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	<title>Cartoon - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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	<description>Ein Blog für alle Comic-Interessierten</description>
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	<title>Cartoon - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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		<title>ETIENNE WILLEM &#8211; Der Mann mit dem Schottenrock</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 05:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anthropomorph]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Etienne Willem fallen mir zuerst immer seine Charaktere ein: ein Hase, der tapfer sein will und noch nicht weiß, wie schwer Tapferkeit werden kann. Oder ein Affe, der in einem Cockpit sitzt und den Himmel nicht als Freiheit verkauft, sondern als Risiko. Oder eine junge Frau im Paris der Weltausstellungen, die umgeben ist von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Etienne Willem fallen mir zuerst immer seine Charaktere ein: ein Hase, der tapfer sein will und noch nicht weiß, wie schwer Tapferkeit werden kann. Oder ein Affe, der in einem Cockpit sitzt und den Himmel nicht als Freiheit verkauft, sondern als Risiko. Oder eine junge Frau im Paris der Weltausstellungen, die umgeben ist von Fortschritt, Geistern, Lärm und falschem Glanz. Und dann sind da in seinen Geschichten ja noch all die katzenartigen Wesen, für die er so eine Vorliebe hatte.</p>
<p><span id="more-4041"></span></p>
<p>Seine Figuren stehen nie nur hübsch im Panel herum. Sie haben etwas vor, sie treibt etwas an oder sie verstecken etwas. Manchmal sind sie müde, manchmal stolz, dann wieder einfach nur lächerlich. Und genau deshalb bleiben sie bei mir hängen, seitdem ich Willem als Zeichner von <a title="DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG – Zwischen Glanz und Wahrsagerei" href="https://panelwalker.de/2025/10/das-maedchen-von-der-weltausstellung-zwischen-glanz-und-wahrsagerei/">DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG</a> für mich entdeckt habe.</p>
<p>Diese Art seine Figuren zu präsentieren, ist für mich der Kern seiner Arbeit. Er zeichnete Abenteuer, aber nicht als Getöse. Er mochte Verkleidungen, er mochte Epochen, Maschinen, Salons und Degen, Luftschiffe und dunkle Gassen. All&#8216; dies alte Zeugs. Doch unter all dem Dekor interessierte ihn immer der Moment, in dem eine Figur (re)agieren muss. Ein Mundwinkel hier, ein gesenkter Kopf dort. Ein Katzenohr, das plötzlich mehr sagte als ein ganzer Absatz Text. Seine Comics funktionieren, weil sie erzählen wollen. Sie sind nicht laut, nicht eitel. Sondern mit einer Lust am Handwerk, die ich auf jeder Seite spüre.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4052" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1.jpg" alt="Innenseite von DIE FLINTENWEIBER" width="595" height="842" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1.jpg 595w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1-300x425.jpg 300w" sizes="(max-width: 595px) 100vw, 595px" /></p>
<h3>Vom Storyboard zur großen Bühne</h3>
<p>Etienne Willem wurde 1972 in Charleroi geboren. Er studierte in Lüttich Geschichte und arbeitete später beim Animationsstudio 352 in Luxemburg als Storyboarder. Das klingt erst einmal wie eine nüchterne, biografische Station, ist es aber nicht. Für seine Comics war es eine entscheidende Wegmarkierung!</p>
<p>Wer Storyboards zeichnet, lernt, wie Blickrichtungen laufen. Er lernte, wann eine Bewegung beginnt und wann sie enden muss. Willem lernte auch, dass ein Bild nicht alles zeigen muss, wenn der nächste Ausschnitt den Rest erledigt.</p>
<p>2004 erschien bei Paquet sein Comicdebüt <a href="https://editionspaquet.com/catalogue/342-vieille-bruyere-et-bas-de-soie-integrale-9782888908050.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">VIEILLE BRUYÈRE ET BAS DE SOIE</a> (auf deutsch: PFEIFENRAUCH UND SEIDENSTRÜMPFE; derzeit <a href="https://www.zack-magazin.com/index.php/component/vportfolio/?task=view&amp;id=1&amp;Itemid=149" target="_blank" rel="nofollow noopener">im Zack-Magazin ab Heft 324</a>). Die Serie spielt im England der 1930er Jahre und verbindet Kriminalfall, Gesellschaftssatire und eine feine Lust am Genre. Hier ist von Willem noch nicht alles so geschmeidig wie später. Trotzdem sehe ich schon, worauf er hinauswill. Willem baut keine bloßen Kulissen. Er richtet einzelne Zimmer ein, lässt Menschen darin atmen und gibt Gesprächen ihre Körpersprache. Türen, Treppen, Sofas, Mäntel und Hüte sind bei ihm nie nur Schmuck. Sie helfen, eine Szene zu sortieren. Ausstattung war ihm wichtig.</p>
<p>Der Durchbruch seiner eigenen Handschrift kommt mit <a href="https://www.amazon.de/LEp%C3%A9e-dArdenois-Int%C3%A9grale-Etienne-Willem/dp/2888908301/ref=sr_1_1?crid=380UBBA4YS165&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.xQH10sXyaKvlYZsBpLMyo3_XLq14zaSx7K2muL6eO-olcm6fVLXYV7jZjkLieseZc_LeXMqq1XsqrFkaoPMSu4jixFtbtxBBZWbnkdZHX2DNxZ0CGSFx5h5TOtrcrzBUzP0FtM4jZTC7XLY3A6GqtVU5pe8Poj7xvCEdAS7xDDMwHAhGEgQ_eGBHaM1dgCrINMlc7-sb__6JgKOECxlHt3YHCnQ4Kf1psBBKY8PQvSs.GrPiXHrrmwT9IjSh88J_y_7vbUYhUQTp0gIt6yEk4dk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=etienne+willem&amp;qid=1779959171&amp;sprefix=etienne+willem%2Caps%2C151&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">L’ÉPÉE D’ARDENOIS</a> (DAS SCHWERT VON ARDENOIS; bislang nicht auf Deutsch erschienen). Vier Bände, erschienen zwischen 2010 und 2015. Dieser Comic ist eine mittelalterliche Fantasy mit Tierfiguren, Ritterstoffen, alter Schuld und junger Hoffnung. Auf dem Papier könnte das schnell nach vertrauter Abenteuerware klingen. Auf den Innenseiten des Comic ist es viel mehr. Hier findet Willem zu jenem Ton, den ich mit ihm verbinde: warm, klassisch, beweglich, aber mit Schatten an den Rändern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4056" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS.jpg" alt="" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS-300x420.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS-600x839.jpg 600w" sizes="(max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Mittelalter ohne Märchen</h3>
<p>L’ÉPÉE D’ARDENOIS ist ein Tiercomic, aber keiner, der sich hinter Niedlichkeit versteckt. Das macht die Serie so stark. Garen, der junge Hase, trägt die ganze Unsicherheit eines Helden, der erst noch begreifen muss, was Heldentum bedeutet &#8211; und was es kostet. Seine Körperhaltung erzählt oft mehr als seine Worte. Er ist klein in Räumen, die größer sind als er und er wirkt verletzlich unter Rüstungen, die andere Figuren selbstverständlich tragen.</p>
<p>Willem nutzt Tierarten nicht als vordergründigen Gag. Er nutzt sie als schnelle, aber auch als klare Zeichensprache. Ein anthropomorpher Fuchs weckt andere Erwartungen als ein Bär, ein Hase reagiert auf Gefahr anders als ein Wolf. Doch die Figuren bleiben nicht bei dieser ersten Lesart stehen. Sie bekommen Ecken und Kanten, Schwächen, aber auch Würde. Die besten Seiten der Serie leben von dieser Mischung. Ich erkenne sofort, wer vor mir steht &#8211; und werde dann doch überrascht.</p>
<p>Zeichnerisch ist das sehr gut gemacht. Die Panels bleiben lesbar, auch wenn mehrere Figuren handeln. Kampfszenen haben Richtung, während Waldwege, Burgen und Dörfer nicht nur als Tapete hinter der Handlung liegen. Sie bestimmen, wie sich Figuren bewegen.</p>
<p>Besonders schön sind die stilleren Momente. Dann merkt ich, wie sehr Willem auf Mimik vertraut. Eine Schnauze wird schmaler, Schultern sinken ab, Augen suchen einen Ausweg. Das ist keine große Kunstgeste, sondern sauberes Erzählen. Und ja, manchmal liebt er seine Ausstattung so sehr, dass eine Seite etwas voller wird als nötig. Sei&#8217;s d&#8217;rum! Lieber diese überbordende Freude an Welt als eine leere Eleganz ohne Blut.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4055" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1.jpg" alt="Innenseite 8 von DER AFFE IM HIMMEL" width="644" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1.jpg 644w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1-300x415.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1-600x829.jpg 600w" sizes="(max-width: 644px) 100vw, 644px" /></p>
<h3>Amerika mit Propellergeräusch</h3>
<p>Nach dem mittelalterlichen Tierabenteuer wechselt Willem mit EIN AFFE AM HIMMEL in die USA der 1930er Jahre. Aus dem Wald wird der offene Himmel. Aus Rittermythos werden Flugzeuge, Gangster, Wolkenkratzer, Depression und Showgeschäft. Die Hauptfigur Harry Faulkner, ein früherer Pilot der Lafayette-Staffel, passt wunderbar in diese Welt. Er ist ein Affe und allein das gibt den Flug- und Kletterszenen eine körperliche Energie, die ein menschlicher Held kaum hätte.</p>
<p>Hier zeigt sich eine andere Seite des Zeichners. Er kann Tempo und Maschinen, er kann Höhe und Sturz. Die Flugzeuge wirken nicht wie aus einem technischen Handbuch abgepaust, sondern wie erzählerische Geräte. Sie bringen ihre Eigenarten mit in die Seite. Sie zwingen Körper in Bewegung, öffnen den Himmel und machen ihn zugleich gefährlich.</p>
<p>Trotzdem wird EIN AFFE AM HIMMEL nicht zur reinen Schau. Die 1930er Jahre sind in dieser Serie mehr als ein hübscher Filter. Die wirtschaftliche Not, der Traum von Ruhm, das Misstrauen gegenüber Macht und Technik liegen spürbar darunter.</p>
<p>Willem selbst bleibt dabei ein klassischer Abenteurer. Er will unterhalten, er will Schwung nutzen. Doch er weiß, dass Abenteuer besser schmeckt, wenn der Boden darunter nicht ganz sicher ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2026" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06.jpg" alt="Innenseite 2 von DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG" width="499" height="671" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06.jpg 499w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06-300x403.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<h3>Paris, Fortschritt und Schwindel</h3>
<p>Mit <a title="DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG – Zwischen Glanz und Wahrsagerei" href="https://panelwalker.de/2025/10/das-maedchen-von-der-weltausstellung-zwischen-glanz-und-wahrsagerei/" target="_blank" rel="noopener">DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG</a> öffnet sich sein Werk in Richtung historischer Gesellschaftscomic. Jack Manini schreibt, Willem zeichnet. Und wie er zeichnet.</p>
<p>Im Zentrum steht Julie Kleinnagel, eine junge Frau, die zwischen Geisterwelt, Verbrechen und den Pariser Weltausstellungen steht. Das ist ein Geschenk für einen Zeichner mit seinem Sinn für Räume. Weltausstellungen sind ja keine normalen Schauplätze. Sie sind Versprechen aus Glas, Stahl, Licht und Lärm. Und sie erzählen vom Fortschritt, aber auch von Eitelkeit und Macht.</p>
<p>Willem zeichnet Paris hier als die Bühne, auf der alle etwas darstellen wollen. Die Architektur drückt nicht nur schiere Größe aus, sie kann auch einschüchtern. Menschenmengen erzeugen Staunen, aber auch Enge. Julie bleibt darin erkennbar, weil der Zeichner sie nicht im Drumherum verliert. Sie ist klein gegen diese Bauten, aber nie nebensächlich. Genau diese Balance macht die Serie reizvoll. Ich bekomme Spektakel, aber ich verliere den Menschen nicht aus dem Blick.</p>
<p>Noch passender wird es später bei <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/die-flintenweiber-gesamtausgabe/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE FLINTENWEIBER</a> und <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/das-paris-der-wunder-1/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DAS PARIS DER WUNDER</a>, seinen Arbeiten nach den Geschichten von Pierre Pevel. Wir sind in der Belle Époque, sehen Magie, Feen und Drachen, Diebinnen und elegante Herren. Da hätte alles leicht zu süß, zu verspielt, zu dekorativ und fantastisch werden können. Willem rettet die Sache durch klare Figurenführung. Seine Bilder schwelgen, aber sie zerfließen nicht. Selbst wenn die Welt funkelt, bleibt die Handlung auf Kurs.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4054" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2.jpg" alt="Innenseite 4 von PARIS DER WUNDER" width="677" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2.jpg 677w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-600x789.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<h3>Farbe als Temperatur der Geschichte</h3>
<p>Die Farbe ist bei Willem&#8217;s Werk ebenfalls kein Nebenthema. In L’ÉPÉE D’ARDENOIS kolorierte er ab dem zweiten Band selbst. Das veränderte den Ton der Reihe spürbar. Die Welt wirkt erdiger, wärmer und zugleich ernster. Wälder bekommen Feuchtigkeit. Innenräume bekommen Kerzenlicht. Rüstungen glänzen nicht sauber, sondern tragen Gewicht. Die Farbe macht die mittelalterliche Welt nicht realistischer im strengen Sinn, aber glaubwürdiger im Gefühl.</p>
<p>In EIN AFFE AM HIMMEL braucht die Farbe für ein anderes Tempo. Himmel, Metall, Staub und Nachtlicht treiben das Abenteuer voran. Die Seiten riechen nach Benzin, Bühne und Großstadt.</p>
<p>Bei DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG, DIE FLINTENWEIBER und DAS PARIS DER WUNDER prägt Tanja Wenisch den Ton entscheidend mit. Ihre Farbgebung gibt dem Historischen Glanz und dem Fantastischen Wärme. Sie lässt Salons leuchten, ohne sie in Zuckerguß zu tauchen. Sie gibt dunklen Gassen Gefahr, ohne alles im Braun verschwinden zu lassen. Das passt sehr gut zu Willem, weil seine Zeichnung Licht verträgt, aber Klarheit braucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4053" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER.jpg" alt="Innenseite 6 von PARIS DER WUNDER" width="677" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER.jpg 677w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-600x789.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<h3>Was bleibt, wenn der Vorhang fällt</h3>
<p>Etienne Willem starb am 16. Juni 2024, unerwartet und mit 52 Jahren viel zu früh. Die Community hat mit ihm &#8211; heute vor zwei Jahren &#8211; einen besonderen Künstler und liebenswerten Kollegen verloren.</p>
<p>Sein Werk ist überschaubar, aber erstaunlich geschlossen. PFEIFENRAUCH UND SEIDENSTRÜMPFE, L’ÉPÉE D’ARDENOIS, EIN AFFE AM HIMMEL, DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG, DIE FLINTENWEIBER und DAS PARIS DER WUNDER erzählen von einem Zeichner, der gern Welten in anderen Epochen baute. Doch die Welten waren nie der eigentliche Grund, bei ihm zu bleiben. Ich bleibe wegen seiner Figuren, wegen ihrer Gesichter, wegen der Art, wie sie durch Geschichte, Abenteuer und Fantasie gehen, als hätten sie wirklich etwas zu verlieren.</p>
<p>Seine Kunst war nicht revolutionär und das musste sie auch nicht sein. Sie stand in einer großen, frankobelgischen Tradition und führte sie mit eigener Wärme fort. Willem glaubte an die Kraft der gut erzählten Seiten, an analoges Handwerk, an Rhythmus, Atmosphäre und vor allem an Figuren, die mit einem Blick mehr sagen können als mit einer Erklärung in einem Caption.</p>
