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	<title>★★★★☆ - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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	<description>Ein Blog für alle Comic-Interessierten</description>
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	<title>★★★★☆ - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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	<item>
		<title>ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD &#8211; Auf nach Gergovia!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 05:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Uderzo]]></category>
		<category><![CDATA[Egmont Ehapa Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Rene Goscinny]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rene Goscinny wurde heute vor 100 Jahren, am 14. August 1926, in Paris geboren. Für mich wieder einmal Grund genug, einen besonderen Comic des Meisters zu besprechen. Soweit ich mich erinnern kann, war ASTERIX UND DER ARVERNERSCHILD mein erster Asterix überhaupt. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war oder wer mir das Album in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Rene Goscinny wurde <strong>heute vor 100 Jahren</strong>, am 14. August 1926, in Paris geboren. Für mich wieder einmal Grund genug, einen besonderen Comic des Meisters zu besprechen.</p>
<p>Soweit ich mich erinnern kann, war ASTERIX UND DER ARVERNERSCHILD mein erster Asterix überhaupt. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war oder wer mir das Album in die Hand gedrückt hat. Geblieben ist nur so ein Gefühl, dass genau dieser Band dazu beigetragen haben könnte, dass ich mich für Comics zu interessieren begann.</p>
<p><span id="more-4410"></span></p>
<p>Diese Figuren wirkten schon damals, als wären wir alte Bekannte &#8230; Familie!. Asterix wusste immer Rat, Obelix war stets hungrig, Majestix wollte allzeit würdevoll aussehen und die Römer &#8211; nun, die wollten ernst genommen werden. Nicht alles davon funktionierte. Dazu kamen früh die Running-Gags, die sich durch die folgenden Alben zogen. Und genau diese Kombination war es, die mich voll erwischt hatte.</p>
<p>Die Geschichte des Albums erschien 1967 zunächst in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pilot_(Comicmagazin)" target="_blank" rel="nofollow noopener">PILOTE</a> und 1968 als Buch. Die deutsche Ausgabe folgte 1972 in der Übersetzung von Gudrun Penndorf. Ich merkte damals schon, dass hinter der leichten Geschichte ein erstaunlich dichtes historisches Gerüst steckt.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gergovia" target="_blank" rel="nofollow noopener">Gergovia</a> war einer der Orte, an dem die Gallier über Cäsar triumphierten. Demgegenüber wurde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alesia" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alesia</a> kurz darauf zum Schauplatz der entscheidenden Niederlage des großen Aufstands unter ihrem Volkshelden Vercingetorix.</p>
<p>Goscinny und Uderzo bauen aus den historischen Fakten eine flotte Komödie über verletzten Stolz, verdrängte Niederlagen, Diätenwahn und politische Schauveranstaltungen, ganz im Stil klassischer, frankobelgischer Erzählungen. Ein verlorener Schild reicht ihnen dafür als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/MacGuffin" target="_blank" rel="nofollow noopener">MacGuffin</a> völlig aus.</p>
<p>Für Albert Uderzo markiert der Band zudem einen beruflichen Einschnitt. Mit diesem Album beginnt er. sich ganz auf den Erfolg von Asterix zu konzentrieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4426" aria-describedby="caption-attachment-4426" style="width: 702px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-4426 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-01.jpg" alt="Sequenz aus ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD" width="702" height="217" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-01.jpg 702w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-01-300x93.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-01-600x185.jpg 600w" sizes="(max-width: 702px) 100vw, 702px" /><figcaption id="caption-attachment-4426" class="wp-caption-text">Asterix® Obelix® Idefix® / ® Hachette Livre / Goscinny &#8211; Uderzo</figcaption></figure>
<h3>Alesia, DIE Niederlage hinter der Geschichte</h3>
<p>Alesia war mehr als nur eine verlorene Schlacht. Im Sommer 52 vor Christus verschanzte sich Vercingetorix mit seinen Truppen in dem befestigten, auf einem Hügel gelegenen Ort. Cäsar ließ die Stellung einschließen und errichtete zwei große Befestigungsringe. Der innere Ring hielt die Eingeschlossenen fest. Der äußere schützte die Römer vor einem gallischen Entsatzheer. Nach wochenlanger Belagerung kapitulierte Vercingetorix. Der organisierte Aufstand war damit im Kern erstickt, auch wenn die Kämpfe in Gallien noch bis etwa 51 vor Christus weitergingen.</p>
<p>Später wurde Alesia für Frankreich zu einem schmerzhaften Erinnerungsort. Im 19. Jahrhundert ließ Napoleon III. bei Alise-Sainte-Reine graben und 1865 eine monumentale Statue des Vercingetorix errichten. ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD spielt mit genau dieser Mischung aus Niederlage, Nationalstolz und spätem Heldengedenken. Die Arverner wollen den Namen Alesia am liebsten vergessen. Goscinny macht daraus einen Running-Gag. (&#8222;Alesia? Ich kenne kein Alesia! Ich weiß nicht, wo Alesia liegt! Niemand weiß, wo Alesia liegt!&#8220;) Dahinter liegt jedoch ein sehr verständlicher Wunsch. Wer eine Niederlage nicht aus der Welt schaffen kann, verweigert ihr wenigstens die Anerkennung &#8211; auch wenn genau das eben nicht wirklich funktioniert &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4427" aria-describedby="caption-attachment-4427" style="width: 702px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-4427 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-02.jpg" alt="Sequenz aus ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD" width="702" height="217" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-02.jpg 702w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-02-300x93.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-02-600x185.jpg 600w" sizes="(max-width: 702px) 100vw, 702px" /><figcaption id="caption-attachment-4427" class="wp-caption-text">Asterix® Obelix® Idefix® / ® Hachette Livre / Goscinny &#8211; Uderzo</figcaption></figure>
<h3>Beim Teutates, der Häuptling hat Bauchweh</h3>
<p>Unsere Geschichte beginnt dort, wo der gallische Heldenglanz einen schweren Dämpfer bekommt. Vercingetorix wirft Cäsar nach der Niederlage von Alesia seine Waffen vor &#8211; bzw. auf &#8211; die Füße. Sein Schild verschwindet anschließend in einer Kette aus Diebstahl, Glücksspiel, Bestechung und Alkohol. Bereits dieser Auftakt zeigt, wie Goscinny arbeitete. Ein Zeichen dieser nationaler Niederlage, Vercingetorix&#8216; Schild, wird nicht ehrfürchtig verwahrt. Es wandert durch viele menschliche Hände und verschwindet im Nebel des Vergessens. Erst einmal.</p>
<p>Einige Jahre später leidet Majestix nach einem üppigen Festmahl unter heftigen Beschwerden. Die Leber schafft es nicht mehr und der herbei gerufene Miraculix kennt nur einen Ausweg: Majestix muss zur Kur nach Aquae Calidae im Arvernerland, dem heutigen Vichy! Asterix und Obelix begleiten ihn, während Gutemine, Majestix&#8216; Frau, mit fester Hand dafür sorgt, dass aus der Reise kein bewegliches Bankett wird.</p>
<p>Im Kurort angekommen beginnt für Majestix ein persönlicher Feldzug gegen gedünstetes Gemüse, Heilwasser und eine Behandlung, die jedes gemütliche Essen zum verbotenen Traum erklärt. Obelix leidet vorsorglich mit. Seine Begegnung mit einer winzigen Traube gehört zu den Sequenzen, die sich seit meiner ersten Lektüre tief in mein kindliches Gedächtnis eingeprägt hat. Uderzo braucht dafür kaum Text. Der Blick, die Körperhaltung und das lächerlich kleine Stück Nahrung erzählen den ganzen Witz.</p>
<p>Natürlich stören Asterix und Obelix mit ihrem gesunden Appetit bald die Disziplin der übrigen Kurgäste. Ein Aufstand droht! Also müssen sie weiterziehen und verabreden sich mit Majestix für das Ende der Kur in Gergovia. Aus der Gesundheitsreise des Häuptlings wird für unsere Helden damit wieder eine eigene Reisegeschichte. Das Dorf bleibt zurück, doch seine vertraute Dynamik wandern mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4428" aria-describedby="caption-attachment-4428" style="width: 702px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-4428 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-03.jpg" alt="Sequenz aus ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD" width="702" height="439" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-03.jpg 702w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-03-300x188.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-03-600x375.jpg 600w" sizes="(max-width: 702px) 100vw, 702px" /><figcaption id="caption-attachment-4428" class="wp-caption-text">Asterix® Obelix® Idefix® / ® Hachette Livre / Goscinny &#8211; Uderzo</figcaption></figure>
<h3>Wein, Kohle und ein römischer Triumphzug</h3>
<p>Unterwegs treffen Asterix und Obelix auf Tullius Firlefanzus, einen Sonderbeauftragten Cäsar&#8217;s. Der soll prüfen, ob die Arverner sich auch ordentlich unterworfen haben. Und natürlich fällt das Ergebnis für seine römische Begleitung &#8211; wie üblich &#8211; schmerzhaft aus.</p>
<p>In Gergovia finden die Freunde schließlich bei Alkoholix, einem Händler für Wein und Kohle, eine Unterkunft. (Damit ist dieser Band ein direkter Vorgänger des aktuellen 41. Bandes <a title="ASTERIX IN LUSITANIEN ist eine Jubiläum-Reise" href="https://panelwalker.de/2025/10/asterix-in-lusitanien-ist-eine-jubilaeum-reise/" target="_blank" rel="noopener">ASTERIX IN LUSITANIEN</a> mit seinen Kacheln-und-Kabeljau-Läden bzw. seinen sprachlichen Besonderheiten). Alkoholix ist gastfreundlich, patriotisch und auffallend wortkarg, sobald das Gespräch auf besagtes Alesia kommt.</p>
<p>Cäsar erfährt von der erneuten Demütigung seiner Männer &#8211; ausgerechnet in Gergovia! Dort hatte Vercingetorix den Römern 52 vor Christus wie bereits erwähnt eine seltene Niederlage beigebracht. Der Imperator plant deshalb eine gewaltige Geste. Er will in Gergovia auf dem Schild des Vercingetorix triumphieren. Das Problem liegt kurz darauf auf der Hand: Niemand weiß, wo der ver%&amp;$te Schild geblieben ist!</p>
<h3>Detektivgeschichten gallisch-römisch</h3>
<p>Nun laufen zwei Suchen parallel nebeneinander ab. Firlefanzus setzt Legionäre, Akten und Einschüchterung ein, um das gute Stück wiederzufinden. Währenddessen folgen Asterix und Obelix Kneipenspuren, Erinnerungen und ehemaligen Soldaten. Der Weg des Schildes führt sie über den Legionär Keuchhustus, den Spieler Apfelmus und den trinkfreudigen Zenturio Corruptus in die richtige Richtung. Schließlich landen die Beiden wieder bei Alkoholix in seiner Wein-und-Kohle-Handlung. Alkoholix hatte den Schild dereinst einem erschöpften gallischen Überlebenden geschenkt. Und wie sich herausstellt war dieser Mann &#8211; Majestix!</p>
<p>Die Auflösung ist kein bloßer Schlussgag, denn sie verändert meinen Blick auf den Häuptling unserer Gallier. Unter seiner Eitelkeit steckt auch ein Mann, der die historische Niederlage selbst erlebt hat. Am Ende steht Majestix wieder auf dem Schild des Vercingetorix, der inzwischen sein Schild geworden ist, und zieht von Obelix getragen statt Cäsar durch Gergovia. Cäsars geplante Machtdemonstration kippt erneut in einen gallischen Triumph. Das ist witzig, überraschend würdevoll und soooo befriedigend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4429" aria-describedby="caption-attachment-4429" style="width: 702px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4429 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-04.jpg" alt="Sequenz aus ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD" width="702" height="435" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-04.jpg 702w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-04-300x186.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_Panel-04-600x372.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 702px) 100vw, 702px" /><figcaption id="caption-attachment-4429" class="wp-caption-text">Asterix® Obelix® Idefix® / ® Hachette Livre / Goscinny &#8211; Uderzo</figcaption></figure>
<h3>Zwischen Dorfbankett und Landpartie</h3>
<p>ASTERIX UND DER ARVERNERSCHILD gehört für mich zu den besten Geschichten die das Duo Goscinny / Uderzo zu Papier gebracht haben. Der Anfang und das Ende wurzeln im vertrauten Dorfleben. Majestix, Miraculix und das voraus gegangene Festmahl liefern den Antrieb. Danach öffnet sich die Handlung zur Reise durch das Arvernerland.</p>
<p>Erzählerisch funktioniert das Album wie eine Schnitzeljagd. Der Schild ist das gesuchte Objekt, seine früheren Besitzer bilden eine Spur und zwei Parteien verfolgen aus unterschiedlichen Gründen dasselbe Ziel. Diese Konstellation hält die Handlung zusammen, obwohl die Kur-Satire, das Reiseabenteuer, die Römer-Prügeleien und historische Erinnerung ständig ineinandergreifen. Dabei staune ich jedes Mal, wie mühelos Goscinnys Szenario-Komponenten hier ineinander greifen.</p>
<p>Majestix&#8216; Geschichte erhält in diesem Band außergewöhnlich viel Raum. Er ist hier nicht nur der Häuptling, der üblicherweise vom Schild fällt oder eine seiner großen Reden schwingt. Seine Völlerei setzt diese Reise in Gang, seine Vergangenheit löst das Rätsel um den Schild und sein geschrumpfter Bauch liefert einen visuellen Witz, der natürlich nicht von langer Dauer sein wird. Gleichzeitig bekommt seine Würde mehr Gewicht. Gerade diese Mischung macht ihn hier &#8211; und für kommende Geschichten &#8211; so liebenswert.</p>
<h3>Zeichnerischer Zaubertrank</h3>
<p>Uderzos Zeichnungen tragen jeden Wechsel im Tonfall. Seine Figuren sind weich, rund und beweglich. Selbst ein stiller Blick kann eine Pointe vorbereiten. Die Kurbäder leben von Körperkomik, die römischen Aufmärsche von übertriebener Ordnung, Gergovia von gedrängten Menschenmengen und stolzer Kulisse. Besonders stark finde ich die Gesichter. Firlefanzus bläht sich auf, Obelix hungert sichtbar und Majestix schwankt zwischen Elend und Größe.</p>
<p>Ganz ohne Schwäche ist ASTERIX UND DER ARVERNERSCHILD für mich letztendlich dann doch nicht. Der mittlere Suchteil folgt mehrfach einem ähnlichen Muster. Eine neue Auskunft führt zum nächsten Namen, danach gibt es Ärger mit den Römern. Das ist unterhaltsam, aber auch etwas mechanisch. Auch Asterix bleibt als Figur dieses Mal recht funktional. Er denkt, ermittelt und lenkt. Die größeren Gefühle gehören aber Majestix und den Arvernern. Ich empfinde das jedoch eher als kleine Einschränkung als einen echten Makel.</p>
<h3>Zwei Druiden am Zeichentisch</h3>
<figure id="attachment_4417" aria-describedby="caption-attachment-4417" style="width: 113px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-4417 size-thumbnail" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/ReneGoscinny-113x150.jpg" alt="Rene Goscinny" width="113" height="150" /><figcaption id="caption-attachment-4417" class="wp-caption-text">Rene Goscinny</figcaption></figure>
<p><strong>René Goscinny</strong> wuchs in Buenos Aires auf. Nach Jahren in New York und Paris entwickelte er sich zu einem der prägendsten Autoren des frankobelgischen Comics. (Falls Du mehr über den Lebensweg des Meisters erfahren willst, solltest Du zugreifen, wenn Du <a href="https://www.amazon.de/Die-Geschichte-Goscinnys-Galliers-Luke-Erfinders/dp/3551760454" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE GESCHICHTE DER GOSCINNYS</a> in einem Buchladen oder Comic-Shop findest.) Neben Asterix schrieb er unter anderem an LUCKY LUKE, ISNOGUD und DER KLEINE NICK. 1951 lernte er Albert Uderzo kennen. Gemeinsam entwickelten sie mehrere Serien wie z.B. UMPAH-PAH, bevor Asterix 1959 in der ersten Ausgabe von PILOTE erschien. Happy Birthday, lieber Rene! Ich vermisse Dich.</p>
<p><strong>Albert Uderzo</strong> wurde 1927 in Fismes geboren. Der Autodidakt verband karikaturhafte Figuren mit sicherem realistischem Zeichnen und einer außergewöhnlichen Begabung für Bewegung. Ab diesem elften Album widmete er sich ganz Asterix. Nach Goscinny&#8217;s Tod 1977 führte er die Reihe mit wechselndem Erfolg erst einmal allein weiter.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>ASTERIX UND DER ARVERNERSCHILD ist für mich weit mehr als mein nostalgischer Lieblingsband. Er verbindet Reisekomödie, historische Erinnerung und Krimi-Handlung auf nur 48 kompakten Seiten. Der Humor ist warm und genau beobachtet. Die Geschichte erlaubt sich Spott über Kuren, die Bürokratie und Siegesposen. Zugleich nimmt sie die gallische Niederlage von Alesia ernst genug, um ihr Gewicht spürbar zu machen.</p>
<p>Vielleicht hat mich mein erster Asterix damals deshalb so dauerhaft gepackt. Hinter jedem Running-Gag öffnete sich eine größere Welt. Ich lachte über Obelix und seine Traube. Gleichzeitig verstand ich schon in jungen Jahren, dass ein Schild manchmal mehr tragen kann als nur einen Häuptling.</p>
<p>P.S. Falls Du mehr zu Asterix erfahren möchtest, empfehle ich Dir das von Marco Mütz liebevoll betreute, deutsche Asterix-Archiv unter <a href="https://comedix.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Comedix.de</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4578" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_COVER_1000X760.JPG-300x395.jpg" alt="Cover von ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD" width="300" height="395" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_COVER_1000X760.JPG-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_COVER_1000X760.JPG-750x987.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_COVER_1000X760.JPG-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_COVER_1000X760.JPG-600x789.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/ASTERIX-UND-DER-AVERNERSCHILD_COVER_1000X760.JPG.jpg 760w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD</li>
<li>Rene Goscinny und Albert Uderzo</li>
<li>Softcover | 48 Seiten | Farbe</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.egmont-shop.de/asterix-11-der-arvernerschild/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Egmont Ehapa Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/08/astrix-und-der-avernerschild-auf-nach-gergovia/">ASTERIX UND DER AVERNERSCHILD – Auf nach Gergovia!</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>LÄNDER VON YNUMA &#8211; ROTER SAMURAI und kleine Priesterin</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/07/laender-von-ynuma-roter-samurai-und-kleine-priesterin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 05:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Sword-And-Sorcerer]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich gebe es ja zu. Als ich auf den ersten Seiten den schweigsamen Samurai mit roter Haut und gewaltigem Schwert sah, dachte ich zunächst, ich hätte mich in eine von Mike Mignola&#8217;s HELLBOY-Geschichten verirrt. Schließlich geht es hier ebenfalls um Dämonen, Waffen und bedeutungsvolles Schweigen. Andererseits fehlen hier die Hörner. Dann jedoch zieht sich Zhao, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/laender-von-ynuma-roter-samurai-und-kleine-priesterin/">LÄNDER VON YNUMA – ROTER SAMURAI und kleine Priesterin</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe es ja zu. Als ich auf den ersten Seiten den schweigsamen Samurai mit roter Haut und gewaltigem Schwert sah, dachte ich zunächst, ich hätte mich in eine von Mike Mignola&#8217;s <a href="https://www.cross-cult.de/highlights/hellboy-highlight-seite/" target="_blank" rel="nofollow noopener">HELLBOY</a>-Geschichten verirrt. Schließlich geht es hier ebenfalls um Dämonen, Waffen und bedeutungsvolles Schweigen. Andererseits fehlen hier die Hörner.</p>
