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	<title>Western - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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	<description>Ein Blog für alle Comic-Interessierten</description>
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	<title>Western - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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		<title>Bei PULP beginnt der letzte Ritt im Feierabendverkehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Aug 2026 05:00:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aktuell habe ich wohl eine Western-Phase. Vor Kurzem noch waren wir im Wyoming des Jahres 1863, heute sind wir im New York der ausgehender 30er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. PULP von Ed Brubaker und Sean Phillips war vor Jahren mein erster Comic dieses Autorenteams. Rückblickend betrachtet, hätte der Einstieg in ihre Arbeiten kaum passender sein können. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aktuell habe ich wohl eine Western-Phase. Vor Kurzem noch waren wir im Wyoming des Jahres 1863, heute sind wir im New York der ausgehender 30er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. PULP von Ed Brubaker und Sean Phillips war vor Jahren mein erster Comic dieses Autorenteams. Rückblickend betrachtet, hätte der Einstieg in ihre Arbeiten kaum passender sein können.</p>
<p>Diese schmale, 2020 erschienene Geschichte enthält beinahe alles, was ihre gemeinsame Arbeit auszeichnet. Sie erzählt von Schuld und Gewalt, von Loyalität und der Frage, ob ein einziger, anständiger Entschluss ein verpfuschtes Leben noch verändern kann. Zugleich verbindet es Western, Großstadtkrimi und Künstlerdrama so eng, dass keiner dieser Teile das Genre dieses Comics ernsthaft vorgeben könnte.</p>
<p><span id="more-4316"></span></p>
<p>Die Grundidee entstand, weil Sean Phillips einen Western zeichnen wollte. &#8222;Gut, machen wir!&#8220; dachte sich Brubaker und fragte sich in der Folge, was aus einem Gesetzlosen wird, der nicht jung im Kugelhagel stirbt. So entstand ihr Hauptcharakter, Max Winter, ein früherer Outlaw, der im New York des Jahres 1939 billige Westerngeschichten für Groschenhefte schreibt. PULP eben.</p>
<p>Der historische Zeitpunkt ist dabei sorgfältig gewählt. Am 20. Februar 1939 füllten mehr als 20.000 Anhänger des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikadeutscher_Bund" target="_blank" rel="nofollow noopener">German-American Bund</a> den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Madison_Square_Garden" target="_blank" rel="nofollow noopener">Madison Square Garden</a>. Auf der Bühne standen Hakenkreuze neben amerikanischen Fahnen und einem riesigen Porträt George Washingtons, während draußen Tausende gegen die offene Nazi-Propaganda protestierten. Für sein Script nahm Brubaker dieses reale Ereignis und machte daraus den Schauplatz für den &#8222;letzten Ritt&#8220; eines alten Mannes.</p>
<p>Schon auf den ersten Seiten spürte ich, wie sicher Brubaker und Phillips ihre Geschichte entwickeln. Sie brauchen keine lange Anlaufstrecke. Ein kranker Autor, ein gestohlener Mythos und ein Land, das seine Feinde noch nicht erkennen will, reichen für eine spannende wie tiefsinnige Geschichte völlig aus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4320" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-02_900X585.jpg" alt="Innenseite 02 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-02_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-02_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Ed Brubaker vor dem großen Schattenwurf</h3>
<p>Ed Brubaker begann nicht als gefeierter Krimiautor, sondern als Zeichner und Autor eigener kleiner Comics. In Werken wie <a href="https://www.amazon.de/Complete-Lowlife-Ed-Brubaker/dp/1891830201" target="_blank" rel="nofollow noopener">A COMPLETE LOWLIFE</a> verarbeitete er in den frühen Neunzigerjahren Erfahrungen aus seinem unsteten, jungen Leben. Dazu kamen kurze Geschichten für Anthologien wie DARK HORSE PRESENTS. Schon damals interessierten ihn Menschen, die sich selbst im Weg stehen und trotzdem nach einem Ausweg suchen.</p>
<p>Der entscheidende Schritt folgte schließlich 1999 mit <a href="https://www.amazon.de/Scene-Crime-Ed-Brubaker/dp/1534319344/ref=sr_1_21?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2ENNHUPPE7YWK&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.9gYKNsBn59CQTUhaAjbffy1ZcXHJejc-wUwJ-QtAzRDGjHj071QN20LucGBJIEps.AlHhfpb2LYLwJLm6ClE9dV8X59dbuoEvSpKYUevGDtg&amp;dib_tag=se&amp;keywords=ed+brubaker&amp;qid=1783966741&amp;s=books&amp;sprefix=ed+brubaker%2Cstripbooks%2C109&amp;sr=1-21&amp;xpid=28fioPd5XxSAu" target="_blank" rel="nofollow noopener">SCENE OF THE CRIME</a>. Dort verband Brubaker Detektivgeschichte, Stadtbeobachtung und beschädigte Figuren zu jenem Ton, der seine späteren Arbeiten intensiv prägen sollte. Phillips tuschte drei der vier Hefte und trat damit erstmals in Brubakers berufliche Laufbahn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4319" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-01_900X585.jpg" alt="Innenseite 01 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-01_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-01_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Steckbrief von Sean Phillips</h3>
<p>Sean Phillips arbeitete bereits als Jugendlicher professionell. Seine ersten Aufträge führten ihn in britische Mädchencomics. Dort lernte er, schnell, klar und zuverlässig zu erzählen. Nach dem Kunststudium wechselte er zu CRISIS, <a href="https://shop.2000ad.com/catalogue" target="_blank" rel="nofollow noopener">2000 AD</a> und dem JUDGE DREDD MEGAZINE. Arbeiten wie NEW STATESMEN und <a href="https://www.amazon.de/Devlin-Waugh-Swimming-Blood-English-ebook/dp/B00OFWF94G/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1UKCQCEO2IGXI&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.7Bk53kedL5Qbzih-lS2v-mgg40qM66HEPvM4BbekSvPBtgc1mYyran5NtmyG7fQXJwHD-PA_oUyzhKJGWVuKRDSoDE6LHl-L_E0B9ZM_MV5crlfvfgkwIqKzGh_PbxPMT4Tju8mt5X58lVpbVS6xiw.idZrm_t0P4ThCmu6yYqzTVJ5-NRdhExqsEBCCC8OKBs&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+devlin&amp;qid=1783966856&amp;s=books&amp;sprefix=sean+phillips+devlin%2Cstripbooks%2C103&amp;sr=1-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">DEVLIN WAUGH</a> zeigten, wie wandlungsfähig er schon früh war.</p>
<p>Für <a href="https://www.amazon.de/Constantine-Hellblazer-Jenkins-Phillips-Omnibus/dp/1799507645/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1GW5H12VL4IZN&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.L_ZPr_ciMhWRNu50KhkcdzJIqv8xrqACCfcIsLSP0eFFO-ND2XZg5t2j5JPWByspSpHdBuaGyKu5B439FLL7wR_06hwhRF8hPzxoPRailzLzP14zoF6M-DLGD3TEfFzIBcBkR2iilrglCZayuCE55aRi7wn_rQ_uDBUtrl30hQb_tUBFjbJ6XRMklA7dSyvFkSA2qFbjlBJ9PT90cZm9jDCH2x2K9ts6GFcradzvJac.qoKjYF-uL2hYGQ0FNp_xPMe0H_k52fdk_wz3f5HvGNU&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+HELLBLAZER&amp;qid=1783967088&amp;sprefix=sean+phillips+hellblazer%2Caps%2C115&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">HELLBLAZER</a> ersetzte Phillips die glatte Pinsel-Linie seiner früheren Arbeiten durch eine rauere Feder. <a href="https://www.amazon.de/Kid-Eternity-Book-1993-1994-English-ebook/dp/B01MSAI117/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=GVOJWDKEZHYU&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.wa5Y-KmdwqDfhZubLjy9u53Ut6T5BW79marktDtdsTTJOjB43dRSLK4kIyy1xo5HdiVM0ecfn8nOVZQAU02s-BxuVhwAwFWncvt6dyiisWYOKM0bzRFuP1SXCyS8jbgHWuAruNd4ZnH-97pwfOgsigrYTflL1E4hMUCLVg8g1dtqt021n7D4C4sxeHeANudHPCi6EAq-dpIoSKPiw8KWDPXEXkkCZdYH3cQ3Yw5D1VA.Nwc_fAZiFqxLIhveccjIpZv5OEb9L3mIdRq-KO-g7XU&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+KID+ETERNITY&amp;qid=1783967135&amp;sprefix=sean+phillips+kid+eternity%2Caps%2C116&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">KID ETERNITY</a> gab ihm später mehr Freiheit bei Seitengestaltung, Wiederholungen und Bildfolgen. Diese Jahre erklären viel von seiner heutigen Stärke. Phillips denkt nicht zuerst in schönen Einzelbildern, er denkt in Abläufen. Jede Einstellung muss die nächste vorbereiten. Bereits lange vor Brubaker konnte er Milieus, Gesichter und Licht so einsetzen, dass eine Seite ohne große Gesten Spannung aufbaut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4321" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-03_900X585.jpg" alt="Innenseite 03 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-03_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-03_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Zwei Erzähler finden ihren gemeinsamen Takt</h3>
<p>Nach SCENE OF THE CRIME folgten <a href="https://www.amazon.de/DC-Comics-Presents-Batman-English-ebook/dp/B014M72ZE0/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=26AHI4A3UYA5J&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.HKfY87D21HVt_PjkE22rPPuWTTJFQYutNO6E7ZdlTpXWvKhpYX7roxx3QJtomOGpkr5V0Ql3He4iWxSYLunmwHnQ8SRV3XHZVNdgoweBeres4NLbIUvf6zT7FlJM-4zxtICykKA2ISvTkDvadKRunWjRfMtratwVOR67EcR5Gtwat7yYRHFYV55E3adruEvGk3-xo72kQkcDbakGGM54tb4KofKkV78UubrEjtqEmes.RPBiSeO9fziKtBXq4JiVuiENNfbHxBCSYe0W4iJV3Ms&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+GOTHAM+NOIR&amp;qid=1783967206&amp;sprefix=sean+phillips+gotham+noir%2Caps%2C116&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">GOTHAM NOIR</a> und ab 2003 <a href="https://www.amazon.de/Sleeper-Book-One-Ed-Brubaker/dp/1401278442/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1LJO1T0J9GJLD&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.PlLOPL9XY1xKuXKD2nWAmO4BiSgnCUGJzZtlYn8uEpRXHQhTyI7QIhTAYN0Wvzir5q8nruwrExZp-LuepDUjwOOjlgINbc5GdOwBfrao7eT-ePk-FF4zsYbpu9_lIGjebU0eCbJAcnHWTBt5-HfNVKNdFCSYMfG6hgfqsizzk5qp3C40Z_JJzLUdiCp7mkMExzfWtzn-NH8tdRbnz9t4KYMAiIFsFwqi8Nwm4qLmUl8.P8edtPWugiMRcp6wtbQXVLZYuF-mfqdsD7AyPuVyJeU&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+SLEEPER&amp;qid=1783967241&amp;sprefix=sean+phillips+sleeper%2Caps%2C108&amp;sr=8-3" target="_blank" rel="nofollow noopener">SLEEPER</a>. Mit der Reihe <a href="https://www.schreiberundleser.de/criminal" target="_blank" rel="nofollow noopener">CRIMINAL</a> schufen Brubaker und Phillips ab 2006 schließlich ihre eigene große Welt aus Räubern, Betrügern, Polizisten und Menschen, die zur falschen Zeit die falsche Entscheidung treffen. <a href="https://www.panini.de/shp_deu_de/catalogsearch/result/?q=incognito+sean+phillips" target="_blank" rel="nofollow noopener">INCOGNITO</a> verschiebt diese Haltung in Richtung Superhelden-Pulp. <a href="https://www.amazon.de/Fatale-Compendium-Ed-Brubaker/dp/1534327657/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1KUEZVMBCD7WH&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9._hnddzonmFjqmT8Y-YRgqhQtkoZghNyDWcIeukk9w4EWkq6F8XG5ucmDWL-VhFWhz3j56vqy_lOu0DmmmpF6ZhRYVgcdofWBpALg0FiZ2Jyu_-IceDGhFQf9Ou-ABQn0psSPGDCZR1YL4otCUHgkSYiyYxz_A0bfDVuvShjDi6ADf1qbhij11C6Tu95k_qe184yehIAb7LaQcDezS7355CBCp9pE-TI1Ug7BHHfOywM.227OxUjKhIiyj9Cin7WxFQymPHYwUvwUqkijeSnKGBo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+FATALE&amp;qid=1783967380&amp;sprefix=sean+phillips+fatale%2Caps%2C102&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">FATALE</a> verbindet Krimi und übernatürlichen Schrecken, <a href="https://www.amazon.de/Fade-Out-Complete-Collection/dp/1534308601/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1PS2CZMTWFBJP&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.nuo6wFgQg3Qu0huMX0neBCNnWg3iG4DY_1rbowokVUdqs7R8UVqHHjNNYF0NkRRzWOjkTq0omSNWS_l8ktu0mv7GISB-oiyUnZjPi9DnHtcoir5HjQyxIi6KFDIqRf3ldc0LsffTSWtW972nKvUo_LsbUc-vDjka2NfT5j_8ZncKVma2H9BTNjGNc6xcOkN5q7nSd_GKnAyhxeujsx697ZM4L8B95SBvAnqc_LWYOfk.obbd4zu76zIz4SX5akQLu_uw8HQ7QtYr_o_XeFW14lE&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+The+fade+out&amp;qid=1783967422&amp;sprefix=sean+phillips+the+fade+out%2Caps%2C115&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">THE FADE OUT</a> &#8211; zu dem der POW!-Comicpodcast übrigens <a href="https://pow-comicpodcast.de/pow-ein-comicpodcast/ep-229-terrassenromantik/" target="_blank" rel="nofollow noopener">eine schöne Folge</a> gemacht hat &#8211; blickt hinter die Fassaden des alten Hollywood und <a href="https://www.amazon.de/Kill-Killed-Band-Ed-Brubaker/dp/3962190333/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2MKJRILKFNVN7&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.DT3XTWLDz2GhR2yrFcSAalWUFVxpjwEsOuEQQNlh5a39x2p9XO0mfxxT8VgJqFr-M3mjPKiRqzcXGJt93iUZxkjbpul4JUejWBUPF0OpUmj8LwMILq2U_3YYAgAAi4fvrmdvAhjDryC53-ik1wU-32U8CEW9B1LdlH_qDP4jkiKd4HrGLQY-rVI_cKnvhbTY6CI_744LcxLcnQh8Qo012WMtwC2-FJUf769Q7hhyY7g.UyHr93ot4ISCu3e-AtLMeAVOSSBxjUyzyS9-K1g7G7U&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+KILL+OR+BE+KILLED&amp;qid=1783967520&amp;sprefix=sean+phillips+kill+or+be+killed%2Caps%2C108&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">KILL OR BE KILLED</a> nimmt den Mythos des Selbstjustizhelden auseinander. Der Out-Put der Beiden ist hoch.</p>