<p>In einer Zeit, in der Comics oft über Konzepte, Themen oder Effekte wahrgenommen werden, ist es dies alles andere als eine Kleinigkeit. Sein Werk erinnert daran, wie viel in einer sauber gesetzten Szene stecken kann. Ein Tier hebt den Kopf, ein Flugzeug kippt Richtung Oberfläche oder Paris glitzert. Und irgendwo hinter jedem dieser Bilder lauert Gefahr.</p>
<p>Genau das konnte Etienne Willem, der Mann im Schottenrock. Und genau darum lese ich seine Werke immer wieder gerne &#8230;</p>
<p>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/">ETIENNE WILLEM – Der Mann mit dem Schottenrock</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>FLORIAN SATZINGER &#8211; Enten, Federn, Düsen(an)trieb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 05:00:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Florian Satzinger inspiriert mich seit Jahren. Das klingt erst einmal groß, fast zu groß für einen Künstler, dessen Werk oft mit Schnäbeln, Matrosenmützen, Raketen und Cartoon-Augen loslegt. Doch genau darin liegt für mich der Reiz. Bei ihm beginnt der Witz nie beim Gag allein. Er beginnt bei der Form. Eine Figur kippt den Kopf, der [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/">FLORIAN SATZINGER – Enten, Federn, Düsen(an)trieb</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Florian Satzinger inspiriert mich seit Jahren. Das klingt erst einmal groß, fast zu groß für einen Künstler, dessen Werk oft mit Schnäbeln, Matrosenmützen, Raketen und Cartoon-Augen loslegt. Doch genau darin liegt für mich der Reiz.</p>
<p>Bei ihm beginnt der Witz nie beim Gag allein. Er beginnt bei der Form. Eine Figur kippt den Kopf, der Schnabel zieht nach vorn, die Beine stehen ein wenig zu dünn in der Welt und schon ist da eine Persönlichkeit. Ich sehe bei seinen Arbeiten nicht einfach Enten. Ich sehe kleine Schauspieler, die mit jedem Federbüschel übertreiben dürfen und trotzdem erstaunlich glaubwürdig bleiben. Das ist eine seltene Gabe.</p>
<p><span id="more-4118"></span></p>
<h3>Graz, Vancouver und der lange Schatten der Trickfilmmeister</h3>
<p>Der Weg von Florian Satzinger führt von Graz weit hinein in die internationale Animationswelt. Er arbeitete zunächst als Illustrator, studierte später Cartoon-Film in Vancouver und wurde dort von <a href="https://paperwalker.blogspot.com/2007/12/ken-soutworth-1918-2007.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ken Southworth</a> geprägt, einem Animator mit Stationen bei Disney, MGM und Hanna-Barbera. Dazu kamen Studien und Einflüsse aus London, aus der klassischen Malerei, aus europäischem Comic und Trickfilm.</p>
<p>Diese Mischung erklärt viel. Sie erklärt aber nicht alles. Denn entscheidend ist, was Satzinger daraus macht. Er übernimmt keine Nostalgie als fertiges Rezept. Er nimmt das elastische Denken des alten Zeichentricks und zieht es in eine Gegenwart, in der Figuren wieder mehr sein dürfen als saubere Markenbilder. Sie dürfen kratzen, schielen, schwitzen, knurren und herrlich beleidigt aussehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4119" aria-describedby="caption-attachment-4119" style="width: 1400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4119" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01.jpg" alt="Beispielbild 05 von FLORIAN SATZINGER" width="1400" height="708" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01.jpg 1400w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-300x152.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-750x379.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-768x388.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-600x303.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption id="caption-attachment-4119" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Enten mit Innenleben</h3>
<p>Bei <a href="https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DONALD DUCK, MICKEY MOUSE, LOONEY TUNES, PINKY AND THE BRAIN oder SCOOBY-DOO</a> arbeitet Satzinger an Figuren, die längst im kollektiven Gedächtnis sitzen. Gerade deshalb ist seine Arbeit interessant. Er muss nicht nur erkennen, wie eine Figur aussieht. Er muss erkennen, wann sie atmet. Ein kleiner Knick in der Augenbraue, eine Drehung des Schnabels, ein zu großer Hut oder eine absurde Handhaltung reichen und ein bekanntes Gesicht wirkt plötzlich wieder wach.</p>
<p>Daneben stehen seine eigenen Welten. DUCKLAND, DUCK AWESOME, TOBY SKYBUCKLE und JOHN STARDUCK sind keine bloßen Fingerübungen in Entenform. Sie wirken wie Versuche, den alten Cartoonkörper noch einmal loszuschicken. Diesmal in Richtung Abenteuer, Weltraum, Satire und ganz persönlicher Zeichenlust.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4123" aria-describedby="caption-attachment-4123" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4123" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05.jpg" alt="Beispielbild 01 von FLORIAN SATZINGER" width="960" height="755" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-300x236.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-750x590.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-768x604.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-600x472.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-4123" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Linien, die schon laufen</h3>
<p>Zeichnerisch lebt diese Kunst vom Schwung. Satzinger zeichnet nicht erst eine Figur und setzt sie dann in Bewegung. Die Bewegung steckt bereits in der Linie. Die Körper wirken gebaut, nicht flach auf die Seite gelegt. Schnäbel haben Gewicht. Füße setzen auf. Augen liegen tief genug im Kopf, um Mimik zu tragen. Seine Skizzen zeigen oft den schönsten Moment vor der endgültigen Glättung. Da ist noch Suche drin, noch Kratzigkeit, noch Atem. Genau das macht sie so lesbar.</p>
<p>Ich kann der Figur folgen, bevor sie überhaupt handelt. Räume entstehen bei ihm selten als nüchterne Kulisse. Sie schieben, drücken und biegen sich um die Figur. In DUCKLAND kann ein Stapel Papier zur Bühne werden. In JOHN STARDUCK wird die Rakete nicht nur Fahrzeug, sondern Weggefährte. Der Seitenaufbau, soweit die Arbeiten als Comic oder Storyboard sichtbar werden, bleibt vom Animationsdenken geprägt. Er führt den Blick klar durch Pose, Blickrichtung und Rhythmus. Große Gesten wechseln mit kleinen Pausen. Das gibt den Bildern Tempo, ohne sie hektisch zu machen.</p>
<figure id="attachment_4122" aria-describedby="caption-attachment-4122" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4122" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04.jpg" alt="Beispielbild 02 von FLORIAN SATZINGER" width="960" height="784" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-300x245.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-750x613.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-768x627.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-600x490.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-4122" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Farbe mit Biss</h3>
<p>Auch die Farben erzählen mit. Satzinger setzt gern auf klare, kräftige Akzente. Gelb, Blau, Rot und Orange stehen oft so deutlich im Bild, dass sie sofort den Ton setzen. Das kann nach klassischem Kinderzimmer klingen, wirkt aber selten harmlos. Das Blau einer übergroßen Matrosenmütze kann fast absurd leuchten. Ein gelber Schnabel zieht den Blick wie ein Ausrufezeichen. Rote Details bringen Unruhe hinein.</p>
<p>Um diese Farbtupfer herum lässt er viel Skizzenhaftes stehen. Grau, Braun und gebrochenes Weiß halten die Figuren erdig. So entsteht ein schöner Zug zwischen Zucker und Ruß. Die Bilder dürfen knallen, verlieren aber ihre Kanten nicht. Gerade das passt zu seinen Enten. Sie sind niedlich genug, um Vertrauen zu wecken und schräg genug, um dieses Vertrauen sofort ein wenig zu stören.</p>
<figure id="attachment_4120" aria-describedby="caption-attachment-4120" style="width: 1471px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4120" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02.jpg" alt="Beispielbild 04 von FLORIAN SATZINGER" width="1471" height="700" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02.jpg 1471w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-300x143.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-750x357.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-768x365.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-600x286.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1471px) 100vw, 1471px" /><figcaption id="caption-attachment-4120" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Ausstellungen, Preise und der Sprung nach Erlangen</h3>
<figure id="attachment_4126" aria-describedby="caption-attachment-4126" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4126" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-300x200.jpg" alt="Ausstellung Florian Satzinger" width="300" height="200" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-768x511.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-600x400.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4126" class="wp-caption-text">Florian Satzinger (3. v. rechts) © Erich Malter</figcaption></figure>
<p>2009 erhielt Florian Satzinger in Florenz den <a href="https://nemoland.com/nemoland-2009/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Nemoland Award für Character Design</a>, 2023 den <a href="https://www.kunstmeile.at/de/institutionen/karikaturmuseum/erich-sokol-preis" target="_blank" rel="nofollow noopener">Erich Sokol Preis</a> in Österreich. 2024 gestaltete er als erster nicht italienischer Zeichner eine Titelillustration für das italienische MICKEY MOUSE Magazin <a href="https://paperwalker.blogspot.com/2026/02/topolino-cover-illustration.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TOPOLINO</a>.</p>
<p>Beim 22. Internationalen Comic-Salon Erlangen rückte nun die Ausstellung ENTEN, DIE SICH IN RAKETEN RETTEN den Arbeitsprozess, die Einflüsse, frühere Arbeiten und aktuelle Projekte in den Mittelpunkt. Sie läuft vom <strong>4. Juni bis zum 26. Juli 2026</strong> im Aktions- und Schauraum des <a href="https://www.comic-museum.org/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Comicmuseum Erlangen</a>.</p>
<p>Dazu passen die aktuellen Ausblicke auf das Computerspiel <a href="https://www.johnstarduck-thegame.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">JOHN STARDUCK</a> und auf <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9781962447485/Allen-Kyle/Parsifal-Murray" target="_blank" rel="nofollow noopener">PARSIFAL MURRAY</a>, das Buchprojekt mit Kyle Allen. Ich mag an diesem Ausstellungstitel besonders, dass er Satzinger&#8217;s Welt sehr genau trifft. Diese Enten retten sich nicht aus der Absurdität. Sie retten sich mitten hinein.</p>
<h3>Wo die Skizze stärker ist als die fertige Welt</h3>
<p>Bei aller Bewunderung bleibt für mich eine kleine Reibung. Satzinger&#8217;s Kunst ist oft so stark im Entwurf, dass die fertige Erzählung erst einmal Schritt halten muss. Die Skizze verspricht sofort Bewegung, Charakter und eine ganze Welt. Ein abgeschlossenes Album oder ein längerer Comic müsste diese Energie über viele Seiten tragen. Das ist die hohe Messlatte, die seine besten Bilder selbst aufstellen.</p>
<p>Wenn eine Arbeit schwächer wirkt, dann nicht wegen mangelnder Form. Eher, weil das Erzählen hinter der unbändigen Lust am Charakter-Design zurücksteht. Doch selbst diese Schwäche hat etwas Sympathisches. Sie zeigt, wie sehr alles bei ihm aus dem Zeichnen kommt, aus dem Probieren und aus dem Drang, eine Figur so lange zu drehen, bis sie &#8222;Aua&#8220; schreit..</p>
<figure id="attachment_4121" aria-describedby="caption-attachment-4121" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4121" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03.jpg" alt="Beispielbild 03 von FLORIAN SATZINGER" width="900" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-300x300.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-750x750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-768x768.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-600x600.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-4121" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Ein Werk mit Federn, Zähnen und Schwung</h3>
<p>Florian Satzinger ist kein Zeichner, den ich nur mit dem Kopf anschaue. Ich reagiere sofort emotional auf diese Linien. Ich spüre den Schwung aus dem Handgelenk, die Übertreibung im Gesicht, den kleinen Krach im Bild. Seine Arbeit erinnert daran, dass Comics und Animation eng verwandt sind, ohne gleich dasselbe zu sein. Er bringt den Cartoon zurück an den Punkt, an dem jede Figur zuerst eine Haltung ist. Dann erst kommt die Geschichte.</p>
<p>Vielleicht <a title="Über mich – und den Blog!" href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/" target="_blank" rel="noopener">begeistert mich das seit Jahren</a> so sehr, weil seine Zeichnungen nie behaupten, fertig aus dem Nichts zu kommen. Sie zeigen ihre Suche sie zeigen die Lust am Machen. Und sie zeigen, dass eine Ente manchmal völlig reicht, um eine ganze Welt in Bewegung zu setzen.</p>
<p>Wer mehr von ihm sehen möchte, kann dies auf seinem Blog <a href="https://paperwalker.blogspot.com" target="_blank" rel="nofollow noopener">PAPERWALKER</a> tun. Und ja, dass ich meinen Comic-Blog &#8222;Panelwalker&#8220; getauft habe, kam nicht von ungefähr und ist von Satzinger inspiriert. Danke, Florian, für jede Ente, die Du uns geschenkt hast.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S. Die Bilder für diesen Beitrag wurden der Website <a href="https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/</a> entnommen.</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/">FLORIAN SATZINGER – Enten, Federn, Düsen(an)trieb</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>RED &#8211; Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 06:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
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		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Josephine Mark]]></category>
		<category><![CDATA[Kibitz Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Nacht im Gewitter reicht, um Rosa&#8217;s Alltag aus dem Takt zu bringen. Vor ihrer Tür steht Friedwart Plüschmann, dreibeinig, tropfnass, leicht dramatisch. Rosa ist nicht herzlos, sie ist nur geübt darin, ihr Mitgefühl schnell wieder einzukassieren. Der Hund lässt sich davon nicht abschrecken. Er will rein, er will bleiben, er will dazugehören. Schon in dieser [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/">RED – Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Nacht im Gewitter reicht, um Rosa&#8217;s Alltag aus dem Takt zu bringen. Vor ihrer Tür steht Friedwart Plüschmann, dreibeinig, tropfnass, leicht dramatisch. Rosa ist nicht herzlos, sie ist nur geübt darin, ihr Mitgefühl schnell wieder einzukassieren. Der Hund lässt sich davon nicht abschrecken. Er will rein, er will bleiben, er will dazugehören.</p>
<p>Schon in dieser Auftaktszene zeigt Josephine Mark, wie sie Spannung über die Temperamente ihrer Figuren aufbaut. Rosa hält ihre Sätze kurz, Friedwart redet sich warm. Zwischen beiden knistert es. Der Witz dieses Comics entsteht nicht aus Pointen, sondern aus der Reibung seiner Figuren. Dann kippt der Tonfall und aus einer Geschichte mit Slapstick-Potential wird ein Krimi.</p>
