DER WIND IN DEN WEIDEN beginnt mit einer kleinen, einfachen Entscheidung. Ein Maulwurf legt den Besen weg. Er hat keine Lust mehr auf Frühjahrsputz und geht vor die Tür.
Dieser eine Schritt aus dem dunklen Bau in das helle Gras ist der Moment, in dem mich Michel Plessix zu seiner Geschichte abholt. Er führt mich an ein Flussufer, an dem die Zeit irgendwie anders verläuft, ruhiger, entspannter, weniger hektisch.
Ich folge dem Maulwurf an die Oberfläche. Die Luft ist frisch, der Boden riecht nach Erde. Am Fluss trifft er die Wasserratte, die sofort wie ein Gastgeber wirkt. Ihr Boot ist kein spektakuläres Schiff, eher ein schwimmendes Wohnzimmer. Ratte zeigt ihm den Fluss, die Biegungen, die kleinen Buchten.
Plessix nimmt sich Zeit, diese erste Begegnung auszuspielen. Die Bilder tragen die Stimmung. Die Dialoge sind freundlich und unaufgeregt. Ich spüre, wie die beiden Figuren einander abtasten.
Nach und nach erweitert sich der Kreis. Der Dachs bleibt zunächst eine ferne, leicht unheimliche Figur. Eine Präsenz im Wald, die Respekt einflöst.
Der Fischotter taucht eher als ein beweglicher Nebencharakter auf. Er bringt eine Prise Wildheit mit in die Runde. Und dann ist da natürlich noch er, der Kröterich. Reich ist er, laut und begeistert von allem, was schnell ist. Plessix baut ihn nicht sofort als chaotischen Tausendsassa auf. Er streut erst einmal kleine Hinweise, ein Bootsprojekt hier, eine Idee dort.

Handlung wie ein langsamer Fluss
Die Handlung in diesem ersten Teil der Adaption des bekannten Buches von Kenneth Grahame wirkt wie ein Reigen von Episoden. Es gibt Ausflüge, Picknicks, einen gefährlichen Schneesturm, eine nächtliche Wanderung durch den Wald. Die Bedrohung bleibt dabei überschaubar.
Die Figuren verfangen sich eher in ihren eigenen Schwächen. Der Maulwurf verlässt sich zu sehr auf seine Intuition. Die Ratte hängt sehr am Gewohnten und der Kröterich verschiebt alle Grenzen, weil er sich zu sicher fühlt.
Plessix erzählt diese Phase extrem behutsam. Diese Adaption ist ein stimmungsvolle Idylle am Fluss, die durch einen poetischen, beinahe impressionistischen Umgang mit Natur und Licht geprägt ist. Diese Comic-Fassung erhielt im Jahr 2000 unter anderem den Max und Moritz Preis als bester Kinder- und Jugendcomic und wurde mehrfach als Comic des Jahres ausgezeichnet.
Als Leser sitze ich beim ersten Durchgang gefühlt mit im Boot. Ich höre das Plätschern des Wassers zwischen den Panels. Die Handlung baut keinen großen Bogen auf. Sie lädt mich erst einmal nur ein. Wer hier ein Actionfeuerwerk erwartet, liegt falsch. Wer Lust auf ein gemächliches Ankommen in einer Welt voller kleiner Gesten hat, ist genau richtig.
Wenn der Fluss ruft und Motoren heulen
Je weiter DER WIND IN DEN WEIDEN voranschreitet, desto stärker bildet sich ein zweiter Puls unter der ruhigen Oberfläche. Der Fluss bleibt der Herzschlag der Geschichte, doch an den Ufern hört man plötzlich etwas anderes. Es klingt nach Motor und riecht nach Benzin.
Der Kröterich bleibt der Katalysator dieses Störgeräuschs. Seine Begeisterung für jede neue Fortbewegungsart wirkt zuerst komisch. Ein Boot hier, eine Kutsche dort, im nächsten Moment ein Automobil – Plessix lässt den Kröterich mit jeder neuen Obsession ein bisschen höher drehen.
Seine Freunde versuchen, ihn einzufangen. Sie mahnen zur Vernunft, erinnern ihn an Verantwortung aber natürlich prallt alles an ihm ab. In diesen Passagen rutscht die Geschichte stärker in Slapstick und Farce.
Der erste Teil stellt die Figuren vor und zeigt mir den Fluss als friedlichen Raum mit leicht naiver, poetischer Note. Ab der Mitte verschiebt sich der Schwerpunkt. Der Kröterich rückt stärker in den Mittelpunkt und die Erzählung wird abenteuerlicher und spitzer im Humor.