<p><span id="more-4398"></span></p>
<p>Dann jedoch zieht sich Zhao, der rote Samurai, eine Augenbinde über, weil seine Begleiterin nackt in einen Teich steigen will. Das wiederum passt so gar nicht zu HELLBOY und kurz darauf liegt er selbst im Wasser und ringt mit einem rachsüchtigen Geist.</p>
<p>Genau in diesem Wechsel zwischen Ernst, Grusel und trockenem Humor liegt der Reiz von LÄNDER VON YNUMA und dem Startband ROTER SAMURAI. Nicolas Jarry, der Szenarist, und Vax, der Zeichner, greifen bekannte Motive aus asiatischen Geistergeschichten und Samurai-Erzählungen auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4387" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-05.jpg" alt="Innenseite 03 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-05.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-05-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-05-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Vier Jahreszeiten, vier Prüfungen</h3>
<p>Jedes Kapitel beginnt mit einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haiku" target="_blank" rel="nofollow noopener">Haiku</a> und führt Zhao, den Krieger, und Mei-Jen, die Priesterin, durch Herbst, Winter, Frühling und Sommer. Landschaften, Gegner und Stimmungen verändern sich mit dem Wetter. Der erste Band der neuen Reihe fühlt sich dadurch wie eine vollständige Reise an, obwohl er aus vier einzelnen Aufträgen besteht.</p>
<p>Ynuma ist der dritte große Kontinent der Welten von Aquilon. Nach Arran und Ogon öffnet sich nun eine asiatisch angeregte Region mit Samurai, Mönchen, Geistern und erfundenen Völkern. Historisch genau will das nicht sein. Jarry baut schließlich eine Fantasywelt, keinen Reiseführer durch das alte Japan.</p>
<h3>Der Autor hinter Aquilon</h3>
<p>Nicolas Jarry gehört zu den prägenden Autoren der Welten von Aquilon. Nach ersten Fantasy-Romanen arbeitete er gemeinsam mit Jean-Luc Istin an Reihen wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/elfen-bd-1-der-kristall-der-blauelfen.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ELFEN</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/die-saga-der-zwerge-bd-1-redwin-von-der-schmiede.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ZWERGE</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/orks-und-goblins-bd-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ORKS &amp; GOBLINS</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/laender-von-ogon-1-zul-kassai.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">LÄNDER VON OGON</a>.</p>
<p>Seine Erfahrung hilft beim Einstieg. Jarry deutet eine große Welt an, ohne die Geschichte frühzeitig mit Namen, Ländern und alten Kriegen zu überladen. Vorkenntnisse brauche ich nicht. Die Regeln ergeben sich während der Reise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4388" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-06.jpg" alt="Innenseite 04 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-06.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-06-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-06-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Herbst am dunklen Teich</h3>
<p>Zhao gehört zum Volk der Kugo. Er ist riesig, besitzt eine mit Kanji übersäte, rote Haut. Schon seine Silhouette sagt deutlich, dass Ärger besser einen anderen Weg nehmen sollte. (Was das angeht, erinnert er mich sofort an <a href="https://panelwalker.de/2026/05/die-bruderschaft-der-stuerme-01-thoorak/" target="_blank" rel="noopener">Thoorak aus der Bruderschaft der Stürme</a>). Als Roter Samurai folgt er einem strengen Ehrenkodex. Er spricht wenig, lächelt noch weniger und behandelt selbst harmlose Begegnungen mit einer Feierlichkeit, die fast schon ein wenig komisch wirkt.</p>
<p>An seiner Seite reist Mei-Jen. Die Dobushi-Priesterin kennt sich mit Geistern, Ritualen und der Grenze zwischen den Welten aus. Wenn heilige Glocken erklingen, hat sich irgendwo der Schleier zwischen den Welten geöffnet. Dann folgen die Beiden ihrem Auftrag. Denn Zhao und Mei-Jen sollen jene Wesen zurückschicken, die nach Ynuma gelangt sind.</p>
<p>Der erste Ruf führt sie zu einem stillen Teich. Dort geht der Geist eines ertrunkenen Mädchens um. Die Ausgangslage hat etwas angenehm Altmodisches. Ein einsamer Ort, eine traurige Geschichte und Wasser, das ein wenig zu ruhig daliegt. Ich ahnte sofort, dass niemand freiwillig hineinsteigen sollte. Mei-Jen tut es trotzdem.</p>
<h3>Augenbinde gegen Anstand</h3>
<p>Um den Geist hervorzulocken, entkleidet sie sich, während Zhao sich die Augen verbindet und sich auf seine Ehre beruft. Mei-Jen nimmt das mit sichtlichem Vergnügen zur Kenntnis. Diese kleine Szene reicht bereits, um das Verhältnis der beiden zu erklären. Er hält sich an Regeln, sie prüft gern, wie belastbar diese sind.</p>
<p>Als der Yūrei angreift, packt er Mei-Jen und zieht sie in die Tiefe. Zhao springt hinterher. Der Kampf funktioniert, weil Jarry den Teich erst unheimlich erscheinen lässt und Vax mir dunkles Wasser, verschwommene Formen und Bewegungen unter der Oberfläche zeigt.</p>
<p>Hinter der Gefahr steckt jedoch keine grundlose Bosheit. Das Mädchen ist an seinen Tod gebunden. Zhao kann den Spuk nicht allein durch Kraft beenden. Mei-Jen&#8217;s Wissen und Mitgefühl sind ebenso nötig. Schon hier macht der Comic deutlich, dass seine Monster mehr sind als nur Ziele für ein scharfes Schwert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4389" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-07.jpg" alt="Innenseite 05 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-07.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-07-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-07-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Winter in den Bergen</h3>
<p>Der zweite Auftrag führt uns in verschneite Berge. Eine wichtige Quelle ist verdorben. Aus ihrem Wasser kriechen larvenartige Wesen, die in Körper eindringen und sich ausbreiten. Nach dem stillen Geist am Herbstteich wird das Abenteuer deutlich körperlicher und unangenehmer.</p>
<p>Während Mei-Jen den Riss zwischen den Welten mit ihren Fähigkeiten zu schließen versucht, entweicht eine weitere Kreatur. Zhao löst das Problem auf eine Weise, die perfekt zu ihm passt. Er nimmt die Kreatur in sich auf. Sein eigener Körper wird zur Falle. Das ist heldenhaft, widerlich, aber auch eindrucksvoll. Vor allem erzählt diese Szene mehr über ihn als mehrere Seiten voller Erklärungen.</p>
<h3>Der Krieger als Schutzwall</h3>
<p>Zhao sieht sich selbst als Werkzeug. Schmerzen sind hinzunehmen. Gefahr gehört zum Auftrag. Rücksicht auf die eigene Person kennt er nicht. Was zunächst wie große Tapferkeit aussieht, hat deshalb auch eine dunklere Seite.</p>
<p>In dieser Geschichte rückt die Bedeutung einer Team-Leistung in den Vordergrund. Beide kümmern sich, aber jeder um einen bestimmten Aspekt der Bedrohung. Ohne Mei-Jen&#8217;s Wissen wären die befallenen Personen alle verloren, ohne Zhao&#8217;s Kraft und Selbstaufopferung könnte Mei-Jen ihren Teil der Aufgabe nicht erfüllen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4390" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-08.jpg" alt="Innenseite 06 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-08.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-08-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-08-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Frühlingsnebel und ein kleiner Hirte</h3>
<p>Im Frühling liegt Nebel über dem Land. Ein kleiner Hirte hat seine Tiere verloren und bittet Zhao und Mei-Jen um Hilfe. Damit verändert sich die Stimmung erneut. Aber jetzt läuft ein Kind neben ihnen her, stellt Fragen und lässt sich von Zhao&#8217;s Erscheinung kaum beeindrucken.</p>
<p>Für mich ist dieses Kapitel der stärkste Teil des Bandes. Der Junge bringt Wärme in die Geschichte, ohne zum niedlichen Maskottchen zu werden. Seine Sorge ist einfach: er hat Tiere verloren, die ihm anvertraut wurden. Plötzlich geht es nicht um das Gleichgewicht großer Welten, sondern um ein kleines persönliches Versprechen.</p>
<p>Zhao begegnet ihm zunächst mit seiner üblichen Steifheit. Hiervon lässt der Junge sich aber nicht abschrecken und zeigt, dass Risse auch Zhao&#8217;s Schutzpanzer entstehen können.</p>
<h3>Hinter dem Ehrenkodex</h3>
<p>Jarry erzählt nun etwas mehr über den Roten Samurai. Zhao hatte ein Leben vor seinen Reisen. Er kannte Nähe, Verantwortung und Verlust. Der Band erklärt nicht jedes Detail. Kurze Erinnerungen und Reaktionen genügen.</p>
<p>Sein Ehrenkodex ist nicht nur Ausdruck seiner Überzeugung. Er schützt ihn vor Gefühlen, die er nicht noch einmal zulassen möchte. Mei-Jen erkennt schneller als er selbst, was in ihm vorgeht. Ihr Humor bleibt freundlich. Sie reizt ihn, aber sie stellt ihn nicht bloß.</p>
<p>Im Nebel verschwimmen Wege und Entfernungen. Vax lässt Figuren nur teilweise aus dem Weiß auftauchen. Der Frühling, sonst eine Zeit des Aufbruchs, fühlt sich hier wie eine Reise durch Erinnerungen an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4391" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-09.jpg" alt="Innenseite 07 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-09.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-09-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-09-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Sommer unter einer gnadenlosen Sonne</h3>
<p>Der letzte Auftrag führt hinaus auf&#8217;s Wasser. Ein gewaltiges, schlangenartiges Wesen nährt sich von Erinnerungen und vergangenen Leben. Seine Opfer verlieren nicht nur Kraft. Sie werden mit allem konfrontiert, was sie einmal waren oder hätten werden können.</p>
<p>Für Zhao ist das der denkbar schlimmste Gegner. Gegen Krallen, Zähne und Hiebe kann er kämpfen. Gegen die eigene Vergangenheit hilft kein scharfes Schwert.</p>
<p>Der Comic öffnet nun einige Türen, die zuvor nur einen Spalt breit offen standen. Zhao musste schwere Verluste hinnehmen. Seine Härte kommt nicht aus angeborener Kälte. Er hat sich in die Rolle des Roten Samurai eingeschlossen, weil diese Rolle keine Zweifel und keine Nähe verlangt.</p>
<h3>Klinge gegen Erinnerung</h3>
<p>Das Wesen zwingt ihn, hinter diese Fassade zu schauen. Der Kampf funktioniert deshalb nicht nur als Abschluss mit möglichst viel Getöse. Zhao muss eine innere Entscheidung treffen. Er kann seine Vergangenheit nicht besiegen, indem er sie noch tiefer vergräbt. Denn diesmal muss er sich der Aufgabe auch alleine stellen.</p>
<p>Vax zieht bei dieser Begegnung alle Register. Das Geschöpf füllt große Teile der Seiten. Zhao wirkt daneben plötzlich klein. Weite Bilder wechseln mit engen Ausschnitten. Bewegungen ziehen sich durch mehrere Panels. Trotzdem blieb für mich immer klar, wer sich wo befindet.</p>
<p>Zhao wird nicht plötzlich offen und redselig. Die Veränderung zeigt sich in kleinen Entscheidungen und Blicken. Nur das Ende kommt etwas schnell. Nach dem Kampf hätte ich gern noch ein paar ruhige Seiten mit Zhao und Mei-Jen verbracht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4392" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-10.jpg" alt="Innenseite 08 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-10.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-10-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-10-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Vier Episoden, eine Entwicklung</h3>
<p>LÄNDER VON YNUMA &#8211; ROTER SAMURAI fühlt sich nicht wie eine lose Sammlung an. Jede Jahreszeit führt Zhao und Mei-Jen einen Schritt weiter.</p>
<p>Im Herbst begegnet er dem Schmerz eines fremden Geistes, im Winter macht er den eigenen Körper zum Schutzwall, im Frühling erinnert ihn ein Kind an sein früheres Leben und im Sommer muss er sich schließlich dem stellen, was er lange verdrängt hat.</p>
<p>Diese Ordnung gibt der Geschichte Halt. Jeder Abschnitt hat eine eigene Farbe, ein eigenes Tempo und eine eigene Art von Gefahr. Jarry verbindet dabei klassisches Fantasyabenteuer mit dem Porträt eines verschlossenen Kriegers, dessen Schutzmauern langsam Risse bekommen.</p>
<h3>Fünf Bände für Ynuma</h3>
<p>Die Reihe ist auf fünf Alben angelegt. Spätere Teile wechseln Figuren, Szenaristen und Zeichner. Das ist reizvoll, weil Ynuma dadurch aus verschiedenen Blickwinkeln wachsen kann.</p>
<p>Gleichzeitig hätte ich gegen weitere Abenteuer mit Zhao und Mei-Jen nichts einzuwenden. Besonders Mei-Jen besitzt noch viel ungenutztes Potenzial. Über Zhao erfahre ich bereits einiges. Seine Begleiterin bleibt dagegen zu oft die humorvolle Helferin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4393" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-11.jpg" alt="Innenseite 09 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-11.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-11-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-11-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Vax und die Kunst der Haltung</h3>
<p>Vax hat bereits an <a href="https://www.splitter-verlag.de/sensei-bd-1-die-schule-der-einsamen-woelfe.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SENSEÏ</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/die-legende-der-drachenritter-30.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE LEGENDE DER DRACHENRITTER</a> und SAMURAI ORIGINS gearbeitet. Asiatisch geprägte Welten und große Fantasyabenteuer sind für ihn also kein Neuland.</p>
<p>Das merke ich LÄNDER VON YNUMA &#8211; ROTER SAMURAI an. Tempel, Rüstungen, Berge und Waffen passen zusammen. Vor allem versteht Vax, dass Zhao nicht nur im Kampf überzeugen muss.</p>
<p>Der Krieger lebt von seiner Haltung. Er steht gerade, bewegt sich sparsam und besetzt mit seinem Körper oft einen großen Teil des Bildes. Mei-Jen bildet den passenden Gegenpol. Sie ist beweglicher und lebhafter. Wenn sie Zhao aufzieht, genügt häufig ein Blick.</p>
<h3>Wenn Farben Wetter erzählen</h3>
<p>Auch die Jahreszeiten bekommen ein eigenes Gesicht. Der Herbstteich liegt dunkel zwischen Grün und Braun. Der Winter besteht aus Felsen, Schnee und kaltem Licht. Im Frühling löst Nebel die festen Formen auf. Der Sommer bringt warme Farben und weite Räume.</p>
<p>Sehr gelungen ist der Seitenaufbau. Vax eröffnet Szenen häufig mit breiten Bildern. Sobald Gefahr entsteht, werden die Panels enger und schneller. Dadurch steigt das Tempo, ohne dass die Seite unruhig wird.</p>
<p>Nicht jedes kleine Gesicht ist gleich fein ausgearbeitet. Nebenfiguren wirken aus größerer Entfernung gelegentlich grob. Die Geister und Dämonen sind ohnehin die heimlichen Stars. Vax nutzt lange Gliedmaßen, nasse Haare und unnatürliche Bewegungen. Der Comic bleibt dabei ein Fantasyabenteuer und kippt nicht in reinen Horror.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4394" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-12.jpg" alt="Innenseite 10 von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="724" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-12.jpg 724w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-12-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Innenseite-12-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>LÄNDER VON YNUMA &#8211; ROTER SAMURAI macht den Einstieg in die neue Serie sehr leicht. Ich bekomme einen eindrucksvollen Helden, eine charmante Begleiterin, vier unterschiedliche Geisterabenteuer und eine Welt, die sofort nach mehr aussieht. Das gefällt mir richtig gut.</p>
<p>Nicolas Jarry erzählt geradlinig. Hinter den Kämpfen steckt eine Geschichte über Verlust, Pflichtgefühl und die Frage, wann ein Ehrenkodex Halt gibt und wann er zum Gefängnis wird. Vax liefert dazu starke Bilder. Seine Landschaften tragen die Stimmung, seine Kämpfe bleiben klar.</p>
<p>Ganz rund ist der Auftakt nicht. Mei-Jen hätte mehr eigene Geschichte verdient und das Ende könnte länger ausklingen. Diese kleinen Schwächen ändern aber nichts daran, dass ich mit den Beiden sehr gern durch Herbst, Winter, Frühling und Sommer gezogen bin.</p>
<p>Wer Samurai, Geister und zugängliche Fantasy mag, sollte Zhao und Mei-Jen begleiten. Und wer bei einem roten Krieger (mit und ohne Hörnern) zunächst nur an große Schwertkämpfe denkt, darf sich auf eine angenehm persönliche Überraschung gefasst machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4386" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Cover-290x400.jpg" alt="Cover von LAENDER VON YNUMA 01 ROTER SAMURAI" width="290" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Cover-290x400.jpg 290w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Cover-600x829.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/LAENDER_YNUMA_01_Cover.jpg 724w" sizes="auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>LÄNDER VON YNUMA 01 &#8211; ROTER SAMURAI</li>
<li>Nicolas Jarry und Vax</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-69258-002-9</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/laender-von-ynuma-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/laender-von-ynuma-roter-samurai-und-kleine-priesterin/">LÄNDER VON YNUMA – ROTER SAMURAI und kleine Priesterin</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2026 05:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Fabrizio des Dorides]]></category>
		<category><![CDATA[Garluk]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-François di Giorgio]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wyoming im Jahre 1863. Das klingt erst einmal nach Wildem Western pur, nach weitem Himmel, heißem Kaffee, Pferdeschweiß und einem Revolver, der locker im Holster sitzt. Auch die Jahreszahl macht den Schauplatz um Einiges spannender, als es der erste Blick verrät. 1863 ist Wyoming noch kein Bundesstaat der USA, noch nicht einmal das Wyoming Territorium [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/">WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wyoming im Jahre 1863. Das klingt erst einmal nach Wildem Western pur, nach weitem Himmel, heißem Kaffee, Pferdeschweiß und einem Revolver, der locker im Holster sitzt.</p>
<p>Auch die Jahreszahl macht den Schauplatz um Einiges spannender, als es der erste Blick verrät. 1863 ist Wyoming noch kein Bundesstaat der USA, noch nicht einmal das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wyoming-Territorium" target="_blank" rel="nofollow noopener">Wyoming Territorium</a> existiert. Auf der Karte liegt dieser Landstrich zwischen allen Zuständigkeiten, innerhalb vielen Interessen und mitten im Zentrum rauer Gewalt. Und genau hierhin &#8211; in diese Wildnis &#8211; versetzen mich Fabrizio des Dorides und Jean-François di Giorgio.</p>
<p><span id="more-4288"></span></p>