<p>Ihre Zusammenarbeit beruht auf großem, gegenseitigem Vertrauen. Phillips erhält die Skripte oft kapitelweise und möchte den weiteren Verlauf der Geschichten gar nicht kennen. Brubaker lässt ihm Raum für Inszenierung und Rhythmus. Seit <a href="https://www.amazon.de/Criminal-Heroes-Have-Always-Junkies/dp/1534350675/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=169NF3M79EO3Z&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.HojqPczIwz71E_gYCN9f6mCNayfb0h-dpYAybM1-Lnpb4aCwqaX-Sk9JBJnpVELdoQpQ4vFUMG8qTDxDEWzCD_OwH54wHP6NoiDGiC-jw4JGQy1bKYRnrmBzEY1aA7OOJg0YRfq5MYYZJ7-zb0uRgooM_AHRwuxn53B4umrV7WSaZ-CfQ7yfr8qV1L2jJTTZhpnvOXYpl26f1itVNT5W31Q77KQqkdwvPsL-K86UJRU.vvKj030dqhYoaMU3hBwzgojrcTb4gCaqq6yg_A7IsJw&amp;dib_tag=se&amp;keywords=sean+phillips+MY+HEROES+HAVE+ALWAYS+BEEN+JUNKIES&amp;qid=1783967563&amp;sprefix=sean+phillips+my+heroes+have+always+been+junkies%2Caps%2C101&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">MY HEROES HAVE ALWAYS BEEN JUNKIES</a> färbt Jacob Phillips, der Sohn von Sean Phillips, die gemeinsamen Bücher. Damit bekam die Partnerschaft eine dritte Stimme.</p>
<p>Nach Jahrzehnten monatlicher Hefte wenden sich Brubaker und Phillips schließlich stärker abgeschlossenen Graphic Novels zu. PULP steht genau an diesem Übergang. Brubaker empfand den knappen Umfang während der Arbeit zwar als Herausforderung, doch gerade diese Enge gibt dem Buch die notwendige, erzählerische Dichte, die mir besonders gefällt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4322" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-04_900X585.jpg" alt="Innenseite 04 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-04_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-04_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Der Mann hinter dem Red River Kid</h3>
<p>&#8222;Genug der Vorrede, kommen wir zu Handlung&#8220;: Max Winter lebt vom Schreiben. Viel mehr lässt sich über seinen Alltag zunächst kaum sagen. Er sitzt an einer Schreibmaschine, liefert Westernstoffe und wartet auf das nächste, magere Honorar. Sein Held heißt Red River Kid, der durch eine Welt reitet, in der das Unrecht sichtbar ist und eine Waffe wenigstens einige Seiten lang für Ordnung sorgt.</p>
<p>Max schreibt jedoch keine reine Fantasie. Hinter dem Pseudonym steckt ein Mann, der Ende des 19. Jahrhunderts selbst als Red Rock Kid Banken und Postkutschen überfiel. Die Geschichten sind &#8222;geglättete&#8220; Erinnerungen und aus Angst, Hunger und Blut werden Abenteuer und aus einem Gesetzlosen wird eine verkäufliche Figur. Brubaker legt diese Ebenen so übereinander, dass ich nie lange überlegen muss, ob ich gerade Max’ Vergangenheit, seine gedruckte Fassung oder eine neue Erfindung lese.</p>
<p>Sein Redakteur verlangt vor allem Eines: Wiederholung, PULP halt. Ein stilles Ende oder ein alternder Held, der einfach weiterlebt, passen nicht in das gewünschte Muster. Als der Verlag wegen sinkender Auflage auch noch das Honorar kürzt, wird Max’ Lage bedrohlich. Kurz darauf verteidigt er in der U-Bahn einen jüdischen Jungen gegen zwei Schläger. Dafür wird er selbst brutal zusammengeschlagen, ausgeraubt und nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert.</p>
<p>Dieser Moment ist wichtig, denn Max handelt nicht, weil er plötzlich ein Held sein möchte. Er handelt, weil er Ungerechtigkeit erkennt und seinen alten Körper für einige Sekunden vergisst. Ein würdevoller Moment, der aber nicht gut für ihn ausgeht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4323" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-05_900X585.jpg" alt="Innenseite 05 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-05_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-05_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Wenn Dir die eigene Geschichte nicht mehr gehört</h3>
<p>Nach dem Krankenhaus versucht Max weiterzuschreiben. Er braucht Geld für Rosa, seine Frau. Seine Angst gilt weniger dem eigenen Tod als der Frage, was er ihr hinterlässt, wenn er nicht mehr ist. Doch sein Redakteur hat längst Ersatz gefunden. Jüngere, günstigere &#8211; und gefügigere &#8211; Autoren schreiben neue Abenteuer des Red River Kid. Der Verlag besitzt die Figur, Max besitzt nur seine Erinnerungen, aus denen sie entstanden ist.</p>
<p>Brubaker trifft hier einen besonders bitteren Punkt. Max hat sein früheres Leben in Geschichten verwandelt, um zu überleben. Nun nimmt ihm die Unterhaltungsindustrie auch diese zweite Existenz. Die Figur darf ewig weiter reiten, während ihr Schöpfer krank und mittellos zurückbleibt. Der Comic macht daraus keine Abhandlung über Urheberrecht. Ein kurzes Gespräch im Büro genügt. Max&#8216; Redakteur ist kein fauchender Bösewicht. Er folgt einer einfachen Rechnung: Günstig ist einfach besser und verspricht mehr Profit. Gerade deshalb wirkt diese Szene so kalt.</p>
<p>Max reagiert mit dem Werkzeug, das er am besten kennt. Er beobachtet einen Geldtransport und plant einen Überfall. Der alte Gesetzlose kehrt nicht aus Abenteuerlust zu alten Gewohnheiten zurück. Er sucht eine letzte Möglichkeit, Rosa abzusichern. Doch bevor er zuschlagen kann, wird er von Jeremiah Goldman abgefangen. Goldman war früher <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pinkerton_(Detektei)" target="_blank" rel="nofollow noopener">Pinkerton-Detektiv</a> und jagte Max und dessen Bruder im Westen. Jetzt braucht er keine Gefangenen, sondern einen Partner.</p>
<p>Diese Begegnung verändert den Comic. Zwei alte Männer stehen sich gegenüber, deren Rollen früher klar verteilt waren. Einer brach das Gesetz, der andere verteidigte es. 1939 reicht diese alte Ordnung nicht mehr aus, um in der Gegenwart zu Überleben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4324" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-06_900X586.jpg" alt="Innenseite 06 von PULP" width="586" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-06_900X586.jpg 586w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-06_900X586-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px" /></p>
<h3>Ein Raubzug gegen die falschen Patrioten</h3>
<p>Goldman plant einen Einbruch in die Räume des bereits erwähnten German-American Bund. Während die Organisation im Madison Square Garden ihre große Kundgebung abhält, wollen Max und Goldman deren Kasse leeren. Für Max klingt das wie ein vertrauter Überfall mit neuen Zielscheiben, welche die &#8222;Entreicherung&#8220; verdienen. Die Nazis sind reich, bewaffnet und verachtenswert. Mehr Begründung braucht er zunächst nicht.</p>
<p>Beim Einbruch erkennt Max jedoch, dass Goldman auch ein anderes Ziel verfolgt. Es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Unterlagen und Namen. Goldman will belegen, wer die amerikanischen Nazis finanziert und unterstützt. Seine persönliche Wut hat einen klaren Ursprung. Er wurde als Jude aus einem sicheren Beruf gedrängt und sieht früher als viele andere, welche Gefahr vor der amerikanischen Haustür wächst.</p>
<p>Der Plan scheitert blutig und Goldman wird in der Folge ermordet. Die Nazis lassen sich nicht so einfach etwas wegnehmen. Max überlebt erneut, obwohl sein Körper längst jedes Recht dazu verloren zu haben scheint. Spätestens hier verschmilzt seine Geschichten mit seinem Leben. Der alte Autor kann das Ende nicht mehr am Schreibtisch ändern. Er kann nur entscheiden, welche Rolle er darin übernimmt.</p>
<p>Max sucht die Mörder seines Partners auf. Der folgende Schusswechsel besitzt keinen Triumph. Phillips inszeniert ihn als bewussten Gang in den Tod. Max rächt Goldman und stellt sich gegen jene Männer, die ihre Menschenverachtung hinter Uniformen und patriotischen Bildern verstecken. Er stirbt nicht als makelloser Held, sondern als jemand, der für einen kurzen Augenblick auf der richtigen Seite steht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4325" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-07_900X585.jpg" alt="Innenseite 07 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-07_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-07_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Als Amerika seine Nazis noch duldet</h3>
<p>Die Pulp-Magazine, von denen Max lebt, waren billige, leicht verfügbare Unterhaltung. Ihren Namen verdankten sie dem groben, säurehaltigen Papier. Zwischen den Zwanziger- und Fünfzigerjahren bedienten sie Western, Krimis, Horror, Science-Fiction, Liebesgeschichten und Kriegsabenteuer. Viele Autoren wurden nach Wortzahl bezahlt und schrieben unter mehreren Namen, um ihre Rechnungen begleichen zu können.</p>
<p>Brubaker nutzt diese Welt nicht bloß als hübsche Kulisse. Das tut er nie. Max wird pro Wort bezahlt, weil das System Masse braucht. Sein Leben wird zerlegt, verlängert und von anderen fortgeschrieben. Der Red River Kid gehört am Ende stärker dem Markt als seinem Schöpfer.</p>
<p>Ebenso wichtig ist das Jahr 1939. Die Vereinigten Staaten waren noch nicht in den Zweiten Weltkrieg eingetreten. Der German-American Bund konnte Antisemitismus verbreiten, Jugendcamps betreiben und sich als amerikanische Bewegung inszenieren. Beim New Yorker Aufmarsch standen nationale Symbole und Nazi-Zeichen nebeneinander. Genau diese Mischung macht den historischen Hintergrund so unheimlich. Das Böse trägt hier keine fremde Uniform. Es spricht von Heimat und Ordnung. An was erinnert mich das heute bloß???</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4326" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-08_900X585.jpg" alt="Innenseite 08 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-08_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-08_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Sean Phillips lässt die Bilder altern</h3>
<p>Sean Phillips zeichnet den Comic nicht wie einen auf Hochglanz polierten Historienfilm. Seine Linien bleiben rau. Gesichter tragen Falten, Schatten und Müdigkeit. Max wirkt oft zusammengesunken, manchmal schwach, doch nie schwächlich. In seinem Körper steckt noch die Erinnerung an eine frühere Schnelligkeit. Phillips zeigt sie in kleinen Verschiebungen der Haltung.</p>
<p>Die Bildsprache ist stark vom Kino geprägt, ohne wie ein abgezeichneter Film zu wirken. Phillips wechselt sicher zwischen Totalen, Halbnahen und engen Gesichtern. Räume werden zuerst verständlich gemacht. Danach kann er die Blickrichtung verdichten. Besonders in den Überfällen entsteht Bewegung nicht durch überfüllte Panels, sondern durch klare Anschlüsse. Eine Hand greift, eine Tür öffnet sich und eine Figur tritt aus dem Schatten. Der nächste Schuss fällt fast zwangsläufig.</p>
<p>Auch der Seitenrhythmus überzeugt. Ruhige Gespräche laufen häufig in gleichmäßigen Bildfolgen. Gefahr bricht diese Ordnung auf. Größere Panels geben entscheidenden Momenten Gewicht, ohne die Seite in Spektakel zu verwandeln. Phillips nutzt Schwarzflächen wie verschlossene Türen. Sie nehmen den Figuren Luft und machen New York eng. Im Westen öffnet sich das Bild stärker. Doch selbst dort liegt keine Freiheit. Die Landschaft ist Teil einer Erinnerung, die Max längst in bedruckbare Ware verwandelt hat.</p>
<p>Seine größte Leistung bleibt für mich in allen Werken die Lesbarkeit. So auch hier: trotz mehrerer Zeitebenen, verschiedener Arten von Erinnerung und vieler Ortswechsel verliere ich nie den Überblick. Phillips führt das Auge so sicher, dass Brubakers Erzählerstimme Raum bekommt, ohne die Zeichnung zu ersticken.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4327" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-09_900X585.jpg" alt="Innenseite 09 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-09_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-09_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>Jacob Phillips färbt Erinnerung und Gegenwart</h3>
<p>Jacob Phillips trennt die Ebenen nicht mit grellen Effekten. Die Gegenwart liegt oft in kühlen Grau-, Blau- und Brauntönen. Sie fühlt sich feucht, schwer und verbraucht an. New York scheint das Licht zu schlucken.</p>