Balance und menschlicher Einfluss
Plessix hält die Balance zwischen ruhigen Naturmomenten und komischen Szenen. Die großen Umbrüche deutet er früh an. Das Dorf der Tiere wirkt nicht nur idyllisch, es ist auch verletzlich. Die Menschenwelt bleibt meist am Rand. Sie ist größer, gefährlicher und wenig verständnisvoll. Wenn der Kröterich mit ihr kollidiert, bekommt ich eine Ahnung davon, wie brüchig das gemütliche Leben am Fluss tatsächlich ist.
Später kommt eine deutliche Krise hinzu. Sie betrifft das Zuhause der Freunde und stellt ihre Loyalität auf eine härtere Probe. Mehr möchte ich für diese Rezension nicht ausbreiten. Entscheidend ist, wie Plessix die Gefahr inszeniert.
Er setzt nicht auf Schock, sondern auf das Gefühl, dass die Figuren sich zusammenraufen müssen. Die Spannung entsteht weniger aus der Frage, was genau passiert. Sie entsteht aus der Frage, wie die Gemeinschaft reagiert.
Für mich funktioniert diese Steigerung gut. Ich mag, dass sich das Buch Zeit nimmt, bevor es den Ton verschärft. Zugleich kann ich nachvollziehen, warum manche Leser den Weg dorthin als langsam – ja, mühsam – empfinden. Vor allem, wenn sie eher lineare Plots gewohnt sind.

Ein Comic wie eine Flusskurve
In der Erzählstruktur zeigt DER WIND IN DEN WEIDEN seine Herkunft als Kinderbuchklassiker. Die Adaption folgt weitestgehend den Episoden des Romans von 1908. Sie übernimmt elf der zwölf Kapitel und ergänzt sie um einen Epilog. Die Kapitel wirken oft wie in sich runde Kurzgeschichten. Sie fügen sich aber zu einem Fluss, der sich langsam, aber stetig in Richtung Konflikt bewegt.
Man kann den Aufbau grob in drei Akten lesen. Zuerst die Ankunft des Maulwurfs in der Welt des Flusses. Diese Phase etabliert Figuren und Rhythmus.
Dann eine Reihe von Episoden, die wie Schleifen erscheinen. Jede Episode vertieft eine Beziehung oder eine Eigenschaft. Gleichzeitig dehnt Plessix Zeit und Raum. Er zeigt Jahreszeiten, unterschiedliche Lichtstimmungen. Der große Bogen bleibt noch leise.
Im letzten Drittel verdichtet sich alles. Die Eskapaden des Kröterichs eskalieren. Die äußere Gefahr nimmt zu und die Freunde müssen handeln.