<p>Ich mag Western besonders, wenn sie nicht so tun, als sei der Wilde Westen ein großer Abenteuerspielplatz gewesen. Darum mochte ich schon zwei andere Alben aus dem Splitter Verlag: <a title="Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE" href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/" target="_blank" rel="noopener">BIS ZUM BITTEREN ENDE</a> und <a title="Ein Rat an alle Gauner – LEAVE THEM ALONE" href="https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/" target="_blank" rel="noopener">LEAVE THEM ALONE</a>. Der wahre Westen war ein Versprechen auf Freiheit und Möglichkeiten. Aber er war auch ein Ort, an dem dieses Versprechen sehr schnell blutig werden konnte.</p>
<h3>Ein Land im Umbruch</h3>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Laramie" target="_blank" rel="nofollow noopener">Fort Laramie</a> war in jener Zeit ein Knotenpunkt für Trecks, Soldaten, Händler aller Art, für Glückssucher und jene Menschen, denen dieses Land längst ohne eine Besitzurkunde gehörte. Im Osten tobte noch ein grausamer Bürgerkrieg und in den Schlachten von Gettysburg und Vicksburg starben Tausende. Aber auch hier waren die Tage roh, unsicher und voller kleiner Kriege um Besitz, Wasser und Nutztiere.</p>
<p>WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN nutzt genau dieses Szenario. Jean-François di Giorgio erzählt mir keinen gemütlichen Lagerfeuerwestern. Er stellt die Lebenslinien von drei Personen gegeneinander und lässt sie aufeinander zurasen. Dazu zeichnet Fabrizio des Dorides keinen hübschen Buffalo-Bill-Postkartenwestern. Seine Bilder sehen nach Staub aus, riechen nach Schweiß, Holz und Leder und natürlich nach Pulverdampf. Schon nach wenigen Seiten ist mir klar, dass dieser Band nicht lange fackelt. Er zieht die Colts und hält drauf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4295" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715.jpg" alt="Innenseite 03 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Grenzland vor dem Sheriffstern</h3>
<p>Der vorhin genannte, historische Hintergrund bleibt im Comic aber eher Kulisse. Di Giorgio erklärt nicht lange, warum dieses Land gefährlich ist. Er zeigt es mir.</p>
<p>Farmen wirken wie kleine Lichtungen im großen Meer der Gräser und Wälder. Wege sind keine sicheren Verbindungen, sondern riskante Reiserouten, während Häuser zwar Schutz bieten, aber auch exponierte Ziele sind. Denn wer Besitz hat, braucht Waffen, um es zu verteidigen. Wer nichts hat, greift erst recht nach dem, was anderen gehört.</p>
<p>1863 steckt der amerikanische Westen zwischen militärischer Ordnung, Expansion und privater Gewalt. Der Comic interessiert sich mehr für die alltäglichen Folgen daraus als für große Namen. Ein Überfall kann Familien verändern, ein Geheimnis Beziehungen vergiften und ein alter Hass schmerzt weiter wie ein schlecht verheilter Knochenbruch beim Reiten.</p>
<p>Gerade deshalb funktioniert der Titel so gut. Fünf Tage klingen wenig. Aber im Western reichen fünf Tage aus, um in einem Leben eine Trümmerlandschaft zu hinterlassen. Der Band spielt mit dieser Verdichtung. Er erzählt nicht hastig, aber kompakt. Beim Lesen hatte ich stets das Gefühl, dass irgendeine Figur immer zu spät kommt, zu spät für Frieden, zu spät für Vernunft, zu spät für einen Ausweg ohne Blut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4296" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715.jpg" alt="Innenseite 04 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Drei Spuren im Sand</h3>
<p>Die Handlung beginnt mit Diego, dem mexikanischen Desperado. Er führt eine Bande von Pferdedieben an, die sich auf die Creek Ranch stürzen will. Es geht um Beute und um Macht. Doch bei Diego und seinen Kumpanen bleibt es nicht beim einfachen Räuberstück. Ihre Gewalt wirkt schnell größer als ihr Plan.</p>
<p>Das macht den Band bereits auf den ersten Seiten brutal, denn bei all&#8216; ihren Raubzügen lassen sie keine Zeugen zurück. Frauen leiden besonders. Nicht jede Grausamkeit fällt sofort gleich schwer ins Gewicht. Der Auftakt setzt hier aber stark auf Schock, Tempo und Bedrohung. Die seelische Tiefe der Täter bleibt vorerst dünner als die Wucht ihrer Auftritte.</p>
<p>Als nächstes lerne ich Emma Bridges kennen. Sie ist keine geborene Heldin aus dem Bilderbuch, obwohl sie sich zu behaupten weiß &#8211; mit Worten und Revolvern. Sie ist eine Frau, der das Schlimmste widerfahren ist, was es in dieser menschenleeren Weite gibt: ihre beiden Töchter wurden entführt. Dieser Verlust treibt sie an, nicht als edle Mission, sondern als Wunde, die nicht mehr aufhört zu bluten. Emma bewegt sich durch diesen Comic mit einer Mischung aus Erschöpfung, Härte und blindem Ziel. Sie will ihre Kinder zurück. Und sie ist bereit, dafür weit, sehr weit zu gehen.</p>
<p>Sie begleitet Bill und seiner Verlobte Virginia auf die Creek Ranch, der Ranch ihres Vaters. Er ist jung, bewaffnet und für mich anfangs schwer zu greifen. Wie sich schnell herausstellt, hat Bill mit dem alten Herrn eine Rechnung offen. Welche? Das bleibt in diesem Band ein Geheimnis. Di Giorgio nutzt Bill als Figur der Verzögerung. Ich erfahre genug, um misstrauisch zu werden. Ich erfahre zu wenig, um ihn sicher einzuordnen. Das ist reizvoll, weil der Band dadurch nicht nur nach vorn drängt. Er hält immer wieder kurz an und lässt die eine oder andere Frage auf Nebenschauplätzen spielen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4297" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715.jpg" alt="Innenseite 05 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Pulverdampf an der Creek Ranch</h3>
<p>Diese drei Spuren also führen zur Creek Ranch. Dort bündelt der Band seine erzählerischen Kräfte. Die Ranch ist ein klassischer Westernort aus einfachem Wohlstand und einer Familie. Aber auch hier liegen Abhängigkeiten und Gewalt eng beieinander. Wer dort eintritt, bringt etwas mit, eine Lüge, eine Rechnung oder eine Waffe. Oder gleich alles zusammen.</p>
<p>Der Reiz der Handlung liegt darin, dass di Giorgio die Figuren nicht einfach nacheinander vorstellt und dann sauber zusammenführt. Er schneidet zwischen ihnen hin und her. Dadurch entsteht Bewegung. Emma sucht, Bill lauert auf die Ausführung seines eigenen Plans und Diego nimmt mit seiner Bande Kurs auf die Ranch. Ich lese das wie ein langsames Zuziehen einer Schlinge. Der Band heißt zwar FÜNF TAGE ZUM STERBEN, aber der eigentliche Motor ist weniger der Kalender als das Gefühl, dass mehrere schlechte Entscheidungen denselben Ort ansteuern.</p>
<p>Dabei verrät der Comic nicht zu viel. Er nutzt Emma als eine klare emotionale Mitte. Bei Bill hält er mich auf Abstand, baut ihn aber deutlich als Gefahr von innen auf. Und bei Diego setzt er auf eine Gefahr von außen. Dieses Ungleichgewicht ist kein Unfall. Es gibt dem Auftakt seine Form. Emma ist der Herzschlag,  Bill das Rätsel und Diego die Bedrohung. Wenn die Gewalt schließlich ausbricht, wirkt das nicht überraschend. Es wirkt dann wie die erlösende Explosion des Kessels, der zu viel Druck aufgebaut hat.</p>
<p>Schwächer finde ich, dass der Band manche Übergänge sehr zügig nimmt. Emma&#8217;s Entwicklung zur tödlichen Suchenden überzeugt emotional, weil der Verlust sehr schwer wiegt. Dennoch hätte ich mir an ein, zwei Stellen etwas mehr Atem gewünscht. Ein Moment, in dem die Figur nicht handelt, sondern die Handlung sie kurz einholt. Der Comic ist stark im Vorwärtsdrang. Gerade deshalb fehlen ihm gelegentlich kleine stille Momente. Aber ja, die Autoren hatte nur 56 Seiten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4298" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715.jpg" alt="Innenseite 06 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Der Revolver in der Autorenhand</h3>
<p>Jean-François di Giorgio wurde 1961 geboren und arbeitet seit den achtziger Jahren als Szenarist im frankobelgischen Comic. Bekannt wurde er unter anderem durch Reihen wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/samurai-legenden-bd-1-furiko.html" target="_blank" rel="noopener">SAMURAI</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/samurai-legenden-10.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SAMURAI LEGENDEN</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/sensei-bd-1-die-schule-der-einsamen-woelfe.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SENSEÏ</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/shaolin-1-kind-des-schicksals.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SHAOLIN</a>. Sein Werk zeigt eine deutliche Lust an Abenteuerstoffen, an Kämpfern mit Vergangenheit und an langen Erzählbögen. Oft bewegen sich seine Geschichten in historischen bzw. historisch gefärbten Welten. Mit WYOMING, 1863 wechselt er vom fernöstlich geprägten Abenteuer in den amerikanischen Westen, behält aber sein vertrautes Interesse bei. Ihn reizen Figuren, die von Schuld, Loyalität und Gewalt geformt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4299" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715.jpg" alt="Innenseite 07 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Keine Heiligen unter weitem Himmel</h3>
<p>Als Western ist WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN ziemlich klassisch gebaut und genau darin recht selbstbewusst. Der Comic erfindet das Genre nicht neu. Er sucht keine ironische Brechung. Er vertraut auf alte Zutaten wie z.B. eine brutale Gansterbande, einen undurchsichtiger Lebemann mit Geheimnis und eine junge, aber selbstbewusste Frau auf der Suche. Rache ist spätestens in der zweiten Hälfte des Bandes ein weiterer narrativer Treibstoff, bei dem Blut den Preis markiert.</p>
<p>Di Giorgio erzählt aus drei Blickwinkeln. Dadurch zerfällt die Welt aber nicht in Gut und Böse. Emma hat das klarste Ziel, aber keinen sauberen Glorienschein um sich. Bill ist interessant, weil ich nicht weiß, wie sich seine Geschichte über die Reihe hin entwickeln wird. Diego ist der schwächste Pol des Trios, weil seine Brutalität im ersten Band noch stärker wirkt als jede innere Logik. Er lebt in einer Welt brutaler Männer und muss sich dort jeden Tag behaupten. Für einen Auftakt reicht das, weil er die Gefahr verkörpert, für die gesamte Reihe muss da später mehr kommen.</p>
<p>Thematisch kreist der Band um Verlust, Vergeltung und die Frage, wie schnell Zivilisation abblättert, wenn ordnende Kräfte fehlen. Besonders gefällt mir, dass der Comic keine falsche Milde in seiner Welt verwendet. Niemand rettet irgendwen durch gutes Zureden. Wenn eine Institution auftritt, tut sie dies mit &#8211; genau &#8211; Verzögerung. Keine Kavallerie kommt im richtigen Monat angeritten. Hilfe ist privat, zufällig oder käuflich. Das passt zu diesem Grenzland.</p>
<p>Der Seitenrhythmus unterstützt diese Härte. Ruhigere Passagen kippen schnell in Aktion. Dialoge bleiben knapp, Blicke übernehmen viel der Arbeit. Der Comic liest sich zügig, aber nicht flach. Er legt Spuren, ohne jede Spur sofort zu erklären. Als erster Band erfüllt er damit seine Aufgabe. Er baut eine Welt auf, stellt die Hauptkräfte vor und endet mit dem deutlichen Gefühl, dass die eigentliche Abrechnung erst begonnen hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4300" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715.jpg" alt="Innenseite 08 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Der Zeichner mit Staub an den Stiefeln</h3>
<p>Fabrizio des Dorides ist ein italienischer Zeichner und Illustrator. Er arbeitet unter anderem für den italienischen Comicmarkt, u.a. für <a href="https://leagueofcomicgeeks.com/comic/3360637/dylan-dog-382" target="_blank" rel="nofollow noopener">DYLAN DOG</a>, und für französischsprachige Verlage. Zu seinen Arbeitsfeldern zählen realistische Comiczeichnung, Illustration und anatomisches Zeichnen.</p>
<p>Bei WYOMING, 1863 übernimmt er die visuelle Gestaltung einer Westernwelt, die stark von Körpern, Landschaften und Gewalt lebt. Die sehr flexible Panelgestaltung erinnert mich mit ihrem Shots stark an klassische Italo-Western wie Serio Leone&#8217;s <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0064116/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_spiel%20mir%20das%20lied" target="_blank" rel="nofollow noopener">SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD</a> oder <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0060196/?ref_=nm_knf_t_4" target="_blank" rel="nofollow noopener">ZWEI GLORREICHE HALUNKEN</a>.</p>
<p>Die Gesichter sind ausdrucksvoll, ohne zu übertreiben. Das ist wichtig, weil der Band viele harte Momente hat. Zu viel Grimasse hätte alles in Richtung Schund gezogen. Des Dorides bleibt nah an den Figuren, verliert die Umgebung aber nicht aus den Augen. Holzveranden, Zäune, Ställe, Innenräume und weite Außenflächen geben dem Western einen realistischen Anstrich. Ich erlebe diese Orte und halte sie für wahrhaftig. Sie sehen bewohnt aus, oder bedroht, oft auch beides zugleich.</p>
<p>Der Seitenaufbau ist klar. Die Action bleibt lesbar, auch wenn es wild wird. Das ist bei Western-Schießereien nicht selbstverständlich. Seine Panel-Führung könnte tatsächlich dem Buch <a title="THE FILMMAKER’S EYE – Eine Brücke zwischen Film und Comics" href="https://panelwalker.de/2026/02/the-filmmakers-eye-eine-bruecke-zwischen-film-und-comic/" target="_blank" rel="noopener">The Filmaker&#8217;s Eye</a> entnommen sein. Des Dorides setzt auf wechselnde Distanzen. Erst Überblick, dann Körper, dann Gesicht, dann Hand, dann Waffe. So entsteht Tempo, ohne dass ich die Orientierung verliere. Besonders stark sind die Momente, in denen die Panels enger werden. Dann zieht sich der Raum zusammen. Aus der Weite wird eine Falle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4301" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715.jpg" alt="Innenseite 09 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Staub, Holz und Farben des Westens</h3>
<p>Die Kolorierung stammt von Garluk (wer immer das auch ist, denn ich konnte zu diesem Pseudonym leider nichts in Erfahrung bringen). Zeichnung und Farbe prägen aber den rauen Ton des Bandes gemeinsam stärker, als es ein reines Abenteuerlayout leisten könnte.</p>
<p>Garluk&#8217;s Farben verstärken diese Wirkung. Der Band ist nicht einfach braun und staubig. Warme Gelbtöne, trockenes Ocker, schmutzige Schatten und rote Einschläge setzen den Ton. Das Licht fühlt sich oft hart an. Es schmeichelt den Figuren nicht. In Gewaltszenen werden die Farben dichter, ohne alles im Effekt zu ertränken. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Kolorierung die Hitze und Trockenheit des Landes mitbringt. Sie macht den Westen nicht romantisch, sondern verwundend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4302" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715.jpg" alt="Innenseite 10 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Der Weg führt zum Galgenbaum</h3>
<p>Der Serienkontext ist wichtig, weil dieser erste Band offensichtlich nicht alles abschließt. Splitter führt die deutsche Ausgabe als ersten Band einer Reihe. In Frankreich liegt mit L&#8217;ARBRE AU PENDU bereits die Fortsetzung vor, die als deutsche Ausgabe unter <a href="https://www.splitter-verlag.de/wyoming-1863-2.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER BAUM DES GEHÄNGTEN</a> angekündigt ist. Das beruhigt, denn WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN setzt viele Fährten.</p>
<p>Als Auftakt funktioniert der Band gut.Tatsächlich verstehe ich den Aufbau aber nicht ganz. Die erste Seite wäre als Cliffhanger genial, als Einstieg, der sich am Ende des Bandes aber (noch) nicht auflöst, weckt sie Erwartungen und enttäuscht mich. Keine gute Anbindung an die Leserschaft.</p>
<p>Er gibt genug Handlung, um nicht wie ein bloßer Prolog-Band zu wirken. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen. Welche Rache genau trägt Bill mit sich herum? Wird Emma ihre Töchter finden? Wird Diego mehr als nur der brutale Auslöser einer Kette von Katastrophen sein? Diese Fragen hängen nach der Lektüre immer noch in der Luft und ziehen mich weiter &#8218;gen Westen.</p>
<p>Ich wünsche mir darüber hinaus für die Fortsetzung, dass die Figuren noch mehr Innenleben bekommen. Die Bühne steht, das Level an Gewalt ist vorgegeben, die Zeichnungen tragen die Story. Jetzt darf die Geschichte tiefer in ihre Protagonisten eindringen. Emma hat dafür das stärkste Fundament, Bill bietet das größte Rätsel und Diego braucht die deutlichste Nachschärfung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4303" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715.jpg" alt="Innenseite 11 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4335" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/NOT-approved-by-the-comic-code-authority-300x230.png" alt="COMIC CODE AUTHORITY STAMP - NOT APPROVED" width="300" height="230" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/NOT-approved-by-the-comic-code-authority-300x230.png 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/NOT-approved-by-the-comic-code-authority.png 485w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN ist ein harter, sehr ansprechend gezeichneter, nicht wirklich jugendfreier Western-Auftakt mit viel Tempo und viel, ja sehr viel Gewalt. Die Comic Code Authority <a title="DR. WERTHLESS bekämpft den Schund" href="https://panelwalker.de/2025/12/dr-werthless-bekaempft-den-schund/" target="_blank" rel="noopener">wäre not-amused</a> gewesen!</p>
<p>Jean-François di Giorgio setzt auf bewährte Genre-Motive, aber er erzählt sie mit sicherem Gespür für Druck und Zuspitzung. Fabrizio des Dorides gibt dem Band die nötige Erde unter den Stiefeln. Seine Figuren sind sehr gut lesbar, seine Schauplätze phantastisch, seine Action klar und deutlich.</p>
<p>Nicht alles wird schon eingelöst. Einige emotionale Übergänge hätten etwas mehr Raum verdient. Doch der Gesamteindruck bleibt deutlich positiv. Dieser Comic weiß, welchen Western er erzählen will, keinen eleganten Abgesang sondern Staub, Schuld, Rache und offene Rechnungen.</p>
<p>Ich bin nach diesem ersten Band nicht satt, sondern richtig neugierig. Und das ist bei einem Western mit Fortsetzungen vielleicht das beste Gefühl, das man haben kann. Der Schuss ist gefallen, der Pulver-Rauch hängt noch in der Luft und ich will wissen, wer am Ende wirklich noch steht.</p>
<p>Und ganz entfernt, im Hintergrund läuft die <a href="https://archive.org/details/tvtunes_10114" target="_blank" rel="nofollow noopener">Titelmusik von &#8222;The Magnificent Seven&#8220;</a>.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4294" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716-286x400.jpg" alt="Cover von WYOMING 1863 01" width="286" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716-600x838.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716.jpg 716w" sizes="auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN</li>
<li>Jean-François di Giorgio und Fabrizio des Dorides</li>
<li>Hardcover | 56 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-98721-328-1</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/wyoming-1863-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/">WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>SCHWARZE SEEROSEN und eine Leiche im Fluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 05:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