<p>Friedwart&#8217;s Nase findet Blut, versteckt ganz hinten im Schrank unter der Treppe. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, ob Rosa den Hund wieder rauswirft, sondern was in diesem Haus seit Jahrzehnten begraben liegt. Das Szenario setzt bei der Erzählung nicht auf Krimi-Horror, sondern auf Krimi-Humor. Schließlich erscheint RED im Kibitz-Verlag, der Comics für Kinder herausbringt.</p>
<p>Das Blut wirkt wie ein Fremdkörper in Rosa&#8217;s strenger Ordnung. Genau daraus gewinnt die Geschichte jedoch ihren Antrieb. Aus einer Ordnung, die Risse bekommt und aus einem Hund, der diese Risse begeistert verfolgt. Und ganz nebenbei schiebt sich der Name des Opfers ins Bild. Es geht um Rosa&#8217;s Ex-Mann RED.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3340" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000.jpg" alt="Innenseite von RED" width="745" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000.jpg 745w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000-300x403.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000-600x805.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px" /></p>
<h3>Huh, huh, da ist Blut im Sch&#8230; Schrank!</h3>
<p>Der Fund bleibt nicht einfach ein düsteres Detail. Er wird zur Eintrittskarte in einen Cold Case. Vor dreißig Jahren hat ein tragischer &#8222;Unfall&#8220; den Ort erschüttert. Rosa glaubt nicht an Zufälle, SIE glaubt an Mord. Und das ist kein leiser Verdacht, das ist inzwischen eine Überzeugung.</p>
<p>Diese Überzeugung richtet sich nicht konkret gegen eine einzelne Person, sondern färbt auf ein ganzes Umfeld ab. Rosa verdächtigt schnell die halbe Nachbarschaft &#8211; na ja, eigentlich die ganze. Damit verschiebt Mark den Fokus. Der Krimi wird zwar auch zur Jagd auf den einen Täter, in erster Linie aber zur Bestandsaufnahme einer Gemeinschaft, die sich über Jahre eingerichtet hat. Jede(r) kennt jeden, jede(r) weiß angeblich nichts, aber jede(r) hat eine Version.</p>
<p>Friedwart ist dabei mehr als ein Sidekick. Seine Spürnase liefert den Anlass, seine Offenheit liefert den Anstoß, die Untersuchung (wieder) aufzunehmen und seine Fähigkeiten liefern Hinweise, die den Fall voranbringen. Währenddessen liefert Rosa den emotionalen Antrieb. Aus dieser Konstellation entsteht die schwungvolle Dynamik des Albums. Der Tote bleibt als Abwesender stets präsent, der Hund drängt in die Gegenwart, während Rosa sich an die Mysterien der Vergangenheit herantastet.</p>
<p>Was nach klassischem Whodunit klingt, wird in Mark&#8217;s Händen auch zu einer Sozialstudie. Der Fall wirkt schräg, weil die Figuren schräg sind. Der Fall wirkt wendungsreich, weil Mark gerne Erwartungen anstupst und dann zur Seite schiebt. Wer einen Krimi mag, der sich nicht allzu ernst nimmt, wird hier großartig abgeholt. Und wer den Ton von Filmen wie <a href="https://www.imdb.com/title/tt0116282/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_6_nm_2_in_0_q_fargo" target="_blank" rel="nofollow noopener">Fargo</a> liebt, erkennt die Richtung sofort.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3477" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Lakonische Dialoge, trockener Witz und viel Gefühl</h3>
<p>Schon in der kurzen Leseprobe sitzen die Dialoge wie kleine Schwinger und Haken. Rosa stellt Fragen, die wehtun und Friedwart liefert Begeisterung, die nervt. Beides ist präzise beobachtet.</p>
<p>Josephine Mark zeigt keine Sympathieträger, die auf Kommando gefallen wollen, sondern Menschlichkeit, die sich gegenseitig etwas zumutet. Genau daraus entsteht Nähe. Der Humor bleibt trocken, oft nur in einem Nebensatz, oft auch lauthals bissig. Rosa hat eine harte Schale und tief in ihrem Inneren einen weichen Kern &#8211; sehr, sehr tief im Inneren.</p>
<p>Visuell arbeitet die Autorin mit einem cartoonigen Strich, der schnell lesbar ist und trotzdem nuancenreich ausfällt. Die Gesichter sind klar, Haltungen erzählen viel, die Farbgebung bleibt zurückhaltend aber der Situation angemessen. Das unterstützt den Krimi-Ton. Gleichzeitig bleibt der Look offen genug für die Zielgruppe.</p>
<p>Nur der Alterungsprozess der Figuren lässt letztendlich zu wünschen übrig. Wo ich in der Geschichte nämlich immer wieder strauchele ist, wenn Zeitsprünge in die Vergangenheit ohne entsprechende Hinweise auftreten und das Charakterdesign diese Änderung nicht immer mitgeht. An dieser Stelle ist weniger nicht wirklich mehr.</p>
<p>Ich finde jedoch sofort in die Geschichte hinein und bleibe dran, weil die Figuren sie problemlos tragen. Gerade das ist Mark&#8217;s Stärke. Sie nimmt schwere Themen leichtherzig an die Hand. Bei RED heißt dies, dass Trauer, Erinnerung und Dorfgeheimnisse mitschwingen können, auch wenn der Witz vorneweg läuft.</p>
<p>Ein weiterer, kleiner kritischer Punkt steckt genau da. Wer einen Krimi sucht, der konsequent düster ist und bleibt, muss sich auf Mark&#8217;s Balance bewusst einlassen und wird vielleicht enttäuscht. Sie will Spannung, ja. Sie will aber auch Schrulligkeit und die hat bei ihr immer Vorrang vor irgendeiner Genre-Pflichterfüllung. Aber mir gefällt das gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3478" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Von Roadmovie zu Krimi</h3>
<p>Josephine Mark, geboren 1981 in Naumburg an der Saale, arbeitet als Illustratorin, Comiczeichnerin und Grafikdesignerin. Seit 2004 veröffentlicht sie &#8211; auch über ihr Blog <a href="https://puvoproductions.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">puvoproductions.com</a> &#8211; Comics und Cartoons.</p>
<p>In der Comic-Welt hat sie sich ihre eigene Nische gebaut. Sie erzählt All-Age-Geschichten, auch wenn Tiere die Bühne betreten. Ihr Frühwerk <a href="https://www.amazon.de/Tiere-sind-auch-nur-Menschen/dp/3629114458?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1RU35K0RGNMV4&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.9MN0GceMG6tTXJJ6KOp1Asw8632qbMIP4XO-F9_FOczPYGGAgFsEpew6-VJvTVaTwE61DteOn_ZYXnF34TEMKo8gYmHljIC1b8fv9PAYm20EV372tKW9pv8f6VNk3MV4PfOcO4LP0N9P-Ez3CnxbFvdU3kLnejh8TJh2glBaNv2t2u9_C98CBZ8SCdB8WTaNb3_mPdmoOtW4k82nkD8mo8vkoSLv0NBtB_TNGboq6Bs.ZhYePdy8uWf6SPjEmRx6xrod-88GsIg6iLyz3-WPlCE&amp;dib_tag=se&amp;keywords=TIERE+SIND+AUCH+NUR+MENSCHEN+Josephine+Mark&amp;qid=1772799994&amp;sprefix=tiere+sind+auch+nur+menschen+josephine+mar%2Caps%2C87&amp;sr=8-8" target="_blank" rel="nofollow noopener">TIERE SIND AUCH NUR MENSCHEN</a> markiert diesen Blick auf menschliche Macken im Tierkostüm. Ihr Debüt-Comic <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/murr" target="_blank" rel="nofollow noopener">MURR</a> erscheint 2021. Dort verhandelt sie in Westernstiefel gekleidete Fragen nach Angst, Nähe und Endlichkeit. Der Ton bleibt humorvoll, der Kern ernst.</p>
<p>Ihr großer Durchbruch im Comic-Bereich heißt <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/trip-mit-tropf/" target="_blank" rel="nofollow noopener">TRIP MIT TROPF</a>. Das Buch verbindet Roadmovie, Klamauk und Krankheitsthema. Genau diese Mischung hat international viele Leser erreicht.</p>
<p>Mark&#8217;s Erzählstil ist warmherzig, dabei aber nie rührselig. Humor erscheint zumeist subtil. Ihre Geschichten funktionieren für Kinder und Erwachsene, weil sie auf mehreren Ebenen gelesen werden können. Auszeichnungen und Preise unterstreichen die Wirkung. TRIP MIT TROPF wurde z.B. beim Comic Salon Erlangen 2022 mit dem <a href="https://www.comic-salon.de/de/max-und-moritz-preis-seit-1984" target="_blank" rel="nofollow noopener">Max und Moritz Preis</a> für den besten Kindercomic ausgezeichnet.</p>
<p>Mit <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/der-b%C3%A4rbei%C3%9F/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER BÄRBEISS</a> wechselte Mark von dem selbstgeschriebenen Comic in die Adaption. Sie übersetzt die Geschichten von <a href="https://www.amazon.de/B%C3%A4rbei%C3%9F-Schrecklich-gut-gelaunt/dp/3446256989?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=24EAUB14EYYMJ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.lYePw2Lzp9ZuHw_043rupwaPuLcOooJTvbj5THKRkpIact9PL90qlIsXYdGWxXoNOcQHhCnuI5HRyN3gkbSJyAtm1XLjCtzRGuFiEVqRpQFqtb1M9uA8RlxreywyIKlVlOQILHzk76z5yf_cLz75kC0eN6oYSdAGlSWUEsPpPi-7NKWRjG4_t96_Y6zTvMwG.F9tSHPpyvqi72woe2UbiUC9D6vi_glGvZ77TRxz6fTo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Annette+Pehnt+und+Jutta+Bauer&amp;qid=1772800323&amp;sprefix=annette+pehnt+und+jutta+bauer%2Caps%2C95&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">Annette Pehnt und Jutta Bauer</a> in Comic-Sprache. Auch dort passt ihr Zugang. Sie findet den Witz in der Grummeligkeit, die Wärme im Widerstand. Wenn man diese Linie kennt, wirkt RED wie der logische nächste Schritt. Dieser Krimi erlaubt ihr, Misstrauen, Einsamkeit und Annäherung zugleich zu erzählen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3481" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>RED hat eine starke Ausgangsidee. Ein streitlustiges Duo stolpert über Blut und über ein Dorf, das lieber schweigt. Josephine Mark setzt dabei auf Tempo in den Dialogen und auf Figuren, die man in ihrer Andersartigkeit sofort lieben muss und ihnen gerne in das Abenteuer folgt. Das ist ihre Qualität. Sie schreibt zugänglich, bleibt dabei aber eigenständig.</p>
<p>Dieser Krimi scheint nicht dazu da, eine Checkliste an Spannungselementen abzuhaken, sondern Menschen in Bewegung zu setzen, auch wenn sie Rosa heißen und lieber distanziert bleiben würden. Wer Mark&#8217;s Mischung aus trockenem Witz und ehrlichem Gefühl schätzt, dürfte hier sehr glücklich werden. Wer neu einsteigt, bekommt einen Comic mit einem überraschenden Twist, der leicht wirkt und trotzdem etwas mitgibt.</p>
<p>Ich würde mir eine Fortsetzung wünschen. Ich will doch schließlich wissen, ob Friedwart Plüschmann bleiben darf &#8230;</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3339" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-300x407.jpg" alt="Cover von RED" width="300" height="407" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-600x813.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000.jpg 738w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>RED</li>
<li>Josephine Mark</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-948690-46-5</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</li>
<li>© <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/red/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kibitz Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/">RED – Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Tiger, Schneemänner und Spacemen &#8211; CALVIN UND HOBBES</title>
		<link>https://panelwalker.de/2025/12/tiger-schneemaenner-und-spacemen-calvin-und-hobbes/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Dec 2025 23:01:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Weiss]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[US Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Watterson]]></category>
		<category><![CDATA[Carlsen Comics]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>CALVIN &#38; HOBBES leuchtet wie der hellste Komet in der Galaxie der Zeitungs-Comics. Die Strips entfalten seit ihrem Debüt am 18. November 1985 eine Magie, die andauert, obwohl Zeitungs-Comics seit Jahren der Vergangenheit angehören. Heute vor 30 Jahren, am 31. Dezember 1995 erschien der letzte Strip dieser einzigartigen Reihe.  An seinem ersten Erscheinungstag wurde der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>CALVIN &amp; HOBBES leuchtet wie der hellste Komet in der Galaxie der Zeitungs-Comics. Die Strips entfalten seit ihrem Debüt am 18. November 1985 eine Magie, die andauert, obwohl Zeitungs-Comics seit Jahren der Vergangenheit angehören. Heute vor 30 Jahren, am 31. Dezember 1995 erschien der letzte Strip dieser einzigartigen Reihe. </p>
<p>An seinem ersten Erscheinungstag wurde der Strip in 35 Zeitungen veröffentlicht, zuletzt waren es rund 2.400. In den 10 Jahren dazwischen wurden 3.160 tägliche (!) Comic-Strips publiziert. Dreitausend-einhundert-sechzig, eine unvorstellbare Zahl. Ja, es waren Strips bei denen es durchaus qualitative Höhen und Tiefen gab. Aber Bill Watterson hat die Latte für alle, die nach ihm kamen, sehr, sehr hoch gelegt. Jetzt ist aber Schluss mit all den Zahlen!</p>
<p>In diesem Artikel geht es nicht nur um eine Kinderfreundschaft, sondern um ein lebenskluges, witziges Plädoyer für eben diese Freundschaft, gepaart mit ausufernder Fantasie und der Kunst, die Tür zum Abenteuer im Alltag immer einen Spalt offen zu halten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote>
<p>Mit den Abenteuern des sechsjährigen Calvin und seines Stofftigers Hobbes hat Autor Bill Watterson einen Zeitungscomic geschaffen, dessen magische Qualitäten bis heute unerreicht sind. [&#8230;] Calvin ist Chaos! Ob Eltern, Babysitterin oder Nachbarstochter: Der Bengel treibt seine Umwelt mit Spitzfindigkeiten und den absurdesten Streichen an den Rand des Wahnsinns. Wenn er nicht gerade als &#8222;Raumfahrer Spiff&#8220; oder mächtiger Dinosaurier im Reich seiner überbordenden Fantasie unterwegs ist.</p>
<p>Einzig seinem besten Freund, dem liebenswerten Stofftiger Hobbes, gelingt es, den hyperaktiven Calvin auf den Boden der Tatsachen zu holen. Wenn auch nie für lange, denn eine zünftige Partie Calvin-Ball, eine Vereinssitzung des E.M.S.V. (Eklige Mädchen Sollen Verduften) oder ein tiefschürfendes Gespräch über Zuckerbomben mit Schokoguss sind schließlich auch nicht zu verachten. Hobbes ist ja kein Spielverderber! [Verlagstext]</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Drei Strips zum Einstieg</h3>
<p>In manchen Strips zeigt uns Bill Watterson einen Gag, in anderen verbindet er seine narrative Kunstfertigkeit zu einer Fortsetzungsgeschichte, die sich über mehrere Strips entwickelt. Aber immer endet die aktuelle Bildfolge mit einer wohlgesetzten Pointe. Dies ist ein wichtiges Merkmal der Zeitungsstrips der damaligen Zeit.</p>
<h3><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2606" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000.jpg" alt="" width="1000" height="889" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000-300x267.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000-750x667.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000-150x133.jpg 150w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000-768x683.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_04_889X1000-600x533.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></h3>
<h3>Fantasie zwischen Keksdose und Urknall</h3>
<p>CALVIN &amp; HOBBES erzählt die Geschichte des ewig sechsjährigen Calvin, dessen wildes, widerspenstiges Herz einzig von seinem getigerten Weggefährten Hobbes verstanden wird. Auf dem Papier ist Hobbes ein Plüschtier. Doch kaum sind Erwachsene außer Reichweite, verwandelt er sich für uns blitzschnell in einen sprechenden, bestens aufgelegten Tiger.</p>
<p>Mit ihm an seiner Seite geht Calvin auf atemberaubende Fantasiereisen. Da wird das Wohnzimmer zur außerirdischen Dschungellandschaft, das Badezimmer zum See voller Monster, der Schulhof zum Planeten einer Alieninvasion. Jede noch so graue Kleinigkeit des Alltags wird im Kopf des Jungen zur Rakete für große, oft absurde Abenteuer.</p>
