<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Funny - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
	<atom:link href="https://panelwalker.de/category/funny/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://panelwalker.de</link>
	<description>Ein Blog für alle Comic-Interessierten</description>
	<lastBuildDate>Mon, 15 Jun 2026 20:17:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/07/cropped-cropped-Panelwalker_logo_v3-32x32.png</url>
	<title>Funny - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
	<link>https://panelwalker.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>ETIENNE WILLEM &#8211; Der Mann mit dem Schottenrock</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 05:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anthropomorph]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[in memoriam]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Etienne Willem]]></category>
		<category><![CDATA[Jack Manini]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre Pevel]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Wenisch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=4041</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bei Etienne Willem fallen mir zuerst immer seine Charaktere ein: ein Hase, der tapfer sein will und noch nicht weiß, wie schwer Tapferkeit werden kann. Oder ein Affe, der in einem Cockpit sitzt und den Himmel nicht als Freiheit verkauft, sondern als Risiko. Oder eine junge Frau im Paris der Weltausstellungen, die umgeben ist von [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/">ETIENNE WILLEM – Der Mann mit dem Schottenrock</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Etienne Willem fallen mir zuerst immer seine Charaktere ein: ein Hase, der tapfer sein will und noch nicht weiß, wie schwer Tapferkeit werden kann. Oder ein Affe, der in einem Cockpit sitzt und den Himmel nicht als Freiheit verkauft, sondern als Risiko. Oder eine junge Frau im Paris der Weltausstellungen, die umgeben ist von Fortschritt, Geistern, Lärm und falschem Glanz. Und dann sind da in seinen Geschichten ja noch all die katzenartigen Wesen, für die er so eine Vorliebe hatte.</p>
<p><span id="more-4041"></span></p>
<p>Seine Figuren stehen nie nur hübsch im Panel herum. Sie haben etwas vor, sie treibt etwas an oder sie verstecken etwas. Manchmal sind sie müde, manchmal stolz, dann wieder einfach nur lächerlich. Und genau deshalb bleiben sie bei mir hängen, seitdem ich Willem als Zeichner von <a title="DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG – Zwischen Glanz und Wahrsagerei" href="https://panelwalker.de/2025/10/das-maedchen-von-der-weltausstellung-zwischen-glanz-und-wahrsagerei/">DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG</a> für mich entdeckt habe.</p>
<p>Diese Art seine Figuren zu präsentieren, ist für mich der Kern seiner Arbeit. Er zeichnete Abenteuer, aber nicht als Getöse. Er mochte Verkleidungen, er mochte Epochen, Maschinen, Salons und Degen, Luftschiffe und dunkle Gassen. All&#8216; dies alte Zeugs. Doch unter all dem Dekor interessierte ihn immer der Moment, in dem eine Figur (re)agieren muss. Ein Mundwinkel hier, ein gesenkter Kopf dort. Ein Katzenohr, das plötzlich mehr sagte als ein ganzer Absatz Text. Seine Comics funktionieren, weil sie erzählen wollen. Sie sind nicht laut, nicht eitel. Sondern mit einer Lust am Handwerk, die ich auf jeder Seite spüre.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4052" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1.jpg" alt="Innenseite von DIE FLINTENWEIBER" width="595" height="842" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1.jpg 595w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1-300x425.jpg 300w" sizes="(max-width: 595px) 100vw, 595px" /></p>
<h3>Vom Storyboard zur großen Bühne</h3>
<p>Etienne Willem wurde 1972 in Charleroi geboren. Er studierte in Lüttich Geschichte und arbeitete später beim Animationsstudio 352 in Luxemburg als Storyboarder. Das klingt erst einmal wie eine nüchterne, biografische Station, ist es aber nicht. Für seine Comics war es eine entscheidende Wegmarkierung!</p>
<p>Wer Storyboards zeichnet, lernt, wie Blickrichtungen laufen. Er lernte, wann eine Bewegung beginnt und wann sie enden muss. Willem lernte auch, dass ein Bild nicht alles zeigen muss, wenn der nächste Ausschnitt den Rest erledigt.</p>
<p>2004 erschien bei Paquet sein Comicdebüt <a href="https://editionspaquet.com/catalogue/342-vieille-bruyere-et-bas-de-soie-integrale-9782888908050.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">VIEILLE BRUYÈRE ET BAS DE SOIE</a> (auf deutsch: PFEIFENRAUCH UND SEIDENSTRÜMPFE; derzeit <a href="https://www.zack-magazin.com/index.php/component/vportfolio/?task=view&amp;id=1&amp;Itemid=149" target="_blank" rel="nofollow noopener">im Zack-Magazin ab Heft 324</a>). Die Serie spielt im England der 1930er Jahre und verbindet Kriminalfall, Gesellschaftssatire und eine feine Lust am Genre. Hier ist von Willem noch nicht alles so geschmeidig wie später. Trotzdem sehe ich schon, worauf er hinauswill. Willem baut keine bloßen Kulissen. Er richtet einzelne Zimmer ein, lässt Menschen darin atmen und gibt Gesprächen ihre Körpersprache. Türen, Treppen, Sofas, Mäntel und Hüte sind bei ihm nie nur Schmuck. Sie helfen, eine Szene zu sortieren. Ausstattung war ihm wichtig.</p>
<p>Der Durchbruch seiner eigenen Handschrift kommt mit <a href="https://www.amazon.de/LEp%C3%A9e-dArdenois-Int%C3%A9grale-Etienne-Willem/dp/2888908301/ref=sr_1_1?crid=380UBBA4YS165&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.xQH10sXyaKvlYZsBpLMyo3_XLq14zaSx7K2muL6eO-olcm6fVLXYV7jZjkLieseZc_LeXMqq1XsqrFkaoPMSu4jixFtbtxBBZWbnkdZHX2DNxZ0CGSFx5h5TOtrcrzBUzP0FtM4jZTC7XLY3A6GqtVU5pe8Poj7xvCEdAS7xDDMwHAhGEgQ_eGBHaM1dgCrINMlc7-sb__6JgKOECxlHt3YHCnQ4Kf1psBBKY8PQvSs.GrPiXHrrmwT9IjSh88J_y_7vbUYhUQTp0gIt6yEk4dk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=etienne+willem&amp;qid=1779959171&amp;sprefix=etienne+willem%2Caps%2C151&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">L’ÉPÉE D’ARDENOIS</a> (DAS SCHWERT VON ARDENOIS; bislang nicht auf Deutsch erschienen). Vier Bände, erschienen zwischen 2010 und 2015. Dieser Comic ist eine mittelalterliche Fantasy mit Tierfiguren, Ritterstoffen, alter Schuld und junger Hoffnung. Auf dem Papier könnte das schnell nach vertrauter Abenteuerware klingen. Auf den Innenseiten des Comic ist es viel mehr. Hier findet Willem zu jenem Ton, den ich mit ihm verbinde: warm, klassisch, beweglich, aber mit Schatten an den Rändern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4056" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS.jpg" alt="" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS-300x420.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS-600x839.jpg 600w" sizes="(max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Mittelalter ohne Märchen</h3>
<p>L’ÉPÉE D’ARDENOIS ist ein Tiercomic, aber keiner, der sich hinter Niedlichkeit versteckt. Das macht die Serie so stark. Garen, der junge Hase, trägt die ganze Unsicherheit eines Helden, der erst noch begreifen muss, was Heldentum bedeutet &#8211; und was es kostet. Seine Körperhaltung erzählt oft mehr als seine Worte. Er ist klein in Räumen, die größer sind als er und er wirkt verletzlich unter Rüstungen, die andere Figuren selbstverständlich tragen.</p>
<p>Willem nutzt Tierarten nicht als vordergründigen Gag. Er nutzt sie als schnelle, aber auch als klare Zeichensprache. Ein anthropomorpher Fuchs weckt andere Erwartungen als ein Bär, ein Hase reagiert auf Gefahr anders als ein Wolf. Doch die Figuren bleiben nicht bei dieser ersten Lesart stehen. Sie bekommen Ecken und Kanten, Schwächen, aber auch Würde. Die besten Seiten der Serie leben von dieser Mischung. Ich erkenne sofort, wer vor mir steht &#8211; und werde dann doch überrascht.</p>
<p>Zeichnerisch ist das sehr gut gemacht. Die Panels bleiben lesbar, auch wenn mehrere Figuren handeln. Kampfszenen haben Richtung, während Waldwege, Burgen und Dörfer nicht nur als Tapete hinter der Handlung liegen. Sie bestimmen, wie sich Figuren bewegen.</p>
<p>Besonders schön sind die stilleren Momente. Dann merkt ich, wie sehr Willem auf Mimik vertraut. Eine Schnauze wird schmaler, Schultern sinken ab, Augen suchen einen Ausweg. Das ist keine große Kunstgeste, sondern sauberes Erzählen. Und ja, manchmal liebt er seine Ausstattung so sehr, dass eine Seite etwas voller wird als nötig. Sei&#8217;s d&#8217;rum! Lieber diese überbordende Freude an Welt als eine leere Eleganz ohne Blut.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4055" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1.jpg" alt="Innenseite 8 von DER AFFE IM HIMMEL" width="644" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1.jpg 644w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1-300x415.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1-600x829.jpg 600w" sizes="(max-width: 644px) 100vw, 644px" /></p>
<h3>Amerika mit Propellergeräusch</h3>
<p>Nach dem mittelalterlichen Tierabenteuer wechselt Willem mit EIN AFFE AM HIMMEL in die USA der 1930er Jahre. Aus dem Wald wird der offene Himmel. Aus Rittermythos werden Flugzeuge, Gangster, Wolkenkratzer, Depression und Showgeschäft. Die Hauptfigur Harry Faulkner, ein früherer Pilot der Lafayette-Staffel, passt wunderbar in diese Welt. Er ist ein Affe und allein das gibt den Flug- und Kletterszenen eine körperliche Energie, die ein menschlicher Held kaum hätte.</p>
<p>Hier zeigt sich eine andere Seite des Zeichners. Er kann Tempo und Maschinen, er kann Höhe und Sturz. Die Flugzeuge wirken nicht wie aus einem technischen Handbuch abgepaust, sondern wie erzählerische Geräte. Sie bringen ihre Eigenarten mit in die Seite. Sie zwingen Körper in Bewegung, öffnen den Himmel und machen ihn zugleich gefährlich.</p>
<p>Trotzdem wird EIN AFFE AM HIMMEL nicht zur reinen Schau. Die 1930er Jahre sind in dieser Serie mehr als ein hübscher Filter. Die wirtschaftliche Not, der Traum von Ruhm, das Misstrauen gegenüber Macht und Technik liegen spürbar darunter.</p>
<p>Willem selbst bleibt dabei ein klassischer Abenteurer. Er will unterhalten, er will Schwung nutzen. Doch er weiß, dass Abenteuer besser schmeckt, wenn der Boden darunter nicht ganz sicher ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2026" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06.jpg" alt="Innenseite 2 von DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG" width="499" height="671" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06.jpg 499w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06-300x403.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<h3>Paris, Fortschritt und Schwindel</h3>
<p>Mit <a title="DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG – Zwischen Glanz und Wahrsagerei" href="https://panelwalker.de/2025/10/das-maedchen-von-der-weltausstellung-zwischen-glanz-und-wahrsagerei/" target="_blank" rel="noopener">DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG</a> öffnet sich sein Werk in Richtung historischer Gesellschaftscomic. Jack Manini schreibt, Willem zeichnet. Und wie er zeichnet.</p>
<p>Im Zentrum steht Julie Kleinnagel, eine junge Frau, die zwischen Geisterwelt, Verbrechen und den Pariser Weltausstellungen steht. Das ist ein Geschenk für einen Zeichner mit seinem Sinn für Räume. Weltausstellungen sind ja keine normalen Schauplätze. Sie sind Versprechen aus Glas, Stahl, Licht und Lärm. Und sie erzählen vom Fortschritt, aber auch von Eitelkeit und Macht.</p>
<p>Willem zeichnet Paris hier als die Bühne, auf der alle etwas darstellen wollen. Die Architektur drückt nicht nur schiere Größe aus, sie kann auch einschüchtern. Menschenmengen erzeugen Staunen, aber auch Enge. Julie bleibt darin erkennbar, weil der Zeichner sie nicht im Drumherum verliert. Sie ist klein gegen diese Bauten, aber nie nebensächlich. Genau diese Balance macht die Serie reizvoll. Ich bekomme Spektakel, aber ich verliere den Menschen nicht aus dem Blick.</p>
<p>Noch passender wird es später bei <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/die-flintenweiber-gesamtausgabe/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE FLINTENWEIBER</a> und <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/das-paris-der-wunder-1/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DAS PARIS DER WUNDER</a>, seinen Arbeiten nach den Geschichten von Pierre Pevel. Wir sind in der Belle Époque, sehen Magie, Feen und Drachen, Diebinnen und elegante Herren. Da hätte alles leicht zu süß, zu verspielt, zu dekorativ und fantastisch werden können. Willem rettet die Sache durch klare Figurenführung. Seine Bilder schwelgen, aber sie zerfließen nicht. Selbst wenn die Welt funkelt, bleibt die Handlung auf Kurs.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4054" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2.jpg" alt="Innenseite 4 von PARIS DER WUNDER" width="677" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2.jpg 677w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-600x789.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<h3>Farbe als Temperatur der Geschichte</h3>
<p>Die Farbe ist bei Willem&#8217;s Werk ebenfalls kein Nebenthema. In L’ÉPÉE D’ARDENOIS kolorierte er ab dem zweiten Band selbst. Das veränderte den Ton der Reihe spürbar. Die Welt wirkt erdiger, wärmer und zugleich ernster. Wälder bekommen Feuchtigkeit. Innenräume bekommen Kerzenlicht. Rüstungen glänzen nicht sauber, sondern tragen Gewicht. Die Farbe macht die mittelalterliche Welt nicht realistischer im strengen Sinn, aber glaubwürdiger im Gefühl.</p>
<p>In EIN AFFE AM HIMMEL braucht die Farbe für ein anderes Tempo. Himmel, Metall, Staub und Nachtlicht treiben das Abenteuer voran. Die Seiten riechen nach Benzin, Bühne und Großstadt.</p>
<p>Bei DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG, DIE FLINTENWEIBER und DAS PARIS DER WUNDER prägt Tanja Wenisch den Ton entscheidend mit. Ihre Farbgebung gibt dem Historischen Glanz und dem Fantastischen Wärme. Sie lässt Salons leuchten, ohne sie in Zuckerguß zu tauchen. Sie gibt dunklen Gassen Gefahr, ohne alles im Braun verschwinden zu lassen. Das passt sehr gut zu Willem, weil seine Zeichnung Licht verträgt, aber Klarheit braucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4053" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER.jpg" alt="Innenseite 6 von PARIS DER WUNDER" width="677" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER.jpg 677w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-600x789.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<h3>Was bleibt, wenn der Vorhang fällt</h3>
<p>Etienne Willem starb am 16. Juni 2024, unerwartet und mit 52 Jahren viel zu früh. Die Community hat mit ihm &#8211; heute vor zwei Jahren &#8211; einen besonderen Künstler und liebenswerten Kollegen verloren.</p>
<p>Sein Werk ist überschaubar, aber erstaunlich geschlossen. PFEIFENRAUCH UND SEIDENSTRÜMPFE, L’ÉPÉE D’ARDENOIS, EIN AFFE AM HIMMEL, DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG, DIE FLINTENWEIBER und DAS PARIS DER WUNDER erzählen von einem Zeichner, der gern Welten in anderen Epochen baute. Doch die Welten waren nie der eigentliche Grund, bei ihm zu bleiben. Ich bleibe wegen seiner Figuren, wegen ihrer Gesichter, wegen der Art, wie sie durch Geschichte, Abenteuer und Fantasie gehen, als hätten sie wirklich etwas zu verlieren.</p>
<p>Seine Kunst war nicht revolutionär und das musste sie auch nicht sein. Sie stand in einer großen, frankobelgischen Tradition und führte sie mit eigener Wärme fort. Willem glaubte an die Kraft der gut erzählten Seiten, an analoges Handwerk, an Rhythmus, Atmosphäre und vor allem an Figuren, die mit einem Blick mehr sagen können als mit einer Erklärung in einem Caption.</p>
<p>In einer Zeit, in der Comics oft über Konzepte, Themen oder Effekte wahrgenommen werden, ist es dies alles andere als eine Kleinigkeit. Sein Werk erinnert daran, wie viel in einer sauber gesetzten Szene stecken kann. Ein Tier hebt den Kopf, ein Flugzeug kippt Richtung Oberfläche oder Paris glitzert. Und irgendwo hinter jedem dieser Bilder lauert Gefahr.</p>
<p>Genau das konnte Etienne Willem, der Mann im Schottenrock. Und genau darum lese ich seine Werke immer wieder gerne &#8230;</p>
<p>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/">ETIENNE WILLEM – Der Mann mit dem Schottenrock</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>FLORIAN SATZINGER &#8211; Enten, Federn, Düsen(an)trieb</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 05:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Erlangen]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Steam-Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Satzinger]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=4118</guid>

					<description><![CDATA[<p>Florian Satzinger inspiriert mich seit Jahren. Das klingt erst einmal groß, fast zu groß für einen Künstler, dessen Werk oft mit Schnäbeln, Matrosenmützen, Raketen und Cartoon-Augen loslegt. Doch genau darin liegt für mich der Reiz. Bei ihm beginnt der Witz nie beim Gag allein. Er beginnt bei der Form. Eine Figur kippt den Kopf, der [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/">FLORIAN SATZINGER – Enten, Federn, Düsen(an)trieb</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Florian Satzinger inspiriert mich seit Jahren. Das klingt erst einmal groß, fast zu groß für einen Künstler, dessen Werk oft mit Schnäbeln, Matrosenmützen, Raketen und Cartoon-Augen loslegt. Doch genau darin liegt für mich der Reiz.</p>
<p>Bei ihm beginnt der Witz nie beim Gag allein. Er beginnt bei der Form. Eine Figur kippt den Kopf, der Schnabel zieht nach vorn, die Beine stehen ein wenig zu dünn in der Welt und schon ist da eine Persönlichkeit. Ich sehe bei seinen Arbeiten nicht einfach Enten. Ich sehe kleine Schauspieler, die mit jedem Federbüschel übertreiben dürfen und trotzdem erstaunlich glaubwürdig bleiben. Das ist eine seltene Gabe.</p>
<p><span id="more-4118"></span></p>
<h3>Graz, Vancouver und der lange Schatten der Trickfilmmeister</h3>
