der Band will niemanden verschrecken. Er will ein Einstieg sein. Dafür setzt er auf klare Emotionen und eine leicht lesbare Dramaturgie. Schließlich ist dies der erste Band einer geplanten Reihe, bei dem der kommende (<a href="https://www.danibooks.de/kalimbo/193-kalimbo-band-2-der-grosse-malak.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kalimbo &#8211; Band 2: Der große Malak</a>) schon in den Startlöchern stand. Das erklärt die Balance. Der erste Teil will vor allem Figuren etablieren und einen Ton setzen.</p>
<p>Ich bleibe mit einem guten Gefühl, aber auch mit Neugier zurück. Und genau das ist für Band eins ein sauberer Job.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3171" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759.jpg" alt="Innenseite 7 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Savannenlicht in klaren Panels</h3>
<p>Fred Besson übernimmt in diesem Comic Zeichnung und Farbe. Alles greift schön ineinander. Die Figuren sind klar lesbar, die Mimik ist ausdrucksstark. Besson&#8217;s Körper wirken &#8222;tierisch&#8220; realistisch, nicht verkleidet. Gerade diese minimale Vermenschlichung macht aber auch die Emotionen glaubwürdig.</p>
<p>Farblich setzt der Band auf Wärme, afrikanisches Gelb, Ocker, Abendrot. Die Savanne bekommt ihre Bühne, die nach Gras, Staub und Tieren riecht. Kontraste bleiben weich. Das passt zum Ton.</p>
<p>Panels führen das Auge ruhig, die Action bleibt überschaubar. Dafür funktionieren Blicke, Pausen und kleine Gesten sehr gut. Wenn KALIMBO innehält, fühlt sich das schwer an. Wenn Mata-Mata losplappert, fühlt sich das leicht an.</p>
<p>Ich würde mir manchmal mehr Mut zur Wildheit wünschen. Mehr Staub, mehr Kante im Licht, mehr visuelle Gefahr. Andererseits liegt genau darin die Strategie. KALIMBO &#8211; MATA-MATA will nicht als Naturdokumentation sondern als Fabel wirken. Und als Fabel zeichnet Besson sicher, elegant und leserfreundlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3172" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759.jpg" alt="Innenseite 8 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Werkspuren durch mehrere Reihen</h3>
<p>Didier Crisse ist ein Vielschreiber im frankobelgischen Kosmos. Er bewegt sich seit Jahren zwischen Abenteuer, Fantasy und Familienstoff. Beim deutschen Splitter-Verlag taucht sein Name in Zusammenhang mit Serien wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/atalante-bd-1-der-pakt.html" target="_blank" rel="noopener">ATALANTE</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/ishanti-bd-1-die-tranen-der-isis.html" target="_blank" rel="noopener">ISHANTI</a> auf.</p>
<p>Frédéric Besson hat eine interessante Doppelrolle. Er arbeitet als Illustrator, aber auch als Kolorist. Mehrere Profile beschreiben, dass er in Nantes Grafik studierte, ein Praktikum bei Crisse machte und danach als Colorist bei <a href="https://www.editions-soleil.fr/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Soleil</a> arbeitete. Diese Herkunft erklärt, warum seine Farben nicht wie ein Lack wirken, sondern wie ein intensiver Bestandteil der Zeichnung.</p>
<p>Auch die gemeinsame Werkspur ist gut sichtbar. Besson taucht bei Titeln wie <a href="https://www.amazon.de/Anya-LOiseau-bleu-Fred-Besson/dp/2357960981" target="_blank" rel="nofollow noopener">ANYA</a> auf. Er ist ebenso mit Crisse bei JUSQU’AU RÉCIF gelistet. In Bibliografien wird er außerdem mit ISHANTI verbunden.</p>
<p>Dazu kommt <a href="https://www.amazon.de/Private-Ghost-White-Bloody-Mary/dp/284565622X?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=SIIRJAGK6N7C&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.qv_YOncmjqFvn8LaINmA6T_enH-fa2zGzRWHppm6fb0w3GlEAp4Api6zT3oEv_xkpFxi5_SZ42a3b625zTOav0QDrLLFzl-bIeqC8qxQ4gniKcX77TYnYbQbmR5nta1VdNDKyP7bPCzjcPmGn0nYq1nIegbTnsqkmcRW3SS0FMkIdmExho-KMJo8t6EWvQN-iF4Pz7oWZk1mDIaY0-SIL8lmFlG-7vnOe07v_uFg-d4.pHwLqddA2wqBI1-Ygte8No0Aizigvz088akUpMcIwVM&amp;dib_tag=se&amp;keywords=private+ghost+frederic+bessons&amp;qid=1774285938&amp;sprefix=private+ghost+frederic+bessons%2Caps%2C120&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">PRIVATE GHOST</a>, wo beide ebenfalls zusammen genannt werden. Wer diese Titel kennt, erkennt eine Vorliebe. Die beiden mögen klare Abenteuersetups. Sie mögen starke Bildstimmung. Und sie mögen Figuren, die über Humor an ernste Themen herangeführt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3173" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759.jpg" alt="Innenseite 9 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Elefantenfriedhof? Mythos und Wirklichkeit</h3>
<p>Der Elefantenfriedhof ist eine dieser Ideen, die bei mir sofort Bilder erzeugen. Ein geheimer Ort, an dem alte Tiere sterben. In der Popkultur funktioniert das seit Jahrzehnten. In der Realität ist es eher ein beliebter Mythos.</p>
<p>Elefanten sterben dort, wo sie gerade sind. Man findet Knochenfelder meist aus anderen Gründen, aus Wasserknappheit, Jagd, natürliche Häufungen. Gerade weil die Vorstellung so stark ist, eignet sie sich aber für Fabeln. Sie bündelt Endlichkeit in einem Zielpunkt.</p>
<p>Dazu passt die zweite reale Beobachtung, die der Comic indirekt streift: Viele Tiere reagieren auf Tod. Elefanten zeigen auffälliges Verhalten an Knochen oder Kadavern ihrer Artgenossen. Sie berühren sie, sie bleiben in der Nähe, sie wirken, als hätten sie ein Ritual.</p>
<p>Wissenschaftlich gesehen ist jedoch Vorsicht sinnvoll. Man sollte nicht zu schnell vermenschlichen. Emotional ist die Beobachtung trotzdem stark.</p>
<p>KALIMBO &#8211; MATA-MATA nutzt genau diese Spannung. Er macht aus dem Mythos einen Weg und aus dem Weg eine Frage: Was bedeutet Abschied, wenn man ihn bewusst wählt?</p>
<p>Auch die Gnu-Migration ist mehr als ein Stichwort. Sie steht für Natur in Bewegung, für Masse und Zufälligkeit. In so einem Strom kann ein Jungtier verschwinden. Und plötzlich wird Moral konkret. Helfe ich? Gehe ich weiter? Warte ich ab?</p>
<p>Der Comic übersetzt Naturphänomene in Entscheidungsmomente. Das ist simpel, aber wirkungsvoll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3174" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759.jpg" alt="Innenseite 10 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Der nächste Schritt wartet bereits</h3>
<p>Die Reihe bleibt nicht beim Auftakt. Ein zweiter Band existiert bereits und trägt im Deutschen den Titel <a href="https://www.danibooks.de/kalimbo/193-kalimbo-band-2-der-grosse-malak.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">KALIMBO &#8211; DER GROSSE MALAK</a>. Im französischen Programm läuft er als zweite Etappe der Serie. Es scheint aber auch der letzte Band geblieben zu sein.</p>
<p>Schon der Umstand, dass Band eins eher eine Etappe als ein Finale ist, macht diese Fortsetzung logisch. Der erste Band baut Bindung auf. Band zwei kann dann stärker variieren. Und natürlich drängt sich der Vergleich zu großen Savannen-Erzählung von <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0110357/?ref_=nv_sr_srsg_1_tt_7_nm_1_in_0_q_DER%2520KOENIG%2520DER%2520LOEWEN" target="_blank" rel="noopener">DER KOENIG DER LOEWEN</a> auf.</p>