<p>Die Erzählstruktur der Comicstrips ist schlau angelegt. Oft reicht ein einziger Blick, ein Satz oder die absurde Klage über das vermeintliche Leiden am Erwachsensein, um einen Bogen vom Alltäglichen zum Kosmischen zu schlagen.</p>
<p>So sieht Calvin im strengen Schuldirektor prompt einen außerirdischen Spion, der mit teuflischen Hausaufgaben die Welt unterjochen will. In anderen Strips plant Calvin genüsslich destruktive Attacken auf seine Nachbarin Susie oder philosophiert (mal kindlich-naiv, mal entwaffnend klarsichtig) über die großen Fragen von Zeit, Existenz und Moral.</p>
<p>Trotz aller Sprunghaftigkeit pendelt CALVIN &amp; HOBBES immer zwischen den Extremen und euphorischer Übermut trifft auf melancholische Nachdenklichkeit. Denn so uneingeschränkt Calvin mit seinem Tiger durch Traumlandschaften jagt, so regelmäßig kracht er zurück auf den Boden der unnachgiebigen Wirklichkeit.</p>
<p>Die Pointen blühen auf der Diskrepanz zwischen dem Wunsch, die Welt zu formen, und der Frustration, ihr ausgeliefert zu sein. Was anfangs als ulkige Alltagsflucht erscheint, entwickelt sich zunehmend zur Meditation über Kindheit, Freundschaft, Identität – und die Fähigkeit, mit kindlichem Staunen die Welt täglich neu zu begreifen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2607" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000.jpg" alt="" width="1000" height="889" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000-300x267.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000-750x667.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000-150x133.jpg 150w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000-768x683.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_05_889X1000-600x533.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Zwei, die die Welt neu erfinden</h3>
<p>Im Zentrum des Strips strahlt die kontrastreiche Freundschaft zwischen Calvin und Hobbes. Calvin platzt vor Energie, Fantasie und Renitenz. Er rebelliert gegen Hausaufgaben, Zähneputzen und jede Form von Kontrolle.</p>
<p>Sein Vater ist die verkörperte Ironie, seine Mutter die stoische Geduld, die Lehrerin das Sinnbild pädagogischer Frustration, doch wirklich ernst nehmen kann Calvin nur Hobbes. Dieser besitzt alles, was Calvin fehlt: Gelassenheit, ein ausgeprägtes Verständnis für Ironie, das rechte Maß an Nachsicht und gelegentlicher Raubtierlust.</p>
<p>Hobbes oszilliert zwischen Spiegelbild, Korrektiv und subversivem Draufgänger. Mit seiner sanften, oft spöttischen Klugheit erdet er Calvin. Die Dialoge sind funkelnde Wechselspiele, in denen sich philosophisch grundierte Nachdenklichkeit mit anarchischem Klamauk paaren.</p>
<p>Während Calvin bei seinen Ausflügen ständig moralische und existenzielle Grenzen testet, mahnt Hobbes immer wieder zur Reflexion und Menschlichkeit – wenn er nicht selbst zur Attacke übergeht oder sich das nächstbeste Sandwich stibitzt.</p>
<p>Die Dynamik erinnert frappierend an wiederkehrende Paarkonstellationen der Comicgeschichte, doch selten wurden Ego und Über-Ich, Impuls und Vernunft so subversiv miteinander verbunden.</p>
<p>Auch in den Nebenfiguren spiegelt sich eine stimmig gezeichnete, analoge Vorstadtwelt. Ob Eltern, Rektor, bullige Mitschüler oder die smarte Nachbarin Susie: sie alle tauchen in Calvins Vorstellungswelt transformiert auf. Sie sind mal Monster, mal Helden oder bloßes Inventar für seine Fantastereien.</p>
<p>Jeder Charakter gewinnt Kontur durch Calvin&#8217;s überbordende Fantasie und zeigt zugleich etwas Grundsätzliches über menschliche Beziehungen, Macht und Ohnmacht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2605" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000.jpg" alt="" width="1000" height="889" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000-300x267.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000-750x667.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000-150x133.jpg 150w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000-768x683.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_03_889X1000-600x533.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Ein Mann, ein Tiger, ein Comic-Weltwunder</h3>
<p>CALVIN &amp; HOBBES ist das Werk von Bill Watterson (im deutschen Sprachraum teils auch als William Watterson II geführt). Der 1958 geborene US-Amerikaner prägte mit seiner Serie eine ganze Generation von Leserinnen und Lesern. Ursprünglich als kleiner Strip in der Lokalzeitung gestartet, wurde die Serie bald zu einem internationalen Phänomen. Auf dem Höhepunkt ihrer Popularität erschien sie weltweit in Hunderten Zeitungen, doch lehnte Watterson &#8211; gegen allen wirtschaftlichen Menschenverstand &#8211; jegliche Vermarktung seiner Figuren als Trickfilm, Serie oder Merchandise kategorisch ab.</p>
<p>Bill Watterson ist bekannt für seine kompromisslose, romantisch verklärte – und äußerst humorvolle – Haltung gegenüber Kunstfreiheit. In der Comic-Szene gilt er daher als widerspenstiger Erneuerer.</p>
<p>Er lotete die engen Rahmen des Zeitungsstrips künstlerisch wie erzählerisch immer weiter aus und hielt dabei einen einzigartigen Stil zwischen klassischer Linie und visueller, experimenteller Freude. Neben CALVIN &amp; HOBBES hinterließ er vor allem Spuren in der Debatte um die Comic-Kunst an sich, Veröffentlichungsrechte und anti-kommerzielle Haltung. Zahlreiche Comicautoren wie z.B. Art Spiegelman oder die PEANUTS-Erben sehen ihn als kreativen Wegbereiter.</p>
<h3>Bilder, die träumen wollen</h3>
<p>Was CALVIN &amp; HOBBES in der visuellen Abteilung vollbringt, begeistert mich immer wieder auf&#8217;s Neue und ist einfach bahnbrechend. Die Panels leben von einer unglaublichen Dynamik. Ob rollende Wälder für rasante Schlittenfahrten, verwaschene Regenstürme als melancholisches Intermezzo oder minimalistische Portraits punktgenauer Ironie: Watterson zieht souverän alle Register der Zeichenkunst. Die Vielseitigkeit reicht von locker-flirrenden Federstrichen bis hin zu detailverliebten Splash-Panels, wie sie für Sonntagsseiten typisch sind.</p>
<p>Besonders bemerkenswert ist die expressive Mimik von Calvin. Mit wenigen Strichen springt Watterson von Ekstase zu tiefster Verstörung oder rührender Nachdenklichkeit. Die Dramaturgie funktioniert auf mehreren Ebenen. Während die wortlosen Gags auch für Kinder verständlich bleiben, baumeln viele Anspielungen und Meta-Kommentare wie versteckte Bonbons im Bild für uns Erwachsene.</p>
<p>Die Gestaltung der Traumsequenzen, etwa wenn Calvin als „Spaceman Spiff“ durchs All jagt, ist ein Fest für die Augen. Auch in Schwarz-Weiß bleibt die visuelle Wucht ungebrochen.</p>
<h3>Revolution aus der Rappelkiste</h3>
<p>CALVIN &amp; HOBBES erschien in einer Zeit, als die Comic-Strips in den Zeitungen zunehmend standardisiert und stromlinienförmig wurden. Watterson stemmte sich sowohl mit erzählerischer, als auch stilistischer und politischer Finesse dagegen.</p>
<p>Durch seine Weigerung, die Figuren ins Konsum-Karussell zu schicken, setzte er ein zudem wichtiges Zeichen gegen Kommerzialisierung und für künstlerische Autonomie.</p>
<p>Thematisch greift CALVIN &amp; HOBBES Debatten auf, die den jeweiligen Zeitgeist widerspiegeln, manchmal subtil, manchmal aber auch mit der Brechstange. Kritik an der Konsumgesellschaft, Betrachtungen über Umwelt, Bildung, mediale Überforderung und das moderne Familienleben durchziehen die Strips, ohne moralisch zu belehren.</p>
<p>Die Beziehung zu anderen Comic-Klassikern ist offensichtlich. Doch während die PEANUTS ihre Welt zumeist melancholisch und resigniert erleben, zelebrieren CALVIN &amp; HOBBES den anarchischen Spaß und den Widerstand gegen die Erwachsenenlogik mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2608" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000.jpg" alt="" width="1000" height="889" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000-300x267.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000-750x667.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000-150x133.jpg 150w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000-768x683.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_06_889X1000-600x533.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Eigen-Sinn und Tiger-Biss</h3>
<p>Watterson sprengt in CALVIN &amp; HOBBES nicht nur die Grenzen der Formatvorgaben für Zeitungscomics. Er inszeniert Panel, die von philosophischer Tiefe bis zum hintergründigen Klamauk reichen.</p>
<p>Besonders prägnant bleibt der Verzicht auf eine fortlaufende Handlung. Jedes Abenteuer, jede Krise, jeder Gag steht wie eine Miniatur für das große Ganze. So erreicht der Comic eine emotionale und intellektuelle Bandbreite zwischen absurdem Alltagswitz und existenzieller Reflexion, die in der Comiclandschaft herausragt.</p>
<p>Ungewohnt bleibt auch, dass der Strip jede Vermarktung verweigert. Keine Animationsfilme, keine Actionfiguren, kein T-Shirt-Universum. Der Wunsch, CALVIN &amp; HOBBES ausschließlich als gezeichnete Figuren weiterleben zu lassen, bewahrt ihnen einen Zauber, den kaum eine andere Serie so lange halten konnte. Alles, was &#8211; außer Büchern &#8211; mit CALVIN &amp; HOBBES Motiven erhältlich ist, kann getrost als nicht autorisiert betrachtet werden.</p>
<h3>Einzigartig wie Tigerstreifen</h3>
<p>CALVIN &amp; HOBBES bleibt ein zeitloses Meisterstück, das Grenzen überschreitet und Leserinnen und Leser aller Generationen inspiriert. Der Comic glänzt als Abenteuerreise für den Geist und als liebevolle Hommage an das kreative Potenzial des kindlichen Blicks. Wer sich auf CALVIN &amp; HOBBES einlässt, reist zwischen urkomischen Alltagskatastrophen, existenziellen Gedankenspielen und poetischen Momentaufnahmen hin und her. Die raffinierten Zeichnungen, pointierten Dialoge und das anarchische Herz der Figuren laden zum Staunen, Lachen, Nachdenken und &#8211; nicht zuletzt &#8211; zum Kind-sein ein. Immer wieder aufs Neue!</p>
<p>Dieser Comic gehört für mich in jedes Was-Nimmst-Du-Mit-Auf-Die-Einsame-Insel-Paket und in jedes Comic-Regal.</p>
<p>Egal ob Sammler oder Neueinsteiger: Diese Comic-Strips sind ein wichtiger, unverzichtbarer Teil unserer Popkultur und ein Geschenk für alle, die Humor mit Haltung, Zeichnung mit Gehalt und Fantasie mit bissigem Witz lieben.</p>
<p>Wer Calvin und seinen Tiger noch nicht kennt, sollte ihnen unbedingt begegnen – auf der nächsten Zeitungsseite, im Comicladen oder direkt als Gesamtausgabe. Man bleibt dabei garantiert nicht derselbe. Um es mit den letzten Worten von Calvin heute vor 30 Jahren zu sagen: &#8222;Let&#8217;s go exploring!&#8220;</p>
<p>P.S:</p>
<p>CALVIN &amp; HOBBES erhielt 1990 den <a title="Max-und-Moritz-Preis" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Max-und-Moritz-Preis">Max-und-Moritz-Preis</a> als bester internationaler Comicstrip und 2007 den <a title="Sondermann (Cartoon)" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sondermann_(Cartoon)#Sondermann-Preis">Sondermann-Preis 2007</a> als bester Comic International 2007. Zuuuuuu recht! </p>
<p>&nbsp;</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2603" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841-300x357.jpg" alt="" width="300" height="357" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841-300x357.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841-750x892.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841-126x150.jpg 126w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841-768x913.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841-600x713.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/CALVIN_UND_HOBBES_01_1000X841.jpg 841w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />CALVIN UND HOBBES</p>



<p class="wp-block-paragraph">© <a href="https://www.carlsen.de/reihe/calvin-und-hobbes?srsltid=AfmBOoogrCvgfYYh8A0woRjaEQomhk80dqspsCwZa7FpI76qBmR2WdSm" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">CARLSEN VERLAG</a> | Hardcover | 1456 Seiten | Schwarz-Weiß und Farbe</p>
<p>Storyline:  ★★★★★</p>
<p>Zeichnungen: ★★★★★</p>
<p>Farben: ★★★☆☆</p>
<p>Lettering: ★★★★☆</p>
<p>Humor: ★★★★★(★)</p>
<p>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★(★)</p>
<p>ISBN: 978-3-551-78907-5 (Gesamtausgabe)</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/12/tiger-schneemaenner-und-spacemen-calvin-und-hobbes/">Tiger, Schneemänner und Spacemen – CALVIN UND HOBBES</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>FRONTIER &#8211; Ein niedlicher Albtraum in Pastell</title>
		<link>https://panelwalker.de/2025/11/frontier-ein-niedlicher-albtraum-in-pastell/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 06:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Guillaume Singelin]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick wirkt dieser Band harmlos. Bunte Flächen. Runde Köpfe. Figuren, die aussehen wie Maskottchen aus einem Mobile Game. Schon nach wenigen Seiten merke ich, wie trügerisch dieser Eindruck ist. FRONTIER zeigt eine Zukunft, in der Konzerne das All als verlängerten Tagebau betrachten und die Menschen nur ein vernachlässigbarer Teil der Infrastruktur sind. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/11/frontier-ein-niedlicher-albtraum-in-pastell/">FRONTIER – Ein niedlicher Albtraum in Pastell</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den ersten Blick wirkt dieser Band harmlos. Bunte Flächen. Runde Köpfe. Figuren, die aussehen wie Maskottchen aus einem Mobile Game. Schon nach wenigen Seiten merke ich, wie trügerisch dieser Eindruck ist. FRONTIER zeigt eine Zukunft, in der Konzerne das All als verlängerten Tagebau betrachten und die Menschen nur ein vernachlässigbarer Teil der Infrastruktur sind. Eine knuddelige Dystopie also?</p>
<p>Das Album wird fast einhellig gefeiert und die Mischung aus Science-Fiction, Sozialdrama und Coming-of-Age gelobt. Es die emotionale Wucht der Geschichte und das dichte politische Panorama betont. Man hebt die detailverliebten Kulissen hervor und schwärmt von der poetischen Melancholie, die über allem liegt. Darum habe ich das Album mit sehr hohen Voraberwartungen gelesen. Vielleicht waren sie aber tatsächlich zu hoch.</p>
<p>Ja, die Wucht ist da, die Ambition auch. Aber je weiter ich blätterte, desto stärker stören mich Chibi-Art, platte Gegensätze und dramaturgische Abkürzungen. Was viele als Meisterwerk feiern, wirkt auf mich bei genauerer Betrachtung dann doch unausgewogen. Ein Comic mit großartigen Momenten, der sich selbst immer aber immer wieder im Weg steht.</p>
<p>Gerade weil das Buch so hoch gelobt wird, lohnt ein sehr genauer, kritischer Blick. Die Stärken sind kaum zu übersehen, die Schwächen aber auch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2699" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_1_1000X713.jpg" alt="Innenseite 1 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_1_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_1_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_1_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_1_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Der Mann hinter den runden Köpfen</h3>
