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	<title>Portrait - P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</title>
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	<description>Ein Blog für alle Comic-Interessierten</description>
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		<title>HEXEN, RÄUBER, SPUKGESTALTEN &#8211; Preusslers Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 05:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis zum 20. Dezember 2026 widmet sich das Stadtmuseum im rheinischen &#8211; und heimischen &#8211; Langenfeld einem Schriftsteller, dessen Geschichten wohl deutlich mehr Menschen kennen als seinen Namen. HEXEN, RÄUBER, SPUKGESTALTEN – DIE WELT DES OTFRIED PREUSSLER heißt die Ausstellung. Und wer bei diesem Titel sofort an eine kleine Hexe mit einem vorlauten Raben, einen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum <strong>20. Dezember 2026</strong> widmet sich das Stadtmuseum im rheinischen &#8211; und heimischen &#8211; Langenfeld einem Schriftsteller, dessen Geschichten wohl deutlich mehr Menschen kennen als seinen Namen. HEXEN, RÄUBER, SPUKGESTALTEN – DIE WELT DES OTFRIED PREUSSLER heißt die Ausstellung. Und wer bei diesem Titel sofort an eine kleine Hexe mit einem vorlauten Raben, einen Räuber mit sieben Messern oder ein freundliches Gespenst denkt, liegt goldrichtig.<span id="more-5043"></span></p>
<p>Otfried Preußler hat Figuren geschaffen, die seit Jahrzehnten in deutschen Kinderzimmern zu Hause sind. Dabei ist es schon erstaunlich, wie unterschiedlich seine Geschichten ausfallen. Da gibt es den ziemlich harmlosen Räuber Hotzenplotz, der eigentlich nur Großmutters Kaffeemühle stehlen wollte. Und da gibt es KRABAT, eine düstere Geschichte über Verführung, Macht und die Schwierigkeit, sich aus fremder Abhängigkeit zu befreien. Was diese Welten verbindet, sind nicht allein Preußlers Geschichten. Es sind auch die Bilder, die Generationen von Lesern mit ihnen verbinden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5051" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_18_751X1000.jpg" alt="Bild 18 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="751" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_18_751X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_18_751X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_18_751X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_18_751X1000-768x577.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_18_751X1000-600x451.jpg 600w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Hotzenplotz und die Macht der sieben Messer</h3>
<p>Beginnen wir mit einem alten Bekannten. <a href="https://www.thienemann.de/buchhelden/raeuber-hotzenplotz?srsltid=AU7gw4V_r49BMYMApwDSVAkR9-iQnRMFoYSl3KBvtkAAW0ETGB8LkiK9" target="_blank" rel="nofollow noopener">RÄUBER HOTZENPLOTZ</a> erscheint 1962 und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Kinderbuchklassiker überhaupt. Die Geschichte beginnt mit einem dreisten Diebstahl. Hotzenplotz raubt Großmutter ihre Kaffeemühle, die beim Mahlen ihr Lieblingslied spielt. Kasperl und Seppel beschließen, den Räuber zu fangen und natürlich geht dabei einiges schief.</p>
<p>Was ich an dieser Geschichte bis heute mag, ist ihre herrliche Unbekümmertheit. Hotzenplotz sieht gefährlich aus, ist aber längst nicht so furchteinflößend, wie seine Bewaffnung vermuten lässt. Kasperl und Seppel sind keine makellosen Helden, sondern zwei ziemlich einfallsreiche Burschen, die sich gelegentlich selbst in Schwierigkeiten bringen.</p>
<p>Preußler bedient sich hier ganz bewusst der Tradition des Kasperle-Theaters. Die Figuren sind deutlich gezeichnet, die Konflikte überschaubar und die Handlung steckt voller überraschender Einfälle. Mit dem Zauberer Petrosilius Zwackelmann kommt außerdem eine Figur hinzu, die noch deutlich unangenehmer ist als der Räuber selbst.</p>
<p>Dass diese Geschichte so wunderbar funktioniert, liegt auch an <strong>Franz Josef Tripp</strong>. Seine Illustrationen haben das Erscheinungsbild von Hotzenplotz entscheidend geprägt. Der große Hut, der gewaltige Bart, die bedrohlichen Messer und die ausgesprochen komische Körpersprache gehören für mich untrennbar zu dieser Figur.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5046" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_05_751X1000.jpg" alt="Bild 05 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="751" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_05_751X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_05_751X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_05_751X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_05_751X1000-768x577.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_05_751X1000-600x451.jpg 600w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Wenn Zeichnungen zu Kindheitserinnerungen werden</h3>
<p>Gerade für einen Comic-Leser liegt hier der eigentliche Reiz der Ausstellung. Denn die Langenfelder Schau präsentiert Illustrationen von Franz Josef Tripp und <strong>Winnie Gebhardt-Gayler</strong>. Darunter befinden sich sowohl Originalarbeiten als auch Farbdrucke. Das ist mehr als eine hübsche Ergänzung zu den Büchern. Schließlich entscheidet die Illustration wesentlich darüber, wie wir uns eine literarische Figur vorstellen.</p>
<p>Tripp arbeitet mit einer lebendigen, karikierenden Zeichensprache. Seine Figuren besitzen ausgeprägte Gesichtszüge, eine deutliche Körpersprache und einen hohen Wiedererkennungswert. Besonders Hotzenplotz profitiert davon. Schon sein Äußeres erzählt eine kleine Geschichte. Dieser Kerl möchte unbedingt gefährlich aussehen. Gleichzeitig wirkt er mit seinem übertriebenen Räuberaufzug fast wie eine wandelnde Theaterfigur.</p>
<p>Hier sehe ich eine deutliche Verwandtschaft zum Comic. Auch dort kann eine einzige Zeichnung bereits viel über den Charakter einer Figur erzählen. Ein schiefer Blick, eine übertriebene Bewegung oder eine bestimmte Körperhaltung ersetzen manchmal mehrere Sätze. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied. Während Comics ihre Geschichten über aufeinanderfolgende Bilder erzählen, müssen Kinderbuchillustrationen häufig einen einzelnen Moment besonders wirkungsvoll einfangen. Zwischen zwei Bildern übernimmt der geschriebene Text die Erzählung. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf solche Arbeiten. Die Zeichner müssen auswählen, welchen Augenblick sie zeigen und was sie der Vorstellungskraft der Leser überlassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5049" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_13_750X1000.jpg" alt="Bild 13 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="750" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_13_750X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_13_750X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_13_750X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_13_750X1000-768x576.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_13_750X1000-600x450.jpg 600w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Eine kleine Hexe mit ziemlich großen Problemen</h3>
<p>Winnie Gebhardt-Gayler gehört ebenfalls zu den Künstlerinnen, deren Bilder eng mit Preußlers Geschichten verbunden sind. Besonders <a href="https://www.thienemann.de/produkt/die-kleine-hexe-die-kleine-hexe-isbn-978-3-522-17920-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE KLEINE HEXE</a> ist ohne ihre Illustrationen kaum vorstellbar. Das 1957 erschienene Buch erzählt von einer jungen Hexe, die mit ihren gerade einmal 127 Jahren noch viel zu jung ist, um in der Walpurgisnacht mit den großen Hexen zu tanzen. Trotzdem versucht sie ihr Glück und bekommt prompt Schwierigkeiten. Gemeinsam mit ihrem sprechenden Raben Abraxas muss sie anschließend beweisen, dass sie eine gute Hexe ist.</p>
<p>Darin steckt ein wunderbar einfacher Konflikt. Was bedeutet es eigentlich, gut zu sein? Für die kleine Hexe bedeutet es zunächst, anderen zu helfen. Die älteren Hexen verstehen darunter allerdings etwas ganz anderes. Ich finde bemerkenswert, wie geschickt Preußler eine moralische Frage in eine unterhaltsame Kindergeschichte verpackt. Er hält keine Vorträge über richtiges Verhalten. Stattdessen lässt er seine Hauptfigur Erfahrungen sammeln und schließlich selbst eine Entscheidung treffen.</p>