Vom Episodenreigen zum großen Bogen
Das Ergebnis ist andererseits kein klassischer Dreiakter mit sauberem Spannungsdiagramm. Eher ein Reigen, der von einer Atmosphäre zur nächsten gleitet.
Aus heutiger Comic-Perspektive fühlt sich die Struktur ungewohnt an. Wer mit klaren Cliffs und verdichteten Plots sozialisiert ist, braucht hier eine andere Lesebrille. Mich persönlich holt genau diese Flusslogik, diese Andersartigkeit ab.
Die Geschichten plätschern nicht belanglos vor sich hin. Sie mäandern bewusst. Dazu kommen mehrere Leseschichten. Oberflächlich geht es um Tiere am Fluss, darunter steht eine Parabel über Technikbegeisterung, Klassenunterschiede und die Sehnsucht nach einem festen Ort. Auf diese Weise wird DER WIND IN DEN WEIDEN zu einer ausufernden Fabel.
Als Leser muss ich dennoch akzeptieren, dass nicht jede Episode zündet. Manche Nebenwege sind eher Stimmungsbilder. Sie funktionieren vor allem, wenn man bereit ist, sich auf Tempo und Tonfall des Gesamtwerkes einzulassen. Dann fühlt sich der Story-Arc trotz aller Episodenhaftigkeit letztendlich erstaunlich geschlossen an.
Maulwurf, Ratte, Kröterich und ich
Die große Stärke des Comics liegt für mich in den Figuren. Plessix entwickelt Maulwurf, Ratte, Dachs, Kröterich und Otter mit viel Liebe zum Detail, mit starker Mimik und Körperhaltung.
Der Maulwurf ist unser Einstieg. Er wirkt schüchtern, neugierig und anfangs leicht überfordert. In seinen Bewegungen steckt eine Mischung aus Unsicherheit, aber auch Wille zum Aufbruch. Man spürt, wie ihn jeder neue Eindruck überwältigt. Seine Entwicklung ist eher leise. Er wird nicht zum Actionhelden. Er wächst, indem er Verantwortung übernimmt und lernt, die eigenen Ängste auszuhalten.
Die Ratte ist der ruhige Pol. Sie verkörpert das Heimweh im besten Sinne. Sie liebt den Fluss, kennt jede Ecke, weiß, welche Strömung wann gefährlich wird. In vielen Szenen fungiert sie als moderierende Kraft. Sie nimmt den Maulwurf an die Hand, bremst den Kröterich ein und hält den kleinen Freundeskreis zusammen.
Der Dachs bleibt kantig. Plessix zeichnet ihn als grummeligen, aber warmherzigen Einzelgänger. Er ist derjenige, der ausspricht, was die anderen denken, aber nicht zu sagen wagen. Er ist ein klassischer Sympathieträger, weil seine Figur Rauheit und Verlässlichkeit verbindet.
Der Kröterich ist der Motor des Humors. Er ist eitel, laut, schnell begeistert und noch schneller gelangweilt. Man kann ihn genau wegen dieser Überhöhung lieben, muss es aber nicht. Er erscheint oft als einzige Figur mit echter psychologischer Tiefe: Er trägt die große Wandlung, die von verantwortungsloser Raserei zu einem gewissen Maß an Einsicht führt.
Ich merke beim Lesen, wie stark mein eigenes Alter hier eine Rolle spielt. Als Kind wäre ich vermutlich beim Kröterich hängen geblieben. Heute fühle ich mich dem Ratte näher. Seine Mischung aus Freundlichkeit und Abstand liegt sehr nah an meiner eigenen Leseerfahrung. Genau diese Unterschiedlichkeit der Figuren macht das Buch für mich so spannend. Sie altern mit mir.

Vom bretonischen Atelier an den englischen Fluss
Michel Plessix stammte aus der Bretagne. Er wuchs in einer Familie auf, in der Pinsel schon vor ihm eine Rolle spielten. Sein Vater und sein Großvater waren Maler.
Als Jugendlicher verschlang er Hefte wie TIM UND STRUPPI und SPIROU und beschloss früh, selbst Comics zu zeichnen. Irgendwann arbeitete er wiederholt an Kinder- und Jugendstoffen. Aus einer Mischung aus Reiselust, Beobachtungsgabe und klassischer frankobelgischer Schule speiste sich später DER WIND IN DEN WEIDEN und sein Nachfolger.
Die Adaption erschien zwischen 1996 und 2001 in vier Bänden unter dem französischen Titel LE VENT DANS LES SAULES und brachte Plessix internationale Aufmerksamkeit. Der dritte Band erhielt auf dem Comic-Festival in Angoulême den Publikumspreis. Im deutschsprachigen Raum wurde die Serie als Comic des Jahres gefeiert und mit dem Max und Moritz Preis ausgezeichnet.