<p>Guillaume Singelin ist kein Newcomer, der zufällig im All gelandet ist. Er hat sich mit Werken wie <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9781637159569/Decoudray-Aurelien/The-Grocery-Omnibus" target="_blank" rel="noopener">THE GROCERY</a>, <a href="https://www.abebooks.de/9782203008861/King-David-Ozanam-Antoine-Singelin-2203008865/plp?srsltid=AfmBOoqJya_GRa3-K0XDamOkI6OdILTB4b951-SL_57OgmTBV_6oBW__" target="_blank" rel="noopener">KONIG DAVID</a> und vor allem <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9781626723184/Singelin-Guillaume/Ptsd" target="_blank" rel="noopener">PTSD</a> einen Namen gemacht. Dort beschäftigt er sich mit Trauma, Gewalt und einer Gesellschaft, die ihre Außenseiter auslagert. Er ist Teil des experimentierfreudigen Label 619 und gilt als einer der prägenden Zeichner seiner Szene.</p>
<p>In Interviews erzählt er, wie ihn Filme wie <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0078748/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_8_nm_0_in_0_q_Alien" target="_blank" rel="noopener">ALIEN</a> und Romane wie <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt1160419/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_8_nm_0_in_0_q_DUNE" target="_blank" rel="noopener">DUNE</a> geprägt haben. Entscheidend für seinen Wunsch dieses Buch zu machen, war aber der Erfolg von <a href="https://www.splitter-verlag.de/shangri-la.html" target="_blank" rel="noopener">SHANGRI-LA</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/carbon-silizium.html" target="_blank" rel="noopener">CARBONE &amp; SILIZIUM</a> seines Freundes Mathieu Bablet. Diese Werke haben ihn offenbar ermutigt, eine eigene große Science-Fiction-Geschichte anzugehen, die gesellschaftliche Fragen mit Pop-Bildern verknüpft.</p>
<h3>Von PTSD ins All</h3>
<p>Die Arbeit an der Geschichte begann schon vor Jahren. Notizen, Skizzen und Designstudien reichen z.B. laut Bonusmaterial bis ins Jahr 2013 zurück. Man spürt diese lange Entwicklungszeit. Das Universum wirkt durchdacht, die Ökonomie des Alls ist klar umrissen. Gleichzeitig schleichen sich genau hier erste Probleme ein.</p>
<p>Singelin packt viele seiner Lieblingsthemen in einen einzigen Band: militarisierte Konzerne, kriegsversehrte Söldnerinnen, zynische Manager, Aktivistinnen, die eine andere Welt suchen. Vieles davon kennt man bereits aus seinen früheren Arbeiten. In FRONTIER wirkt es weniger wie eine Weiterentwicklung, eher wie ein Best-of seiner Motive, das sich nicht immer zu einem neuen Ganzen fügt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2700" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_2_1000X713.jpg" alt="Innenseite 2 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_2_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_2_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_2_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_2_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Wie eine Sonde zur Ware wird</h3>
<p>Die Handlung beginnt auf der Erde. Ein Forschungsteam arbeitet in einem abgelegenen Zentrum an einer neuartigen Sonde. Das Projekt soll das All in einer Tiefe vermessen, von der frühere Programme nur träumen konnten. Im Mittelpunkt steht Ji-Soo Park. Sie glaubt an Wissenschaft, an Neugier und an die Idee, dass Forschung der Menschheit gehören sollte und nicht den Aktionären. Ich erkenne hier starke Star-Trek-Vibes.</p>
<p>Dann kauft der Energieriese &#8222;Energy Solution&#8220; das komplette Projekt. Die Vision wird zum Asset. Aus Forschung wird Produktentwicklung. Ji-Soo bleibt im Team, aber nur, weil sie schwer zu ersetzen ist. Innerlich geht sie auf Distanz. Sie sabotiert, verschleppt, stellt Fragen, die niemand hören will. Genau dadurch wird sie zur Störerin, die man aus der Zentrale entfernen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2701" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_3_1000X713.jpg" alt="Innenseite 3 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_3_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_3_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_3_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_3_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Vom Forschungstraum zur Konzernhölle</h3>
<p>Ihre Strafe ist eine Versetzung in den Orbit. Sie landet auf der Plattform „Rock Breaker“, wo Arbeiterinnen und Arbeiter in extremer Umgebung schuften. Viele sind schon im All geboren und haben die Erde nie gesehen. Die Station ist kein heroischer Außenposten, eher eine Mischung aus Bergbau-Knast und schwebender Fabrik. Die Menschen &#8211; in Form der Konzerne &#8211; haben das All kolonisiert, aber nicht die eigene Gier überwunden. Die Ideale von Star Trek sind an dieser Stelle weit, weit weg.</p>
<p>Hier lernt Ji-Soo Alex kennen. Er ist ein Spacer, ein stiller Typ, der seine Rolle im System lange akzeptiert hat. Gemeinsam entdecken die beiden, dass &#8222;Energy Solution&#8220; nicht nur Rohstoffe ausbeutet. Der Konzern experimentiert auch mit Tieren für riskante Forschungsmissionen. An diesem Punkt kippt die Geschichte und aus Passivität wird Widerstand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2702" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_4_1000X713.jpg" alt="Innenseite 4 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_4_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_4_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_4_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_4_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Ein Affe, eine Söldnerin und ein viel zu glatter Aufstand</h3>
<p>Die Entdeckung der Tierversuche bildet den emotionalen Kern des zweiten Aktes. Das prominenteste Opfer ist ein Affe. Ji-Soo und Alex können nicht tatenlos zusehen und befreien die Tiere. Sie lösen damit eine Kettenreaktion aus. Die Flucht aus der Station gerät zur blutigen Eskalation, deren Szenen mit ihrer Härte in starkem Kontrast zur Cosy-Optik des ganzen Albums steht.</p>
<p>In den Wirren dieser Flucht stoßen die beiden auf Camina. Sie ist eine ehemalige Söldnerin, die im Dienste der Konzerne gekämpft hat und nun an Körper und Seele gezeichnet ist. Sie bringt Kampferfahrung mit und verkörpert die Perspektive derjenigen, die lange Teil der Maschine waren. Zusammen formt das Trio eine fragile Gemeinschaft. Sie wollen nicht mehr funktionieren, sondern sich dem System entziehen.</p>
<p>Hier zeigt Singelin eine Reihe starker Szenen. Kämpfe in der Schwerelosigkeit, Sabotageakte, enge Korridore, in denen jede Explosion Menschen in Stücke reißt. Die Brutalität erinnert daran, dass hier keine &#8222;saubere&#8220; Science-Fiction erzählt wird. Gleichzeitig beginnt die Dramaturgie zu gleiten.</p>
<p>Viele Wendungen wirken wie bekannte Versatzstücke. Der Aufstand entsteht sehr schnell, Figuren schließen sich an, weil es die Handlung verlangt, nicht weil der Comic ihre Entscheidung sorgfältig vorbereitet hätte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2703" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_5_1000X713.jpg" alt="Innenseite 5 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_5_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_5_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_5_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_5_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Zwischen Massengrab und Utopie aus dem Katalog</h3>
<p>Nach der Flucht beginnt eine Odyssee durch unterschiedliche Stationen und Planeten. Das Trio erlebt Massengräber von Arbeiterinnen, die für den Konzern entbehrlich wurden. Es besucht Minenkolonien, in denen moderne Sklaverei Teil des Alltags ist. Der Comic spielt hier auf reale Debatten über seltene Erden und globale Lieferketten an. Die Zukunft ist gar nicht so weit weg.</p>
<p>Je weiter die Reise geht, desto stärker rückt eine Frage in den Mittelpunkt: Wo kann man in einem System überleben, das auf Ausbeutung aufbaut? Die Antwort liefert eine versteckte Station, die wie ein Gegenentwurf zu den Konzernwelten inszeniert ist. Gemeinschaftsgärten ersetzen Fabrikhallen. Es gibt kein Geld mehr, Menschen teilen ihr Wissen, reparieren Dinge und nehmen Geflüchtete auf. Utopia lässt grüßen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2704" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_6_1000X713.jpg" alt="Innenseite 6 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_6_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_6_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_6_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_6_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Wenn Rebellion auf dem Reißbrett entsteht</h3>
<p>Genau hier kollabiert für mich aber ein Teil der Glaubwürdigkeit. Die Utopie wirkt wie ein fertiges Modell, das aus einem politischen Flyer kommen könnte. Kann es diesen Ort in einer solchen Realität überhaupt geben? Er funktioniert eher als Projektionsfläche für die &#8222;gute&#8220; Gesellschaft und weniger als Alternative für Aussteiger.</p>
<p>Der Schluss verbindet diesen Zufluchtsort mit einem großen Showdown. Wieder fliegt alles in die Luft. Wieder zahlen einfache Menschen den Preis. Emotional funktioniert das, weil man die Figuren inzwischen kennt. Politisch bleibt jedoch ein schaler Nachgeschmack, ein großer Reset, der zu glatt daherkommt und mehr behauptet als durchspielt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2706" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_8_1000X713.jpg" alt="Innenseite 8" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_8_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_8_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_8_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_8_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Chibi-Gesichter im Blech-Nirwana</h3>
<p>Über den Zeichenstil herrscht bei den anderen Kritiken erstaunlich viel Einigkeit. Fast alle Besprechungen heben die unglaubliche Detailfülle hervor. Raumstationen, Minenschiffe, Planetenoberflächen, Schrottgürtel. Jede Seite wirkt auf mich jedoch wie ein Wimmelbild, das zum längeren Inspizieren einladen will. Irgendwann ist mein Kopf allerdings voll.</p>
<p>Chibi-Art bedeutet überzeichnete Proportionen, große Köpfe, kleine Körper, starke Vereinfachung der Gesichter. Die Figuren sehen kindlich aus, oft sogar ein wenig knautschig. Das erzeugt einen gewissen Charme und macht die gezeigten Gewaltspitzen aber umso härter.</p>
<p>Ich ringe mit diesem Ansatz. In ruhigen Momenten funktioniert er gut. Der Blick folgt der Körpersprache. Kleine Haltungen erzählen von Müdigkeit, Trotz oder Feigheit. In den Action-Passagen kippt der Effekt jedoch. Die Chibi-Körper fliegen wie Gummifiguren verharmlosend durch den Raum. Tote sehen oft genauso aus wie Lebende und bei mir verpufft der gewünschte emotionale Schlag.</p>
<p>Hinzu kommt die Frage zur Lesbarkeit, denn manche Seiten wirken überfrachtet. In vielen Panels konkurrieren technische Details, Hintergrundgags und winzige Figuren um meine Aufmerksamkeit. Das ist beeindruckend, aber es erschwert meinen Lesefluss. Ich finde, weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2707" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_9_1000X713.jpg" alt="Innenseite 9 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_9_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_9_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_9_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_9_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Drei Menschen, ein Affe und viele Klischees</h3>
<p>Ji-Soo, Alex und Camina tragen die Geschichte. Sie holen den abstrakten Kapitalismus-Kritik-Plot auf eine menschliche Ebene und scheinen Solidarität gegen ein System zu stellen, das Profit über alles erhebt. In Wirklichkeit ist es differenzierter.</p>
<p>Ji-Soo ist die klassische Idealistin, die an ihrem eigenen Anspruch scheitert. Alex verkörpert den müden Arbeiter, der spät merkt, dass Anpassung ihn nicht schützt. Camina ist die traumatisierte Kriegerin mit gutem Kern. Das sind funktionale Archetypen. Sie funktionieren in der Handlung und erzeugen Sympathie, jedoch bleiben ihre inneren Konflikte erstaunlich schematisch.</p>
<p>Ji-Soo soll lernen, ihren Hass zu überwinden. Alex soll Verantwortung übernehmen. Camina soll eine neue Rolle finden. Oft passieren diese Verlagerungen in wenigen Szenen oder sogar nur im Off. Figuren, die angeblich kaum miteinander können, funktionieren im nächsten Kapitel problemlos als eingeschworenes Team.</p>
<p>Was mich auch stört ist, dass viele Nebenfiguren nur als Verstärker für die Botschaft dienen. Die gütige Gärtnerin, der zynische Offizier oder die ausgebeutete Arbeiterin, die kurz vor dem Tod noch einen eindringlichen Satz sagt sind emotional effektiv, aber durchschaubar. Der Comic sortiert seine Figuren sehr schnell in &#8222;rettenswert&#8220; oder in Teil des Problems, schwarz oder weiß. Ich sehe auf den 200 Seiten keine Graustufen.</p>
<h3>Kapitalismuskritik mit dem Holzhammer</h3>
<p>Niemand kann Singelin vorwerfen, dass er unpolitisch wäre. FRONTIER zeigt Konzerne, die Planeten plündern, Arbeiterinnen einsperren und jeden Widerstand brutal niederschlagen. Der Bezug zu Gegenwartsthemen wie z.B. seltene Erden, Arbeitsrechte, Fluchtbewegungen oder ökologische Katastrophen ist eindeutig.</p>
<p>Das Problem liegt weniger im Anliegen, mehr in der Ausführung. Die Konzerne sind durchweg monströs. Manager und Söldner agieren fast immer als Karikaturen, die keine Zwischentöne kennen. Auf der anderen Seite stehen reine Opfer und ein idealisierter Zufluchtsort, der jedes ökonomische Problem elegant ausblendet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2708" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_10_1000X713.jpg" alt="Innenseite 10 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_10_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_10_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_10_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_10_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Kapitalismus böse, Kommune gut</h3>
<p>Natürlich darf eine Fiktion vereinfachen. Aber hier wird eine komplexe Debatte in Schablonen gepresst und über das Styling verniedlicht. Kapitalismus ist böse, Gemeinschaft ist gut. Das mag emotional funktionieren. Es liefert nur wenig neue Einsichten.</p>
<p>Die interessantesten Momente entstehen dort, wo Figuren zwischen den Fronten stehen. Camina, die vom Gewaltapparat lebt und sich gleichzeitig davon lösen will. Arbeiter, die wissen, dass der Konzern sie zerstört, aber keine Alternative sehen.</p>
<p>Solche Spannungen tauchen immer wieder auf. Der Comic entwickelt sie nur selten konsequent. Stattdessen kehrt er zum vertrauten Bild zurück. Unternehmen sind abstrakte Monster. Die Hoffnung liegt in einer bewusst handelnden Gemeinschaft. Das ist nicht falsch, es ist nur im Jahr 2025 als Aussage ziemlich dünn.</p>
<h3>Struktur, Tempo und meine Müdigkeit beim Blättern</h3>
<p>Ich fand den Einstieg in das Album sperrig. Der Auftakt ist tatsächlich zäh. Lange Sequenzen im Forschungslabor. Viele erklärende Dialoge. Gleichzeitig deutet Singelin nur an, wie die politische Ordnung der Erde aussieht. Ja, hier geht es um Worldbuilding. Und doch ist es ein Comic für einen Abend auf der Couch und kein Computerspiel, mit dem ich die kommenden Tage verbringen will &#8211; obwohl ich es bei der Vielzahl von Eindrücken wohl muss.</p>