<p>Gebhardt-Gaylers Illustrationen unterstützen den märchenhaften Charakter der Erzählung. Ihre Figuren wirken freundlich und zugänglich, ohne dass die Welt dadurch völlig harmlos erscheint. Gerade die kleine Hexe lebt von dieser Mischung aus kindlicher Neugier, Eigensinn und einer gewissen Unbeholfenheit. Für mich zeigt sich daran, wie wichtig die zeichnerische Interpretation eines Textes sein kann. Die Bilder legen nicht jedes Detail fest. Sie geben den Figuren aber ein Gesicht, das im Gedächtnis bleibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5047" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_09_750X1000.jpg" alt="Bild 09 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="750" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_09_750X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_09_750X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_09_750X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_09_750X1000-768x576.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_09_750X1000-600x450.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Vom Mühlenweiher bis Burg Eulenstein</h3>
<p>Natürlich besteht Preußlers Geschichtenwelt nicht nur aus Räubern und Hexen. Bereits 1956 erscheint <a href="https://www.thienemann.de/produkt/der-kleine-wassermann-der-kleine-wassermann-isbn-978-3-522-10620-7" target="_blank" rel="nofollow noopener">DER KLEINE WASSERMANN</a>, sein erster großer Kinderbucherfolg. Zehn Jahre später folgt <a href="https://www.thienemann.de/produkt/das-kleine-gespenst-das-kleine-gespenst-isbn-978-3-522-17937-9" target="_blank" rel="nofollow noopener">DAS KLEINE GESPENST</a>. Beide Geschichten verbindet ein schöner Gedanke. Ihre Hauptfiguren sind neugierig auf eine Welt, die sie noch nicht richtig kennen. Der kleine Wassermann entdeckt seine Umgebung im Mühlenweiher. Das kleine Gespenst wiederum möchte unbedingt einmal bei Tageslicht unterwegs sein. Als dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht, entwickelt sich daraus ein Abenteuer, das ganz anders verläuft als erwartet.</p>
<p>Preußler erzählt solche Geschichten mit einem feinen Gespür für kindliche Wünsche. Seine Figuren wollen etwas erleben, Grenzen überschreiten und selbst herausfinden, wie die Welt funktioniert. Dabei verzichtet er weitgehend auf komplizierte Erklärungen. Ein Wassermann lebt eben im Wasser. Ein Gespenst spukt auf einer Burg. Das reicht als Ausgangspunkt vollkommen aus. Gerade diese Selbstverständlichkeit gefällt mir. Die fantastischen Wesen müssen ihre Existenz nicht rechtfertigen. Sie dürfen einfach da sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5053" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_20_751X1000.jpg" alt="Bild 20 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="751" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_20_751X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_20_751X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_20_751X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_20_751X1000-768x577.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_20_751X1000-600x451.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Krabat und die dunkle Seite der Fantasie</h3>
<p>Mit <a href="https://www.thienemann.de/produkt/krabat-isbn-978-3-522-20285-5" target="_blank" rel="nofollow noopener">KRABAT</a> betreten wir allerdings eine ganz andere Welt. Der 1971 erschienene Jugendroman basiert auf einer sorbischen Sage. Im Mittelpunkt steht ein Waisenjunge, der als Lehrling in eine geheimnisvolle Mühle kommt. Dort erlernt er nicht nur das Müllerhandwerk, sondern auch schwarze Magie. Doch die vermeintlich verlockende Ausbildung hat einen schrecklichen Preis. Während Hotzenplotz und die kleine Hexe vor allem von Humor und Abenteuerlust leben, erzählt KRABAT von Abhängigkeit, Angst und der Versuchung durch die Macht. Das ist kein Zufall. Preußler verarbeitete in diesem Roman auch Erfahrungen seiner eigenen Jugend während des Nationalsozialismus. Der finstere Meister und seine Macht über die Müllergesellen lassen sich deshalb nicht allein als Elemente einer fantastischen Geschichte verstehen.</p>
<p>Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die 2023 zum 100. Geburtstag Preußlers erschienene Schmuckausgabe, die Mehrdad Zaeri illustriert hat. Seine Arbeiten gehören ebenfalls zur Langenfelder Ausstellung. Damit treffen unterschiedliche Generationen der Buchillustration aufeinander. Während die klassischen Preußler-Bilder bei vielen Lesern unmittelbar Kindheitserinnerungen auslösen dürften, eröffnet Zaeri einen jüngeren bildnerischen Zugang zu einem der anspruchsvollsten Werke des Autors.</p>
<p>Für mich ist das einer der spannendsten Aspekte der gesamten Ausstellung. Denn ein literarischer Text verändert sich nicht zwangsläufig, wenn er neu illustriert wird. Unsere Wahrnehmung kann sich dadurch aber erheblich verschieben. Eine neue Bildsprache setzt andere Schwerpunkte. Sie kann Figuren fremder erscheinen lassen, Bedrohungen verstärken oder vertraute Szenen in einem ungewohnten Licht zeigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-5054" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_21_751X1000.jpg" alt="Bild 21 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="751" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_21_751X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_21_751X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_21_751X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_21_751X1000-768x577.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_21_751X1000-600x451.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Der Geschichtenerzähler aus Böhmen</h3>
<p>Otfried Preußler wurde am 20. Oktober 1923 im böhmischen Reichenberg geboren, dem heutigen Liberec in Tschechien. Seine Kindheit war stark von Geschichten, Märchen und Sagen geprägt. Besonders die Überlieferungen seiner Heimat sollten später immer wieder Eingang in seine Bücher finden. Sein Lebensweg verlief allerdings alles andere als geradlinig. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er Soldat und geriet anschließend in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr fand er in Bayern eine neue Heimat und arbeitete als Lehrer.</p>
<p>Das Erzählen gehörte dabei von Anfang an zu seinem Leben. Einige seiner bekanntesten Geschichten entstanden zunächst für seine drei Töchter. Aus mündlich erzählten Abenteuern wurden schließlich Bücher, die weltweit Millionen Leser erreichten. Was ihn für mich als Erzähler besonders auszeichnet, ist sein Gespür für die Perspektive seiner jungen Hauptfiguren. Seine Geschichten nehmen kindliche Ängste und Wünsche ernst, ohne sie unnötig aufzubauschen. Und obwohl seine Bücher inzwischen mehrere Jahrzehnte alt sind, funktionieren viele ihrer grundlegenden Konflikte noch immer. Wer möchte nicht dazugehören wie die kleine Hexe? Wer wäre nicht neugierig auf die Welt außerhalb des eigenen Mühlenweihers? Und wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, einem mächtigen Gegner die Stirn bieten zu können?</p>
<p>Preußler starb 2013 im Alter von 89 Jahren.</p>
<h3>Wenn Bilder mehr erzählen als Worte</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-5048" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_11_1000X750-300x400.jpg" alt="Bild 11 der Ausstellung Otfried Preussler" width="300" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_11_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_11_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_11_1000X750-600x800.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_11_1000X750.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Für einen Comic-Blog wie PANELWALKER ist eine Ausstellung über Otfried Preußler zunächst vielleicht kein naheliegendes Thema. Schließlich handelt es sich bei seinen bekanntesten Werken um illustrierte Kinderbücher und nicht um Comics oder <a title="Superhelden in Düsseldorf gesichtet" href="https://panelwalker.de/2025/01/superhelden-in-duesseldorf-gesichtet/" target="_blank" rel="noopener">Superhelden</a>. Dennoch gab es für mich gute Gründe, mich damit zu beschäftigen.</p>
<p>Die Arbeiten von Tripp, Gebhardt-Gayler und Zaeri zeigen, wie unterschiedlich Künstler literarische Geschichten interpretieren können. Dabei geht es um dieselben Fragen, die auch im Comic eine wichtige Rolle spielen. Wie sieht eine Figur aus? Welche Eigenschaften lassen sich durch ihre Haltung vermitteln? Welche Szene verdient ein eigenes Bild? Und wie viel muss überhaupt gezeigt werden?</p>
<p>Besonders reizvoll finde ich die Möglichkeit, Originalillustrationen zu betrachten. Ein gedrucktes Buch zeigt schließlich immer auch das Ergebnis eines technischen Vervielfältigungsprozesses. Das Original erlaubt einen anderen Zugang zur Arbeit des Künstlers.</p>