<p>Der Weg von Florian Satzinger führt von Graz weit hinein in die internationale Animationswelt. Er arbeitete zunächst als Illustrator, studierte später Cartoon-Film in Vancouver und wurde dort von <a href="https://paperwalker.blogspot.com/2007/12/ken-soutworth-1918-2007.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ken Southworth</a> geprägt, einem Animator mit Stationen bei Disney, MGM und Hanna-Barbera. Dazu kamen Studien und Einflüsse aus London, aus der klassischen Malerei, aus europäischem Comic und Trickfilm.</p>
<p>Diese Mischung erklärt viel. Sie erklärt aber nicht alles. Denn entscheidend ist, was Satzinger daraus macht. Er übernimmt keine Nostalgie als fertiges Rezept. Er nimmt das elastische Denken des alten Zeichentricks und zieht es in eine Gegenwart, in der Figuren wieder mehr sein dürfen als saubere Markenbilder. Sie dürfen kratzen, schielen, schwitzen, knurren und herrlich beleidigt aussehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4119" aria-describedby="caption-attachment-4119" style="width: 1400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4119" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01.jpg" alt="Beispielbild 05 von FLORIAN SATZINGER" width="1400" height="708" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01.jpg 1400w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-300x152.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-750x379.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-768x388.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-600x303.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption id="caption-attachment-4119" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Enten mit Innenleben</h3>
<p>Bei <a href="https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DONALD DUCK, MICKEY MOUSE, LOONEY TUNES, PINKY AND THE BRAIN oder SCOOBY-DOO</a> arbeitet Satzinger an Figuren, die längst im kollektiven Gedächtnis sitzen. Gerade deshalb ist seine Arbeit interessant. Er muss nicht nur erkennen, wie eine Figur aussieht. Er muss erkennen, wann sie atmet. Ein kleiner Knick in der Augenbraue, eine Drehung des Schnabels, ein zu großer Hut oder eine absurde Handhaltung reichen und ein bekanntes Gesicht wirkt plötzlich wieder wach.</p>
<p>Daneben stehen seine eigenen Welten. DUCKLAND, DUCK AWESOME, TOBY SKYBUCKLE und JOHN STARDUCK sind keine bloßen Fingerübungen in Entenform. Sie wirken wie Versuche, den alten Cartoonkörper noch einmal loszuschicken. Diesmal in Richtung Abenteuer, Weltraum, Satire und ganz persönlicher Zeichenlust.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4123" aria-describedby="caption-attachment-4123" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4123" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05.jpg" alt="Beispielbild 01 von FLORIAN SATZINGER" width="960" height="755" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-300x236.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-750x590.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-768x604.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-600x472.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-4123" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Linien, die schon laufen</h3>
<p>Zeichnerisch lebt diese Kunst vom Schwung. Satzinger zeichnet nicht erst eine Figur und setzt sie dann in Bewegung. Die Bewegung steckt bereits in der Linie. Die Körper wirken gebaut, nicht flach auf die Seite gelegt. Schnäbel haben Gewicht. Füße setzen auf. Augen liegen tief genug im Kopf, um Mimik zu tragen. Seine Skizzen zeigen oft den schönsten Moment vor der endgültigen Glättung. Da ist noch Suche drin, noch Kratzigkeit, noch Atem. Genau das macht sie so lesbar.</p>
<p>Ich kann der Figur folgen, bevor sie überhaupt handelt. Räume entstehen bei ihm selten als nüchterne Kulisse. Sie schieben, drücken und biegen sich um die Figur. In DUCKLAND kann ein Stapel Papier zur Bühne werden. In JOHN STARDUCK wird die Rakete nicht nur Fahrzeug, sondern Weggefährte. Der Seitenaufbau, soweit die Arbeiten als Comic oder Storyboard sichtbar werden, bleibt vom Animationsdenken geprägt. Er führt den Blick klar durch Pose, Blickrichtung und Rhythmus. Große Gesten wechseln mit kleinen Pausen. Das gibt den Bildern Tempo, ohne sie hektisch zu machen.</p>
<figure id="attachment_4122" aria-describedby="caption-attachment-4122" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4122" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04.jpg" alt="Beispielbild 02 von FLORIAN SATZINGER" width="960" height="784" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-300x245.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-750x613.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-768x627.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-600x490.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-4122" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Farbe mit Biss</h3>
<p>Auch die Farben erzählen mit. Satzinger setzt gern auf klare, kräftige Akzente. Gelb, Blau, Rot und Orange stehen oft so deutlich im Bild, dass sie sofort den Ton setzen. Das kann nach klassischem Kinderzimmer klingen, wirkt aber selten harmlos. Das Blau einer übergroßen Matrosenmütze kann fast absurd leuchten. Ein gelber Schnabel zieht den Blick wie ein Ausrufezeichen. Rote Details bringen Unruhe hinein.</p>
<p>Um diese Farbtupfer herum lässt er viel Skizzenhaftes stehen. Grau, Braun und gebrochenes Weiß halten die Figuren erdig. So entsteht ein schöner Zug zwischen Zucker und Ruß. Die Bilder dürfen knallen, verlieren aber ihre Kanten nicht. Gerade das passt zu seinen Enten. Sie sind niedlich genug, um Vertrauen zu wecken und schräg genug, um dieses Vertrauen sofort ein wenig zu stören.</p>
<figure id="attachment_4120" aria-describedby="caption-attachment-4120" style="width: 1471px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4120" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02.jpg" alt="Beispielbild 04 von FLORIAN SATZINGER" width="1471" height="700" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02.jpg 1471w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-300x143.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-750x357.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-768x365.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-600x286.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1471px) 100vw, 1471px" /><figcaption id="caption-attachment-4120" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Ausstellungen, Preise und der Sprung nach Erlangen</h3>
<figure id="attachment_4126" aria-describedby="caption-attachment-4126" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4126" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-300x200.jpg" alt="Ausstellung Florian Satzinger" width="300" height="200" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-768x511.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-600x400.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4126" class="wp-caption-text">Florian Satzinger (3. v. rechts) © Erich Malter</figcaption></figure>
<p>2009 erhielt Florian Satzinger in Florenz den <a href="https://nemoland.com/nemoland-2009/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Nemoland Award für Character Design</a>, 2023 den <a href="https://www.kunstmeile.at/de/institutionen/karikaturmuseum/erich-sokol-preis" target="_blank" rel="nofollow noopener">Erich Sokol Preis</a> in Österreich. 2024 gestaltete er als erster nicht italienischer Zeichner eine Titelillustration für das italienische MICKEY MOUSE Magazin <a href="https://paperwalker.blogspot.com/2026/02/topolino-cover-illustration.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TOPOLINO</a>.</p>
<p>Beim 22. Internationalen Comic-Salon Erlangen rückte nun die Ausstellung ENTEN, DIE SICH IN RAKETEN RETTEN den Arbeitsprozess, die Einflüsse, frühere Arbeiten und aktuelle Projekte in den Mittelpunkt. Sie läuft vom <strong>4. Juni bis zum 26. Juli 2026</strong> im Aktions- und Schauraum des <a href="https://www.comic-museum.org/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Comicmuseum Erlangen</a>.</p>
<p>Dazu passen die aktuellen Ausblicke auf das Computerspiel <a href="https://www.johnstarduck-thegame.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">JOHN STARDUCK</a> und auf <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9781962447485/Allen-Kyle/Parsifal-Murray" target="_blank" rel="nofollow noopener">PARSIFAL MURRAY</a>, das Buchprojekt mit Kyle Allen. Ich mag an diesem Ausstellungstitel besonders, dass er Satzinger&#8217;s Welt sehr genau trifft. Diese Enten retten sich nicht aus der Absurdität. Sie retten sich mitten hinein.</p>
<h3>Wo die Skizze stärker ist als die fertige Welt</h3>
<p>Bei aller Bewunderung bleibt für mich eine kleine Reibung. Satzinger&#8217;s Kunst ist oft so stark im Entwurf, dass die fertige Erzählung erst einmal Schritt halten muss. Die Skizze verspricht sofort Bewegung, Charakter und eine ganze Welt. Ein abgeschlossenes Album oder ein längerer Comic müsste diese Energie über viele Seiten tragen. Das ist die hohe Messlatte, die seine besten Bilder selbst aufstellen.</p>
<p>Wenn eine Arbeit schwächer wirkt, dann nicht wegen mangelnder Form. Eher, weil das Erzählen hinter der unbändigen Lust am Charakter-Design zurücksteht. Doch selbst diese Schwäche hat etwas Sympathisches. Sie zeigt, wie sehr alles bei ihm aus dem Zeichnen kommt, aus dem Probieren und aus dem Drang, eine Figur so lange zu drehen, bis sie &#8222;Aua&#8220; schreit..</p>
<figure id="attachment_4121" aria-describedby="caption-attachment-4121" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4121" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03.jpg" alt="Beispielbild 03 von FLORIAN SATZINGER" width="900" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-300x300.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-750x750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-768x768.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-600x600.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-4121" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Ein Werk mit Federn, Zähnen und Schwung</h3>
<p>Florian Satzinger ist kein Zeichner, den ich nur mit dem Kopf anschaue. Ich reagiere sofort emotional auf diese Linien. Ich spüre den Schwung aus dem Handgelenk, die Übertreibung im Gesicht, den kleinen Krach im Bild. Seine Arbeit erinnert daran, dass Comics und Animation eng verwandt sind, ohne gleich dasselbe zu sein. Er bringt den Cartoon zurück an den Punkt, an dem jede Figur zuerst eine Haltung ist. Dann erst kommt die Geschichte.</p>
<p>Vielleicht <a title="Über mich – und den Blog!" href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/" target="_blank" rel="noopener">begeistert mich das seit Jahren</a> so sehr, weil seine Zeichnungen nie behaupten, fertig aus dem Nichts zu kommen. Sie zeigen ihre Suche sie zeigen die Lust am Machen. Und sie zeigen, dass eine Ente manchmal völlig reicht, um eine ganze Welt in Bewegung zu setzen.</p>
<p>Wer mehr von ihm sehen möchte, kann dies auf seinem Blog <a href="https://paperwalker.blogspot.com" target="_blank" rel="nofollow noopener">PAPERWALKER</a> tun. Und ja, dass ich meinen Comic-Blog &#8222;Panelwalker&#8220; getauft habe, kam nicht von ungefähr und ist von Satzinger inspiriert. Danke, Florian, für jede Ente, die Du uns geschenkt hast.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S. Die Bilder für diesen Beitrag wurden der Website <a href="https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/</a> entnommen.</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/">FLORIAN SATZINGER – Enten, Federn, Düsen(an)trieb</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LUCKY LUKE DAKOTA 1880 &#8211; Eine liebevolle Hommage</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 05:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Western]]></category>
		<category><![CDATA[Appollo]]></category>
		<category><![CDATA[Brüno]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Thielleux]]></category>
		<category><![CDATA[Egmont Ehapa Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Laurence Croix]]></category>
		<category><![CDATA[Maurice de Bevere]]></category>
		<category><![CDATA[Morris]]></category>
		<category><![CDATA[Olivier Appollodorus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3914</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es ist ein hübscher, beinahe frecher Gedanke. LUCKY LUKE reitet nicht einfach wieder einmal durch den Wilden Westen. Er steckt in DAKOTA 1880 noch in den Stiefeln eines jungen Mannes, der die eigene Legende erst nach und nach erarbeitet. Kein großer Auftritt mit allen bekannten Serienzutaten, kein bequemes Abhaken vertrauter Zeichen, kein Jolly Jumper. Stattdessen [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/">LUCKY LUKE DAKOTA 1880 – Eine liebevolle Hommage</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein hübscher, beinahe frecher Gedanke. LUCKY LUKE reitet nicht einfach wieder einmal durch den Wilden Westen. Er steckt in DAKOTA 1880 noch in den Stiefeln eines jungen Mannes, der die eigene Legende erst nach und nach erarbeitet. Kein großer Auftritt mit allen bekannten Serienzutaten, kein bequemes Abhaken vertrauter Zeichen, kein Jolly Jumper. Stattdessen gibt es Schnee, Staub, Kutschenräder und einen Helden, der schon erstaunlich klar nach LUCKY LUKE aussieht, aber noch nicht ganz die bekannte Ikone ist. Und: Ja, es ist ein Prequel.</p>
<p>Genau darin liegt der Reiz dieses Bandes. Appollo und Brüno nehmen Morris’ Cowboy ernst, aber sie knien nicht vor ihm nieder. Sie spielen mit ihm, setzen ihn in erste Bewegungen. Sie lassen ihn in sieben kurzen Geschichten Menschen begegnen, die mehr als eindimensionale, dekorative Westernschablonen sind. Luke trifft befreite Sklaven, Frauen mit eigenen Plänen, einen Fotografen, streitlustige Poeten, Revolverhelden und indigene Charaktere. Das ergibt nicht wie sonst ein klassisches Abenteuer mit einem einzigen großen Ziel. Es fühlt sich eher wie eine Reise an, bei der jede Station eine kleine Kerbe im Charakter des Hauptdarstellers hinterlässt &#8211; und genau das ist es dann auch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3917" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693.jpg" alt="Innenseite 01 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="693" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693.jpg 693w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693-300x433.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-01_1000x693-600x866.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 693px) 100vw, 693px" /></p>
<h3>Achtzig Jahre schneller als der eigene Schatten</h3>
<p>LUCKY LUKE gehört zu den Figuren, die längst aussehen, als seien sie immer dagewesen. Dabei hat auch dieser Cowboy einmal klein angefangen.</p>
<p>Morris, eigentlich Maurice De Bevere, brachte ihn 1946 zur Welt. Also heute, vor ziemlich genau 80 Jahre. Die erste Geschichte hieß <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arizona_1880" target="_blank" rel="nofollow noopener">ARIZONA 1880</a> und erschien im Umfeld des SPIROU Almanachs. Schon der Titel ist wichtig, weil DAKOTA 1880 sich hörbar und sichtbar daran anlehnt. Aus Arizona wird Dakota, aus dem bekannten Helden wird ein jüngerer LUKE (noch ohne den Beinamen LUCKY) und aus der Parodie des Westerns wird ein Western, der noch den kalten Wind im Gesicht hat.</p>
<p>Spannend ist auch, wie sehr LUCKY LUKE im Laufe der Jahrzehnte seine Form gefunden hat. Morris zeichnete die Figur von 1946 bis zu seinem Tod 2001. Ab Mitte der fünfziger Jahre kam <a href="https://panelwalker.de/tag/rene-goscinny/" target="_blank" rel="noopener">René Goscinny</a> hinzu, der dem Serienhumor eine besondere Schlagkraft gab und viele der klassischen Abenteuer prägte. Diese Mischung aus klarer Linie, Timing, Westernliebe und liebevoller Überzeichnung machte LUCKY LUKE zu einer der großen Figuren der frankobelgischen Comicgeschichte.</p>
<p>Dass 2026 der 80. Geburtstag gefeiert wird, passt deshalb wunderbar zu diesem Band. EGMONT EHAPA begleitet das Jubiläum im deutschsprachigen Raum mit neuen Veröffentlichungen und Ausstellungen, unter anderem ab dem 02. Oktober 2026 mit einer Morris-Schau &#8222;Lucky Luke – Moris’ einsa-<br />
mer Westernheld&#8220; im Museum für Kommunikation, Berlin.</p>
<p>DAKOTA 1880 erschien auf Deutsch im März 2026 und reiht sich als Hommage in diese Geburtstagsbewegung ein. Das ist kein bloßer Marketingrahmen. Es ist der passende Moment für eine Frage, die gute Hommagen stellen müssen. Was bleibt lebendig, wenn eine berühmte Figur kurz aus ihrer eigenen Routine herausgeführt wird?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3918" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701.jpg" alt="Innenseite 02 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="701" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701.jpg 701w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701-300x428.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-02_1000x701-600x856.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 701px) 100vw, 701px" /></p>
<h3>Sieben Wege durch einen raueren Westen</h3>
<p>Erzählerisch funktioniert der Band am besten, wenn ich ihn nicht als normalen Lucky-Luke-Band lese. Appollo inszeniert keine große Daltons-Jagd und keinen durchgehenden Gag-Mechanismus. Er nutzt die Postkutschenreise nach Kalifornien als lockere Klammer. Jede Episode bringt einen anderen Zungenschlag hinein. Mal wirkt der Band abenteuerlich, mal trocken komisch, mal fast melancholisch. Das Tempo bleibt angenehm zügig. Trotzdem hetzt nichts. Diese kurzen Geschichten haben Platz für Blicke, Pausen und kleine Pointen.</p>
<p>Formal ist das smart. Der Seitenrhythmus erinnert an die klassische Alben, aber Brüno zeichnet nicht im Morris-Modus. Seine Figuren sind kantiger, moderner. Die Gesichter stehen klar im Raum. Die Körper wirken manchmal fast wie ausgeschnitten, wenn auch präzise gesetzt. Das macht die Seiten sehr lesbar. Ich hatte nie das Gefühl, mich durch Dekor kämpfen zu müssen. Brüno liebt die Fläche, die Haltung, die Silhouette. Seine Bilder stopfen den Westen nicht voll, sie räumen ihn auf, bis jede Bewegung sitzt.</p>