<p>Die Westernpassagen brennen dagegen in Orange, Rot und staubigem Gelb. Ihre Farben wirken nicht natürlicher, sondern stärker bearbeitet. So sehen Erinnerungen aus, die jahrelang erzählt und gedruckt wurden. Der Westen erscheint heißer, größer und gefährlicher als das Leben in der Großstadt oder am Schreibtisch. Zugleich ahmen einzelne Flächen die ungenaue Farbwirkung alter Drucke nach. Die Farbe erklärt damit nicht nur Zeit und Ort. Sie zeigt, wie Max seine Vergangenheit in einen Mythos verwandelt hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4328" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-10_900X585.jpg" alt="Innenseite 10 von PULP" width="585" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-10_900X585.jpg 585w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/PULP_INNENSEITE-10_900X585-260x400.jpg 260w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></p>
<h3>(Ein längeres) Fazit</h3>
<p>Mich beeindruckt an PULP bis heute, wie viel mir dieses kurze Buch erzählt, ohne unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen. Brubaker erzählt vom Altern, von Armut, vom Besitz an Geschichten und vom Wunsch, wenigstens einmal noch etwas Richtiges zu tun. Dazu kommt ein historischer Hintergrund, der nicht wie eine nachträglich eingebaute Botschaft wirkt. Der German-American Bund gehört direkt zu Max’ Welt. Beide leben davon, Wirklichkeit in eine gefällige Erzählung zu verwandeln. Der eine macht aus einem Gesetzlosen einen Westernhelden. Der andere kleidet Faschismus in amerikanische Fahnen.</p>
<p>Besonders schön finde ich, dass das Buch seine Liebe zu billiger Unterhaltung nie verleugnet. Es behandelt Westernhefte nicht als minderwertiges Futter, sondern als Geschichten, die Trost spenden sollten, Erinnerungen formten und zugleich ausgebeutet werden konnten. Diese doppelte Sicht macht den Comic tiefschürfender, als seine düstere Oberfläche zunächst erwarten lässt.</p>
<p>Max Winter ist dabei keine Figur, die ich wegen ihrer moralischen Reinheit ins Herz schließe. Er war gewalttätig, er hat geraubt und er hat sein Leben später so umgeschrieben, dass es sich verkaufen ließ. Trotzdem besitzt er eine klare Grenze. Er erkennt Feigheit, Grausamkeit und offenen Hass. Als jüngere und gesündere Männer wegsehen, handelt ausgerechnet dieser erschöpfte alte Mann.</p>
<p>Die Kürze ist zugleich Stärke und Schwäche. Rosa bleibt zu sehr am Rand. Ihre Sorge um Max und seine Sorge um sie tragen einen großen Teil seiner Motivation, doch ich hätte ihr gern mehr eigene Gegenwart gegönnt. Auch Goldman verschwindet fast in dem Moment, in dem seine Geschichte zusätzliche Tiefe gewinnt. Ein paar weitere Seiten hätten beiden Figuren gutgetan.</p>
<p>Trotzdem möchte ich dem Comic keine künstliche Länge wünschen. Seine Wirkung entsteht gerade daraus, dass er wie eine letzte, hastig getippte Geschichte vorankommt. Sean Phillips hält jede Seite verständlich und gespannt. Jacob Phillips gibt den Zeitebenen eigene Temperaturen und Ed Brubaker findet für Max eine Stimme, die müde aber nicht gebrochen klingt.</p>
<p>Mein erster Brubaker-Phillips-Comic war damit auch eine erstaunlich vollständige Einführung in ihr gemeinsames Erzählen. Das Buch zeigt Verbrechen ohne Verklärung, liebt jedoch die Formen des Krimis und des Western. Es misstraut Heldenbildern, ohne die Hoffnung auf Haltung aufzugeben. Am Ende bleibt kein Sieg, der die Welt verändert. Es bleibt die lebensnahe Entscheidung eines alten Mannes, nicht länger nur über Mut zu schreiben&#8230;</p>
<p>Vor Kurzem habe ich mir dann noch <a href="https://www.amazon.de/Pulp-Process-Ed-Brubaker/dp/1534323023/ref=sr_1_1?crid=357SVPPXH863G&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.vcSODS7I4B3i_-y8PpzTQQWltCbLM9faVgHIYrn5AUS2eSWPN2Zrarci0o36QmQ7fIBT3708cX5AT0u4qtK-AeojHJltoydU_FEkf0M7UMbsbPieBQRXuxwAZNd9gVdzTBMbWKvdYx2qpbgyipTQw-HfIRauDUsn1c0CTH9tiHPZbxjHGFUOohQxyK8vUPnRR7x03ZqCcx5GjRYaeVdInx2vMJdJlpK8A9-W1LkcCdA.kBA7FJMbYrmq0fkg52jQISguKh5wWNzWkBIZy1p4hFI&amp;dib_tag=se&amp;keywords=ed+brubaker+pulp&amp;qid=1786794130&amp;sprefix=pulp+brubaker%2Caps%2C130&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">PULP: The Process Edition</a> zugelegt. Dieses Hardcover beinhaltet Einblicke in den Schaffensprozess vom Script, über die Pencils und das Coloring bis hin zur fertigen Geschichte. Ein schöner Blick hinter die Kulissen des Kreativprozesses dieses erfolgreichen Duos.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4655" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/PULP_Cover-262x400.jpg" alt="Cover von PULP" width="262" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/PULP_Cover-262x400.jpg 262w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/PULP_Cover-655x1000.jpg 655w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/PULP_Cover-768x1172.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/PULP_Cover-600x916.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/PULP_Cover.jpg 983w" sizes="auto, (max-width: 262px) 100vw, 262px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>PULP</li>
<li>Ed Brubaker und Sean Phillips</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-1-53431-644-7</li>
<li>Storyline:  ★★★★★(★)</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</li>
<li>© <a href="https://imagecomics.com/comics/series/pulp" target="_blank" rel="nofollow noopener">Image Comics Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/08/bei-pulp-beginnt-der-letzte-ritt-im-feierabendverkehr/">Bei PULP beginnt der letzte Ritt im Feierabendverkehr</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2026 05:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Fabrizio des Dorides]]></category>
		<category><![CDATA[Garluk]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-François di Giorgio]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wyoming im Jahre 1863. Das klingt erst einmal nach Wildem Western pur, nach weitem Himmel, heißem Kaffee, Pferdeschweiß und einem Revolver, der locker im Holster sitzt. Auch die Jahreszahl macht den Schauplatz um Einiges spannender, als es der erste Blick verrät. 1863 ist Wyoming noch kein Bundesstaat der USA, noch nicht einmal das Wyoming Territorium [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/">WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wyoming im Jahre 1863. Das klingt erst einmal nach Wildem Western pur, nach weitem Himmel, heißem Kaffee, Pferdeschweiß und einem Revolver, der locker im Holster sitzt.</p>
<p>Auch die Jahreszahl macht den Schauplatz um Einiges spannender, als es der erste Blick verrät. 1863 ist Wyoming noch kein Bundesstaat der USA, noch nicht einmal das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wyoming-Territorium" target="_blank" rel="nofollow noopener">Wyoming Territorium</a> existiert. Auf der Karte liegt dieser Landstrich zwischen allen Zuständigkeiten, innerhalb vielen Interessen und mitten im Zentrum rauer Gewalt. Und genau hierhin &#8211; in diese Wildnis &#8211; versetzen mich Fabrizio des Dorides und Jean-François di Giorgio.</p>
<p><span id="more-4288"></span></p>
<p>Ich mag Western besonders, wenn sie nicht so tun, als sei der Wilde Westen ein großer Abenteuerspielplatz gewesen. Darum mochte ich schon zwei andere Alben aus dem Splitter Verlag: <a title="Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE" href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/" target="_blank" rel="noopener">BIS ZUM BITTEREN ENDE</a> und <a title="Ein Rat an alle Gauner – LEAVE THEM ALONE" href="https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/" target="_blank" rel="noopener">LEAVE THEM ALONE</a>. Der wahre Westen war ein Versprechen auf Freiheit und Möglichkeiten. Aber er war auch ein Ort, an dem dieses Versprechen sehr schnell blutig werden konnte.</p>
<h3>Ein Land im Umbruch</h3>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Laramie" target="_blank" rel="nofollow noopener">Fort Laramie</a> war in jener Zeit ein Knotenpunkt für Trecks, Soldaten, Händler aller Art, für Glückssucher und jene Menschen, denen dieses Land längst ohne eine Besitzurkunde gehörte. Im Osten tobte noch ein grausamer Bürgerkrieg und in den Schlachten von Gettysburg und Vicksburg starben Tausende. Aber auch hier waren die Tage roh, unsicher und voller kleiner Kriege um Besitz, Wasser und Nutztiere.</p>
<p>WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN nutzt genau dieses Szenario. Jean-François di Giorgio erzählt mir keinen gemütlichen Lagerfeuerwestern. Er stellt die Lebenslinien von drei Personen gegeneinander und lässt sie aufeinander zurasen. Dazu zeichnet Fabrizio des Dorides keinen hübschen Buffalo-Bill-Postkartenwestern. Seine Bilder sehen nach Staub aus, riechen nach Schweiß, Holz und Leder und natürlich nach Pulverdampf. Schon nach wenigen Seiten ist mir klar, dass dieser Band nicht lange fackelt. Er zieht die Colts und hält drauf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4295" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715.jpg" alt="Innenseite 03 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-03_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Grenzland vor dem Sheriffstern</h3>
<p>Der vorhin genannte, historische Hintergrund bleibt im Comic aber eher Kulisse. Di Giorgio erklärt nicht lange, warum dieses Land gefährlich ist. Er zeigt es mir.</p>
<p>Farmen wirken wie kleine Lichtungen im großen Meer der Gräser und Wälder. Wege sind keine sicheren Verbindungen, sondern riskante Reiserouten, während Häuser zwar Schutz bieten, aber auch exponierte Ziele sind. Denn wer Besitz hat, braucht Waffen, um es zu verteidigen. Wer nichts hat, greift erst recht nach dem, was anderen gehört.</p>
<p>1863 steckt der amerikanische Westen zwischen militärischer Ordnung, Expansion und privater Gewalt. Der Comic interessiert sich mehr für die alltäglichen Folgen daraus als für große Namen. Ein Überfall kann Familien verändern, ein Geheimnis Beziehungen vergiften und ein alter Hass schmerzt weiter wie ein schlecht verheilter Knochenbruch beim Reiten.</p>
<p>Gerade deshalb funktioniert der Titel so gut. Fünf Tage klingen wenig. Aber im Western reichen fünf Tage aus, um in einem Leben eine Trümmerlandschaft zu hinterlassen. Der Band spielt mit dieser Verdichtung. Er erzählt nicht hastig, aber kompakt. Beim Lesen hatte ich stets das Gefühl, dass irgendeine Figur immer zu spät kommt, zu spät für Frieden, zu spät für Vernunft, zu spät für einen Ausweg ohne Blut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4296" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715.jpg" alt="Innenseite 04 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-04_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Drei Spuren im Sand</h3>
<p>Die Handlung beginnt mit Diego, dem mexikanischen Desperado. Er führt eine Bande von Pferdedieben an, die sich auf die Creek Ranch stürzen will. Es geht um Beute und um Macht. Doch bei Diego und seinen Kumpanen bleibt es nicht beim einfachen Räuberstück. Ihre Gewalt wirkt schnell größer als ihr Plan.</p>
<p>Das macht den Band bereits auf den ersten Seiten brutal, denn bei all&#8216; ihren Raubzügen lassen sie keine Zeugen zurück. Frauen leiden besonders. Nicht jede Grausamkeit fällt sofort gleich schwer ins Gewicht. Der Auftakt setzt hier aber stark auf Schock, Tempo und Bedrohung. Die seelische Tiefe der Täter bleibt vorerst dünner als die Wucht ihrer Auftritte.</p>
<p>Als nächstes lerne ich Emma Bridges kennen. Sie ist keine geborene Heldin aus dem Bilderbuch, obwohl sie sich zu behaupten weiß &#8211; mit Worten und Revolvern. Sie ist eine Frau, der das Schlimmste widerfahren ist, was es in dieser menschenleeren Weite gibt: ihre beiden Töchter wurden entführt. Dieser Verlust treibt sie an, nicht als edle Mission, sondern als Wunde, die nicht mehr aufhört zu bluten. Emma bewegt sich durch diesen Comic mit einer Mischung aus Erschöpfung, Härte und blindem Ziel. Sie will ihre Kinder zurück. Und sie ist bereit, dafür weit, sehr weit zu gehen.</p>
<p>Sie begleitet Bill und seiner Verlobte Virginia auf die Creek Ranch, der Ranch ihres Vaters. Er ist jung, bewaffnet und für mich anfangs schwer zu greifen. Wie sich schnell herausstellt, hat Bill mit dem alten Herrn eine Rechnung offen. Welche? Das bleibt in diesem Band ein Geheimnis. Di Giorgio nutzt Bill als Figur der Verzögerung. Ich erfahre genug, um misstrauisch zu werden. Ich erfahre zu wenig, um ihn sicher einzuordnen. Das ist reizvoll, weil der Band dadurch nicht nur nach vorn drängt. Er hält immer wieder kurz an und lässt die eine oder andere Frage auf Nebenschauplätzen spielen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4297" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715.jpg" alt="Innenseite 05 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-05_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Pulverdampf an der Creek Ranch</h3>