<h3>Ein bisschen Zauberei zum Mitnehmen</h3>
<p><a href="https://stadtmuseum-langenfeld.de/Ausstellungen/Sonderausstellungen/Aktuelle-Ausstellungen.htm/Veranstaltungen/Ausstellung-Hexen-Raeuber-Spukgestalten-die-Welt-des-Otfried-Preussler-11-09-20-12-2026.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">HEXEN, RÄUBER, SPUKGESTALTEN – DIE WELT DES OTFRIED PREUSSLER</a> richtet sich ausdrücklich an unterschiedliche Generationen. Erwachsene können vertraute Figuren wiederentdecken, während jüngere Besucher die Geschichten möglicherweise zum ersten Mal kennenlernen. Dazu passt das Begleitprogramm des Museums.</p>
<p>Kreativangebote für Kinder und ein mehrteiliger Illustrationskurs mit <a href="https://dirk-schmitt.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener"><strong>Dirk Schmitt</strong></a> greifen die Verbindung zwischen Geschichten und Bildern auf. Gerade der Zeichenkurs erscheint mir als sinnvolle Ergänzung. Denn wer selbst versucht, eine literarische Figur zu gestalten, entwickelt schnell ein Gefühl dafür, wie viele Entscheidungen hinter einer scheinbar einfachen Illustration stecken. Dass der <a href="https://www.thienemann.de/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Thienemann Verlag</a> die Ausstellung mit Leihgaben unterstützt, ermöglicht zudem die Präsentation historischer und neuerer Illustrationen.</p>
<p>Mein Interesse gilt dabei weniger dem nostalgischen Wiedersehen mit Hotzenplotz und seinen Freunden. Viel spannender finde ich die Frage, weshalb bestimmte Bilder über Jahrzehnte hinweg mit einer Geschichte verbunden bleiben. Die Ausstellung bietet dafür einen schönen, vielversprechenden Ansatzpunkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-5045 size-full" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_04_751X1000.jpg" alt="Bild 04 der Ausstellung Otfried Preussler" width="1000" height="751" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_04_751X1000.jpg 1000w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_04_751X1000-300x225.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_04_751X1000-750x563.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_04_751X1000-768x577.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/10/OTFRIED_PREUSSLER_AUSSTELLUNG_04_751X1000-600x451.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<h3>Und wenn sie nicht gestorben sind &#8230;</h3>
<p>Otfried Preußler gehört zu jenen Autoren, deren Figuren längst ein Eigenleben entwickelt haben. Seine Geschichten werden gelesen, vorgelesen, auf Theaterbühnen gespielt und immer wieder neu illustriert. Das Stadtmuseum Langenfeld widmet sich mit seiner Ausstellung einem wichtigen Teil dieses Erfolgs. Denn so sehr Preußlers Erzählkunst im Mittelpunkt steht, so wenig sollte der Anteil der Illustratoren unterschätzt werden.</p>
<p>Franz Josef Tripp gab dem Räuber Hotzenplotz sein unverwechselbares Aussehen. Winnie Gebhardt-Gayler prägte die Vorstellung von der kleinen Hexe und Mehrdad Zaeri zeigt, dass auch ein längst etablierter Klassiker wie KRABAT neue bildnerische Interpretationen verträgt. Genau darin liegt für mich der größte Reiz von HEXEN, RÄUBER, SPUKGESTALTEN – DIE WELT DES OTFRIED PREUSSLER. Die Ausstellung erinnert daran, dass Geschichten nicht allein aus Worten bestehen müssen, um im Gedächtnis zu bleiben. Und vielleicht ist das ja das schönste Kompliment, das sich ein(e) Illustrator(in) wünschen kann. Auch wenn wir nach Jahrzehnten uns nicht mehr genau an jeden Satz erinnern können, die Gesichter der Figuren haben wir aber immer noch vor Augen.</p>
<p>Die kleine <a href="https://stadtmuseum-langenfeld.de/Ausstellungen/Sonderausstellungen/Aktuelle-Ausstellungen.htm/Veranstaltungen/Ausstellung-Hexen-Raeuber-Spukgestalten-die-Welt-des-Otfried-Preussler-11-09-20-12-2026.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ausstellung</a> ist bis zum <strong>20. Dezember 2026</strong> im <a href="https://www.google.de/maps/place/Stadtmuseum+%7C+Stadtarchiv+Langenfeld+im+Freiherr-vom-Stein-Haus/@51.1055733,6.946118,17z/data=!3m1!4b1!4m6!3m5!1s0x47bf2d70e856b879:0x651856501f231ef6!8m2!3d51.10557!4d6.9486929!16s%2Fg%2F1v46zh4_?entry=ttu&amp;g_ep=EgoyMDI2MTAwNy4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D" target="_blank" rel="nofollow noopener">Stadtmuseum Langenfeld, Hauptstraße 83, 40764 Langenfeld (Rheinl.)</a> zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, i.e. kostenlos und barrierefrei.</p>
<p>Die gezeigten Foto sind © 2026 Michael Henseler</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/10/hexen-raeuber-spukgestalten-preusslers-welt/">HEXEN, RÄUBER, SPUKGESTALTEN – Preusslers Welt</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>BILL FINGER &#8211; IM SCHATTEN DES MYTHOS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 05:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[★★★☆☆]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Graphic Novel]]></category>
		<category><![CDATA[One-Shot]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Sekundärliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Carlsen Comics]]></category>
		<category><![CDATA[Erez Zadok]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Voloj]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>BATMAN gehört zu den Charakteren, bei denen selbst Menschen ohne Comics im Regal sofort wissen, wer gemeint ist: Schwarzer Umhang, Fledermausohren, Gotham City, Bruce Wayne, Batmobil. Umso erstaunlicher ist die Geschichte hinter seinem Namen. Als BATMAN 1939 in DETECTIVE COMICS 27 erstmals erschien, schrieb Bill Finger die Geschichte und Bob Kane zeichnete sie. Trotzdem stand [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/09/bill-finger-im-schatten-des-mythos/">BILL FINGER – IM SCHATTEN DES MYTHOS</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>BATMAN gehört zu den Charakteren, bei denen selbst Menschen ohne Comics im Regal sofort wissen, wer gemeint ist: Schwarzer Umhang, Fledermausohren, Gotham City, Bruce Wayne, Batmobil.</p>
<p>Umso erstaunlicher ist die Geschichte hinter seinem Namen. Als BATMAN 1939 in DETECTIVE COMICS 27 erstmals erschien, schrieb <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Finger" target="_blank" rel="noopener">Bill Finger</a> die Geschichte und Bob Kane zeichnete sie. Trotzdem stand über Jahrzehnte allein Kane als Schöpfer im Rampenlicht.</p>
<p>Erst am <strong>18. September 2015</strong> &#8211; also heute vor 11 Jahren &#8211; wurde angekündigt, Finger künftig offiziell zu nennen und ihm damit den Platz zuzuweisen, der ihm gebührt. (Hinzu kommt, das morgen der <a href="https://www.panini.de/batman-tag">BATMAN-Tag</a> 2026 ist. Wie passend!)</p>
<p><span id="more-4808"></span></p>
<p>In den folgenden Produktionen tauchte sein Name also endlich in der Creditzeile auf. Finger selbst hatte davon nichts mehr. Er starb 1974 mit nur 59 Jahren, ohne die öffentliche Anerkennung zu erleben, die für uns heute so selbstverständlich wirkt.</p>
<p>Genau dort setzt BILL FINGER – DER WAHRE SCHÖPFER DES DUNKLEN RITTERS an. Julian Voloj erzählt mir keine geradlinige Künstlerbiografie, die brav bei der Kindheit beginnt und beim Tod endet. Stattdessen skizziert er eine Spurensuche &#8211; was übrigens überraschend gut passt, denn schließlich geht es um BATMAN, den Detektiv, und um einen Autor, dessen Anteil an BATMAN selbst jahrzehntelang wie eine verschwundene Akte behandelt wurde.</p>
<p>Der Comic beruht wesentlich auf den Forschungen von Marc Tyler Nobleman, der ab 2006 Fingers Leben rekonstruierte und später BILL THE BOY WONDER: THE SECRET CO-CREATOR OF BATMAN veröffentlichte. Voloj macht aus dieser Recherche einen zweiten Erzählstrang. Dadurch wird die Biografie zugleich Familien-, Comic- und Detektivgeschichte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4815" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_01_1000X750.jpg" alt="Innenseite 07 von BILL FINGER" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_01_1000X750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_01_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_01_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_01_1000X750-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Zwei Erzähler über den Dächern von Gotham</h3>
<p>Julian Voloj ist für solche Stoffe prädestiniert. Der in Münster geborene Autor, Journalist und Fotograf lebt seit 2003 in New York und hat sich in mehreren Graphic Novels mit biografischen Stoffen zu vergessenen oder unterschätzten Figuren beschäftigt. Dazu gehören u.a. JOE SHUSTER, BASQUIAT, BOBBY FISCHER und später LIBERTY (zusammen mit Jörg Hartmann).</p>