<p>Der Mittelteil gewinnt, sobald das Trio gemeinsam unterwegs ist. Hier entstehen dichte, fast schon filmische Szenen. Der Rhythmus kippt, wenn der Comic zwischen Schockbildern und ruhigen Beobachtungen springt. Manchmal geschieht das harmonisch, manchmal wirkt es wie das Abhaken einer To-do-Liste: Jetzt brauchen wir einen großen Angriff! Jetzt ein leises Gespräch unter Sternenhimmel! Jetzt ein moralisches Dilemma!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2709" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_11_1000X713.jpg" alt="Innenseite 11 von FRONTIER" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_11_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_11_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_11_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_11_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Overkill</h3>
<p>Hinzu kommt die zeichnerische Überfrachtung. Besonders in breiten Panoramen verschwimmen Figuren, Maschinen und Landschaft. Ich hatte es schwer, mich zu entscheiden: Sollte ich der Handlung folgen und zuerst den Text lesen? Oder koste ich die Bilder aus und verliere vielleicht den narrativen Faden?</p>
<p>Im letzten Drittel dann wirkt die Geschichte wiederum seltsam gehetzt. Die Utopie wird eingeführt, geprüft und verteidigt, bevor sie sich wirklich entfalten kann. Ein Band mit 200 Seiten fühlt sich plötzlich kurz an.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Nach der Lektüre verstehe ich, warum so viele Menschen diesen Comic lieben. Das Buch ist visuell beeindruckend. Es erzählt von Freundschaft, Solidarität und dem Versuch, sich einem zerstörerischen System zu entziehen. Es hat wichtige Preise gewonnen und steht auf mehreren Best-of-Listen für aktuelle Science-Fiction-Comics.</p>
<p>Gleichzeitig bleiben meine Vorbehalte massiv. Die politische Ebene ist oft platt. Die Utopie wirkt am Ende wie ein Poster, nicht wie ein ernsthaft gedachtes Gesellschaftsmodell. Die Chibi-Optik nimmt vielen Szenen ihre Schärfe, statt sie zu verstärken. Die Figuren berühren, aber sie überraschen nur selten. Und die erzählerische Struktur ist weniger souverän, als der erste Eindruck vermuten lässt.</p>
<p>Trotzdem würde ich FRONTIER nicht ignorieren. Im Gegenteil. Wer sich für Comics interessiert, die zwischen Manga-Ästhetik, europäischer Science-Fiction und linker Kapitalismuskritik pendeln, kommt um dieses Buch nicht herum. Es ist ein Werk, an dem man sich reiben kann. Man kann es lieben, man kann sich daran abarbeiten, man kann es großartig oder überbewertet finden.</p>
<p>Meine Empfehlung: Lies&#8216; den Band, aber lass&#8216; Dich nicht vom Hype lenken. Nutze die üppigen Bilder, um inne zuhalten, lass&#8216; Dir Zeit und stell&#8216; Dir beim Lesen immer wieder eine Frage: Wo wird hier wirklich erzählt? Und wo wird nur behauptet?</p>
<p>Wenn ein Comic so viel Gesprächsstoff liefert, hat er seinen Job am Ende doch erfüllt&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2710" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_COVER_1000X718-300x418.jpg" alt="Cover von FRONTIER" width="300" height="418" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_COVER_1000X718-300x418.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_COVER_1000X718-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_COVER_1000X718-600x836.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/11/FRONTIER_COVER_1000X718.jpg 718w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />FRONTIER</p>



<p class="wp-block-paragraph">© <a href="https://www.splitter-verlag.de/frontier.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">Splitter Verlag</a> | Hardcover | 200 Seiten | Farbe</p>
<p>Storyline:  ★★★☆☆</p>
<p>Zeichnungen: ★★★☆☆</p>
<p>Farben: ★★★☆☆</p>
<p>Lettering: ★★★☆☆</p>
<p>Humor: ★☆☆☆☆</p>
<p>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</p>
<p>ISBN: 978-3-68950-020-7</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/11/frontier-ein-niedlicher-albtraum-in-pastell/">FRONTIER – Ein niedlicher Albtraum in Pastell</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>DIE WAISE VON PERDIDA &#8211; Im Universum ist die Hilfe selten nah</title>
		<link>https://panelwalker.de/2025/08/die-waise-von-perdida-im-universum-ist-die-hilfe-selten-nah/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2025/08/die-waise-von-perdida-im-universum-ist-die-hilfe-selten-nah/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Aug 2025 14:20:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreise]]></category>
		<category><![CDATA[Adrian Fernandez Delgado]]></category>
		<category><![CDATA[Regis Hautiere]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>DIE WAISE VON PERDIDA von Régis Hautière (Text) und Adrián (Zeichnungen und Kolorierung) ist ein bereits 2020 erschienener Science-Fiction-Comic, der auf der gleichnamigen Novelle von Stefan Wul basiert. Im Mittelpunkt steht der vierjährige Claudi, der nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern auf dem gefährlichen Planeten Perdida um sein Überleben kämpft. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/08/die-waise-von-perdida-im-universum-ist-die-hilfe-selten-nah/">DIE WAISE VON PERDIDA – Im Universum ist die Hilfe selten nah</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-block-paragraph">DIE WAISE VON PERDIDA von Régis Hautière (Text) und Adrián (Zeichnungen und Kolorierung) ist ein bereits 2020 erschienener Science-Fiction-Comic, der auf der gleichnamigen Novelle von Stefan Wul basiert. Im Mittelpunkt steht der vierjährige Claudi, der nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern auf dem gefährlichen Planeten Perdida um sein Überleben kämpft. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein Ei-förmiger Kommunikator, über den er mit Max, einem alten Freund der Familie, kommuniziert. Max setzt alles daran, Claudi zu retten, doch auf seiner Reise durch den Kosmos lauern zahlreiche Gefahren: Verfolger, technische Pannen und zwielichtige Mitreisende. Ein klassischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem jeder Tag Claudi&#8217;s letzter sein könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1140" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_01.jpg" alt="Innenseite des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="719" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_01.jpg 719w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_01-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_01-600x834.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 719px) 100vw, 719px" /></p>
<h3>Von Hornissen, Raumfahrt und menschlichen Abgründen</h3>
<p>Die Geschichte beginnt mit einem scheinbar normalen Tag auf Perdida. Doch schon bald wird klar: Die jährliche Hornissenplage bricht viel zu früh aus – und diese Hornissen sind alles andere als harmlos. Sie verschlingen alles, was ihnen in die Quere kommt, auch Menschen. Claudi&#8217;s Mutter opfert sich, um ihren Sohn zu retten, und Claudi bleibt allein zurück – ein Vierjähriger, der sich auf einem tödlichen Planeten durchschlagen muss.</p>
<p>Während Claudi also ums Überleben kämpft, setzt Max auf einem fernen Planeten alles daran, ihn zu retten. Doch Max ist kein strahlender Held, sondern ein Schmuggler mit eigenen Problemen. Die Handlung springt geschickt zwischen Claudi und Max hin und her, bis sich der Fokus zunehmend auf Max und seine Reise richtet.</p>
<p>Unterwegs trifft Max auf eine bunte Truppe, die für zusätzliche Dynamik sorgt – von zwielichtigen Passagieren bis hin zu alten Bekannten. Die Geschichte entwickelt sich zu einem spannenden Abenteuer mit zahlreichen Wendungen, bei dem nichts, aber auch gar nichts so glatt läuft, wie von Max erhofft.</p>
<p>Der Comic bleibt dabei stets spannend, emotional und überraschend. Das Ende – keine Sorge, hier wird nicht gespoilert – ist unerwartet und verleiht der Geschichte eine zusätzliche Tiefe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1141" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_02.jpg" alt="Innenseite des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="721" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_02.jpg 721w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_02-300x416.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_02-600x832.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px" /></p>
<h3>Cartoonesk, expressiv und farbenfroh</h3>
<p>Adrián Fernández Delgado&#8217;s (Adrián) Zeichenstil ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal dieses Comics. Die Figuren wirken cartoonhaft, mit klaren Linien und expressiver Mimik. Gerade in Actionszenen verleiht der reduzierte Stil den Panels eine besondere Dynamik, während in ruhigeren Momenten die Emotionen der Figuren im Vordergrund stehen.</p>
<p>Die Farbgestaltung ist durchdacht und unterstützt die Atmosphäre: Orange- und Rottöne lassen die Hitze auf Perdida fast greifbar werden, während grüne und schwarze Töne die Pflanzenwelt und das All stimmungsvoll einfangen. Trotz der fast kindlich anmutenden Optik ist der Comic keineswegs ein Kinderbuch. Die Bildsprache ist oft brutal, die Szenen intensiv und der Tod allgegenwärtig.</p>
<p>Die Panels sind übersichtlich gestaltet, der Lesefluss ist angenehm und die Bildkomposition sorgt dafür, dass man der Handlung mühelos folgen kann. Besonders gelungen: Die Mimik der Figuren transportiert oft mehr Emotionen als die Dialoge selbst.</p>
<p>Und die Bedrohlichkeit der Hornissen ist so intensiv umgesetzt, dass wir glauben, im Hintergrund das tiefe Summen heran fliegender Insekten zu hören.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1142" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_03.jpg" alt="Innenseite des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_03.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_03-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_03-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Zwischen Naivität und Überlebenswillen</h3>
<p>Die Charaktere in DIE WAISE VON PERDIDA sind alles andere als stereotyp. Im Zentrum steht Claudi, ein Vierjähriger, der auf sich allein gestellt ist. Seine kindliche Naivität kollidiert mit der brutalen Realität des Planeten. Der Comic schafft es, Claudi&#8217;s Perspektive glaubhaft einzufangen: seine Angst, seine Hoffnung, aber auch seine kindliche Sicht auf die Katastrophen, die ihn umgeben.</p>
<p>Max, der Schmuggler, ist ein klassischer Antiheld. Er ist kein strahlender Retter, sondern ein Mann mit Vergangenheit und eigenen Problemen. Im Laufe der Geschichte wird klar, dass auch Max sich seinen Dämonen stellen muss – und vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben die Chance bekommt, alles richtig zu machen.</p>
<p>Die Nebenfiguren sind nicht bloß Staffage, sondern bringen eigene Motivationen und Konflikte ein. Ob Freund oder Feind, sie sorgen für zusätzliche Spannung und überraschende Wendungen. Die Figurenentwicklung ist insgesamt glaubwürdig und facettenreich, auch wenn manche Charaktere bewusst archetypisch angelegt sind.</p>
<p>Besonders gelungen ist die Darstellung von Silbad (nicht Sindbad!), dessen Wissen um Perdida und seine väterliche Fürsorge für den fernen Claudi eine zentrale Rolle spielen. Ihn nimmt Max mit auf die Reise.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1143" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_04.jpg" alt="Innenseite des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="721" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_04.jpg 721w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_04-300x416.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_04-600x832.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px" /></p>
<h3>Ein moderner Klassiker neu erzählt</h3>
<p>DIE WAISE VON PERDIDA ist nicht einfach nur eine weitere Science-Fiction-Geschichte. Die Vorlage stammt von Stefan Wul, einem der großen französischen Science-Fiction-Autoren der 1950er Jahre. Die Novelle wurde bereits 1982 als Zeichentrickfilm „<a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0084315/?ref_=fn_all_ttl_1" target="_blank" rel="noopener">Die Herrscher der Zeit</a>“ adaptiert. Jean Giraud (Moebius) hatte damals seine Finger im Spiel.</p>
<p>Hautière und Adrián interpretieren die Geschichte neu, bleiben dabei aber näher an der literarischen Vorlage als die Verfilmung. Die Mutter von Claudi erhält im Comic z.B. eine größere Rolle und mehr Kompetenz als im Film, was der Geschichte zusätzliche Tragik verleiht. Auch ist die Sprache im Comic derber und direkter, was die Härte der Welt von Perdida unterstreicht.</p>
<p>Ein besonderes Merkmal des Comics ist der Spagat zwischen kindlicher Perspektive und erwachsenen Themen. Die Geschichte beginnt fast märchenhaft, wird aber schnell düster und existenziell. Die Mischung aus Abenteuer, Drama und Science-Fiction ist ungewöhnlich ausgewogen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen. Der Comic ist ein One-Shot, der keine offenen Fragen hinterlässt.</p>
<p>Die emotionale Wucht, mit der der Comic arbeitet, hebt ihn von vielen anderen Genre-Vertretern ab. Die Balance zwischen Action, Spannung und Gefühl ist bemerkenswert. Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird nicht nur unterhalten, sondern auch berührt.</p>
<p>Und zwischendurch blitzt ein feiner Humor in den Bildern auf, wenn die Kneipe auf dem Bergbauplaneten &#8222;L&#8217;INCAL&#8220; heißt oder der &#8222;Dicke&#8220; auf Gamma 10 mehr Ähnlichkeit mit einem Hutten aus Star Wars hat als mit einem Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1144" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_05.jpg" alt="Innenseite des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="721" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_05.jpg 721w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_05-300x416.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_05-600x832.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Noch ein Wort zum Hintergrund</h3>
<p>Régis Hautière ist ein erfahrener französischer Comicautor, der sich durch Vielseitigkeit und ein Gespür für emotionale Geschichten auszeichnet. Adrián, der spanische Zeichner, ist weniger bekannt, überzeugt aber durch seinen eigenständigen Stil, der perfekt zur Geschichte passt.</p>
<p>Die Adaption des Albums entstand im Rahmen der „Splitter Double“-Reihe, in der jeweils zwei Bände der französischen Originalausgabe in einem Band zusammengefasst werden. Die Comicadaption ist zudem in sich abgeschlossen und benötigt keine Vorkenntnisse – weder vom Roman noch vom Film. Wer die Vorgänger kennt, wird einige Unterschiede bemerken, kann sich aber auf eine eigenständige Interpretation freuen.</p>