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		<category><![CDATA[Didier Cassegrain]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Album ist optisch einfach eine Wucht, wie ein Ausstellungskatalog aus einem Museum. SCHWARZE SEEROSEN spielt zudem an einem Ort, der sich selbst vermarktet. Giverny liegt in der Normandie, nordwestlich von Paris und lebt vom Mythos eines Mannes, der hier seinen Lebensabend verbrachte: der Maler Claude Monet. Sein berühmter Garten mit See und Seerosen wirkt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Album ist optisch einfach eine Wucht, wie ein Ausstellungskatalog aus einem Museum. SCHWARZE SEEROSEN spielt zudem an einem Ort, der sich selbst vermarktet. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Giverny" target="_blank" rel="nofollow noopener">Giverny</a> liegt in der Normandie, nordwestlich von Paris und lebt vom Mythos eines Mannes, der hier seinen Lebensabend verbrachte: der Maler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Monet" target="_blank" rel="nofollow noopener">Claude Monet</a>.</p>
<p>Sein berühmter Garten mit See und Seerosen wirkt wie ein Versprechen. Wer hier ankommt, den erwartet malerische Schönheit. Genau diese Erwartung nutzt auch der Comic als seine Tarnung und erzählt mir einen Mordfall, der sich in diese Postkartenidylle einschleicht.</p>
<p><span id="more-3310"></span></p>
<p>Bekanntlich habe ich eine große Schwäche für Krimis, die ihre Ort als Kulisse ernst nehmen. Hier gelingt dies gut. Der Zeichner &#8211; oder sollte ich sagen: der Maler? &#8211; Didier Cassegrain setzt Giverny als lebenden Organismus in Szene. Gleichzeitig stolpert das Buch dort, wo es mich am meisten packen müsste: bei den Beziehungen der beteiligten Charaktere!</p>
<p>Die Handlung hängt an Eifersucht, Begehren und an Abhängigkeiten. Obwohl das Buch wie gemalt daher kommt, bleiben viele Verbindungen des Comics erstaunlich skizzenhaft. Das wirkt wie eine erzählerische Abkürzung, die dem Werk nicht gerecht wird und den Blick stärker auf das Visuelle lenkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3325" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-03_1000X713.jpg" alt="Innenseite 03 von SCHWARZE SEEROSEN" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-03_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-03_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-03_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-03_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Der tote Morval</h3>
<p>Worum geht es? Das Opfer, Jérôme Morval, wird tot im Wasser aufgefunden. Er war wohlhabend, er sammelte Kunst und er sammelte &#8230; Affären. Der Mord ist brutal und wirkt nicht wie ein Unfall, auch nicht wie eine Eskalation im Affekt. Und ein junger, wenig erfahrener Ermittler darf bzw. muss den Fall übernehmen.</p>
<p>Kommissar Laurenc Sérénac ist neu im Ort. Sein Assistent Sylvio Bénavides hält seinem Chef bei den Ermittlungen den Rücken frei und schnell steht Jacques Dupain im Fokus der Ermittlungen. Er ist Jäger, er ist stolz und wirkt wie ein Mann, der Besitz mit Liebe verwechselt.</p>
<p>Seine Frau Stéphanie ist Lehrerin. Sie wiederum ist attraktiv, sichtbar und für die Männer im Dorf ein Magnet. Morval soll ihr nachgestellt haben. Das schafft für die Ermittler ein bequemes Motiv.</p>
<p>Parallel setzt der Comic auf ein weiteres Thema. Ein Gemälde mit dem Titel SCHWARZE SEEROSEN ist verschollen. Plötzlich ermittelt die Polizei nicht nur in einem Tötungsdelikt, sondern auch in einer Welt aus Sammlerwert und Mythen-Handel. Denn der Ort trägt Monet wie eine Monstranz vor sich her, während hinter den Fassaden Neid und Misstrauen brodeln.</p>
<p>Kommissar Sérénac reagiert darauf nicht nur professionell, sondern persönlich. Genau das wird zur ersten Schwachstelle dieses Albums.</p>
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<h3>Unterricht mit doppeltem Boden</h3>
<p>Die zweite große Spur führt zu Fanette Morelle. Sie ist elf und malt, als hätte sie schon zu viel gesehen. Der Comic zeigt sie mir als Talent, das nach einem Ausgang aus dieser emotionalen Einöde sucht. Fanette will nicht nur besser werden, sie will weg.</p>
<p>Ein älterer Mann &#8211; ein Amerikaner namens James &#8211; fördert sie. Er nimmt sie ernst und bringt ihr die benötigten, malerischen Techniken bei. Diese Beziehung ist die heikelste im Buch, gerade weil sie so ruhig erzählt wird. Ein Erwachsener formt den Blick eines Kindes. Das kann der Weg zur Rettung sein, aber Missbrauch von Vertrauen. Der Comic balanciert diese Ambivalenz in der Luft, ohne sie konsequent auszuspielen.</p>
<p>Fanette hat außerdem Reibungspunkte zu ihren Gleichaltrigen. Zwei Jungs umkreisen sie wie Motten das Licht. Der Stoff hätte hier viel über frühe Projektionen erzählen können, über Begehren, das sich wie Macht anfühlt, über die Einsamkeit eines Kindes, das als Wunderkind funktioniert jedoch privat verhungert. Stattdessen bleibt Fanette&#8217;s Innenleben oft bei einer kriminaltechnischen Funktion: sie muss Hinweise tragen und die Zeitlinie füttern. Als Figur bleibt sie mir leider zu berechenbar.</p>
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<h3>Zwischen Ehe und einem Ermittler, der kippt</h3>
<p>Auch Stéphanie Dupain steht zwischen mehreren Männern, aber nicht wirklich zwischen mehreren Entscheidungen. Das Charakterdesign des Comic sieht sie als Sehnsuchtsfigur. Es zeigt auch sie als Frau, die fort will. Gleichzeitig lässt das Szenario offen, woraus genau sie raus will. Aus der Ehe mit Jacques? Aus dem Dorf? Oder doch aus sich selbst?</p>
<p>Diese (impressionistische) Unschärfe kann Kunst sein, hier wirkt sie jedoch wie ein Plot-Hole. Schnell verfällt Sérénac ihr. Er glaubt an ihre Unschuld, will sie retten. Das ist dramaturgisch praktisch, aber psychologisch dünn und ermittlungstaktisch brisant.</p>
<p>Jacques bleibt ebenfalls schmal gezeichnet. Er ist der eifersüchtige Ehemann und &#8211; natürlich &#8211; der potenzielle Täter. Ich hätte gern mehr von seinem Alltag gesehen, mehr vom Ton in der heimischen Küche, mehr davon, wie Kontrolle vielleicht auch in kleinen Sätzen steckt. Stattdessen springt der Comic häufig direkt zu den großen Gesten. Das passt zur Krimi-Maschinerie, schwächt aber eine Beziehung, die als Motiv-Motor dienen soll.</p>
<p>Morval, der Tote, bleibt selbst auch nur ein Auslöser, kein Mensch. Seine Beziehungen sind Spuren, die die Polizei abläuft. Ich verstehe den Ansatz des Toten als Projektionsfläche. Nur verliert die Geschichte damit eine emotionale Achse. Wenn alles nur Hinweis ist, fühlt sich der Mord am Ende wie ein Rätsel an, dass mit einem Schulterzucken zurückgelassen werden kann und nicht wie ein Bruch in einer Lebenslinie.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3328" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-06_1000X718.jpg" alt="Innenseite 06 von SCHWARZE SEEROSEN" width="718" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-06_1000X718.jpg 718w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-06_1000X718-300x418.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-06_1000X718-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-06_1000X718-600x836.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 718px) 100vw, 718px" /></p>
<h3>Wenn Wahrheit die Figuren überrollt</h3>
<p><strong>Spoilerwarnung</strong>: Wer den Comic selbst noch einmal unbefangen lesen will, sollte diesen Abschnitt überspringen. Denn die Konstruktion von SCHWARZE SEEROSEN lebt von einer Auflösung, die rückwirkend vieles neu sortiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Comic arbeitet mit drei Frauenperspektiven und mit Zeitsprüngen. Er lässt Gegenwart, Vergangenheit und eine noch ältere Schicht ineinander laufen. Die Enthüllung verbindet diese Ebenen so, dass aus scheinbar getrennten Biografien ein einziger, langer Lebensbogen wird. Ja, der Effekt sitzt und ich blättere zurück, erkenne nun die gesetzten Details.</p>
<p>Nur entsteht dabei ein Problem. Beziehungen, die zuvor wie konkrete Verbindungen wirken sollten, entpuppen sich nun als Bauteile eines Zauber-Tricks. Dadurch werden sie im Rückblick flacher. Nicht weil die Idee schlecht wäre, sondern weil das Album seine Figuren zu lange als Masken benutzt. Wenn am Ende die Mechanik triumphiert, bleiben echte Bindungen auf der Strecke. Für mich ist das nun wirklich der zentrale Makel des Buches.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3329" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-07_1000X716.jpg" alt="Innenseite 07 von SCHWARZE SEEROSEN" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-07_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-07_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-07_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-07_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<h3>Beziehungen als Herzstück</h3>
<p>Ich sehe in diesem Stoff vier Kernbeziehungen. Keine davon bekommt die Tiefe, die sie bräuchte.</p>
<p>Erstens die Ehe von Stéphanie und Jacques. Der Comic zeigt Eifersucht, zeigt Besitzdenken. Er zeigt aber zu wenig Alltag. Dabei zeigt sich toxische Nähe selten in einem einzigen Ausbruch. Sie zeigt sich in Wiederholungen, in Blicken, die stoppen oder in Fragen, die eigentlich Vorwürfe sind. Dieses emotionale Fundament fehlt mir hier. Dadurch wirkt Jacques oft wie ein Plot-Hebel, nicht wie ein Mann, der aus Angst (ge)handelt (hat).</p>
<p>Zweitens Stéphanie und Sérénac. Hier ist die Schieflage besonders offensichtlich. Ein Ermittler verliebt sich in eine mögliche Verdächtige. Das ist nicht nur unprofessionell, sondern ein Geschenk an jedes Drehbuch, das Abkürzungen braucht. Ich hätte die Versuchung gern stärker gespürt und sehen wollen, was Stéphanie konkret in ihm triggert. Stattdessen passiert seine Wandlung schnell, wie über einen Schalter. Klick, erledigt!</p>
<p>Drittens Fanette und James. Diese Verbindung trägt die poetische Seite des Buches. Sie ist zugleich die gefährlichste. Der Comic deutet Manipulation an, bleibt dann aber doch lieber höflich. Höflichkeit ist hier jedoch das falsche Werkzeug.</p>
<p>Viertens Morval und sein Umfeld. Er sammelt Bilder, er sammelt Körper. Das ist ein starkes Motiv. Nur bleibt es letztendlich bei der Behauptung eines tötungswürdigenCharakters.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3330" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-08_1000X713.jpg" alt="Innenseite 08 von SCHWARZE SEEROSEN" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-08_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-08_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-08_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-08_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Logikfragen</h3>
<p>Ein guter Krimi darf täuschen, sollte dabei aber fair bleiben. Hier liegt mein größtes Unverständnis. Der Comic hält Informationen nicht nur zurück, er modelliert meine Wahrnehmung dabei so, dass sie zeitweise wie eine falsche Tatsache wirkt. Das ist ein Unterschied! In einem Roman kann man mit Erzählerstimmen spielen. Im Comic besitzt jedes Panel eine gewisse Objektivität. Wenn diese im Nachhinein relativiert wird, braucht es besonders saubere Signale.</p>
<p>Dazu kommt die Ermittlungslogik. Sérénac verrennt sich früh. Das kann passieren. Nur wiederholt sich sein Tunnelblick so konsequent, dass er wie ein Pflichtprogramm des Szenarios wirkt. Bénavides, sein Assistent, wirkt dann wie der Reparaturmechaniker, der die Story wieder richtig auf die Schiene setzen muss.</p>
<p>Auch das Kunstmotiv ist nicht immer sauber eingearbeitet. Das verschwundene Bild zieht Aufmerksamkeit auf sich, lenkt aber auch ab. Für mich wirkt es stellenweise wie eine Nebelkerze, welche die Schwächen in der Figurendarstellung kaschieren soll. Das gelingt atmosphärisch, logisch überzeugt es mich nicht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3331" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-11_1000X713.jpg" alt="Innenseite 11 von SCHWARZE SEEROSEN" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-11_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-11_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-11_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-11_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Malerei in Panels</h3>
<p>Genug des Gejammer. Schließlich sind da ja noch die Bilder. Didier Cassegrain arbeitet nicht mit einer klassischen Linienästhetik, die Farbe nur ausfüllt. Er malt mit Farbe, baut mit Licht jede einzelne Stimmung. Grün dominiert, Wasser glitzert. Manche Seiten wirken wie feuchte Luft. Das passt, weil Giverny, die Stadt Monet&#8217;s, in dieser Geschichte selbst eine Figur ist.</p>
<p>Seine größte Stärke liegt im Umgang mit Übergängen. Ein Schnitt vom Verhör zur Natur wirkt nicht wie ein Ortswechsel. Er wirkt wie ein Wechsel der Temperatur. Dadurch bekommt die Erzählung eine sinnliche-optische Klammer, die das Szenario alleine nicht schaffen würde.</p>
<p>Gleichzeitig hat dieser Stil eine Nebenwirkung. Er macht fast alles schön. Selbst eine Bedrohung wirkt oft wie ein Gemälde, das man gern länger betrachtet. Für einen Krimi ist das riskant. Der Comic will Noir, liefert dann jedoch häufig opulenten Impressionismus.</p>
<p>Ich sehe auch einen problematischen Blick in der Figurenzeichnung. Stéphanie wird stark über Körper und Pose definiert. Das unterstreicht ihre Rolle als Projektionsfläche. Es reduziert sie aber zugleich. Gerade weil die Geschichte von weiblichen Perspektiven lebt, stört mich diese Optik. Sie wirkt im Kern wie ein Widerspruch. Das Album erzählt von Frauen, die aus (Rollen-)Bildern ausbrechen wollen, zeichnet dann aber eine von ihnen wie ein Bild, das man besitzen möchte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3332" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-12_1000X716.jpg" alt="Innenseite 12 von SCHWARZE SEEROSEN" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-12_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-12_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-12_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-12_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<h3>Die dunkle Seite des Kunstpilgerns</h3>
<p>Giverny ist nicht zufällig gewählt. Monet lebte dort jahrzehntelang. Er machte Haus und Garten zu einem kontrollierten Kunstraum. Der berühmte Seerosenteich entstand nicht einfach, er war Gestaltung. Seine monumentalen Seerosenbilder hängen heute unter anderem in der Orangerie in Paris.</p>
<p>Der Comic macht daraus eine moderne Idee: ein Ort wird zur Marke! Eine Marke erzeugt Geld, Geld erzeugt Besitzdenken, Besitzdenken erzeugt Gewalt. Konstruiert ist das plausibel. Besonders, weil Kunst hier nicht nur als Schönheit auftaucht, sondern auch als Status. Morval verkörpert das. Er will Werke, Menschen und Geschichten, die ihn größer erscheinen lassen.</p>
<p>Spannend finde ich auch den Gedanken, dass Tourismus ein Dorf in ein Schaufenster verwandeln kann. Hinter opulent ausgestatteten Schaufenstern verstecken sich immer auch Risse. Man zeigt nicht, wie es riecht, wenn der Lack abblättert. Genau dieses Abblättern ist der stärkste historische Subtext des Albums. Es erzählt nicht direkt über Monet, aber darüber, was Monet aus (s)einem Ort gemacht hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3333" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-13_1000X718.jpg" alt="Innenseite 13 von SCHWARZE SEEROSEN" width="718" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-13_1000X718.jpg 718w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-13_1000X718-300x418.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-13_1000X718-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_INNENSEITE-13_1000X718-600x836.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 718px) 100vw, 718px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ich wollte SCHWARZE SEEROSEN lieben, wirklich. Der Comic hat alles, was ich an solchen Stoffen schätze. Ein klares Setting, ein elegantes Motivnetz und eine Bildsprache, die man so schnell nicht vergisst. Trotzdem bleibe ich kritisch. Der große Twist ist clever &#8211; und er ist bequem.</p>
<p>Als Krimi funktioniert das Album. Ich lese schnell, werde gelenkt und überrascht. Als Drama über Menschen, die sich gegenseitig festhalten und verletzen, bleibt es mir aber zu glatt. Gerade die zentralen Beziehungen wirken eher behauptet als gelebt. Das spüre ich vor der Auflösung, danach spüre ich es noch stärker.</p>
<p>Didier Cassegrain hebt das Buch in eine andere Liga. Seine malerische Erzählweise macht Giverny glaubwürdig. Sie macht das Wasser gefährlich schön. Ohne diese Bilder &#8211; nur mit Zeichnungen wie z.B. aus <a title="VOLLE LEICHENHALLE – Ein Privatdetektiv im freien Fall" href="https://panelwalker.de/2026/02/volle-leichenhalle-ein-privatdetektiv-im-freien-fall/" target="_blank" rel="noopener">VOLLE LEICHENHALLE</a> &#8211; wäre mir die Konstruktion definitiv zu flach.</p>
<p>Unterm Strich sehe ich SCHWARZE SEEROSEN als ein Album, das mich weniger mit seiner Geschichte berührt als mit seinen malerischen Bildern einfängt. Wer Rätsel liebt, bekommt viel. Wer Figuren liebt, bekommt zu wenig. Für ein Werk, das von Blicken handelt, ist das ein bitterer Widerspruch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3324" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_COVER_1000X721-300x416.jpg" alt="Cover von SCHWARZE SEEROSEN" width="300" height="416" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_COVER_1000X721-300x416.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_COVER_1000X721-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_COVER_1000X721-600x832.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/SCHWARZE-SEEROSEN_COVER_1000X721.jpg 721w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>SCHWARZE SEEROSEN</li>
<li>Fred Duval und Didier Cassegrain</li>
<li>Hardcover | 144 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-96219-372-0</li>
<li>Storyline: ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆ (minus)</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/alben/thriller/ich-bin-ihr-schweigen-5894/" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/schwarze-seerosen-und-eine-leiche-im-fluss/">SCHWARZE SEEROSEN und eine Leiche im Fluss</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>DIE ADOPTION: QINAYA &#8211; Vom Erdbeben direkt ins Herz</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 05:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Zartbitter]]></category>
		<category><![CDATA[Arno Monin]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zidrou]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3636</guid>

					<description><![CDATA[<p>Familien-Comics sind ein Genre für sich. Und ich traue ihnen nicht automatisch. Zu oft wird es weichgespült, geschniegelt und das bleibt es dann auch. DIE ADOPTION 1: QINAYA geht da einen anderen Weg. Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass Zidrou und Arno Monin keine Wohlfühl-Story erzählen wollen. Sie erzählen von einer Adoption aus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Familien-Comics sind ein Genre für sich. Und ich traue ihnen nicht automatisch. Zu oft wird es weichgespült, geschniegelt und das bleibt es dann auch.</p>
<p>DIE ADOPTION 1: QINAYA geht da einen anderen Weg. Schon auf den ersten Seiten ist klar, dass Zidrou und Arno Monin keine Wohlfühl-Story erzählen wollen. Sie erzählen von einer Adoption aus Peru nach Frankreich und von einem älteren Mann namens Gabriel, der plötzlich Großvater sein soll, obwohl er schon früher mit der Vaterrolle nie warm geworden ist. Genau daraus zieht der Band seine Kraft. Er will berühren, ja. Aber er will mich vorher an die richtigen Stellen kitzeln: an Stolz, an Ungeschick, Scham, Trotz und an diese kleinen, sehr menschlichen Abwehrbewegungen, die Nähe oft erst einmal aktiv verhindern.<span id="more-3636"></span></p>