<p>Erez Zadok kommt aus Israel, studierte Visuelle Kommunikation an der Bezalel Academy in Jerusalem und arbeitet als Comiczeichner, Illustrator und Karikaturist. Zadok zeichnet nicht mit der Absicht historische Ehrfurcht zu verbreiten, sondern auf unmittelbare Lesbarkeit. Seine Figuren dürfen lebendig, manchmal überzeichnet und manchmal ziemlich verletzlich aussehen.</p>
<h3>Als BATMAN noch aus Papier und Bleistift bestand</h3>
<p>Die eigentliche Geschichte beginnt nicht bei Bill Finger selbst, sondern bei seiner Enkelin Athena. Als Kind erzählt sie in der Schule, ihr Großvater habe BATMAN mit erschaffen. Die Reaktionen sind bitter, niemand glaubt ihr.</p>
<p>Genau in diesem Moment steckt bereits das ganze Buch. Ruhm, Geld und Erinnerung passen hier nicht zusammen. Athena kennt die Wahrheit aus ihrer Familie, aber außerhalb gilt eine andere Version. Bob Kane ist der Name, den alle kennen. Bill Finger ist &#8211; fast &#8211; verschwunden.</p>
<p>Von dort springt Voloj zurück in die dreißiger Jahre. Finger begegnet dem jungen Bob Kane und beginnt, mit ihm zu arbeiten. Kane besitzt Ehrgeiz, Kontakte und den Instinkt für erfolgversprechende Chancen. Finger bringt etwas anderes mit. Er denkt in Geschichten, Atmosphären und Figuren. Als nach dem Erfolg von Joe Shusters SUPERMAN ein neuer Held gefragt ist, entsteht aus dieser Zusammenarbeit das zweite Schwergewicht im späteren DC-Universum: BATMAN.</p>
<p>Der Band zeigt sehr anschaulich, wie stark Finger die zunächst deutlich hellere und konventionellere Figur verändert. Aus dem Helden mit Flügeln wird der düstere Fledermausmann, aus einem Namen wird Bruce Wayne und aus einem x-beliebigen Schauplatz Gotham. Finger schreibt die erste veröffentlichte BATMAN-Geschichte &#8222;The Case of the Chemical Syndicate&#8220; und prägt in den folgenden Jahren entscheidend die Welt, in der der Dunkle Ritter bis heute lebt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4816" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_02_1000X750.jpg" alt="Innenseite 08 von BILL FINGER" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_02_1000X750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_02_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_02_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_02_1000X750-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>BATMANs verschwundene Akte</h3>
<p>Voloj erzählt mir diese Vergangenheit aber nie lange am Stück. Immer wieder kehrt er zu Marc Tyler Nobleman zurück, dessen Recherche Jahrzehnte später beginnt und die zunächst fast absurd mühsam wirkt. Er sucht alte Adressen, telefoniert sich durch Namenslisten, spricht mit Weggefährten und versucht, einen Mann sichtbar zu machen, von dem erstaunlich wenig greifbar geblieben ist.</p>
<p>Genau hier bekommt der Comic sein Detektiv-Charakter. Nobleman ist kein Actionheld, seine Werkzeuge sind Telefonbücher, Interviews, Notizen und Hartnäckigkeit. Gute, alte Investigativ-Arbeit, würden man sagen. Die Suche liest sich wie eine Ermittlung, weil jeder neue Kontakt einen weiteren Teil des Bildes freilegt.</p>
<p>Dabei begegnet Nobleman mehreren Kollegen aus Fingers Zeit und dringt immer tiefer in die frühen Jahre der US-Comicindustrie ein. Mir gefallen diese Passagen, weil sie den Mythos BATMAN plötzlich auf Schreibtische, Termindruck und schlecht abgesicherte Kreative zurückholen.</p>
<p>Gleichzeitig liegt hier aber eine Schwäche des Buches. Je stärker Nobleman in den Mittelpunkt rückt, desto häufiger wird ÜBER Finger gesprochen, statt ihn selbst zu erleben. Der Titelheld verschwindet ausgerechnet in seiner eigenen Biografie hinter anderen Stimmen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4817" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_03_1000X750.jpg" alt="Innenseite 09 von BILL FINGER" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_03_1000X750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_03_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_03_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_03_1000X750-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Im Schatten des Bat-Signals</h3>
<p>Besonders schmerzhaft wird die Geschichte, sobald sich Erfolg und Anerkennung endgültig voneinander lösen. Kane wird öffentlich mit BATMAN verbunden. Finger schreibt weiter, erfindet, entwickelt und arbeitet verstärkt im Hintergrund.</p>
<p>Der Comic macht daraus keine einfache Schurkennummer. Kane kommt schlecht weg, ja, aber Voloj interessiert sich mehr für das Gefälle zwischen den beiden Männern als für eine nachträgliche Abrechnung. Der Gegensatz ist ohnehin deutlich genug. Auf der einen Seite steht ein Name, der zum Markenzeichen wird. Auf der anderen Seite steht ein Autor, dessen Arbeit tief im BATMAN-Narrativ steckt, während seine eigene wirtschaftliche und persönliche Lage immer schwieriger wird.</p>
<p>Finger erlebt zwar noch, dass einzelne Kollegen seine Bedeutung kennen. Eine breite Anerkennung bleibt ihm jedoch verwehrt. Der Band erzählt auch von Depressionen und von seinem immer brüchiger werdenden Leben. Besonders still wird er schließlich rund um Fingers Tod.</p>
<p>Noch trauriger ist, dass die Geschichte danach nicht endet. Fingers Sohn Fred versucht, das Andenken seines Vaters zu verteidigen. Zugleich erzählt Voloj von Freds Sexualität, seiner familiären Entfremdung und später von seiner HIV-Erkrankung.</p>
<p>Damit weitet sich das Buch über die reine Comicgeschichte hinaus. Es zeigt, wie fehlende Anerkennung durch eine Familie weitergetragen werden kann. Bill Finger ist nicht nur ein vergessener Autor, sondern eine Schnittkante, an der sich mehrere Lebensgeschichten berühren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4818" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_04_1000X750.jpg" alt="Innenseite 10 von BILL FINGER" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_04_1000X750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_04_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_04_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_04_1000X750-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>&#8222;BATGIRL&#8220; bietet eine letzte Spur</h3>
<p>Die entscheidende Wendung führt wieder zu Athena. Nobleman stößt bei seiner Suche auf Fingers Enkelin, die bis dahin außerhalb eines kleinen Kreises praktisch unbekannt war.</p>
<p>Plötzlich gibt es nicht nur Erinnerungen und Aussagen alter Kollegen, sondern auch eine direkte Nachfahrin. Für Nobleman wird sie zum entscheidenden Bindeglied. Für den Comic ist sie noch wichtiger, denn durch Athena bekommt das historische Unrecht ein Gesicht, das nicht aus der Ära der Schreibmaschinen und Zeichenbretter stammt. Es reicht bis in die Gegenwart hinein.</p>
<p>Voloj wiederum baut den Weg zur späten Anerkennung nicht als triumphalen Siegeszug. Das wäre auch falsch. Als 2015 die offizielle Würdigung kommt, ist Finger seit mehr als vier Jahrzehnten tot. Fred, sein Sohn, erlebt sie ebenfalls nicht mehr. Natürlich ist es bewegend, wenn der Name endlich dorthin gelangt, wo er hingehört. Gleichzeitig bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Anerkennung kann nachgereicht werden, ein verlorenes Leben lässt sich nicht nachträglich korrigieren.</p>
<h3>Wie viel Bill Finger steckt in Gotham?</h3>
<p>Für mich ist Volojs stärkste Entscheidung die Doppelperspektive. Er erzählt Fingers Leben und zugleich die Rekonstruktion dieses Lebens. Dadurch wird sichtbar, wie Comicgeschichte entsteht. Sie liegt nicht fertig in einem Archiv. Sie muss aus Erinnerungen, Veröffentlichungen, Adressen und widersprüchlichen Spuren mühsam zusammengetragen werden. Beim Lesen weiß ich immer, dass hier jemand auf der Suche ist. Und genau das passt zum Thema. Der ursprünglich bei Carlsen auf Deutsch erschienene Einzelband braucht übrigens keinerlei BATMAN-Vorwissen. Die wichtigsten Zusammenhänge liefert Voloj gleich mit.</p>
<p>Ganz rund ist die gewählte Form trotzdem nicht. Nobleman bekommt so viel Raum, dass Finger manchmal beinahe zur Nebenfigur wird. Auch die vielen Branchenkollegen rauschen recht schnell vorbei. Wer die Geschichte des Golden Age kaum kennt, dürfte einzelne Namen bald wieder vergessen. Ich hätte außerdem gern deutlicher gespürt, wie Finger Geschichten schrieb. Welche Art von Erzähler war er am Schreibtisch? Wie entwickelte er Szenen? Wie klang seine kreative Zusammenarbeit im Alltag? Aber vielleicht wäre dies wiederum am Thema vorbei.</p>