<p>Doch ist dieses Werk nicht als Kopie gemeint. Es ist lediglich ein Hinweis auf Ton und die Zielgruppe: Familienabenteuer mit ernstem Kern.</p>
<p>Wer nach dem ersten Band weiterliest, bekommt also nicht bloß mehr vom Gleichen. Er bekommt die Chance zu sehen, ob das Konzept auch unter anderen Konflikten trägt. Ich finde, genau darauf macht Band eins Lust.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3175" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759.jpg" alt="Innenseite 11 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ich nehme KALIMBO &#8211; MATA-MATA als Comic ernst, gerade weil er leicht wirkt. Die Story traut sich an das größte Thema heran und tut dies ohne Pathos. Sie traut sich über den Weg der Freundschaft. Das ist klug, denn Crisse schreibt so, dass auch Kinder folgen können. Erwachsene finden dabei genug Subtext, um nicht gelangweilt zu sein.</p>
<p>Manchmal bleibt das Abenteuer vielleicht ein Wenig zu geschniegelt. Die Savanne könnte stärker nach Risiko schmecken. Ein paar Szenen dürften unangenehmer sein. Dann würde der geplante Abschied mehr Gewicht bekommen.</p>
<p>Auf der anderen Seite würde genau das vielleicht den Kern der Geschichte verlieren. Dieser Band will trösten, nicht erschüttern. Er will einen Einstieg schaffen. Und als Einstieg funktioniert er wirklich gut.</p>
<p>Wer Comics selten liest, bekommt hier einen Album, das sofort verständlich ist. Wer Comics liebt, bekommt ein sauber gebautes Stück Fabelkunst mit sehr starkem, leicht Disney-haften Artwork. Und wer Tiere in Geschichten mag, bekommt Figuren, die nicht nur niedlich sind. Sie sind widersprüchlich, das macht sie lebendig. Mir macht es Lust auf mehr &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3166" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-300x395.jpg" alt="Cover des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="300" height="395" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-600x791.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759.jpg 759w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>KALIMBO &#8211; BAND 1: MATA-MATA</li>
<li>Didier Crisse und Fred Besson</li>
<li>Hardcover | 56 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-944077-74-1</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.danibooks.de/kalimbo/57-kalimbo-band-1-mata-mata.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DANI BOOKS VERLAG</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/">KALIMBO – MATA-MATA Ein Zebra sucht seine Familie</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>STRANDRÄUBER &#8211; Piraten finden sich auch an Land</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 06:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Laurent Gnoni]]></category>
		<category><![CDATA[Rodolphe Daniel Jacquette (Rodolphe)]]></category>
		<category><![CDATA[Zack Edition]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3367</guid>

					<description><![CDATA[<p>STRANDRÄUBER nimmt ein vertrautes Abenteuer-Versprechen und dreht es direkt einmal auf links. Hier beginnt Piraterie nicht auf dem Meer, sondern am vermeintlich sicheren Ufer. Rodolphe erzählt uns von einem Küstendorf, das sich mit Absicht am Unglück anderer bereichert. Laurent Gnoni setzt dies in Bilder um, die nach Salz riechen und nach verregnetem, kaltem Stein aussehen. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/">STRANDRÄUBER – Piraten finden sich auch an Land</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>STRANDRÄUBER nimmt ein vertrautes Abenteuer-Versprechen und dreht es direkt einmal auf links. Hier beginnt Piraterie nicht auf dem Meer, sondern am vermeintlich sicheren Ufer.</p>
<p>Rodolphe erzählt uns von einem Küstendorf, das sich mit Absicht am Unglück anderer bereichert. Laurent Gnoni setzt dies in Bilder um, die nach Salz riechen und nach verregnetem, kaltem Stein aussehen. Das Ergebnis ist ein historischer Thriller, der sich zügig liest und trotzdem lange nachhallt. Nicht, weil er besonders kompliziert wäre, sondern weil er eine zentrale Frage gnadenlos stellt: Was bleibt von der Moral, wenn ein ganzes Dorf sie gemeinsam nicht mehr für wichtig erachtet?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3371" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03.jpg" alt="Innenseite 03 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-03-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Die Schule der Kälte</h3>
<p>Das Örtchen Greenway liegt an der englischen Küste. Es ist der 14. Oktober 1704. Die Menschen dort leben ein hartes Leben. Sie schauen auf&#8217;s Meer wie andere auf&#8217;s Feld. Nur wächst hier nichts, außer Angst und die Hoffnung auf ein wenig Reichtum. Ein Reichtum jedoch, der immer zu Lasten Anderer geht.</p>
<p>Jim ist vierzehn. Sein Vater führt ihn in das Geheimnis des Dorfes ein, das kein Kind kennen sollte. Aber Jim ist nun alt genug dafür. Nachts zünden die Erwachsenen auf dem Strand Feuer an. Sie wollen damit Schiffe in die Irre führen, sie wollen Wracks, wollen deren Ladung. Diese Praxis bildet den unmoralischen Kern der Geschichte, gezeigt als Dorfalltag, nicht als Ausnahme. Genau das macht den Einstieg direkt unangenehm.</p>
<p>Jim steht dabei im Mittelpunkt. Er ist alt genug, um benutzt zu werden und jung genug, um noch ein wenig Widerstand zu spüren. Die Erwachsenen behandeln ihn wie Material. Sie reden von Elend, von Notwendigkeit. Das alles stimmt. Und doch kippen die Szenen nicht ins Entschuldigende.</p>
<p>Der Autor lässt mich fühlen, wie schnell aus Armut ein opportunistisches System werden kann. Dabei bleibt der Text schnörkellos und die Handlung treibt voran, ohne sich in Nebenwegen zu verlieren. Man hat hier keine Zeit für Nebensächlichkeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3372" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04.jpg" alt="Innenseite 04 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-04-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Ein Schiff wird kommen</h3>
<p>Das kommende Schiff heißt Meredith. Es hat die Feuer entdeckt und nähert sich in höchster Not. Für Greenway ist es ein Schiff zu viel, denn an Bord befindet sich ein geheimnisvoller Passagier. Ein Lord erwartet ihn und dieser Passagier trägt einen wertvollen Schatz bei sich. Damit steigt für alle Beteiligten der Einsatz. Aus dem düsteren Dorfverbrechen wird ein Fall, der plötzlich ungewollte Aufmerksamkeit auf sich zieht.</p>
<p>Rodolphe nutzt diesen Kniff klug. Er verknüpft den sozialen Horror am Strand mit einem klassischen Abenteuer. Aus einer Beute wird plötzlich eine Gefahr für die Ausbeuter.</p>
<p>Nach der Havarie verschwinden der Chevalier de Saint Martin und seine Leute. Soldaten beginnen zu suchen und das Dorf muss nun eine ganz andere Rolle spielen. Es muss unschuldig wirken, während es alle Beweise versteckt.</p>