<p>Laurence Croix unterstützt das mit Farben, die den Band nicht auf lustig trimmen. Es gibt eine gewisse Wärme. Schnee, Erde, Holz, Abendlicht und Kleidung greifen ruhig ineinander. Dadurch wirkt DAKOTA 1880 erwachsener als die klassische Serie, ohne dem Vorbild die Freude auszutreiben. Die Schwäche liegt eher in der Form selbst. Nicht jede Begegnung kann gleich tief gehen. Manche Figur verschwindet genau dann, wenn ich gern noch zwei Seiten geblieben wäre. Aber dann rollt die Kutsche halt weiter. Doch diese Knappheit gehört zum Konzept. Der Band erzählt von Spuren, nicht von Lebensläufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3919" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737.jpg" alt="Innenseite 03 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-03_1000x737-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Kurzbiografie: Appollo</h3>
<p>Appollo heißt bürgerlich Olivier Appollodorus und wurde 1969 in Tunesien geboren. Er wuchs in Nordafrika und auf La Réunion auf. Schon als Schüler gründete er mit Freunden ein Comicmagazin, später studierte er in Paris und begann als Szenarist zu arbeiten. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen unter anderem <a href="https://www.avant-verlag.de/comics/die-diebe-von-karthago/#cc-m-product-8773971920" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE DIEBE VON KARTHAGO</a>, <a href="https://www.amazon.de/Bourbon-Island-1730-Appollo/dp/1596432586" target="_blank" rel="nofollow noopener">BOURBON ISLAND 1730</a> mit Lewis Trondheim und <a href="https://www.amazon.de/Biotope-1-English-Appollo-ebook/dp/B0C1L9N3D6?th=1&amp;psc=1&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.TEO40FDU6DCsXQ0NV0xEf0y9XpOlpVHTVB4hR61aM07uAWfiTM5qXHgBo7ipmzfN8gMA2xtvI3ycmyGVvy2X_r4J8etFZxRgtLXzx_v5N3yvuZ7MNri66KD-n2MBzD2yiVWg2bkTD1gv6n7VJSP7I941waU8haTug6pYsrj_o73U9dAGq_qCz8zHwQ-8A29io1_plE1XgN8D-ajhyk3DY51JgUlfm6KQvLaB90WL5X4.gMBI6txXw5QVEgzsihQ5z-kd3kRVnmQFJUpw2tLaF1Q&amp;dib_tag=AUTHOR" target="_blank" rel="nofollow noopener">BIOTOPE</a> mit Brüno. Gerade diese Laufbahn erklärt viel an diesem Band. Appollo interessiert sich für Geschichte, Randfiguren und dafür, wie große Erzählungen aus kleinen Begegnungen entstehen. In DAKOTA 1880 passt das sehr gut zu einem LUCKY LUKE, der noch nicht ganz das Denkmal ist, dass wir alle kennen.</p>
<h3>Kurzbiografie: Brüno</h3>
<p>Brüno, mit bürgerlichem Namen Bruno Thielleux, wurde 1975 in Deutschland geboren. Nach Stationen an der École Estienne in Paris und einem Studium der bildenden Kunst in Rennes veröffentlichte er ab den späten neunziger Jahren erste Arbeiten. Mit <a href="https://www.avant-verlag.de/comics/atar-gull/#cc-m-product-8700242520" target="_blank" rel="nofollow noopener">ATAR GULL</a>, <a href="https://www.avant-verlag.de/comics/black-proud/#cc-m-product-8681003920" target="_blank" rel="nofollow noopener">BLACK AND PROUD</a> und besonders <a href="https://www.amazon.de/Tyler-Cross-1-Black-Rock/dp/355171228X?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=2CWQRXDIAXVJR&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9._uhLneg5GmuVDsTXR7WlzZcProRQdkSXVp26NBKporL2_MdTVSve_SeUCEnL_d6kAQbJGdy_CfwfFVpKKwP0ydjuZTGoaXLgPGpOGjuxTzRPgPiStiTtTmwCeBiBVACsxFvUEhvSBMD76FMRiWxfsVxVqu8rvsgVojyWkzTcHkVeaiVrtz_yaOizLIZxalFEjnqs369v-K4mxo7ErmsjS_Vvm4tTKNcTYAmWNMEiOhg.Bzs07dUNS1KCg_7nQv7MUSDXlUZ53bNOa4eJZS7m5u4&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Tyler+Cross+comic&amp;qid=1777480894&amp;s=books&amp;sprefix=tyler+cross+comic%2Cstripbooks%2C97&amp;sr=1-6" target="_blank" rel="nofollow noopener">TYLER CROSS</a> hat er sich einen Namen als Zeichner gemacht, der Genrestoffe ernst nimmt und zugleich radikal vereinfacht. Sein Strich ist klar, hart und elegant. Er zeigt gern Männer in gefährlichen Landschaften, aber er verliert sich nicht in Muskelshow oder Dekor. Für LUCKY LUKE ist das ein Glücksfall. Brüno macht aus dem Cowboy keine Kopie. Er macht ihn wieder &#8211; anders &#8211;  sichtbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3920" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg.jpeg" alt="Innenseite 04 von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="800" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg.jpeg 800w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-300x375.jpeg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-750x938.jpeg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-768x960.jpeg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKY-LUKE_DAKOTA_1880_Innenseite-04_1000x800.jpg-600x750.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>DAKOTA 1880 ist eine sehr gelungene Hommage, weil sie nicht nur erinnert, sondern ausprobiert. Appollo und Brüno behandeln LUCKY LUKE wie eine Figur mit Vergangenheit, nicht wie ein Museumsstück. Der Band ist teils rauer, teils stiller und nachdenklicher als viele klassische Abenteuer. Zugleich bleibt er zugänglich, flott und charmant.</p>
<p>Ich hätte mir an einzelnen Stellen etwas mehr Atem für Nebenfiguren gewünscht. Doch der Gesamteindruck trägt. Diese Reise zeigt einen jungen Cowboy auf dem Weg zur Legende. Und genau das macht beim Lesen überraschend viel Freude.</p>
<p>Ach ja &#8211; und ganz nebenbei wir erfahren, warum Luke seinen Beinamen &#8222;Lucky&#8220; erhält.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3915" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-300x394.jpg" alt="Cover von LUCKY LUKE DAKOTA 1880" width="300" height="394" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-750x984.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762-600x787.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/LUCKA-LUKE_DAKOTA_1880_Cover_1000x762.jpg 762w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>LUCKY LUKE &#8211; DAKOTA 1880</li>
<li>Appollo und Brüno</li>
<li>Softcover | 64 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-77041-031-6 (des Hardcovers)</li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★☆☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.egmont-shop.de/lucky-luke-hommage-nr-7-softcover/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Egmont Ehapa Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/">LUCKY LUKE DAKOTA 1880 – Eine liebevolle Hommage</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/04/lucky-luke-dakota-1880-eine-liebevolle-hommage/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GARAGE DE PARIS &#8211; Zwischen Hebebühnen und Erinnerungen</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/garage-de-paris-zwischen-hebebuehnen-und-erinnerungen/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/04/garage-de-paris-zwischen-hebebuehnen-und-erinnerungen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 05:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Bazile]]></category>
		<category><![CDATA[Dugomier]]></category>
		<category><![CDATA[Salleck Publications Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Vincent Dugomier]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3599</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Blechkarosserie an der andern, Verkehr der niemals endet, genau wie die Emotionen. Ich bin kein Freund von Autos. Für mich sind es Maschinen, die mich von A nach B bringen sollen und dabei möglichst schwere Lasten transportieren, die ich nicht selbst schleppen will. Die beinahe religiöse Anbetung einiger Zeitgenossen war mir immer fremd. Auch [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/garage-de-paris-zwischen-hebebuehnen-und-erinnerungen/">GARAGE DE PARIS – Zwischen Hebebühnen und Erinnerungen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Blechkarosserie an der andern, Verkehr der niemals endet, genau wie die Emotionen. Ich bin kein Freund von Autos. Für mich sind es Maschinen, die mich von A nach B bringen sollen und dabei möglichst schwere Lasten transportieren, die ich nicht selbst schleppen will. Die beinahe religiöse Anbetung einiger Zeitgenossen war mir immer fremd. Auch die Abenteuer von <a href="https://www.zack-edition.de/produkt-kategorie/die-abenteuer-von-tanguy-und-lavedure/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tanguy &amp; Laverdure</a> oder <a href="https://www.zack-edition.de/produkt-kategorie/michel-vaillant/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Michel Vaillant</a> in den technik-orientierten Comics frankobelgischer Prägung haben mich nie wirklich gereizt.</p>
<p>Demgegenüber hatte ich bei GARAGE DE PARIS 1: ZEHN BELIEBTE AUTOS UND IHRE GESCHICHTEN &#8211; einem klassisch franko-belgischen Comic &#8211; sehr schnell das Gefühl, nicht einfach einen Comic über alte Autos vor mir zu haben. Dafür ist dieser Band zu aufmerksam gegenüber den Menschen, die an diesen Autos hängen.</p>
<p>Vincent Dugomier (Szenario) und Bruno Bazile (Zeichnungen) bauen in diesem Werk keine motorisierte Hitparade. Sie öffnen eine Werkstatt, in der Blech, Biografie und Zeitgeschichte ineinanderlaufen. Der alte Mechaniker Marcel führt dabei nicht nur durch eine Halle voller Klassiker. Er führt durch ein Frankreich der Landstraßen, der Ferienfahrten, Arztbesuche, Nachkriegsjahre und kleinen Träume. Genau das macht den Reiz dieses Albums aus.</p>
<p>Mich hat sofort angesprochen, wie unspektakulär und zugleich treffsicher der Band beginnt. Zwei Besucher kommen in eine Werkstatt, die äußerlich aus der Zeit gefallen wirkt. Drinnen stehen neben heutigen Gebrauchtwagen die eigentlichen Schätze. Der Mechaniker, Marcel, ist kein romantisch verklärter Priester der Oldtimer-Kultur. Er ist ein Arbeiter, ein Erzähler, ein Typ mit Blick für den Wert von Geschichten. Das ist klug, weil der Comic so nie in bloßes Schwelgen kippt. Er bleibt bei den Menschen, die diese Autos gefahren, repariert, geliebt oder verflucht haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3601" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-01_1000X746.jpg" alt="Innenseite 03 von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-01_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-01_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-01_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-01_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Woher der Band seine Wärme nimmt</h3>
<p>Der Hintergrund von GARAGE DE PARIS 1: ZEHN BELIEBTE AUTOS UND IHRE GESCHICHTEN ist spannender, als der schlichte Auftritt zuerst vermuten lässt.</p>
<p>Der Band erschien ursprünglich 2014 bei Glénat in der Reihe <a href="https://www.glenat.com/glenat-bd/collections-plein-gaz/" target="_blank" rel="nofollow noopener">PLEIN GAZ</a> und dann 2020 auf Deutsch bei Salleck Publications heraus. Dugomier ist nicht bloß Szenarist, der sich hier ein nettes Thema gesucht hat. Er ist auch leidenschaftlicher Sammler seltener Archive, als Autor mit fast soziologischem Blick auf Alltagsmenschen und ein Freund von Oldtimern, der seit den achtziger Jahren mit klassischen französischen Modellen unterwegs ist. Vielleicht ist dieser Band also auch eines der Herzensprojekte gewesen, das ihm besonders wichtig war. Das Gefühl habe ich im ganzen Album. Hier schreibt keiner von außen über ein Hobby. Hier erzählt jemand aus echter Nähe.</p>
<p>Noch wichtiger ist aber der historische Unterbau. Die Autos, die Dugomier und Bazile aufrufen, stehen für eine Zeit, in der Mobilität in Frankreich neu verteilt wurde. Die Renault 4CV war nach dem Krieg ein Symbol für Aufbruch und Wohlstand. Renault führt ihn als Bestseller des Landes bis 1955 und als Modell, das die Rückkehr in friedlichere Zeiten verkörperte. Peugeot nennt die 203 sein erstes Nachkriegsmodell und betont, dass sie unter den Bedingungen von Materialknappheit und Sparsamkeit entwickelt wurde.</p>
<p>Genau an dieser Stelle dockt der Comic an. Er interessiert sich nicht nur für Karosserien, sondern für die Gesellschaft, die sich in ihnen spiegelt. Dazu passt auch der offizielle Hinweis auf einen Tonfall im Geist von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jacques_Tati" target="_blank" rel="nofollow noopener">Jacques Tati</a>. Diese Mischung aus &#8230; ja, Zärtlichkeit, Beobachtung und leichtem Witz trifft den Band ziemlich gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3603" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-03_1000X746.jpg" alt="Innenseite 05 von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-03_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-03_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-03_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-03_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Marcel öffnet die Tore</h3>
<p>Die Handlung ist im Kern einfach und gerade deshalb so einladend. Dugomier und Bazile treten in der Rahmenerzählung selbst als Besucher auf. Sie fahren zu Marcel, dessen Garage in der Charente einen fast musealen Charme hat.</p>
<p>Zwischen Werkzeug, Hebebühne und öligen Böden stehen Wagen, die sofort Geschichten versprechen. Marcel braucht dafür keine große Bühne. Ein Blick auf ein Auto genügt, und schon setzt eine Episode ein. Diese Struktur ist einerseits klassisch. Sie funktioniert aber, weil der Band nie so tut, als müsse er ein großes Geheimnis lösen. Sein Motor ist die Neugier. Was hängt an diesem Modell? Wer fuhr so etwas? In welchem Moment der französischen Alltagsgeschichte taucht dieser Wagen auf?</p>
<p>Da wird die Renault 4CV nicht als museales Objekt vorgestellt, sondern als Ferienauto einer Familie. Das ist ein kluger Einstieg. Denn damit steht sofort fest, worum es in diesem Band wirklich geht. Nicht um PS-Werte für Sammler, sondern um das Verhältnis von Mensch zu Maschine und Leben. Die 4CV wird zum Wagen des Aufbruchs, der Improvisation und des Familienchaos. Das Auto ist klein, die Hoffnungen sind groß und auf der Straße zeigt sich schnell, wie dünn die Grenze zwischen Abenteuer und Panne sein kann. Ich mag daran, dass Dugomier das Komische nicht auf Kosten seiner Figuren ausspielt. Er lächelt über sie, aber er verrät sie nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3602" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-02_1000X746.jpg" alt="Innenseite 04 von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-02_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-02_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-02_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-02_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Zehn kleine Geschichten über ein Land in Bewegung</h3>
<p>Der Band versammelt zehn kurze Episoden um legendäre Modelle. Als Nicht-Auto-Kenner mit Recherchepotential erkenne ich einen Renault 4CV, einen Panhard Dyna Z1, einen Peugeot 203, den Renault 8 Gordini, einen Jeep, einen Citroën 2CV (die Ente!), einen Citroën Traction 11 BL, einen Simca Aronde P60 Élysée, (natürlich) einen Volkswagen Käfer 1200 und und einen Alpine A110 1600 S. (Spaß beiseite &#8211; jede Kurzgeschichte beginnt natürlich mit einer Typenbezeichnung.)</p>
<p>Schon diese Auswahl zeigt, wie breit der Blick unserer Autoren ist. Da stehen Volksnähe und Kultstatus nebeneinander. Das Spektrum reicht vom Arztwagen bis zur Rallye-Sehnsucht, von der Familienkutsche bis zum Mythos auf Rädern. Dugomier und Bazile machen daraus keine trockene Chronik. Sie nehmen jede Karosserie als Anlass, ein Milieu, einen Beruf, einen Traum oder eine Erinnerung freizulegen.</p>
<p>Gerade darin liegt für mich die eigentliche Stärke des Albums. Ich sehe hier keine zehn bloßen Anekdoten, sondern zehn kleine, soziale Miniaturen. Die Peugeot 203 steht für Landarzt und Nachkriegspragmatik. Die Jeep trägt noch den Schatten des Krieges und später zugleich den Glanz populärer Bilder. Der Renault 8 Gordini öffnet den Raum für Tempo, Ehrgeiz und die Lust, aus einem alltagstauglichen Auto plötzlich etwas beinah Heldenhafftes zu machen. Dazu kommen Ferienfahrten, Landstraßen, erste ökologische Regungen, ländliche Routinen und auch ein vorsichtig sichtbarer Wandel von Rollenbildern.</p>
<p>All das bleibt knapp, oft skizzenhaft. Aber genau das ist hier Teil des Konzepts. Die Macher wollten keine Romane im Kleinformat erzählen. Sie wollen einen Moment treffen. Meist gelingt das gut. Gelegentlich bleibt eine Episode eher Pointe als Erzählung. Doch selbst dann trägt die Atmosphäre noch weiter, als es die reine Handlung tut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3604" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-04_1000X746.jpg" alt="Innenseite 06 von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS6" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-04_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-04_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-04_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-04_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Was der Auftakt kann und was nicht</h3>
<p>Als Auftaktband funktioniert GARAGE DE PARIS 1: ZEHN BELIEBTE AUTOS UND IHRE GESCHICHTEN erstaunlich gut. Die Werkstatt mit Marcel ist ein starker Rahmen, weil sie sofort Verlässlichkeit schafft. Ich weiß nach wenigen Seiten, wie dieser Comic atmet. Ein Auto wird gezeigt, eine Erinnerung springt an, eine kleine Welt öffnet sich und dann kehrt der Band wieder in die Garage zurück. Das schafft Ruhe und Rhythmus.</p>
<p>Der Band ist klar als Beginn einer kleinen Reihe gebaut. Genau so liest sich das auch. Der erste Band will nicht alles. Er setzt den Ton, den Blick und das Erzählprinzip. Für eine Serie mit lose verbundenen Episoden ist das genau die richtige Aufgabe.</p>
<p>Seine Schwäche ist zugleich fast zwangsläufig. Zehn Geschichten auf gerade einmal 48 Seiten bedeuten wenig Raum für die einzelne Episode. Dadurch bleiben manche Figuren Typen, wo ich gern noch eine Nuance mehr gehabt hätte. Nicht jede Geschichte entfaltet denselben Nachhall. Einige wirken eher wie gut beobachtete Vignetten. Andere haben wirklich narrativen Drive.</p>
<p>Mich stört das nicht grundsätzlich, weil der Band offen als Sammlung kurzer Geschichten angelegt ist. Trotzdem hätte ich mir an zwei oder drei Stellen etwas mehr Reibung, etwas mehr Konflikt oder einfach einen längeren Atem gewünscht. Dugomier streift vieles klug. Er vertieft nicht alles gleich stark.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3605" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-05_1000X746.jpg" alt="Innenseite 07 von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-05_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-05_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-05_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-05_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Bruno Bazile zeichnet nicht nur Autos</h3>