<p>Diese drei Spuren also führen zur Creek Ranch. Dort bündelt der Band seine erzählerischen Kräfte. Die Ranch ist ein klassischer Westernort aus einfachem Wohlstand und einer Familie. Aber auch hier liegen Abhängigkeiten und Gewalt eng beieinander. Wer dort eintritt, bringt etwas mit, eine Lüge, eine Rechnung oder eine Waffe. Oder gleich alles zusammen.</p>
<p>Der Reiz der Handlung liegt darin, dass di Giorgio die Figuren nicht einfach nacheinander vorstellt und dann sauber zusammenführt. Er schneidet zwischen ihnen hin und her. Dadurch entsteht Bewegung. Emma sucht, Bill lauert auf die Ausführung seines eigenen Plans und Diego nimmt mit seiner Bande Kurs auf die Ranch. Ich lese das wie ein langsames Zuziehen einer Schlinge. Der Band heißt zwar FÜNF TAGE ZUM STERBEN, aber der eigentliche Motor ist weniger der Kalender als das Gefühl, dass mehrere schlechte Entscheidungen denselben Ort ansteuern.</p>
<p>Dabei verrät der Comic nicht zu viel. Er nutzt Emma als eine klare emotionale Mitte. Bei Bill hält er mich auf Abstand, baut ihn aber deutlich als Gefahr von innen auf. Und bei Diego setzt er auf eine Gefahr von außen. Dieses Ungleichgewicht ist kein Unfall. Es gibt dem Auftakt seine Form. Emma ist der Herzschlag,  Bill das Rätsel und Diego die Bedrohung. Wenn die Gewalt schließlich ausbricht, wirkt das nicht überraschend. Es wirkt dann wie die erlösende Explosion des Kessels, der zu viel Druck aufgebaut hat.</p>
<p>Schwächer finde ich, dass der Band manche Übergänge sehr zügig nimmt. Emma&#8217;s Entwicklung zur tödlichen Suchenden überzeugt emotional, weil der Verlust sehr schwer wiegt. Dennoch hätte ich mir an ein, zwei Stellen etwas mehr Atem gewünscht. Ein Moment, in dem die Figur nicht handelt, sondern die Handlung sie kurz einholt. Der Comic ist stark im Vorwärtsdrang. Gerade deshalb fehlen ihm gelegentlich kleine stille Momente. Aber ja, die Autoren hatte nur 56 Seiten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4298" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715.jpg" alt="Innenseite 06 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-06_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Der Revolver in der Autorenhand</h3>
<p>Jean-François di Giorgio wurde 1961 geboren und arbeitet seit den achtziger Jahren als Szenarist im frankobelgischen Comic. Bekannt wurde er unter anderem durch Reihen wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/samurai-legenden-bd-1-furiko.html" target="_blank" rel="noopener">SAMURAI</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/samurai-legenden-10.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SAMURAI LEGENDEN</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/sensei-bd-1-die-schule-der-einsamen-woelfe.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SENSEÏ</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/shaolin-1-kind-des-schicksals.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">SHAOLIN</a>. Sein Werk zeigt eine deutliche Lust an Abenteuerstoffen, an Kämpfern mit Vergangenheit und an langen Erzählbögen. Oft bewegen sich seine Geschichten in historischen bzw. historisch gefärbten Welten. Mit WYOMING, 1863 wechselt er vom fernöstlich geprägten Abenteuer in den amerikanischen Westen, behält aber sein vertrautes Interesse bei. Ihn reizen Figuren, die von Schuld, Loyalität und Gewalt geformt werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4299" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715.jpg" alt="Innenseite 07 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-07_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Keine Heiligen unter weitem Himmel</h3>
<p>Als Western ist WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN ziemlich klassisch gebaut und genau darin recht selbstbewusst. Der Comic erfindet das Genre nicht neu. Er sucht keine ironische Brechung. Er vertraut auf alte Zutaten wie z.B. eine brutale Gansterbande, einen undurchsichtiger Lebemann mit Geheimnis und eine junge, aber selbstbewusste Frau auf der Suche. Rache ist spätestens in der zweiten Hälfte des Bandes ein weiterer narrativer Treibstoff, bei dem Blut den Preis markiert.</p>
<p>Di Giorgio erzählt aus drei Blickwinkeln. Dadurch zerfällt die Welt aber nicht in Gut und Böse. Emma hat das klarste Ziel, aber keinen sauberen Glorienschein um sich. Bill ist interessant, weil ich nicht weiß, wie sich seine Geschichte über die Reihe hin entwickeln wird. Diego ist der schwächste Pol des Trios, weil seine Brutalität im ersten Band noch stärker wirkt als jede innere Logik. Er lebt in einer Welt brutaler Männer und muss sich dort jeden Tag behaupten. Für einen Auftakt reicht das, weil er die Gefahr verkörpert, für die gesamte Reihe muss da später mehr kommen.</p>
<p>Thematisch kreist der Band um Verlust, Vergeltung und die Frage, wie schnell Zivilisation abblättert, wenn ordnende Kräfte fehlen. Besonders gefällt mir, dass der Comic keine falsche Milde in seiner Welt verwendet. Niemand rettet irgendwen durch gutes Zureden. Wenn eine Institution auftritt, tut sie dies mit &#8211; genau &#8211; Verzögerung. Keine Kavallerie kommt im richtigen Monat angeritten. Hilfe ist privat, zufällig oder käuflich. Das passt zu diesem Grenzland.</p>
<p>Der Seitenrhythmus unterstützt diese Härte. Ruhigere Passagen kippen schnell in Aktion. Dialoge bleiben knapp, Blicke übernehmen viel der Arbeit. Der Comic liest sich zügig, aber nicht flach. Er legt Spuren, ohne jede Spur sofort zu erklären. Als erster Band erfüllt er damit seine Aufgabe. Er baut eine Welt auf, stellt die Hauptkräfte vor und endet mit dem deutlichen Gefühl, dass die eigentliche Abrechnung erst begonnen hat.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4300" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715.jpg" alt="Innenseite 08 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-08_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Der Zeichner mit Staub an den Stiefeln</h3>
<p>Fabrizio des Dorides ist ein italienischer Zeichner und Illustrator. Er arbeitet unter anderem für den italienischen Comicmarkt, u.a. für <a href="https://leagueofcomicgeeks.com/comic/3360637/dylan-dog-382" target="_blank" rel="nofollow noopener">DYLAN DOG</a>, und für französischsprachige Verlage. Zu seinen Arbeitsfeldern zählen realistische Comiczeichnung, Illustration und anatomisches Zeichnen.</p>
<p>Bei WYOMING, 1863 übernimmt er die visuelle Gestaltung einer Westernwelt, die stark von Körpern, Landschaften und Gewalt lebt. Die sehr flexible Panelgestaltung erinnert mich mit ihrem Shots stark an klassische Italo-Western wie Serio Leone&#8217;s <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0064116/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_spiel%20mir%20das%20lied" target="_blank" rel="nofollow noopener">SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD</a> oder <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0060196/?ref_=nm_knf_t_4" target="_blank" rel="nofollow noopener">ZWEI GLORREICHE HALUNKEN</a>.</p>
<p>Die Gesichter sind ausdrucksvoll, ohne zu übertreiben. Das ist wichtig, weil der Band viele harte Momente hat. Zu viel Grimasse hätte alles in Richtung Schund gezogen. Des Dorides bleibt nah an den Figuren, verliert die Umgebung aber nicht aus den Augen. Holzveranden, Zäune, Ställe, Innenräume und weite Außenflächen geben dem Western einen realistischen Anstrich. Ich erlebe diese Orte und halte sie für wahrhaftig. Sie sehen bewohnt aus, oder bedroht, oft auch beides zugleich.</p>
<p>Der Seitenaufbau ist klar. Die Action bleibt lesbar, auch wenn es wild wird. Das ist bei Western-Schießereien nicht selbstverständlich. Seine Panel-Führung könnte tatsächlich dem Buch <a title="THE FILMMAKER’S EYE – Eine Brücke zwischen Film und Comics" href="https://panelwalker.de/2026/02/the-filmmakers-eye-eine-bruecke-zwischen-film-und-comic/" target="_blank" rel="noopener">The Filmaker&#8217;s Eye</a> entnommen sein. Des Dorides setzt auf wechselnde Distanzen. Erst Überblick, dann Körper, dann Gesicht, dann Hand, dann Waffe. So entsteht Tempo, ohne dass ich die Orientierung verliere. Besonders stark sind die Momente, in denen die Panels enger werden. Dann zieht sich der Raum zusammen. Aus der Weite wird eine Falle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4301" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715.jpg" alt="Innenseite 09 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-09_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Staub, Holz und Farben des Westens</h3>
<p>Die Kolorierung stammt von Garluk (wer immer das auch ist, denn ich konnte zu diesem Pseudonym leider nichts in Erfahrung bringen). Zeichnung und Farbe prägen aber den rauen Ton des Bandes gemeinsam stärker, als es ein reines Abenteuerlayout leisten könnte.</p>
<p>Garluk&#8217;s Farben verstärken diese Wirkung. Der Band ist nicht einfach braun und staubig. Warme Gelbtöne, trockenes Ocker, schmutzige Schatten und rote Einschläge setzen den Ton. Das Licht fühlt sich oft hart an. Es schmeichelt den Figuren nicht. In Gewaltszenen werden die Farben dichter, ohne alles im Effekt zu ertränken. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Kolorierung die Hitze und Trockenheit des Landes mitbringt. Sie macht den Westen nicht romantisch, sondern verwundend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4302" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715.jpg" alt="Innenseite 10 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-10_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Der Weg führt zum Galgenbaum</h3>
<p>Der Serienkontext ist wichtig, weil dieser erste Band offensichtlich nicht alles abschließt. Splitter führt die deutsche Ausgabe als ersten Band einer Reihe. In Frankreich liegt mit L&#8217;ARBRE AU PENDU bereits die Fortsetzung vor, die als deutsche Ausgabe unter <a href="https://www.splitter-verlag.de/wyoming-1863-2.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER BAUM DES GEHÄNGTEN</a> angekündigt ist. Das beruhigt, denn WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN setzt viele Fährten.</p>
<p>Als Auftakt funktioniert der Band gut.Tatsächlich verstehe ich den Aufbau aber nicht ganz. Die erste Seite wäre als Cliffhanger genial, als Einstieg, der sich am Ende des Bandes aber (noch) nicht auflöst, weckt sie Erwartungen und enttäuscht mich. Keine gute Anbindung an die Leserschaft.</p>
<p>Er gibt genug Handlung, um nicht wie ein bloßer Prolog-Band zu wirken. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen. Welche Rache genau trägt Bill mit sich herum? Wird Emma ihre Töchter finden? Wird Diego mehr als nur der brutale Auslöser einer Kette von Katastrophen sein? Diese Fragen hängen nach der Lektüre immer noch in der Luft und ziehen mich weiter &#8218;gen Westen.</p>
<p>Ich wünsche mir darüber hinaus für die Fortsetzung, dass die Figuren noch mehr Innenleben bekommen. Die Bühne steht, das Level an Gewalt ist vorgegeben, die Zeichnungen tragen die Story. Jetzt darf die Geschichte tiefer in ihre Protagonisten eindringen. Emma hat dafür das stärkste Fundament, Bill bietet das größte Rätsel und Diego braucht die deutlichste Nachschärfung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4303" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715.jpg" alt="Innenseite 11 von WYOMING 1863 01" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_INNENSEITE-11_1000X715-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4335" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/NOT-approved-by-the-comic-code-authority-300x230.png" alt="COMIC CODE AUTHORITY STAMP - NOT APPROVED" width="300" height="230" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/NOT-approved-by-the-comic-code-authority-300x230.png 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/NOT-approved-by-the-comic-code-authority.png 485w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN ist ein harter, sehr ansprechend gezeichneter, nicht wirklich jugendfreier Western-Auftakt mit viel Tempo und viel, ja sehr viel Gewalt. Die Comic Code Authority <a title="DR. WERTHLESS bekämpft den Schund" href="https://panelwalker.de/2025/12/dr-werthless-bekaempft-den-schund/" target="_blank" rel="noopener">wäre not-amused</a> gewesen!</p>