<p>Diese doppelte Bühne ist einer der stärksten Teile des Albums. Ich siehe, wie eine Gemeinschaft funktioniert, wenn Schuld sie zusammenhält. Jeder Blick wird kontrolliert, jede Antwort wird abgewogen. Jim erlebt dies als Dauerstress und seine innere Zerrissenheit hält die Spannung der Erzählung hoch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3373" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05.jpg" alt="Innenseite 05 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-05-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Ein blutiger Pakt</h3>
<p>Je näher die Soldaten kommen, desto enger rückt das kleine Dorf zusammen. Rodolphe lässt Greenway wie eine Falle wirken. Niemand darf aus der Reihe tanzen. Genau hier setzt die stärkste Idee der Geschichte an. Der Pakt der Strandräuber verlangt Opfer. Und das Dorf ist bereit, einen der eigenen Leute zu opfern, um das Geheimnis zu bewahren.</p>
<p>Dieser Punkt macht aus dem Abenteuer auch eine Parabel über Mitläufertum. Der Schrecken liegt nicht in einzelnen Monstern, er liegt in der gemeinsamen Abmachung, dass der Zweck eben jedes Mittel heiligt.</p>
<p>Das Dorf folgt dieser Logik wie in einem Uhrwerk. Nuancen könnten noch mehr schmerzen. Ein paar Nebenfiguren stehen eher für Funktionen als für Menschen. Trotzdem funktioniert die narrative Konstruktion. Sie erzeugt Druck und Tempo.</p>
<p>Vor allem gibt sie Jim eine klare innere Linie. Eigentlich will er nicht dazugehören und doch ist er ein Teil des Dorfes und wird er hineingezogen. Und genau dieses Hineinziehen beschreibt Rodolphe sehr präzise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3374" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06.jpg" alt="Innenseite 06 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-06-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Piraten aus Weymouth</h3>
<p>Dann kommt eine weitere Bedrohung ins Spiel. Piraten aus Weymouth erfahren vom erbeuteten Schatz und sie betreten das Dorf nicht als Bittsteller. Sie kommen als Raubtiere.</p>
<p>Damit legt das Album zwei Formen von Gewalt nebeneinander. Die Dorfbewohner reden sich ihre Taten schön, die Piraten brauchen für ihre keine Ausrede. Sie nehmen, was sie wollen und töten, wenn es sein muss. Diese Zuspitzung wirkt dramaturgisch erwartbar, passt aber gut zum Thema. Wer einmal mit Plündern beginnt, lädt irgendwann die größere Räuber ein.</p>
<p>Für Jim wird diese Entwicklung zum Wendepunkt. Er zieht sich &#8211; begleitet von einem Hund &#8211; in den Wald zurück. Dazu kommt ein Affe, der das Unglück überlebt hat und eine prächtige Uniform trägt. Jim findet ihn und kümmert sich.</p>
<p>Außerdem sucht Jenny seine Nähe. Sie ist die blinde Tochter des Dorfchefs. Diese kleine Gruppe ist der zarte Gegenentwurf zum Kollektiv der Täter. Rodolphe trifft hier eine gute Entscheidung. Er erzählt Hoffnung, ohne die bereits gezeigte Grausamkeit fortzuwischen. Am Ende bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack. Der Schatz landet nicht dort, wo die Gewalt ihn haben will.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3375" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07.jpg" alt="Innenseite 07 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-07-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Zeichnungen wie nasser Stein</h3>
<p>STRANDRÄUBER lebt stark von seiner Inszenierung. Laurent Gnoni zeichnet semirealistisch. Er sucht keine glatte Schönheit, sondern zeigt Gesichter, die von Wind und Wellen gezeichnet sind. Er zeigt Körper, die müde sind. Aber besonders überzeugt mich sein Umgang mit dem Wetter.</p>
<p>Regen ist hier nicht nur ein Hintergrundrauschen. Regen ist Rhythmus. Die schrägen Linien treiben die Seiten voran, machen die kalten, nassen Nächte körperlich erfahrbar. Dazu kommt das Licht. Feuer brennt am Strand und steht in den Fenstern. Diese Feuer wärmen nicht, sie markieren, sie verraten. Das ist visuelles Erzählen auf den Punkt.</p>
<p>Ein wenig kritisch sehe ich die Darstellung im Handeln der Figuren. Einige mimische Momente könnten präziser sein. Manchmal wirkt Zorn wie eine Standardpose. In einem so moralisch aufgeladenen Stoff würde ich mir gelegentlich feinere Übergänge wünschen.</p>
<p>Gleichzeitig muss ich anerkennen, wie stimmig hier Zeichnung und Farbe zusammenlaufen. Gnoni koloriert selbst. Das spüre ich. Alles sitzt in einer Palette aus Blau, Grau und schmutzigem Gelb. Diese Entscheidung hält die dargestellte Welt geschlossen und sie lässt Jim&#8217;s Jugend stärker herausstechen. Er wirkt inmitten der allgemeinen Dunkelheit wie ein letzter Rest des Tageslichts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3376" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08.jpg" alt="Innenseite 08 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-08-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Rodolphe und Gnoni im Spiegel ihrer prägenden Arbeiten</h3>
<p>Rodolphe Daniel Jacquette (Rodolphe) gehört zu den Szenaristen, die über viele Jahre ein enormes Genre Spektrum abdecken. Seine Bibliografie umfasst weit viele, viele Alben. Dabei tauchen immer wieder Reihen auf, die in Europa viele Leser geprägt haben.</p>
<p>Zu den wichtigsten zählen <a href="https://www.splitter-verlag.de/kenya-1-erscheinungen.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">KENYA</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/namibia-bd-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">NAMIBIA</a>, außerdem <a href="https://www.splitter-verlag.de/scotland-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SCOTLAND</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/sprague.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SPRAGUE</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/morgen-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">MORGEN</a> oder <a href="https://www.splitter-verlag.de/mann-der-die-welt-erfand.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER MANN DER DIE WELT ERFAND</a>. Diese Titel zeigen, wie Rodolphe häufig arbeitet. Er baut ein Milieu, setzt eine klare Bedrohung hinein. Dann testet er Figuren an Moral, Loyalität und Angst. In STRANDRÄUBER schrumpft das große Serienformat auf einen Band. Das tut ihm gut.</p>
<p>Laurent Gnoni ist als Zeichner und Kolorist ebenfalls vielseitig. Seine Bibliografie führt Projekte wie <a href="https://www.amazon.de/RADCLIFF-T1-1-Laurent-Gnoni/dp/2017076465" target="_blank" rel="nofollow noopener">RADCLIFF</a> und <a href="https://www.editionsanspach.com/album/pump-un-si-gentil-garcon-western-rodolphe-gnoni/" target="_blank" rel="nofollow noopener">PUMP</a>. Entscheidend ist weniger das Genre als sein engagierter Blick für Atmosphäre. Er kann Historie, Thriller und düstere Räume. STRANDRÄUBER nutzt genau diese Stärke. Es ist ein Album, das nicht von Dialog-Feuerwerken lebt, sondern von Blicken, sturmbedrohten Himmeln und tödlicher Brandung. Gnoni liefert mit seinen Zeichnungen dafür die passende Bühne.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3377" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09.jpg" alt="Innenseite 09 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-09-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Wrecking: der Mythos und das harte Recht der Küste</h3>