<p>Was mich an DIE ADOPTION 1: QINAYA sofort gereizt hat, ist der Tonfall. Der Comic ist warm, aber nicht süßlich. Er ist humorvoll, aber nie auf Pointe geschrieben. Und er hat ein Gespür für den Alltag, das ich in solchen frankobelgischen Stoffen besonders schätze. Nicht das große Programm &#8222;Familie&#8220; interessiert Zidrou hier zuerst, sondern das leise Chaos, das entsteht, wenn ein neues Kind in ein längst eingerichtetes Leben einbricht.</p>
<p>Da steht dann kein Pathos im Raum, sondern ein alter Sessel, ein genervter Blick, eine ungeschickte Bemerkung und irgendwann ein Moment, in dem der Widerstand langsam bröckelt. Genau dort wird dieser Band stark. Zidrou weiß, wie er solche Geschichten erzählen muss.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2083" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 11 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_01_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Woher dieser Stoff seine Wärme nimmt</h2>
<p>Ein Blick auf die Entstehung hilft. Zidrou &#8211; bürgerlich: Benoît Drousie &#8211; kommt nicht aus einem literarisch kühlen Autorenmilieu, sondern war zunächst Lehrer und schrieb in den frühen neunziger Jahren erst Kinderbücher, dann Lieder und dann Comics. Er hat also ein Gespür für kindliche Perspektiven, ohne Kinder selbst zu verniedlichen.</p>
<p>Zugleich hat er sich im Lauf seiner Karriere immer stärker in Richtung realistischer, empfindsamer Erzählungen bewegt. Dass ausgerechnet er einen Stoff wie QINAYA schreibt, passt also gut. Ihn interessiert nicht die Idee einer Familie als Sonntagsbild. Ihn interessieren Reibung, Fehler und das, was Menschen &#8211; trotz ihrer Schwächen &#8211; füreinander tun.</p>
<p>Arno Monin bringt dafür die richtige Bildsprache mit. Laut seiner Autorenbiografie kam er über Kunstgeschichte, angewandte Kunst, Zeichnung, Animation und Comic zum Erzählen in Bildern. Diese Mischung spürt ich hier deutlich. Seine Seiten denken nicht nur in schönen Einzelbildern. Sie denken in Blickrichtungen, in Körperhaltungen, in kleinen Abfolgen von Gesten. In QINAYA federt die Sanftheit des Zeichenstils die Härte des Stoffes nicht ab, sondern macht sie umso deutlicher.</p>
<p>Spannend ist auch der Serienrahmen. Im französischen Original startete QINAYA 2016 als erster Teil vom ersten Zyklus und war ausdrücklich als Band 1 von 2 angelegt. Der deutsche Splitter Band erschien 2017. Heute führt die Reihe weitere Zyklen fort, aber dieser erste Auftakt gehört noch zu einem Zweiteiler, der mit DIE ADOPTION 2: LA GARÚA endet. Das merke ich beim Lesen deutlich, denn der erste Band endet mit einem Kracher.</p>
<p>Der Band erzählt genug, um eigenständig zu berühren. Gleichzeitig legt er Spuren, deren Gewicht erst im zweiten Teil voll sichtbar werden. Als Auftakt ist das klug, weil der Comic Nähe aufbaut und dabei nie so tut, als wäre eine Adoption nach der Ankunft schon erledigt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2084" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 10 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_02_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Ein neues Kind im Haus</h2>
<p>Die Ausgangslage ist schnell umrissen, aber Zidrou nutzt sie sehr geschickt. Alain und Lynette, ein kinderloses Paar Mitte vierzig, adoptieren nach einem verheerenden Erdbeben in Peru die vierjährige QINAYA.</p>
<p>Schon dieser Anfang hat eine gewisse Wucht, weil er nicht lange bei der Katastrophe stehen bleibt. Der Comic zeigt stattdessen, was danach kommt. Ein Kind reist in eine fremde Sprache, in ein neues Land, ein neues Haus und in eine neue Familie. Alles ändert sich und alle wollen alles richtig machen. Genau dadurch entsteht schon die erste Unsicherheit. Zu viel Aufmerksamkeit kann auch zu viel Druck werden. Denn auch zu viel Zärtlichkeit kann für ein Kind, das gerade alles verloren hat, wie ein weiterer Übergriff wirken.</p>
<p>Im Zentrum steht dann überraschend nicht das Elternpaar, sondern Gabriel, der Griesgram von einem Großvater. Das finde ich eine sehr gute Entscheidung. Denn Gabriel ist kein sentimentaler Bilderbuchopa. Er ist störrisch, abweisend, stolz auf eine Weise, die sofort nervt und gerade deshalb so glaubwürdig ist. Seine Frau geht viel offener auf QINAYA zu.</p>
<p>Alain und Lynette sind voller Hoffnung. Gabriel dagegen steht quer im Bild. Er sagt die falschen Dinge, zieht sich zurück und wirkt, als habe ihn das ganze Unternehmen in seiner Ruhe beleidigt. Ich mochte daran, dass Zidrou ihn nicht künstlich sympathisch macht. Gabriel ist am Anfang wirklich &#8230; unerquicklich. Genau deshalb fühlt sich die langsame Veränderung, seine Heldenreise, später verdient an.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2085" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000.jpeg" alt="Innenseite 09 von DIE ADOPTION 1" width="711" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000.jpeg 711w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000-300x422.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_03_711_1000-600x844.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 711px) 100vw, 711px" /></p>
<h2>Wie aus Widerstand vorsichtige Nähe wird</h2>
<p>Die eigentliche Bewegung des Bandes liegt in den kleinen Alltagsverschiebungen. QINAYA ist nicht einfach nur das niedliche Kind, das alle Herzen im Sturm nimmt. Sie bringt Freude mit, ja, aber auch Irritation, Trauer, Missverständnisse und diese stille Unruhe, die Kinder aus einer Gewalterfahrung nicht einfach an der Garderobe abgeben.</p>
<p>Der Comic macht daraus keinen Problemkatalog, sondern zeigt lieber exemplarische Situationen: hier ein Blick zu lang, dort eine Geste, die nicht erwidert wird, wieder eine peinliche Bemerkung von Gabriel. Oder doch einen gemeinsamen Moment, der versehentlich schön wird. So wächst zwischen dem alten Mann und dem Mädchen langsam etwas, das zuerst gar keinen Namen braucht. Anfängliches Vertrauen reicht als Wort zunächst völlig aus.</p>
<p>Dabei gefällt mir besonders, wie offen der Band mit Unbeholfenheit umgeht. Gabriel hat keine pädagogische Sprache, während QINAYA ihre Verluste nicht in reifen Sätzen äußern kann. Auch die Erwachsenen ringsum handeln oft aus Überforderung. Dadurch bekommt die Geschichte etwas sehr Geerdetes. Ich habe hier nie das Gefühl, dass Figuren nur eine These bebildern. Sie stolpern, wiederholen Fehler und lernen (zu) spät.</p>
<p>Genau so entsteht Glaubwürdigkeit. Und genau so entgeht der Comic dem Kitsch. Selbst dann, wenn er mich emotional klar in Richtung Herz drückt, bleibt er an seinen Figuren dran und lässt ihnen ihre Macken. Dass der Band am Ende nicht in Harmonie ausläuft, sondern einen schmerzhaften Einschnitt setzt, macht diesen ersten Teil nur stärker. Ich war danach nicht angenehm beruhigt, sondern aufgewühlt. Das ist mehr wert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2086" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 08 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_04_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Familiengeschichte statt Thesenpapier</h2>
<p>Erzählerisch leistet der Comic vor allem eines sehr gut: er erzählt über Adoption, ohne den Stoff auf das Thema zu reduzieren. Natürlich geht es um Herkunft, Zugehörigkeit und um die Frage, ob Liebe einfach da ist oder mit der Zeit wachsen muss. Aber Zidrou macht daraus keinen erklärenden Problem-Comic. Er bleibt bei einer Familie und zeigt, wie unterschiedlich dieselbe Situation erlebt wird.</p>
<p>Für die Eltern ist QINAYA Erfüllung und Herausforderung zugleich. Für Gabriel ist sie Zumutung, Spiegel und späte Chance. QINAYA selbst ist vor allem ein Kind, das in einer neuen Welt zurechtkommen muss. Dadurch bekommt der Band eine Mehrstimmigkeit, die ich sehr schätze.</p>
<p>DIE ADOPTION 1: QINAYA ist kein Abenteueralbum und keine klassische Graphic Novel der großen Gesten. Der Band lebt von Zwischentönen, von nicht ausgesprochenen Schuldgefühlen und von der Ahnung, dass Eltern- und Großelternschaft nicht einfach biologische Zustände sind. Sie müssen ge- bzw. erlebt werden.</p>
<p>Gerade als Auftaktband funktioniert das hervorragend. Ich lerne die Figuren schnell kennen, ich verstehe die emotionale Grundspannung und spüre am Ende sehr klar, warum es noch einen zweiten Teil braucht. Das ist für einen Serienstart beinahe die beste Mischung.</p>
<p>Eine kleine Schwäche sehe ich trotzdem. Einige emotionale Übergänge sind sehr effektiv gebaut und dadurch fast schon zu sauber, bevor der Band in seine große emotionale Zuspitzung geht. Nicht weil ich Distanz gesucht hätte. Eher weil die Figuren so gut sind, dass ich ihnen weitere, sperrige Zwischentöne zugetraut hätte. Das ist kein echter Makel, wahrlich nicht. Es ist eher der Punkt, an dem ich merke, wie hoch der Comic sein eigenes Niveau hängt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2087" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 07 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_05_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Arno Monin erzählt mit Blicken</h2>
<p>Zeichnerisch ist das Album für mich der eigentliche Trumpf. Monin kann Gesichter leben lassen. Gabriel lebt nicht von großen Monologen, sondern von Augenbrauen, Schulterhaltung, Mundwinkeln und dieser etwas steifen Körperlichkeit eines Mannes, der Gefühle lieber in einen hinteren Winkel seines Wesens verstaut.</p>
<p>QINAYA wiederum ist nie bloß süß gezeichnet. Sie wirkt klein, wach, neugierig, manchmal offen, manchmal verschlossen. Gerade darin liegt die zeichnerische Leistung. Monin behandelt Kinder nicht mit cartoonesker Verniedlichung, sondern als eigenständige Präsenz im Raum. Dies verändert den ganzen Band.</p>
<p>Dazu kommt ein sehr gutes Gespür für Rhythmus. Die Seiten wechseln zwischen ruhig gesetzten Alltagsszenen und kleinen Montagen, in denen Zeit vergeht, ohne dass viel erklärt werden muss. Ich sehe Wohnzimmer, Garten, Küche, Wege durchs Haus, kurze Begegnungen draußen. Nichts davon ist spektakulär, aber alles ist erzählerisch sauber. Räume werden nicht dekoriert, sondern bewohnt. Dadurch entsteht eine Vertrautheit, die wichtig ist. Denn QINAYA muss sich in dieser Welt ebenso erst einfinden, wie ich als Leser.</p>
<p>Besonders stark ist Monin, wenn er Text zurücknimmt und Gesichter oder Abläufe sprechen lässt. Da wird der Comic leise und zugleich sehr präzise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2088" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 06von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_06_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<p>Arno Monin gehört zu den Zeichnern, die starke Gefühle nicht mit Lautstärke verwechseln. Nach einem literarischen Abitur und einem Jahr Kunstgeschichte wechselte er an eine Schule für angewandte Kunst mit Schwerpunkt Zeichnung, Animation und Comic. Bei Grand Angle machte er früh mit L’ENVOLÉE SAUVAGE und L’ENFANT MAUDIT auf sich aufmerksam. Später folgten unter anderem MERCI, MONSIEUR JULES und eben diese verschiedenen Zyklen von L’ADOPTION.</p>
<p>Sein Markenzeichen ist ein weicher, empathischer Strich, der ernste Stoffe zugänglich macht, ohne sie zu verharmlosen. Gerade in Familiengeschichten ist das eine seltene Stärke.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2089" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 05 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_07_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Warmes Licht, kalte Blautöne</h2>
<p>Auch die Farbe trägt viel. Monin koloriert selbst und das merke ich positiv. Die warmen Innenräume geben der Geschichte zunächst etwas Geborgenes, das fast trügerisch wirken kann. Dem stehen kühlere, blaue Töne gegenüber, sobald Einsamkeit, Nacht oder innere Distanz ins Bild rücken.</p>
<p>Diese Farbdramaturgie ist nicht aufdringlich. Sie arbeitet eher unter der Oberfläche. Gerade deshalb funktioniert sie. Ich habe selten das Gefühl, hier wolle mich jemand mit Bedeutung anstrahlen. Stattdessen ziehen die Farben die Stimmung ganz sanft enger oder weiter. Für einen Comic, der so stark auf Nähe und Unsicherheit baut, ist das genau richtig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2090" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000.jpeg" alt="Innenseite 04 von DIE ADOPTION 1" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000.jpeg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000-300x421.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_08_713_1000-600x842.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h2>Fazit</h2>
<p>DIE ADOPTION 1: QINAYA ist für mich ein starkes, klug gebautes Familienalbum. Nicht weil es mich bloß rührt, sondern weil es sehr genau weiß, wie Nähe entsteht, wie unerquicklich Menschen dabei sein können und wie viel in einem Blick zwischen einem Kind und einem alten Mann stecken kann.</p>
<p>Zidrou schreibt warm und mit sicherem Gespür für Reibung. Arno Monin hebt das Ganze mit seiner leisen, menschlichen Bildsprache noch einmal an. Ein Auftakt, der mir nicht einfach gefallen hat. Er ist mir nahe gegangen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_2094" aria-describedby="caption-attachment-2094" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2094" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000-300x416.jpeg" alt="Cover von DIE ADOPTION 1" width="300" height="416" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000-300x416.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000-600x832.jpeg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DIE-ADOPTION_01_COVER_721_1000.jpeg 721w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-2094" class="wp-caption-text">Die Adoption1 &#8211; QINAYA</figcaption></figure>
<ul id="infobox">
<li>DIE ADOPTION 1: QINAYA</li>
<li>Zidrou und Arno Monin</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-95839-529-9</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★★</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/die-adoption-bd-1-qinaya.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul>
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<p style="text-align: left;"> </p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/die-adoption-qinaya-vom-erdbeben-ins-herz/">DIE ADOPTION: QINAYA – Vom Erdbeben direkt ins Herz</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Rat an alle Gauner &#8211; LEAVE THEM ALONE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 05:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Regnault]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Seiter]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich lese Western gern, aber nicht dauernd. Ich brauche keine zehn Colts pro Seite, keinen Staub als Selbstzweck und keine Männer in Staubmänteln, die mit zusammengekniffenen Augen so tun, als hätten SIE den Westen erfunden. Umso mehr freut es mich, wenn ein Western nicht zuerst mit Posen derber Männlichkeit daherkommt, sondern mit Menschen. Menschen mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lese Western gern, aber nicht dauernd. Ich brauche keine zehn Colts pro Seite, keinen Staub als Selbstzweck und keine Männer in Staubmänteln, die mit zusammengekniffenen Augen so tun, als hätten SIE den Westen erfunden. Umso mehr freut es mich, wenn ein Western nicht zuerst mit Posen derber Männlichkeit daherkommt, sondern mit Menschen. Menschen mit müden Händen, mit Angst im Nacken und mit Frauen, die längst verstanden haben, dass sie in dieser Welt keine Zeit für große Worte haben.</p>
<p><span id="more-3999"></span></p>
<p>Genau hier packt mich LEAVE THEM ALONE. Roger Seiter (Szenario) und Chris Regnault (Zeichnungen) erzählen von einer Poststation in Arizona im Jahr 1874. Das klingt erst einmal nach klassischem Western-Setting. Eine abgelegene Relais-Station, Gold, Banditen und ein geheimnisvoller Reiter. Sowie eine Frau auf der Flucht. Doch dieser Band wird dort interessant, wo er stehen bleibt und den Figuren ins wettergegerbte Gesicht schaut.</p>
<p>Nicht der Revolver ist hier die Hauptfigur. Es sind Marian Potter, Elfie, Mattie, Mad Wolf und Lew. Menschen, die nicht auf einen großen Auftritt warten, sondern auf den nächsten Tag. Und dieser nächste Tag kann an einem Ort wie diesem schnell tödlich werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4001" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710.jpg" alt="Innenseite 05 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Marian hält den Laden zusammen</h3>
<p>Dead Indian Peak ist wahrlich kein Sehnsuchtsort. Es ist eine Station, ein Halt in einer weiten, rauen Landschaft. Marian Potter führt dieses Relais mit einer ernsthaften Ruhe. Sie wirkt nicht hart, weil der Comic ihr Härte anschreibt. Sie wirkt hart, weil sie längst genug gesehen hat. Bei ihr lebt Elfie, ihre Enkelin, die gerade achtzehn geworden ist. Zur Besatzung gehört auch Mad Wolf, ein Navajo, der an dieser Station nicht als exotischer Schmuck herumsteht. Er ist Teil dieses kleinen Alltags. Er hilft, beobachtet, schützt und trägt eigene Wunden mit sich.</p>
<p>Ich mochte diesen Anfang sehr. Roger Seiter kann einfühlsame Geschichten erzählen und erklärt nicht alles tot. Er lässt Marian den Ort bewohnen. Ich sehe, wie sie arbeitet, wie sie auf Menschen reagiert, wie sie Elfie im Blick behält. Diese Frau trägt Fürsorge in sich, aber keine Weichheit, die ihr gefährlich werden könnte. Sie ist keine Westernmutter aus dem Bilderbuch. Sie kann freundlich sein, aber auch misstrauisch. Beides gehört zusammen.</p>
<h3>Elfie ist der Gegenpol</h3>
<p>Elfie bringt eine andere Energie in den Band. Sie ist jung, wach und viel zu vertraut mit Gefahr. Bei ihr spüre ich diesen Trotz, der auch der Isolation in dieser Umgebung geschuldet ist und erst einmal nach Mut aussieht, darunter aber vielleicht doch auch Angst versteckt.</p>
<p>Der Comic macht aus ihr keine kleine Rebellin für den schnellen Effekt. Elfie möchte mehr können, als ihr zugetraut wird. Sie möchte helfen, schießen, jagen &#8211; und ja, sie möchte bestehen. Gerade neben Marian bekommt das Gewicht. Hier steht nicht Jugend gegen Alter. Hier stehen zwei Frauen nebeneinander, die einander lieben und sich trotzdem reiben.</p>
<p>Dann kommen die Störungen. Eine verzweifelte Frau nähert sich der Station. Ein Reiter taucht auf. Eine Bande von Halsabschneidern rückt näher. Und irgendwo im Hintergrund zieht eine Kiste Gold ihre giftige Spur durch diese Geschichte. Aus einem kargen, fast friedlichen Ort wird ein Raum, in dem jede Ankunft etwas verändern kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4002" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710.jpg" alt="Innenseite 06 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Mattie bringt die Angst mit</h3>
<p>Mattie ist die Figur, die den Band endgültig aus der Ruhe bringt. Sie kommt nicht als schöne Fremde, die das Abenteuer anstößt. Sie kommt als Frau, die fliehen muss. Ihre Vergangenheit klebt an ihr. Flagstaff, der Saloon, die Männer, die ihren Körper und ihre Angst für selbstverständlich halten. All das reist mit ihr. Der Band lässt keinen Zweifel daran, wie grausam diese Welt vor allem für Frauen sein kann. Er suhlt sich aber nicht darin. Das ist ein wichtiger Unterschied.</p>