Vom Fluss zum Meer aus Sand
Nach Abschluss dieser Adaption knüpfte Plessix mit DER WIND IN DEN DÜNEN an die Figuren an (s. meine Besprechung in der kommenden Woche). Darin schickt er Ratte, Maulwurf und Kröterich in eine neue, eigenständige Fortsetzung, die noch stärker vom Reisen und vom Fremdsein handelt.
2017 verstarb Michel Plessix mit nur 57 Jahren an einem Herzinfarkt. Viele Nachrufe betonten, dass DER WIND IN DEN WEIDEN sein Signaturalbum bleibt. Es vereint seine Wurzeln als Naturmaler mit seiner Liebe zu klassischer Erzählung mit anthropomorphen Figuren. Kenneth Grahame’s Original von 1908 hat er damit nicht ersetzt, sondern für eine neue Generation auf andere Weise sichtbar gemacht.
Ich spüre auch, dass hier jemand an einem Herzensprojekt gesessen hat. Die Adaption wirkt nicht wie eine Auftragsarbeit, sondern wie eine sehr persönliche Übersetzung eines geliebten Textes in ein anderes Medium.

Aquarell, Licht und die Kunst der Brise
Wenn man andere Rezensionen zu DER WIND IN DEN WEIDEN quer liest, taucht ein Begriff ständig auf: Die Zeichnungen seien einfach wunderschön. Das klingt in anderem Kontext häufig abgenutzt, in diesem Fall jedoch stimmt es.
Plessix arbeitet mit Aquarellfarben und feinem Strich. Die Landschaften erinnern an impressionistische Gemälde. Dadurch, dass er Natur oft aus der Perspektive der Tiere zeigt, entsteht eine unmittelbare Nähe. Man sitzt buchstäblich tief im Gras, leicht unterhalb der Menschenwelt oder auf einem Zweig und hört den Freunden bei ihren Gesprächen zu.
Die Figuren sind stilisiert, aber nie karikaturhaft. Der Maulwurf wirkt rund und weich. Der Kröterich trägt seine Eitelkeit schon im Schnitt seines Mantels. Die Ratte strahlt mit wenigen Linien Gelassenheit aus. Alles hängt an kleinen Details, an einer hochgezogene Augenbraue, einer Pfote, die am Mantelsaum zupft. Mit feinen Details vermittelt Plessix gekonnt Charaktere und Emotionen.

Wie der Fluss ins Papier sickert
Der Seitenaufbau unterstützt den langsamen Rhythmus. Viele Panels sind breit und offen. Die Übergänge zwischen ihnen lenken den Blick über verschiedene Aspekte eines Ortes.
Was mir kritisch auffällt ist, dass Erzählerkästen und Sprechblasen viel Raum einnehmen. Das wirkt – leider – altmodisch. Vielleicht liegt es an einer möglichst exakten Adaption der Prosavorlage?
Für mich gehört diese Graphic Novel zu den seltenen Büchern, die man langsamer liest, weil man länger schauen will. Ich ertappe mich ständig dabei, Seiten zurückzublättern. Nicht, weil ich etwas nicht verstanden habe, sondern weil ich das Licht auf dem Fluss noch einmal sehen will.

Ein Buch für späte Abende
Eine Besonderheit von DER WIND IN DEN WEIDEN liegt in seinem Verhältnis zur Zeit. Dieser Comic verlangt kein binge reading, im Gegenteil. Er lädt stattdessen zu Leseabenden ein mit Tee, mit Decke, mit Geduld.
Auch ist dieses Album für alle Altersstufen geeignet. Kinder können der Oberfläche folgen (Tiere fahren Boot, Kröterich baut Mist, die Freunde halten zusammen). Erwachsene entdecken nebenbei andere Ebenen, sehen die leise Technik und Zivilisationskritik, lesen die Klassenbilder heraus. Sie spüren die Melancholie eines ländlichen England, das es so nicht mehr gibt.
Gleichzeitig gibt es eine erkennbare Spannung zwischen Anspruch und Zielgruppe. Die Qualität der Zeichnungen und der Vorlage kann ich loben. Ich merke aber auch, dass die Erstveröffentlichung in Deutschland in einer hochwertigen, dafür aber auch relativ teuren Ausstattung erschienen ist. Die Bände wurden als wertvolle Kindercomics vermarktet. Das passte zur ästhetischen Ambition, erschwerte aber den spontanen Zugang für viele Familien.
Langsamer Lesen im schnellen Zeitalter
Kritisch halte ich fest, dass der Comic zwischen die Stühle fallen kann. Für viele jüngere Leser ist der Textumfang zu hoch und die Sprache stellenweise zu altmodisch. Für Erwachsene, die eher auf knappe Graphic Novels stehen, wirkt das Setting zunächst sehr brav. Dazu kommt eine gewisse Berechenbarkeit der Konflikte. Man spürt, dass die Vorlage aus einer Zeit stammt, in der Geschichten anders gebaut wurden.
Ich würde den Band deshalb niemandem als Einstiegscomic empfehlen, der bisher nur Superhelden, Manga oder schnelle Gagstrips kennt. Wer aber bereit ist, sich auf eine langsam erzählte, sehr sinnliche Fabel einzulassen, findet hier etwas, das es so nicht oft gibt.
Für mich liegt das eigentliche Alleinstellungsmerkmal im Zusammenspiel aus Naturbetrachtung, humorvoller Charakterstudie und stiller Gesellschaftsskizze. Dieser Comic winkt nicht mit einem erhobenen Zeigefinger, sondern vertraut stattdessen darauf, dass ich zwischen den Panels lese.