<p>Jean-François di Giorgio setzt auf bewährte Genre-Motive, aber er erzählt sie mit sicherem Gespür für Druck und Zuspitzung. Fabrizio des Dorides gibt dem Band die nötige Erde unter den Stiefeln. Seine Figuren sind sehr gut lesbar, seine Schauplätze phantastisch, seine Action klar und deutlich.</p>
<p>Nicht alles wird schon eingelöst. Einige emotionale Übergänge hätten etwas mehr Raum verdient. Doch der Gesamteindruck bleibt deutlich positiv. Dieser Comic weiß, welchen Western er erzählen will, keinen eleganten Abgesang sondern Staub, Schuld, Rache und offene Rechnungen.</p>
<p>Ich bin nach diesem ersten Band nicht satt, sondern richtig neugierig. Und das ist bei einem Western mit Fortsetzungen vielleicht das beste Gefühl, das man haben kann. Der Schuss ist gefallen, der Pulver-Rauch hängt noch in der Luft und ich will wissen, wer am Ende wirklich noch steht.</p>
<p>Und ganz entfernt, im Hintergrund läuft die <a href="https://archive.org/details/tvtunes_10114" target="_blank" rel="nofollow noopener">Titelmusik von &#8222;The Magnificent Seven&#8220;</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4294" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716-286x400.jpg" alt="Cover von WYOMING 1863 01" width="286" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716-286x400.jpg 286w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716-600x838.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/07/WYOMING-1863_01_COVER_1000X716.jpg 716w" sizes="auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>WYOMING, 1863 &#8211; FÜNF TAGE ZUM STERBEN</li>
<li>Jean-François di Giorgio und Fabrizio des Dorides</li>
<li>Hardcover | 56 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-98721-328-1</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/wyoming-1863-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/07/wyoming-1863-liegt-am-rande-der-bekannten-welt/">WYOMING, 1863 liegt am Rande der bekannten Welt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Rat an alle Gauner &#8211; LEAVE THEM ALONE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 05:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
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		<category><![CDATA[Roger Seiter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich lese Western gern, aber nicht dauernd. Ich brauche keine zehn Colts pro Seite, keinen Staub als Selbstzweck und keine Männer in Staubmänteln, die mit zusammengekniffenen Augen so tun, als hätten SIE den Westen erfunden. Umso mehr freut es mich, wenn ein Western nicht zuerst mit Posen derber Männlichkeit daherkommt, sondern mit Menschen. Menschen mit [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich lese Western gern, aber nicht dauernd. Ich brauche keine zehn Colts pro Seite, keinen Staub als Selbstzweck und keine Männer in Staubmänteln, die mit zusammengekniffenen Augen so tun, als hätten SIE den Westen erfunden. Umso mehr freut es mich, wenn ein Western nicht zuerst mit Posen derber Männlichkeit daherkommt, sondern mit Menschen. Menschen mit müden Händen, mit Angst im Nacken und mit Frauen, die längst verstanden haben, dass sie in dieser Welt keine Zeit für große Worte haben.</p>
<p><span id="more-3999"></span></p>
<p>Genau hier packt mich LEAVE THEM ALONE. Roger Seiter (Szenario) und Chris Regnault (Zeichnungen) erzählen von einer Poststation in Arizona im Jahr 1874. Das klingt erst einmal nach klassischem Western-Setting. Eine abgelegene Relais-Station, Gold, Banditen und ein geheimnisvoller Reiter. Sowie eine Frau auf der Flucht. Doch dieser Band wird dort interessant, wo er stehen bleibt und den Figuren ins wettergegerbte Gesicht schaut.</p>
<p>Nicht der Revolver ist hier die Hauptfigur. Es sind Marian Potter, Elfie, Mattie, Mad Wolf und Lew. Menschen, die nicht auf einen großen Auftritt warten, sondern auf den nächsten Tag. Und dieser nächste Tag kann an einem Ort wie diesem schnell tödlich werden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4001" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710.jpg" alt="Innenseite 05 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-05_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Marian hält den Laden zusammen</h3>
<p>Dead Indian Peak ist wahrlich kein Sehnsuchtsort. Es ist eine Station, ein Halt in einer weiten, rauen Landschaft. Marian Potter führt dieses Relais mit einer ernsthaften Ruhe. Sie wirkt nicht hart, weil der Comic ihr Härte anschreibt. Sie wirkt hart, weil sie längst genug gesehen hat. Bei ihr lebt Elfie, ihre Enkelin, die gerade achtzehn geworden ist. Zur Besatzung gehört auch Mad Wolf, ein Navajo, der an dieser Station nicht als exotischer Schmuck herumsteht. Er ist Teil dieses kleinen Alltags. Er hilft, beobachtet, schützt und trägt eigene Wunden mit sich.</p>
<p>Ich mochte diesen Anfang sehr. Roger Seiter kann einfühlsame Geschichten erzählen und erklärt nicht alles tot. Er lässt Marian den Ort bewohnen. Ich sehe, wie sie arbeitet, wie sie auf Menschen reagiert, wie sie Elfie im Blick behält. Diese Frau trägt Fürsorge in sich, aber keine Weichheit, die ihr gefährlich werden könnte. Sie ist keine Westernmutter aus dem Bilderbuch. Sie kann freundlich sein, aber auch misstrauisch. Beides gehört zusammen.</p>
<h3>Elfie ist der Gegenpol</h3>
<p>Elfie bringt eine andere Energie in den Band. Sie ist jung, wach und viel zu vertraut mit Gefahr. Bei ihr spüre ich diesen Trotz, der auch der Isolation in dieser Umgebung geschuldet ist und erst einmal nach Mut aussieht, darunter aber vielleicht doch auch Angst versteckt.</p>
<p>Der Comic macht aus ihr keine kleine Rebellin für den schnellen Effekt. Elfie möchte mehr können, als ihr zugetraut wird. Sie möchte helfen, schießen, jagen &#8211; und ja, sie möchte bestehen. Gerade neben Marian bekommt das Gewicht. Hier steht nicht Jugend gegen Alter. Hier stehen zwei Frauen nebeneinander, die einander lieben und sich trotzdem reiben.</p>
<p>Dann kommen die Störungen. Eine verzweifelte Frau nähert sich der Station. Ein Reiter taucht auf. Eine Bande von Halsabschneidern rückt näher. Und irgendwo im Hintergrund zieht eine Kiste Gold ihre giftige Spur durch diese Geschichte. Aus einem kargen, fast friedlichen Ort wird ein Raum, in dem jede Ankunft etwas verändern kann.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4002" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710.jpg" alt="Innenseite 06 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-06_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Mattie bringt die Angst mit</h3>
<p>Mattie ist die Figur, die den Band endgültig aus der Ruhe bringt. Sie kommt nicht als schöne Fremde, die das Abenteuer anstößt. Sie kommt als Frau, die fliehen muss. Ihre Vergangenheit klebt an ihr. Flagstaff, der Saloon, die Männer, die ihren Körper und ihre Angst für selbstverständlich halten. All das reist mit ihr. Der Band lässt keinen Zweifel daran, wie grausam diese Welt vor allem für Frauen sein kann. Er suhlt sich aber nicht darin. Das ist ein wichtiger Unterschied.</p>
<p>Lew, der geheimnisvolle Reiter, begegnet Mattie zunächst wie eine Figur aus einem alten Westernfilm. Schweigsam, dunkel, gefährlich. Ja, diese Sorte Mann kenne ich aus dem Genre. Normalerweise werde ich da schnell skeptisch. Hier funktioniert Lew besser, weil er nicht alles an sich zieht. Er bleibt wichtig, aber er verdrängt Mattie nicht. Seine Gegenwart öffnet eher weitere Fragen. Wer ist er? Weshalb hilft er? Was verbindet ihn mit der Gewalt, die schon unterwegs ist?</p>
<h3>Die Gauner</h3>
<p>Burt Bell und seine Männer bilden den Gegenpol. Sie sind keine komplizierten Seelen, die ich lange verstehen müsste. Sie sind eine Bedrohung, die Körper hat, Stimmen, Waffen und Lust an Macht. Das ist weder feinsinnig, noch subtil. Doch für diese Geschichte reicht es oft, weil der Blick nicht dauerhaft bei ihnen bleibt. Er bleibt bei denen, die überleben müssen.</p>
<p>In der zweiten Hälfte zieht der Comic die Figuren enger zusammen. Marian, Elfie und Mattie werden nicht automatisch zu einer Gemeinschaft. Dafür ist zu viel Misstrauen im Raum. Aber sie stehen plötzlich auf derselben Seite einer Tür. Draußen lauern Männer, die nehmen wollen. Drinnen sitzen Frauen, die einander kaum kennen und doch begreifen, dass sie ohne die Anderen keine Chance haben. Genau daraus zieht der Band seine Spannung. Nicht aus der Frage, wer am besten schießt. Sondern aus der Frage, wer in der Panik nicht zuerst nur an sich denkt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4003" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710.jpg" alt="Innenseite 07 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-07_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Arizona ohne Sonntagskleidung</h3>
<p>Der historische Hintergrund ist hier kein Zierrat. Er erklärt, weshalb diese Figuren so allein wirken. Arizona war 1874 noch Territorium der Vereinigten Staaten. Der entsprechende Act wurde 1863 unter Abraham Lincoln unterzeichnet, Bundesstaat wurde Arizona erst 1912. Zwischen diesen Daten liegt eine lange Zeit, in der Verwaltung, Recht und tatsächliche Sicherheit nicht dasselbe waren. Damit spielt die Geschichte etwa in der gleichen Zeit wie <a title="Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE" href="https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/" target="_blank" rel="noopener">BIS ZUM BITTEREN ENDE</a>, aber in einer anderen Gegend und unter anderen Rahmenbedingungen.</p>
<p>Für einen Western ist das Gold im Gepäck natürlich ein vertrauter Köder. Trotzdem hat es einen realen Kern. Wells Fargo ließ 1885 einen Bericht über Überfälle auf Geldtransporte erstellen. Darin wurden 347 Überfälle und versuchte Überfälle auf Schatzsendungen zwischen 1870 und 1884 erfasst, die per Postkutsche und Zug unterwegs waren. Wer also beim Lesen denkt, das sei doch alles ein bisschen viel mit Räubern, Kisten und überforderten Autoritäten, liegt nur halb richtig. Diese Welt war nicht nur Mythos. Sie war auch Logistik, Risiko und sehr viel Geld auf sehr unsicheren Wegen.</p>
<p>Mad Wolf gibt dem Band noch eine andere Schicht. Die Navajo konnten nach dem Vertrag von 1868 in Teile ihrer Heimat zurückkehren. Der Vertrag steht bis heute für Überleben, Rückkehr und Selbstbehauptung nach Vertreibung. Deshalb lese ich Mad Wolf nicht einfach nur als hilfreichen Mann am Rand, der er natürlich auch ist. Seine stille Gegenwart verschiebt den Boden unter dem Western. Dieser Westen gehört nicht nur denen, die mit Pferden, Banken und Gewehren kommen. Er ist auch ein verletzter Ort. Der Comic erzählt das nicht breit aus. Doch Regnault zeichnet Mad Wolf mit genügend Würde und Ruhe, dass dieser Gedanke mitschwingt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4004" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710.jpg" alt="Innenseite 08 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-08_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Drei Frauen, keine Heiligen</h3>
<p>Was LEAVE THEM ALONE besonders macht, ist für mich weniger die Handlung als die Art, wie diese Handlung an den Figuren zieht. Marian, Elfie und Mattie könnten leicht zu klaren Rollen werden: die Alte, die Junge, die Gefallene.</p>
<p>Zum Glück bleibt der Comic nicht dabei stehen. Marian ist nicht nur weise. Sie ist auch streng, müde, gelegentlich ungerecht aus Sorge. Elfie ist nicht nur mutig. Sie ist ungeduldig und will zu schnell beweisen, dass sie dazugehört. Mattie ist nicht nur Opfer. Sie hat Angst, ja. Aber sie hat auch Witz, Willen und einen sehr genauen Blick für die Abgründe der Männerwelt.</p>
<p>Ich glaube, deshalb hat mich der Band stärker erwischt, als ich erwartet hatte. Ich musste nicht plötzlich großer Westernfan werden, nur diesen Frauen glauben. Und das tue ich. Der Comic gibt ihnen keine modernen Reden in den Mund. Er lässt sie handeln. Sie kochen, fluchen, zielen, pflegen, lügen vielleicht auch einmal aus Schutz. Sie müssen Entscheidungen treffen, die kein Mensch gern treffen möchte.</p>
<p>Die Schwäche liegt dort, wo der Band die Gegenseite etwas zu glatt bösartig zeichnet. Burt Bell und seine Leute sind wirksame Gefahr, aber selten mehr als Gefahr. Ich hätte gern einen Moment gehabt, in dem diese Männer durch Nähe interessanter würden. So bleiben sie vor allem Druck von außen. Allerdings passt das zur inneren Architektur des Comics. Diese Geschichte gehört nicht den Tätern, sondern den Bedrohten.</p>