<p>Bruno Bazile ist für mich der eigentliche Star dieses Bandes. Das liegt nicht daran, dass er Autos schön zeichnen kann. Das kann er natürlich. Wichtiger ist, dass er ihnen Gewicht und Charakter gibt, ohne die Seite zu verstopfen. Die Fahrzeuge stehen nie wie ausgeschnittene Schaustücke herum, sondern haben ihren Platz im Raum. Sie haben Gebrauchsspuren, Volumen und eine sehr schöne Präsenz zwischen Alltagsgegenständen, Werkstatt und Landschaft.</p>
<p>Bazile hält Perspektive und Lesefluss sicher zusammen. Eine Werkstatthalle voller Autos kann schnell unübersichtlich werden. Hier bleibt alles klar. Ich weiß immer, wo ich bin und worauf ich schauen soll.</p>
<p>Dazu kommt sein Gespür für Menschen. Marcel ist auf Anhieb präsent. Nicht als Karikatur, sondern als Figur mit Haltung, Gewohnheit und Wärme. Bazile zeichnet Gesichter, die etwas vom Leben erzählen. Seine Nebenfiguren wirken nie wie Staffage. Gerade in einem Album, das viele kleine Geschichten statt einer großen Handlung hat, ist das entscheidend. Jede Episode braucht auf wenigen Seiten sofort ein soziales Klima.</p>
<h3>Ligne claire</h3>
<p>Bazile schafft das mit Körperhaltung, Mimik und sehr guter Milieu-Darstellung. Die Landstraße, die Küste, die Werkstatt, das Dorf, all das entsteht schnell und glaubwürdig. Ich mag auch, dass die Seiten nicht geschniegelt wirken. Er darf stauben, knarzen und manchmal einfach freundlich altmodisch sein.</p>
<p>Bruno Bazile wurde im Juni 1961 in Saint-Nazaire geboren. Seine ersten Comicseiten erschienen zwischen 1985 und 1992 in der Jugendpresse. Später arbeitete er mit Michel Plessix an LES FORELL, veröffentlichte mit LES FAUSSAIRES auch ein Soloalbum und begann anschließend eine längere Zusammenarbeit mit Pierre Veys, unter anderem bei LES AVATARS sowie ARTHUR ET MERLIN.</p>
<p>Seit 2010 zeichnete er außerdem an LES AVENTURES DE SARKOZIX mit. In der Glénat-Bibliografie tauchen neben GARAGE DE PARIS 1: ZEHN BELIEBTE AUTOS UND IHRE GESCHICHTEN auch M’SIEUR MAURICE und LA NAISSANCE DE LA 4CV auf. Das passt gut zu dem Eindruck, den ich hier habe. Bazile ist ein Zeichner, der Figuren, Fahrzeuge und Zeitmilieu gleichermaßen ernst nimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3606" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-06_1000X746.jpg" alt="Innenseite 08 von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-06_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-06_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-06_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_INNENSEITE-06_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>GARAGE DE PARIS 1: ZEHN BELIEBTE AUTOS UND IHRE GESCHICHTEN ist kein Comic, der mit Lautstärke gewinnt. Er kommt leise wie ein E-Auto, freundlich und sehr präzise daher. Gerade deshalb hat er mich bekommen. Dugomier versteht, dass ein Auto erst dann interessant wird, wenn ein Mensch darin sitzt. Bazile sorgt dafür, dass diese Menschen und Maschinen auf jeder Seite glaubwürdig zusammenfinden. Damit erinnert er mich sehr an <a title="Fahr‘ mit – in WUNDERVOLLE SOMMER!" href="https://panelwalker.de/2025/02/fahr-mit-in-wundervolle-sommer/" target="_blank" rel="noopener">WUNDERVOLLE SOMMER</a>, die Familie Faldérault und ihre &#8222;Mam&#8217;zelle Esterelle&#8220;.</p>
<p>Nicht jede der zehn Episoden hat dieselbe Kraft. Einige sind eher Skizze als Volltreffer. Aber der Band hat Herz, Haltung und ein sehr feines Gespür für Alltagsgeschichte. Als Auftakt ist das mehr als ordentlich. Es ist ein Album, in das ich gern einsteige, weil es nicht nur alte Autos zeigt, sondern Erinnerungen auf Räder stellt. Also, Zündung an, die Kupplung kommen lassen und entspannt losrollen &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3600" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_COVER_1000X750-300x400.jpg" alt="Cover von GARAGE DE PARIS 1 - ZEHN BELIEBTE AUTOS" width="300" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_COVER_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_COVER_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_COVER_1000X750-600x800.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/GARAGE_DE_PARIS_1_COVER_1000X750.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>GARAGE DE PARIS 1: ZEHN BELIEBTE<br />
AUTOS UND IHRE GESCHICHTEN</li>
<li>Dugomier und Bruno Bazile</li>
<li>Hardcover | 48 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-89908-753-6</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★★★☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://salleckpublications.eu/Gesamtverzeichnis/Garage-de-Paris/Garage-de-Paris-1-Zehn-beliebte-Autos-und-ihre-Geschichten.html?listtype=search&amp;searchparam=garage%20de%20Paris" target="_blank" rel="nofollow noopener">Salleck Publications Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/garage-de-paris-zwischen-hebebuehnen-und-erinnerungen/">GARAGE DE PARIS – Zwischen Hebebühnen und Erinnerungen</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/04/garage-de-paris-zwischen-hebebuehnen-und-erinnerungen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>RUMMELSDORF hilft die ENIGMA-Codes zu knacken</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/rummelsdorf-hilft-die-enigma-codes-zu-knacken/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/04/rummelsdorf-hilft-die-enigma-codes-zu-knacken/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 05:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Historiendrama]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Politthriller]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Beka]]></category>
		<category><![CDATA[Bertrand Escaich]]></category>
		<category><![CDATA[Carlsen Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Roque]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=1396</guid>

					<description><![CDATA[<p>Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg arten häufig in Untergrund-Erzählungen, Vertriebenen-Schicksale und Nazi-Bashing aus. Nun, dieser Comic ist da anders. Ganz anders. RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA ist ein Spin-Off aus dem SPIROU-Universum, ein Teil der Reihe SPIROU PRÄSENTIERT und zugleich der Start einer eigenen Reihe um den jungen Grafen Pankratius Hieronymus Ladislaus Adalbert von Rummelsdorf. Das Album [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/rummelsdorf-hilft-die-enigma-codes-zu-knacken/">RUMMELSDORF hilft die ENIGMA-Codes zu knacken</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-block-paragraph">Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg arten häufig in Untergrund-Erzählungen, Vertriebenen-Schicksale und Nazi-Bashing aus. Nun, dieser Comic ist da anders. Ganz anders.</p>
<p>RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA ist ein Spin-Off aus dem SPIROU-Universum, ein Teil der Reihe <a href="https://www.carlsen.de/reihe/spirou-prasentiert" target="_blank" rel="nofollow noopener">SPIROU PRÄSENTIERT</a> und zugleich der Start einer eigenen Reihe um den jungen Grafen Pankratius Hieronymus Ladislaus Adalbert von Rummelsdorf.</p>
<p>Das Album will die bekannte Figur neu aufstellen. Es will ihr Jugend, Haltung und eine Geschichte mitgeben. Vor allem aber will es zeigen, dass der liebenswerte Sonderling der späteren Abenteuern früher einmal ein junger Mann war, der mit offenem Blick durch eine aus den Fugen geratene Welt ging.<span id="more-1396"></span></p>
<p>Beka und David Etien setzen dafür nicht auf knallige Effekte. Sie setzen auf Neugier, auf Atmosphäre und auf Figuren, die klug genug sind, um interessant zu sein, aber menschlich genug, um nicht verkopft zu wirken. Und sie sind eindeutig von Morton Tyldum&#8217;s Film <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt2084970/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_the%20imitation%20game" target="_blank" rel="nofollow noopener">THE IMITATION GAME</a> aus dem Jahr 2014 inspiriert, den ich persönlich für einen der besten Filme zum Thema Krieg und Spionage im 2. Weltkrieg halte.</p>
<p>Mich hat an diesem Album daher sofort gereizt und natürlich, dass es Krieg nicht als Kulisse für Heldentum benutzt. Der Krieg ist da, ja, und er drückt auf jede Szene. Aber im Mittelpunkt stehen keine Siegerposen, sondern Menschen, die denken, zweifeln, kombinieren und trotzdem handeln.</p>
<p>Genau das macht den Band für mich so sympathisch. Er will nicht bedeutungsschwer wirken. Er will eine gute, bekannte Geschichte noch einmal neu und aus einer anderer Richtung erzählen. Und er vertraut darauf, dass ein kluger Abenteuercomic völlig ausreicht, wenn Figuren und Rhythmus stimmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3394" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_34_1000X746.jpg" alt="Innenseite 34 von RUMMELSDORF ENIGMA" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_34_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_34_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_34_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_34_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Bletchley Park und die Enigma</h3>
<p>Der historische Kern dieses Albums ist präzise gewählt. Die Enigma war keine bloße Fantasie aus einem Kriegsroman, sondern eine echte Chiffriermaschine, die von Deutschland militärisch genutzt wurde. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bletchley_Park" target="_blank" rel="nofollow noopener">Bletchley Park</a> war das britische Zentrum der Codeknacker, die versuchten ihre Verschlüsselung zu knacken. Dort arbeiteten männliche und weibliche Mathematiker, Linguisten, Logiker, Schachspieler, Funkleute und viele andere Spezialistinnen und Spezialisten daran, die Nachrichten der Achsenmächte zu lesen.</p>
<p>Gerade das macht diesen Ort bis heute so faszinierend. Er war kein Schlachtfeld im klassischen Sinn. Er war ein Ort, an dem Konzentration, Geduld und Kombinationsgabe über Leben und Tod entschieden. Und auch hier führten Fehler möglicherweise zum Verlust von Menschenleben. Für einen Comic ist das fast schon ideal, weil sich hier Spannung nicht aus Explosionen ergibt, sondern aus Gedankenarbeit unter enormem Druck.</p>
<p>Besonders interessant finde ich, dass Bletchley Park eben nicht nur mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alan Turing</a> verbunden werden darf. Dieser Ort funktionierte stets als Teamleistung. Viele der Beschäftigten waren Frauen. Sie arbeiteten als Übersetzerinnen, Analytikerinnen und Bedienerinnen der Maschinen.</p>
<p>Auch die berühmten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Bombe" target="_blank" rel="nofollow noopener">Bombes</a> waren keine magischen Wunderkästen, sondern Werkzeuge, die mit der harten Denkarbeit ihrer Erbauer zusammenspielten. Der Band greift genau diese Mischung auf. Er macht aus dem Stoff kein Schulbuch, sondern ein Abenteuer über kluge Köpfe, über Muster und über die seltsame Schönheit eines Rätsels, das sich erst Stück für Stück dem Rätselnden öffnet. Das gefällt mir sehr, weil der Comic spürbar Respekt vor dem Thema hat, ohne sich davon erdrücken zu lassen.</p>
<h3>Ein Held, der noch keiner sein will</h3>
<p>Die eigentliche Handlung beginnt 1940. Belgien ist besetzt. (Ganz Belgien? Ja, ganz Belgien!) Schloss Rummelsdorf steht unter dem Druck des Krieges. In diese Lage hinein flattert eine verschlüsselte Botschaft, die den jungen Grafen sofort elektrisiert.</p>
<p>RUMMELSDORF ist hier noch nicht die skurrile Vaterfigur, die viele aus den SPIROU UND FANTASIO-Comics kennen. Er ist wach, wissbegierig und ein wenig rastlos. Genau das funktioniert wunderbar. Der Band zeigt ihn nicht als geborenen Helden, der tollkühn irgendwo hinein stolpert. Er folgt einer Spur, weil sie seinen Verstand herausfordert und weil er spürt, dass hinter allem mehr steckt als ein nettes Denkspiel. Die Botschaft enthält eine Einladung, welche ihn nach England führt und damit in ein Abenteuer, das sehr schnell größer wird als er selbst.</p>
<p>Schon dieser erste Abschnitt liest sich angenehm flüssig. Ich mag, wie locker der Comic seine Ausgangslage baut. Das Schloss, die Besatzung, die chiffrierte Nachricht und die Reise nach London greifen sauber ineinander. Nichts wirkt übererklärt, nichts wirkt hektisch.</p>
<p>Stattdessen entsteht das schöne Gefühl, dass sich vor meinen Augen eine Tür öffnet. Hinter dieser Tür wartet kein übliches Kriegsabenteuer, sondern ein Rätselspaß mit Tempo und Charme. RUMMELSDORF ist dafür die richtige Figur, weil er weder Soldat noch Draufgänger ist. Er bringt etwas viel Passenderes mit: Neugier! In England findet der Band dann seine eigentliche Geschichte. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3395" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_35_1000X746.jpg" alt="Innenseite 35 von RUMMELSDORF ENIGMA" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_35_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_35_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_35_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_35_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Blair, Turing und das Rätsel hinter dem Rätsel</h3>
<p>RUMMELSDORF trifft im Folgenden auf auf die Welt von Bletchley Park und eine Frau, Blair McKenzie. Blair ist für mich eine der größten Stärken dieses Comics. Sie ist nicht nur eine clevere Begleiterin. Sie gibt der Geschichte Wärme, Witz und Reibung. Zwischen ihr und RUMMELSDORF entsteht schnell eine Spannung, die den Band emotional auch trägt.</p>
<p>Zugleich wird Alan Turing als wichtige Figur eingeführt. Dies hätte leicht daneben gehen und in Ehrfurcht erstarren können. Tut es aber nicht. Der Comic nutzt Turing als Teil eines Teams, nicht als Denkmal. Dadurch bleibt die Geschichte lebendig und der Blick frei für das Zusammenspiel ihrer Figuren.</p>
<p>Die Handlung bleibt dabei angenehm konzentriert. Es geht um das Knacken der Enigma-Codes, um Zeitdruck und Vertrauen. Und es geht um die Frage, wer in so einem Moment eigentlich handeln darf und handeln muss.</p>
<p>Das alles bleibt verständlich, auch wenn man mit Bletchley Park oder kryptografischen Themen vorher kaum Berührung hatte. Genau das rechne ich dem Band hoch an. Er ist klug, aber nie glatt, historisch interessiert, aber nie trocken. Und er schafft etwas, das gar nicht so leicht ist: er macht Denkarbeit spannend, ohne sie künstlich mit Action aufzupeppen.</p>
<p>Mehr als einmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass hier nicht bloß eine Geschichte erzählt wird, sondern ein ganz eigener Ton gefunden wird, der weit über den Zungenschlag des SPIROU-Universums hinausgeht.</p>
<h3>Wo dieser Band seinen Platz hat</h3>
<p>Als erster Band der Reihe muss RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA viel leisten. Er muss seine Hauptfigur noch einmal neu vorstellen und den historischen Rahmen setzen. Auch muss er die emotionale Verbindung zu Blair aufbauen und zugleich den Grundstein für die Folgebände legen.</p>
<p>Genau deshalb verzeihe ich ihm auch kleinere Unebenheiten. Manche Szene erklärt halt doch ein wenig mehr, als sie vielleicht müsste. Manche reale Figur bleibt etwas stärker Funktion als voller Charakter. Trotzdem entwickelt sich der Band erstaunlich gut. Gerade im Rückblick sehe ich, wie sauber hier gearbeitet wurde, weil spätere Bände genau an einzelnen Punkten ansetzen können und die Reihe Schritt für Schritt weiter entwickeln &#8211; allerdings dunkler und persönlicher.</p>
<p>Für mich ist das die vielleicht schönste Qualität dieses Auftakts. Er will nicht alles schon im ersten Anlauf überbieten. Er legt an, pflanzt Motive, baut Beziehungen. Und er sorgt dafür, dass man nach der letzten Seite nicht das Gefühl hat, einen abgeschlossenen Einfall gelesen zu haben, sondern am den Beginn einer größeren Lebensgeschichte steht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3396" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_36_1000X746.jpg" alt="Innenseite 36 von RUMMELSDORF ENIGMA" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_36_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_36_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_36_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_36_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>PATIENT A führt die Reihe in deutlich dunklere Zonen</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-3406" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_02_Cover_372x500-1-113x150.jpg" alt="Cover von RUMMELSDORF - DER PATIENT A" width="113" height="150" />Der zweite Band knüpft direkt an Bletchley Park an. RUMMELSDORF und Blair arbeiten weiter an der Entschlüsselung deutscher Kommunikation. Zwischen beiden ist inzwischen mehr gewachsen als Freundschaft. Genau das macht den Einstieg hier angenehm, weil die Reihe ihre Figuren nicht neu sortieren muss.</p>
<p>Dann kommt ein codierter Hilferuf. Wissenschaftler werden von den Nazis gezwungen, an einem Forschungsprogramm mitzuwirken. Dieses Mal führt die Spur nach Berlin. Aus dem Denkabenteuer des ersten Bandes wird damit ein deutlich riskanteres Unternehmen mitten im Machtbereich des verfeindeten Regimes. Der Ton kippt spürbar, die Serie wird dunkler, härter. Sie bleibt zwar zugänglich, wirkt aber nun ernster und dichter.</p>
<p>Gerade diese Verschiebung finde ich stark. Der erste Band lebt von Entdeckung, Tempo und dem Zauber eines großen Rätsels. Der zweite Band zwingt RUMMELSDORF viel direkter in die moralische Wirklichkeit des Krieges. Das gibt der Figur weiter Gewicht.</p>
<p>Blair wird dabei noch wichtiger. Sie läuft nicht bloß mit oder wird als <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Damsel_in_Distress" target="_blank" rel="nofollow noopener">Damsel-in-Distress</a> verwendet. Sie greift ein, sie denkt mit und sie hält die Geschichte menschlich. Dadurch wächst auch mein Blick auf RUMMELSDORF. Er ist jetzt nicht mehr nur der kluge junge Graf, der spannende Probleme löst. Er wird zu jemandem, dessen Intelligenz in einer brutalen Welt bestehen muss. Genau an diesem Punkt zeigt sich, dass die Reihe mehr sein will als ein hübsches Historien-Abenteuer.</p>