<p>Die Idee der Strandräuber ist historisch aufgeladen. Küstenbewohner haben über Jahrhunderte Wrackgut geborgen und auch geplündert. Das ist keine reine Legende. Die berühmte Erzählung von falschen Lichtern, die Schiffe absichtlich auf Felsen locken, ist dagegen historisch viel unsicherer.</p>
<p>Eine wissenschaftliche Zusammenfassung zu <a href="https://academic.oup.com/book/44049/chapter-abstract/371933786?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="nofollow noopener">Cornish wrecking</a> betont, dass es für das gezielte Locken mit falschen Lichtern keine Belege gibt. Der Mythos hat sich mit realen Wrackpraktiken vermischt.</p>
<p>Spannend ist außerdem der rechtliche Druck im 18. Jahrhundert. Eine <a href="https://academic.oup.com/book/44049/chapter-abstract/371933786?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="nofollow noopener">Studie bei Oxford Academic</a> beschreibt, dass 1714 Gesetze drohten, die das Betreten von Wracks ohne Erlaubnis und das Behindern von Rettung mit Strafen belegten. Später verschärfte sich das nochmals deutlich.</p>
<p>Das erklärt die permanente Angst in Geschichten wie dieser. Wer am Strand plündert, riskiert nicht nur Streit. Er riskiert das Einschreiten des Staates. Rodolphe macht daraus keinen Vortrag. Er baut es aber als Atmosphäre ein. Soldaten sind nicht nur Gegner. Sie sind die Erinnerung daran, dass ein Dorf nicht ewig im Schatten handeln kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3378" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10.jpg" alt="Innenseite 10 von STRANDRAEUBER" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAEUBER_Innenseite-10-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>STRANDRÄUBER ist ein starkes Album, weil es die Perspektive verschiebt. Es zeigt das &#8222;Abenteuer&#8220; der Piraterie von der vermeintlich sicheren Küste aus. Es zeigt Beute als soziale Krankheit und einen Jugendlichen, der nicht zum Helden stilisiert wird, sondern zum moralischen Seismografen. Gnoni liefert die Bilder, die das Wetter erzählen lassen, während Rodolphe eine Handlung schreibt, die straff und konsequent bleibt.</p>
<p>Der Gesamteindruck ist ansprechend positiv. Das Album trifft Ton und Tempo. Es ist düster, klassisch, aber nicht bequem. Und es beweist, dass STRANDRÄUBER mehr kann als Küsten-Folklore. Es ist eine Geschichte darüber, wie leicht Menschen sich gemeinsam die Hände schmutzig machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3381" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-300x409.jpg" alt="Cover von STRANRÄUBER" width="300" height="409" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-300x409.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-110x150.jpg 110w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover-600x819.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/STRANDRAUBER_Cover.jpg 733w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>STRANDRÄUBER</li>
<li>Rodolphe und Laurent Gnoni</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-949987-36-6</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★☆☆☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/strandraeuber/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Zack Edition</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/">STRANDRÄUBER – Piraten finden sich auch an Land</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/03/strandraeuber-piraten-finden-sich-auch-an-land/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 06:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Jérôme Félix]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Gastine]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3294</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit BIS ZUM BITTEREN ENDE nehme ich ein Album zu einem klassischer Western in die Hand. Ein alter Cowboy treibt noch ein letztes Mal Longhorns über die Prärie. Er will danach sesshaft werden. Dann jedoch beendet ein Todesfall diese Pläne. Genau in diesem Moment zeigt der Band seine eigentliche Stärke. Jérôme Félix, der Szenarist, erzählt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/">Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit BIS ZUM BITTEREN ENDE nehme ich ein Album zu einem klassischer Western in die Hand. Ein alter Cowboy treibt noch ein letztes Mal Longhorns über die Prärie. Er will danach sesshaft werden. Dann jedoch beendet ein Todesfall diese Pläne. Genau in diesem Moment zeigt der Band seine eigentliche Stärke.</p>
<p>Jérôme Félix, der Szenarist, erzählt keinen klassischen Nostalgieritt. Er schreibt eine Geschichte über das Ende eines Berufs, über das Ende von Gewissheiten.</p>
<p>Paul Gastine setzt dies mit einem Blick um, der zugleich weit ist, aber auch intim bleibt. Große Landschaften stehen neben Gesichtern, in denen jede Falte eine Entscheidung verrät. Der Splitter Verlag veröffentlichte den Band 2021 als abgeschlossenen Einzelband im Hardcover, der schnell vergriffen war. 2026 erscheint nun die erweiterte Neuausgabe. Freunde des Genres und dieses Comics wird es freuen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3296" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727.jpg" alt="Innenseite 01 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="727" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727.jpg 727w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-300x413.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-600x825.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 727px) 100vw, 727px" /></p>
<h3>Letzter Treck, letzter Traum</h3>
<p>Russell, unser Protagonist, weiß, dass er auf Verschleiß reitet. Die Arbeit der Viehtreiber verliert ihren Wert. Züge und neue Bahnstationen machen den Transport schneller, effizienter und damit auch kostengünstiger. Russell reagiert pragmatisch. Er will raus aus dem Staub und rein in ein kleines Stück Zukunft.</p>
<p>Sein Ziel liegt in Montana. Dort hofft er auf Land, Ruhe und eine Art Familie. An seiner Seite ist Bennett, ein junger Mann, den Russell früh zu sich genommen hat und den er schützt, auch wenn Bennett oft anders reagiert als die Leute es erwarten. Mit ihnen zieht Kirby. Er ist Partner, Freund und stille Stütze. Diese drei bilden eine fragile Gemeinschaft. Sie funktioniert, weil jeder weiß, was der andere nicht sagen kann.</p>
<p>Auf dem Weg legen sie in Sundance einen Halt ein. Die Stadt steht unter Druck. Neue Infrastruktur lockt Geld und verspricht Aufstieg. Gleichzeitig klebt an diesem Versprechen Angst. Wer jetzt als gefährlich gilt, wird zum Risiko für den Ruf des Ortes und damit für dessen Zukunft.</p>