<p>Ein interessanter Punkt: Während der Comic sich eng an die literarische Vorlage hält, wurden einige Figuren und Elemente modernisiert, um mehr Dynamik und Drama zu erzeugen. Das verleiht der Geschichte einen frischen Anstrich, ohne den Geist des Originals zu verlieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1145" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_10.jpg" alt="Innenseite des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="721" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_10.jpg 721w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_10-300x416.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_10-600x832.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 721px) 100vw, 721px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Man könnte meinen, Science-Fiction-Comics hätten genug von Weltraum-Abenteuern, interstellaren Schmugglern und gefährlichen Planeten. Aber wie oft bekommt man schon eine tödliche Hornissenplage als zentralen Handlungsmotor? Die Autoren beweisen Mut zur Abwechslung und erinnern uns daran, dass das Universum nicht nur von Aliens, sondern auch von Insekten heimgesucht werden kann.</p>
<p>Auch der eiförmige Kommunikator ist ein schönes Detail: Wer hätte gedacht, dass ein simples Ei zum wichtigsten Lebensretter der Galaxis werden kann? Vielleicht hätte man auf der Erde öfter mal ein Frühstücksei mehr wertschätzen sollen &#8211; nur so ein Gedanke.</p>
<p>DIE WAISE VON PERDIDA ist ein Comic, der Science-Fiction-Fans und Comic-Kenner gleichermaßen begeistern kann. Die Mischung aus Abenteuer, Drama und emotionaler Tiefe ist selten so gelungen wie hier. Der Zeichenstil ist eigenständig und verleiht der Geschichte einen besonderen Charme, der zwischen cartoonhaft und expressiv pendelt.</p>
<p>Die Figuren sind glaubwürdig, die Handlung spannend und voller Überraschungen. Besonders hervorzuheben ist die Balance zwischen kindlicher Perspektive und erwachsenen Themen. Selten wurde das Überleben eines Kindes im All so eindringlich und zugleich so liebevoll erzählt.</p>
<p>Wer auf der Suche nach einem abgeschlossenen, emotionalen und optisch ansprechenden Science-Fiction-Comic ist, sollte dieses Album unbedingt lesen. Und wer sich bisher noch nicht vor Hornissen gefürchtet hat, wird es nach diesem Comic vielleicht tun.</p>
<p>Kurzum: Ein modernes Space-Western für Erwachsene, der zeigt, dass auch im All niemand wirklich allein ist – solange es Eier gibt, die Kontakt zur Außenwelt halten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>

</p>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />
<p>



</p>
<p class="wp-block-paragraph"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-1146" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_Cover-300x417.jpg" alt="Cover des Comics DIE WAISE VON PERDIDA" width="300" height="417" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_Cover-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_Cover-600x834.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/05/Perdida_Cover.jpg 719w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />DIE WAISE VON PERDIDA</p>
<p>

</p>
<p class="wp-block-paragraph">© <a href="https://www.splitter-verlag.de/die-waise-von-perdida.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">Splitter-Verlag</a>| Hardcover | 122 Seiten | Farbe</p>
<p>Storyline:  ★★★★★</p>
<p>Zeichnungen: ★★★★★</p>
<p>Farben: ★★★★★</p>
<p>Lettering: ★★★★☆</p>
<p>Humor: ★★★☆☆</p>
<p>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</p>
<p>ISBN: 978-3-96219-117-7<br /><br />Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>.</p>
<p></p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/08/die-waise-von-perdida-im-universum-ist-die-hilfe-selten-nah/">DIE WAISE VON PERDIDA – Im Universum ist die Hilfe selten nah</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der bizzare Roadtrip von BIZZARO</title>
		<link>https://panelwalker.de/2025/07/der-schraege-roadtrip-von-bizzaro/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2025 22:02:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
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		<category><![CDATA[Heath Corson]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer glaubt, dass Comics immer logisch, stringent und klar verständlich ablaufen, sollte sich auf BIZZARO gefasst machen. Hier ist alles anders. Oder doch nicht? Vielleicht ist es gerade deshalb so normal, weil es eben unnormal ist. Die Geschichte von BIZZARO, geschrieben von Heath Corson und in Szene gesetzt von den Zeichner-Zwergen Tim Sale, Kelley Jones, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/07/der-schraege-roadtrip-von-bizzaro/">Der bizzare Roadtrip von BIZZARO</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-block-paragraph">Wer glaubt, dass Comics immer logisch, stringent und klar verständlich ablaufen, sollte sich auf BIZZARO gefasst machen. Hier ist alles anders. Oder doch nicht? Vielleicht ist es gerade deshalb so normal, weil es eben unnormal ist.</p>
<p>Die Geschichte von BIZZARO, geschrieben von Heath Corson und in Szene gesetzt von den Zeichner-Zwergen Tim Sale, Kelley Jones, Darwyn Cooke und Francis Manapul ist ein wilder Roadtrip durch die Untiefen des DC-Universums. Allerdings mit einem Navigationsgerät, das auf „Absurdistan“ eingestellt ist.</p>
<p>BIZZARO, der berühmt-berüchtigte Anti-Superman, macht sich mit seinem besten Nicht-Freund Jimmy Olsen auf eine Reise quer durch die USA. Ziel? Keins. Oder vielleicht doch? Aber wenn, dann das Gegenteil von Irgendwo. Die beiden erleben Abenteuer, die so schräg sind, dass sie fast schon wieder Sinn ergeben. Aber nur fast.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1604" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_1.jpg" alt="Innenseite 1 von BIZZARO" width="450" height="692" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_1.jpg 596w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_1-300x462.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></p>
<p>Sie treffen auf schräge Gestalten, besuchen Orte, die es eigentlich gar nicht geben dürfte, und geraten in Situationen, die nur ein BIZZARO als völlig normal bezeichnen würde.</p>
<p>Dabei dreht sich faktisch alles um das große Thema: Was heißt es eigentlich, anders zu sein? Und ist das Gegenteil von schlecht eigentlich gut oder einfach nur anders schlecht?</p>
<p>Die Handlung ist wie ein Spiegelkabinett, in dem jede Wendung eine weitere Verdrehung der Realität bedeutet. Wer hier eine klassische Heldenreise erwartet, bekommt stattdessen eine Anti-Heldenreise, bei der das Ziel nie das Ziel ist und der Weg das eigentliche Ziel. Oder eben auch nicht.</p>
<p>Es ist ein Comic, der sich selbst nicht ernst nimmt und gerade dadurch eine erfrischende Leichtigkeit entwickelt.</p>
<p>BIZZARO ist wie ein Comic, der sträwkcür (Äh, rückwärts!) gelesen werden will, aber trotzdem vorwärts Spaß macht.</p>
<p>Die Geschichte ist ein Feuerwerk aus absurden Ideen, schrägem Humor und charmantem Slapstick. Wer sich darauf einlässt, erlebt ein Abenteuer, das so einzigartig ist wie BIZZARO&#8217;s Sicht auf diese Welt. Alles ist falsch, aber genau deshalb ist alles richtig.</p>
<h3 style="text-align: right;">C-H-A-O-S mit Methode</h3>
<p>Die Erzählstruktur von BIZZARO ist ein eigener Kosmos, ein kleines Kunstwerk der Verwirrung. Heath Corson spielt mit den Erwartungen der Leser, indem er klassische Story-Elemente nimmt und sie einfach umdreht. Was wie eine normale Buddy-Komödie beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Reise ins Absurde. Der rote Faden? Eher ein buntes Wollknäuel, das sich immer wieder verknotet und dann doch irgendwie wohin führt.</p>
<p>Die Dramaturgie lebt von schnellen Wechseln, überraschenden Wendungen und einer Erzählweise, die sich bewusst über alle Superhelden-Klischees lustig macht. Die Handlung springt von einer absurden Situation zur nächsten, ohne dabei den Faden zu verlieren (zumindest nicht für BIZZARO).</p>
<p>Für uns ist es manchmal ein Sprung ins kalte Wasser, aber genau darin liegt der Reiz. Die Story ist wie ein Mosaik aus kleinen, in sich abgeschlossenen Episoden, die zusammen ein großes, wenn auch schräges Bild ergeben.</p>
<p>Im Zentrum steht immer wieder die Frage nach unser Identität, unserer Zugehörigkeit. BIZZARO sucht seinen Platz in einer Welt, die ihn nicht versteht, die er selbst aber auch nicht versteht.</p>
<p>Die Erzählstruktur spiegelt dieses Gefühl der Orientierungslosigkeit perfekt wider. Mal ist die Handlung rasant, mal entschleunigt, mal voller Action, mal voller absurder Dialoge. Alles wirkt improvisiert, dann doch aber nie beliebig.</p>
<p>Die Story-Arc von BIZZARO ist ein Paradebeispiel dafür, wie man mit den Mitteln des Comics spielen kann, ohne sich an starre Regeln zu halten. Es ist ein wilder Ritt, der Spaß macht, weil er letztendlich so unberechenbar ist.</p>
<p>Wer klassische Dramaturgie sucht, wird hier herausgefordert und gerade das macht den Reiz aus.</p>
<h3 style="text-align: right;">Freundschaft auf BIZZARO-Art</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1606" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_3.jpg" alt="Innenseite 2 von BIZZARO" width="400" height="615" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_3.jpg 612w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_3-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_3-600x923.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Die Figuren in BIZZARO sind so schräg wie das ganze Konzept des Comics.</p>
<p>Im Mittelpunkt steht natürlich BIZZARO selbst, der Antiheld, der alles anders macht. Seine Persönlichkeit ist eine Mischung aus kindlicher Naivität, unbeholfener Gutmütigkeit und einer Portion anarchischem Witz.</p>
<p>BIZZARO ist nicht einfach nur das Gegenteil von Superman, er ist eine eigenständige Figur mit echtem Herz. Seine Sicht auf die Welt ist so schräg, dass sie schon wieder rührend ist.</p>
<p>Jimmy Olsen, der ewige Sidekick, bekommt in BIZZARO endlich die Gelegenheit, mehr als nur der Typ mit der Kamera zu sein.</p>
<p>Er ist der „normale“ Gegenpol zu BIZZARO&#8217;s Wahnsinn, aber auch er entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter.</p>
<p>Die Dynamik zwischen den beiden ist das Herzstück des Comics, eine Freundschaft, die auf den ersten Blick unmöglich erscheint, aber gerade deshalb funktioniert.</p>
<p>Die Nebenfiguren sind ein bunter Haufen aus dem DC-Universum, die in BIZZARO alle ihre schrägen Momente bekommen. Ob skurrile Schurken, seltsame Helden oder einfach nur merkwürdige Gestalten, jeder Charakter trägt zur absurden Atmosphäre bei. Dabei gelingt es Corson, auch den Nebenfiguren Tiefe zu verleihen.</p>
<p>Die Charakterentwicklung ist unterschwellig, aber spürbar. BIZZARO bleibt zwar immer BIZZARO, aber im Laufe der Geschichte wächst er an seinen Aufgaben. Natürlich auf seine ganz eigene, verdrehte Weise.</p>
<p>Auch Jimmy durchläuft eine Entwicklung, die ihn am Ende nicht nur als Sidekick, sondern als echten Freund dastehen lässt.</p>
<p>Die Figuren sind das Rückgrat des Comics und machen BIZZARO zu mehr als nur einer absurden Komödie.</p>
<h3 style="text-align: right;">Vier Künstler, ein Comic</h3>
<p>BIZZARO ist ein Fest für Fans außergewöhnlicher Comic-Kunst. Die Zeichnungen von Tim Sale, Kelley Jones, Darwyn Cooke und Francis Manapul sind so unterschiedlich wie die Persönlichkeiten der Protagonisten.</p>
<p>Jeder Künstler bringt seinen eigenen Stil ein, was dem Comic eine enorme visuelle Vielfalt verleiht. Die Seiten wechseln zwischen düsterem Noir, poppigem Retro-Charme, dynamischer Action und surrealen Traumlandschaften.</p>
<p>Tim Sale bringt mit seinen markanten Linien und dem Spiel aus Licht und Schatten eine gewisse Melancholie ins Spiel. Kelley Jones setzt auf übertriebene Proportionen und groteske Details, was perfekt zu BIZZARO&#8217;s verdrehter Welt passt. Darwyn Cooke steuert seinen unverwechselbaren Retro-Stil bei, der an Klassiker wie THE NEW FRONTIER erinnert und dem Comic eine zeitlose Eleganz verleiht. Francis Manapul schließlich sorgt mit seinen fließenden Linien und dynamischen Kompositionen für moderne Frische. Und all das macht diesen Comic auch zu einem Funny.</p>
<p>Die Farbgebung ist knallig und unterstützt die absurde Grundstimmung des Comics. Oft wirken die Panels wie aus einem Fiebertraum, der zwischen Cartoon und Kunstwerk pendelt. Die Künstler nutzen das Medium Comic voll aus, spielen mit Perspektiven, Panel-Anordnungen und visuellen Gags. BIZZARO ist ein Werk, das auch optisch immer wieder überrascht und begeistert.</p>
<p>Die künstlerische Qualität ist durchweg hoch, auch wenn die Stile manchmal abrupt wechseln. Doch gerade diese Brüche passen sehr gut zum Konzept dieses Machwerks. Alles ist im Fluss, alles ist möglich.</p>
<p>Wer Comics liebt, die sich nicht an Konventionen halten, wird BIZZARO als visuelles Abenteuer feiern.</p>
<h3 style="text-align: right;">BIZZARO-Logik &#8211; Wenn alles anders ist</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1607" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_4.jpg" alt="" width="400" height="615" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_4.jpg 612w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_4-300x461.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_4-600x923.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>BIZZARO ist mehr als nur ein weiterer DC-Comic. Das Werk lebt von seinen kleinen und großen Besonderheiten.</p>
<p>Die größte Innovation ist sicherlich der konsequente Bruch mit den üblichen Superhelden-Konventionen. Hier wird alles auf den Kopf gestellt. Gut ist böse, schlecht ist gut und ein Happy End ist das, was BIZZARO dafür hält. Der Humor ist mal subtil, mal brachial aber immer originell.</p>
<p>Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die gelungene Mischung aus Hommage und Parodie.</p>
<p>BIZZARO nimmt das DC-Universum liebevoll aufs Korn (und zwar mit der Schrotflinte), ohne es lächerlich zu machen. Die vielen Anspielungen und Insider-Gags machen den Comic zu einem Fest für Kenner, aber auch Gelegenheitsleser kommen auf ihre Kosten. Die Gastauftritte bekannter Figuren sind charmant und nie Selbstzweck.</p>
<p>Die Vielstiftigkeit der Zeichner sorgt für Abwechslung und unterstreicht die fragmentarische Struktur des Comics. Jede Episode fühlt sich anders an, bleibt aber immer Teil des großen Ganzen. Die kreativen Freiheiten, die sich Corson und die Künstler nehmen, machen BIZZARO zu einem Comic, der Grenzen überschreitet, sowohl formal als auch inhaltlich. Hier ist nichts aus einem Guss &#8211; und dann wieder doch.</p>
<p>BIZZARO ist ein Comic, der Mut zur Andersartigkeit beweist und damit neue Wege geht. Wer sich auf das Abenteuer einlässt, wird mit einem Lese-Erlebnis belohnt, das so einzigartig ist wie sein Held.</p>
<h3 style="text-align: right;">Lest BIZZARO! Oder auch nicht. Oder besser doch.</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-1605" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_2-300x462.jpg" alt="" width="250" height="385" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_2-300x462.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_2-600x923.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO_2.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px" /></p>
<p>BIZZARO ist ein Comic wie kein anderer. Er nimmt das DC-Universum auseinander und setzt es auf seine ganz eigene, verdrehte Weise wieder zusammen.</p>
<p>Die Handlung ist herrlich schräg, die Charaktere liebenswert anders, die Zeichnungen ein Fest für die Sinne. Wer klassische Superhelden-Comics mag, wird hier angenehm überrascht. Wer das Absurde liebt, wird begeistert sein. Und sexy Zatana ist auch dabei!</p>