<h3>EINE HANDVOLL KOHLENSTOFFATOME öffnet die Reihe in eine neue Richtung</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-3404 alignright" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_03_Cover_372x500-113x150.jpg" alt="Cover von RUMMELSDORF - EINE HANDVOLL KOHLENSTOFFATOME" width="113" height="150" />Der dritte Band springt in den Herbst 1951. Schon dieser Zeitsprung tut der Serie gut, weil er das Konzept weitet. Eine etwas exzentrische Amerikanerin namens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Sanger" target="_blank" rel="nofollow noopener">Margaret Sanger</a> taucht auf Schloss Rummelsdorf auf. Sie hat von den Forschungen des Grafen zur Empfängnisverhütung gehört und nimmt ihn mit nach Boston. Dort soll ein Labor helfen, eine Pille zu entwickeln.</p>
<p>Das ist ein überraschender, aber sehr kluger Schritt. Die Reihe bleibt bei Wissenschaftsgeschichte, nur verschiebt sich der Schwerpunkt weg vom Krieg und hin zu Fragen von Körper, Selbstbestimmung und Verantwortung.</p>
<p>Ich finde diesen Band als Fortsetzung besonders spannend, weil er zeigt, dass die Serie nicht in ihrem Kriegsstoff gefangen bleiben muss. Sie will mehr, will RUMMELSDORF als Figur des 20. Jahrhunderts erzählen. Jemanden, der an entscheidenden Momenten wissenschaftlicher Entwicklung beteiligt ist und daran zugleich persönlich leidet.</p>
<p>Genau dadurch gewinnt auch der Auftakt rückwirkend an Tiefe. Was in RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA noch wie ein kluges Abenteuer mit historischem Kern beginnt, wächst in den Folgebänden zu einer Reihe, die Wissenschaft und Moral zu einer Einheit verbindet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3397" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_37_1000X746.jpg" alt="Innenseite 37 von RUMMELSDORF ENIGMA" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_37_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_37_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_37_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_37_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Wo der erste Band überzeugt und bremst</h3>
<p>Was mir an RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA wirklich gut gefällt, ist seine Art, Spannung aus Intelligenz zu holen. Der Comic hat Vertrauen in seine Leserinnen und Leser. Er glaubt daran, dass ein chiffrierter Brief, ein kluger Einfall und eine gut geschriebene Begegnung reichen können, um Spannung zu erzeugen. Vor allem reicht es, weil Blair und RUMMELSDORF als Paarung so gut funktionieren. Zwischen beiden liegt etwas Zartes, Neugieriges und Unfertiges. Genau das macht sie glaubhaft. Ich habe den Band nicht nur wegen seiner historischen Kulisse gern gelesen, sondern auch, weil ich diesen beiden Figuren beim Denken und Annähern gern zugesehen habe.</p>
<p>Ganz ohne Einschränkung komme ich trotzdem nicht aus. An manchen Stellen merkt man dem Album an, dass es ein erster Band ist. Er muss die Welt erklären, Namen einführen und historische Dinge &#8211; zumindest knapp &#8211; einordnen. Dadurch fehlt ihm gelegentlich der letzte Hauch Leichtigkeit, den spätere Fortsetzungen an einigen Stellen sogar stärker entwickeln. Das ist aber kein schweres Problem.</p>
<p>Es ist eher die kleine Reibung eines sehr ambitionierten Auftakts. Für mich überwiegt ganz klar der Gewinn. Der Band ist klug gebaut, lesbar, warm und deutlich charakterstärker, als man es von einem historischen Spin-Off vielleicht zunächst erwarten würde.</p>
<h3>Zeichnungen, die Rätsel greifbar machen</h3>
<p>David Etien ist genau der richtige Zeichner für diesen Stoff. Sein Strich bleibt beweglich und klar. Die Figuren haben Ausdruck, ohne zur Karikatur zu werden. Räume, Maschinen und historische Details wirken konkret, nie steif oder künstlich. Schloss, Arbeitsräume, Züge und Bletchley Park haben in diesem Comic nicht bloß einen Dekorwert. Man spürt, wie dort gedacht, beobachtet und gearbeitet wird. Das hilft der Geschichte enorm, weil ein Stoff über Codeknacker nur dann funktioniert, wenn die Welt drumherum glaubwürdig bleibt.</p>
<p>Dazu kommt ein gutes Gefühl für Tempo. Etien kann eine Szene leicht halten, wenn der Band spielen will. Er kann sie verdichten, wenn Gefahr aufzieht. Das passt hervorragend zu einem Album, das zwischen Charme, Romantik und Kriegsdruck balanciert. Ich würde sogar sagen, dass ein Teil der Zugänglichkeit dieser Reihe direkt aus den Zeichnungen kommt. Sie laden ein. Sie schrecken nicht ab. Und genau deshalb erreicht der Comic sowohl erfahrene Leser als auch Menschen, die mit frankobelgischen Reihen sonst wenig anfangen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3398" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_38_1000X746.jpg" alt="Innenseite 38 von RUMMELSDORF ENIGMA" width="746" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_38_1000X746.jpg 746w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_38_1000X746-300x402.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_38_1000X746-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_INNENSEITE_38_1000X746-600x804.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 746px) 100vw, 746px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA ist für mich ein sehr gelungener Reihenauftakt. Der Band ist klug, warm und spannend, ohne laut zu werden. Er erzählt von Krieg, Wissenschaft und Verschlüsselung. Vor allem aber erzählt er von Menschen, die mit ihrem Kopf und ihrem Herzen gegen eine dunkle Zeit anarbeiten. Gerade das macht ihn so lesenswert.</p>
<p>Wer nur ein historisches Abenteuer sucht, bekommt hier schon viel. Wer etwas mehr will, bekommt zusätzlich eine Figur, die im Lauf der Reihe sichtbar an Tiefe gewinnt und eine interessante Vorgeschichte erhält. Und genau deshalb bleibt RUMMELSDORF &#8211; ENIGMA für mich nicht bloß der erste Band einer Serie, sondern ein Band, der ihr ein Gesicht verleiht.</p>
<p>P.S. Mit <a href="https://www.carlsen.de/softcover/spirou-prasentiert-7-rummelsdorf-4/978-3-551-80750-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">RUMMELSDORF &#8211; DIE DUNKLEN JAHRE</a> erscheint beim Carlsen Verlag in Kürze <strong>der vierte Band der Reihe</strong>, der dem Cover-Bild zu Folge den Weg zu den Schattenseiten des technologischen Fortschritts beschreitet. Ich freue mich schon darauf&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3393" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_COVER_1000X743-300x404.jpg" alt="Cover von RUMMELSDORF ENIGMA" width="300" height="404" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_COVER_1000X743-300x404.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_COVER_1000X743-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_COVER_1000X743-600x808.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RUMMELSDORF_01_COVER_1000X743.jpg 743w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>



</p>
<ul id="infobox">
<li>SPIROU PRÄSENTIERT: RUMMELSDORF 1 &#8211; ENIGMA</li>
<li>Beka und David Etien</li>
<li>Hardcover | 64 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-551-77676-1</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</li>
<li>© <a href="https://www.carlsen.de/softcover/spirou-prasentiert-4-rummelsdorf-1-enigma/978-3-551-77676-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">Carlsen Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul>
<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/rummelsdorf-hilft-die-enigma-codes-zu-knacken/">RUMMELSDORF hilft die ENIGMA-Codes zu knacken</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/04/rummelsdorf-hilft-die-enigma-codes-zu-knacken/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>MEGAMIND &#8211; Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2026 05:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Movie]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Science-Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Schoolcraft]]></category>
		<category><![CDATA[Brent Simons]]></category>
		<category><![CDATA[Dreamworks]]></category>
		<category><![CDATA[Tom McGrath]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3683</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010. Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/">MEGAMIND – Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ein weiches Herz für Filme, die ihre eigene Prämisse mit Schwung gegen die nächste Wand fahren und daraus etwas Besseres bauen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dreamworks Animationsfilm MEGAMIND aus dem Jahr 2010.</p>
<p>Auf den ersten Blick wirkt alles wie eine fröhlich freche Superheldenparodie. Ein blauer Superschurke mit riesigem Schädel, ein geschniegelt strahlender Held, eine schlagfertige Reporterin und eine Stadt, die täglich gerettet werden will. Alles wie gehabt. Nach wenigen Minuten kippt der Film aber in etwas Überraschendes. Ich sehe keinen bloßen Klamauk, sondern eine Geschichte über Rollen, Gewohnheiten und die seltsame Leere nach dem großen Sieg.</p>
<p>Regisseur Tom McGrath und die Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons stellen die Welt des Superheldenfilms lustvoll auf den Kopf und holen aus dem Witz eine erstaunlich warme Figur heraus.<span id="more-3683"></span></p>
<h3>Blaue Birne, goldenes Idol und eine genervte Reporterin</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3684 size-medium" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png" alt="Beispielbild 4 von MEGAMIND" width="300" height="303" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-300x303.png 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-113x114.png 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND-600x607.png 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND.png 712w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Im Zentrum stehen vier Figuren, die sofort sitzen. MEGAMIND ist der ewige Verlierer mit übergroßem Ego und noch größerem Bedürfnis, überhaupt gesehen zu werden.</p>
<p>Metro Man ist der perfekte Held, blütenweiß, gefeiert, fast schon als Popstar inszeniert. Dazu später mehr.</p>
<p>Roxanne Ritchi, eine Reporterin, ist wahrlich keine Deko neben der Action, sondern der wache Blick des Films. Sie ist schnell, genervt, mutig und hat für die immer gleichen Entführungen längst keine ehrfürchtige Geduld mehr.</p>
<p>Dazu kommt Minion, dieser herrlich absurde Fisch im Roboterkörper, der trotz seiner Rolle als Sidekick oft die klarste Sicht auf die Lage hat.</p>
<p>Und schon der Prolog macht deutlich, warum diese Konstellation trägt. Zwei Babys verlassen ihre sterbenden Welten (Superman lässt grüßen!), landen auf der Erde und wachsen unter völlig verschiedenen Bedingungen auf. Der eine wird gefeiert, der andere aussortiert.</p>
<p>Aus diesem schiefen Start entwickelt der Film dann seine alte, immer noch wirksame Frage: Wer wird zum Helden gemacht und wer zum Bösewicht erklärt? Ich mag es, wie flott das erzählt wird. Nichts wirkt schwer. Selbst die Herkunftsgeschichte hat Tempo, Witz und eine leicht traurige Kante.</p>
<h3>Gefangen in der Rolle</h3>
<p>Noch schöner finde ich, wie selbstverständlich der Film dann in seinen Alltag springt. MEGAMIND entführt Roxanne. Metro Man rettet sie. Die Stadt jubelt. MEGAMIND verliert. MEGAMIND baut eine Maschine. Metro Man zerstört sie. MEGAMIND verliert. Wieder und wieder.</p>
<p>Diese Schleife ist die Weltordnung von Metro City. Genau darin steckt schon der beste Einfall des Films. Nicht der Kampf zwischen Gut und Böse ist interessant, sondern seine Routine.Fühle ich mich dabei an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Road_Runner_und_Wile_E._Coyote" target="_blank" rel="nofollow noopener">Road Runner und Wile E. Coyote</a> erinnert? Natürlich. Ich spüre beim Schauen schnell, dass beide Figuren in einem Theaterstück festsitzen, das sie seit Jahren aufführen. Der Film macht daraus einen Running Gag, aber auch eine tragende Idee.</p>
<p>Als MEGAMIND seinen &#8222;Erzfeind&#8220; Metro Man endlich ausschaltet, müsste sein Triumph vollkommen sein. Stattdessen hängt plötzlich alles in der Luft. Der Superschurke bekommt, was er immer wollte und merkt sofort, dass er ohne Gegenspieler gar nicht weiß, wer er noch sein soll.</p>
<p>Diese Wendung funktioniert für mich bis heute. Sie ist witzig, traurig und erstaunlich erwachsen, ohne je die Leichtigkeit zu verlieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: center;"><span class="embed-privacy-url"><a href="https://www.youtube.com/embed/ck3aTtd6q18?si=f8ugnUOwVI496izn">Eingebetteten Inhalt von YouTube öffnen</a></span></div>
<h3>Der Sieg schmeckt überraschend schal</h3>
<p>Von hier an wird der Film erst richtig gut. MEGAMIND erzählt nun keinen simplen Macht- sondern einen Identitätswechsel.</p>
<p>Der große Sieger sitzt in seinem Versteck &#8211; und langweilt sich! Er verwüstet die Stadt, spielt mit seinen Gadgets, zelebriert sich selbst, aber nichts füllt die innere Leere. Ich mag an diesen Szenen besonders, dass der Film seinen (Anti-)Helden wider Willen nicht weichzeichnet. MEGAMIND bleibt eitel, pathetisch und theatralisch. Gerade deshalb fühlt sich seine Orientierungslosigkeit ehrlich an.</p>
<p>Aus dieser Leere heraus entsteht dann die nächste, wunderbar dumme und zugleich aber folgerichtige Idee. Wenn kein Held mehr da ist, dann baut man sich eben einen neuen. Heureka!</p>
<p>An diesem Punkt bringt der Film Hal Stewart ins Spiel, Roxanne&#8217;s schmierigen Kameramann mit Minderwertigkeitskomplex, Fantasien eigener Größe und ohne jeglichen moralischen Kompass. Aus dem geplanten Titan wird durch ein kleines Sprachmissverständnis Tighten und in dieser falschen Schreibweise steckt schon die ganze Figur.</p>
<p>Statt sich einzuengen, zu straffen, anzuziehen (was dem englischen &#8222;to tighten&#8220; entsprechen würde) will er sich aufblasen und entwickelt dabei eine unangenehme Mischung aus Bedürftigkeit und Selbstüberschätzung. Ich finde das stark, weil der Film hier schlagartig die Temperatur ändert.</p>
<p>Aus dem neckischen Witz über Superhelden wird plötzlich eine Geschichte über gekränkte Männlichkeit, über Machtfantasien und darüber, wie schnell ein Loser gefährlich wird, sobald er echte Macht in die Hand bekommt. Das bleibt familienfreundlich erzählt, aber die Schärfe ist da. Nur &#8211; an was bzw. wen erinnert mich das gerade? Ja, richtig <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/taco-man-trump-100.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TACO-Man</a>!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3685" aria-describedby="caption-attachment-3685" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3685 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg" alt="Beispielbild 3 von MEGAMIND" width="900" height="600" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-113x75.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-768x512.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_1_600X900-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3685" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Zwischen Verkleidung, Verliebtheit und Absturz</h3>
<p>Parallel dazu lässt der Film MEGAMIND unter einer Tarnidentität in Roxanne&#8217;s Nähe schlüpfen. Auch das könnte leicht schiefgehen. Tut es aber nicht, weil Roxanne nicht zur Trophäe verkommt und weil MEGAMIND&#8217;s Täuschung nie als romantisch sauber verkauft wird.</p>
<p>Ich habe diese Passagen immer als heiklen Teil des Films empfunden. Tom McGrath und das Drehbuch balancieren sie jedoch ordentlich aus. Die Annäherung hat Charme, weil MEGAMIND dort zum ersten Mal ohne Pose agiert. Er hört zu, improvisiert und stolpert aus seiner Rolle. Gleichzeitig bleibt klar, dass auf dieser Beziehung ein Betrug liegt, der nicht einfach weg zu lächeln ist.</p>
<p>Dramaturgisch zieht der Film hier sauber an. Tighten wird zur echten Bedrohung, MEGAMIND verliert seine bequeme Ironie und Roxanne erkennt, dass hinter seinen Spielereien mehr als bisher vermutet steckt &#8211; aber auch reichlich Selbsttäuschung. Aus dieser Bewegung wächst das eigentliche Thema des Films: Nicht die Herkunft entscheidet, sondern die Wahl, die jemand trifft, wenn eine alte Rolle nicht mehr passt.</p>
<p>Ich finde es sehr angenehm, dass der Film diese Idee nicht mit pädagogischem Zeigefinger verkauft. Er kleidet sie in Action, Slapstick, peinliche Flirts und großes Superheldenkino. Genau deshalb kommt sie bei mir an. Der Humor trägt die Geschichte, statt sie klein zu halten. Wenn Minion trocken kommentiert, wenn MEGAMIND wieder einen Auftritt zu groß plant oder wenn Tighten seine neue Macht mit pubertärer Wucht missbraucht, dann lacht der Film &#8211; aber nie über seine Figuren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3686" aria-describedby="caption-attachment-3686" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3686 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg" alt="Beispielbild 2 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_2_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3686" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Popshow mit Herz</h3>
<p>Gerade darin liegt die Stärke von MEGAMIND. Der Film versteht Superhelden nicht als heilige Ikonen, sondern als öffentliche Rollen mit Kostüm, Gestus und Show-Wert. McGrath hat diese Gegensätze selbst <a href="https://www.denofgeek.com/movies/tom-mcgrath-interview-on-megamind-animation-3d-brad-pitts-singing-and-superheroes/" target="_blank" rel="nofollow noopener">sehr plastisch beschrieben</a>, indem er den Bösewicht und den Helden eher wie Bühnenfiguren dachte, grob in Richtung <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Cooper" target="_blank" rel="nofollow noopener">Alice Cooper</a> auf der einen und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley" target="_blank" rel="nofollow noopener">Elvis Presley</a> auf der anderen Seite. Das spürt ich in beinah jeder Szene. Metro Man ist glänzende Performance mit &#8222;Hüftschwung&#8220;, MEGAMIND ist dunkle Pose in Latex-Leder mit Spitze und Nebelmaschine im Kopf. Diese überzeichnete &#8222;Showhaftigkeit&#8220; macht den Film präzise. Sie passt zu einer Welt, in der Gut und Böse längst Teil eines öffentlichen Spektakels geworden sind.</p>