<p>Lew, der geheimnisvolle Reiter, begegnet Mattie zunächst wie eine Figur aus einem alten Westernfilm. Schweigsam, dunkel, gefährlich. Ja, diese Sorte Mann kenne ich aus dem Genre. Normalerweise werde ich da schnell skeptisch. Hier funktioniert Lew besser, weil er nicht alles an sich zieht. Er bleibt wichtig, aber er verdrängt Mattie nicht. Seine Gegenwart öffnet eher weitere Fragen. Wer ist er? Weshalb hilft er? Was verbindet ihn mit der Gewalt, die schon unterwegs ist?</p>
<h3>Die Gauner</h3>
<p>Burt Bell und seine Männer bilden den Gegenpol. Sie sind keine komplizierten Seelen, die ich lange verstehen müsste. Sie sind eine Bedrohung, die Körper hat, Stimmen, Waffen und Lust an Macht. Das ist weder feinsinnig, noch subtil. Doch für diese Geschichte reicht es oft, weil der Blick nicht dauerhaft bei ihnen bleibt. Er bleibt bei denen, die überleben müssen.</p>
<p>In der zweiten Hälfte zieht der Comic die Figuren enger zusammen. Marian, Elfie und Mattie werden nicht automatisch zu einer Gemeinschaft. Dafür ist zu viel Misstrauen im Raum. Aber sie stehen plötzlich auf derselben Seite einer Tür. Draußen lauern Männer, die nehmen wollen. Drinnen sitzen Frauen, die einander kaum kennen und doch begreifen, dass sie ohne die Anderen keine Chance haben. Genau daraus zieht der Band seine Spannung. Nicht aus der Frage, wer am besten schießt. Sondern aus der Frage, wer in der Panik nicht zuerst nur an sich denkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4003" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710.jpg" alt="Innenseite 07 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Arizona ohne Sonntagskleidung</h3>
<p>Der historische Hintergrund ist hier kein Zierrat. Er erklärt, weshalb diese Figuren so allein wirken. Arizona war 1874 noch Territorium der Vereinigten Staaten. Der entsprechende Act wurde 1863 unter Abraham Lincoln unterzeichnet, Bundesstaat wurde Arizona erst 1912. Zwischen diesen Daten liegt eine lange Zeit, in der Verwaltung, Recht und tatsächliche Sicherheit nicht dasselbe waren. Damit spielt die Geschichte etwa in der gleichen Zeit wie <a title="Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE" href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/" target="_blank" rel="noopener">BIS ZUM BITTEREN ENDE</a>, aber in einer anderen Gegend und unter anderen Rahmenbedingungen.</p>
<p>Für einen Western ist das Gold im Gepäck natürlich ein vertrauter Köder. Trotzdem hat es einen realen Kern. Wells Fargo ließ 1885 einen Bericht über Überfälle auf Geldtransporte erstellen. Darin wurden 347 Überfälle und versuchte Überfälle auf Schatzsendungen zwischen 1870 und 1884 erfasst, die per Postkutsche und Zug unterwegs waren. Wer also beim Lesen denkt, das sei doch alles ein bisschen viel mit Räubern, Kisten und überforderten Autoritäten, liegt nur halb richtig. Diese Welt war nicht nur Mythos. Sie war auch Logistik, Risiko und sehr viel Geld auf sehr unsicheren Wegen.</p>
<p>Mad Wolf gibt dem Band noch eine andere Schicht. Die Navajo konnten nach dem Vertrag von 1868 in Teile ihrer Heimat zurückkehren. Der Vertrag steht bis heute für Überleben, Rückkehr und Selbstbehauptung nach Vertreibung. Deshalb lese ich Mad Wolf nicht einfach nur als hilfreichen Mann am Rand, der er natürlich auch ist. Seine stille Gegenwart verschiebt den Boden unter dem Western. Dieser Westen gehört nicht nur denen, die mit Pferden, Banken und Gewehren kommen. Er ist auch ein verletzter Ort. Der Comic erzählt das nicht breit aus. Doch Regnault zeichnet Mad Wolf mit genügend Würde und Ruhe, dass dieser Gedanke mitschwingt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4004" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710.jpg" alt="Innenseite 08 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Drei Frauen, keine Heiligen</h3>
<p>Was LEAVE THEM ALONE besonders macht, ist für mich weniger die Handlung als die Art, wie diese Handlung an den Figuren zieht. Marian, Elfie und Mattie könnten leicht zu klaren Rollen werden: die Alte, die Junge, die Gefallene.</p>
<p>Zum Glück bleibt der Comic nicht dabei stehen. Marian ist nicht nur weise. Sie ist auch streng, müde, gelegentlich ungerecht aus Sorge. Elfie ist nicht nur mutig. Sie ist ungeduldig und will zu schnell beweisen, dass sie dazugehört. Mattie ist nicht nur Opfer. Sie hat Angst, ja. Aber sie hat auch Witz, Willen und einen sehr genauen Blick für die Abgründe der Männerwelt.</p>
<p>Ich glaube, deshalb hat mich der Band stärker erwischt, als ich erwartet hatte. Ich musste nicht plötzlich großer Westernfan werden, nur diesen Frauen glauben. Und das tue ich. Der Comic gibt ihnen keine modernen Reden in den Mund. Er lässt sie handeln. Sie kochen, fluchen, zielen, pflegen, lügen vielleicht auch einmal aus Schutz. Sie müssen Entscheidungen treffen, die kein Mensch gern treffen möchte.</p>
<p>Die Schwäche liegt dort, wo der Band die Gegenseite etwas zu glatt bösartig zeichnet. Burt Bell und seine Leute sind wirksame Gefahr, aber selten mehr als Gefahr. Ich hätte gern einen Moment gehabt, in dem diese Männer durch Nähe interessanter würden. So bleiben sie vor allem Druck von außen. Allerdings passt das zur inneren Architektur des Comics. Diese Geschichte gehört nicht den Tätern, sondern den Bedrohten.</p>
<p>Sehr schön ist, dass Seiter den Zusammenhalt nicht romantisiert. Diese Figuren vertrauen einander nicht, weil das für eine gute Moral hübsch wäre. Sie vertrauen einander stückweise, weil jede andere Möglichkeit noch gefährlicher wäre. Das gibt dem Band eine bodenständige Wärme. Nicht die große Rede rettet hier Menschen, eher ein rechtzeitiger Blick, eine geladene Winchester oder eine Hand, die nicht loslässt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4005" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710.jpg" alt="Innenseite 09 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Chris Regnault sieht Menschen vor Landschaft &#8230;</h3>
<p>Chris Regnault zeichnet den Westen groß, aber nicht leer. Das ist mir wichtig. Viele Westernbilder verlieben sich so sehr in Weite, Berge und Sonnenuntergänge, dass die Figuren darin wie kleine Spielfiguren wirken. Regnault kann die Weite zeigen. Er kann Staub, Felsen, Kutschen, Pferde und Holzbauten überzeugend auf die Seite setzen. Doch sein eigentlicher Zugriff liegt in den Gesichtern.</p>
<p>Marian sieht bei ihm nicht einfach alt aus. Sie wirkt vom Leben benutzt. Falten, Augen, Haltung, alles erzählt von viel Arbeit. Elfie bekommt einen wachen, unruhigen Körper. Sie steht selten nur dekorativ herum. Ihr Blick springt, ihre Bewegungen haben etwas Vorwärtsdrängendes. Mattie wiederum trägt eine andere Art Erschöpfung in den Bildern. Bei ihr liegt der Schmerz nicht nur in dramatischen Momenten. Er sitzt in Schultern, Blicken, kleinen Pausen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4006" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710.jpg" alt="Innenseite 10 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>&#8230; und Landschaft mit Menschen</h3>
<p>Mad Wolf profitiert besonders von Regnault&#8217;s Zurückhaltung. Er wird nicht mit großer Zeichenfanfare eingeführt. Regnault lässt ihn stehen, schauen, reagieren. Dadurch bekommt diese Figur eine Präsenz, die stärker ist als jede Erklärung. Lew dagegen ist bewusst näher am Mythos gebaut. Hut, Schatten, kontrollierte Bewegung. Aber auch ihn erdet Regnault durch Momente, in denen seine Pose Risse zeigt.</p>
<p>Die Seiten sind klar gesetzt. Ich hatte nie das Gefühl, mich durch Action kämpfen zu müssen. Das Auge findet den Weg. Nahaufnahmen bremsen das Tempo, weite Panels lassen die Gefahr heranrollen. Regnault&#8217;s Farben bleiben warm, trocken, oft staubig. Gelb, Braun, Rot und ausgeblichene Himmel legen sich über die Seiten wie Hitze. Wenn Blut ins Bild kommt, wirkt es nicht elegant. Es stört. Genau so soll es sein.</p>
<p>Besonders gelungen finde ich den Wechsel zwischen Alltag und Angriff. Die Station wirkt erst wie ein normaler Ort. Später wird sie zu einem Körper, der verteidigt werden muss. Türen, Fenster, Ecken, Sichtachsen. Regnault macht daraus keine technische Fingerübung. Er macht daraus Angst, die ich räumlich verstehe, da aus jedem Winkel Gefahr drohen kann. Das ist starkes Erzählen mit Bildern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4007" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710.jpg" alt="Innenseite 11 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Zwei Steckbriefe</h3>
<p>Roger Seiter wurde 1955 in Straßburg geboren und ist von Hause aus Historiker. Bevor er sich als Szenarist einen Namen machte, arbeitete er als Conseiller principal d’éducation, also im französischen Schuldienst. Seine Comiclaufbahn begann 1989 mit APRÈS UN SI LONG HIVER, gezeichnet von Johannes Roussel. Seitdem hat Seiter ein erstaunlich breites Werk aufgebaut, mit historischen Stoffen, Abenteuercomics, Krimis, Literaturadaptionen und Serienarbeiten. Zu seinen bekannteren Arbeiten gehören FOG, H.M.S., SPECIAL BRANCH sowie mehrere Alben aus den klassischen Reihen LEFRANC und ALIX.</p>
<p>Auffällig ist dabei sein verlässliches Gespür für historische Schauplätze und sauber gebaute Spannungsstoffe. Seiter schreibt selten laut, eher handwerklich präzise. Er interessiert sich für Figuren, die in Drucksituationen geraten, für moralische Grauzonen und für Geschichte als lebendige Bühne. Inzwischen steht er hinter mehr als 120 Comic-Alben, die bei zahlreichen Verlagen erschienen sind.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4008" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710.jpg" alt="Innenseite 12 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<p>Chris Regnault &#8211; auch Christophe Regnault &#8211; wurde 1982 in Frankreich geboren und arbeitet als Zeichner, Kolorist, Autor und Storyboarder. Nach einer klassischen Zeichenausbildung in Lyon illustrierte er unter anderem für Rollenspiele, pädagogische Comicprojekte und Magazine aus dem Videospielbereich. Zu seinen Arbeiten zählen HISTORISCHE PERSÖNLICHKEITEN: <a href="https://www.splitter-verlag.de/churchill-graphic-novel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">CHURCHILL</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/elisabeth-I-historische-persoenlichkeiten.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ELISABETH I</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/stalin-graphic-novel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">STALIN</a> sowie die Comicadaption von <a href="https://www.splitter-verlag.de/h-g-wells-der-unsichtbare-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">H.G. WELLS &#8211; DER UNSICHTBARE</a>.</p>
<p>Regnault arbeitete außerdem an Storyboards zu historischen Comicprojekten und zeichnete zahlreiche Cover. Mit <a href="https://www.splitter-verlag.de/wahre-geschichte-des-wilden-westens-jesse-james.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">JESSE JAMES</a> war er bereits deutlich im Western zuhause. Für LEAVE THEM ALONE bringt er diese Erfahrung sichtbar ein. Sein Blick für historische Schauplätze verbindet sich mit einem sehr lesbaren, körpernahen Stil, der Figuren nicht nur zeigt, sondern spielen lässt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4009" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710.jpg" alt="Innenseite 13 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>LEAVE THEM ALONE ist ein harter Western, der mich mit seinem Cover angezogen und mit seinem Inhalt überzeugt hat. Er hat mich über Marian, Elfie und Mattie bekommen. Über drei Frauen, die nicht auf Rettung warten können, über Mad Wolf, der viel sagt, auch wenn er dazu wenig Worte braucht und über Lew, der aus einem bekannten Typus kommt und trotzdem genug im Schatten behält. Und über eine Poststation, die erst Zuflucht ist und dann zur letzten Linie wird.</p>
<p>Mit LEAVE THEM ALONE sind vor allem die Frauen des Albums gemeint. Der Western spielt in einem gesetzlosen amerikanischen Westen, in dem Reisende, Migranten und besonders Frauen leichte Beute für Banditen, Plünderer und Gewaltmenschen sind. Der Titel ist also weniger eine höfliche Bitte als eine Warnung. So etwas wie: &#8222;Lasst diese Frauen in Ruhe – oder tragt die Folgen.&#8220; Darin steckt der klassische Western-Satz vor dem Showdown. Nur wird er hier verschoben: Nicht der große männliche Retter steht im Zentrum, sondern die Frage, was Frauen in einer Welt tun müssen, in der Recht, Schutz und Anstand gerade nicht verlässlich vorhanden sind.</p>
<p>Der Band ist hart in dem, was und wie er es erzählt. Gelegentlich ist er auch grob in der Zeichnung seiner Schurken. Doch sein Herz schlägt an der richtigen Stelle. Roger Seiter erzählt sauber und mit Gefühl für Druck. Chris Regnault gibt den Figuren Gewicht, Blick und Staub auf der Haut. Für mich ist das ein Western für Leserinnen und Leser, die nicht zwingend Western suchen, sondern gute Figuren in einer schlechten Welt. Genau davon hat dieser Comic erfreulich viel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4000" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-300x423.jpg" alt="Cover von LEAVE THEM ALONE" width="300" height="423" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-600x845.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710.jpg 710w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul id="infobox">
<li>LEAVE THEM ALONE</li>
<li>Roger Seiter und Chris Regnault</li>
<li>Hardcover | 160 Seiten | Farbe | Bookformat</li>
<li>ISBN 978-3-96792-139-7</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/leave-them-alone.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/">Ein Rat an alle Gauner – LEAVE THEM ALONE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>ABSOLUTE GREEN ARROW &#8211; Neuzugang im Absolute-Universum</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 05:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
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		<category><![CDATA[Marcelo Maiolo]]></category>
		<category><![CDATA[Pornsak Pichetshote]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein grüner Pfeil steckt in einer Leiche und plötzlich ist nichts mehr gemütlich an diesem alten Zeichen. Kein launiger Robin-Hood-Verschnitt, kein moralisch erhobener Zeigefinger, kein Superheld, der aus sicherer Entfernung die Welt verbessert. ABSOLUTE GREEN ARROW beginnt wie ein Fall, der Vielen schlaflose Nächte bereiten wird. Die Super-Reichen schlafen schlecht, die Polizei sortiert Spuren und [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/">ABSOLUTE GREEN ARROW – Neuzugang im Absolute-Universum</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein grüner Pfeil steckt in einer Leiche und plötzlich ist nichts mehr gemütlich an diesem alten Zeichen. Kein launiger Robin-Hood-Verschnitt, kein moralisch erhobener Zeigefinger, kein Superheld, der aus sicherer Entfernung die Welt verbessert.</p>
<p><span id="more-4031"></span></p>
<p>ABSOLUTE GREEN ARROW beginnt wie ein Fall, der Vielen schlaflose Nächte bereiten wird. Die Super-Reichen schlafen schlecht, die Polizei sortiert Spuren und Dinah Lance steht als zentrale Figur mittendrin. Sie weiß, dass ein Mord ein Mord bleibt. Sie weiß aber auch, dass manche Opfer sehr viele Schatten werfen.</p>
<p>Genau darin liegt der Reiz dieses Auftakts. Pornsak Pichetshote (Szenario), Rafael Albuquerque (Zeichnungen) und Marcelo Maiolo (fabren) machen aus Green Arrow (k)einen Horror-Comic. Auch, wenn es sich für die Opfer dieses Serienkillers so anfühlen mag und die Community es so sieht. Für mich bauen sie einen harten Thriller mit deutlichen Krimi-Anleihen. Die Frage lautet nicht nur: Wer tötet hier? Sie lautet auch: Warum gerade jetzt? Warum gerade diese Opfer? Und was hat Oliver Queen mit all dem noch zu tun?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4025" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 01 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-01-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein neues Universum mit alten Wunden</h3>
<p>Die <a href="https://www.thalia.de/reihe/absolute-universe-A1076322223?seite=1" target="_blank" rel="nofollow noopener">ABSOLUTE-Reihe</a> von DC ist als eigenständiger Neustart angelegt und gehört inzwischen zum Besten, was der US-Comic-Markt zu bieten hat. Vertraute Figuren werden aus ihren bekannten Erzählstrukturen herausgelöst. BATMAN, SUPERMAN und WONDER WOMAN tragen noch immer ihren jeweiligen Kern in sich. Doch die Welt um sie herum ist schroffer. Sie schenkt ihnen weniger und sie zwingt sie schneller zu Entscheidungen, die weh tun.</p>
<p>Für GREEN ARROW passt dieser Ansatz erstaunlich gut. Oliver Queen war nie nur ein Bogenschütze mit einer Maske. Die Figur lebte immer auch von ihrer sozialen Reibung und eindeutigen Moralvorstellung. Er war der Held, der bei den großen Fragen nicht höflich anklopfte.</p>
<p>Reichtum, Ungleichheit, Korruption, Machtmissbrauch waren immer schon seine Themen. All das gehörte seit Jahrzehnten zum Design dieser Figur. Gerade deshalb ist es reizvoll, dass ABSOLUTE GREEN ARROW nicht bei der Abenteuermaschine ansetzt, sondern mit einer Erschütterung: Oliver Queen ist tot! Sein Zeichen lebt jedoch weiter, aber es hat seine Unschuld verloren.</p>
<p>Der Untertitel THE LONGBOW KILLER weckt natürlich Erinnerungen an <a href="https://www.medimops.de/mike-grell-green-arrow-the-longbow-hunters-green-arrow-graphic-novels-taschenbuch-M00930289382.html?variant=UsedGood" target="_blank" rel="nofollow noopener">THE LONGBOW HUNTERS</a>, jene Green-Arrow-Geschichte, die die Figur Ende der 1980er Jahre rauer und erwachsener machte. Dieser neue Auftakt kopiert das nicht. Er nimmt eher die Idee auf, dass ein Bogen auch in die dunkleren Ecken des Genres führen kann. Diesmal geht es jedoch weniger um romantische Gesetzlosigkeit. Es geht um Tatmuster, Spuren, um Verdächtigungen und um eine Heldin, die lernen muss, einem Symbol nicht mehr zu trauen.</p>
<p>Auch das Kreativteam macht Sinn. Pichetshote denkt in moralischen Spannungen. Albuquerque zeichnet Körper, Räume und Gewalt mit einer Direktheit, die selten glatt wirkt. Maiolo legt darüber Farben, die nicht schmücken, sondern Druck erzeugen. So entsteht ein Comic, der sich wie eine Ermittlungsakte liest, in der jemand immer wieder mit rotem Stift etwas markiert hat.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4026" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 02 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-02-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Dinah Lance und die Sache mit dem Vertrauen</h3>
<p>Die Handlung von ABSOLUTE GREEN ARROW &#8211; THE LONGBOW KILLER setzt an einem Punkt ein, an dem die klassische Heldenordnung bereits zerbrochen ist. Oliver Queen ist ermordet worden. Sein Tod steht dabei jedoch nicht nur als ferne Vorgeschichte im Raum, sondern als offene Wunde.</p>
<p>Dinah Lance, in dieser Version ehemalige Polizistin und MMA-Kämpferin BLACK CANARY, arbeitet als Personenschützerin. Sie ist erfahren, kampferprobt und innerlich deutlich weniger stabil, als sie nach außen wirken möchte. Genau diese Spannung trägt das Heft.</p>