<p>In dieser Stimmung findet man am Morgen eine Leiche. Der Bürgermeister sucht nach einer schnellen Erklärung. Er will Ordnung, bevor die Gerüchte größer werden. Russell spürt sofort, dass hier mehr brodelt als ein Unglück. Er bleibt, fragt nach, schaut genauer hin. Sundance reagiert abweisend. Aus dem Durchreiseort wird ein Knoten, an dem sich ihre Schicksale verwirren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3297" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716.jpg" alt="Innenseite 02 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<h3>Eine Stadt, die sich selbst verteidigt</h3>
<p>Der erste Tote bleibt nicht der letzte. Ausgerechnet Bennett gerät ins Visier der Ermittlungen. Man schiebt ihm Schuld zu. Die Logik ist brutal einfach: ein Fremder passt als Täter, ein zurückhaltender junger Mann als Sündenbock. So kann die Stadt einfach weitermachen. Ein junger Zeuge streut dabei zusätzlich Unruhe. Plötzlich steht nicht nur ein Unglück im Raum, sondern die Möglichkeit, dass jemand bewusst etwas vertuscht.</p>
<p>Für Russell bricht damit etwas. Er hat Bennett nicht als Besitz an seiner Seite, sondern als Verantwortung. Als Bennett kurz darauf ebenfalls tot aufgefunden wird, legt die Obrigkeit erneut einen Fall schnell zu den Akten. Der Bürgermeister drängt Russell aus Sundance. Er hofft, damit die Wellen zu glätten. Russell lässt sich vertreiben, aber &#8211; er vergisst nicht. Félix zieht die Schraube jetzt konsequent weiter an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3298" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716.jpg" alt="Innenseite 03 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Russell kommt zurück, nicht als Bittsteller, sondern mit einer Gruppe Outlaws. Er will Antworten und er will sie sofort. Damit kippt die Dynamik. Sundance wird zur Bühne für eine Belagerung ohne Mauern. Jeder Schritt wird zu einem Statement, jeder Blick kann eine Lüge sein.</p>
<p>In dieses Geflecht tritt Miss Collins, die Lehrerin der Stadt. Sie wirkt wie ein Gegenentwurf zur rauen Männerlogik. Sie handelt mutig und bleibt dabei menschlich. Ihre Rolle ist mehr als die einer Nebenfigur. Sie gibt dem Geschehen einen moralischen Anker. Sie zeigt, dass Zivilisation nicht nur aus Schienen und Verträgen besteht muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3299" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720.jpg" alt="Innenseite 04 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="720" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720.jpg 720w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-600x833.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<h3>Wenn Rache zum Gesetz wird</h3>
<p>Ab hier erzählt BIS ZUM BITTEREN ENDE in Spiralen. Russell sucht Wahrheit, verliert jedoch gleichzeitig den Boden unter den Füßen. Die Outlaws bringen Gewalt mit, die Stadt Verdrängung. Beides passt erschreckend gut zusammen. Félix arbeitet immer wieder mit Überraschungen, aber nicht als Trick. Er zeigt, wie schnell ein Ort seine Regeln verbiegt, wenn Geld und Zukunft auf dem Spiel stehen. Die Eisenbahn hängt über Sundance wie ein Versprechen, das alle korrumpiert.</p>
<p>Russell und seine Männer pressen Antworten aus einer Gemeinschaft, die sich im Alltag aneinander festhält. Es gibt Schankräume, Flure, Hinterzimmer. Überall stehen Menschen, die zu lange geschwiegen haben. Dann kippt das Spiel.</p>
<p>Eine Beichte taucht auf. Sie wirkt wie ein sauberer Schlussstrich. Genau da wird es aber gefährlich. Russell muss entscheiden, ob er die einfache Erklärung annimmt, oder ob er weiter stochert und damit noch mehr Leben zerstört. Miss Collins versucht, den Kern des Problems sichtbar zu machen. Sie stößt dabei auf ein Netz aus Mitwisserschaft. Kirby dient bei Allem als Erdung. Er sieht, wie Rache den Blick verengt, selbst wenn sie aus Liebe geboren wird.</p>
<p>Am Ende zwingt die Geschichte ihren Helden zu Entscheidungen, die keinen sauberen Ausweg erlauben. Der Band spart sich einen romantischen Schluss. Er zeigt, wie teuer Wahrheit sein kann, wenn sie zu spät kommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3300" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720.jpg" alt="Innenseite 05 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="720" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720.jpg 720w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-600x833.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Figuren im Gegenlicht der Moderne</h3>
<p>Das Western-Genre lebt oft von seiner Klarheit. Der Band hier lebt von Unschärfe. Félix schreibt Menschen, keine Abziehbilder. Ein Bürgermeister kann zugleich panisch und berechnend wirken. Outlaws können wie Werkzeuge erscheinen und doch eigene Grenzen haben. Russell trägt Würde in sich, aber auch eine Gewöhnung an die Gewalt an sich. Das macht jede seiner Handlungen doppeldeutig.</p>
<p>Besonders stark finde ich, wie der Comic das Ende einer Epoche nicht nur andeutet, sondern in die Beziehungen einarbeitet. Fortschritt bedeutet hier nicht Komfort, Fortschritt bedeutet Entwertung. Wer sein Leben lang geritten ist, steht plötzlich im Weg.</p>
<p>Die Erzählung bleibt trotz moralischer Grauzonen gut lesbar. Félix setzt auf klare Motive wie Familie, Loyalität, guten Ruf und Angst. Er verschachtelt diese Motive in Szenen, die schnell wechseln, aber verständlich bleiben. Die Kürze des Einzelbandes zwingt zu Verdichtung. Das funktioniert meistens, weil der Autor die Emotionen seiner Figuren präzise trifft. In manchen Passagen spürt man den Druck: Figuren müssen zügig Position beziehen. Mir fehlt gelegentlich ein Atemzug mehr, bevor die nächste Eskalation startet. Gleichzeitig passt dieser Sog zum Thema. Wenn diese Stadt kippt, kippt sie nicht in Zeitlupe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3301" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713.jpg" alt="Innenseite 06 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Paul Gastine&#8217;s Westernblick</h3>
<p>Gastine zeichnet mit einer Lust am Detail, die nie geschniegelt wirkt. Landschaften bekommen Raum. Felsen, Himmel und Staub stehen nicht nur als Kulisse herum. Sie formen Stimmungen. In den Stadtansichten sieht man, wie eine neue Zeit anrollt. Gleise schneiden Linien in die Weite, Holzfassaden wirken provisorisch. Es sind Orte, die morgen schon anders aussehen können. Dazu kommen Gesichter, die Gastine mit markanten Zügen baut. Mimik und Körperhaltung erzählen oft schneller als die Dialoge. Das macht den Band einsteigerfreundlich. Man versteht, wer gerade lügt, wer zweifelt, wer nur spielt.</p>
<p>Auffällig sind die Farben. Gastine koloriert kräftig. Er greift tief in warme Erd- und Abendtöne. Dann setzt er kalte Akzente, wenn die Stimmung kippt. Das wirkt manchmal moderner, als man es bei einem Western erwartet. Aber mich stört das nicht, im Gegenteil. Es unterstreicht den Gedanken, dass diese Welt gerade umgebaut wird.</p>