<p>Sehr schön ist, dass Seiter den Zusammenhalt nicht romantisiert. Diese Figuren vertrauen einander nicht, weil das für eine gute Moral hübsch wäre. Sie vertrauen einander stückweise, weil jede andere Möglichkeit noch gefährlicher wäre. Das gibt dem Band eine bodenständige Wärme. Nicht die große Rede rettet hier Menschen, eher ein rechtzeitiger Blick, eine geladene Winchester oder eine Hand, die nicht loslässt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4005" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710.jpg" alt="Innenseite 09 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-09_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Chris Regnault sieht Menschen vor Landschaft &#8230;</h3>
<p>Chris Regnault zeichnet den Westen groß, aber nicht leer. Das ist mir wichtig. Viele Westernbilder verlieben sich so sehr in Weite, Berge und Sonnenuntergänge, dass die Figuren darin wie kleine Spielfiguren wirken. Regnault kann die Weite zeigen. Er kann Staub, Felsen, Kutschen, Pferde und Holzbauten überzeugend auf die Seite setzen. Doch sein eigentlicher Zugriff liegt in den Gesichtern.</p>
<p>Marian sieht bei ihm nicht einfach alt aus. Sie wirkt vom Leben benutzt. Falten, Augen, Haltung, alles erzählt von viel Arbeit. Elfie bekommt einen wachen, unruhigen Körper. Sie steht selten nur dekorativ herum. Ihr Blick springt, ihre Bewegungen haben etwas Vorwärtsdrängendes. Mattie wiederum trägt eine andere Art Erschöpfung in den Bildern. Bei ihr liegt der Schmerz nicht nur in dramatischen Momenten. Er sitzt in Schultern, Blicken, kleinen Pausen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4006" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710.jpg" alt="Innenseite 10 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-10_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>&#8230; und Landschaft mit Menschen</h3>
<p>Mad Wolf profitiert besonders von Regnault&#8217;s Zurückhaltung. Er wird nicht mit großer Zeichenfanfare eingeführt. Regnault lässt ihn stehen, schauen, reagieren. Dadurch bekommt diese Figur eine Präsenz, die stärker ist als jede Erklärung. Lew dagegen ist bewusst näher am Mythos gebaut. Hut, Schatten, kontrollierte Bewegung. Aber auch ihn erdet Regnault durch Momente, in denen seine Pose Risse zeigt.</p>
<p>Die Seiten sind klar gesetzt. Ich hatte nie das Gefühl, mich durch Action kämpfen zu müssen. Das Auge findet den Weg. Nahaufnahmen bremsen das Tempo, weite Panels lassen die Gefahr heranrollen. Regnault&#8217;s Farben bleiben warm, trocken, oft staubig. Gelb, Braun, Rot und ausgeblichene Himmel legen sich über die Seiten wie Hitze. Wenn Blut ins Bild kommt, wirkt es nicht elegant. Es stört. Genau so soll es sein.</p>
<p>Besonders gelungen finde ich den Wechsel zwischen Alltag und Angriff. Die Station wirkt erst wie ein normaler Ort. Später wird sie zu einem Körper, der verteidigt werden muss. Türen, Fenster, Ecken, Sichtachsen. Regnault macht daraus keine technische Fingerübung. Er macht daraus Angst, die ich räumlich verstehe, da aus jedem Winkel Gefahr drohen kann. Das ist starkes Erzählen mit Bildern.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4007" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710.jpg" alt="Innenseite 11 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-11_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Zwei Steckbriefe</h3>
<p>Roger Seiter wurde 1955 in Straßburg geboren und ist von Hause aus Historiker. Bevor er sich als Szenarist einen Namen machte, arbeitete er als Conseiller principal d’éducation, also im französischen Schuldienst. Seine Comiclaufbahn begann 1989 mit APRÈS UN SI LONG HIVER, gezeichnet von Johannes Roussel. Seitdem hat Seiter ein erstaunlich breites Werk aufgebaut, mit historischen Stoffen, Abenteuercomics, Krimis, Literaturadaptionen und Serienarbeiten. Zu seinen bekannteren Arbeiten gehören FOG, H.M.S., SPECIAL BRANCH sowie mehrere Alben aus den klassischen Reihen LEFRANC und ALIX.</p>
<p>Auffällig ist dabei sein verlässliches Gespür für historische Schauplätze und sauber gebaute Spannungsstoffe. Seiter schreibt selten laut, eher handwerklich präzise. Er interessiert sich für Figuren, die in Drucksituationen geraten, für moralische Grauzonen und für Geschichte als lebendige Bühne. Inzwischen steht er hinter mehr als 120 Comic-Alben, die bei zahlreichen Verlagen erschienen sind.<img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4008" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710.jpg" alt="Innenseite 12 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-12_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<p>Chris Regnault &#8211; auch Christophe Regnault &#8211; wurde 1982 in Frankreich geboren und arbeitet als Zeichner, Kolorist, Autor und Storyboarder. Nach einer klassischen Zeichenausbildung in Lyon illustrierte er unter anderem für Rollenspiele, pädagogische Comicprojekte und Magazine aus dem Videospielbereich. Zu seinen Arbeiten zählen HISTORISCHE PERSÖNLICHKEITEN: <a href="https://www.splitter-verlag.de/churchill-graphic-novel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">CHURCHILL</a>, <a href="https://www.splitter-verlag.de/elisabeth-I-historische-persoenlichkeiten.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">ELISABETH I</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/stalin-graphic-novel.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">STALIN</a> sowie die Comicadaption von <a href="https://www.splitter-verlag.de/h-g-wells-der-unsichtbare-1.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">H.G. WELLS &#8211; DER UNSICHTBARE</a>.</p>
<p>Regnault arbeitete außerdem an Storyboards zu historischen Comicprojekten und zeichnete zahlreiche Cover. Mit <a href="https://www.splitter-verlag.de/wahre-geschichte-des-wilden-westens-jesse-james.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">JESSE JAMES</a> war er bereits deutlich im Western zuhause. Für LEAVE THEM ALONE bringt er diese Erfahrung sichtbar ein. Sein Blick für historische Schauplätze verbindet sich mit einem sehr lesbaren, körpernahen Stil, der Figuren nicht nur zeigt, sondern spielen lässt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4009" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710.jpg" alt="Innenseite 13 von LEAVE THEM ALONE" width="710" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710.jpg 710w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_INNENSEITE-13_1000X710-600x845.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>LEAVE THEM ALONE ist ein harter Western, der mich mit seinem Cover angezogen und mit seinem Inhalt überzeugt hat. Er hat mich über Marian, Elfie und Mattie bekommen. Über drei Frauen, die nicht auf Rettung warten können, über Mad Wolf, der viel sagt, auch wenn er dazu wenig Worte braucht und über Lew, der aus einem bekannten Typus kommt und trotzdem genug im Schatten behält. Und über eine Poststation, die erst Zuflucht ist und dann zur letzten Linie wird.</p>
<p>Mit LEAVE THEM ALONE sind vor allem die Frauen des Albums gemeint. Der Western spielt in einem gesetzlosen amerikanischen Westen, in dem Reisende, Migranten und besonders Frauen leichte Beute für Banditen, Plünderer und Gewaltmenschen sind. Der Titel ist also weniger eine höfliche Bitte als eine Warnung. So etwas wie: &#8222;Lasst diese Frauen in Ruhe – oder tragt die Folgen.&#8220; Darin steckt der klassische Western-Satz vor dem Showdown. Nur wird er hier verschoben: Nicht der große männliche Retter steht im Zentrum, sondern die Frage, was Frauen in einer Welt tun müssen, in der Recht, Schutz und Anstand gerade nicht verlässlich vorhanden sind.</p>
<p>Der Band ist hart in dem, was und wie er es erzählt. Gelegentlich ist er auch grob in der Zeichnung seiner Schurken. Doch sein Herz schlägt an der richtigen Stelle. Roger Seiter erzählt sauber und mit Gefühl für Druck. Chris Regnault gibt den Figuren Gewicht, Blick und Staub auf der Haut. Für mich ist das ein Western für Leserinnen und Leser, die nicht zwingend Western suchen, sondern gute Figuren in einer schlechten Welt. Genau davon hat dieser Comic erfreulich viel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4000" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-300x423.jpg" alt="Cover von LEAVE THEM ALONE" width="300" height="423" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-300x423.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710-600x845.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/LEAVE-THEM-ALONE_COVER_1000X710.jpg 710w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul id="infobox">
<li>LEAVE THEM ALONE</li>
<li>Roger Seiter und Chris Regnault</li>
<li>Hardcover | 160 Seiten | Farbe | Bookformat</li>
<li>ISBN 978-3-96792-139-7</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/leave-them-alone.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/ein-rat-an-alle-gauner-leave-them-alone/">Ein Rat an alle Gauner – LEAVE THEM ALONE</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>LUCKY LUKE DAKOTA 1880 &#8211; Eine liebevolle Hommage</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 05:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinung]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
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		<category><![CDATA[Brüno]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Thielleux]]></category>
		<category><![CDATA[Egmont Ehapa Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Laurence Croix]]></category>
		<category><![CDATA[Maurice de Bevere]]></category>
		<category><![CDATA[Morris]]></category>
		<category><![CDATA[Olivier Appollodorus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein hübscher, beinahe frecher Gedanke. LUCKY LUKE reitet nicht einfach wieder einmal durch den Wilden Westen. Er steckt in DAKOTA 1880 noch in den Stiefeln eines jungen Mannes, der die eigene Legende erst nach und nach erarbeitet. Kein großer Auftritt mit allen bekannten Serienzutaten, kein bequemes Abhaken vertrauter Zeichen, kein Jolly Jumper. Stattdessen [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/">LUCKY LUKE DAKOTA 1880 – Eine liebevolle Hommage</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein hübscher, beinahe frecher Gedanke. LUCKY LUKE reitet nicht einfach wieder einmal durch den Wilden Westen. Er steckt in DAKOTA 1880 noch in den Stiefeln eines jungen Mannes, der die eigene Legende erst nach und nach erarbeitet. Kein großer Auftritt mit allen bekannten Serienzutaten, kein bequemes Abhaken vertrauter Zeichen, kein Jolly Jumper. Stattdessen gibt es Schnee, Staub, Kutschenräder und einen Helden, der schon erstaunlich klar nach LUCKY LUKE aussieht, aber noch nicht ganz die bekannte Ikone ist. Und: Ja, es ist ein Prequel.</p>
<p>Genau darin liegt der Reiz dieses Bandes. Appollo und Brüno nehmen Morris’ Cowboy ernst, aber sie knien nicht vor ihm nieder. Sie spielen mit ihm, setzen ihn in erste Bewegungen. Sie lassen ihn in sieben kurzen Geschichten Menschen begegnen, die mehr als eindimensionale, dekorative Westernschablonen sind. Luke trifft befreite Sklaven, Frauen mit eigenen Plänen, einen Fotografen, streitlustige Poeten, Revolverhelden und indigene Charaktere. Das ergibt nicht wie sonst ein klassisches Abenteuer mit einem einzigen großen Ziel. Es fühlt sich eher wie eine Reise an, bei der jede Station eine kleine Kerbe im Charakter des Hauptdarstellers hinterlässt &#8211; und genau das ist es dann auch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3917" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693.jpg" alt="Innenseite 01 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="693" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693.jpg 693w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693-300x433.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693-600x866.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px" /></p>
<h3>Achtzig Jahre schneller als der eigene Schatten</h3>
<p>LUCKY LUKE gehört zu den Figuren, die längst aussehen, als seien sie immer dagewesen. Dabei hat auch dieser Cowboy einmal klein angefangen.</p>
<p>Morris, eigentlich Maurice De Bevere, brachte ihn 1946 zur Welt. Also heute, vor ziemlich genau 80 Jahre. Die erste Geschichte hieß <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arizona_1880" target="_blank" rel="nofollow noopener">ARIZONA 1880</a> und erschien im Umfeld des SPIROU Almanachs. Schon der Titel ist wichtig, weil DAKOTA 1880 sich hörbar und sichtbar daran anlehnt. Aus Arizona wird Dakota, aus dem bekannten Helden wird ein jüngerer LUKE (noch ohne den Beinamen LUCKY) und aus der Parodie des Westerns wird ein Western, der noch den kalten Wind im Gesicht hat.</p>