<p>Die Kombination aus Humor, Innovation und künstlerischer Vielfalt macht BIZZARO zu einem echten Highlight im Comic-Regal. Der Band beweist, dass Comics mehr sein können als nur Helden in (Netz-)Strumpfhosen. Comics können auch Kunst, Satire und Grenzerfahrung sein &#8211; aber das sind ja gleich drei Dinge auf einmal! Mindestens.</p>
<p>Lest BIZZARO. Lasst euch auf das Abenteuer ein, lacht, staunt und wundert euch. Und wenn ihr am Ende nicht wisst, was ihr da gerade gelesen habt, dann habt ihr alles richtig gemacht.</p>
<p>P.S. Dieser Comic ist &#8211; ääätsch! &#8211; bekanntlich verlagsvergriffen, bestellt habe ich ihn mir daher in der <a href="https://www.sammlerecke.de" target="_blank" rel="noopener">Sammlerecke</a>. Das Leben kann wahrlich bizzar sein! Zumindest, wenn man irgendetwas mit dem größten, deutschen Paketdienstleister &#8211; mit dem Akronym Dauert Halt Länger &#8211; versendet. Dann verschwinden Sendungen auf halben Wege, tauchen in Shops wieder auf, die wegen Renovierung geschlossen sind und finden &#8211; nachdem (ups!) die Lagerdauer offiziell abgelaufen ist &#8211; ihren Weg wieder zum Absender zurück. Nur damit der die Sendung dann erneut auf den Weg schickt. Aber DAS ist dann ein ganz anderer Roadtrip. BIZZARO ist schließlich angekommen, obwohl er es wohl nicht wollte.</p>
<p>P.P.S. Wäre James Gunn (<a href="https://www.imdb.com/de/title/tt6334354/?ref_=nm_flmg_job_1_cdt_t_7" target="_blank" rel="noopener">SUICIDE SQUAD</a>, <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt2015381/?ref_=nm_flmg_job_1_cdt_t_13" target="_blank" rel="noopener">GUARDIANS OF THE GALAXY</a>) als Regisseur für einen BIZZARO-Film verpflichtet worden, wäre das Ergebnis wahrscheinlich unglaublich toll geworden. Aber so hat er leider <a href="https://panelwalker.de/2025/07/superman-film-2025-dc-kann-es-einfach-nicht/">SUPERMAN</a> verscripted und verdreht. Sei&#8217;s d&#8217;rum. BIZZARO hätte es wahrscheinlich toll gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>
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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />
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<figure class="wp-block-image size-thumbnail is-style-default"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-1572 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO-300x451.jpg" alt="Cover von BIZZARO" width="300" height="451" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO-300x451.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/BIZZARO.jpg 464w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure>
<p>

</p>
<p class="wp-block-paragraph" style="text-align: right;">BIZZARO</p>
<p style="text-align: right;">

</p>
<p class="wp-block-paragraph" style="text-align: right;">© <a href="https://www.panini.de/shp_deu_de/bizarro-ddcyu001-de01.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener nofollow">Panini Verlag</a> | Softcover | Seiten? keine Angabe möglich? Seitenangaben fehlen! | Farbe? Farbe!<br /><br />Arc-Story:   ★★★★☆<br />Bleistiftung und Filzgekrakel:  ★★★★☆<br />Boom Boom und Geschreibsel:  ★★★☆☆<br />Gelachse:  ★★★★★<br />Deine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>:  ★★★★☆<br />ISBN: <span class="data">978-3-95798-745-7</span><br /><br />Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>.</p>
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<!-- /wp:post-content -->
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2025/07/der-schraege-roadtrip-von-bizzaro/">Der bizzare Roadtrip von BIZZARO</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>BONE &#8211; mehr als nur Knochen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2025 23:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon Books]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Smith]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Knochen &#8230; aber nicht nur! BONE, der Comic-Epos von Jeff Smith, hat eine fast magische Fähigkeit, sich in die Herzen von Comic-Fans einzuschleichen – auch wenn man beim ersten Blick auf die freundlichen Knochenmännchen eher an ein harmloses Kinderbuch denken könnte. Was man nicht sofort erkennt, ist die tiefgründige, komplexe Erzählung und die detaillierten, oft [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<h3>Knochen &#8230; aber nicht nur!</h3>
<div style="clear: both; text-align: left;">BONE, der Comic-Epos von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jeff_Smith_(Comiczeichner)" target="_blank" rel="noopener">Jeff Smith</a>, hat eine fast magische Fähigkeit, sich in die Herzen von Comic-Fans einzuschleichen – auch wenn man beim ersten Blick auf die freundlichen Knochenmännchen eher an ein harmloses Kinderbuch denken könnte. Was man nicht sofort erkennt, ist die tiefgründige, komplexe Erzählung und die detaillierten, oft düsteren Themen, die sich unter der süßen Oberfläche verbergen. Aber keine Sorge, auch wenn du vielleicht eine weitere “harmlos lustige Fantasy-Geschichte” erwartest, bist du hier richtig – denn genau diese Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit macht den Comic zu einem modernen Klassiker. Also schnall dich an, Comic-Fan – du bist auf dem Weg in ein Reich voller Monster, Drachen, geheimnisvoller Prophezeiungen und&#8230; ja, Knochen.</div>
<h3>Drei Cousins</h3>
<div style="clear: both; text-align: left;">Der erste Blick auf die BONE-Trilogie könnte einen in Sicherheit wiegen. Die drei &#8222;Knochen&#8220;-Cousins Fone Bone (li.), Phoney Bone (mt.) und Smiley Bone (re.) kommen in einem sehr cartoonhaften, fast kinderbuchartigen Design daher, das fast schon an Disney erinnert. Während der naive, liebenswerte Fone Bone und der ewig betrügerische, immer auf seinen eigenen Vorteil ausgerichtete Phoney Bone uns mit einer gesunden Dosis Humor und Chaos begegnen, ist Smiley Bone – nun ja – einfach der mit den Witzen, die keiner so richtig versteht (aber irgendwie trotzdem lustig sind).</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Cousins sind aus ihrer Heimatstadt Boneville verbannt und geraten &#8211; wie es der Zufall (oder die Erzählweise eines uralten epischen Abenteuers) will &#8211; in ein fantastisches Land voller Drachen, mysteriöser Kräfte und einem unaufhaltsamen Bösen. Die Idee von ungleichen Helden ist altbekannt, aber was BONE so einzigartig macht, ist, wie Jeff Smith diese „alten Hüte“ auf eine erfrischende Weise umsetzt, mit einer Geschichte, die das zarte Gleichgewicht zwischen Humor und Pathos wahrt, ohne den Leser im Stich zu lassen.</p>
<h3>Die Protagonisten</h3>
<p>Der wohl stärkste Aspekt von BONE ist die Entwicklung seiner Charaktere – insbesondere die von Fone Bone. Zunächst als ein bisschen einfältiger, aber gutmütiger Wanderer eingeführt, entwickelt sich Fone im Verlauf der Geschichte zu einer Person, die für ihre Prinzipien und ihre Freunde kämpft, auch wenn sie es mit übermächtigen Gegnern zu tun hat. Aber das ist nicht nur ein “Held wird stärker”-Weg. Es ist ein stetiger Prozess des Lernens und der Akzeptanz, dass wahre Größe aus der Fähigkeit entsteht, sowohl Fehler einzugestehen als auch Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Und dann ist da noch Phoney Bone. Dieser Typ ist so charmant wie ein Wolf im Schafspelz – oder besser gesagt, wie ein Schaf im Wolfspelz, weil eben nicht so viel hinter seinen Machenschaften steckt, wie er sich selbst glauben machen möchte. Während Phoney auf den ersten Blick wie ein<br />
selbstsüchtiger, geldgieriger Antiheld wirkt (und das ist er auch), wird klar, dass er im Herzen nicht wirklich böse ist. Im Gegenteil: Phoney ist ein faszinierendes Beispiel für die Art von Charakter, die Jeff Smith meisterhaft zeichnet. Einen, der immer wieder Fehler macht, der dabei aber nicht<br />
nur für über sich selbst hinaus wächst, sondern auch für die Leute um ihn herum.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-242 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone_3.jpg" alt="" width="704" height="1024" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone_3.jpg 704w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone_3-275x400.jpg 275w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone_3-688x1000.jpg 688w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone_3-600x873.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone_3-206x300.jpg 206w" sizes="auto, (max-width: 704px) 100vw, 704px" /></p>
<p style="text-align: left;">Und Smiley Bone? Nun, er ist der Comic Relief, der genau dann einen dummen Spruch bringt, wenn du es am wenigsten erwartest. Aber genau diese kleinen Momente geben der Geschichte immer wieder einen erfrischenden Humor, der das düstere, epische Setting auflockert.</p>
<h3>Rattenmonster und andere Gefahren</h3>
<p>Die Geschichte von BONE könnte auf den ersten Blick die typischen Fantasy-Elemente aufgreifen – wir haben ein geheimnisvolles Königreich, das von einer Bedrohung heimgesucht wird, Drachen, die ihren tiefen Schlaf unter der Erde beenden, und Helden, die aus der Ferne gekommen sind, um das Böse zu bekämpfen. Aber die wahre Stärke von BONE liegt in der Art, wie die Geschichte erzählt wird.</p>
<p>Die Bedrohung des dunklen Drachen und der mysteriösen „Rattenmonster“ ist nicht nur ein Aufeinandertreffen von Gut gegen Böse. Die Bedrohung ist subtiler, die Welt ist komplexer. Die mystische Herkunft der sogenannten „Rattenmonster“, die aus einer tiefen, fast mythologischen Vergangenheit heraus angreifen, fügt der Geschichte eine ernsthafte Note hinzu, die sich von den meisten klassischen Fantasy-Werken abhebt. Was wir hier haben, ist eine epische Reise, die nicht nur um den physischen Kampf geht, sondern auch um die Auseinandersetzung mit der Geschichte, der Vergangenheit und den persönlichen Fehlern der Charaktere.</p>
<p>Und dann kommen natürlich die zahlreichen Nebencharaktere – wie Thorn, die geheimnisvolle Prinzessin, die mehr über ihre Herkunft erfahren muss, als sie jemals für möglich gehalten hätte. Ihre Entwicklung ist eine der bewegendsten im gesamten Werk, besonders in der Wechselwirkung mit Fone Bone, dessen zunehmende Gefühle für sie eine der emotionalsten Achsen der Geschichte bilden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-243 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/BONE_4.png" alt="" width="481" height="748" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/BONE_4.png 481w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/BONE_4-257x400.png 257w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/BONE_4-193x300.png 193w" sizes="auto, (max-width: 481px) 100vw, 481px" /></p>
<p>Was BONE so besonders macht, ist die Art und Weise, wie sich die persönlichen und familiären Geschichten der Charaktere mit den größeren Konflikten des Comics verweben. Jeder Schritt, den die Cousins in die größere Welt hinaus tun, ist auch ein Schritt in ihre eigene Entwicklung.</p>
<h3>Und komisch ist es auch</h3>
<p style="text-align: left;">Und dann ist da noch der Humor. Er ist eine der mächtigsten Waffen von Jeff Smith und er nutzt sie meisterhaft, um die tiefen, manchmal düsteren Themen des Comics zu mildern. Es gibt diese wunderbare, fast slapstickartige Dynamik zwischen den Knochencousins Fone, Phoney und Smiley, die oft die nötige Auflockerung bringen, wenn die Geschichte sich auf die epischen Konflikte konzentriert. Der Humor ist jedoch nicht nur leicht und oberflächlich. Es ist ein Humor, der die menschlichen Schwächen und Stärken der Charaktere feiert und ihnen gleichzeitig Tiefe und Komplexität verleiht.In einigen Momenten erinnert er sogar stark an das anarchistische Treiben von Calvin &amp; Hobbes geschrieben von Bill Watterson (<i>Notiz an mich</i>: <i>zu denen muss ich bei Gelegenheit auch noch mal was machen</i>).</p>
<p style="text-align: left;">Smith&#8217;s grafischer Stil ist ebenfalls bemerkenswert. Anfangs könnte man ihn für etwas „einfach“ halten, aber während man tiefer in die Welt von BONE eintaucht, merkt man, dass der Stil genau die richtige Balance zwischen Einfachheit und Detail trifft, um sowohl die humorvollen als auch<br />
die düsteren Elemente der Geschichte zu betonen. Manchmal ist ein Blick von Fone Bone, der in einem Moment der Gefahr fast zu einem Clown wird, alles, was es braucht, um den ernsten Ton ein bisschen aufzulockern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-296 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/04/Bone_2.jpg" alt="" width="960" height="516" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/04/Bone_2.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/04/Bone_2-750x403.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/04/Bone_2-300x161.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/04/Bone_2-768x413.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/04/Bone_2-600x323.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<div style="clear: both; text-align: left;">BONE von Jeff Smith ist nicht nur ein Comic. Er ist ein Erlebnis. Mit seinen großartigen Charakteren, der meisterhaften Erzählweise und der geschickten Balance von Humor und Ernst ist es ein Werk, das die Grenzen zwischen „Kindergeschichte“ und „epischer Fantasy“ verschwimmen lässt. Wer bereit ist, in diese Welt einzutauchen, wird nicht nur in einem fantastischen Abenteuer aus 55 Kapiteln gefangen genommen, sondern wird auch mit einer tiefen und menschlichen Geschichte konfrontiert, die sowohl zu Herzen geht als auch zum Schmunzeln anregt.</div>
<div style="clear: both; text-align: left;">Und auch wenn du am Anfang denkst, du hast hier nur einen weiteren Comic über ein paar alberne Knochenmännchen in der Hand, denk daran: Manchmal ist das Größte unter den kleinsten Dingen verborgen. Und das gilt besonders für BONE.</div>
<p>So, jetzt mal ernsthaft: Was brauchst Du noch? Noch mehr Drachen? Mehr Knochen? Und noch mehr epische Heldenreisen? Hier bekommst du alles und das mit einer Prise Humor, die dir bei jedem Schritt auf dieser Reise ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird.</p>
<p>P.S. Wer sich intensiver mit Jeff Smith&#8217;s grafischer Erzählkunst auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich <a href="https://www.josiahleighton.com/blog/action-in-jeff-smith-comic-bone" target="_blank" rel="noopener">Josiah Leighton&#8217;s Blog Eintrag zur oben gezeigten Wasserfall-Sequenz</a>. Ganz großes Kino!</p>
</div>
<hr />
<div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-244" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone-300x449.jpg" alt="" width="300" height="449" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone-300x449.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone-267x400.jpg 267w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone-200x300.jpg 200w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/01/Bone.jpg 440w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />BONE</p>
</div>
<div>© Cartoon Books | Softcover | Gesamtausgabe 1332 Seiten | Schwarz Weiss (es existieren aber auch kolorierte Ausgaben aus dem Tokyopop-Verlag)</div>
<div>Storyline:  ★★★★☆</div>
<div>Zeichnungen:  ★★★★☆</div>
<div>Lettering:  ★★★★★</div>
<div>Humor:  ★★★☆☆</div>
<div>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</div>
<div></div>
<div>ISBN: 978-1-888963-14-4</div>
<div>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</div>
<div></div>
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