<p>Auch die Seitenregie überzeugt. Gastine denkt in Kamerablicken. Er wechselt zwischen Panorama und Nahaufnahme. Er führt die Action klar und kinematografisch. Er kann aber auch Stille stehen lassen. Der Band fühlt sich dadurch oft wie Kino an, nur ohne die Ausrede, dass Bilder vorbeiziehen. Hier muss man hinschauen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3302" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713.jpg" alt="Innenseite 07 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Zwei historische Fäden, die der Comic aufnimmt</h3>
<p>Der Kern des Comics illustriert einen realen Strukturwandel. Trail Drives brachten Rinder von den Weiden direkt zu den Märkten oder zu einem Railhead, von dem aus Züge die Tiere weiter transportierten. Solche Trecks konnten Monate dauern. Ein Weg von Texas zu Railheads in Kansas dauerte nach Angaben des National Park Service oft zwei bis drei Monate. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trieben Cowboys Millionen Tiere über offene Weideflächen Richtung Norden.</p>
<p>Die Stadt Chicago spielte dabei eine Schlüsselrolle. Die Union Stock Yards öffneten 1865 und bündelten Viehhandel und Fleischindustrie in einem riesigen Komplex. Die Stadt wurde so zum Magneten für Tiere, Geld und Logistik. Wer das Transportproblem löste, veränderte ganze Berufe. Genau diese Entwertung spürt man in Russells Welt. Die Arbeit auf dem Pferd verliert gegen Fahrpläne. (Mit diesem Ansatz ist dieses Album gerade wieder hochaktuell.)</p>
<p>Die Konsequenz war das Ende der offenen Weidewirtschaft. Die Railroads und eingezäunte Ranchgrenzen schränkten den Beruf des Cowboys bis etwa 1890 deutlich ein. Aus freier Weite wird Parzelle, aus Handschlag wird Vertrag. Félix nimmt diesen Umbruch als unsichtbaren Gegenspieler und Antrieb.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3303" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713.jpg" alt="Innenseite 08 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dazu kommt ein zweiter Faden. Die neuen Linien erzeugten neue Orte und neue Abhängigkeiten. In BIS ZUM BITTEREN ENDE wartet Sundance auf den Zug wie auf den Heilsbringer. Der Bürgermeister fürchtet, ein Skandal könnte anstehende Investitionen vertreiben. Denn Eisenbahngesellschaften entschieden, wo Haltepunkte und Umschlagplätze entstehen und wo Boomtowns wachsen oder Verliererorte entstehen.</p>
<p>Der Ortsname selbst trägt zusätzlich Geschichte. In Wyoming existiert <a href="https://www.google.de/maps/place/Sundance,+Wyoming+82729,+USA/@44.4052936,-104.386629,6382m/data=!3m2!1e3!4b1!4m6!3m5!1s0x5332e096cebe18f1:0xc3c44be889fa5bdf!8m2!3d44.4063746!4d-104.3757816!16zL20vMDExZmRk?entry=ttu&amp;g_ep=EgoyMDI2MDIyNS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D" target="_blank" rel="nofollow noopener">Sundance</a> als Stadt. Sie entstand Ende der 1870er Jahre und wurde später Verwaltungssitz des Crook County. Bekannt wurde sie auch über Harry Alonzo Longabaugh, den Outlaw &#8222;Sundance Kid&#8220;.</p>
<p>Diese Fakten zeigen, wie sehr der Westen in jener Zeit neu vermessen wurde. Orte entstanden, weil Handel, Durchreise und Infrastruktur sie brauchten. Félix und Gastine fangen dieses Klima ein. Sie erzählen es nicht als Chronik. Sie machen es als den Druck spürbar, der Menschen zu schnellen, schlechten Entscheidungen treibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3304" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713.jpg" alt="Innenseite 09 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>BIS ZUM BITTEREN ENDE ist ein Western, der die Colts nicht vergisst. Jérôme Félix schreibt eine Rachegeschichte, welche die Menschen dahinter ernst nimmt. Paul Gastine liefert Bilder, die ich nicht nur lese, sondern in denen ich verweile. Wer Western liebt, bekommt hier Staub, Schüsse und Weite. Wer selten Western liest, bekommt einen klar erzählten Einstieg in ein Genre. Der Comic bleibt wohlwollend hart. Er fragt nach Verantwortung, zeigt, wie schnell Moral zur Verhandlungsmasse wird. Am Ende bleibt ein Gefühl von Verlust, aber auch von erzählerischer Konsequenz. Und genau das macht diesen Einzelband so überzeugend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3295" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-300x417.jpg" alt="Cover von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="300" height="417" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-600x834.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719.jpg 719w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>BIS ZUM BITTEREN ENDE</li>
<li>Jérôme Félix und Paul Gastine</li>
<li>Hardcover | 88 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-68950-142-6</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/bis-zum-bitteren-ende-erweitert.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/">Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ASGARD jagt im Eis des Nordmeeres seine Dämonen</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 06:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Xavier Dorison]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=2373</guid>

					<description><![CDATA[<p>Xavier Dorison und Ralph Meyer sind zwei Namen, die inzwischen so fest miteinander verbunden sind wie Pferd und Reiter. Wer einmal UNDERTAKER oder die SCHLOSS DER TIERE-Bände in der Hand hatte weiß, dass Dorison gern Geschichten erschafft, die mythologisch aufgeladen, aber zugleich greifbar sind. Er beschäftigt sich mit menschlicher Hybris, mit politischen Spannungen und mit [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/">ASGARD jagt im Eis des Nordmeeres seine Dämonen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Xavier Dorison und Ralph Meyer sind zwei Namen, die inzwischen so fest miteinander verbunden sind wie Pferd und Reiter. Wer einmal <a href="https://www.splitter-verlag.de/undertaker-bd-1-der-goldfresser.html" target="_blank" rel="noopener">UNDERTAKER</a> oder die <a title="Die Revolution im SCHLOSS DER TIERE endet" href="https://panelwalker.de/2026/01/die-revolution-im-schloss-der-tiere-endet/" target="_blank" rel="noopener">SCHLOSS DER TIERE</a>-Bände in der Hand hatte weiß, dass Dorison gern Geschichten erschafft, die mythologisch aufgeladen, aber zugleich greifbar sind. Er beschäftigt sich mit menschlicher Hybris, mit politischen Spannungen und mit der Frage nach Schuld und Heldentum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2349" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1.jpg" alt="Innenseite 01 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_01_1000x750_1-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<p>Meyer wiederum ist einer dieser Zeichner, die Figuren nicht nur in Bewegung setzt, sondern ganze Welten atmen lässt. Sein Strich ist präzise, schwer, voller Gravur wie ins Papier gemeißelt. Seit seinem Durchbruch mit <a href="https://piredda-verlag.de/p/ian-gesamtausgabe" target="_blank" rel="noopener">IAN</a> (zusammen mit Fabien Vehlmann) zeichnet er sich durch eine seltene Mischung aus Dynamik und archaischer Wucht aus.</p>