<p>Dazu kommt ein hübscher Blick hinter die Entstehung. Schoolcraft und Simons hatten den Stoff ursprünglich als Live Action Projekt mit dem Arbeitstitel MASTERMIND entwickelt, bevor daraus Jahre später der Animationsfilm wurde. Vielleicht erklärt genau das, warum die Figuren hier trotz ihrer cartoonesken Art oft als echte Comedy-Rollen funktionieren.</p>
<h3>Tempo, Licht und wüste Einfälle</h3>
<p>Visuell hat der Film ebenfalls mehr zu bieten, als ich ihm beim ersten Sehen des Trailers zugetraut hätte. Die Designs arbeiten mit klaren Gegensätzen. MEGAMIND&#8217;s Welt lebt von kaltem Blau, metallischen Oberflächen und einem Hang zur großen Show. Metro Man bringt Gold, Glanz und saubere Flächen mit. Wenn Tighten später die Ordnung von Metro City zerreißt, kippt auch die Farbdramaturgie spürbar ins Unruhige. Besonders die Nachtszenen haben Gewicht.</p>
<p>Für die Sequenz, in der Roxanne in der nächtlichen Stadt in Gefahr gerät, legte das Dreamworks Team großen Wert auf glaubwürdige Stadtbeleuchtung, weiche Straßenlichter und ein spürbar echtes Nachtgefühl. Metro City wirkt dort nicht wie eine generische digitale Kulisse, sondern wie ein Raum mit Tiefe, Lichtinseln und echtem Risiko.</p>
<p>Der Schnitt hält dazu ein gutes Tempo. Der Film rennt selten bloß von Gag zu Gag. Er nimmt sich die nötigen Sekunden, damit Blick, Pause und peinliche Stille überhaupt komisch werden können.</p>
<p>Kleine Schwächen gibt es trotzdem. Im letzten Drittel wird der Film konventioneller, als ich es mir wünsche. Er biegt dann doch stärker in vertraute Bahnen des Familien Blockbusters à la <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0317705/?ref_=nv_sr_srsg_7_tt_8_nm_0_in_0_q_the%20in" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE UNGLAUBLICHEN</a> ein. Ganz los wird MEGAMIND seine Studiomechanik also doch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><figure id="attachment_3687" aria-describedby="caption-attachment-3687" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3687 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg" alt="Beispielbild 1 von MEGAMIND" width="900" height="506" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_BEISPIELBILD_3_506X900-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-3687" class="wp-caption-text">Beispielbild aus MEGAMIND copyright Dreamworks</figcaption></figure></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Am Ende bleibt für mich ein Animationsfilm, der sehr genau weiß, wie albern sein Konzept ist und mich gerade deshalb emotional trifft. Ich bekomme Witz, Tempo, starke Designs und eine Hauptfigur, die als Witzfigur beginnt und dann langsam zum Menschen wird, auch wenn sie blau ist und einen riesigen Schädel hat.</p>
<p>Das ist keine Revolution des Genres. Dafür ist der Schluss etwas zu ordentlich. Aber ich nehme aus dem Film etwas mit, das bei vielen lauteren Superheldenspektakeln fehlt: Zuneigung!</p>
<p>MEGAMIND macht sich nie klein, aber er macht seine Charaktere auch nicht zu Witzfiguren ohne Innenleben. Genau deshalb schaue ich ihn gern immer wieder. Und deshalb hat dieser Film in der großen Reihe animierter Superheldenspielereien bis heute einen ziemlich besonderen Platz.</p>
<p>Meine Empfehlung: Anschauen!</p>
<p>P.S. Die Anregung für diesen Post habe ich bei <a href="https://tillmanncourth.de/trickfilmtipp-megamind/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Tillmann Courth</a> gefunden. Ich hatte den Film lange nicht mehr auf dem Schirm. Danke dafür!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3688" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg" alt="Filmposter von MEGAMIND" width="300" height="443" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-300x443.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-102x150.jpg 102w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609-600x887.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/04/MEGAMIND_COVER_900X609.jpg 609w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>MEGAMIND</li>
<li>Regisseur Tom McGrath</li>
<li>Autoren Alan Schoolcraft und Brent Simons</li>
<li>Storyline:  ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.dreamworks.com/about" target="_blank" rel="nofollow noopener">Dreamworks</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/">MEGAMIND – Wenn der Erzfeind plötzlich fehlt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/04/megamind-wenn-der-erzfeind-ploetzlich-fehlt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>KALIMBO &#8211; MATA-MATA Ein Zebra sucht seine Familie</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 05:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropomorph]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Dani Books Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Didier Crisse]]></category>
		<category><![CDATA[Fred Besson]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3177</guid>

					<description><![CDATA[<p>Afrika, die Savanne. Im Gras zirpen die Grillen und in der Ferne hört man das Lachen der Hyänen. Dieser Comic nimmt mich direkt mit ins Licht des schwarzen Kontinents, mit zu seinen Bewohnern und seinen Abenteuern. Und gleich zu Beginn begegne ich einem meiner Lieblingstiere. Ein alter Elefant, KALIMBO, spürt den Ruf seiner Ahnen. Makoussa, [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/">KALIMBO – MATA-MATA Ein Zebra sucht seine Familie</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Afrika, die Savanne. Im Gras zirpen die Grillen und in der Ferne hört man das Lachen der Hyänen. Dieser Comic nimmt mich direkt mit ins Licht des schwarzen Kontinents, mit zu seinen Bewohnern und seinen Abenteuern. Und gleich zu Beginn begegne ich einem meiner Lieblingstiere.</p>
<p>Ein alter Elefant, KALIMBO, spürt den Ruf seiner Ahnen. Makoussa, ein Löwe &#8211; und auch schon mit weißer Mähne &#8211; hält zu ihm. Ein junges Zebra platzt in diese traute Zweisamkeit wie ein Witz, der erst später weh tut. Wie sich zeigt, setzt KALIMBO &#8211; MATA-MATA auf eine Fabelstruktur, was mir sofort gefällt.<span id="more-3177"></span></p>
<p>Diese Geschichte nimmt Kinder ernst, ohne ihre Eltern und andere Erwachsene auszuschließen. Humor und Melancholie laufen hier parallel. Die Figuren reden wie Menschen, bleiben aber optisch Tiere. Diese Zurückhaltung verhindert süßen Kitsch und öffnet Räume für echte Themen wie das Altern, Abschiede und Verantwortung.</p>
<p>Mit Beginn der ersten Panels lockt mich die Geschichte mit ihrem warmen Ton und dem All-Ages-Zugriff, mit ihrem sanften Abenteuer und lässt mich anschließend nicht mehr los.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3167" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759.jpg" alt="Innenseite 3 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-03_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Der Ruf des Elefantenfriedhofs</h3>
<p>KALIMBO ist der Patriarch eines Elefantenclans. Gut, das hat mit Zoologie jetzt wenig zu tun, da die Herden üblicherweise von Elefantenkühen geführt werden. Egal, Schwamm drüber.</p>
<p>KALIMBO ist alt, er ist müde und hört den Ruf seines bevorstehenden Endes. Also trifft er eine Entscheidung, die würdevoll und radikal zugleich wirkt. Er verlässt seine Herde, will zum Elefantenfriedhof. Nicht aus Sensationslust, sondern aus innerer Logik. Er will dorthin, wo seine Geschichte ausklingen soll.</p>
<p>Makoussa begleitet ihn. Der Löwe ist nicht nur ein Jäger und eine Gefahr für seine Beutetiere. Er ist auch Bindung an gemeinsam erlebte Zeiten, da sich die Beiden lange kennen. Makoussa respektiert KALIMBO, aber er widerspricht ihm auch. Das ist wichtig, weil die Reise sonst schnell zu einem stillen Sterbemarsch werden könnte.</p>
<p>Stattdessen entsteht sofort eine schöne Dynamik. Zwei alte Freunde, die sich kennen. Freunde, die eine lange Strecke hinter sich und eine letzte Strecke vor sich haben. Und zwei Charaktere, die sehr menschliche Fragen im Gepäck haben. Was schuldet man einer Gemeinschaft? Was darf man sich selbst zugestehen? Und wann wird Würde zu Sturheit?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3168" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759.jpg" alt="Innenseite 4 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-04_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Der Störenfried als Lebensfunke</h3>
<p>Auf ihrem Weg trifft das Duo auf Mata-Mata, ein junges, zappeliges Zebra. Es ist unruhig, es ist überdreht und allein. Es wurde von seiner Herde getrennt, nachdem die Gnus &#8211; in Afrika gerne auch Zero-Brains genannt &#8211; in der Migration panisch durch die Gegend geprescht sind.</p>
<p>Plötzlich wird aus einem geplanten Abschied erst einmal eine Rettungsmission. Nicht, weil KALIMBO plötzlich jung wird und noch einmal eine neue Aufgabe findet, sondern weil er als verantwortungsbewusster Patriarch nicht einfach wegsehen kann.</p>
<p>Mata-Mata ist die Sorte Figur, die in einer schlechten Geschichte nervt. Hier funktioniert sie gut. Der Grund liegt klar im Kontrast der Charaktere.</p>
<p>KALIMBO trägt Schwere, Makoussa trägt Loyalität und Mata-Mata trägt Dynamik. Er redet viel, überschätzt sich immer wieder und bringt Chaos in die kleine Gemeinschaft.</p>
<p>Genau dadurch zwingt er die beiden Alten jedoch, Position zu beziehen. Der Elefant wird allerdings nicht zum niedlichen Opa, ebenso wenig wie der Löwe zum brummigen Babysitter wird. Stattdessen entsteht ein seltsames Trio, das auf einmal ein neues Ziel braucht. Und ja: irgendwie erinnern mich die Drei frappierend an <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0268380/?ref_=nv_sr_srsg_0_tt_8_nm_0_in_0_q_ice%2520age" target="_blank" rel="noopener">Ice Age</a> der Blue Sky Studios aus dem Jahr 2002.</p>
<p>Die Fabel setzt damit ihren zentralen Hebel. Der Tod bleibt im Raum. Die Lebensenergie drängt hinein. Zwischen beiden Polen entsteht eine Wärme, die nicht geschniegelt wirkt. Und das ist der Moment, in dem der Band anfängt, größer zu sein als sein Ausgangspitch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3169" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759.jpg" alt="Innenseite 5 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-05_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Drei Blickwinkel auf dieselbe Steppe</h3>
<p>Mehr als jede einzelne Szene trägt diese Konstellation das Narrativ und zeigt mir drei Perspektiven auf dieselbe Welt. KALIMBO sieht Endlichkeit, Makoussa sieht Pflicht. Und Mata-Mata? Er sieht vor allem sich selbst. Das klingt hart, ist aber ehrlich. Und es ist komisch, weil sich dieses halbstarke Zebra oft selbst im Weg steht.</p>
<p>Die Reiseform erlaubt zudem kleine Prüfungen, ohne dass die Handlung ständig explodieren muss. Die Savanne ist eine Kulisse, aber eine sprechende: Hunger ist präsent, Gefahr in Form von Geparden und Wildhunden auch. (Und nein, es sind keine Hyänen.)</p>
<p>Gleichzeitig bleibt das Abenteuer jedoch familienfreundlich. Es geht nicht um Blut, es geht um Haltung. Wer schützt wen? Wann kippt Hilfe in Bevormundung? Und was macht man, wenn der eigene Plan plötzlich nicht mehr der wichtigste ist?</p>
<p>Ich mag an diesem Mittelteil, dass die Geschichte sich nicht dauernd erklärt. Sie lässt die Figuren sich aneinander reiben. KALIMBO ist nicht nur Altersweise, er ist auch stolz. Makoussa ist nicht nur tapfer, sondern auch vorsichtig. Und Mata-Mata ist nicht nur nervig, sondern auch verletzlich. So entsteht Empathie, die ohne einen pädagogischen Zeigefinger auskommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3170" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759.jpg" alt="Innenseite 6 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-06_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Etappe statt Finale</h3>
<p>Am Ende steht nicht der große Twist. Der Band wirkt eher wie eine in sich geschlossene Etappe. Genau das passt zu der Art, wie er erzählt wird.</p>
<p>Ein Weg wird gegangen, ein Plan korrigiert. Beziehungen verändern sich, aber die Grundfrage bleibt: Wie geht man mit dem Ende um, wenn das Leben unterwegs dazwischenkommt?</p>
<p>Ja, manchmal wünschte ich, dass sich die Geschichte an manchen Stellen stärker zuspitzen würde. Das ist dann aber wohl der Preis der Zugänglichkeit.</p>
<p>Der Band will niemanden verschrecken. Er will ein Einstieg sein. Dafür setzt er auf klare Emotionen und eine leicht lesbare Dramaturgie. Schließlich ist dies der erste Band einer geplanten Reihe, bei dem der kommende (<a href="https://www.danibooks.de/kalimbo/193-kalimbo-band-2-der-grosse-malak.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kalimbo &#8211; Band 2: Der große Malak</a>) schon in den Startlöchern stand. Das erklärt die Balance. Der erste Teil will vor allem Figuren etablieren und einen Ton setzen.</p>
<p>Ich bleibe mit einem guten Gefühl, aber auch mit Neugier zurück. Und genau das ist für Band eins ein sauberer Job.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3171" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759.jpg" alt="Innenseite 7 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-07_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Savannenlicht in klaren Panels</h3>
<p>Fred Besson übernimmt in diesem Comic Zeichnung und Farbe. Alles greift schön ineinander. Die Figuren sind klar lesbar, die Mimik ist ausdrucksstark. Besson&#8217;s Körper wirken &#8222;tierisch&#8220; realistisch, nicht verkleidet. Gerade diese minimale Vermenschlichung macht aber auch die Emotionen glaubwürdig.</p>
<p>Farblich setzt der Band auf Wärme, afrikanisches Gelb, Ocker, Abendrot. Die Savanne bekommt ihre Bühne, die nach Gras, Staub und Tieren riecht. Kontraste bleiben weich. Das passt zum Ton.</p>
<p>Panels führen das Auge ruhig, die Action bleibt überschaubar. Dafür funktionieren Blicke, Pausen und kleine Gesten sehr gut. Wenn KALIMBO innehält, fühlt sich das schwer an. Wenn Mata-Mata losplappert, fühlt sich das leicht an.</p>
<p>Ich würde mir manchmal mehr Mut zur Wildheit wünschen. Mehr Staub, mehr Kante im Licht, mehr visuelle Gefahr. Andererseits liegt genau darin die Strategie. KALIMBO &#8211; MATA-MATA will nicht als Naturdokumentation sondern als Fabel wirken. Und als Fabel zeichnet Besson sicher, elegant und leserfreundlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3172" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759.jpg" alt="Innenseite 8 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-08_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Werkspuren durch mehrere Reihen</h3>
<p>Didier Crisse ist ein Vielschreiber im frankobelgischen Kosmos. Er bewegt sich seit Jahren zwischen Abenteuer, Fantasy und Familienstoff. Beim deutschen Splitter-Verlag taucht sein Name in Zusammenhang mit Serien wie <a href="https://www.splitter-verlag.de/atalante-bd-1-der-pakt.html" target="_blank" rel="noopener">ATALANTE</a> und <a href="https://www.splitter-verlag.de/ishanti-bd-1-die-tranen-der-isis.html" target="_blank" rel="noopener">ISHANTI</a> auf.</p>
<p>Frédéric Besson hat eine interessante Doppelrolle. Er arbeitet als Illustrator, aber auch als Kolorist. Mehrere Profile beschreiben, dass er in Nantes Grafik studierte, ein Praktikum bei Crisse machte und danach als Colorist bei <a href="https://www.editions-soleil.fr/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Soleil</a> arbeitete. Diese Herkunft erklärt, warum seine Farben nicht wie ein Lack wirken, sondern wie ein intensiver Bestandteil der Zeichnung.</p>
<p>Auch die gemeinsame Werkspur ist gut sichtbar. Besson taucht bei Titeln wie <a href="https://www.amazon.de/Anya-LOiseau-bleu-Fred-Besson/dp/2357960981" target="_blank" rel="nofollow noopener">ANYA</a> auf. Er ist ebenso mit Crisse bei JUSQU’AU RÉCIF gelistet. In Bibliografien wird er außerdem mit ISHANTI verbunden.</p>
<p>Dazu kommt <a href="https://www.amazon.de/Private-Ghost-White-Bloody-Mary/dp/284565622X?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=SIIRJAGK6N7C&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.qv_YOncmjqFvn8LaINmA6T_enH-fa2zGzRWHppm6fb0w3GlEAp4Api6zT3oEv_xkpFxi5_SZ42a3b625zTOav0QDrLLFzl-bIeqC8qxQ4gniKcX77TYnYbQbmR5nta1VdNDKyP7bPCzjcPmGn0nYq1nIegbTnsqkmcRW3SS0FMkIdmExho-KMJo8t6EWvQN-iF4Pz7oWZk1mDIaY0-SIL8lmFlG-7vnOe07v_uFg-d4.pHwLqddA2wqBI1-Ygte8No0Aizigvz088akUpMcIwVM&amp;dib_tag=se&amp;keywords=private+ghost+frederic+bessons&amp;qid=1774285938&amp;sprefix=private+ghost+frederic+bessons%2Caps%2C120&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">PRIVATE GHOST</a>, wo beide ebenfalls zusammen genannt werden. Wer diese Titel kennt, erkennt eine Vorliebe. Die beiden mögen klare Abenteuersetups. Sie mögen starke Bildstimmung. Und sie mögen Figuren, die über Humor an ernste Themen herangeführt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3173" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759.jpg" alt="Innenseite 9 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-09_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Elefantenfriedhof? Mythos und Wirklichkeit</h3>
<p>Der Elefantenfriedhof ist eine dieser Ideen, die bei mir sofort Bilder erzeugen. Ein geheimer Ort, an dem alte Tiere sterben. In der Popkultur funktioniert das seit Jahrzehnten. In der Realität ist es eher ein beliebter Mythos.</p>
<p>Elefanten sterben dort, wo sie gerade sind. Man findet Knochenfelder meist aus anderen Gründen, aus Wasserknappheit, Jagd, natürliche Häufungen. Gerade weil die Vorstellung so stark ist, eignet sie sich aber für Fabeln. Sie bündelt Endlichkeit in einem Zielpunkt.</p>
<p>Dazu passt die zweite reale Beobachtung, die der Comic indirekt streift: Viele Tiere reagieren auf Tod. Elefanten zeigen auffälliges Verhalten an Knochen oder Kadavern ihrer Artgenossen. Sie berühren sie, sie bleiben in der Nähe, sie wirken, als hätten sie ein Ritual.</p>
<p>Wissenschaftlich gesehen ist jedoch Vorsicht sinnvoll. Man sollte nicht zu schnell vermenschlichen. Emotional ist die Beobachtung trotzdem stark.</p>
<p>KALIMBO &#8211; MATA-MATA nutzt genau diese Spannung. Er macht aus dem Mythos einen Weg und aus dem Weg eine Frage: Was bedeutet Abschied, wenn man ihn bewusst wählt?</p>