<p>Ein wenig hadere ich mit dem deutschen Titel. BILL FINGER – DER WAHRE SCHÖPFER DES DUNKLEN RITTERS klingt so, als müsse Bob Kane nun einfach aus der Geschichte gestrichen werden. So einfach erzählt Voloj zum Glück nicht. Die offizielle Einordnung nennt Finger heute als Mitschöpfer und auch das französische Original BILL FINGER, DANS L&#8217;OMBRE DU MYTHE (also: Im Schatten des Mythos) formuliert vorsichtiger. Der deutsche Untertitel setzt stärker auf Zuspitzung als der Comic selbst.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4819" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_05_1000X750.jpg" alt="Innenseite 11 von BILL FINGER" width="750" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_05_1000X750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_05_1000X750-300x400.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_05_1000X750-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_05_1000X750-600x800.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>BILL FINGER – DER WAHRE SCHÖPFER DES DUNKLEN RITTERS ist für mich weniger eine BATMAN-Biografie als eine Geschichte über Anerkennung und über einen Autor, dessen Ideen weltberühmt wurden, während sein eigener Name verblasste. Voloj erzählt diese Entwicklung zugänglich, warm und mit spürbarem Respekt. Zadok gibt der Spurensuche zeichnerisch das nötige Tempo und Gefühl.</p>
<p>Es gab Stellen, an denn hätte ich Bill Finger selbst gern stärker im Zentrum erlebt. Gerade deshalb bleibt der Band aber auf eine fast unfreiwillige Weise passend. Finger ist anwesend und fehlt gleichzeitig. Nach der letzten Seite sieht das BATMAN-Logo für mich jedenfalls ein kleines bisschen anders aus. Hinter der Fledermaus steht nun ein Name mehr.</p>
<p>Derweil geht die Entwicklung der Figur mit <a href="https://panelwalker.de/2025/09/absolute-batman-held-ohne-herrenhaus/">ABSOLUTE BATMAN</a> in eine neue Richtung und beweist, dass die geschichten rund um den Dunklen Ritter noch lange nicht auserzählt sind&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-4820" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_COVER_1000X733-293x400.jpg" alt="Cover von BILL FINGER" width="293" height="400" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_COVER_1000X733-293x400.jpg 293w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_COVER_1000X733-600x819.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/08/BILL-FINGER_COVER_1000X733.jpg 733w" sizes="auto, (max-width: 293px) 100vw, 293px" /></p>
<ul id="infobox">
<li>BILL FINGER &#8211; DER WAHRE<br />
SCHÖPFER DES DUNKLEN RITTERS</li>
<li>Julian Voloj und Erez Zadok</li>
<li>Hardcover | 144 Seiten | Farbe</li>
<li>ISBN <span class="a-list-item">978-3-55171-136-6</span></li>
<li>Storyline:  ★★★☆☆</li>
<li>Zeichnungen: ★★★☆☆</li>
<li>Farben: ★★★☆☆</li>
<li>Lettering: ★★★☆☆</li>
<li>Humor: ★☆☆☆☆</li>
<li>Meine persönliche <a href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/#Bewertung" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewertung</a>: ★★★☆☆</li>
<li>© <a href="https://www.amazon.de/Bill-Finger-Sch%C3%B6pfer-Dunklen-Biografie/dp/3551711364">Carlsen Comics</a> (verlagsvergriffen)</li>
<li>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></li>
</ul><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/09/bill-finger-im-schatten-des-mythos/">BILL FINGER – IM SCHATTEN DES MYTHOS</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>ETIENNE WILLEM &#8211; Der Mann mit dem Schottenrock</title>
		<link>https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 05:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anthropomorph]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoon]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankobelgisch]]></category>
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		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[in memoriam]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Serie]]></category>
		<category><![CDATA[Etienne Willem]]></category>
		<category><![CDATA[Jack Manini]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre Pevel]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Wenisch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei Etienne Willem fallen mir zuerst immer seine Charaktere ein: ein Hase, der tapfer sein will und noch nicht weiß, wie schwer Tapferkeit werden kann. Oder ein Affe, der in einem Cockpit sitzt und den Himmel nicht als Freiheit verkauft, sondern als Risiko. Oder eine junge Frau im Paris der Weltausstellungen, die umgeben ist von [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/">ETIENNE WILLEM – Der Mann mit dem Schottenrock</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Etienne Willem fallen mir zuerst immer seine Charaktere ein: ein Hase, der tapfer sein will und noch nicht weiß, wie schwer Tapferkeit werden kann. Oder ein Affe, der in einem Cockpit sitzt und den Himmel nicht als Freiheit verkauft, sondern als Risiko. Oder eine junge Frau im Paris der Weltausstellungen, die umgeben ist von Fortschritt, Geistern, Lärm und falschem Glanz. Und dann sind da in seinen Geschichten ja noch all die katzenartigen Wesen, für die er so eine Vorliebe hatte.</p>
<p><span id="more-4041"></span></p>
<p>Seine Figuren stehen nie nur hübsch im Panel herum. Sie haben etwas vor, sie treibt etwas an oder sie verstecken etwas. Manchmal sind sie müde, manchmal stolz, dann wieder einfach nur lächerlich. Und genau deshalb bleiben sie bei mir hängen, seitdem ich Willem als Zeichner von <a title="DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG – Zwischen Glanz und Wahrsagerei" href="https://panelwalker.de/2025/10/das-maedchen-von-der-weltausstellung-zwischen-glanz-und-wahrsagerei/">DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG</a> für mich entdeckt habe.</p>
<p>Diese Art seine Figuren zu präsentieren, ist für mich der Kern seiner Arbeit. Er zeichnete Abenteuer, aber nicht als Getöse. Er mochte Verkleidungen, er mochte Epochen, Maschinen, Salons und Degen, Luftschiffe und dunkle Gassen. All&#8216; dies alte Zeugs. Doch unter all dem Dekor interessierte ihn immer der Moment, in dem eine Figur (re)agieren muss. Ein Mundwinkel hier, ein gesenkter Kopf dort. Ein Katzenohr, das plötzlich mehr sagte als ein ganzer Absatz Text. Seine Comics funktionieren, weil sie erzählen wollen. Sie sind nicht laut, nicht eitel. Sondern mit einer Lust am Handwerk, die ich auf jeder Seite spüre.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4052" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1.jpg" alt="Innenseite von DIE FLINTENWEIBER" width="595" height="842" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1.jpg 595w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/FLINTENWEIBER_1-300x425.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px" /></p>
<h3>Vom Storyboard zur großen Bühne</h3>
<p>Etienne Willem wurde 1972 in Charleroi geboren. Er studierte in Lüttich Geschichte und arbeitete später beim Animationsstudio 352 in Luxemburg als Storyboarder. Das klingt erst einmal wie eine nüchterne, biografische Station, ist es aber nicht. Für seine Comics war es eine entscheidende Wegmarkierung!</p>
<p>Wer Storyboards zeichnet, lernt, wie Blickrichtungen laufen. Er lernte, wann eine Bewegung beginnt und wann sie enden muss. Willem lernte auch, dass ein Bild nicht alles zeigen muss, wenn der nächste Ausschnitt den Rest erledigt.</p>
<p>2004 erschien bei Paquet sein Comicdebüt <a href="https://editionspaquet.com/catalogue/342-vieille-bruyere-et-bas-de-soie-integrale-9782888908050.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">VIEILLE BRUYÈRE ET BAS DE SOIE</a> (auf deutsch: PFEIFENRAUCH UND SEIDENSTRÜMPFE; derzeit <a href="https://www.zack-magazin.com/index.php/component/vportfolio/?task=view&amp;id=1&amp;Itemid=149" target="_blank" rel="nofollow noopener">im Zack-Magazin ab Heft 324</a>). Die Serie spielt im England der 1930er Jahre und verbindet Kriminalfall, Gesellschaftssatire und eine feine Lust am Genre. Hier ist von Willem noch nicht alles so geschmeidig wie später. Trotzdem sehe ich schon, worauf er hinauswill. Willem baut keine bloßen Kulissen. Er richtet einzelne Zimmer ein, lässt Menschen darin atmen und gibt Gesprächen ihre Körpersprache. Türen, Treppen, Sofas, Mäntel und Hüte sind bei ihm nie nur Schmuck. Sie helfen, eine Szene zu sortieren. Ausstattung war ihm wichtig.</p>