<p>Spannend ist auch, wie sehr LUCKY LUKE im Laufe der Jahrzehnte seine Form gefunden hat. Morris zeichnete die Figur von 1946 bis zu seinem Tod 2001. Ab Mitte der fünfziger Jahre kam <a href="https://panelwalker.de/tag/rene-goscinny/" target="_blank" rel="noopener">René Goscinny</a> hinzu, der dem Serienhumor eine besondere Schlagkraft gab und viele der klassischen Abenteuer prägte. Diese Mischung aus klarer Linie, Timing, Westernliebe und liebevoller Überzeichnung machte LUCKY LUKE zu einer der großen Figuren der frankobelgischen Comicgeschichte.</p>
<p>Dass 2026 der 80. Geburtstag gefeiert wird, passt deshalb wunderbar zu diesem Band. EGMONT EHAPA begleitet das Jubiläum im deutschsprachigen Raum mit neuen Veröffentlichungen und Ausstellungen, unter anderem ab dem 02. Oktober 2026 mit einer Morris-Schau &#8222;Lucky Luke – Moris’ einsa-<br />
mer Westernheld&#8220; im Museum für Kommunikation, Berlin.</p>
<p>DAKOTA 1880 erschien auf Deutsch im März 2026 und reiht sich als Hommage in diese Geburtstagsbewegung ein. Das ist kein bloßer Marketingrahmen. Es ist der passende Moment für eine Frage, die gute Hommagen stellen müssen. Was bleibt lebendig, wenn eine berühmte Figur kurz aus ihrer eigenen Routine herausgeführt wird?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3918" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701.jpg" alt="Innenseite 02 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="701" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701.jpg 701w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701-300x428.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701-600x856.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px" /></p>
<h3>Sieben Wege durch einen raueren Westen</h3>
<p>Erzählerisch funktioniert der Band am besten, wenn ich ihn nicht als normalen Lucky-Luke-Band lese. Appollo inszeniert keine große Daltons-Jagd und keinen durchgehenden Gag-Mechanismus. Er nutzt die Postkutschenreise nach Kalifornien als lockere Klammer. Jede Episode bringt einen anderen Zungenschlag hinein. Mal wirkt der Band abenteuerlich, mal trocken komisch, mal fast melancholisch. Das Tempo bleibt angenehm zügig. Trotzdem hetzt nichts. Diese kurzen Geschichten haben Platz für Blicke, Pausen und kleine Pointen.</p>
<p>Formal ist das smart. Der Seitenrhythmus erinnert an die klassische Alben, aber Brüno zeichnet nicht im Morris-Modus. Seine Figuren sind kantiger, moderner. Die Gesichter stehen klar im Raum. Die Körper wirken manchmal fast wie ausgeschnitten, wenn auch präzise gesetzt. Das macht die Seiten sehr lesbar. Ich hatte nie das Gefühl, mich durch Dekor kämpfen zu müssen. Brüno liebt die Fläche, die Haltung, die Silhouette. Seine Bilder stopfen den Westen nicht voll, sie räumen ihn auf, bis jede Bewegung sitzt.</p>
<p>Laurence Croix unterstützt das mit Farben, die den Band nicht auf lustig trimmen. Es gibt eine gewisse Wärme. Schnee, Erde, Holz, Abendlicht und Kleidung greifen ruhig ineinander. Dadurch wirkt DAKOTA 1880 erwachsener als die klassische Serie, ohne dem Vorbild die Freude auszutreiben. Die Schwäche liegt eher in der Form selbst. Nicht jede Begegnung kann gleich tief gehen. Manche Figur verschwindet genau dann, wenn ich gern noch zwei Seiten geblieben wäre. Aber dann rollt die Kutsche halt weiter. Doch diese Knappheit gehört zum Konzept. Der Band erzählt von Spuren, nicht von Lebensläufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3919" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737.jpg" alt="Innenseite 03 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Kurzbiografie: Appollo</h3>
<p>Appollo heißt bürgerlich Olivier Appollodorus und wurde 1969 in Tunesien geboren. Er wuchs in Nordafrika und auf La Réunion auf. Schon als Schüler gründete er mit Freunden ein Comicmagazin, später studierte er in Paris und begann als Szenarist zu arbeiten. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen unter anderem <a href="https://www.avant-verlag.de/comics/die-diebe-von-karthago/#cc-m-product-8773971920" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE DIEBE VON KARTHAGO</a>, <a href="https://www.amazon.de/Bourbon-Island-1730-Appollo/dp/1596432586" target="_blank" rel="nofollow noopener">BOURBON ISLAND 1730</a> mit Lewis Trondheim und <a href="https://www.amazon.de/Biotope-1-English-Appollo-ebook/dp/B0C1L9N3D6?th=1&amp;psc=1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.TEO40FDU6DCsXQ0NV0xEf0y9XpOlpVHTVB4hR61aM07uAWfiTM5qXHgBo7ipmzfN8gMA2xtvI3ycmyGVvy2X_r4J8etFZxRgtLXzx_v5N3yvuZ7MNri66KD-n2MBzD2yiVWg2bkTD1gv6n7VJSP7I941waU8haTug6pYsrj_o73U9dAGq_qCz8zHwQ-8A29io1_plE1XgN8D-ajhyk3DY51JgUlfm6KQvLaB90WL5X4.gMBI6txXw5QVEgzsihQ5z-kd3kRVnmQFJUpw2tLaF1Q&amp;dib_tag=AUTHOR" target="_blank" rel="nofollow noopener">BIOTOPE</a> mit Brüno. Gerade diese Laufbahn erklärt viel an diesem Band. Appollo interessiert sich für Geschichte, Randfiguren und dafür, wie große Erzählungen aus kleinen Begegnungen entstehen. In DAKOTA 1880 passt das sehr gut zu einem LUCKY LUKE, der noch nicht ganz das Denkmal ist, dass wir alle kennen.</p>
<h3>Kurzbiografie: Brüno</h3>
<p>Brüno, mit bürgerlichem Namen Bruno Thielleux, wurde 1975 in Deutschland geboren. Nach Stationen an der École Estienne in Paris und einem Studium der bildenden Kunst in Rennes veröffentlichte er ab den späten neunziger Jahren erste Arbeiten. Mit <a href="https://www.avant-verlag.de/comics/atar-gull/#cc-m-product-8700242520" target="_blank" rel="nofollow noopener">ATAR GULL</a>, <a href="https://www.avant-verlag.de/comics/black-proud/#cc-m-product-8681003920" target="_blank" rel="nofollow noopener">BLACK AND PROUD</a> und besonders <a href="https://www.amazon.de/Tyler-Cross-1-Black-Rock/dp/355171228X?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2CWQRXDIAXVJR&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9._uhLneg5GmuVDsTXR7WlzZcProRQdkSXVp26NBKporL2_MdTVSve_SeUCEnL_d6kAQbJGdy_CfwfFVpKKwP0ydjuZTGoaXLgPGpOGjuxTzRPgPiStiTtTmwCeBiBVACsxFvUEhvSBMD76FMRiWxfsVxVqu8rvsgVojyWkzTcHkVeaiVrtz_yaOizLIZxalFEjnqs369v-K4mxo7ErmsjS_Vvm4tTKNcTYAmWNMEiOhg.Bzs07dUNS1KCg_7nQv7MUSDXlUZ53bNOa4eJZS7m5u4&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Tyler+Cross+comic&amp;qid=1777480894&amp;s=books&amp;sprefix=tyler+cross+comic%2Cstripbooks%2C97&amp;sr=1-6" target="_blank" rel="nofollow noopener">TYLER CROSS</a> hat er sich einen Namen als Zeichner gemacht, der Genrestoffe ernst nimmt und zugleich radikal vereinfacht. Sein Strich ist klar, hart und elegant. Er zeigt gern Männer in gefährlichen Landschaften, aber er verliert sich nicht in Muskelshow oder Dekor. Für LUCKY LUKE ist das ein Glücksfall. Brüno macht aus dem Cowboy keine Kopie. Er macht ihn wieder &#8211; anders &#8211;  sichtbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3920" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg.jpeg" alt="Innenseite 04 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="800" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg.jpeg 800w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-300x375.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-750x938.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-768x960.jpeg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-600x750.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>DAKOTA 1880 ist eine sehr gelungene Hommage, weil sie nicht nur erinnert, sondern ausprobiert. Appollo und Brüno behandeln LUCKY LUKE wie eine Figur mit Vergangenheit, nicht wie ein Museumsstück. Der Band ist teils rauer, teils stiller und nachdenklicher als viele klassische Abenteuer. Zugleich bleibt er zugänglich, flott und charmant.</p>
<p>Ich hätte mir an einzelnen Stellen etwas mehr Atem für Nebenfiguren gewünscht. Doch der Gesamteindruck trägt. Diese Reise zeigt einen jungen Cowboy auf dem Weg zur Legende. Und genau das macht beim Lesen überraschend viel Freude.</p>
<p>Ach ja &#8211; und ganz nebenbei wir erfahren, warum Luke seinen Beinamen &#8222;Lucky&#8220; erhält.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3915" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-300x394.jpg" alt="Cover von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="300" height="394" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-750x984.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-600x787.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762.jpg 762w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>LUCKY LUKE &#8211; DAKOTA 1880</li>
<li>Appollo und Brüno</li>
<li>Softcover | 64 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-77041-031-6 (des Hardcovers)</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★☆☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.egmont-shop.de/lucky-luke-hommage-nr-7-softcover/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Egmont Ehapa Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/">LUCKY LUKE DAKOTA 1880 – Eine liebevolle Hommage</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Mann geht seinen Weg BIS ZUM BITTEREN ENDE</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/02/ein-mann-geht-seinen-weg-bis-zum-bitteren-ende/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 06:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Jérôme Félix]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Gastine]]></category>
		<category><![CDATA[Splitter Verlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit BIS ZUM BITTEREN ENDE nehme ich ein Album zu einem klassischer Western in die Hand. Ein alter Cowboy treibt noch ein letztes Mal Longhorns über die Prärie. Er will danach sesshaft werden. Dann jedoch beendet ein Todesfall diese Pläne. Genau in diesem Moment zeigt der Band seine eigentliche Stärke. Jérôme Félix, der Szenarist, erzählt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit BIS ZUM BITTEREN ENDE nehme ich ein Album zu einem klassischer Western in die Hand. Ein alter Cowboy treibt noch ein letztes Mal Longhorns über die Prärie. Er will danach sesshaft werden. Dann jedoch beendet ein Todesfall diese Pläne. Genau in diesem Moment zeigt der Band seine eigentliche Stärke.</p>
<p>Jérôme Félix, der Szenarist, erzählt keinen klassischen Nostalgieritt. Er schreibt eine Geschichte über das Ende eines Berufs, über das Ende von Gewissheiten.</p>
<p>Paul Gastine setzt dies mit einem Blick um, der zugleich weit ist, aber auch intim bleibt. Große Landschaften stehen neben Gesichtern, in denen jede Falte eine Entscheidung verrät. Der Splitter Verlag veröffentlichte den Band 2021 als abgeschlossenen Einzelband im Hardcover, der schnell vergriffen war. 2026 erscheint nun die erweiterte Neuausgabe. Freunde des Genres und dieses Comics wird es freuen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3296" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727.jpg" alt="Innenseite 01 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="727" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727.jpg 727w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-300x413.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-109x150.jpg 109w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_01_1000X727-600x825.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 727px) 100vw, 727px" /></p>
<h3>Letzter Treck, letzter Traum</h3>
<p>Russell, unser Protagonist, weiß, dass er auf Verschleiß reitet. Die Arbeit der Viehtreiber verliert ihren Wert. Züge und neue Bahnstationen machen den Transport schneller, effizienter und damit auch kostengünstiger. Russell reagiert pragmatisch. Er will raus aus dem Staub und rein in ein kleines Stück Zukunft.</p>
<p>Sein Ziel liegt in Montana. Dort hofft er auf Land, Ruhe und eine Art Familie. An seiner Seite ist Bennett, ein junger Mann, den Russell früh zu sich genommen hat und den er schützt, auch wenn Bennett oft anders reagiert als die Leute es erwarten. Mit ihnen zieht Kirby. Er ist Partner, Freund und stille Stütze. Diese drei bilden eine fragile Gemeinschaft. Sie funktioniert, weil jeder weiß, was der andere nicht sagen kann.</p>
<p>Auf dem Weg legen sie in Sundance einen Halt ein. Die Stadt steht unter Druck. Neue Infrastruktur lockt Geld und verspricht Aufstieg. Gleichzeitig klebt an diesem Versprechen Angst. Wer jetzt als gefährlich gilt, wird zum Risiko für den Ruf des Ortes und damit für dessen Zukunft.</p>
<p>In dieser Stimmung findet man am Morgen eine Leiche. Der Bürgermeister sucht nach einer schnellen Erklärung. Er will Ordnung, bevor die Gerüchte größer werden. Russell spürt sofort, dass hier mehr brodelt als ein Unglück. Er bleibt, fragt nach, schaut genauer hin. Sundance reagiert abweisend. Aus dem Durchreiseort wird ein Knoten, an dem sich ihre Schicksale verwirren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3297" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716.jpg" alt="Innenseite 02 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_02_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<h3>Eine Stadt, die sich selbst verteidigt</h3>