<p>Auch die Gnu-Migration ist mehr als ein Stichwort. Sie steht für Natur in Bewegung, für Masse und Zufälligkeit. In so einem Strom kann ein Jungtier verschwinden. Und plötzlich wird Moral konkret. Helfe ich? Gehe ich weiter? Warte ich ab?</p>
<p>Der Comic übersetzt Naturphänomene in Entscheidungsmomente. Das ist simpel, aber wirkungsvoll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3174" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759.jpg" alt="Innenseite 10 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-10_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Der nächste Schritt wartet bereits</h3>
<p>Die Reihe bleibt nicht beim Auftakt. Ein zweiter Band existiert bereits und trägt im Deutschen den Titel <a href="https://www.danibooks.de/kalimbo/193-kalimbo-band-2-der-grosse-malak.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">KALIMBO &#8211; DER GROSSE MALAK</a>. Im französischen Programm läuft er als zweite Etappe der Serie. Es scheint aber auch der letzte Band geblieben zu sein.</p>
<p>Schon der Umstand, dass Band eins eher eine Etappe als ein Finale ist, macht diese Fortsetzung logisch. Der erste Band baut Bindung auf. Band zwei kann dann stärker variieren. Und natürlich drängt sich der Vergleich zu großen Savannen-Erzählung von <a href="https://www.imdb.com/de/title/tt0110357/?ref_=nv_sr_srsg_1_tt_7_nm_1_in_0_q_DER%2520KOENIG%2520DER%2520LOEWEN" target="_blank" rel="noopener">DER KOENIG DER LOEWEN</a> auf.</p>
<p>Doch ist dieses Werk nicht als Kopie gemeint. Es ist lediglich ein Hinweis auf Ton und die Zielgruppe: Familienabenteuer mit ernstem Kern.</p>
<p>Wer nach dem ersten Band weiterliest, bekommt also nicht bloß mehr vom Gleichen. Er bekommt die Chance zu sehen, ob das Konzept auch unter anderen Konflikten trägt. Ich finde, genau darauf macht Band eins Lust.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3175" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759.jpg" alt="Innenseite 11 des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="759" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759.jpg 759w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_INNENSEITE-11_1000X759-600x791.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 759px) 100vw, 759px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ich nehme KALIMBO &#8211; MATA-MATA als Comic ernst, gerade weil er leicht wirkt. Die Story traut sich an das größte Thema heran und tut dies ohne Pathos. Sie traut sich über den Weg der Freundschaft. Das ist klug, denn Crisse schreibt so, dass auch Kinder folgen können. Erwachsene finden dabei genug Subtext, um nicht gelangweilt zu sein.</p>
<p>Manchmal bleibt das Abenteuer vielleicht ein Wenig zu geschniegelt. Die Savanne könnte stärker nach Risiko schmecken. Ein paar Szenen dürften unangenehmer sein. Dann würde der geplante Abschied mehr Gewicht bekommen.</p>
<p>Auf der anderen Seite würde genau das vielleicht den Kern der Geschichte verlieren. Dieser Band will trösten, nicht erschüttern. Er will einen Einstieg schaffen. Und als Einstieg funktioniert er wirklich gut.</p>
<p>Wer Comics selten liest, bekommt hier einen Album, das sofort verständlich ist. Wer Comics liebt, bekommt ein sauber gebautes Stück Fabelkunst mit sehr starkem, leicht Disney-haften Artwork. Und wer Tiere in Geschichten mag, bekommt Figuren, die nicht nur niedlich sind. Sie sind widersprüchlich, das macht sie lebendig. Mir macht es Lust auf mehr &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3166" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-300x395.jpg" alt="Cover des Comics KALIMBO Band 1 Mata-Mata" width="300" height="395" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-300x395.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-750x988.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-114x150.jpg 114w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759-600x791.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/02/KALIMBO_01_COVER_1000X759.jpg 759w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>KALIMBO &#8211; BAND 1: MATA-MATA</li>
<li>Didier Crisse und Fred Besson</li>
<li>Hardcover | 56 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-944077-74-1</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.danibooks.de/kalimbo/57-kalimbo-band-1-mata-mata.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">DANI BOOKS VERLAG</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/">KALIMBO – MATA-MATA Ein Zebra sucht seine Familie</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/03/kalimbo-mata-mata-ein-zebra-sucht-seine-familie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>RED &#8211; Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 06:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★★]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Josephine Mark]]></category>
		<category><![CDATA[Kibitz Verlag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=3338</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Nacht im Gewitter reicht, um Rosa&#8217;s Alltag aus dem Takt zu bringen. Vor ihrer Tür steht Friedwart Plüschmann, dreibeinig, tropfnass, leicht dramatisch. Rosa ist nicht herzlos, sie ist nur geübt darin, ihr Mitgefühl schnell wieder einzukassieren. Der Hund lässt sich davon nicht abschrecken. Er will rein, er will bleiben, er will dazugehören. Schon in dieser [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/">RED – Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Nacht im Gewitter reicht, um Rosa&#8217;s Alltag aus dem Takt zu bringen. Vor ihrer Tür steht Friedwart Plüschmann, dreibeinig, tropfnass, leicht dramatisch. Rosa ist nicht herzlos, sie ist nur geübt darin, ihr Mitgefühl schnell wieder einzukassieren. Der Hund lässt sich davon nicht abschrecken. Er will rein, er will bleiben, er will dazugehören.</p>
<p>Schon in dieser Auftaktszene zeigt Josephine Mark, wie sie Spannung über die Temperamente ihrer Figuren aufbaut. Rosa hält ihre Sätze kurz, Friedwart redet sich warm. Zwischen beiden knistert es. Der Witz dieses Comics entsteht nicht aus Pointen, sondern aus der Reibung seiner Figuren. Dann kippt der Tonfall und aus einer Geschichte mit Slapstick-Potential wird ein Krimi.</p>
<p>Friedwart&#8217;s Nase findet Blut, versteckt ganz hinten im Schrank unter der Treppe. Plötzlich steht nicht mehr nur die Frage im Raum, ob Rosa den Hund wieder rauswirft, sondern was in diesem Haus seit Jahrzehnten begraben liegt. Das Szenario setzt bei der Erzählung nicht auf Krimi-Horror, sondern auf Krimi-Humor. Schließlich erscheint RED im Kibitz-Verlag, der Comics für Kinder herausbringt.</p>
<p>Das Blut wirkt wie ein Fremdkörper in Rosa&#8217;s strenger Ordnung. Genau daraus gewinnt die Geschichte jedoch ihren Antrieb. Aus einer Ordnung, die Risse bekommt und aus einem Hund, der diese Risse begeistert verfolgt. Und ganz nebenbei schiebt sich der Name des Opfers ins Bild. Es geht um Rosa&#8217;s Ex-Mann RED.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3340" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000.jpg" alt="Innenseite von RED" width="745" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000.jpg 745w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000-300x403.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Innenseite_745x1000-600x805.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px" /></p>
<h3>Huh, huh, da ist Blut im Sch&#8230; Schrank!</h3>
<p>Der Fund bleibt nicht einfach ein düsteres Detail. Er wird zur Eintrittskarte in einen Cold Case. Vor dreißig Jahren hat ein tragischer &#8222;Unfall&#8220; den Ort erschüttert. Rosa glaubt nicht an Zufälle, SIE glaubt an Mord. Und das ist kein leiser Verdacht, das ist inzwischen eine Überzeugung.</p>
<p>Diese Überzeugung richtet sich nicht konkret gegen eine einzelne Person, sondern färbt auf ein ganzes Umfeld ab. Rosa verdächtigt schnell die halbe Nachbarschaft &#8211; na ja, eigentlich die ganze. Damit verschiebt Mark den Fokus. Der Krimi wird zwar auch zur Jagd auf den einen Täter, in erster Linie aber zur Bestandsaufnahme einer Gemeinschaft, die sich über Jahre eingerichtet hat. Jede(r) kennt jeden, jede(r) weiß angeblich nichts, aber jede(r) hat eine Version.</p>
<p>Friedwart ist dabei mehr als ein Sidekick. Seine Spürnase liefert den Anlass, seine Offenheit liefert den Anstoß, die Untersuchung (wieder) aufzunehmen und seine Fähigkeiten liefern Hinweise, die den Fall voranbringen. Währenddessen liefert Rosa den emotionalen Antrieb. Aus dieser Konstellation entsteht die schwungvolle Dynamik des Albums. Der Tote bleibt als Abwesender stets präsent, der Hund drängt in die Gegenwart, während Rosa sich an die Mysterien der Vergangenheit herantastet.</p>
<p>Was nach klassischem Whodunit klingt, wird in Mark&#8217;s Händen auch zu einer Sozialstudie. Der Fall wirkt schräg, weil die Figuren schräg sind. Der Fall wirkt wendungsreich, weil Mark gerne Erwartungen anstupst und dann zur Seite schiebt. Wer einen Krimi mag, der sich nicht allzu ernst nimmt, wird hier großartig abgeholt. Und wer den Ton von Filmen wie <a href="https://www.imdb.com/title/tt0116282/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_6_nm_2_in_0_q_fargo" target="_blank" rel="nofollow noopener">Fargo</a> liebt, erkennt die Richtung sofort.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3477" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_02_562X1000-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Lakonische Dialoge, trockener Witz und viel Gefühl</h3>
<p>Schon in der kurzen Leseprobe sitzen die Dialoge wie kleine Schwinger und Haken. Rosa stellt Fragen, die wehtun und Friedwart liefert Begeisterung, die nervt. Beides ist präzise beobachtet.</p>
<p>Josephine Mark zeigt keine Sympathieträger, die auf Kommando gefallen wollen, sondern Menschlichkeit, die sich gegenseitig etwas zumutet. Genau daraus entsteht Nähe. Der Humor bleibt trocken, oft nur in einem Nebensatz, oft auch lauthals bissig. Rosa hat eine harte Schale und tief in ihrem Inneren einen weichen Kern &#8211; sehr, sehr tief im Inneren.</p>
<p>Visuell arbeitet die Autorin mit einem cartoonigen Strich, der schnell lesbar ist und trotzdem nuancenreich ausfällt. Die Gesichter sind klar, Haltungen erzählen viel, die Farbgebung bleibt zurückhaltend aber der Situation angemessen. Das unterstützt den Krimi-Ton. Gleichzeitig bleibt der Look offen genug für die Zielgruppe.</p>
<p>Nur der Alterungsprozess der Figuren lässt letztendlich zu wünschen übrig. Wo ich in der Geschichte nämlich immer wieder strauchele ist, wenn Zeitsprünge in die Vergangenheit ohne entsprechende Hinweise auftreten und das Charakterdesign diese Änderung nicht immer mitgeht. An dieser Stelle ist weniger nicht wirklich mehr.</p>
<p>Ich finde jedoch sofort in die Geschichte hinein und bleibe dran, weil die Figuren sie problemlos tragen. Gerade das ist Mark&#8217;s Stärke. Sie nimmt schwere Themen leichtherzig an die Hand. Bei RED heißt dies, dass Trauer, Erinnerung und Dorfgeheimnisse mitschwingen können, auch wenn der Witz vorneweg läuft.</p>
<p>Ein weiterer, kleiner kritischer Punkt steckt genau da. Wer einen Krimi sucht, der konsequent düster ist und bleibt, muss sich auf Mark&#8217;s Balance bewusst einlassen und wird vielleicht enttäuscht. Sie will Spannung, ja. Sie will aber auch Schrulligkeit und die hat bei ihr immer Vorrang vor irgendeiner Genre-Pflichterfüllung. Aber mir gefällt das gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3478" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_03_562X1000-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Von Roadmovie zu Krimi</h3>
<p>Josephine Mark, geboren 1981 in Naumburg an der Saale, arbeitet als Illustratorin, Comiczeichnerin und Grafikdesignerin. Seit 2004 veröffentlicht sie &#8211; auch über ihr Blog <a href="https://puvoproductions.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">puvoproductions.com</a> &#8211; Comics und Cartoons.</p>
<p>In der Comic-Welt hat sie sich ihre eigene Nische gebaut. Sie erzählt All-Age-Geschichten, auch wenn Tiere die Bühne betreten. Ihr Frühwerk <a href="https://www.amazon.de/Tiere-sind-auch-nur-Menschen/dp/3629114458?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=1RU35K0RGNMV4&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.9MN0GceMG6tTXJJ6KOp1Asw8632qbMIP4XO-F9_FOczPYGGAgFsEpew6-VJvTVaTwE61DteOn_ZYXnF34TEMKo8gYmHljIC1b8fv9PAYm20EV372tKW9pv8f6VNk3MV4PfOcO4LP0N9P-Ez3CnxbFvdU3kLnejh8TJh2glBaNv2t2u9_C98CBZ8SCdB8WTaNb3_mPdmoOtW4k82nkD8mo8vkoSLv0NBtB_TNGboq6Bs.ZhYePdy8uWf6SPjEmRx6xrod-88GsIg6iLyz3-WPlCE&amp;dib_tag=se&amp;keywords=TIERE+SIND+AUCH+NUR+MENSCHEN+Josephine+Mark&amp;qid=1772799994&amp;sprefix=tiere+sind+auch+nur+menschen+josephine+mar%2Caps%2C87&amp;sr=8-8" target="_blank" rel="nofollow noopener">TIERE SIND AUCH NUR MENSCHEN</a> markiert diesen Blick auf menschliche Macken im Tierkostüm. Ihr Debüt-Comic <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/murr" target="_blank" rel="nofollow noopener">MURR</a> erscheint 2021. Dort verhandelt sie in Westernstiefel gekleidete Fragen nach Angst, Nähe und Endlichkeit. Der Ton bleibt humorvoll, der Kern ernst.</p>
<p>Ihr großer Durchbruch im Comic-Bereich heißt <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/trip-mit-tropf/" target="_blank" rel="nofollow noopener">TRIP MIT TROPF</a>. Das Buch verbindet Roadmovie, Klamauk und Krankheitsthema. Genau diese Mischung hat international viele Leser erreicht.</p>
<p>Mark&#8217;s Erzählstil ist warmherzig, dabei aber nie rührselig. Humor erscheint zumeist subtil. Ihre Geschichten funktionieren für Kinder und Erwachsene, weil sie auf mehreren Ebenen gelesen werden können. Auszeichnungen und Preise unterstreichen die Wirkung. TRIP MIT TROPF wurde z.B. beim Comic Salon Erlangen 2022 mit dem <a href="https://www.comic-salon.de/de/max-und-moritz-preis-seit-1984" target="_blank" rel="nofollow noopener">Max und Moritz Preis</a> für den besten Kindercomic ausgezeichnet.</p>
<p>Mit <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/der-b%C3%A4rbei%C3%9F/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER BÄRBEISS</a> wechselte Mark von dem selbstgeschriebenen Comic in die Adaption. Sie übersetzt die Geschichten von <a href="https://www.amazon.de/B%C3%A4rbei%C3%9F-Schrecklich-gut-gelaunt/dp/3446256989?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=24EAUB14EYYMJ&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.lYePw2Lzp9ZuHw_043rupwaPuLcOooJTvbj5THKRkpIact9PL90qlIsXYdGWxXoNOcQHhCnuI5HRyN3gkbSJyAtm1XLjCtzRGuFiEVqRpQFqtb1M9uA8RlxreywyIKlVlOQILHzk76z5yf_cLz75kC0eN6oYSdAGlSWUEsPpPi-7NKWRjG4_t96_Y6zTvMwG.F9tSHPpyvqi72woe2UbiUC9D6vi_glGvZ77TRxz6fTo&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Annette+Pehnt+und+Jutta+Bauer&amp;qid=1772800323&amp;sprefix=annette+pehnt+und+jutta+bauer%2Caps%2C95&amp;sr=8-2" target="_blank" rel="nofollow noopener">Annette Pehnt und Jutta Bauer</a> in Comic-Sprache. Auch dort passt ihr Zugang. Sie findet den Witz in der Grummeligkeit, die Wärme im Widerstand. Wenn man diese Linie kennt, wirkt RED wie der logische nächste Schritt. Dieser Krimi erlaubt ihr, Misstrauen, Einsamkeit und Annäherung zugleich zu erzählen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-3481" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1.jpg" alt="" width="1000" height="562" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-300x169.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-750x422.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-113x64.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-768x432.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_INNENSEITE_04_562X1000-1-600x337.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>RED hat eine starke Ausgangsidee. Ein streitlustiges Duo stolpert über Blut und über ein Dorf, das lieber schweigt. Josephine Mark setzt dabei auf Tempo in den Dialogen und auf Figuren, die man in ihrer Andersartigkeit sofort lieben muss und ihnen gerne in das Abenteuer folgt. Das ist ihre Qualität. Sie schreibt zugänglich, bleibt dabei aber eigenständig.</p>
<p>Dieser Krimi scheint nicht dazu da, eine Checkliste an Spannungselementen abzuhaken, sondern Menschen in Bewegung zu setzen, auch wenn sie Rosa heißen und lieber distanziert bleiben würden. Wer Mark&#8217;s Mischung aus trockenem Witz und ehrlichem Gefühl schätzt, dürfte hier sehr glücklich werden. Wer neu einsteigt, bekommt einen Comic mit einem überraschenden Twist, der leicht wirkt und trotzdem etwas mitgibt.</p>
<p>Ich würde mir eine Fortsetzung wünschen. Ich will doch schließlich wissen, ob Friedwart Plüschmann bleiben darf &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-3339" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-300x407.jpg" alt="Cover von RED" width="300" height="407" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000-600x813.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/03/RED_Cover_738x1000.jpg 738w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>RED</li>
<li>Josephine Mark</li>
<li>Hardcover | 112 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-948690-46-5</li>
<li>Storyline:  ★★★★★</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★★</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★★★</li>
<li>© <a href="https://www.kibitz-verlag.de/b%C3%BCcher/red/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Kibitz Verlag</a></li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/">RED – Gewitter vor der Tür und ein Hund, der bleibt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/03/red-gewitter-vor-der-tuer-und-ein-hund-der-bleibt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jeder ist WILLKOMMEN IN PANDEMONIA</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/01/jeder-ist-willkommen-in-pandemonia/</link>
					<comments>https://panelwalker.de/2026/01/jeder-ist-willkommen-in-pandemonia/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 06:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★★☆]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
		<category><![CDATA[Funny]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Agrimbau]]></category>