<p>Der Durchbruch seiner eigenen Handschrift kommt mit <a href="https://www.amazon.de/LEp%C3%A9e-dArdenois-Int%C3%A9grale-Etienne-Willem/dp/2888908301/ref=sr_1_1?crid=380UBBA4YS165&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.xQH10sXyaKvlYZsBpLMyo3_XLq14zaSx7K2muL6eO-olcm6fVLXYV7jZjkLieseZc_LeXMqq1XsqrFkaoPMSu4jixFtbtxBBZWbnkdZHX2DNxZ0CGSFx5h5TOtrcrzBUzP0FtM4jZTC7XLY3A6GqtVU5pe8Poj7xvCEdAS7xDDMwHAhGEgQ_eGBHaM1dgCrINMlc7-sb__6JgKOECxlHt3YHCnQ4Kf1psBBKY8PQvSs.GrPiXHrrmwT9IjSh88J_y_7vbUYhUQTp0gIt6yEk4dk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=etienne+willem&amp;qid=1779959171&amp;sprefix=etienne+willem%2Caps%2C151&amp;sr=8-1" target="_blank" rel="nofollow noopener">L’ÉPÉE D’ARDENOIS</a> (DAS SCHWERT VON ARDENOIS; bislang nicht auf Deutsch erschienen). Vier Bände, erschienen zwischen 2010 und 2015. Dieser Comic ist eine mittelalterliche Fantasy mit Tierfiguren, Ritterstoffen, alter Schuld und junger Hoffnung. Auf dem Papier könnte das schnell nach vertrauter Abenteuerware klingen. Auf den Innenseiten des Comic ist es viel mehr. Hier findet Willem zu jenem Ton, den ich mit ihm verbinde: warm, klassisch, beweglich, aber mit Schatten an den Rändern.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4056" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS.jpg" alt="" width="715" height="1000" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS.jpg 715w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS-300x420.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/L_EPEE_D_ARDENOIS-600x839.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /></p>
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<h3>Mittelalter ohne Märchen</h3>
<p>L’ÉPÉE D’ARDENOIS ist ein Tiercomic, aber keiner, der sich hinter Niedlichkeit versteckt. Das macht die Serie so stark. Garen, der junge Hase, trägt die ganze Unsicherheit eines Helden, der erst noch begreifen muss, was Heldentum bedeutet &#8211; und was es kostet. Seine Körperhaltung erzählt oft mehr als seine Worte. Er ist klein in Räumen, die größer sind als er und er wirkt verletzlich unter Rüstungen, die andere Figuren selbstverständlich tragen.</p>
<p>Willem nutzt Tierarten nicht als vordergründigen Gag. Er nutzt sie als schnelle, aber auch als klare Zeichensprache. Ein anthropomorpher Fuchs weckt andere Erwartungen als ein Bär, ein Hase reagiert auf Gefahr anders als ein Wolf. Doch die Figuren bleiben nicht bei dieser ersten Lesart stehen. Sie bekommen Ecken und Kanten, Schwächen, aber auch Würde. Die besten Seiten der Serie leben von dieser Mischung. Ich erkenne sofort, wer vor mir steht &#8211; und werde dann doch überrascht.</p>
<p>Zeichnerisch ist das sehr gut gemacht. Die Panels bleiben lesbar, auch wenn mehrere Figuren handeln. Kampfszenen haben Richtung, während Waldwege, Burgen und Dörfer nicht nur als Tapete hinter der Handlung liegen. Sie bestimmen, wie sich Figuren bewegen.</p>
<p>Besonders schön sind die stilleren Momente. Dann merkt ich, wie sehr Willem auf Mimik vertraut. Eine Schnauze wird schmaler, Schultern sinken ab, Augen suchen einen Ausweg. Das ist keine große Kunstgeste, sondern sauberes Erzählen. Und ja, manchmal liebt er seine Ausstattung so sehr, dass eine Seite etwas voller wird als nötig. Sei&#8217;s d&#8217;rum! Lieber diese überbordende Freude an Welt als eine leere Eleganz ohne Blut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4055" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1.jpg" alt="Innenseite 8 von DER AFFE IM HIMMEL" width="644" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1.jpg 644w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1-300x415.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/EIN-AFFE-IM-HIMMEL_1-600x829.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px" /></p>
<h3>Amerika mit Propellergeräusch</h3>
<p>Nach dem mittelalterlichen Tierabenteuer wechselt Willem mit EIN AFFE AM HIMMEL in die USA der 1930er Jahre. Aus dem Wald wird der offene Himmel. Aus Rittermythos werden Flugzeuge, Gangster, Wolkenkratzer, Depression und Showgeschäft. Die Hauptfigur Harry Faulkner, ein früherer Pilot der Lafayette-Staffel, passt wunderbar in diese Welt. Er ist ein Affe und allein das gibt den Flug- und Kletterszenen eine körperliche Energie, die ein menschlicher Held kaum hätte.</p>
<p>Hier zeigt sich eine andere Seite des Zeichners. Er kann Tempo und Maschinen, er kann Höhe und Sturz. Die Flugzeuge wirken nicht wie aus einem technischen Handbuch abgepaust, sondern wie erzählerische Geräte. Sie bringen ihre Eigenarten mit in die Seite. Sie zwingen Körper in Bewegung, öffnen den Himmel und machen ihn zugleich gefährlich.</p>
<p>Trotzdem wird EIN AFFE AM HIMMEL nicht zur reinen Schau. Die 1930er Jahre sind in dieser Serie mehr als ein hübscher Filter. Die wirtschaftliche Not, der Traum von Ruhm, das Misstrauen gegenüber Macht und Technik liegen spürbar darunter.</p>
<p>Willem selbst bleibt dabei ein klassischer Abenteurer. Er will unterhalten, er will Schwung nutzen. Doch er weiß, dass Abenteuer besser schmeckt, wenn der Boden darunter nicht ganz sicher ist.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2026" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06.jpg" alt="Innenseite 2 von DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG" width="499" height="671" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06.jpg 499w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2025/08/DAS_MAEDCHEN_VON_DER_WELTAUSSTELLUNG_Seite-06-300x403.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px" /></p>
<h3>Paris, Fortschritt und Schwindel</h3>
<p>Mit <a title="DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG – Zwischen Glanz und Wahrsagerei" href="https://panelwalker.de/2025/10/das-maedchen-von-der-weltausstellung-zwischen-glanz-und-wahrsagerei/" target="_blank" rel="noopener">DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG</a> öffnet sich sein Werk in Richtung historischer Gesellschaftscomic. Jack Manini schreibt, Willem zeichnet. Und wie er zeichnet.</p>
<p>Im Zentrum steht Julie Kleinnagel, eine junge Frau, die zwischen Geisterwelt, Verbrechen und den Pariser Weltausstellungen steht. Das ist ein Geschenk für einen Zeichner mit seinem Sinn für Räume. Weltausstellungen sind ja keine normalen Schauplätze. Sie sind Versprechen aus Glas, Stahl, Licht und Lärm. Und sie erzählen vom Fortschritt, aber auch von Eitelkeit und Macht.</p>
<p>Willem zeichnet Paris hier als die Bühne, auf der alle etwas darstellen wollen. Die Architektur drückt nicht nur schiere Größe aus, sie kann auch einschüchtern. Menschenmengen erzeugen Staunen, aber auch Enge. Julie bleibt darin erkennbar, weil der Zeichner sie nicht im Drumherum verliert. Sie ist klein gegen diese Bauten, aber nie nebensächlich. Genau diese Balance macht die Serie reizvoll. Ich bekomme Spektakel, aber ich verliere den Menschen nicht aus dem Blick.</p>
<p>Noch passender wird es später bei <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/die-flintenweiber-gesamtausgabe/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DIE FLINTENWEIBER</a> und <a href="https://www.zack-edition.de/produkt/das-paris-der-wunder-1/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DAS PARIS DER WUNDER</a>, seinen Arbeiten nach den Geschichten von Pierre Pevel. Wir sind in der Belle Époque, sehen Magie, Feen und Drachen, Diebinnen und elegante Herren. Da hätte alles leicht zu süß, zu verspielt, zu dekorativ und fantastisch werden können. Willem rettet die Sache durch klare Figurenführung. Seine Bilder schwelgen, aber sie zerfließen nicht. Selbst wenn die Welt funkelt, bleibt die Handlung auf Kurs.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4054" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2.jpg" alt="Innenseite 4 von PARIS DER WUNDER" width="677" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2.jpg 677w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER_2-600x789.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<h3>Farbe als Temperatur der Geschichte</h3>
<p>Die Farbe ist bei Willem&#8217;s Werk ebenfalls kein Nebenthema. In L’ÉPÉE D’ARDENOIS kolorierte er ab dem zweiten Band selbst. Das veränderte den Ton der Reihe spürbar. Die Welt wirkt erdiger, wärmer und zugleich ernster. Wälder bekommen Feuchtigkeit. Innenräume bekommen Kerzenlicht. Rüstungen glänzen nicht sauber, sondern tragen Gewicht. Die Farbe macht die mittelalterliche Welt nicht realistischer im strengen Sinn, aber glaubwürdiger im Gefühl.</p>
<p>In EIN AFFE AM HIMMEL braucht die Farbe für ein anderes Tempo. Himmel, Metall, Staub und Nachtlicht treiben das Abenteuer voran. Die Seiten riechen nach Benzin, Bühne und Großstadt.</p>