<p>Wer sich ASGARD vornimmt, ahnt gleich, dass hier zwei Kreative zusammengefunden haben, die dasselbe Vokabular teilen. Dorison liebt es, mit nordischer Mythologie zu spielen, ohne in Fantasy-Klischees abzudriften. Meyer liebt es, kräftige Körper und harsche Umgebungen zu zeichnen. Ein Treffen zwischen Autor und Zeichner, bei dem die Temperatur irgendwo zwischen eisiger Fjordluft und glühender Schmiedekohle liegt. Ganz ähnlich wie schon bei einem anderen nordisch-mythischen Comic, dem bereits besprochenen <a href="https://panelwalker.de/2025/06/in-helblar-wird-ein-dorf-ueberfallen/" target="_blank" rel="noopener">Hel&#8217;Blar</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2351" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2.jpg" alt="Innenseite 02 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_02_1000x750_2-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Wenn Strich und Wort dieselbe Sprache sprechen</h3>
<p>Meyer übernimmt diesmal auch die Kolorierung, was dem Ganzen zusätzlich einen geschlossenen Charakter gibt. Farblich bewegt er sich in zurückhaltenden Paletten von grauem Eis, tiefem Blau, Ocker und Blutrot. Keine Effekthascherei, eher eine Schichtung, die Textur gibt und Raum öffnet. Meyer&#8217;s Farben erzählen mindestens so viel wie die Dialoge selbst. ASGARD wirkt wie ein Film im Breitwandformat, nur dass man hier in jedem einzelnen Bild länger verweilen möchte.</p>
<p>Dorison wiederum hält sich sprachlich zurück, setzt kurze Texte, knappe Dialoge, die den Figuren Charakter verleihen statt sie zu zudecken. Gerade weil er schweigsam bleiben lässt, entsteht Sog. Es gibt keinen überflüssigen Ballast. In einem Medium, das manchmal zu geschwätzig sein kann, ist das eine Wohltat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2353" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3.jpg" alt="Innenseite 03 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_03_1000x750_3-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Fjorde, Kälte, Jagd</h3>
<p>Worum geht es in ASGARD? Kurz gesagt: Um eine Reise in eine feindselige Welt. Wir folgen einem Exilanten, einem Jäger, einem Mann, der von den eigenen Leuten verstoßen wurde, weil er ein Skraeling &#8211; ein Krüppel &#8211; ist und gegen das Schönheitsideal der Gemeinschaft verstößt. Doch anders, als es die Wikinger-Gesetze es vorschreiben, tötet ihn sein Vater nicht nach der Geburt. Sein Name: ASGARD.</p>
<p>Passenderweise trägt er denselben Namen wie die mythologische Welt der Götter. Das macht ihn, kaum dass wir ihn kennen lernen, zu einer wandelnden Versinnbildlichung. Doch Dorison wäre kein ernst zu nehmender Erzähler, wenn er daraus eine platte Allegorie machen würde. ASGARD bleibt Mensch, mit Hunger, mit Schwächen und mit Stolz.</p>
<p>Die Handlung setzt ein, als eine riesige Kreatur aus der Tiefe der Nordmeere auftaucht. Sie wird zur Bedrohung für ganze Dörfer, für den Handel und besonders für die Seefahrer. Es gibt also etwas, das jagbar ist, das zugleich größer ist als der Mensch und damit eine Projektionsfläche für Heldenmut oder Feigheit.</p>
<p>Und je länger die Jagd dauert, umso mehr verstärkt sich der Eindruck, dass es sich hierbei um <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Midgardschlange" target="_blank" rel="noopener">Jörmungandr</a>, die Midgardschlange, handeln könnte, die dem Weltuntergang <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ragnar%C3%B6k" target="_blank" rel="noopener">Ragnarök</a> vorausgeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2355" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4.jpg" alt="Innenseite 04 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_04_1000x750_4-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Die einsame Jagd des Verstoßenen</h3>
<p>ASGARD, der Verstoßene, nimmt den Auftrag an, dieses Wesen zu töten. Nicht weil er die Welt retten, sondern weil er sich gegen sein Schicksal stemmen will und weil er diese und ähnliche Jagden zu seiner Aufgabe gemacht hat.</p>
<p>Was Dorison hier aufspannt, ist aber mehr als eine klassische Jagdgeschichte. Es ist eine Reise tief in die Ikonografie nordischer Mythen. Wir sehen Dörfer, Schlachtfeste, lange Schiffe und archaische Waffen. Doch der Ton der Geschichte ist nicht der eines Märchens, eher ein archaisches, reales Drama. Der Comic verzichtet weitgehend auf Götterfiguren und kaut keine Mythen wieder. Er interessiert sich für die Menschen, die zu überleben versuchen, für den Einzelnen gegenüber der Natur, für die Gewalt, die in jeder Begegnung steckt.</p>
<p>Meyer übersetzt dies alles in Bildfolgen, die kalt wirken und gleichzeitig voller Spannung sind. Man spürt die Kälte auf der Haut, man riecht förmlich den Atem der Rinderherden, man hört das Knirschen des Schnees. Gerade in Stillen entfaltet der Comic seine Wucht. Ich finde mich in einem nordischen Noir wieder, bei dem die Natur kein Ornament, sondern Gegner ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2357" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5.jpg" alt="Innenseite 05 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_05_1000x750_5-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Moby Dick trifft Nordmeer</h3>
<p>Diese Geschichte ist ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Moby-Dick" target="_blank" rel="noopener">MOBY DICK</a> im Nordmeer. Keine Jagd nach einem weißem Wal, sondern nach einer Art Seeungeheuer. Doch anders als bei Melville steht hier nicht die Obsession des Kapitäns im Vordergrund, sondern die Konfrontation eines Ausgestoßenen mit einer Aufgabe, die größer ist als er selbst, viel größer. Diese Balance macht den Kern der Erzählung aus.</p>
<p>Ich bleibe dabei, weil mich nicht allein die Frage &#8222;Wird er das Monster besiegen?“ am Ball bleiben lässt, sondern weil jede Seite enthüllt, wie viel Menschlichkeit in einer brutalen Welt übrig bleibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2359" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6.jpg" alt="Innenseite 06 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_06_1000x750_6-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Kiel, drei Konflikte</h3>
<p>Betrachten wir, wie die Geschichte gebaut ist. Dorison wählt keinen linearen Heldenbogen im klassischen Sinne. Stattdessen folgt er einer episodischen Struktur, die zugleich stringent bleibt. Die Mission, das Seeungeheuer zu jagen, liefert eine klare Richtung. Doch unterwegs gibt es Brüche, Umwege und Begegnungen, die scheinbar nebensächlich sind, aber Tiefe einflechten.</p>
<p>Man könnte sagen: ASGARD funktioniert wie ein Wikinger-Langschiff. Der Kiel gibt Richtung, die Planken sind Einzelmomente. Am Ende halten sie ein Schiff zusammen, das nur fährt, weil alles zusammenspielt. Die Dramaturgie balanciert Stille und Action, innere Kämpfe und äußere Duelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2361" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7.jpg" alt="Innenseite 07 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_07_1000x750_7-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Struktur wie eine Schiffsplanke</h3>