<p>Der neue Fall zieht sie in einen Kreis aus reichen, einflussreichen &#8211; und sehr nervösen &#8211; Menschen. Ein maskierter Täter jagt Milliardäre. Seine Opfer sind keine gewöhnlichen Zufallsziele. Sie gehören zu einer Schicht, die sich Schutz kaufen kann, Nähe zur offiziellen Macht pflegt und Probleme verschwinden lässt. Der Serienkiller hinterlässt grüne Pfeile. Damit wird aus Olivers altem Zeichen ein Beweisstück. Dies trifft Dinah doppelt. Sie muss einen Mörder aufhalten. Zugleich muss sie verstehen, warum ausgerechnet dieses Symbol plötzlich für Hinrichtungen steht.</p>
<p>Pichetshote erzählt das angenehm konzentriert. Die Geschichte kippt nicht in eine ausufernde Ursprungserzählung. Ich bekomme genug über Oliver, um seinen Schatten zu spüren. Ich bekomme aber nicht so viel, dass er Dinah ihre Bühne nimmt. Das ist klug konzipiert. Denn Dinah ist hier keine Nebenfigur, die dem toten Helden hinterherläuft. Sie ist der Blick, die Haltung und das Gewissen des Comics.</p>
<p>Albuquerque unterstützt diese Anlage mit klarer, ruppiger Bildführung. Die Actionszenen haben Tempo, aber sie protzen nicht. Ein Angriff kommt schnell, ein Körper fällt schwer, ein Blick bleibt einen Moment zu lang hängen. Das ist Thriller-Handwerk. Der Seitenrhythmus arbeitet mit Druck und Unterbrechung. Mal zieht die Erzählung an, dann bremst ein stilles Panel die Bewegung ab. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass Dinah nicht nur Beweise sammelt. Sie sortiert auch ihre eigenen Erinnerungen neu.</p>
<p>Der Bogenschütze bleibt zunächst mehr Funktion als Figur. Das ist für ein erstes Heft in Ordnung. Seine Maske, seine Präzision und seine Zielauswahl reichen, um Bedrohung aufzubauen. Wichtiger ist der Verdacht, den er sät. Wenn ein Symbol plötzlich an Tatorten auftaucht, wird jeder frühere Verbündete, jede alte Verbindung und jede offene Rechnung erst einmal verdächtig. Roy Harper und Mia Dearden schwingen als mögliche Spuren mit. Doch der Comic tut gut daran, nicht sofort alle seine Karten aufzudecken. Er will, dass ich weiterblättere. Und das tue ich gerne!</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4027" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 03 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-03-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Auftakt, der den Bogen spannt</h3>
<p>Als Nummer 1 funktioniert ABSOLUTE GREEN ARROW sehr gut. Das Heft erklärt seinen Schauplatz knapp, setzt Dinah stark ins Zentrum und liefert ein klares Versprechen.</p>
<p>Hier wird nicht einfach eine bekannte Figur modernisiert. Hier wird ein Vermächtnis zur Gefahr. Das ist ein starkes Sujet, weil es ohne großes Vorwissen verständlich bleibt. Wer GREEN ARROW kennt, spürt die Verschiebung. Wer ihn nicht kennt, versteht trotzdem, dass dieses Zeichen einmal für etwas anderes gestanden hat.</p>
<p>Besonders überzeugend finde ich die Krimi-Struktur. Es gibt Opfer, Muster, Verdächtige, berufliche Zwänge und private Altlasten. Die Gewalt ist hart, aber sie steht im Dienst des Falls. Der Comic will nicht schocken, nur um laut zu sein. Er will zeigen, wie schnell moralische Gewissheit verrutscht, wenn die Toten selbst keine reinen Unschuldslämmer waren. Wer einen Schmetterling zertritt ist ein Mistkerl, wer eine Kakerlake zertritt &#8230; nun ja.</p>
<p>Genau hier liegt auch die größte Aufgabe für die kommenden Hefte. Die Serie darf sich nicht zu sehr auf ihre düstere Attitüde verlassen. Sie muss Dinah&#8217;s Konflikt vertiefen, den Täter schärfen und Oliver Queen&#8217;s Erbe mit echten Konsequenzen aufladen.</p>
<p>Die große Nachfrage vor der Veröffentlichung passt zu diesem starken Start. Die Erstauflage war über Vorbestellungen so schnell vergriffen, dass DC bereits eine Zweitauflage angekündigt hat. Wer lesen will, muss das also <a href="https://globalcomix.com/?modal=c%2Fabsolute-green-arrow-2026-" target="_blank" rel="nofollow noopener">erst einmal online</a> tun.</p>
<p>Für ein Auftaktheft ist das natürlich ein hübsches Ausrufezeichen. Wichtiger bleibt für mich aber, dass der Comic diese Aufmerksamkeit erzählerisch begründet. Er hat einen sauberen Haken, eine Figur, der ich folgen möchte und er hat Bilder, die nicht nach Hochglanz aussehen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4028" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 04 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-04-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Autor mit Gespür für Schuld</h3>
<p>Pornsak Pichetshote ist ein thailändisch-amerikanischer Autor, der vor seiner eigenen Arbeit als Szenarist auch redaktionell bei DC&#8217;s <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Vertigo_Comics" target="_blank" rel="nofollow noopener">Vertigo Imprint</a> tätig war. Dort bewegte er sich in einem Umfeld, das viele erwachsene, literarisch geprägte Genrestoffe hervorbrachte.</p>
<p>Als Autor wurde er besonders mit <a href="https://www.splitter-verlag.de/infidel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">INFIDEL</a> und <a href="https://www.amazon.de/stores/Pornsak-Pichetshote/author/B07BMK89JR?ref=ap_rdr&amp;shoppingPortalEnabled=true" target="_blank" rel="nofollow noopener">EXQUISITE CORPSES</a> bekannt. Seine Geschichten verbinden oft Spannung mit Fragen nach Herkunft, Macht, Schuld und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Das merkt ich auch hier. Pichetshote interessiert sich nicht nur dafür, was passiert. Ihn interessiert, welche Wunde eine Tat offenlegt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4029" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 05 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-05-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Ein Zeichner für Druck und Bewegung</h3>
<p><a href="https://www.dc.com/talent/rafael-albuquerque" target="_blank" rel="nofollow noopener">Rafael Albuquerque</a> stammt aus Brasilien und arbeitet seit vielen Jahren für den amerikanischen Comicmarkt. Bekannt wurde er unter anderem durch BLUE BEETLE, SUPERMAN / BATMAN und vor allem <a href="https://www.amazon.de/s?i=english-books&amp;rh=p_27%3ARafael%2BAlbuquerque&amp;s=relevancerank&amp;text=Rafael+Albuquerque&amp;ref=dp_byline_sr_book_3" target="_blank" rel="nofollow noopener">AMERICAN VAMPIRE</a>.</p>
<p>Seine Zeichnungen haben eine körperliche Energie, die gut zu Geschichten passt, in denen Figuren unter Druck geraten. Albuquerque kann Action klar erzählen, ohne sie glattzubügeln. Gesichter, Schatten und Bewegungen wirken bei ihm oft leicht angeraut. In ABSOLUTE GREEN ARROW &#8211; THE LONGBOW KILLER ist genau das wichtig. Die Welt sieht nicht edel aus, sondern benutzt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4030" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg" alt="Innenseite 06 von ABSOLUTE GREEN ARROW NO 1" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/INNENSEITE-06-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>ABSOLUTE GREEN ARROW liefert viele Anspielungen auf aktuelle Ereignisse, Personen und Diskussionen. Gleichzeitig ist der erste Band ein starker, harter und sehr kontrollierter Auftakt, bei dem ich verstehen kann, weshalb die Community so heiß auf diese Ausgabe war.</p>
<p>Ich mochte vor allem, dass der Comic seine Hauptfigur nicht bequem über das Symbol Green Arrow definiert, sondern über den Verlust dieses Symbols. Dinah Lance trägt die Geschichte mit Wucht, Zweifel und genug Wärme, damit die Kälte des Falls nicht alles verschluckt. Die Ausgabe ist ein Thriller mit Krimi-Puls. Genau so funktioniert sie hier am besten.</p>
<p>Die Pfeile fliegen nicht mehr als reines Helden-Signe. Sie stecken in Beweisräumen örtlicher Polizeistationen fest. Und ich will wissen, wer sie dort hin geschossen hat.</p>
<p>Der Panini Verlag hat angekündigt, die Reihe auf Deutsch zu bringen. Falls die kommenden Hefte der Reihe das Niveau halten, wird der Sammelband mit Sicherheit seinen Weg in mein Regal finden.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4024" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg" alt="Cover von ABSOLUTE GREEN ARROW" width="300" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-300x400.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-113x150.jpeg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750-600x800.jpeg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/COVERFOTO-VON-ABSOLUTE-GREEN-ARROW-01_1000X750.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>ABSOLUTE GREEN ARROW #1</li>
<li>Pornsak Pichetshote und Rafael Albuquerque</li>
<li>28 Seiten | Farbe</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ☆☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.dc.com/comics/absolute-green-arrow-2026/absolute-green-arrow-2026-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">DC Comics</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/absolute-green-arrow-neuzugang-im-absolute-universe/">ABSOLUTE GREEN ARROW – Neuzugang im Absolute-Universum</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>TEBORI &#8211; Unter der Haut beginnt die Geschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 05:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Mystery]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Cross Cult Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[José Manuel Robledo]]></category>
		<category><![CDATA[Marcial Toledano]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal wirkt ein Comic erst nur wie ein schneller Thriller, bis man merkt, dass er eigentlich ein Handwerk porträtiert. Und manchmal ist es umgekehrt. TEBORI BAND 1 erzählt von Tattoos, von Schuld und von einer Jugend, die &#8211; wie so häufig &#8211; zu früh in eine falsche Richtung abbiegt. Der Band ist im Deutschen bei [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/05/diesen-beitrag-kopieren-nur-entwurf-speichern-3/">TEBORI – Unter der Haut beginnt die Geschichte</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal wirkt ein Comic erst nur wie ein schneller Thriller, bis man merkt, dass er eigentlich ein Handwerk porträtiert. Und manchmal ist es umgekehrt. TEBORI BAND 1 erzählt von Tattoos, von Schuld und von einer Jugend, die &#8211; wie so häufig &#8211; zu früh in eine falsche Richtung abbiegt. Der Band ist im Deutschen bei Cross Cult als großformatiges Hardcover mit 72 Seiten erschienen und bringt neben der eigentlichen Geschichte auch redaktionelles Zusatzmaterial mit. Leider ist er laut Homepage inzwischen verlagsvergriffen &#8211; was mich jedoch nicht davon abhält, diesem großartigen Werk hier einen Beitrag zu widmen, weil er auf gut sortierten Comic-Börsen immer noch zu finden sein dürfte.<span id="more-3288"></span></p>
<p>Was mich an diesem Auftakt der abgeschlossenen Reihe reizt, ist der narrative Tonfall. Die Autoren, José Manuel Robledo und Marcial Toledano gehen mit mir nicht auf eine exotische Postkartenreise. Sie setzen Japan mit seinen Traditionen zwar als exotische Bühne, aber sie erzählen von sehr menschlichen Dingen. Jemand will neu anfangen und jemand anderes nutzt genau das aus. Dazwischen steht ein Ladengeschäft, das nach Tinte riecht und nach Regeln funktioniert, die älter sind als jede Ausrede dafür, etwas nicht zu tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3280" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758.jpg" alt="Innenseite 1 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-01_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Motorenlärm und Wut im Bauch</h3>
<p>Die Ausgangslage ist zunächst klassisch. Ein junger Rebell bekommt eine letzte Chance. Natürlich kippt das Ganze. Plötzlich hat jede Linie auf einem Stück Haut eine Bedeutung. Und plötzlich ist ein Tattoo nicht mehr nur Körperschmuck, sondern Beweisstück, Drohung und Mythos zugleich. Yoshi ist zu Beginn der Geschichte kein Held. Er ist ein Teenager, der sich an eine Bande klammert, weil dort Zugehörigkeit und so etwas wie Familiengefühl billig zu haben ist. Er fährt Motorrad, sucht Streit und sammelt schlechte Entscheidungen.</p>
<p>Sein persönliches Umfeld kennt ihn längst als einen Problemfall. Seine Familie sieht, dass es so nicht weitergeht. Also landet Yoshi nicht vor Gericht, sondern bei Seijun. Seijun ist ein hochangesehener Tätowierer und führt ein Studio, das auf Disziplin setzt, auf Routine und damit alles besitzt, um einen jungen Mann &#8222;auf den Pfad der Tugend&#8220; zurückzuversetzen.</p>
<p>Der Wechsel wirkt auf Yoshi brutal. Aus Lärm wird Stille, aus Übermut wird Wiederholung. Er lernt, was Hände können, wenn sie nicht zuschlagen, sondern arbeiten. Er entdeckt ein Talent in sich, das ihn selbst überrascht. Genau hier baut der Band eine seiner besten Spannungen auf. Yoshi will wieder dazugehören, diesmal jedoch wirklich. Das Handwerk bietet ihm einerseits einen eigenen Weg, andererseits bleibt in ihm etwas Unruhiges.</p>
<p>Seijun&#8217;s Laden hat zudem eine zweite Ebene, im wörtlichen Sinn. Unten läuft das, was man sich unter einem Tattoo Studio vorstellt. Oben passiert jedoch das, was niemand sehen soll. Der Comic streut diese Ahnung früh ein. Ich mag das, weil es nicht mit einem Holzhammer kommt. Ich spüre die Geheimnisse, lange bevor ich sie benennen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3281" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758.jpg" alt="Innenseite 2 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-02_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Der zweite Stock und ein Rücken voller Unheil</h3>
<p>Dann macht die Geschichte einen Sprung. Zehn Jahre sind vergangen, ohne dass der Band daraus ein großes Drama macht. Yoshi ist inzwischen in seinem Handwerk bewandert. Er beherrscht sogar die traditionelle <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tebori" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tebori</a>-Technik. Genau in diesem Moment zieht Seijun die letzte Abdeckung fort, denn seine wahren Kunden sind japanische Mafiosi: Yakuza. Und jede Tätowierung beinhaltet eine konkrete Bedeutung. Sie hängt mit den Taten ihrer Träger zusammen, Taten, die niemand laut ausspricht.</p>
<p>Der Band führt Takeshi Mitsumune als Kunden ein. Sein Rücken zeigt eine seltsame Kreatur. Dieses Motiv hängt wie ein dunkler Schatten über allem und jedem. Das Tattoo fühlt sich an wie ein Vorzeichen. Gleichzeitig bleibt es greifbar, weil es an Menschen gebunden ist, nicht nur an abstrakte Bedrohungen. Yoshi steht vor einem Dilemma, das ihm keiner abnimmt. Er kann den Auftrag verweigern und damit sein neues Leben riskieren. Oder er kann ihn annehmen und in eine Welt hinübergleiten, die nur nach außen durchgestylt wirkt, innerlich jedoch brutal ist.</p>
<p>Der Auftakt der Reihe endet nicht mit einem abgeschlossenen Fall, sondern mit einem Cliffhanger. Fragen bleiben offen, Beziehungen sind nur angedeutet. Der Band will nicht schon alles ausspielen. Er legt Fäden, die später straffgezogen werden. Wer beim Lesen gern das Gefühl hat, dass ein größerer Plan existiert, bekommt ihn hier bereits angedeutet.</p>
<h3 data-start="4303" data-end="4344">Figuren aus Fleisch, nicht aus Mythos</h3>
<p data-start="4346" data-end="4717">Am stärksten wirkt TEBORI BAND 1, wenn er seine Figuren nicht erklärt, sondern sie handeln lässt. Show don&#8217;t tell. Yoshi sucht Anerkennung. Er findet sie zuerst bei den Falschen. Danach sucht er sie bei Seijun und lernt, dass Anerkennung verdient sein will. Dieses Motiv macht ihn zugänglich. Es macht ihn auch gefährdet, denn wer sich seine Zugehörigkeit verdienen will, lässt sich leichter binden.</p>
<p data-start="4719" data-end="5061">Seijun selbst bleibt bewusst ambivalent. Er ist Mentor und Gatekeeper. Er schützt Yoshi und benutzt ihn zugleich. Der Comic zeigt das in seinen Gesten. Ein Lob kommt selten, ein Auftrag plötzlich. Ein Blick nach oben auf die zweite Ebene sagt mehr als eine Drohung. Das ist gutes Erzählen, weil es die Machtverhältnisse im Raum hält.</p>
<p data-start="5063" data-end="5334">Auch die Yakuza Figuren wirken nicht wie Karikaturen. Takeshi ist kein reiner Bösewicht. Er wirkt wie jemand, der selbst in seinem eigenen Körper eine Geschichte trägt. Genau deshalb bekommt das Tattoo-Motiv eine solche Präsenz. Das Bild auf seinem Rücken ist nicht nur schön, sondern auch eine Last.</p>
<p data-start="5336" data-end="5584">Robledo nutzt zudem den Kontrast zwischen Außenwelt und Innenwelt. Außen steht eine moderne Großstadt, innen herrscht das Ritual. Dieser Widerspruch treibt die Spannung, weil er Yoshi&#8217;s neue Identität ständig testet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3282" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758.jpg" alt="Innenseite 3 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-03_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Wenn Handwerk zur Falle wird</h3>
<p>Das stärkste Element von TEBORI BAND 1 ist für mich die Verbindung aus Arbeitsschritten und Gefahr. Der Comic zeigt das Tätowieren nicht als cooles Accessoire, sondern als Prozess aus  Konzentration, Schmerz, Nähe und Vertrauen. Und genau diese Nähe macht die Geschichte so unangenehm spannend. Wer dir seine Haut öffnet, bekommt etwas von dir. Wer dir die Haut öffnet, kann dich auch besitzen.</p>
<p>Robledo nutzt dieses Setting, um zwei Erzählrichtungen gegeneinander zu schneiden. Auf der einen Seite steht Yoshi, der sich aus Gewalt lösen will. Auf der anderen Seite steht eine Unterwelt, die Gewalt als Geschäft und Mittel zum Zweck versteht. Das Studio wird zur Schnittstelle zwischen den Welten. Dort treffen Tradition und Moderne aufeinander, dort prallen Ehre, Geld und Angst zusammen.</p>
<p>Clever finde ich auch, wie der Band mit zeitlichen Aspekten arbeitet. Der Sprung über zehn Jahre wirkt nicht wie eine Abkürzung. Er wirkt wie ein Kommentar. Ich sehe, dass Lernen Zeit braucht. Ich sehe auch, dass Vergangenheit zäh bleiben kann. Und ich merke, dass ein neues Können nicht automatisch ein neues Leben bedeutet.</p>
<p>Dazu kommt ein Ton, der gelegentlich in Richtung des Unheimlichen kippt. Das Motiv der Kreatur auf Takeshi&#8217;s Rücken öffnet eine Tür zu Mythos und Vorzeichen. Der Comic bleibt dabei in einer Schwebe. Er verspricht nicht sofort Magie als Erklärung, stattdessen nutzt er das Fantastische als die wabernde Gefahr im Hintergrund. Das passt, weil Tattoos selbst auch immer Erzählungen sind, die man glauben oder anzweifeln kann.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3283" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758.jpg" alt="Innenseite 4 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-04_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Farben wie Neon auf nasser Straße</h3>
<p>Marcial Toledano&#8217;s Zeichnungen wirken auf den ersten Blick glatt. Klare Linien, saubere Flächen, leicht mangaesk. Dann sehe ich, wie viel Arbeit in den Details steckt. Gesichter tragen Nuancen, Körperhaltungen erzählen Stimmungen. Besonders bei Tattoos zeigt Toledano viel Geduld. Die Motive sitzen nicht einfach auf der Haut. Sie wirken eingebettet, als hätten sie selbst Gewicht.</p>
<p>Die Farbgebung spielt dabei eine eigene Hauptrolle. Der Band setzt auf starke Kontraste und auf eine Palette, welche die Szenen emotional codiert. Gelb und Blau tauchen als dominante Pole auf. Das ergibt einen Look, der modern wirkt und trotzdem nicht steril bleibt. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass die Farben den Puls der Seite steuern. Sie beruhigen, sie treiben, sie warnen.</p>