<p>Bei DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG, DIE FLINTENWEIBER und DAS PARIS DER WUNDER prägt Tanja Wenisch den Ton entscheidend mit. Ihre Farbgebung gibt dem Historischen Glanz und dem Fantastischen Wärme. Sie lässt Salons leuchten, ohne sie in Zuckerguß zu tauchen. Sie gibt dunklen Gassen Gefahr, ohne alles im Braun verschwinden zu lassen. Das passt sehr gut zu Willem, weil seine Zeichnung Licht verträgt, aber Klarheit braucht.</p>
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<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-4053" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER.jpg" alt="Innenseite 6 von PARIS DER WUNDER" width="677" height="890" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER.jpg 677w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-300x394.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-113x150.jpg 113w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/05/PARIS_DER_WUNDER-600x789.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 677px) 100vw, 677px" /></p>
<h3>Was bleibt, wenn der Vorhang fällt</h3>
<p>Etienne Willem starb am 16. Juni 2024, unerwartet und mit 52 Jahren viel zu früh. Die Community hat mit ihm &#8211; heute vor zwei Jahren &#8211; einen besonderen Künstler und liebenswerten Kollegen verloren.</p>
<p>Sein Werk ist überschaubar, aber erstaunlich geschlossen. PFEIFENRAUCH UND SEIDENSTRÜMPFE, L’ÉPÉE D’ARDENOIS, EIN AFFE AM HIMMEL, DAS MÄDCHEN VON DER WELTAUSSTELLUNG, DIE FLINTENWEIBER und DAS PARIS DER WUNDER erzählen von einem Zeichner, der gern Welten in anderen Epochen baute. Doch die Welten waren nie der eigentliche Grund, bei ihm zu bleiben. Ich bleibe wegen seiner Figuren, wegen ihrer Gesichter, wegen der Art, wie sie durch Geschichte, Abenteuer und Fantasie gehen, als hätten sie wirklich etwas zu verlieren.</p>
<p>Seine Kunst war nicht revolutionär und das musste sie auch nicht sein. Sie stand in einer großen, frankobelgischen Tradition und führte sie mit eigener Wärme fort. Willem glaubte an die Kraft der gut erzählten Seiten, an analoges Handwerk, an Rhythmus, Atmosphäre und vor allem an Figuren, die mit einem Blick mehr sagen können als mit einer Erklärung in einem Caption.</p>
<p>In einer Zeit, in der Comics oft über Konzepte, Themen oder Effekte wahrgenommen werden, ist es dies alles andere als eine Kleinigkeit. Sein Werk erinnert daran, wie viel in einer sauber gesetzten Szene stecken kann. Ein Tier hebt den Kopf, ein Flugzeug kippt Richtung Oberfläche oder Paris glitzert. Und irgendwo hinter jedem dieser Bilder lauert Gefahr.</p>
<p>Genau das konnte Etienne Willem, der Mann im Schottenrock. Und genau darum lese ich seine Werke immer wieder gerne &#8230;</p>
<p>Informationen zu den Bildrechten findest Du <a href="https://panelwalker.de/impressum/#Bildrechte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a></p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/etienne-willem-der-mann-mit-dem-schottenrock/">ETIENNE WILLEM – Der Mann mit dem Schottenrock</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>FLORIAN SATZINGER &#8211; Enten, Federn, Düsen(an)trieb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 05:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biografie]]></category>
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		<category><![CDATA[Florian Satzinger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Florian Satzinger inspiriert mich seit Jahren. Das klingt erst einmal groß, fast zu groß für einen Künstler, dessen Werk oft mit Schnäbeln, Matrosenmützen, Raketen und Cartoon-Augen loslegt. Doch genau darin liegt für mich der Reiz. Bei ihm beginnt der Witz nie beim Gag allein. Er beginnt bei der Form. Eine Figur kippt den Kopf, der [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/">FLORIAN SATZINGER – Enten, Federn, Düsen(an)trieb</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Florian Satzinger inspiriert mich seit Jahren. Das klingt erst einmal groß, fast zu groß für einen Künstler, dessen Werk oft mit Schnäbeln, Matrosenmützen, Raketen und Cartoon-Augen loslegt. Doch genau darin liegt für mich der Reiz.</p>
<p>Bei ihm beginnt der Witz nie beim Gag allein. Er beginnt bei der Form. Eine Figur kippt den Kopf, der Schnabel zieht nach vorn, die Beine stehen ein wenig zu dünn in der Welt und schon ist da eine Persönlichkeit. Ich sehe bei seinen Arbeiten nicht einfach Enten. Ich sehe kleine Schauspieler, die mit jedem Federbüschel übertreiben dürfen und trotzdem erstaunlich glaubwürdig bleiben. Das ist eine seltene Gabe.</p>
<p><span id="more-4118"></span></p>
<h3>Graz, Vancouver und der lange Schatten der Trickfilmmeister</h3>
<p>Der Weg von Florian Satzinger führt von Graz weit hinein in die internationale Animationswelt. Er arbeitete zunächst als Illustrator, studierte später Cartoon-Film in Vancouver und wurde dort von <a href="https://paperwalker.blogspot.com/2007/12/ken-soutworth-1918-2007.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">Ken Southworth</a> geprägt, einem Animator mit Stationen bei Disney, MGM und Hanna-Barbera. Dazu kamen Studien und Einflüsse aus London, aus der klassischen Malerei, aus europäischem Comic und Trickfilm.</p>
<p>Diese Mischung erklärt viel. Sie erklärt aber nicht alles. Denn entscheidend ist, was Satzinger daraus macht. Er übernimmt keine Nostalgie als fertiges Rezept. Er nimmt das elastische Denken des alten Zeichentricks und zieht es in eine Gegenwart, in der Figuren wieder mehr sein dürfen als saubere Markenbilder. Sie dürfen kratzen, schielen, schwitzen, knurren und herrlich beleidigt aussehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_4119" aria-describedby="caption-attachment-4119" style="width: 1400px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4119" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01.jpg" alt="Beispielbild 05 von FLORIAN SATZINGER" width="1400" height="708" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01.jpg 1400w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-300x152.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-750x379.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-768x388.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_01-600x303.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px" /><figcaption id="caption-attachment-4119" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Enten mit Innenleben</h3>
<p>Bei <a href="https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/" target="_blank" rel="nofollow noopener">DONALD DUCK, MICKEY MOUSE, LOONEY TUNES, PINKY AND THE BRAIN oder SCOOBY-DOO</a> arbeitet Satzinger an Figuren, die längst im kollektiven Gedächtnis sitzen. Gerade deshalb ist seine Arbeit interessant. Er muss nicht nur erkennen, wie eine Figur aussieht. Er muss erkennen, wann sie atmet. Ein kleiner Knick in der Augenbraue, eine Drehung des Schnabels, ein zu großer Hut oder eine absurde Handhaltung reichen und ein bekanntes Gesicht wirkt plötzlich wieder wach.</p>
<p>Daneben stehen seine eigenen Welten. DUCKLAND, DUCK AWESOME, TOBY SKYBUCKLE und JOHN STARDUCK sind keine bloßen Fingerübungen in Entenform. Sie wirken wie Versuche, den alten Cartoonkörper noch einmal loszuschicken. Diesmal in Richtung Abenteuer, Weltraum, Satire und ganz persönlicher Zeichenlust.</p>
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<figure id="attachment_4123" aria-describedby="caption-attachment-4123" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4123" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05.jpg" alt="Beispielbild 01 von FLORIAN SATZINGER" width="960" height="755" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-300x236.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-750x590.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-768x604.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_05-600x472.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-4123" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Linien, die schon laufen</h3>
<p>Zeichnerisch lebt diese Kunst vom Schwung. Satzinger zeichnet nicht erst eine Figur und setzt sie dann in Bewegung. Die Bewegung steckt bereits in der Linie. Die Körper wirken gebaut, nicht flach auf die Seite gelegt. Schnäbel haben Gewicht. Füße setzen auf. Augen liegen tief genug im Kopf, um Mimik zu tragen. Seine Skizzen zeigen oft den schönsten Moment vor der endgültigen Glättung. Da ist noch Suche drin, noch Kratzigkeit, noch Atem. Genau das macht sie so lesbar.</p>
<p>Ich kann der Figur folgen, bevor sie überhaupt handelt. Räume entstehen bei ihm selten als nüchterne Kulisse. Sie schieben, drücken und biegen sich um die Figur. In DUCKLAND kann ein Stapel Papier zur Bühne werden. In JOHN STARDUCK wird die Rakete nicht nur Fahrzeug, sondern Weggefährte. Der Seitenaufbau, soweit die Arbeiten als Comic oder Storyboard sichtbar werden, bleibt vom Animationsdenken geprägt. Er führt den Blick klar durch Pose, Blickrichtung und Rhythmus. Große Gesten wechseln mit kleinen Pausen. Das gibt den Bildern Tempo, ohne sie hektisch zu machen.</p>