<p>Der erste Tote bleibt nicht der letzte. Ausgerechnet Bennett gerät ins Visier der Ermittlungen. Man schiebt ihm Schuld zu. Die Logik ist brutal einfach: ein Fremder passt als Täter, ein zurückhaltender junger Mann als Sündenbock. So kann die Stadt einfach weitermachen. Ein junger Zeuge streut dabei zusätzlich Unruhe. Plötzlich steht nicht nur ein Unglück im Raum, sondern die Möglichkeit, dass jemand bewusst etwas vertuscht.</p>
<p>Für Russell bricht damit etwas. Er hat Bennett nicht als Besitz an seiner Seite, sondern als Verantwortung. Als Bennett kurz darauf ebenfalls tot aufgefunden wird, legt die Obrigkeit erneut einen Fall schnell zu den Akten. Der Bürgermeister drängt Russell aus Sundance. Er hofft, damit die Wellen zu glätten. Russell lässt sich vertreiben, aber &#8211; er vergisst nicht. Félix zieht die Schraube jetzt konsequent weiter an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3298" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716.jpg" alt="Innenseite 03 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="716" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716.jpg 716w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-300x419.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_03_1000X716-600x838.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Russell kommt zurück, nicht als Bittsteller, sondern mit einer Gruppe Outlaws. Er will Antworten und er will sie sofort. Damit kippt die Dynamik. Sundance wird zur Bühne für eine Belagerung ohne Mauern. Jeder Schritt wird zu einem Statement, jeder Blick kann eine Lüge sein.</p>
<p>In dieses Geflecht tritt Miss Collins, die Lehrerin der Stadt. Sie wirkt wie ein Gegenentwurf zur rauen Männerlogik. Sie handelt mutig und bleibt dabei menschlich. Ihre Rolle ist mehr als die einer Nebenfigur. Sie gibt dem Geschehen einen moralischen Anker. Sie zeigt, dass Zivilisation nicht nur aus Schienen und Verträgen besteht muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3299" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720.jpg" alt="Innenseite 04 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="720" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720.jpg 720w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_04_1000X720-600x833.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<h3>Wenn Rache zum Gesetz wird</h3>
<p>Ab hier erzählt BIS ZUM BITTEREN ENDE in Spiralen. Russell sucht Wahrheit, verliert jedoch gleichzeitig den Boden unter den Füßen. Die Outlaws bringen Gewalt mit, die Stadt Verdrängung. Beides passt erschreckend gut zusammen. Félix arbeitet immer wieder mit Überraschungen, aber nicht als Trick. Er zeigt, wie schnell ein Ort seine Regeln verbiegt, wenn Geld und Zukunft auf dem Spiel stehen. Die Eisenbahn hängt über Sundance wie ein Versprechen, das alle korrumpiert.</p>
<p>Russell und seine Männer pressen Antworten aus einer Gemeinschaft, die sich im Alltag aneinander festhält. Es gibt Schankräume, Flure, Hinterzimmer. Überall stehen Menschen, die zu lange geschwiegen haben. Dann kippt das Spiel.</p>
<p>Eine Beichte taucht auf. Sie wirkt wie ein sauberer Schlussstrich. Genau da wird es aber gefährlich. Russell muss entscheiden, ob er die einfache Erklärung annimmt, oder ob er weiter stochert und damit noch mehr Leben zerstört. Miss Collins versucht, den Kern des Problems sichtbar zu machen. Sie stößt dabei auf ein Netz aus Mitwisserschaft. Kirby dient bei Allem als Erdung. Er sieht, wie Rache den Blick verengt, selbst wenn sie aus Liebe geboren wird.</p>
<p>Am Ende zwingt die Geschichte ihren Helden zu Entscheidungen, die keinen sauberen Ausweg erlauben. Der Band spart sich einen romantischen Schluss. Er zeigt, wie teuer Wahrheit sein kann, wenn sie zu spät kommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3300" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720.jpg" alt="Innenseite 05 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="720" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720.jpg 720w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_05_1000X720-600x833.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Figuren im Gegenlicht der Moderne</h3>
<p>Das Western-Genre lebt oft von seiner Klarheit. Der Band hier lebt von Unschärfe. Félix schreibt Menschen, keine Abziehbilder. Ein Bürgermeister kann zugleich panisch und berechnend wirken. Outlaws können wie Werkzeuge erscheinen und doch eigene Grenzen haben. Russell trägt Würde in sich, aber auch eine Gewöhnung an die Gewalt an sich. Das macht jede seiner Handlungen doppeldeutig.</p>
<p>Besonders stark finde ich, wie der Comic das Ende einer Epoche nicht nur andeutet, sondern in die Beziehungen einarbeitet. Fortschritt bedeutet hier nicht Komfort, Fortschritt bedeutet Entwertung. Wer sein Leben lang geritten ist, steht plötzlich im Weg.</p>
<p>Die Erzählung bleibt trotz moralischer Grauzonen gut lesbar. Félix setzt auf klare Motive wie Familie, Loyalität, guten Ruf und Angst. Er verschachtelt diese Motive in Szenen, die schnell wechseln, aber verständlich bleiben. Die Kürze des Einzelbandes zwingt zu Verdichtung. Das funktioniert meistens, weil der Autor die Emotionen seiner Figuren präzise trifft. In manchen Passagen spürt man den Druck: Figuren müssen zügig Position beziehen. Mir fehlt gelegentlich ein Atemzug mehr, bevor die nächste Eskalation startet. Gleichzeitig passt dieser Sog zum Thema. Wenn diese Stadt kippt, kippt sie nicht in Zeitlupe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3301" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713.jpg" alt="Innenseite 06 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_06_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Paul Gastine&#8217;s Westernblick</h3>
<p>Gastine zeichnet mit einer Lust am Detail, die nie geschniegelt wirkt. Landschaften bekommen Raum. Felsen, Himmel und Staub stehen nicht nur als Kulisse herum. Sie formen Stimmungen. In den Stadtansichten sieht man, wie eine neue Zeit anrollt. Gleise schneiden Linien in die Weite, Holzfassaden wirken provisorisch. Es sind Orte, die morgen schon anders aussehen können. Dazu kommen Gesichter, die Gastine mit markanten Zügen baut. Mimik und Körperhaltung erzählen oft schneller als die Dialoge. Das macht den Band einsteigerfreundlich. Man versteht, wer gerade lügt, wer zweifelt, wer nur spielt.</p>
<p>Auffällig sind die Farben. Gastine koloriert kräftig. Er greift tief in warme Erd- und Abendtöne. Dann setzt er kalte Akzente, wenn die Stimmung kippt. Das wirkt manchmal moderner, als man es bei einem Western erwartet. Aber mich stört das nicht, im Gegenteil. Es unterstreicht den Gedanken, dass diese Welt gerade umgebaut wird.</p>
<p>Auch die Seitenregie überzeugt. Gastine denkt in Kamerablicken. Er wechselt zwischen Panorama und Nahaufnahme. Er führt die Action klar und kinematografisch. Er kann aber auch Stille stehen lassen. Der Band fühlt sich dadurch oft wie Kino an, nur ohne die Ausrede, dass Bilder vorbeiziehen. Hier muss man hinschauen.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3302" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713.jpg" alt="Innenseite 07 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_07_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Zwei historische Fäden, die der Comic aufnimmt</h3>
<p>Der Kern des Comics illustriert einen realen Strukturwandel. Trail Drives brachten Rinder von den Weiden direkt zu den Märkten oder zu einem Railhead, von dem aus Züge die Tiere weiter transportierten. Solche Trecks konnten Monate dauern. Ein Weg von Texas zu Railheads in Kansas dauerte nach Angaben des National Park Service oft zwei bis drei Monate. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trieben Cowboys Millionen Tiere über offene Weideflächen Richtung Norden.</p>
<p>Die Stadt Chicago spielte dabei eine Schlüsselrolle. Die Union Stock Yards öffneten 1865 und bündelten Viehhandel und Fleischindustrie in einem riesigen Komplex. Die Stadt wurde so zum Magneten für Tiere, Geld und Logistik. Wer das Transportproblem löste, veränderte ganze Berufe. Genau diese Entwertung spürt man in Russells Welt. Die Arbeit auf dem Pferd verliert gegen Fahrpläne. (Mit diesem Ansatz ist dieses Album gerade wieder hochaktuell.)</p>
<p>Die Konsequenz war das Ende der offenen Weidewirtschaft. Die Railroads und eingezäunte Ranchgrenzen schränkten den Beruf des Cowboys bis etwa 1890 deutlich ein. Aus freier Weite wird Parzelle, aus Handschlag wird Vertrag. Félix nimmt diesen Umbruch als unsichtbaren Gegenspieler und Antrieb.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3303" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713.jpg" alt="Innenseite 08 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_08_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dazu kommt ein zweiter Faden. Die neuen Linien erzeugten neue Orte und neue Abhängigkeiten. In BIS ZUM BITTEREN ENDE wartet Sundance auf den Zug wie auf den Heilsbringer. Der Bürgermeister fürchtet, ein Skandal könnte anstehende Investitionen vertreiben. Denn Eisenbahngesellschaften entschieden, wo Haltepunkte und Umschlagplätze entstehen und wo Boomtowns wachsen oder Verliererorte entstehen.</p>
<p>Der Ortsname selbst trägt zusätzlich Geschichte. In Wyoming existiert <a href="https://www.google.de/maps/place/Sundance,+Wyoming+82729,+USA/@44.4052936,-104.386629,6382m/data=!3m2!1e3!4b1!4m6!3m5!1s0x5332e096cebe18f1:0xc3c44be889fa5bdf!8m2!3d44.4063746!4d-104.3757816!16zL20vMDExZmRk?entry=ttu&amp;g_ep=EgoyMDI2MDIyNS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D" target="_blank" rel="nofollow noopener">Sundance</a> als Stadt. Sie entstand Ende der 1870er Jahre und wurde später Verwaltungssitz des Crook County. Bekannt wurde sie auch über Harry Alonzo Longabaugh, den Outlaw &#8222;Sundance Kid&#8220;.</p>
<p>Diese Fakten zeigen, wie sehr der Westen in jener Zeit neu vermessen wurde. Orte entstanden, weil Handel, Durchreise und Infrastruktur sie brauchten. Félix und Gastine fangen dieses Klima ein. Sie erzählen es nicht als Chronik. Sie machen es als den Druck spürbar, der Menschen zu schnellen, schlechten Entscheidungen treibt.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3304" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713.jpg" alt="Innenseite 09 von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="713" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713.jpg 713w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-300x421.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-107x150.jpg 107w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_INNENSEITE_09_1000X713-600x842.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 713px) 100vw, 713px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>BIS ZUM BITTEREN ENDE ist ein Western, der die Colts nicht vergisst. Jérôme Félix schreibt eine Rachegeschichte, welche die Menschen dahinter ernst nimmt. Paul Gastine liefert Bilder, die ich nicht nur lese, sondern in denen ich verweile. Wer Western liebt, bekommt hier Staub, Schüsse und Weite. Wer selten Western liest, bekommt einen klar erzählten Einstieg in ein Genre. Der Comic bleibt wohlwollend hart. Er fragt nach Verantwortung, zeigt, wie schnell Moral zur Verhandlungsmasse wird. Am Ende bleibt ein Gefühl von Verlust, aber auch von erzählerischer Konsequenz. Und genau das macht diesen Einzelband so überzeugend.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3295" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-300x417.jpg" alt="Cover von BIS ZUM BITTEREN ENDE" width="300" height="417" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-300x417.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-108x150.jpg 108w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719-600x834.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/BIS-ZUM-BITTEREN-ENDE_COVER_1000X719.jpg 719w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>BIS ZUM BITTEREN ENDE</li>
<li>Jérôme Félix und Paul Gastine</li>
<li>Hardcover | 88 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-68950-142-6</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.splitter-verlag.de/bis-zum-bitteren-ende-erweitert.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Splitter Verlag</a></li>
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