Warum sich DER WIND IN DEN WEIDEN heute noch lohnt
Am Ende bleibe ich mit einem seltsamen Gefühl der Vertrautheit zurück. Ich kenne diese Welt nicht wirklich, war nie an diesem Fluss. Ich bin trotzdem sicher, dass ich wüsste, wie das Wasser klingt, wenn ich dort ein Boot abstieße.
DER WIND IN DEN WEIDEN ist kein makelloser Comic. Manche Episoden sind etwas bieder, der Text kann zu voluminös wirken und der Humor um den Kröterich wiederholt sich an diversen Stellen. Einige Kinder und Erwachsene der Gegenwart werden mit dem gemächlichen Tempo fremdeln.
Gleichzeitig hat dieses Buch etwas, das viele moderne Serien verloren haben. Es besitzt Gelassenheit und vertraut seiner eigenen Langsamkeit. Es setzt nicht auf Schock, sondern auf Schichten.
Beim ersten Lesen nimmt man vielleicht nur die freundliche Geschichte wahr, beim zweiten Lesen schaut man stärker auf die Technikbegeisterung des Kröterich’s und die Reaktion der anderen Tiere. Zuletzt sieht man, wie sehr dieses England eine Erinnerung ist und kein realistischer Ort.
Fazit
Für Comic-Fans, die sich für Adaptionen klassischer Literatur interessieren, ist der Band beinahe Pflicht. Er zeigt, wie man einen Roman respektvoll und trotzdem eigenständig in Bilder überträgt. Er steht damit neben anderen Arbeiten im Werk von Plessix und passt trotzdem mühelos in eine Reihe mit BONE, MOUSE GUARD, DAS SCHLOSS DER TIERE oder CALVIN UND HOBBES, wenn es um animalische Figuren mit Charakter geht.
Für Gelegenheitsleser ist die Empfehlung etwas vorsichtiger. Wer eine liebevoll gezeichnete, dichte Geschichte sucht, die man gut vorlesen oder gemeinsam entdecken kann, ist hier sehr gut aufgehoben. Wer dagegen eher schnelle, laute Stoffe bevorzugt, sollte sich bewusst entscheiden, ob er sich auf ein langsames Buch einlassen möchte.
Mein persönlicher Rat fällt dennoch klar aus. Wenn Du Lust hast, Dich für ein paar Abende aus dem Alltag auszuklinken, dann gib diesem Comic eine Chance. Aber such‘ Dir eine großformatige Ausgabe und blättere nicht zu schnell. Lass‘ den Fluss für Dich arbeiten. Und wenn Du nach dem Lesen das Gefühl hast, dass Du leise Motorengeräusche durch das Rauschen der Bäume hörst, dann hat Plessix seinen Job gut gemacht…

DER WIND IN DEN WEIDEN
© Splitter Verlag Toonfish | Hardcover | 128 Seiten | Farbe
Storyline: ★★☆☆☆
Zeichnungen: ★★★★★(★)
Farben: ★★★★★
Lettering: ★★★☆☆
Humor: ★★★☆☆
Meine persönliche Bewertung: ★★★★☆
ISBN: 978-3-86869-696-7