<figure id="attachment_4122" aria-describedby="caption-attachment-4122" style="width: 960px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4122" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04.jpg" alt="Beispielbild 02 von FLORIAN SATZINGER" width="960" height="784" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04.jpg 960w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-300x245.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-750x613.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-768x627.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_04-600x490.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption id="caption-attachment-4122" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Farbe mit Biss</h3>
<p>Auch die Farben erzählen mit. Satzinger setzt gern auf klare, kräftige Akzente. Gelb, Blau, Rot und Orange stehen oft so deutlich im Bild, dass sie sofort den Ton setzen. Das kann nach klassischem Kinderzimmer klingen, wirkt aber selten harmlos. Das Blau einer übergroßen Matrosenmütze kann fast absurd leuchten. Ein gelber Schnabel zieht den Blick wie ein Ausrufezeichen. Rote Details bringen Unruhe hinein.</p>
<p>Um diese Farbtupfer herum lässt er viel Skizzenhaftes stehen. Grau, Braun und gebrochenes Weiß halten die Figuren erdig. So entsteht ein schöner Zug zwischen Zucker und Ruß. Die Bilder dürfen knallen, verlieren aber ihre Kanten nicht. Gerade das passt zu seinen Enten. Sie sind niedlich genug, um Vertrauen zu wecken und schräg genug, um dieses Vertrauen sofort ein wenig zu stören.</p>
<figure id="attachment_4120" aria-describedby="caption-attachment-4120" style="width: 1471px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4120" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02.jpg" alt="Beispielbild 04 von FLORIAN SATZINGER" width="1471" height="700" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02.jpg 1471w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-300x143.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-750x357.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-768x365.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_02-600x286.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1471px) 100vw, 1471px" /><figcaption id="caption-attachment-4120" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Ausstellungen, Preise und der Sprung nach Erlangen</h3>
<figure id="attachment_4126" aria-describedby="caption-attachment-4126" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-4126" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-300x200.jpg" alt="Ausstellung Florian Satzinger" width="300" height="200" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-300x200.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-750x500.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-768x511.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666-600x400.jpg 600w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/aussatzinger_erichmalter7272_1000x666.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-4126" class="wp-caption-text">Florian Satzinger (3. v. rechts) © Erich Malter</figcaption></figure>
<p>2009 erhielt Florian Satzinger in Florenz den <a href="https://nemoland.com/nemoland-2009/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Nemoland Award für Character Design</a>, 2023 den <a href="https://www.kunstmeile.at/de/institutionen/karikaturmuseum/erich-sokol-preis" target="_blank" rel="nofollow noopener">Erich Sokol Preis</a> in Österreich. 2024 gestaltete er als erster nicht italienischer Zeichner eine Titelillustration für das italienische MICKEY MOUSE Magazin <a href="https://paperwalker.blogspot.com/2026/02/topolino-cover-illustration.html" target="_blank" rel="nofollow noopener">TOPOLINO</a>.</p>
<p>Beim 22. Internationalen Comic-Salon Erlangen rückte nun die Ausstellung ENTEN, DIE SICH IN RAKETEN RETTEN den Arbeitsprozess, die Einflüsse, frühere Arbeiten und aktuelle Projekte in den Mittelpunkt. Sie läuft vom <strong>4. Juni bis zum 26. Juli 2026</strong> im Aktions- und Schauraum des <a href="https://www.comic-museum.org/" target="_blank" rel="nofollow noopener">Comicmuseum Erlangen</a>.</p>
<p>Dazu passen die aktuellen Ausblicke auf das Computerspiel <a href="https://www.johnstarduck-thegame.com/" target="_blank" rel="nofollow noopener">JOHN STARDUCK</a> und auf <a href="https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9781962447485/Allen-Kyle/Parsifal-Murray" target="_blank" rel="nofollow noopener">PARSIFAL MURRAY</a>, das Buchprojekt mit Kyle Allen. Ich mag an diesem Ausstellungstitel besonders, dass er Satzinger&#8217;s Welt sehr genau trifft. Diese Enten retten sich nicht aus der Absurdität. Sie retten sich mitten hinein.</p>
<h3>Wo die Skizze stärker ist als die fertige Welt</h3>
<p>Bei aller Bewunderung bleibt für mich eine kleine Reibung. Satzinger&#8217;s Kunst ist oft so stark im Entwurf, dass die fertige Erzählung erst einmal Schritt halten muss. Die Skizze verspricht sofort Bewegung, Charakter und eine ganze Welt. Ein abgeschlossenes Album oder ein längerer Comic müsste diese Energie über viele Seiten tragen. Das ist die hohe Messlatte, die seine besten Bilder selbst aufstellen.</p>
<p>Wenn eine Arbeit schwächer wirkt, dann nicht wegen mangelnder Form. Eher, weil das Erzählen hinter der unbändigen Lust am Charakter-Design zurücksteht. Doch selbst diese Schwäche hat etwas Sympathisches. Sie zeigt, wie sehr alles bei ihm aus dem Zeichnen kommt, aus dem Probieren und aus dem Drang, eine Figur so lange zu drehen, bis sie &#8222;Aua&#8220; schreit..</p>
<figure id="attachment_4121" aria-describedby="caption-attachment-4121" style="width: 900px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-4121" src="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03.jpg" alt="Beispielbild 03 von FLORIAN SATZINGER" width="900" height="900" srcset="https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03.jpg 900w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-300x300.jpg 300w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-750x750.jpg 750w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-768x768.jpg 768w, https://panelwalker.de/wp-content/uploads/2026/06/SATZINGER_03-600x600.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption id="caption-attachment-4121" class="wp-caption-text">© Florian Satzinger</figcaption></figure>
<h3>Ein Werk mit Federn, Zähnen und Schwung</h3>
<p>Florian Satzinger ist kein Zeichner, den ich nur mit dem Kopf anschaue. Ich reagiere sofort emotional auf diese Linien. Ich spüre den Schwung aus dem Handgelenk, die Übertreibung im Gesicht, den kleinen Krach im Bild. Seine Arbeit erinnert daran, dass Comics und Animation eng verwandt sind, ohne gleich dasselbe zu sein. Er bringt den Cartoon zurück an den Punkt, an dem jede Figur zuerst eine Haltung ist. Dann erst kommt die Geschichte.</p>
<p>Vielleicht <a title="Über mich – und den Blog!" href="https://panelwalker.de/ueber-mich-und-den-blog/" target="_blank" rel="noopener">begeistert mich das seit Jahren</a> so sehr, weil seine Zeichnungen nie behaupten, fertig aus dem Nichts zu kommen. Sie zeigen ihre Suche sie zeigen die Lust am Machen. Und sie zeigen, dass eine Ente manchmal völlig reicht, um eine ganze Welt in Bewegung zu setzen.</p>
<p>Wer mehr von ihm sehen möchte, kann dies auf seinem Blog <a href="https://paperwalker.blogspot.com" target="_blank" rel="nofollow noopener">PAPERWALKER</a> tun. Und ja, dass ich meinen Comic-Blog &#8222;Panelwalker&#8220; getauft habe, kam nicht von ungefähr und ist von Satzinger inspiriert. Danke, Florian, für jede Ente, die Du uns geschenkt hast.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S. Die Bilder für diesen Beitrag wurden der Website <a href="https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/" target="_blank" rel="nofollow noopener">https://canvas.nma.art/2020/10/28/florian-satzinger-of-mice-and-ducks/</a> entnommen.</p><p>The post <a href="https://panelwalker.de/2026/06/florian-satzinger-enten-federn-duesenantrieb/">FLORIAN SATZINGER – Enten, Federn, Düsen(an)trieb</a> first appeared on <a href="https://panelwalker.de">P A N E L W A L K E R - Ein Comic-Blog</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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