<p>Spannend ist auch die Mischform der Erzählweise. Der Band liest sich dynamisch, teilweise mit einer Rhythmik, die an Manga erinnert. Gleichzeitig bleibt die Gestaltung klar im frankobelgischen Album verankert: mangaeskes Coming-of-Age trifft frankobelgische Ästhetik. Genau diese Kombination macht das Buch zugänglich für unterschiedliche Lesegewohnheiten.</p>
<p>Dass Cross Cult der deutschen Ausgabe Zusatzseiten mitgibt, passt ins Konzept. Der Band will nicht nur unterhalten. Er will auch zeigen, wie stark Recherche und Design zusammenarbeiten.</p>
<h3>Das Duo hinter dem Thriller</h3>
<p>José Manuel Robledo und Marcial Toledano arbeiten seit Jahren als Team. Beide haben an der Universidad Complutense in Madrid Bildende Kunst studiert und sich dort Anfang der 2000er kennengelernt. Von Anfang an scheint sie das gleiche Interesse zu verbinden, wie Spannung, klare Figuren oder ein Sinn für popkulturelle Dynamik. Dies wird ihr Markenzeichen: Sie bauen Spannung über Figuren und über Geheimnisse.</p>
<p>Ihr bekanntestes gemeinsames Projekt vor TEBORI BAND 1 ist <a href="https://www.europecomics.com/album/1-rock/" target="_blank" rel="nofollow noopener">KEN GAMES</a>. Die Serie startete bei Dargaud und machte sie im frankobelgischen Raum bekannt. Für KEN GAMES erhielten sie zudem eine Nominierung beim Barcelona International Comics Festival. Interessant ist, dass beide später auch an <a href="https://www.europecomics.com/album/cityzen/" target="_blank" rel="nofollow noopener">CITYZEN</a> beteiligt waren, einem Projekt, das andere Autorinnen und Autoren mit einbindet. Das zeigt eine Offenheit für kollaboratives Erzählen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3284" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758.jpg" alt="Innenseite 5 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-05_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Tebori und Tattoo Tabu</h3>
<p>Der Begriff Tebori meint traditionelles Tätowieren per Hand, ohne Maschine. Tätowierer arbeiten dabei mit einem Werkzeug, das Nadeln bündelt und die Farbe rhythmisch in die Haut sticht. Das klingt technisch, ist jedoch auch kulturell aufgeladen, weil in Japan Tätowierungen lange zwischen Kunst, Stigma und Verbot pendelten. Auch heute sind sie außerhalb gewisser Kreise nicht gerne gesehen.</p>
<p>Historisch gilt, dass die japanische Regierung im Zuge der Meiji Modernisierung dekoratives Tätowieren 1872 verbot. Das Verbot drängte die Praxis in den Untergrund. Erst 1948 wurde es unter dem Einfluss der amerikanischen Besatzung wieder aufgehoben.</p>
<p>Trotz Legalisierung blieb ein Stigma. Viele öffentliche Bäder und Onsen verweigern bis heute Menschen mit Tattoos den Zutritt. Der Grund ist weniger Gesetz als soziale Codierung. Tattoos wurden im 20. Jahrhundert stark mit organisierter Kriminalität verbunden, besonders mit der japanischen Mafia, den Yakuza.</p>
<p>Genau in dieses Spannungsfeld stößt der Comic hinein. Er nutzt die Welt der Tattoos nicht nur als Kulisse. Er macht sie zum Konfliktkern. In einer Welt, in der ein Tattoo zugleich Meisterschaft und Makel sein kann, bekommt jede Nadelbewegung eine zweite Bedeutung. Das macht den Reiz von TEBORI BAND 1 aus. Der Comic erzählt oberflächlich über Körper, aber er meint auch die Gesellschaft darunter.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3285" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758.jpg" alt="Innenseite 6 von TEBORI Band 1" width="758" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758.jpg 758w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-300x396.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-750x989.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_INNENSEITE-06_1000X758-600x792.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>TEBORI BAND 1 ist ein Auftakt, der bewusst nicht alles auspackt. Er setzt lieber auf Atmosphäre, auf Figurenentwicklung und auf eine Bedrohung, die erst langsam ihre Konturen zeigt. Wer einen abgeschlossenen Krimi erwartet, wird das offene Ende spüren. Wer dagegen Lust auf einen Thriller hat, der sein Milieu ernst nimmt und dabei visuell intensiv bleibt, bekommt hier einen sehr stimmigen Einstieg.</p>
<p>Ich mag besonders, wie organisch das Tattoo-Handwerk in die Spannung hineinwächst. Nichts wirkt wie Dekoration, alles wirkt wie Konsequenz. Und wenn am Ende offene Fragen bleiben, dann nicht, weil der Band schlampig wäre. Sondern weil er dich genau dort haben will, wo Yoshi steht. Einen Schritt vor der Tür, die man besser nicht öffnet.</p>
<p>Ein Kritikpunkt für mich ist, dass die Folgebände mit jeweils nur 48 Seiten erheblich dünner sind, als der Auftakt-Band.</p>
<p>P.S. Leider war kein deutschsprachiges Bildmaterial (mehr) zu bekommen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3279" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-300x401.jpg" alt="Cover von TEBORI Band 1" width="300" height="401" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-300x401.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749-600x801.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/TEBORI_01_COVER_1000X749.jpg 749w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>TEBORI Band 1</li>
<li>José Manuel Robledo und Marcial Toledano</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN <span class="isbn">978-3-96658-354-1</span></li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.cross-cult.de/produkte/details/tebori-1/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Cross Cult Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>MEGAMIND &#8211; Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 05:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Movie]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Schoolcraft]]></category>
		<category><![CDATA[Brent Simons]]></category>
		<category><![CDATA[Dreamworks]]></category>
		<category><![CDATA[Tom McGrath]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010. Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010.</p>
<p>Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt strahlender Held, eine schlagfertige Reporterin und eine Stadt, die täglich gerettet werden will. Alles wie gehabt. Nach wenigen Minuten kippt der Film aber in etwas Überraschendes. Ich sehe keinen bloßen Klamauk, sondern eine Geschichte über Rollen, Gewohnheiten und die seltsame Leere nach dem großen Sieg.</p>
<p>Regisseur Tom McGrath und die Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons stellen die Welt des Superheldenfilms lustvoll auf den Kopf und holen aus dem Witz eine erstaunlich warme Figur heraus.<span id="more-3683"></span></p>
<h3>Blaue Birne, goldenes Idol und eine genervte Reporterin</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3684 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png" alt="Beispielbild 4 von MEGAMIND" width="300" height="303" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-113x114.png 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-600x607.png 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND.png 712w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Im Zentrum stehen vier Figuren, die sofort sitzen. MEGAMIND ist der ewige Verlierer mit übergroßem Ego und noch größerem Bedürfnis, überhaupt gesehen zu werden.</p>
<p>Metro Man ist der perfekte Held, blütenweiß, gefeiert, fast schon als Popstar inszeniert. Dazu später mehr.</p>
<p>Roxanne Ritchi, eine Reporterin, ist wahrlich keine Deko neben der Action, sondern der wache Blick des Films. Sie ist schnell, genervt, mutig und hat für die immer gleichen Entführungen längst keine ehrfürchtige Geduld mehr.</p>
<p>Dazu kommt Minion, dieser herrlich absurde Fisch im Roboterkörper, der trotz seiner Rolle als Sidekick oft die klarste Sicht auf die Lage hat.</p>
<p>Und schon der Prolog macht deutlich, warum diese Konstellation trägt. Zwei Babys verlassen ihre sterbenden Welten (Superman lässt grüßen!), landen auf der Erde und wachsen unter völlig verschiedenen Bedingungen auf. Der eine wird gefeiert, der andere aussortiert.</p>
<p>Aus diesem schiefen Start entwickelt der Film dann seine alte, immer noch wirksame Frage: Wer wird zum Helden gemacht und wer zum Bösewicht erklärt? Ich mag es, wie flott das erzählt wird. Nichts wirkt schwer. Selbst die Herkunftsgeschichte hat Tempo, Witz und eine leicht traurige Kante.</p>
<h3>Gefangen in der Rolle</h3>
<p>Noch schöner finde ich, wie selbstverständlich der Film dann in seinen Alltag springt. MEGAMIND entführt Roxanne. Metro Man rettet sie. Die Stadt jubelt. MEGAMIND verliert. MEGAMIND baut eine Maschine. Metro Man zerstört sie. MEGAMIND verliert. Wieder und wieder.</p>
<p>Diese Schleife ist die Weltordnung von Metro City. Genau darin steckt schon der beste Einfall des Films. Nicht der Kampf zwischen Gut und Böse ist interessant, sondern seine Routine.Fühle ich mich dabei an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Road_Runner_und_Wile_E._Coyote" target="_blank" rel="nofollow noopener">Road Runner und Wile E. Coyote</a> erinnert? Natürlich. Ich spüre beim Schauen schnell, dass beide Figuren in einem Theaterstück festsitzen, das sie seit Jahren aufführen. Der Film macht daraus einen Running Gag, aber auch eine tragende Idee.</p>
<p>Als MEGAMIND seinen &#8222;Erzfeind&#8220; Metro Man endlich ausschaltet, müsste sein Triumph vollkommen sein. Stattdessen hängt plötzlich alles in der Luft. Der Superschurke bekommt, was er immer wollte und merkt sofort, dass er ohne Gegenspieler gar nicht weiß, wer er noch sein soll.</p>
<p>Diese Wendung funktioniert für mich bis heute. Sie ist witzig, traurig und erstaunlich erwachsen, ohne je die Leichtigkeit zu verlieren.</p>
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<div style="text-align: center;"><span class="embed-privacy-url"><a href="https://www.youtube.com/embed/ck3aTtd6q18?si=f8ugnUOwVI496izn">Eingebetteten Inhalt von YouTube öffnen</a></span></div>
<h3>Der Sieg schmeckt überraschend schal</h3>
<p>Von hier an wird der Film erst richtig gut. MEGAMIND erzählt nun keinen simplen Macht- sondern einen Identitätswechsel.</p>
<p>Der große Sieger sitzt in seinem Versteck &#8211; und langweilt sich! Er verwüstet die Stadt, spielt mit seinen Gadgets, zelebriert sich selbst, aber nichts füllt die innere Leere. Ich mag an diesen Szenen besonders, dass der Film seinen (Anti-)Helden wider Willen nicht weichzeichnet. MEGAMIND bleibt eitel, pathetisch und theatralisch. Gerade deshalb fühlt sich seine Orientierungslosigkeit ehrlich an.</p>
<p>Aus dieser Leere heraus entsteht dann die nächste, wunderbar dumme und zugleich aber folgerichtige Idee. Wenn kein Held mehr da ist, dann baut man sich eben einen neuen. Heureka!</p>
<p>An diesem Punkt bringt der Film Hal Stewart ins Spiel, Roxanne&#8217;s schmierigen Kameramann mit Minderwertigkeitskomplex, Fantasien eigener Größe und ohne jeglichen moralischen Kompass. Aus dem geplanten Titan wird durch ein kleines Sprachmissverständnis Tighten und in dieser falschen Schreibweise steckt schon die ganze Figur.</p>
<p>Statt sich einzuengen, zu straffen, anzuziehen (was dem englischen &#8222;to tighten&#8220; entsprechen würde) will er sich aufblasen und entwickelt dabei eine unangenehme Mischung aus Bedürftigkeit und Selbstüberschätzung. Ich finde das stark, weil der Film hier schlagartig die Temperatur ändert.</p>
<p>Aus dem neckischen Witz über Superhelden wird plötzlich eine Geschichte über gekränkte Männlichkeit, über Machtfantasien und darüber, wie schnell ein Loser gefährlich wird, sobald er echte Macht in die Hand bekommt. Das bleibt familienfreundlich erzählt, aber die Schärfe ist da. Nur &#8211; an was bzw. wen erinnert mich das gerade? Ja, richtig <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/taco-man-trump-100.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TACO-Man</a>!</p>
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<p><figure id="attachment_3685" aria-describedby="caption-attachment-3685" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3685 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg" alt="Beispielbild 3 von MEGAMIND" width="900" height="600" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-113x75.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-768x512.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3685" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Zwischen Verkleidung, Verliebtheit und Absturz</h3>
<p>Parallel dazu lässt der Film MEGAMIND unter einer Tarnidentität in Roxanne&#8217;s Nähe schlüpfen. Auch das könnte leicht schiefgehen. Tut es aber nicht, weil Roxanne nicht zur Trophäe verkommt und weil MEGAMIND&#8217;s Täuschung nie als romantisch sauber verkauft wird.</p>
<p>Ich habe diese Passagen immer als heiklen Teil des Films empfunden. Tom McGrath und das Drehbuch balancieren sie jedoch ordentlich aus. Die Annäherung hat Charme, weil MEGAMIND dort zum ersten Mal ohne Pose agiert. Er hört zu, improvisiert und stolpert aus seiner Rolle. Gleichzeitig bleibt klar, dass auf dieser Beziehung ein Betrug liegt, der nicht einfach weg zu lächeln ist.</p>
<p>Dramaturgisch zieht der Film hier sauber an. Tighten wird zur echten Bedrohung, MEGAMIND verliert seine bequeme Ironie und Roxanne erkennt, dass hinter seinen Spielereien mehr als bisher vermutet steckt &#8211; aber auch reichlich Selbsttäuschung. Aus dieser Bewegung wächst das eigentliche Thema des Films: Nicht die Herkunft entscheidet, sondern die Wahl, die jemand trifft, wenn eine alte Rolle nicht mehr passt.</p>
<p>Ich finde es sehr angenehm, dass der Film diese Idee nicht mit pädagogischem Zeigefinger verkauft. Er kleidet sie in Action, Slapstick, peinliche Flirts und großes Superheldenkino. Genau deshalb kommt sie bei mir an. Der Humor trägt die Geschichte, statt sie klein zu halten. Wenn Minion trocken kommentiert, wenn MEGAMIND wieder einen Auftritt zu groß plant oder wenn Tighten seine neue Macht mit pubertärer Wucht missbraucht, dann lacht der Film &#8211; aber nie über seine Figuren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3686" aria-describedby="caption-attachment-3686" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3686 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg" alt="Beispielbild 2 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3686" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Popshow mit Herz</h3>
<p>Gerade darin liegt die Stärke von MEGAMIND. Der Film versteht Superhelden nicht als heilige Ikonen, sondern als öffentliche Rollen mit Kostüm, Gestus und Show-Wert. McGrath hat diese Gegensätze selbst <a href="https://www.denofgeek.com/movies/tom-mcgrath-interview-on-megamind-animation-3d-brad-pitts-singing-and-superheroes/" target="_blank" rel="nofollow noopener">sehr plastisch beschrieben</a>, indem er den Bösewicht und den Helden eher wie Bühnenfiguren dachte, grob in Richtung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Cooper" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alice Cooper</a> auf der einen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley" target="_blank" rel="nofollow noopener">Elvis Presley</a> auf der anderen Seite. Das spürt ich in beinah jeder Szene. Metro Man ist glänzende Performance mit &#8222;Hüftschwung&#8220;, MEGAMIND ist dunkle Pose in Latex-Leder mit Spitze und Nebelmaschine im Kopf. Diese überzeichnete &#8222;Showhaftigkeit&#8220; macht den Film präzise. Sie passt zu einer Welt, in der Gut und Böse längst Teil eines öffentlichen Spektakels geworden sind.</p>
<p>Dazu kommt ein hübscher Blick hinter die Entstehung. Schoolcraft und Simons hatten den Stoff ursprünglich als Live Action Projekt mit dem Arbeitstitel MASTERMIND entwickelt, bevor daraus Jahre später der Animationsfilm wurde. Vielleicht erklärt genau das, warum die Figuren hier trotz ihrer cartoonesken Art oft als echte Comedy-Rollen funktionieren.</p>
<h3>Tempo, Licht und wüste Einfälle</h3>
<p>Visuell hat der Film ebenfalls mehr zu bieten, als ich ihm beim ersten Sehen des Trailers zugetraut hätte. Die Designs arbeiten mit klaren Gegensätzen. MEGAMIND&#8217;s Welt lebt von kaltem Blau, metallischen Oberflächen und einem Hang zur großen Show. Metro Man bringt Gold, Glanz und saubere Flächen mit. Wenn Tighten später die Ordnung von Metro City zerreißt, kippt auch die Farbdramaturgie spürbar ins Unruhige. Besonders die Nachtszenen haben Gewicht.</p>
<p>Für die Sequenz, in der Roxanne in der nächtlichen Stadt in Gefahr gerät, legte das Dreamworks Team großen Wert auf glaubwürdige Stadtbeleuchtung, weiche Straßenlichter und ein spürbar echtes Nachtgefühl. Metro City wirkt dort nicht wie eine generische digitale Kulisse, sondern wie ein Raum mit Tiefe, Lichtinseln und echtem Risiko.</p>
<p>Der Schnitt hält dazu ein gutes Tempo. Der Film rennt selten bloß von Gag zu Gag. Er nimmt sich die nötigen Sekunden, damit Blick, Pause und peinliche Stille überhaupt komisch werden können.</p>
<p>Kleine Schwächen gibt es trotzdem. Im letzten Drittel wird der Film konventioneller, als ich es mir wünsche. Er biegt dann doch stärker in vertraute Bahnen des Familien Blockbusters à la <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0317705/?ref_=nv_sr_srsg_7_tt_8_nm_0_in_0_q_the%20in" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE UNGLAUBLICHEN</a> ein. Ganz los wird MEGAMIND seine Studiomechanik also doch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3687" aria-describedby="caption-attachment-3687" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3687 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg" alt="Beispielbild 1 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3687" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Am Ende bleibt für mich ein Animationsfilm, der sehr genau weiß, wie albern sein Konzept ist und mich gerade deshalb emotional trifft. Ich bekomme Witz, Tempo, starke Designs und eine Hauptfigur, die als Witzfigur beginnt und dann langsam zum Menschen wird, auch wenn sie blau ist und einen riesigen Schädel hat.</p>
<p>Das ist keine Revolution des Genres. Dafür ist der Schluss etwas zu ordentlich. Aber ich nehme aus dem Film etwas mit, das bei vielen lauteren Superheldenspektakeln fehlt: Zuneigung!</p>
<p>MEGAMIND macht sich nie klein, aber er macht seine Charaktere auch nicht zu Witzfiguren ohne Innenleben. Genau deshalb schaue ich ihn gern immer wieder. Und deshalb hat dieser Film in der großen Reihe animierter Superheldenspielereien bis heute einen ziemlich besonderen Platz.</p>
<p>Meine Empfehlung: Anschauen!</p>
<p>P.S. Die Anregung für diesen Post habe ich bei <a href="https://tillmanncourth.de/trickfilmtipp-megamind/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tillmann Courth</a> gefunden. Ich hatte den Film lange nicht mehr auf dem Schirm. Danke dafür!</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3688" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg" alt="Filmposter von MEGAMIND" width="300" height="443" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-102x150.jpg 102w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-600x887.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609.jpg 609w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>MEGAMIND</li>
<li>Regisseur Tom McGrath</li>
<li>Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.dreamworks.com/about" target="_blank" rel="nofollow noopener">Dreamworks</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/">MEGAMIND – Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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