		<category><![CDATA[Gabriel Ippoliti]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiber und Leser Verlag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://panelwalker.de/?p=2908</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich mag Geschichten, die mir sofort ein klares Geräusch vermitteln. WILLKOMMEN IN PANDEMONIA klingt wie ein Stempel auf einem Formular, das niemand braucht und den niemand beantragt hat. Ismael Posta, Life Guru und Motivationstrainer für Führungskräfte, ist ein Mann, der beruflich Antworten verkauft, aber plötzlich nur noch Durchsagen bekommt. Das ist komisch, das ist gemein [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/01/jeder-ist-willkommen-in-pandemonia/">Jeder ist WILLKOMMEN IN PANDEMONIA</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag Geschichten, die mir sofort ein klares Geräusch vermitteln. WILLKOMMEN IN PANDEMONIA klingt wie ein Stempel auf einem Formular, das niemand braucht und den niemand beantragt hat.</p>
<p>Ismael Posta, Life Guru und Motivationstrainer für Führungskräfte, ist ein Mann, der beruflich Antworten verkauft, aber plötzlich nur noch Durchsagen bekommt. Das ist komisch, das ist gemein und es ist eine herrlich zeitgemäße Strafe (Ismael Posta? Wie &#8222;Imposter&#8220;, englisch für Hochstapler? Ja, schuldig im Sinne der Anklage).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2909" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-04.jpg" alt="Innenseite 04 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-04.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-04-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-04-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-04-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Aktenzeichen Inferno</h3>
<p>Die Grundidee trifft einen Nerv, weil sie nicht lange über Metaphysik schwadroniert. Sie packt die Gegenwart beim Kragen. Die Hölle funktioniert wie ein überlastetes System. Überall Regeln, überall Zuständigkeiten, überall Beteiligte, die sich hinter ihren Prozessen verstecken. Nur dass es eben keine Menschen sind, sondern Dämonen &#8211; Dämonen mit Aktenordnern.</p>
<p>Ich habe beim Lesen oft gedacht, dass das Album seine satirische Schärfe aus einer simplen Entscheidung zieht: Es macht die Hölle nicht exotischer, sondern einfach nur banaler. Es macht sie bürotauglich und lässt dann einen Berufs-Optimisten und Profi der Selbstvermarktung durch diese Gänge laufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2910" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-05.jpg" alt="Innenseite 05 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-05.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-05-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-05-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-05-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Ein Abgang und eine Ankunft</h3>
<p>Ismael Posta ist offensichtlich weltberühmt. Das Album stellt ihn nicht als stillen Grübler vor, sondern als Maschine aus Charisma, einen Dampfplauderer und Egozentriker. Er lebt davon, dass Menschen ihm zuhören, zujubeln und ohm glauben wollen. Dann kippt ein Moment, der eigentlich nur peinlich sein dürfte, in etwas Endgültiges: Olive, falsche Röhre, Röcheln, Tod.</p>
<p>Posta stirbt. Und weil WILLKOMMEN IN PANDEMONIA keine Zeit mit Lichtern am Ende von Tunneln verliert, wacht er kurz darauf im Zug auf mit dem Ziel Pandemonia, Hauptstadt der Hölle.</p>
<p>Posta reagiert genau so, wie ich es mir von ihm wünsche: Er akzeptiert nichts, er formuliert um, er reframed und spricht mit jedem, der eine Uniform trägt. Er will Einspruch einlegen, weil das hier ja ein Irrtum sein muss. Diese erste Strecke zwischen Tod und Ankunft ist erzählerisch clever, weil sie Posta als Figur ohne jede Scham etabliert. Er ist nicht der tragische Verdammte. Er ist der Typ, der auch im Jenseits noch eine Beschwerde als Chance begreift.</p>
<p>Und dann kommt die Pointe, die einen ganzen Kosmos öffnet. Die Hölle bestraft nicht nur die klassischen Laster. Sie ergänzt laufend neue Tatbestände wie z.B. Spamschleudern, Ghosting, Grooming oder grenzwertiges Crowdfunding. Das ist albern, das ist bitter. Und es ist genau der Spiegel, den unsere Kultur derzeit verdient hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2911" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-06.jpg" alt="Innenseite 06 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-06.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-06-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-06-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-06-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Einspruch beim Fürsten der Finsternis</h3>
<p>Sobald Posta ankommt, wird aus dem Witz ein Setting. PANDEMONIA ist keine romantische Unterwelt mit Kerkerfolklore. Es ist eine Stadt. Sie wirkt bevölkert, wirkt geschäftig und organisiert. Und genau diese Organisation macht sie unheimlich. Denn je normaler der Betrieb, desto deutlicher erkenne ich meine eigene Welt darin wieder.</p>
<p>Posta findet schnell heraus, was ihm wirklich im Weg steht. Nicht Teufelshörner, sondern Zuständigkeiten. Die infernale Verwaltung ächzt unter Überlastung. Die Verdammten kommen in Massen und die Regeln sind widersprüchlich, die Führung ratlos. Luzifer hängt irgendwo zwischen Burn-Out und Sitzungsroutine. Ich mag diese Luzifer-Figur, weil sie nicht als großes Monster auftritt, sondern stattdessen wie ein Manager <img alt="" />wirkt, dem die Kennzahlen entgleiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2912" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-07.jpg" alt="Innenseite 07 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-07.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-07-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-07-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-07-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Bürokratie als Höchststrafe</h3>
<p>Die Handlung setzt jetzt auf Reibung. Posta trifft Nebenfiguren, die wie Karikaturen aus einem Behördenkompendium wirken. Ein Anwalt, der eher zynisch als hilfreich ist. Eine Richterfigur, die aussieht wie eine brünette Angela Merkel und Regeln liebt, weil die Regeln ihr Halt geben. Mitarbeitende, die innerlich gekündigt haben, aber weiter stempeln. Es knallt zwischen Posta&#8217;s unerschütterlicher Selbstgewissheit und einem System, das jede Regung in ein Formular pressen will.</p>
<p>Hier entsteht der Kernspaß des Albums. Es zeigt, dass Folter nicht unbedingt Feuer braucht. Manchmal reicht eine endlose Prozesskette.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2913" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-08.jpg" alt="Innenseite 08 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-08.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-08-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-08-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-08-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Der Guru als Systemfehler</h3>
<p>Ab diesem Punkt verschiebt WILLKOMMEN IN PANDEMONIA seine Satire in mehrere Richtungen zugleich. Posta versucht nicht nur, sich zu retten. Er wirkt wie ein Störsignal, er inspiriert und er nervt. Er manipuliert und bringt Abläufe durcheinander, weil er Menschen wie Dämonen liest und Druckpunkte findet. In manchen Momenten ist er fast bewundernswert, in anderen möchte man ihn nur noch schütteln.</p>
<p>Das Album spielt klug damit, dass Posta nicht einfach der Bösewicht ist. Er ist auch nicht der Held: er ist ein Produkt, das er gelernt hat zu vermarkten. Er hat das System der Aufmerksamkeit perfektioniert. Jetzt trifft er auf ein System, das Aufmerksamkeit als Gefahr betrachtet. Die besten Szenen entstehen, wenn beide Systeme kollidieren, wenn Posta mit seinem Dauerlächeln sogar Folterer aus dem Takt bringt und Optimismus wie ein Gift wirkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2914" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-09.jpg" alt="Innenseite 09 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-09.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-09-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-09-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-09-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Ein Ende, das zu ordentlich lächelt</h3>
<p>Im Finale läuft vieles auf eine Entscheidung hinaus, die ich in ihrer Logik nachvollziehen konnte. Gleichzeitig spürte ich jedoch eine kleine Enttäuschung. Ist das Ende zu sauber, zu vorhersehbar? Ich verstehe das. Der Weg ist frech, das Ziel selbst wirkt aber einen Tick zu brav.</p>
<p>Trotzdem bleibt ein Pluspunkt, den ich nicht kleinreden will. Das Album beendet seine Idee. Es lässt mich nicht mit einem halben Gedanken stehen. Es macht einen Deckel drauf. Und es tut das zügig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2915" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-10.jpg" alt="Innenseite 10 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-10.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-10-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-10-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-10-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Panel-Rhythmus mit Büroflair</h3>
<p>Was mich wirklich überzeugt hat, ist die Erzähltechnik. Das Album liest sich flüssig. Es springt nicht hektisch herum, bleibt beweglich. Viele Einstellungen wechseln so, dass ich mich selten fest lese. Totale, damit ich die Szene verstehe. Nahaufnahme, damit ich die Figur spüre. Detail, damit ein Gag sitzt oder ein Hinweis klickt. Genau diese Abfolge macht aus dieser Satire eine Geschichte.</p>
<p>Agrimbau schreibt Dialoge, die selten labern. Sie kommen knackig, liefern Charakter und treiben die Szene. Das ist wichtig, weil die Prämisse sonst leicht zum Sketche-Heft zerfallen könnte. Stattdessen baut das Album eine Handlung, die wie eine Führung durch eine Behörde wirkt. Jeder Schalter zeigt ein anderes Problem. Jede Abteilung hat ihr eigenes Grauen. Und wo genau gibt es nun diesen <a href="https://www.comedix.de/lexikon/db/passierschein_a38.php" target="_blank" rel="noopener">Passierschein A38</a>?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2916" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-11.jpg" alt="Innenseite 11 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-11.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-11-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-11-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-11-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Kürze und Kurzweilig</h3>
<p>Ich merke, wie sehr das Duo die Pointe ernst nimmt. Die Hölle ist nicht nur Kulisse. Sie ist ein Spiegel. Das Album setzt seine Kritik nicht mit erhobenem Zeigefinger durch. Es lässt mich lachen, und genau dann trifft es. Die Satire beißt, bleibt aber verspielt.</p>
<p>Mein größter Kritikpunkt liegt im Tempo. 72 Seiten sind straff. Manchmal hätte ich gern eine Szene länger ausgekostet. Gerade wenn das Album eine Idee findet, die weh tut, schaltet es schon zum nächsten Schalterraum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2917" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-12.jpg" alt="Innenseite 12 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-12.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-12-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-12-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-12-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Wimmelbild mit Krawatte</h3>
<p>Gabriel Ippoliti zeichnet eine Unterwelt, die nicht nur nach Rauch und Schwefel aussieht, sondern nach Betrieb. Mich haben vor allem zwei Dinge getragen. Erstens: die Hintergründe. Die Stadtpanoramen und Innenräume wirken dicht. Überall stehen Figuren, überall hängen Details. Das gibt PANDEMONIA Gewicht.</p>
<p>Zweitens: die Gesichter. Ippoliti braucht nicht viele Linien, um Emotionen zu zeigen. Er trifft diesen leicht überzeichneten Stil, der Humor zulässt, ohne die Szene zu entwerten. Viele Nebenfiguren funktionieren über Silhouette und Haltung.</p>
<p>Das ist eine Stärke in einem Album, das Verwaltung als Horror zeigt und Figuren sofort lesbar sein müssen. Ich erkenne den gestressten Funktionär, den gelangweilten Sachbearbeiter und den Aufseher, der auch nur Schichtdienst macht.</p>
<h3>Schwefel, aber bitte gut ausgeleuchtet</h3>
<p>Dass Ippoliti und Agrimbau als Duo schon lange zusammenarbeiten, spüre ich in der Sicherheit der Seiten. Ihre gemeinsamen Titel <a href="https://www.abebooks.de/Bulle-Bertold-Diego-Agrimbau-Gabriel-Ippoliti/32165033187/bd" target="_blank" rel="noopener">LA BURBUJA DE BERTOLD</a>, <a href="https://www.abebooks.de/comics/No.02-Gran-Lienzo-Agrimbau-Ippoliti-NORMA/31526198182/bd" target="_blank" rel="noopener">EL GRAN LIENZO</a>, <a href="https://www.abebooks.de/Planeta-Extra-Diego-Agrimbau-Gabriel-Ippoliti/32342035573/bd" target="_blank" rel="noopener">PLANETA EXTRA</a> oder <a href="https://www.abebooks.de/Eden-hotel-tome-1-Ippoliti-Agrimbau/32114893606/bd" target="_blank" rel="noopener">EDEN HOTEL</a> werden in Argentinien fast als kleine Reihe von modernen Klassikern behandelt. Diese Routine merkt man der Bildregie an.</p>
<p>Auch farblich bleibt alles funktional. Schwefeliges gelb, keine Effekthascherei, klare Lesbarkeit. Das ist bei einer Höllenstadt gar nicht so selbstverständlich. Der Look trägt die Satire, statt sie zu übertünchen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2918" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-13.jpg" alt="Innenseite 13 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-13.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-13-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-13-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-13-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Das Absurde ernst genommen</h3>
<p>Diego Agrimbau schreibt gern mit einem Haken. Er baut ein Genre-Setting, dann schiebt er eine gesellschaftliche Beobachtung hinein, bis beides nicht mehr zu trennen ist.</p>
<p>In WILLKOMMEN IN PANDEMONIA finde ich seine stärkste Idee nicht einmal in der Influencer-Satire, obwohl die hervorragend sitzt. Ich finde sie in der Bürokratie. Das Album zeigt, wie Systeme entstehen, die niemand mehr steuert. Regeln wachsen weiter, auch wenn der Sinn verdunstet. Selbst Luzifer bekommt keine Antwort von oben. Sogar sein Chef ist abgetaucht.</p>
<p>Ich liebe diesen Gegenwartsbezug, weil ich mich schon immer gefragt habe, ob unsere Gegenwart nicht eigentlich die echte Hölle ist. Das Album karikiert zeitgleich unsere moralische Aufgeregtheit und unsere Prozessgläubigkeit. Das Album macht sich nicht über das Gute lustig, sondern über die Mechanik, mit der wir das Gute verwalten wollen.</p>
<p>Trotz allem hätte ich mir an zwei Stellen ein wenig mehr Mut zur Hässlichkeit gewünscht. Posta bleibt lange zu glatt, auch persönlich und optisch. Das ist zwar seine Funktion. Aber gerade weil Agrimbau ihn so effizient als Störkörper nutzt, hätte ich gern einen Moment gehabt, in dem die Maske wirklich fällt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2919" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-14.jpg" alt="Innenseite 14 von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="737" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-14.jpg 737w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-14-300x407.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-14-111x150.jpg 111w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-14-600x814.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>WILLKOMMEN IN PANDEMONIA ist ein schlankes Album mit einem großen Spaßfaktor und echten Stacheln. Es liest sich schnell, bleibt hängen und trifft einen Zeitgeist, der sich selbst gern optimiert und dabei ständig neue Schuldformen erfindet.</p>
<p>Wenn du Satire magst, die nicht nur lacht, sondern auch zwickt, bist du hier richtig. Sind Dir Comics lieber, die eine Welt mit Details füllen und trotzdem flott erzählen, ebenfalls. Wenn du allerdings eine lange, epische Höllenreise erwartest, wirst du auf 72 Seiten an Grenzen stoßen.</p>
<p>Ich feiere die Bildregie. ich mag die Idee der modernisierten Sünden und ich genieße die Bürokratie als Horror. Ich sehe aber auch, dass das Ende etwas zu geordnet wirkt.</p>
<p>Gib&#8216; dem Album also gerne eine Chance, wenn du gerade genug von Wohlfühl-Parabeln hast. Lies es am besten nicht zwischen Tür und Angel. Lies es so, wie man eine gute Satire liest. Mit einem Lachen, das kurz stecken bleibt. Und wenn du danach mehr willst, dann schau dir aus der gemeinsamen Werkgeschichte der Autoren unbedingt auch anderes an.</p>
<p>Ach ja, und mach&#8216; einen Bogen um Oliven!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2920" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-Cover-300x436.jpg" alt="Cover von WILLKOMMEN IN PANDEMONIA" width="300" height="436" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-Cover-300x436.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-Cover-103x150.jpg 103w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-Cover-600x872.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/12/PANDEMONIA-Cover.jpg 688w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>WILLKOMMEN IN PANDEMONIA</li>
<li>Diego Agrimbau und Gabriel Ippoliti</li>
<li>Hardcover | 72 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN 978-3-96582-208-5</li>
<li>Storyline: ★★★★☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★★☆</li>
<li>Farben: ★★★★☆</li>
<li>Lettering: ★★★★☆</li>
<li>Humor: ★★★★☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog#Bewertung" target="_blank" rel="noopener">Bewertung</a>: ★★★★☆</li>
<li>© <a href="https://www.schreiberundleser.de/index.php?main_page=advanced_search_result&amp;search_in_description=1&amp;zenid=759545f416bead507e779c4e504169f5&amp;keyword=pandemonia" target="_blank" rel="noopener">Schreiber und Leser Verlag</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/01/jeder-ist-willkommen-in-pandemonia/">Jeder ist WILLKOMMEN IN PANDEMONIA</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://panelwalker.de/2026/01/jeder-ist-willkommen-in-pandemonia/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