<p>Dorison&#8217;s Stärke liegt darin, dass er Konflikte auf verschiedenen Ebenen verschachtelt. Da ist ein äußerer Kampf gegen die Kreatur, ein sozialer Konflikt mit den Dorfbewohnern und ein innerer Konflikt ASGARD&#8217;s mit sich selbst. Diese drei Stränge laufen parallel und verstärken sich gegenseitig.</p>
<p>Interessant ist zudem, dass Dorison die Storyline oft abrupt bricht. Kein Übergang von einem Bild zum nächsten, sondern harte Schnitte. Damit wirkt die Erzählung filmisch, fast wie im modernen Kino. Dabei entsteht jedoch keine Ziellosigkeit, sondern Spannung. Gerade diese Rhythmuswechsel heben ASGARD ab von konventionellen Fantasy-Comics, die häufig eine gleichmäßige Erzählmelodie anstimmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2363" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8.jpg" alt="Innenseite 08 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_08_1000x750_8-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Der Mann, der kein Held sein darf</h3>
<p>ASGARD ist zunächst kein Held zum Liebhaben. Er ist entstellt, misanthropisch und schweigsam. Er trägt Verbitterung, aber auch Stolz in sich. Dorison gönnt ihm keine sofortige Entwicklung zum guten Menschen, sondern zeichnet ihn rau und abweisend. Und das macht ihn für mich glaubwürdig. Wir begleiten keinen glatten Übermenschen, sondern jemanden, der mehr mit Wunden kämpft als mit Schwertern.</p>
<p>Diese Entwicklung ist das Herzstück des Comics. Denn während die Jagd auf See den äußeren Rahmen gibt, entsteht die wahre Spannung im Inneren dieser Figur.</p>
<p>ASGARD ist ein Mann, der permanent beweisen muss, dass er mehr ist als seine Narbe, mehr als sein Makel. Seine Beziehung zu anderen Figuren bleibt schwierig, oft konfliktreich, manchmal von Misstrauen überschattet. Genau das zieht uns hinein, weil der Comic keine typische Heldenreise erzählt, sondern eine Geschichte der Selbstbehauptung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2365" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9.jpg" alt="Innenseite 09 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_09_1000x750_9-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Kampf aus Trotz, nicht aus Ruhm</h3>
<p>Nebenfiguren erfüllen wichtige Funktionen. Sie sind Projektionsflächen für Vertrauen, Feindseligkeit oder Spiegelungen seines Inneren. Sie tauchen auf, verankern Szenen, verschwinden wieder. Anders als in typischen Fantasygruppen treten sie nicht als eingespielte Truppe auf, sondern eher als Wegmarken, die uns die Dimension von Isolation und Gemeinschaft noch stärker fühlen lassen.</p>
<p>Man könnte fast sagen, dass Dorison hier nicht nur einen Antihelden, sondern einen „Nicht-Helden“ entwirft. Er kämpft, ja. Aber er kämpft nicht für Ruhm, nicht für Götter, nicht für eine Gemeinschaft. Er kämpft, weil er atmet, und weil ein weiterer Tag Leben eben Kampf bedeutet. Diese kompromisslose Nüchternheit macht die Figur stärker als jedes Heldenpathos.</p>
<h3>Geschichte als Hintergrundrauschen</h3>
<p>Spannend ist auch, wie ASGARD historische Signale setzt. Natürlich bewegen wir uns in einer fiktionalisierten Wikingerwelt, irgendwo zwischen Legende und dokumentarischer Härte. Das Seeungeheuer, das erlegt werden soll, hat Parallelen zu skandinavischen Mythen über Meeresdrachen. Zugleich kann man es lesen als Symbol für die Ängste einer Küstengesellschaft, die vom Meer lebt und es fürchtet.</p>
<p>Dorison und Meyer greifen dabei nicht auf exakt belegte historische Tatsachen zurück. Sie weben vielmehr ein Ambiente, das sich anfühlt, als könnte es so einmal gewesen sein. Skelette von Schiffen stehen am Strand, Runen zieren Holz, Masken und Helme wirken handwerklich authentisch. Einige Details erinnern an archäologische Funde, andere wiederum sind frei interpretiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2367" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10.jpg" alt="Innenseite 10 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_10_1000x750_10-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Runen, Drachen, Realität</h3>
<p>Dieser Umgang mit Geschichte ist wohltuend. Es entsteht keine peinliche Rekonstruktion, die pedantisch wirken könnte, aber auch kein beliebiges Fantasy-Setting. Stattdessen ist ASGARD geerdet, roh und glaubwürdig. Wer sich ein wenig in der altnordischen Literatur auskennt, entdeckt Nachklänge an Sagas, an das Gefühl existenzieller Bedrohung in einer Welt ohne Sicherheit. Aber die Geschichte bleibt trotzdem ein Comic, kein Lehrbuch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2369" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11.jpg" alt="Innenseite 11 von ASGARD" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_11_1000x750_11-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Herzschlag im Eis</h3>
<p>Wer sich ASGARD aufschlägt, hält einen Band in den Händen, der nicht bloß von Monstern und Kriegern erzählt. Vielmehr entfaltet sich ein Drama über Außenseiter, über den Kampf gegen Naturgewalt, über die Frage, was ein Mensch wert ist, wenn er aus der Gemeinschaft fällt.</p>
<p>Man könnte meinen, Dorison und Meyer hätten eine kalte Saga geschrieben. Doch diese Saga brennt. Sie brennt, weil die Bilder von Meyer heiß pochen, weil die Dialoge von Dorison scharf wie Äxte schneiden, weil jeder Schnitt im Storyboard bewusst gesetzt ist.</p>
<p>Nein, dieser Comic ist nichts für jemanden, der gemütliche Abenteuergeschichten sucht. Er ist nichts für den Markt, der Fantasy gern als Eskapismus konsumiert. Es ist ein Comic für Leserinnen und Leser, die spüren wollen, wie sehr das Medium Comic die Kraft von Kino, Theater und Mythos in sich vereinen kann.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ein klarer Tipp: ASGARD lesen. Hinsetzen, die Seiten atmen lassen, sich einlassen auf Dunkelheit, Härte, Blut und Schönheit. Und wenn man das Buch schließt, bleibt am Ende nicht einfach der Eindruck einer erledigten Lektüre, sondern das Gefühl, ein Stück kalten Nordens tief in die eigene Brust gesetzt bekommen zu haben. Das ist mehr, als man von einem einzelnen Comic erwarten kann&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2371 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12-300x400.jpg" alt="Cover von ASGARD" width="300" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12-600x800.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/09/ASGARD_double_cover_1000x750_12.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>ASGARD (Splitter Double)</li>
<li>Ralph Meyer und Xavier Dorison</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-86869-678-3</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/asgard-splitter-double.html" target="_blank" rel="noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/">ASGARD jagt im Eis des Nordmeeres seine Dämonen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/02/asgard-jagt-im-eis-des-nordmeeres-seine-daemonen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
